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Hessische Abendzeitung

Nummer 252

Dienstag, 30. September 1919.

Fernsprecher toi und 952.

9. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952.

Erneutes Ultimatum der Alliierten

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»«» iebe»i«tt een ter e«ttf)äft<neOe .»er bw Bete* entpegengenemw*. tretfroä Berlag mb Rebohion. Lchlochttzolftraße 36/30. Mr mt»erlangt etn!anbte Betträae tonn bi, «ebcttion eine ieerantieertung ober Bewähr tu lebt rot Falle übernehmen OküStahlnns des B,«»,6he:be« oberAnI,rjichen>^en einmigerntchtorbnungkmadtger Steurung aulgefcbloffen.

aber eine moralische Stärkung wär« denkbar und der Bevölkenrug sehr willkommen. Warum ist, als der bel.rische General hier einzog der Landrat m Urlaub gefahren statt »ritten unter seinen Leuten zu bleiben und durch feine deutsche Gesinnung ihnen ein deutsches Bei. st>iel zu geben? Warum lassen di« draußen-- sitzend-m Behörden so wenig von sich sehen und- hören?

Nut unter de« belgischen Terror.

Aachen, 29. September. (Privattelegoamm.) Aus Malmedp wird berichtet:Die Be'oR- lemmg dieser Kreiser empfindet rs schinerz^ch, bah sie so wenig davon hört daß die Reichs, reqiermbg tmb die preußische Regierung sich ir­gend welche Gedanken marin von Ker gtet durch den furchtbaren belgischen Terror, von dem das Leben der Menscher, dort erfiillt ist. Bo» Bet' suchen unserer Behörden ist nichts zu spüren. Vielleicht sind sie auch mcht zu verwirklichen.

3nferno**CreU» DU itebengeipeltete 3eUe :ur emhelmtsch, «eNtzästt *e »fu tM i~t wärftge »n,eigen 35 Pt SUttamejetle für einheimische «efMKe X W fte euMZUtUe SeschäNe 1 Mk , einfache Beilagen roerbet »tt Stark pro Taufend berechnet, eie« mu SO»f, leuerang S.Zuschlag. Bet Uebermttttung von An,eigen auf teleph. ®eje wir» ffa durch Hör. eiter iereergentfene Irrtümer keinerlei Haftung übernommen. Für die Aufnahme vouAn,etge» an bestimmten Tagen ober Plätzen wird keine »eiväbr geleitet GeschäftHieLe: «älntsch, st*. 5.

Shpasitiau gegen »»Annuvzi».

Lugano, 29. September. (PrSmbTelo. gramm.) Im riakierrischen Kronrat haben sich, ws« der .Corriere della Sera' ntrifreL sämilichc Mi-Mer. *ti Ausnahme von Biffofah Rar. ctri. Donati und Darcilai gegen die Aktion von Fntme ausgesprochen. Die Antwort Wil- sonS ist inzwischen einaetrossen. Sie kann nur dazu beitragen, die Opposition gegen das Un- ternehmen zu verschärfen.

Steifens Adria-Drsblem.

Erregung in der Kammersitzung.

sEigene Drahtmelbnng.t

Lugano, 29. September.

In der italienischen Kommersitzung stellte Totoni unter lebhafter Erregung fest, hab der Kammer und dem Lande verheimlicht worden sei. daß man der Lösung der Adria, frage kritisch, fa ablehnend gegenüb erstand und daß England und Frankreich ihre Unter- Mstung nur insoweit Italien gegenüber durch- sehrn wollten, als sie nicht Wilson verletzten. Nnter den verschiedenen Plänen über Fiume so« Italien Entschädigungen für die Abtretung Dalmatiens an Juavslavien. d«S Mandat üb« Albanien und den Besitz von Waklon« erhalten. Die Sitzung schlaft mit einem Appell des Mi- nitzerprSstdentrn an die SaltblWaloit und die ^intfiteit der Parteien im Lande.

Ultimatum und Gewaltmittel.

/ Genf. 29. September. (Eigene Drahtmel- düng.) Man scheint in Paris schon darauf zu spekulieren, d»ü das neue Ultimatum, das die Entente an Deutschland wegen deS Baltikinns zu richten heabsichtiat. nur den An- sang auf dem Wege zur weitere» Anwen- düng von Gewaltmitteln varstrvt Das vrSL^- * «tc'W ys^-6. t

Soldaten des Generals von der Goltz aus dem Baktikttm allein nicht genüge. Die deutschen Kolonisten, dir nur verkleidete Soldaten seien, mstftten ebenfalls zurückgezogen werde». Der Temps" verlangt, daß das Rubrkohlen. gebiet besetzt werde, falls die LebenSmitz kelblockade nicht sofort zmn Ziele führen sollte.

