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Hessische Abendzeitung

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Nummer 253.

Fernsprecher SSI und SSL

Sonnabend, 4. Oktober ISIS.

Fernsprecher 951 und 955.

9. Jahrgang.

berliner NWuppen gegen Kommunisten/

Reichstagswahlen.

Die Dauer der Nationalversammlung.

Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt ans: Der augenblicklich^Stand der parlamen­tarischen Arbeiten läßtMnen UeberbAck Mer nie voraussichtliche Tauer der Nationalver­sammlung nicht zu. Da die Frage, wie lange die Nationalversammlung-noch zur Erledigung ihrer Arbeiten braucht, unmittelbar verknüpft kst mit der Frage, wann di« ersten Reichs- tags Wahlen in der deutschen Republik vor­genommen werden, ist es selbstverständlich, -ah die OeffentlichSeit diese Dinge mit besonderer Ausmerksamleit versolgt. Von äuherst rechts wie von äußerst links wird der gegenwärtigen Volksvertretung di« innere Berechtigung zur Tagung aus Grund der Nationalwahlen alS Nationalversammlung bestritten. Di« Unab­hängigen gar sprechen der Nationalversannn- amg überhaupt jede weiter« Existenz-Berechti- rung ab. Die sind der Ausfassung, daß die Zusammensetzung der N ationalv ersanrmlung heute nicht mehr der Stimmung der Bevölke- nmg entspricht. Wollte man sich allerdings au riefen Boden begeben, dann müßten jeweils, nenn eine Gestnnungsän-erung der Wähler- chaft behauptet wird, Neuwahlen voraenom- neu weiden, und wir kämen aus der politischen Unruhe überhaupt nicht heraus.

Was aber das Tatsächliche angeht, so sind Regierung und Mehrheitsparteien der Auffas­sung, daß die NationLversammlung die ihr sei- nerzeit zugvwiesenen Ausgaben noch nicht er- ullt hat und daher auch nicht in der Lage ist, ich für aufgelöst zu erklären, und die weitere >olitische Vestimm-ung der Geschicks des Landes dem neu zu wählenden Reichstag zu überlas­sen. Insbesondere beruft man sich darauf, daß als eine der ersten Aufgaben der Rational» . , bt u ^ter tse^rt.gstellu t er

RetchSvrrfrssung auch die Errichtung eines einigermaßen tragfähigen Fundamentes für »en finanziellen Ausbau in Frage kommt. In dieser Hinsicht sieht es aber noch rocht trostlos aus. Die finanzielle Hauptarbeit bleibt aber in der kommenden Woche erst noch zu erledigen. Die Mehrheit-Parteien sind je­denfalls gesonnen, dieses Werk wenigsten, m großen Zügen noch zu vollenden. Als einen der wichtigst-n Gründe gegen die jetzige! Auf­lösung der Nationalersammlun« wird auf die Tatsache hingewiesen, daß der künftige Reichstag ja überhaupt noch nicht gewählt werden kann, weil noch kein entsprechendes W a h l a e s e tz vorliegt. Di« Reichsverfaffung sieht lediglich -re Dchaffunq eines solchen Wahl­gesetzes vor. Ein solches Wahlgesetz, das sich ia gewiß in vielen Punkten an daS frühere Reichstags-Wahlgesetz anfchiließen kann, ist wohl in Bearbeitung, aber noch keine regie- rungs- oder Parlament-aintliche Stelle hat sich damit befaßt. Neben dem Wcchlgesetz sind auch noch die Gesetze für die Wahl des Reichs­präsidenten und für die Regelung der künftigen Volksabstimmung zu erledi­gen. Wenn auch diese noch von der jetzigen Nationalversammlung fertiggestellt werden nützten, würde sich die Tagung noch weiter in »re Länge ziehen, als es ohnehin angesichts deS wrkiegenden ArbritsstoffeS nötig fein wird.

