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Kasseler Neueste Nachrichten

Kaffeler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 258.

Fernsprecher $51 und 952.

Dienstag, 7. Oktober 1919.

Fernsprecher 951 und 952.

9. Jahrgang.

Sie Mlmg des Völkerbundes bevorstehend?

3er Friedensverttag.

D»e Inkraftsetzung soll beschleunigt werden.

An Versailles hat man große Sorgen. Der Alliiertenrat sieht die Schwierigkeiten ringsum bergehoch sich auftürmen und Weitz sich nicht zu helfen. Di« Angst, daß das mühsam zufcnn- menge kleisterte Paragraphenwerk, das man Frieden s^-V ertrag nennt, in die Brüche gehen könne, ehe es zur Geltung kommt, ver­anlaßt die .Großen Fünft zu allerlei Torheiten, die sich bitter rächen werden. Mit dem Aus­arbeiten der Verträge ist die Ausgabe noch lang« nicht gelöst. Am Gegenteil, jetzt beginnt erst die Sishphosarbeit. War das bisher Geleistete eigentlich der theoretische Teil, so steht nun der viel schwierigere und dornenvolle praktische Teil bevor. Jetzt wird sich erst zeigen, wie die am grünen Tisch hinter verschlossenen Türen im TabaSsquailm ausgeklügelten Bestimmungen in der Tat Wirken. Beispiele von der Unnussühr- barkeit haben wir ja schon gleich zu'Anfang ge­habt, als die zur Durchführung der Friedens- bedinguno>en eingesetzte Kommission diese und jene Forderung mildern mußte. Die Zukunft Wird noch mehr Aenderungen nötig machen. Es ist leicht, auf dem geduldigen Papier hohe For­derungen zu stellen, aber wenn es an die Ver- wirWchung gehen soll und sich die Rechnung als falsch herausstellt, dann werden die großen Rechner noch manche Enttäuschung erleben. In den alliierten Völkern gibt es neuerdings immer mehr Leute, die das erkennen und deshalb scharfe Kritik üben.

Wie groß der Widerspruch in den Ver­einigten Staaten gegen den Friedensver­trag ist, hat sich zur Genüge in dem scharfen Kampfe gegen Wilson gezeigt. Wilson soll be- Wunder wär's nicht, wenn selbst ein solch ge­wissenloser Mensch, der ein beispielloses Maß von Sünden aus seinem Schuldkonto hat, unter der Last der Vorwürfe endlich zusammenbräche. Auch dem zweiten Sünder, Clemcnceau, ist nicht Wohl zu Mute. Die Anklagen in der fran­zösischen Mbgeordneten-Kammer mehren sich täglich und suchen ihn jum Rücktritt zu zwin­gen Der dritte im Bunde, Lloyd George, hat nicht so viele Anfeindungen in seinem Lande zu erdulden .weil ja Englands Weltherr- schaftSzielr erreicht sind. Aber den Arbeitern gegenüber, denen er die Versprechungen nicht erfüllen kann, HW er sich nur noch durch neue Versprechungen ausrrcht. Tie innere Krisis in den alliierten Ländern spitzt sich in bemerkens­werter Weise zu, sodaß die drei Diktatoren aus beschleunigte Inkraftsetzung des Frie- denSvertrages drängen, bevor etwa zer­störende Zwischenfälle eintreten könnten. Don englischer Seite erhält jetzt der Vertrag di« Un- terschrist des Königs, in Frankreich soll in aller Kürze der Senat sein Siegel darunter setzen und als erforderliche dritte Macht soll Italien oder Japan zrrr sofortigen Ratifizierung ausgefordert werden. Danach, wenn drei der Großmächte das Dokument endgültig besiegelt haben werden, hat der F-riedensvertrag gesetzmäßige Gültigkeit. Daun können die rachsüchtigen Franzosen und die ausbeuterischen Engländer mit derstied- Rdjw Versklavung des wehrlosen Deutschlands beginnen.