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Durchführung der Ranm-rng.

Berlin, 29. September. lPrivattelegramm.) General von der Goltz, der Führer des 6. Re- sevvekorps, hat der Reichsregierung ans Kur­land angez.-igr, daß er die Durchführung des Befehls der Reichstegierung gegen rigenimäch- tig handelnde deutsche Truppen in Kurland übernommen habe.

und für die Persönlichkeiten, welche sie in dir Regierung entsenden wollen, noch Nicht ausge­sprochen. Lediglich steht fest, daß im Falle de» Enrschluffes zum Eintritt in die Regierung die Demokraten drei Mitglieder entsenden wachen. Die Reformen im Auswärtigen Amt sollen mit Beschleunigung zur Durchführung kommen. Ob Dr. David aus dcr Regierung ausscheidet, ist auch noch nicht entschieden. Erzbeoger wird aber bestimnit das Reichsfinanzministevwim beibe- balten. Heute nachmittag soll die Entscheidung und die ReffortS und die Personen fallen.

Um die baltischen Br-w-rrze».

Reue Drohungen der Alliierten.

lGiaene Drahtmeldung.t

Versailles. 29. September.

Der Rat der Vertreter der fünf Großmächte hat beschlossen, durch Vermittlung des Generals Foch die deutsche Regierung zur sofortigen Räumung der baltischen Provinzen Lit- tauen und Kurland von de» Truppen des Korps des General von der Golz aufzufof dern. Wenn die deutsche Regierung dieser entschiedenen Aufforderung nicht Folge leistet, würde zu Gegenmaßnahmen gegriffen werden und besonders die Einstellung jeglicher Nahrungsmittelzufuhr und der Ab­bruch dar finanziellen Verhandlungen erfolgen.

Sn den besetzten Gebieten.

Die ReichSgefetze im Saarstmrt.

(Privat-Telearamm.)

Saarbrücken. 29. September.

Der oberste Verwalter des Saargebietes hat sich bereit gefunden, einige der seit 1. November 1918 erlassenen deutschen Reicks aesetze, einstweilen bis zur Errichkllnq der Dölkerbund- regiernng. die Recktsgültigleit für den Bereich der »EnMaen Saarstaates zu ver­leihen und hierfür später die Erlaubnis des Fünlerrates nackzubolen. Ein Stgliedriger Ausschuß wird im Benehmen mit Vertretern der französischen Regierung eingesetzt, in den au? jedem der fünf Saarkreise und der pfäl­zischen Bezirksämter St. Inaberi und Homburg je drei Abgeordnete eintreten werden.

Wirtschaftspolitische Schwierigeren.

Berlin. 29. September. kPriv stskogramm 1 ßei den Besprechungen zwischen *,<n Temokra Int und der Regier-«.^ bestehen die Schwierig­keiten in wirtschaftspolitischen Dingen, IiÄ in der Frage des BctriebSrätege- l e tz e s, dessen grundsätzl.cke llmgestaltnna die Demokraten fordern. Well noch nicht obzuse- Pen ist, ob in dieser Fraae eine Ernigun» mit der Sozialdemokratie herbeizuführen ist, haben sich die Demokraten über die Ressortverteilung

ten. zur russischen Kaiserjacht hinüber. Run blieb diese auf dem Winde liegen, so daß däs Schilf stampfte. Mr konnten nicht begreifen, westbalbr denn die elementare Hilfe eiuetz ScfiisseS für ein Doot, das auf See anlegt, be- steht darin, daß das Schiff beidreht, so daß eine geschützte Seite (See) entsteht. Der Kaiser ries mm. während wir um dar Hek der Facht her- umfuhren. zum Zaren hinauf: .Niki, wo'nt von make a lee?' Wir sehen, wie der Zar, noch im Jackett. versucht, Anordnungen zu treffen. Als wir längsseits kommen, bemerken Wir,

wie oben Parade anfgebaut ist.

