Kaffeler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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9litmmer 253.
Fernsprecher 951 und 952.
Mittwoch, 1. Oktober ISIS.
Fernsprecher 951 und 952.
9. Jahrgang.
Set Streit um die baltischen Provinzen.
Braunkohlen-Ans-e«te.
vermehrte Förderung. — Die Lager bei Kassel.
Wie wir in einem gestrigen Telegramm berichten konnten, ist jetzt ein Braunkohken-Shn- dikat gegründet worden. Vorläufig wurden fast alle Werke rechts von der Elbe vereinigt. Es sind aber weitere Verhandlungen dm Gange, die als zweiten Bezirk den mitteldeutschen Braunkohlen-Bergbau links von der Elbe einschließlich der Lager bei Kassel zusammenfassen wollen, und als dritter Bezirk kommen die rheinischen Braunkohlenlager nebst Westerwald und Land Hessen in Betracht. Nne vermehrte Förderung und rationelle Verteilung ist notwendig, um der drohenden Not einigermaßen vorzubeugen. Da die Versorgung mit Steinkohlen sehr trübe Aussichten für den Winter bietet, weil wir die ungeheuren Mengen in die Feinde kiefern müssen, so bleibt nur als Ausweg, der vielleicht Linderung bringen kann, daß Deutschland alle verfügbaren Bienn- stosslager heranzreht. Als solche kommen in erster Linie unsere Braunkohlengebiete in Frage, denn es erscheint unter den gegenwärtigen Umständen eher möglich, die Braunkoh- leuförderung wesentlich zu steigern, als den Steinkohlenbergbau in größerem Umfange zu erweitern. Die Gründe, die für die Braun- kohlen-Ausbeitte sprechen, sind folgende: Das Abteusen neuer Schächte und die Erweiterung bestehender Zechen im Steinkohlenbergbau erfordert erheblich mehr Zeit- und Arbeitsaufwand als die Anlegung neuer Braunkohlengruben. Zum Betriebe von Steinkohlenschachten gehören Dampfmaschinen, Elektromotoren, Grubenlokomotiven und -wagen, Fördermaschinen, Ventilatoren, Kompressoren- Pumpen and Aufbereitungsanlagen, die in größerem Umfange kaum sofort beschafft werden können, während der Braunkohlenbergbau mit einem wesentlich 'geringeren .Maschinenapparat auskommt. Außer Grubenbahnen braucht er int wesentlichen nur Trockenbagger für die Aufdeckarbeiten , Entwüsserungsmaschinen und Vagger für die Kohlenhereingewinnung (die aber zur Not auch wieder im Handbetrieb oorgenommen werden tami, wozu allerdings die Einrichtung neuer Brikettfabriken kommt.
Volkswirtschaftlich ist es z. V. nicht lohnend, stillgelegte Zechen im Steinkohlenbergbau wieder in Betrieb zu nehmen (obwohl es sich bei hohen Preisen privatwirtschaftlich unter Umständen sehr Wohl rentiert), weil die Arbeitskraft des einzelnen Mannes-txix der Maschinen- apparat nicht genügend ausgenutzt werden können: im Braunkohlenbergbau dagegen können auch bereits verlassene Gruben urch weniger, ergiebige Lager mit wesentlich geringeren Arnaaekosten und unter voller Ausnutzung der Arbeitskräfte abgebaut werden. Weiter bietet der Braunkohlenbergbau die Möglichkeit, gleich, zertig an zahlreichen Stellen neue Betriebe anzulegen, da sich die Braunkohlenlager nicht mtf das sächsisch-thüringische Becken (Halle- Merseburg, Zeitz-Weißenfels, Altenbura-Meu- sekwitz, Borna-Leipzig, Bitterfelds, die Nieder- lousitz und den Niederrhein (Siebengebirge, Aachen-Düren, Köln-Mülheims beschränken, sondern sich in geringem Ausmaße auch in Hessen (am Westerwald, am Vogelsberg, mr Hohen Meißner und m der Wetterau), tn der Rhön, am Habichtswald bei Kassel, zwischen Braunschweig und Magdeburg, in der Mark Brandenburg (Frankfurt- Fürstenwalde), in Pommern und Mecklenburg, in Oberschlesien (Brieg-Oppeln) und in der bayerischen Oberpfalz (Regen sburg-Schw an- -orf) finden. Bei dieser Verteilung der Sraunkohlenlager fast über das gange Reich Durde die gleichzeitige Anlage zahlreicher neuer Gruben nicht nur unsere chronische Transport- nittelkrisis wesentlich abmildern, sondern es ruch leichter machen, die nötige Zahl von Arbeitskräften heranzuziehen und sie vor allem auch in Wohnungen unterzubringen.