An bemerkenswerten Proben alliierter Welt- regierungsknnst hat es seither nicht gefehlt. Die Deutschland gegenüber angetvandten Mittel wa­ren sehr einfacher Art. Es wurde befohlen, dann ein Ultimatum gestellt und die Drohung mit Einmarsch mtd erneuter Blockade ausge­sprochen. Da blieb der deutschen Regierung nichts anderes übrig, als zu gehorchen. Es ist kein Kunststück, einen Wehrlosen »um Nachgeben zu treiben. Der Streft um die baltischen Provinzen veranschaulicht es jetzt wieder deutlich aus welche Art der herrschende Alliier­tenrat seinen Willen durchsetzt. Ohne zu prüfen, ob die deutsche Regierung sich bemüht, ob sic überhaupt in der Lüge ist, dem Verlangen mit der befohlenen Schnelligkeit nachzukommen, droht er wieder, durch Unterbrechung der Le­bensmittel- und Rohstoff-Zufuhren, sowie durch Übermalter Zurückhaltung der armen Gefange­nen unser Volk dem Hunger auszusetzen. Diese Unmenschlichkeit ist grenzenlos. Vergessen Wir rS nicht, den wahren Charakter der Feinde uns Tag für Tag vor Augen zu fuhren und diese Tatsachen der Fugend unau/börlich einzuprägen. Wie hilflos aber der «allmächtige" Alliiertcn- rat ist, wo eS sich noch um ein Spiel mit Waf­fen handelt, sehen wir in der Fiume-Ange- legenhert Nach den Abmachungen soll Ita­lien als beauftragte Macht den Fiumer Hafen verwalten unter Mftwirkung der Südslaven und Serben. Darum kümmern sich aber die Italiener gar nicht, sie inszenieren staft dessen einen pomphaften militärischen Aufmarsch, ein Dichter schwülstiger Phrasen, der in eine Uni­form gesteckt worden ist, setzt sich an di« Spitze, erobert Fiume und .regiert' über das ganze Gebiet im Namen der italienischen Ratio­nalisten gegen den Willen seiner Re üerung und deck Wiiertenrots. Di-- ftaftenijcher. Erobe»

rungszüge gehen sogar noch Wetter und ver­suchen noch ausgedehnte Gebiete an der dalma­tinischen Küste der Adria zu annektteren. Wäh­renddessen zappelt derOberste Rat-, wechselt Telegramme, droht auch da mit Blockade, ohne eine Wirkung zu erzielen. Fiume bleibt besetzt. Nun schicken sich die Südflaven und die Serben an, weil ste ihre ihnen zu gesprochenen Rechte verletzt sehen, einen militärischen Angriff gegen di« Italiener zu unternehmen. So dehnen sich die Verwicklungen immer weiter aus und er­zeugen eine bedrohliche Kriegsstimmung. In Versailles aber soll zur gleichen Zeit das son­derbare Dokument, das man »FriedenSvertrag? nennt, gestempelt werden, unter dessen Gesetz sich ganze Völker beugen sollen. K. F. D-r.

FriedenIvertragundBStterbMd.

Bevorstehende Einberufung in Paris.

sPrivat-Telearamm.)

Haag. 6. Oktober.

Die zugesagte Einberufung der ersten Ber- sammlung des BSlkerbundrates in Paris durch de« Präsidenten Wilson soll ftatt- sinden. sobald die dritte Macht der Alliierten den Friedensvertrag ratifiziert hat. Diese Versammlung wird von einer Bollversammlung des Völkerbundes getrennt sein, die ebenfalls nach der Ratifikatton des Friedensvertrages von Wilson zusammenbcrufen werden wird. Sie soll aber in Washington stattfinden, falls die Bereinigten Staaten die darauf bezüg­lichen Artikel angenommen haben. Di«Ti- mes" melden aus Paris: Di« Bölkerbunds- verträge aehen im Januar den Alliierten-Parla-

er Eintritt in den BRwttmrd ist' allen europäischen Staaten zugestanden worden mit vorläuftger Ausschließung Deutschlands, Oesterreichs, Ungarn« und Sowjetrußlands.

Ratifizierung des Vertrags.