Aber die Treppe, auf welcher der Kaiser Mst dem üblichen großen Zeremoniell aufsteign sollte, wird nicht herabgelassen. Es bleibt uns nichts übrig, als nach vorn zu fahre», wo eine Seelciter für die Matrosen hing. Der Kaiser ist außer sich. Wir sehen, wie der Zar, eben­falls sehr erregt, nach vorne stürzt, während die riesigen Kerls ix unbeweglichen Kolonnen stramm stehen: an der nicht heruntergelassenen Katsertreppe halten die russischen Großen Lambsdorff. Denckendorff. Fredericks ufw. Das Nebersteiaen war schwierig und für den Kaiser nicht ungefährlich. Richt einmal eine Leine wurde uns zngewsrsen. Der Zar kam einsam dem Kaiser entgegen; alle anderen wa- re, in Kadavergehorsam erstarrt, denn die Pa­rade war xttx einmal tox Gange. «xserSin. treffe* nicht vorgesehen, und keiner der Kommandanten, von denen mcrkwürd'ger- weife zwei an Bard waren, übernahm trotz Bitten unsere« MarmeattacheeS die Veranüvor-

tung für einen der Sachlage entsprechenden Befehl, den bei Mit» der SSachoffizier ganz allein erteilt hätte. Der Zar war den ganzen Tag verstimmt über diese Szene. Wenn er mit dem Kaiser in russischer Umgehung znsamrnem traf, so war ihm überhaupt »eenqter zumute, vielleicht anch. weil her Kaiser sofort der natür­liche Mittelpunkt jedes Kreises wurde und sich, wenn er russische Uniform trug, unter Russen aesellschEich «nm, ak» Russe bewegte. Dan« M-kte sich der Zar, kn »essen Wesen eine echt «ssische Passive Ressiftenzkrast hei geringer Ini- Kative la«, leickt überstrahlt. Die gesellschast- Kcke und Poetische Inifiative ging immer von un» «uS. F habe hie tu ihrer Weise sehr leb- hasten Bemühungen unseres Kaisers, mit Ruß. land zu einem guten BerbAsttiS zu kommen, soweit sich mir Gelegenheit dazu bot, unter­stützt und durfte mich »eS hesonderen Wohl­wollens des Zaren erfreuen, bei dessen Persön- lickkeit aber stets ein erhebliches Maß von Zu- ruckbcShtna geboten war. Im Jahre 1963 schickte mich der Kaiser zum Zaren nach PeterS.

auch gern auf der deutschen Flotte, wo er sich, dem Zwang seiner Stellung entronnen, als Meusch unter Menschen fühlte und sich unS gc- -'enstbr- offen urb lststeuSWstM- gab. Ur. ter seinen Lenten erschien der Zar hach als ein Gefangener. Als wir gelegentlich der Zusam- mnkitnft von Swinemünde (1907! dem Zaren entgegenfubren laeaen die Verabredung, wo- nach wir vor Anker liegen bleiben und der Zar auf seiner Facht durch die Flotte durch­fahren sollte; aber eS drängte den Kaiser, dein Zxrcn entaegenzufcchren). trafen wir ihn aus der Höhe von Kolberg. Der Kaiser ließ trotz dss SeeaanaeS das Boot klar machen und fuhr was die Russe» nicht für möglich gehalten hat-

Semoftaten mW Regierung.

Noch keine Entscheidung getroffen.

(Privat-Telegrammb

Bersin, 29. September.

Fn der gestrigen FvaktionSsitzung der deutsch,dem»krattsch-'n Partei der Nationalver» sammkunq ist die Entscheid ,lg über die Frage des Eintritts der "'mV- n in die Regierum, noch nicht gefalle». Bei den Verhandlungen mit der Regierung konnte bisbet noch keine volle Einigung erzielt werden. Besonders dürften nock weitere Besprechungen mit der Regierlmg notwendig sein. Die Vos- sische Zeitung rechnet mit großer Bestimmthett damit, daß Mcht nur der Reichskangler auf sei' !>am Platze blecht, sondern daß auch der Rsichsminister des Aeußeren, Hermann Mül­ler. seine Stellung behält. Das Blatt bezeich­net das Zustandekomuren einer programmati­schen Einigkeit zwischen dem Reichskanzler und den Demokraten al? möglich. Der Eintritt dreier demokratischer Minister kn das Muisterüim sei sicher. Es frage sich mir' wer anstelle Hermann Müllers Staatssekretär des Aeußeren werden wird. Anfangs war Graf Bernstorfs für dielen Bosten auSers.chen. Er hat aber mit 'dem ReiÄspräsidemeu Eberr eine Unterrednna gehabt, in der er die An

AabineitMdParlament

Beginn der Berliner Tagung.^

Den parlamentarischen Vorarbeiten, die Mt einer Woche die Ausschüsse der National­versammlung leisten, folgt nun wieder die Ge­samttagung des Plenums. Die National­versammlung ist von Weimar nach Ber­lin verlegt worden und die Eröffnung im Reichstagsgebäude erfolgt am jetzigen D i e n s- * tag, dem 30. September. Ein solches Er­eignis fällt unter hen heutigen Verhältnissen viel entscheidender ins Gewicht als das unter

Der neue Parteivorsttzende.

