Mder Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 270.
Dienstag, 21. Oktober 1919.
Fernsprecher 951 und 952.
9. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952.
kein Personenverkehr an Sonntagen
setzrmg der LWündigen Woche aus 44 Stunden rrrcht durchführbar sei.
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Stadt nicht mehr otit Truppen belegt.
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Deutschland leibet unter der Sperre.
Siri. 20. Oktober. (Privat-T efegrsntm.) Der Kanalverkehr deutscher Dampfer ist setzt vollständig lahmgelegt. Auch auf die B i u - nenschiffa hrt von Kiel nach der Elbe und Weser wirkt die Sperre sehr störend, weil keine Zufuhren vom Auslande «intreffen. Die Fischer« an der pommersche« Küste wurde infolge der Blockade eingestellt. Eine Verfügung untersagt das Fischen innerhalb der Ho- heitsgren« an der MecresWste.
Jeder sein Amt würdig bekleidet — wird die ungewöhnte Tätigkeit des Regierens nicht leicht gemacht. Sie müssen'aus zwei Schultern tragen. Es hagelt V orwürfe und Anklagen von rechts und vom links. Aber die Augegrif-
AlliierLe Kontrolle der Arbeitszeit.
Landau, 20. Oktober. (Privattelegramm-) Die interalliierte Verkehrskommijfim» hat sich mir der Durchführung einer täglichen Arbeitszeit von 7% Stunden im Eisenbahndienst nicht ctnver^tandeu erklärt, 1«die Herab.
SuferttoaSpretf«: Dt, |ie6engefpa!tete Z«U» fUt -iahetmNch, ««schift, t» Wo. ttr «u. mörttge «njttgen 35 Pt StetlamejeUe für «Ulhetmtfch« ««schüft» 75 vt, für ettSwättiye »«schäfte 1 W, etnfadjt Beilage« werde« mit 5 Mark pro Tausend h«rechnet, alle* mit 60% Teuerungs-Zuschlag. Bei NebermtMung n<m Anzeigen auf teleph. Weg« «Nr» fSr durch $>«t» fehler hervargerufeae Irrtümer keinerlei Haftung übernommen. Für di-LLsvahme vovAnzetge» an beMmmten tagen oder Blüten wir» keine Gewähr geleistet, «eschättssielle: KölnUche Str. 6.
Unter englischem Oberbefehl.
Genf. 20. Oktober. (Privat-Telegramm.) Havas meldet: In der Sitzung des französischen Ministerrats am Freitag ist den Maßnah. men gegen Sowjetrußland zugostimmt worden. Die französische Kriegsflotte in der Ostsee wurde dem englischen Oberbefehl unterstellt und in die Kampslinic eingereiht.
Sech» MMardrs Fehlbetrag.
PveutzenS trostlose Finanzlage.
(Telegraphische Meldung.)
Berlin, 20. Oktober.
Neber die schlechte Finanzlage Preußen- Herbe sich der FinanzmÄrister am Sonnabend
Am Rigaischen Meerbusen.
MgÄ. 20. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.s Am Donnerstaa mittag wurden die Festungen Dünamünde und Dünaburg erobert. Alliierte Kriegsschiffe unterstützten die lettischen AngrifseaufdieDeutschen. Es wnrden fünftausend Kriegsgefangene gemacht und viel Kriegsmaterial erbeutet. Gleichzeitig sand östlich von Riga bei Jakobstadt ein anderer Kampf statt, in dem die Alliierten gleichfalls siegten und Gefangene machten. Die Stadt Riga ist schwer beschädigt worden.
Kronstadt in englischen Kunden.
HelsingforS. 20. Oktober. (Eigene Draht- meldung.) Nach einem Reuterbericht vom Sonnabend ist die Einnahme von Kronstadt durch ein englisches Marinedetachement von viertausend Mann erfolgt. Mitglieder des Kronstadter Sowjet konnten festgenommen werden. Der Angriff auf Petersburg und seine Borstädte ist in Einleitung begriffen.
gen erlassen gegen die kommuuiZtsche und shndikaLrstische Propogarü» im beferen Gebiet.
SX« Befreier Seueften Nachrichten erscheinen wöchentlich I«ch«mal «nt zwar abend«. Ter ttoonnem entehretf betrügt monati. JJ» Mark bei freier Snfletome in« Hans Befteüuvgen werben lederzeft von der Seschästrpelle oder ben Boten entgegengenomme«. Druckerei, Perlag mb KebatHon •. tzchlachthofftrage 28/30. Für rnveriangl eingesandt« Beitrüge kann di« Nedaktton eine Verantwortung oder Gewähr tit keinem Falle übernehme«. Rückzahlmg de« BezugSgeldeS oder Nnfgrüch« wegen etwaiger nicht ordnunglmüHiger Lieferung auSgeschlolle«.