In den hauptsächlichsten Steinkohlen-ezir- key ist es dagegen unmöglich, zurzeit neue Arbeiterinassen zu behausen, da es gleichzeitig die am dichtesten besiedelten Industrie-bezirke sind; dagegen gehören die meisten Braunkohleichezirke Öesehen vom Niederrhein) noch nicht zu den übervölkerten Gegenden, so daß es sogar im Kriege möglich war. die 14 000 Arbeiter dkr L mna-Werkc in der Umgegend von Merseburg uyterzubringen. Bei einer Verteilung auf eine größere Anzahl von Dörfern .durch Barackenbau, durch Einlegung von Arbeiterzügen nach den nächsten Städten wird es deshalb im Braunkohlenbergbau immer noch leichter sein, Arbeiterfrage zu lösen, als im Steinkohlenbergbau, wo der Zuzug neuer Arbeiter von vornherein an der Wohnungsfrage scheitert Ob sich die nötige nArbeiter finden werden, ist allerdings eine andere Frage. Solange das System der staatlichen Zwangswirtschaft nrt seinen Höchstpreisen und die falsche Politik der Reichsregierung mit dem Kernstück der unterschiedslosen Erwerbslosen - Unterstützung aufrecht erhalten werden. Äst die Hoffnung nur
gering. Auch die Arbeiter «affen sich einM und allein durch ihre privaten Interessen leiten und finden sich regelmäßig nur dann zur Annahme von Arbeit bereit, wenn sie durch den Stand der Löhne angereizt oder, durch die Not dazu gezwungen werden. Der letztgenannte Fall würde eintreten, wenn die Arbeitslosenunterstützung beseitigt würde, was aber gegenwärtig kaum verwirklicht werden wird. Die Regierung beschäftigt sich allerdings mit dem Plane, die Unterstützung fo weit einzuschränken, daß nur diejenigen Erwerbslosen unterstützt werden, die wirklich keine Arbeit finden oder leisten können. Ein anderer Weg ist der. die Höchstpreise für Braunkohlen und Briketts aufzuheben, damit die Unternehmer in den Stand gesetzt werden höhere Löhne zu zahlen. Tas wäre aber ein großer NachteÄ für die Verbraucher, die dann wieder vor einer neuen Verteuerung ständen. Diese Verlegenheit sollte der Regierung eine Mahnung sein, einen gangbaren Weg zu finden ttnb ihre Maßnahmen dann schleunigst durchzuführen, damit die kostbare Zeit nicht noch länger ungenützt vergeht.
Reue -Suchst im Mtfnm.
Hetze gegen die deutsch-russische Armee.
(Privat-Telearamm.f
Mitan. 30. September.
In der Nähe von Olai. 20 Kilometer östlich der Stadt Mi tau, hat ein Angriff lett.ischer Truppen auf russische Abteilungen stattge- fnnden, bei dem eS auf beiden Seiten Schwer- verwundete gab und die Letten sich znrückziehen mußten. Gleichzeitig wurde versucht, die in Mitau stehenden lettischen Soldaten gegen die deutsch-russische Armee a-tssäsfig zu machen. Die Regierung Mnlmanis fordert das ganze lettische Volk zur Erhebung gegen ihre angeblichen Unterdrücker auf. Jedes Fenster, fo heißt es in dem Aufruf, müsse zu einer Schießscharte werden. Die Lage unserer Truppen in Letstand ist demnach fo bedroht, daß nur energisch« Gegenmaßnahmen gegen die Hetze sie vor Vernichtung bewahren können. x
BolschewisteN'Gefahr.
Mitau. 30. September. (Privattelegsamm.) Die Verhandlungen zwischen Lettland und Sowjet-Rußland nehmen einen günstigen Verlauf. Ihre Beendigung wird für Ende Oktober erwartet. Als Ziel dieser Verhandlungen wird MättevmeAusngen zufolge die Verrächtung der mrtibolschewistischen deftrsch^russischen Armee angegeben. Die Auflösung der bisher von estnisch-letrifchen anti- bolschewistischen Truppen gehaltenen Front steht nach den Verhandlungen bevor.