Die an dieser Stelle kürzlich vertretene Auf- fasiung, daß es keinesfalls noch in diesem Jahre und frühestens in den ersten Monaten deS nächsten IahreS zu einer Auflösung der Nationakversammlung und Mr Ausschrei­bung der Neuwahlen kommt, kann sonach auch jetzt durchaus bestätigt werden. Winterwahlen werden schon aus bestimmten sozialen und da­mit nach Lage der Dinge eng verknüpften po- lktnchen Gründen sicher nicht vorgeuommen Es »rittet vielmehr alles daraus hin. daß vor Früb- fahr 1920 an parlamentarische Neuwahlen nicht gedacht werden kann. Tas darf naturgemäß nicht daran hindern, daß die Aufklärung und Werbearbeit in Bresse und Parteiorganisation mit starkem Nachdruck betrieben wird. Wie in Berlin jetzt aus der äußersten Linken gearbeitet wird, geht ans ihren Zielen hervor. Kaum, daß die Nationnkversammliing, di« seinerzeit aus begreiflichen Gründen nach Weimar geMcht«t ist, im Berliner Reichstag zu neuer Tagung zusammengetreten ist. beginnt schon der immer noch vorherrschende vulkanische Charakter der Berliner Metropole sich zu zeigen. Für den 2. Oktober hatten die Radikalen, insbesondere die Unabhängigen Berkins, dreißig Versammlun­gen angesagt, die nach allen Erfahrungen mehr oder minder unter kommunistischem Kommando und kommunistischer Tendenz stehen. Aus sol­chem General-Appell sind in den ersten Revo- kutions-Monaten sehr ernste Dinge entstanden. Sie waren oftmals nicht anders, alS Signal ru gewaltsamem Umftitn gedacht Gewitzigt durch diese Erfahrungen bat die Regierung in Berlin zu umfassenden Gegenmaßnahmen sich entschlossen. In Befürchstiug von Demonstra- ,rotiert, wenn nicht von Angriffen schlimmster -llrt aeaen das Parlament hatte die National- versam.,iluna die Aussetzung der Vollversamm­

lung für diesen Tag in Erwägung gezogen. Man sieht also schon hieraus, daß es mit der Weimarer idyllischen Ruhe in Berlin vorbei ist, und daß die Berliner parlamentarische Ar­beit sich in fiebrischer Umwelt vollziehen und sich sicher gegen starke Störungsversuche durch­zufetzen haben wird, zu denen die jetzigen Vorgänge nur den Auftakt und eine gewisse Generalprobe abgeben sollen.

Nmuhen und Ausstände.

Zusammenstöße in den Straßen Berlins.

(Privattelegramm.)

Berlin, 3. Otkober.

Im Laufe der Nacht ist es im Osten und Nordosten der Reich-Hauptstadt zu mehrfachen Zusammenstößen zwischen Reichswehr­trupp eu und dem Pöbel gekommen. In der innere» Stadt herrscht Ruhe. Für heute und morgen wird eine Fortsetzung der Unruhe bewegung in Berlin erwartet. Die Reichswehr hat ihre Truppenformationen aus der Nm. gogend von Berlin mehr an die ReichShaupt- stadt herangezogen. In den setzten Tagen sind wieder eine Anzahl kommunistischer Waf­fentransporte auf dem Wege nach Berlin abgefangen und beschlagnahmt worden. Dio Transporte stammen zum großen Teil Noch aus HeereSgut, daS im November vori­gen Jahres gestohlen worden ist. Bei den Zusammenstößen wurden, als die Polizeitrup- pen nach vielen Ernmhmingen schließlich scharf schossen, mehrere Menschen verletzt. Einer wurde tot vom Platze getragen. Die meisten Kommunistrn-Versammlungen wurden aufge­löst, ehe die Redner sprechen konnten.

Terlausstand im Essener Revier.

Essen, 3. Oktober. (Privattelegramm.) In Essen trat wegen Entlassung eines Steigers di« gesamte Belegschaft der Zeche Welheim in den AuSstand. Die Belegschaft der Rach- bar zechen Matthias StinneS und Nordstern wollen sich dem Streik anschließen.

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Zwischenfalle im Saargebiet.