KZMpfe im Nsrdsn Rußlands.
Zurückdrängung der Bolschewisten.
(Giaene Drahtmeldung.)
Helstngfsrs. 20. Oktober.
General Judenitsch berichtet: Nojagorka, Oranienbaum. Veterhof und Strjelna sind von unseren Truppen durchschritten worden. Die Küste des sinischen Meerbusens haben wir voll- ständig von den Bolschewisten gesäubert. Unsere Truppen haben die Stadt Petersburg selbst im Süden erreicht und stehen im südlichen Weichbilds der Stadt im Straßenkampf. Das englische Geschwader ist in die Rewamün- duna eingefahren. — Nach hier eingetroffenen Nachrichten von der Petersburger Front ziehen die Bolschewisten starke Truppenmassen bei Petersburg rmd bei Pskow, sowie am Peipus- See zusammen. Bus Petersburg werden weii- ter Straßenlämpfe gemeldet. — Sn Finnland werden große Vorbereitungen zum E r P o r t nach Petersburg getroffen, sobald sich die Nachricht von der ErsÄrung der Stadt bewahrheitet. Vor allem soll Brennmaterial und Kohlen eingeführt werden. Der Zaren- ru b el. der in der vorigen Woche nur 45 Pfennig wert war, stieg auf 150.
Ludwigshafen, 20. Oktober.
Die Kohlennot in der Pfalz nimmt einen bedrohlichen Charakter an. Infolge der Kohlen, not bat die BesatzungSbehörde soeben verfügt, daß vom heutigen Montag an das Elektrizitätswerk in Homburg, das jetzt zum Saargebiet gehört. die Pfalz nicht mehr mit Strom speisen dürfe. Infolgedessen tritt für die ganze Pfalz automatisch eine elektrische Strom- s v e r r e ein. Die Sperre wird solange dauern, bis die Belieferung mit Ruhrkohle möglich ist. Das Erscheinen der meisten pfälzischen Tageszeitungen ist unter diesen Umständen in Frage gestellt. — Die amtliche Kohlenverteilungsstelle in Saarbrücken teilt offiziell mit, daß infolge des Ausstandes im Saargebiet die mo- natliche Förderung an Kohlen wesentlich hinter dem Voranschlag zurübleibt. der die für Frankreich bestimmten Mengen Vorsicht. Infolgedessen wird der gesamte Versand von Saar- kohlen nach der Pfalz und dem rechtsrheinischen Deutschland auf unbestimmte Zeit verboten.
entnehmen, daß zum Beispiel der unabhängige Mbg. Dr. Rosenfeld am Freitag in der preußischen Landesversammlung erklärte, die Maßnahmen des Reichsministers seien rücksichtsloser als sie unter der alten Regierung gehandhabt wurden. Das hat er allerdings nicht aus Liche zur früheren Regierung gesagt, aber indirekt war es doch ein Lod, das umso bemerkenswerter ist, als es van der äußersten Linkem kommt. Aber auch die andere Seite denkt gern an die alten Zeiten zurück und preist sie 8m Gegensatz zu den heutigen Zuständen. So wiederholte Minister Noske in der Freitag-Sitzung der Na- tion-ilvorsammlung. das .Maß von NichtSwür- digksit und Terrorismus, das jetzt in Bersin verübt werde, übertreffe tausendfach alles das, was jemals unter dem alten Regime von der Sozialdemokratie bekämpft worden fei'. Also beide sich bekämpfenden Parteigruppen sind mit den heutigen Zuständen unzufrieden und bekennen, «daß das alte Regime duldsamer gewesen ist. Daß ein solches Bekenntnis gerade von dieser Seite kommt, ist ein fchkechtes Zeugnis für die neue Zeit Wen trifft nun die Schuld daran? Die hewßgen 7 ~ niss« sind so jammervoll, wie sie ms fei» können. Dis «roßen Streiks, W eine Hertzfturfache
tnt Haushaltsausfchub der Landssversamm- luug, daß der Fehlbetrag für das Rech, mmgsstchr 1919 sechs Milliarden Mark betrügt. Der Friedensvertrag nahm uns den letz, ten Pfennig und vernichtete jede Hoffnung aus ein menschenwürdige res Dasein des gingen Volkes. Unser einziger Gevanke mässe sem: Wie befrsim wir «ns von den Sklavenkettyr..