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Abberufung der deutschen Truppen.
Berlin, 30. September. (Privattelegramm ) Das Berliner Tageblatt erfährt zu der neuen Not- der Alliierten, daß die Reichs regierung sich bereit erklärt hat, eine Kommission zur Uoberwach'.mg der Durchführung der Räumung dos Baltikums zu schicken. Di« Regierung hat den Oberbefehlshaber der Truppen. General von der Goltz, bereits in der vorigen Woche abberufen, nachdem ferne Bemühungen, die Truppen zu der gütlichen Räumung des Baltikums nr veranlassen, erfolglos geblieben sind. — Von zuständiger Seite wird noch zu der Note mitgereilt. daß binnen kuryem eine deutsche Antwort erfolgen wird. Es wird weiter h-rvorgehoben, daß die deutsche Regierung nach Kräften bemüht gewesen fei, die Truppen aus dem Baltikum zurückznbringen. Die Loh' mmg ist den Truppen gesperrt. Die Versor- gmmsansprüche sind den Truppen entzogen worden. Außerdem ist jeder Muni - tions-. Waffen- und L ebene mirteltranSport nach dem Baltikum eingestellt. Der General von be Goltz hatte zuaesagt, durch feinen Einfluß d« Tuuppen zum Gehorsam zu bringen und sie in die Heimat zurückzuführen. Nachdem der er* wartete Erfolg ausgeblieben rft ist die endgül iige Abbevusunq des Generals von der <Ä<tz aus dem Baltikum ausgesprochen worden.
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Gewaltmatzuahmen aus Furcht.
Genf. 30. September. (Eigene Drabrmel- dnng.) Die französischen Zeitungen lassen keinen Zweifel, worin Pie Maßregeln der En fenr gegenüber Deutschland bestehen würden: Fn oer völligen Einstellung feder Liefe- rtmg von Nahrungsmitteln und Rohstoffen und in de. Unterbrechung bet Gesänge- nentrnnSp orte. Die Pariser Ausgabe des „Chicago Tribüne" versichert, daß die Vertreter der Großmächte in Paris dieses Ultimatum besonders «troffen haben, weil sie hinter der Un- botmtßigkeit des Generals von der Goltz einen Versuch der Militär-ariei erblicken, die Mög
lichkeit zur Wiederherstellung per Monarchie in Deutschland offen zu halten. Nach Privatmeldungen, die der Rat der Entente erhalten babe, betrage die Armee deS Generals von der Goli' Muftigtausend Mann. Man fürchtet jedoch, daß es ihm ohne Schwierigkeit gelingen werde, sünshunderttmifend Mann zusammenzubringen für beit Fall, daß er ernstlich die Wiederherstellung des deutschen Reiches und die Annullierung des Versailler Friedens unternehme.
Sie Umbildung der Kabinetts.
Ein« Entscheidung wird heute erwartet. (Privat-Telegramrn.)
Berlin. 30. September.
Mft der Umbildung des Kabinetts befaßte sich eine Besprechung der Parteiführer du Mehrheitsparteien mit dem Reichskanzler, die gestern nachmittag ftattfand. aber ohne Ergebnis blieb. Die letzte Entscheidung liegt bei den Fraktionen, die heute vormittag im Reichstag zusammentreten werden. Danach soll die endgültige Besetzung der Aemter erfolgen. — Am Montag nachmittag haben auch die in der Regierung vertretenen Fraktionen, nämlich die bayrische Volkspartei (Zentrum), die Demokraten und die Mehrheitssoziald mokraten, eine Sitzung abgehalten, um zu der Frage der Neubildung de« Kabinetts Stellung zu nehmen. Die Lage ist noch nicht geklärt, doch steht test, daß die Sozialdemokraten von dem ans ihrem Würzburger Parteitag gegebenen Auftrage, eine den Wahlziffern entsprechende Regierung zu bilden, nicht abgehen werden.
frtHniwi zur Kchlrnmrt.
Vermehrte Förderung durch Akkordarbeit.
Wrivat-Telearamm.)