Saarbrücken, 3. Oktober. (Privattele- Stamm.) DaS R o m ba ch e r Hüttenwerk wurde am Montag morgen wegen schwerer Zwischen- sälle zwischen der Leitung und den Arbeitern militärisch besetzt. Eine Anzahl Arbei­ter griff die Fabrikdirektoren und Abteilungs­leiter tätlich an, sodaß sich di«s« flüchten mutz- ten. Seit Dienstag stehen die Werke wegen KohlenmangelS vollständig still. |

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Der Ausstand in England.

Haag, 3. Oktober. (Eigener Drahtbericht.) Aus London wird gemeldet, daß das Personal des sieben Kilometer langen Severntunnels an di« Behörde ein Ultimatum von 48 Stunden gerichtet hat, das Militär zurückzuziehen, das wm Schutze der Entwässerungsanlage des Dumnelz aus Anlaß des Eisenbahner- streiks enrsandw worden war. Es sind mrhrere Angriffe auf Eisenbahnzüge erfolgt. Aus Newport wird gemeldet: Ter eng­lische Eifenbahnerstreik hat bereits seine Wir­kung auf den Handel und der Industrie in den Vereinigten Staaten ausgeübt. Die Verluste werden von den Geschäftsleuten auf 10 Millio­nen Dollar täglich geschätzt. Wie aus Lon­don berichtef wird, sind die Verhandlun­gen zwischen der Arbeitnehmer-Delegation und Lloyd George ergebnislos verlaufen' Lloyd George erklärte sich auf die Verhandlun­gen nicht einlassen zu können, bevor die Strei­kenden die Arbeit wieder ausgenommen haben. Die Arbeiter - Delegation sah sich außerstande auf diese Forderung eine Zusage M erteilen.

Ratisizwims in Frankreich.

Annahme in der Devutierten-Kaurmer.

(Eigene Drahtmelduna.)

Paris. 3. Oktober.

I« der gestrigen Kannnerfltzung ist nach ausgedehnten Erörterungen der Friedens­vertrag endgültig mit 372 gegen 53 Stim­men ratifiziert worden. Die Aussprache nahm erregt« Formen an. als der Ministerpräsident heftig angeqrisfen wurde. Besonders der Ab­geordnete A»gagneur warf Clemenccau vor, daß er nickt einen Frieden erreicht habe, tote ibn daS Volk wünsche. Das Volk habe a«- glaubt. daß dieser große Krieg alle Kriege be­eilten werde und daß mtn die von Wilson v e r. spr o chene allgemeine Abrüstung kommen werde. Statt dessen gehe erst reckt ein LLe t t -

rüsten unter den Alliierte» an. daS Frank, reich die größten Kosten und dauernde Pflichten auserlege. Das Volk sei bei den Beratungen des Alliiertenrats nicht befragt worden. Auch Abg. Franklin Bouillon griff Clemenceau wegen deS Abkommens mit England und Amerika an. Wenn Amerika den Friedensvertrag nicht nnerkenne, würde es auch nicht seinen Ver­pflichtungen gegenüber Frankreich nachkommen.

Der Friedensvertrag in Amerika.

Rotterdam, 3. Oktober. (Eigener Drahtbe- richt.) Aus Washington wird gemeldet: Lan­sing erklärt« im Senat, daß d-ie Regierung sämtliche Abänderungsanträge zum Friedens- Vertrag mit Deutschland ablehne. Die Regie­rung des Präsidenten bestehe auf An. nähme deS FriedenSverirages mit Deutsch­land in der von den AUieirten im Versailler Vertrag beschlossenen Tertfassung.

BeMMmFen wegen Fiume.

Kriegsstimmung zwischen Italien und Serbien.

(Eigener Drabtbericht.)

Lugano, 3. Oktober.