Wohnungsnot itt der Pfalz.
Ludwigshafen. 20. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Die französische BefatzüwgSbehZrde bat von zahlreichen Städten und Gerne Äden Zuschriften erhakwn, dafür Sorge zu tragen, daß der fast unerträglichen Wohnungsnot in der Pfalz einigermaßen gesteuert und der Zuzug werterer franz Ssifcher FamMen einge- ftellt werde. Daraufhin wurde der Befehl erteilt, daß einzelne französische Formationen, di- besonders übervölkerten Gemeinden zu verfassen haben. So wurde die Besatzung von Berg--
D!e schwarzen Franzosen.
Ludwigshafen, 20. Oktober. (Privaktele- grmnm.) Das französische Platzko-mmando in Speyer gibt bekannt, daß die Bezeichnung „Neger" oder „Schwarzer" der schwarzen Besatzungstruppen als schwere Beleidigung empfunden werde. Die Bevölkerung möge dies im Interesse der Vermeidung, von Zwischenfällen beachten und diese Ausdrücke unter keinen Umständen gebrauchen. Insbesondere fei die Jugend entsprechend anzuweisen.
fenen sind um eine Antwort nicht verlegen, denn die Parteischule hat sie gut unterrichtet. Wie man eine scharfe Erwiderung geben oder geschickt ausweichen ntnjj. In den letzten Tagen waren es hauptsächlich die Angriffe von links, die den Regierungsvertretern im Parlament viel zu schaffen machten, aber die Verteidigung fiel ihnen naturgemäß nicht schwer, denn die Angreifer selbst hatten so viele Angriffsflächen, daß jeder Hieb faß, wohin er auch treffen mochte. An sich stich solche taktischen und persönlichen Fehden zwischen Regierung und einer Parkamentsgruppe zwar nichts Besonderes; das Bemerkenswerte in diesem Falle ist jedoch, daß die feindlichen Kämpfer derselben politischen Richtung angehören. Sozialisten gegen Sozialisten. Wenngleich ihre Wege auseinandergehen und auch die Ziele getrennt liegen, so sind beide Gruppen doch demselben Stamm entsprossen, und wie der Parteiführer Schöidenmnn in der Nationawersammlung kürzlich zu erkennen gegeben hat, werden von dessen Seite neuerdings Annäherungsversuche gemacht, was von der andern Seite aber unfreuUdlich ausgenommen worden ist.
Die Auseinandersetzungen in den letzten Tagen gestalteten sich wieder zu einer Abrechnung. Die unabhängige Sozialistin, Frau Luise Zieh, wandte sich in scharfen Ausdrücken gegen den ReichAvehrminister Noske, Gustav den Un- LberwindKchen, wie sie ihn nannte. Sie warf ihm vor, daß er auf harmlose Ausflügler in Berlin hab« schießen lassen und eine harmlose Jngendfchrift verboten habe. Dagegen wehrte sich der Minister mit der Feststellung, diese .Ausflügler" seien Unruhestifter gewesen itrtb die .Jugendschrift" habe ein Titelblatt gehabt mit der Aufschrift „Der Staat als Mörder". Er wies weiter 'darauf hin, daß infolge der Ausstände in Berlin ein unerträglicher ZustaNd dadurch entstanden sei, daß in den Krankenhäusern nicht operiert werden konnte, weil die Elektrizitäts- und Gaswerke stillagen und Berlin ohne Licht und Kraft war. Darunter litten außerdem Hunderttaufende friedlicher Menschen und nicht zuletzt die Arbeiterfamilien. Zur Beseitigung der gefahrvollen Lage hat Noske energische Maßnahmen ergriffen. Die technische Truppe wurde zur Nothilse kommandiert und zugleich eine Verfügung erlassen, daß willkürliche Streiks in lebenswichtigen Betrieben mit Gefängnis bestraft werden. Der Bezirk Berlin ist jetzt wieder nnter Belagerungszustand. Noske wandte sich auch gegen die Unruhestifter und erklärte, daß Jeder, der am Umsturz teilnehme. „Kopf rmd Kragen riskiere", und wer den Versuch mache, wichtige Betriebe lahmzulegen, werde hinter Schloß und Riegel gebracht. Seine Maßnahmen begründet er damit, daß die Bewohner von Berlin, Spandau und anderen Orten „nach Befreiung von dem Terrorismus schrien".