Paris. 6. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Dem französischen Senat ging am Samstag der Friedensvertrag zur Ratifikation zu. Die Diskussion soll am 9. Ottober begin­nen. Allgemein wird angenommen, daß die Absttmmung am kommenden Samstag er­folgt. Der .Temps" meldet: Im Senat sind keine Anttäge zum Friedensvertrage eiugegan- gen. Die Ratifikation im Senat wird in Weni­gen Sitzungen vollzogen sein. Acht Tage nach der Ratifikatton beginnt, wenn kein« neuen Hindernisse eintreten. der Abtransport der deut­schen Kriegsgefangenen.

Italien und Japan.

Lugano. 6. Oktober. (Eigener Drahtbericht.) Nach dem Popolo d'Ftalia dürfte der Minister- rat den Friedensvertrag mit Deutschland schon heute ratifizieren. Nach einer Meldung dez Telegraph- verlautet, daß die Ratifizierung des Friedensvertrages durch Japan eine Frage von Tagen ist.

Ztaüenisch-slavlsche Krisis.

Die Kriegsstimmurm nimmt zu.

(Eigene Drahtmeldung.>

Lugano, 6. Oktober.

Wje aus Rom gemeldet wird, begeben sich der Herzog von Aosta und General Graf Gra- zioli zu d'Aununzio, um eine Verständigung an. zubahneu. Nach der Turiner ZeitungStampa" hat die Wiedereinberusung der Jahrgänge 1880 bis 1896 große Aufregung bei den Jugoflaven in A g r a m hervorgerufen. Man betrachtet den Krieg mtt Italien als unvermeidlich. Tie aus Trau abgehenden Italiener wurden aus den Häusern beschossen. Auch in S P a l a t o brachen schwere anti-italienische Unruhen aus. Alle italienischen Geschäfte wurden vollständig v e r w ü s e t, die Italiener selbst schwer miß­handelt, ja sogar aus den Häusern beschossen.

Iugoslavische Kriegsrüftnng.

Zürich, 6. Oktober. (Eigener Drahtbericht.) Die Neue Züricher Zeitung meldet aus Agram: Die jugoslawische Regierung hat achtzehn Jahr­gänge mobilisiert, um für alle Fälle für die Ereignisse in der Adria gerüstet zu sein. Zwischen Italien und Rumänien soll ein Militärabkommen getroffen worde,t fein, wo­nach die Rumänen verpflichtet sind, im Kriegs­fall« gegen die Jugoslaven eine gleichzeitige militärische Operation vorzirnehmen.

Kämpfe an der Küste.

Basel. 6. Oktober. (Eigene Drabtmelduna.) Schweizer Blättern zufolge kommt es längs der dalmatinischen Küste beständig zu Kümw

fen zwischen Serben und Italienern. Information meldet aus Fiume: VAnnunzio verfügte die Verhaftung aller jugosla- vischen und amerikanischen Staats­angehörigen in Fiume und ließ Jnternie- rungslager errichten. Die Befestigungen von Fiume schreiten voran. An dem Außenkreise der Stadt hat VAnnimz-w schwere Arttllerie mtd Schiffskanonen auffahren lassen.

Um die baltischen Provinzen. Friedensperhandlungen mit Rußland.

(Eigene Drahtmeldung.)

Rewal, 5. Oktober.

Die Konferenz der baltischen Staaten in Dorpat hat beschlossen, mtt Unterschriften der Außenminister der baltischen Staaten ein Ra- diotelegramm an Tschitscherin zu senden, in dem mi-tgeteilt wird, daß die baltischen Staa­ten bereit seien, mtt der Sowjetreg'«- rung in Dorpat in Friedensverhandlimgen einzutreten. Die Antwort auf diesen Vorschlag wird vor dem 25. Oktober verlangt. Unter den Bedingungen, die seitens der baltischen Staaten geltend gemacht werden, befindet sich die An­erkennung der soltveränen.Selbständigkeit der baltischen Staaten, sowie Garantien seitens Sowjet-Rußlands, sich nicht in das innere Le­ben der baltischen Staaten einzumischen.

Ankontrollierbare Gerüchte.