Nach Mitteilungen aus serbischer Quelle haben die iatlienischen Truppe« in Istrien und in der durch den Waffenstillstand getrennten österreichifchen Zone starke Streit- kräfte zusannnengezogen. wodurch sie in der Lage wären, die Serbe» in der Flanke anzu­greifen. Nachrichten von neuen Unruhen zwischen serbischen und italieniscl-en Soldaten an der dalmatinischen Külte werden verbreitet. Aus Trau. Balato, Katharo und Antivaria fn»mten Gerüchte »on mehr oder minder bedeu­tenden Kämpfen.Rewyork Herold" teilt mit. daß angesichts deS Ernstes der Lage in Italien mit der Möglichkeit eines italienisch, serbischen Krieges gerechnet werde« muß. Der Rat der Pariser Fünf beschloß, dauernd zu tagen. AuS Belgrad wird ge- mefoet: Die Gärung in Jugoslavien dau­ert an. Sehr beträchtliche serbische Streit­kräfte, die an der rumäniftfjen Grenze standen, haben ihre Ouarttere mit unbekanntem Be­stimmungsort verlassen. Man versichert, daß sie in Eilmärschen a« die italienische Grenze geführt werden. Di« jugoflavische Regierung drahtete nach Washington und forderte eiter gifches Eingreifen der Bereinigten Staaten in der bedrohlichen Fiume-Frage.

Wer befahl den Amerikanern ?

Bafel. 3. Ottober. (Eigener Drahtbericht.) Dem »Echo de Paris" zufolge hat die Landung amerikanischer Truppen an der dalma- tinifchen Küste die öffentlich« Meinung Amerikas fehr aufgeregt. Offensichtlich befolgen die amerikanischen Marmelruppen die Be­fehle der englischen Admiralität, ohne die amerikanische Admiralität zu Befragen. Als das erste Kabeltelegramm mit der Meldung über das Ereignis eiMraf, wollte der Marine- Staatsseftetär Daniels die Nachricht nicht glau­ben. Später traf die amtliche Bestätigiing m:t der Meldung ein. daß der Befehl auf Weisung des interalliierten Kriegsrates abgegeben wor- pcn war. Die amerikanische Regierung war also nicht befragt worden. Der Senat verlangt« von der Regierung sofort Aufklärung.

Standpunkt der Alliierten.

Genf. 3. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Havas meldet, daß der Rat der Alliierten ntn Dienstag eine Aenderung feiner Beschlüsse über Fiume abgelehnt habe, das heißt, daß die Räumung FiumeS weiterhin verlangt wird.

Um die baltischen Provinzen.

DaS «erlangen der Alliierte«.

(Privat-Telegramm.)

Rotterdam, 3. Ottober.

Londoner Blätter melden aus Paris, daß die deutsche Antwort auf di- letzte Note wegen Räumung des Baltikums innerhalb acht Taarn erwartet wird. Marfchall Foch wird bis Donnerstag nächster Woche in Paris blei­ben und an den Beratungen des Alliiertenrates teilnehme«.Daily RewS" melde«: Die Al­liierten werden eine abermalioe Zulage Deutschlands tüt nicht genügend erachten. Sie verlangen, daß der Rückmarsch der Deut- sckren aus dem Baltikum innerhalb vier Wochen vorbehaltlos durchgeführt ist.

RationalversaWMlnng, Senfimg der Lehensmittelpreise.

(Telegraphische Meldung.)

Berlin, 3. Oktober.

DaS Haus war noch nicht wieder im volle» «chwunge. Die Erörterungen nahmen vor­läufig noch einen langsam«» Verlauf, als ge- itern der Tiefstand der deutschen Valuta be­raten wurde. Abg. Dr. Heintze (Ztr.): Die LchU'ldfragen-U nterhattnnqen in unseren Par- lamenten zeugen von politischer Unreife und fdtoöen unserer Valuta. Seit der Revolution drucken wir monatlich vier Millionen neue Banknoten wie während des Krieges Helfen kann uns nur Sparsamkeit. Gegen die Arbeitsunlust geschieht nichts. Arb e it ist heute mehr wert als Kapital. In der Steuergesetz­gebung muß auf den Keinen und mittleren Rentner größte Rücksicht genommen werden. Wie kann die Kauflrast der Mark erhöht wer- den? Durch Erzeugung neuer Güter, vor allem durch Mehrerzeugung von Kohle. Die Im­perialisten des westlichen Europas warten nur auf den Zeitpunkt, wo wir ihnen aus Mangel an Zahlungsmitteln unsere WirtschastZquellen verpfänden. Wir können rascher genesen als wir glauben, wenn wir nur arbeiten. (Beifall rm Zentrum und rechts.) - Abg. Wurm (U. s.) wünscht eine Konferenz von Sachver­ständigen, nicht bloß von Interessenten, fotu Dern vor allem von Volkswirischastlern über die Valutasrage. Nötig wäre die Beschaffung von langfristigen Krediten aus Amerika. Außerdem aber müssen wir mit der russi­schen Regierung, gut stehen, um bei einer po­litischen und wirtschaftlichen G-nefung Ruß­lands RoWoffe und Nahrungsmittel zu erhal­ten. Reichsfinanzminister Erzberger: W wie sie Abg. Wurm wünscht,