Bochum. 3a September. \'
Wie die Zeitungen berichten, bat in einer Versammlung das Ausschußmitglied der Arbeitsgemeinschaft und des Arbeiter« ttnb Ange« stellfenansschnsses von Barmen und Langenfeld, der Stadtverordnete Haute, behauptet, die Schuld an dem Koblenm angel trügen die Zechenbesitzer, die die Förderung fvstematisch hemmten und die Kohlen im Schleichhandel durch Kraftwagen in großen Mengen verschöben. Einer Kommission, der der Redner angehöre. feien von einem Zechenratsmitglied der Zeche „Prinzregent" bestimmte Angaben darüber gemacht worden, daß in einem Monat zehntausend Förderwagen mehr gefördert feien, als in den Büchern der Zechenverwaltung angegeben fei. Der Betrieb Srat der Zeche „Pritrzregenf hat in dieser Angelegenheit e-ne Versammlung am 27. September akmeh ltrn und das Betriebsratsmitglied Gerhardt gab hier folgende Erklärung ab: Die Bebau--- unaen des Stadwerordneteu Haute sind nur durch ein Mißverständnis zu erklären. Fch habe am genannten Tage zum Dcweife für die st ei« gcnde Arbeitslosttnua der Bergarbeiter erzählt, daß auf einer Zeche, übrigens nicht auf „Prinzregent". die Förderung ht einem Monat um 10080 Wagen gegenüber dem Vormonat gestiegen fei. obgleich die Belegschaft n:r nm dreißig Mann zugenvmmen habe. Es ist keine Rede davon, daß einige 10 ODO Wagen nicht in die Bücher eingetragen feien. Rach meiner Kenntnis der Verhältnisse halte ich d'es aber auch für ganz unmöglich, da die Kohlenbauer überall im Akkord bezahlt werden, nnb nach der Zahl der in die Bücher eingetragenen Wagen bezahlt werden. Der Betriebsrat erklärte, daß er auf der Zeche .Prin-regent" keine Beobachtungen gemacht habe, daß fettens der Zechenverwaltung oder BetrtebSleiMna ine Förderung nicht genau gebucht würde.
SpartaMen-AMaMulgn.
Beschlagnahme und Verhaftungen.
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin. 30. September.
Hier sind große Mengen Propagandmna - tirial für die mrgekündigte kommunistische Bewegung beschlagnahmt worden. Die Behörde ist durch die Oer Haftungen der letztßn drei Wochen in den Besitz fast des gesamten AufstandSplanes der Spartakisten gekommen. Nach d-csem Beweismaterial. unterliegt eS keinem Zweifel mehr, daß neAe bewaffnete Spartgfnserhebungen in Deutschland in der letzten Dktoberwoche beginnen sollten. Durch diese Entdeckungen ist die Regierung in die Lage gesetzt worden, die nötigen Gegenmaßnahmen zu treffen. Fnfolgedesscn ist damit zu rechnen, daß die Unruhen verhindert werden.
Ztadtparlament.
Nochmals die Schülerdcmonstration. Die Mehrheit und die Opposition. Kassel und die Tumult-Schäden.
(Von unserem Mitarbeiter.)
Kassel, 30. September.