Berlin, 6. Oktober. (Privattelegramm.) Die Petersburg« Telegraphenagentur meldet den Vebergang des Generals von der Goltz mtt seinem Stabe $u den Rnssen. An Berliner Stellen liegt eine Bestätigung für diese Nachricht stricht vor.' Äuv Ren ak tr" T-i rickstet: Der Stabschef des Generals Laiben«, Generalmajor SootS, teilt in der estnischen Presse amtlich mit. daß die aus Mitau verbrei­teten Gerüchte, wonach es zwischen estnischen und lettischen Truppen einerseits »Nd ^bal­tischen Landeswehr zu Zusammenstößen gekommen wäre, nur ein« Provokation feien.

»

Antwort des Alliiertenrats.

Genf, 6. Oktober. (Privattelegramm.) Die französische DepeschenagenturHavas^ meldet, daß der Rat der Alliierten di« deutsche Rote am Mittwoch beraten und am Donners­tag beantworten wird.

8m besetzten Gebiet.

Befürchtete Meuterei der Amcrttan«.

(Privat-Telearamm.)

Koblenz, 6. Oktober.

Am 2. Oktober wurde von den amerikani­schen Behörden in Koblenz ein General-Alarm verkündet. Sämtliche Einwohner mußten sich laut vorheriger Anweisung sofort von der Strafe« entfernen. Die Straßenbahnen und an­deren Wagen mußten an Ort und Stell« Hal- ten. Von den amerikanischen Behörden war Wohl mit Absicht das Gerücht ausgestreut wor­den. es sei ein spartakiftischer Putsch zu erwar­ten. Tatsächlich wurden groß« Meutereien unter den amerikanischen Truppen be - ü r ch t e t, denen in letzter Zett der Sold nicht rmerheblich herabgesetzt wurde. In verschiede­nen Kasernen in Koblenz war es aus diesem Grunde in den letzten Tagen zu offener Auf­lehnung der Soldaten gekommen.

*

Deutsch-amerikanischer Handel.

Koblenz. 6. Oktober. (Privattelegramm.) Wie die Volkszeitung meldet, wird Koblenz noch der Ratifizierung des Friedensvertrages der Hauptsitz für die deutsch-amerikanischen Handelsgeschäfte sein.

Atzung des Neichsrates.

Deutschlands Zahlungspffichten. (Privat-Telegramm.)

Berlin. 6. Oktober.

In der letzten öffentlichen Sitzung des Reichsrates wurde der Etat des Reichsschatz­ministeriums durchberaten, wobei über 400 Millionen an den geforderten Summen aeftri» eben und bei den Einnahmen eine Erhöhung von über 100 Millionen Mark eingesetzt wurde. Di« interalliierten Ueberwachungs. ommi Mionen. die die Durchfüh­rung aller Bestimmungen des Frikdensv?rtra- aes für Land- und Seemacht und Luftschisfalut kontrollieren, beanspruchen für Unterkunft zchn Millionen Mark. b;» jedoch bei weitem nch« ausreichen. Forle., soll eine Hauvtüberwa- chunaskommisnon in Vertin und mehrere Un:er= kommissionen in zehn anderen deutschen Groß­städten gebikdet werden. Für b;e Entente-B c- satzungstruppen im Rbeinlaud hat Deutschland bisher. 892 Millionen Mark bezahlen müssen.

Nationalversammlung.

Eine kurze Sitzung.

Berlin. 5. Oktober.

Die Sitzung der Nattonalversammlung vous Sonnabend war nur sehr kurz. Sie dauert« kaum zwanzig Minuten. Obwohl die Tagest ordnung in Großfolioformat zweieinhalb Seb ten ausmachte, kam es zu keinem größeren Ausl enthalt. Fm wesentlichen bestand der Hergang der Sitzung im Verlesen der Tagesordnung. Es handelte sich um eine ganze Anzahl von AuSschutzbenchten und Petitionen, die ohne De­batte antragsgemäß erledigt wurden. Als Präfi. deut Fehrenbach schließlich mangels wetteren Beratungsstoffes die Sitzung schloß, herrschte allenthalben erstaunt« Heiterkett, am meisten wohl bei den Tribüneubefuchern. die sich stum- destlaug .angestelltt hatten, um eine Einlaßkatt« zu erhalten.