ist bereits in Arbeit. Gew-rtz können die Ar- beitsmöglichkeit und die Arbeitsmilust nur ge­hoben werden, wenn di« Ernährung verbessert wird. Für doS Winterhalbjahr will die Re fftmtng

dreieinhalb Milliarden zur Seilkimg der Lebensmittelpreis« bereitstellen Di« Mark ist im Inland Viel mehr wert als im Ausland. Hier muß em Ausgleich geschah» werden. Wir müssen eine höhere Bewertung der Mark iw Ausland bewirken. In der Konferenz hn Reichsfman zminiftmum haben sich die an- wesenden Bankdirektoren geäußert, daß die Zwangswirtschaft nicht weiter gelockert werden darf. Die ftörksie Förderung der Zwangswirtschaft, besonders auf dem Gebiete des, Getreidebaues und der Tertilrvhstoffe, ist nötig. Es ist uns bekannt, daß eine wahre Jagd noch fremden Coupons und Banknoten stattfindet. Maßregeln dagegen sind im Gange, Die VrlutcEnIekhe allein würde es natürlich auch nicht machen. Aber augenblicklich brauchet wir eine solche, um uns weiter M helfen.

Es sprachen noch andere Redner $u dies« Angelegenheit. Die Sorge um sie ist nicht- ge­ringeres, als die Sorge um unser Wirtschafts­leben. Der Abgeordnete Rieser sagte, jeW Land hat die Valuta, die es nach seinen wirt- "chaftstchen Zuständen verdient. Ein« scharfe Klinge schlägt der Führer der bayerischen Volkspartei, der Abgeordnete Heim Er mach Anklagen gegen die Auswüchse des fetzigen Re> giments, gegen Stellenjägerei und Korruption, gegen Behördenwirrwarr und Unbegreiflich­keiten der Regierungskunst. Namentlich feine Slusführungen über Wirtschcrstsfragen werden oft vom Beifall großer Gruppen im Haufe be­gleitet. Befmiders geht er dem Börse niobber. tum, aber auch de» Illusionen vom Regie- rungstisch zu Leibe. Für Sentimentalitäten, fo sagt Heim, ist der kapitalisstsche Geist der westlichen Republik nicht M haben. Heim for­dert unter dem Beifall des Hauses ein Verbot des Handels mit ausländischem Geld bet strengsten Strafen, aber nicht mit 10000 Mark Geldbuße und zweijährigem Gefängnis, son­dern mit dem Galgen. Die Heiterkeit des Han­es bändigt er mit dem Bemerken: Ich meine es ja nicht fo gefährlich. Heim macht eine große Rerhe praktischer Vorschläge zur Besserung un­sres WirtschastS?.ustandes und damit unserer Val tta. Gegen seine Forderungen der Inan- grifstrabme einer AuSwand erungspoli-

von feiten der Regierung wendet sich Erz­berger mit dem Bemerken, daß dieser For­derung di« jetzige Regierung nicht nachkommen könne. DaS d«ttsche Reich fei nicht zu klein, nur möchten alle sechzig Millionen Bewohner chre Pflicht tim. Erzberger setzt sich des »ei­teren mit den vorausgegangenen Ausführungen des Abgeordneten Wurm auseinander, der die Gelegenheit benutzte, um die Streiklage in Ber­lin und die Haltung der Behörden daM vor das Forum der Nationalversammlung »n ziehen. RoSk« reckt sich m ferner ganz«, Länge auf, stemmt Me Hände in di- HLfreu imt I schmunzelt. Nochmals kommt dann eint Bayer lei Wort, und «war der AbgeordnÄe Irl, de:

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