Wegen seines energischen Vorgehens wird Noske natürlich von denen, die es betrifft, lehr angefeindet. Man hat ja ost genug lesen können, mit welchen Schimpfnamen sie ihn bezeichnen. Wie west der Haß geht, kann man daraus
Sie PrSmlerr-Mlelhe.
Drei Wochen Zeichmmgsdauer.
®l« Zeichnung k«r «Sarprümien.Anleihe für da« Sketch Beginnt Anfang November nnt» wird sich «nf die Dauer von drei Wochen erstrecken. Man schreist en« darüber noch weitere Einzelheiten; Mr den Zeichnungspreis Mt wesentlich ins Gewicht das Zugeständnis, daß die Hälfte des Zeichnmrgsbetragss in 5 Prozent Deutscher Reichsanleihe (Kriegsanleihe)! erregt werden kann. Die Kriegsanleihe ist „mit laufenden Zinsfcheinen" einzüliefern und wird zum Nennbetrag in Zahlung genommen. Die Bekanntmachung läßt nicht erkennen, ob die laufenden Zinsscheine umsonst miigelie- fort werden müssen, oder ob die lausenden Zinsen der Kriegsanleihe dem Einreicher vergütet werden. Letzteres ist wahrscheinlich, schon aus dem Gründe, weil sich sonst bei den verschiedenen Zinstenninen der Kriegsanleihen Verschiebungen zugunsten der Anleihen mit April-Otto« ver-Cottpons ergeben würden. Da fünfprozen« tige Kriegsanleihen bei der Zahlung zum vollen Nennwert in Zahlung genommen werden, der gestrige Börsenkurs aber etwa 79 Prozent betrug, so ergibt sich bei 50 Prozent Barzahlung für die Prämienanleihe tatsächlich ein Erwerbspreis von etwa 90 Prozent. Den.V orzug, für die Hälfst der Zeichnungs- betrage zum Nennwert in Zahlung genommen zu werden, haben nur die fünfprozentigen Deutschen Kriegsanleihen, nicht aber die in den Kriegsjahren ausgegebenen fünf- und vierein, halbprozentigen Reichsschatzanweifun- g e n. Es ist auzunchmen, daß für diese Reichsschatzanweifungen bei einer späteren Gelegen- hert — an der es bei dem großen Geldbedarf des Reiches nicht fehlen wird — Begünstigun- gen ähnlicher Art gewährt werden, wie sie >etzt den Besitzern der Kriegsanleihen zuteil werden. Eine Umwandlung der rückzahlbaren Schatz» anweisnngen kommt fiir das Reich um fo mehr iu Betracht, als diese Schatzanweisungen einen erheblichen Teil der schwebenden Schuld des Reiches bilden, während die fünfProzentiM .Kriegsanleihe eine vom Besitzer unkündbare fundierte Schuld ist, die durch den Umtausch in Prämienanleihestücke in eine bereits nach zwanzig Jahren auf Verlangen der Besitzer kündbare und rückzahlbare Reichsschuld umgewandelt wird.
Von weiteren Vorteilen für Zeichner der Prämienanleihe fallen namentlich die Steuer- begünstigungen ins Gewicht. Der Erwerb von Prämienanleihe wird auch manchen Steikerzahler der Sorge entheben, wie er bisher verheimlichte Kapitalien den drohenden scharfen steuerlichen Belastungen wenigstens teilte tete entziehen kann, ohne sich dem Fiskus gegenüber etwas zuschulden kommen zu lassen. Von er- Üblicher Bedeutung für die sünfprozentige Kriegsanleihe ist der Umstand, daß die Mannigfachen Vorteil« bei der Z eichnung der Prämienanleihe nicht nur den Personen, welche die Kriegsanleihe gezeichnet haben, sondern jedem gewährt werden, welcher KckegsanleHo- Mcke b esi tz t und sie zur Bezahluna von Prä- mieniaNleihe verwenden kann. Hieraus erklärt sich die mit einer kräftigen Kurssteigerung verbundene starke Nachfrage nach fünfpro- zerrtiger Kriegsanleihe an den letzten Börsentagen, eine erfreuliche Erfcheinunq, die voraussichtlich künftig weitere Fortschritte machen wird.