Von der Regierung waren nur die Minister Erzberger und Bell vertreten. Der Abgeordnete Engelhard (Dem.) hat sein Mandat nieder­gelegt. Eine Ergänzung zum Haushaltsplan und die siebente Ergänzung des Besoldungs­gesetzes von 1909 werden ohne Aussprache dem Haushaltsausschuß überwiesen. Auf der Tages, ordnung stehen dann Bittschriften, eins Eingabe zur Vermeidung gramnmtikalischer Fehler und sprachlicher Mängel im Gefetzentn Wurf wird der Regierung als Material über­wiesen. Eine Eingabe, die eine unparteiische Aufklärung des Volkes über wirtschaftliche und politische Fragen fordert, wird nach kurzer Befürwortung durch den Ab«. Kuhnert (U. S.) ebenfalls als Material überwiesen. Eine weitere Eingabe, die besondere Fürsorgemah- nahmen für zurückgekehrte Kriegsgefan. werte fordert, wird zur Berücksichtigung über- wicjen. Die Zentrumspartei des Kreises Reichenbach in Schlesien führt Beschwerde daß Angehörige des sozialdemokratischen Terttk- arbeiterverbandes Mitglieder der Gewerkschaft der Textilarbeiter in dem Verband katholischer Arbeitervereine terrorisieren, um sie zum Austtitt aus dieser Gewerffchaft zu veranlassen. Abg. Szczeponik (Ztr.) unterstützt die Eingabe. Jeglicher Terror müßte verworfen werden. Rach kurzer weiterer Vcrhandluno wird die Eingabe als Material überwiesen. Di« nächste Sitzung ist Dienstag.

Ein Arbeitsprogramm.

Gelegentlich der Verhandlung zwischen Ver» tretern der Mehrheitsparteien und der Regie­rung über den Wiedereintritt, der Demokraten in das Kabinett spielte die Frage eines neu zu formulierenden R egi erungsprogramms eine wichtige Rolle. Die inneren und äußeren Veränderungen unserer Lage nach Annahme des Friedensvertrages und Abschluß der Reichsver- fassuna haben auf den verschiedensten Setten den Wunsch laut werden lassen, feste program­matische Richtlinien zu schaffen, die ein fest- umrissenes Arbeitsgebiet bezeichnen. Von einer Veränderung des Polittschen Kurses würde an sich allerdings keine Rede sein können. Es würde sich also um ein Arbeitspro- gramm handeln, um das Zusammenwirke« der Parteien in Regierung und P arla. ment leichter und reibungsloser zu gestalten, Es besteht die Absicht, die Besprechung eines im einzelnen noch zu vereinbarenden Arbeitspr« grammS noch in dieser Woche und zwar geb legentlich der Beratung des Etats in der BoD sttzung der Nationalversammlung twrb zunehmen. Insbesondere soll die Besprechung mtt der Beratung des Etats des Reichskanzlers verbunden werden. Der RenHskanzler selbst, ebenso eine Reihe anderer Minister werd«« in dieser Aussprache das Wort ergreifen. Es stehf somit eine große politische Debatte « Sicht, deren Verlauf unter den obwaltend« Umständen umso mehr dem Interesse weitester Oefsentlichkett begegnen wird, als sie für die Beurteilung unserer Lage nach innen und nach außen wichtige Anhaltspunkte geben dürst« Die in der Opposition stehenden Partei« wer. den diesen Anlaß zweifellos dazu benützen, ihr, abweichende Stellungnahme darzulegen.

Uebertritt zu üenRuffen verboten.

Zwischenfälle im Baltikum.

Die deutsche Regierung hat zwei Noten toefr öffentlicht. Die eine ist die Antwort auf da» Alliierten-Ultimatum, in dem die Regierung aaf das Unmenschliche hinweist, wieder hurrderttaw- ende Frauen und Kinder dem Hungertod« auS- setzen zu wollen. Es wird versichert, daß di« Regierung alles tue, was in ihrer Macht steh«, trat die Räumung des Baltikums zu beschleuni­gen Weiter wird vorgeschlagen, daß eine Kom­mission der Alliierten dabei Mitwirken fa^. Ein Befehl der Regierng weift da- A. C ft, Nord, Kobberq, an, sämtlichen unterstellte« Truppen, insbesondere denen im Balttkum, teile, graphisch zu befehlen: .Uebertriri in ruf- fisch« Drentze B verboten. Bisher Wer-