Nie ist die Politisierung des Stadtparla- ments sichtbarer in die Erscheinung getreten als gestern. Der Tanz begann, bevor Überhaupt mit der Tagesorodnuna begonnen wurde, indem der Professor Hebel «Freie Bürgerliche Vereinigung) Einspruch einlegtr gegen eine Aeußerung des Stadtverordneten Häring (Soz.) in. der letzten Stadtverordnetenversammlung. er habe verschiedene Oberlehrer an den höheren Schulen in dem dringenden Verdacht, die indirekten Urheber der Schülerdemonstration auf dem Kasseler Friedrichsplatz gewesen zu sein und gegen die Bezeichnung „Kinderei" für die Handlungen von 16- und 18jährigen Schülern. Er verlas auch eine entfpreckende Erklärung des Philologenvereins. Die Rede wurde oftmals durch Zwischen- u. Uhu rufe unterbrochen. Bürgermeister Brunner erklärte klipp und klar er habe seinen Ausführungen nichts hinzuzufügen (Bravo links). Solche Demonstrationen der Schüler auf her Straße hält er nicht für zulässig. Dann erhob Stadtverordneter Häring Protest dagegen, daß er von rechtsstehender Seite ebenso wie seine Fraktion als „Geschmeiß" bezeichnet worden ist. Professor Hebel erwiderte. Sofort bremste der stellvertretende Vorsteher. Geheimrat Dr. Har. nier und man gelangte glücklich in die Tagesordnung hinein. Der Beitritt des Gaswerks zum Stickstoff-Syndikat. das nach des soz. Stadtverordneten Dr. Günthers Ausfi-h rungen kein kapitalistisches, sondern staatlich^ ist. wurde beschlossen ttnb der Satzung für
die Soziale Kommission
dem Ortsstatut für das Fugendamt und bet Wohlfahrt? ordnuna zngeftinrmt. worauf bean- tragt wurde, die Besetzung zweier besoldetet Stadtratsstellen nicht durch Ausschreibung vor- Nluehmen. Hierbei gingen die Wogen der politischen Meimma sehr hoch, als bet Stadtverordnete Kreis (Fr. bürgerl. Vereinigung) erklärte, die Personenfrage scheine bereits erledigt zu sein. Es sei ihm zu Ohren gekommen, der sozialdemokratische Stadtverordnete und Redakteur Häring sei für die Stelle deS Leiters des Sozialen Amtes bereits tn Aussicht genommen. DaS gehe nicht an. Häring fei bei aller Begabung zu sehr Parteimann; der Leiter eine» foldkn Amtes müsse aber über den Parteien stehen. Gelächter bei der Linken weckte es, als Stadtv. Kreis faate. er habe gehört. Häring stehe auf der Liste der Kandidaten für di« nächste ReichstaaSwabl; Zustimmung fand fern Nachsatz, dann werde es uns genau so geben, wie es uns setzt feit einem halben Fahle mit dem Oberbürgermeister ergänze» ist. Stadtv. Wittrock erwiderte fehr erregt. Fn feinen Steifen sträube man sich fehr, tn die Parteikrippe hineinzugehen. Er versön- lich habe schon zwei Landratsposten abgelehat. Und bet Stadtv. Göpsfarth (Soz.) prote- stierte dagegen daß Kreis im Namen der ganzen Beamtenschaft gesprochen habe, die gaen die Besetzung dieses Postens durch einen Nichtfach, mann sei. worauf Kreis die Sozialdemokratie zur Bescheidenheit mahnte. Sie habe ihre Mehrheit lediglich der Lauheit des Bürgertums (Gelächter) ttnb der Stimmen der ortsfremden Soldaten zu danken. Stadtv. Leineweber (Dem.) bedauert, daß es bei einer fo formellen Angelegenheit zu allen möglichen Anwürfen Anlaß gab. Es fcckgte eine lange Rede und Gegenrede, m deren Verlauf der Stadtverordnete Haupt (Dcm.) die Opposition der Rech- tm. die auf Namennennuna besteht, als kleinen Vorstoß bet Reaktion bezeichnet. Promvt erwidert Kreis, bei Spartakus feien die Mehr, hertssozialisten die Reaktionäre. Ein Schlußantrag scheitert. Schließlich nach langer Debatte an der sich vor allem Pfarrer Dr. Franke und Stadtv. Stöhr (Fr. bürgerl. Bereinigung) beteiligen, wird der MagistratSarrtrag angenom- mett Ueber die GewAhrtmg Von Beschaffungs. gelber an städtische Beamte nnb Angestellte wird an anderer Stelle berichtet. Die nöchsi- wichtigste Angelegenheit War bann die Sieb lungnahme zu bett
PlündernngsentschSdigungen.
Stadtv. Rocholl (Dem.) hatte für den Stadl verordneten Pfeiffer die Begründung eines Antrags übernommen, der wesentlich abwich von der Form, in der er bisher Vorgelegen batte. Danach soll eine fünfgliedrige gemischte Kommission gewählt werden, der es obltgt, die Wünsche der Ortsgruppe Kassel des Ncichsbundes der Tnmnltzeschädigten und ht- multgesährdeten Kauslente entgegenznnehmeg und Maßnahmen au?’,«arbeiten, die 6eci<mr sind. geplünderten Kaufleuten, die in ihrer Eri. stenz bedroht ff"d. in aewähren. Serteer