Neben den erwähnten Sonderbegsinstigungep bietet die Prämienanleihe dem Publikum einen großen Anreiz durch ihren Charakter akS Los. Papier. Seit fast einem halben Jahrhundert ist im Deutschland die Ausgabe neuer Prämien. anleihen ohne die besondere Erlaubnis des Reichstags verboten gewesen und demgemäß auch unterblieben. Jetzt hat die Not der Zeit dahin gedrängt, di« öffentlichen Bedenken zn- rückzustellen, di« gegen Lospapiere mit Recht geltend gemacht Werden. Ern solcher Wechsel der Anschauungen hat sich nicht nur bei uns im Deutschland durchgesetzt, sondern wir begegnen ihm auch im neutralen und feindlichen Auslande. In verschiedenen europäischen Staaten plant mau große Prämienanleihen. Deutschland ist lediglich das Land, das damit den Anfang macht. Richt bestritten werden kann, daß eine Losanleihe der Neigung des Priblikums zum Spiel entgegeNSommt, einer ReigunL die in der letzten Zeit bedauerliche Auswüchse hervorgebracht hat. Immerhin Wird die SvieLont deS PubWums durch eine Beteiftgumg an der Reichsprämir.ranlerbe in ganz andere und ter« HMmrsmäßig solidere Bahnen gefenftj «Äs wenn die Leute ihr ost allzu leicht verdientes Gekd in Baccarat-Klubs oder aus bte Rennbahn tragen, oder auch vielleicht ht unbesonnenen Börsenspekulationen anlogen. Ms moralischer MilderumgKgrund für die gegenwärtige PväimreuMtleihe nrag auch das Bestreben der ReichsstnamzverrmEtMg hukgenommen werden, der Anleihe bis M edeem gSuiffen Grad« neben' dem Lotteriechrrakber di« Eigenschaft einer
Eine Abrechnrmg.
Heftige Kümpfe in den Parlamenten.
Knapp drei Wochen sind es her, feit di« Na- tiomalpersammlung und die Preußisch« Landespersammlung in Berlin wieder zusammengetreten sind, und es ist wohl keine Sitzung vergangen, in der die Regierung nicht scharfen Angriffen ausgesetzt war. Den Herren, die durch „das Vertrauen des Volkes" nun bald ein Jahr in Amt und Würden sind — leider hat nicht
deS finkenden Wertes der deutschen Wirtschaft und des geringen Kredites warm, hatim dem- gemäß zur Folge, daß die Tmerung nicht nachgelassen hat. Trotz der ungeheurm Reichszu- fchüsse beim Einkauf ausländifcher Lebmsmit- tel spürt man noch nichts von billigeren Preisen. Run stelle man sich vor, wie unerschwinglich teuer die Waren ohne die MMarden-Zu- fchusse geworden wärm. Es ist in der gesamten vernünftigen Presse schon oft und eindringlich gesagt worden, daß, wenn wir wieder das Ver- trenten des Auslandes gewinnen wollen, wir unsere Arbeitsleistung erhöhm müssen. Man sollte meinen, daß diese Wahrheit jedem erwachsenen Menschm eimleuchten müßte. Und doch wird der Wille zur Arbeit nur in schleppmdem Maße geboben. Es ist schon so weit, wie ein .gestriges Telegramm berichtet, daß wir uns von der amerkkanifchen BesatzMgsbehörde im Rheinland fagm lassm müssen: Wir Tonnen Euch nicht mehr helfen, seht zu, daß Ibr durch Arbeit Euer Los selbst bessert. Zu dem inne- rat Elend kommt mm noch die Verachtung durch das Ausland, di« für jedm national gesinnten Deutschm eine Demütigung bedeutet. Wenn die Regierung jetzt zu scharfm Mtteln greift, dann ist sie durch die anhaliendm Stockmram im Mrtschastslebm dazu gezwungen. K. F. D-r.
KnschrSnkung des MhrwerMs.
Personenbeförderung an Sonntagen fällt ans.
(Telegraphische Meldung.)
Berlin, 20. Oktober.
Infolge des Kohlemmmgels wird in den nächsten Tagen im ganzen Rchche der Personenverkehr an Sonntagen «ingestellt. Mr Preußen steht die Sonntagsruhe ebenso wie in Sachsen für die Zei. vom 26. d. Ms. in Aussicht. Um die beabfichtigie Kohlenerspar- rtiS zu erzielen, müssen an Somltagm alle der Personmbesörbentng dienenden Züge ansfal- len. Lediglich für einig« wenige Arbeiterverkehre werden einzeln« Züge gefahren werden, doch ist dfe Benutzung dieser Züge ausschließlich den Inhabern von Arbeiter- und Zeitfahrkar- trn gestattet. Ein Verkauf von Fahrkarten findet an Somüageu mit Ausnahme von Arboiter- und Zeitfahrkarten nicht statt.
Frr den besetzten Gebieten.
Ernste Kohlmnot in der Pfalz.
(Privat-Telegramm.)