Berlin, 29. September. sEigene Drahsmel- d"Wa.) Anstelle des verstorbene» Borfitzenden Friew-ich Ramnann wählte gestern der Bartei- aibSsckmft bet deutschen demolmtischen Partei einstimmig Senator Dr. Petersen in HamSurn. Mitglied der Nationalversammlung, zmn vor­läufigen Vorfitzeuden. Die endgültige Wahl hat der nächst» Parteitag vorzu»ehme». Bis dahin ist Dr. Petersen mit der Wahrnehmung der Geschäfte bnmftragt y

Arpitz, ßrinnerungen.

Kapitel; Der Zar und der Kaiser

«»« de» im Der«a«e von e. $.

*n SeiNlie orflhirnenenErinnerungen» »*«ttabmiral« ». Tivpig gebe, wir i* hem «aihftohenbon einen «n«,u, «» «i*em inieeeffmNaw Xapitei wieder .Die .Erinnerungen« deS fröheren Großad. miralS v. Tirpitz. von denen in den letzicz Monaten wiederholt in der Presse die Red, war. werden sicher mit Spannung erwarte« werden. Das umfangreiche Werk, das die Zeit vor dem Kriege und während deS Krieges' bt» handelt, sollte schon im Juli erscheinen, Würbe aber vom Verfasser »urückgehatten. Weil law Verträgen mit ausländischen Verlegern dal Buch nickt eher in Deutschland herauSgegeben werden sollte, als es im Auslande erschien Fnfolae neuer Abmachungen kommt aber daS Buch jetzt in Deutschland auf den Mark!. Aus seinen Kapiteln greifen wir den folgenden AuSzug heraus; .Nikolaus II. war Deutschland wohlgesinnt. Wie von vielen politischen Ver­hältnissen und Persönlichkeiten machte sich di« deutsche Oefsentlichkeit auch vom Zaren eit falsches Bild. Er war ein ehrlicher, persönlich furchtloser Mensch mit Muskeln vonStahl, des­sen bewußte Selbstherrscherwürde sich paart, mit der korrekten Gewöhming, alle an ch» her» cmgetragenen politischen Angelegenheiten sofort den zuständigen Beamten weiterzugeben. Am innigsten sehnte sich Nikolaus II. danach, in der Stille bürgerlichen Lebens unterzutauchen. Deshalb liebte er Wolfsgarten in Hessen, wo> ibm nichts angenehmer war. als wenn er von Besuchern verschont blieb; deshalb verkehrte er

glceder im Mderfvruch befanden mit den übrigen Reichsministeru. Die demokratiscke Partei war in ihrer übergroßen Mehrheit der Ansicht, daß sie nicht in der Lage sei, die Ver« autlvortung für die Unterzeichnung des Go- waltfr-edeuS von Versailles zu übernehmen. Es blieb daher den demokratischen Ministern gar nichts anderes übrig, als die Folgen daraus zu ziehen. Aber schon die damals abgegebene Lohakitätserklärung der Partei gegenüber den Regierungsparteien, die sich für die Unterzeich­nung ausgesprochen hatten, war ein Zeichen, daß die Demokraten nicht alle Brücken zu den Regieruugsparteren und zur Reichsregierunq abgebrochen hatten. Die natürliche Parteikon­stellation war denn, auch derart, daß die De- erotraten an der Seite der Regierungsparteien bltebeu. Das hat sich bei den wichtigsten Abst-mmungen in der Nationalversammlung mehrsach gezeigt, und der demokratische Redner gab auch damals, nachdem der Reichskanzler Bauer sein Programm dargelegt hatte, im Na­men seiner politischen Freunde die Erklärung ab, daß die Demokraten, ohne sich nach rechts oder nach links irgendwie bindest zu wollen, berett wären, an der Verwirklichung dieses Programmes mitzuarbeiten.

Es war selbstverständlich, daß die Demo- ttaken die gewissen Vorteile, die damit ver- vunden waren, daß die demokratische Partei mckt mehr in der Regierung saß, bei den Wahlen zum Reichstag wahrnehmen wollte. Man kann ,wohl getrost sagen, daß sie in der Wahlagitation größere Erfolge schon deshalb errungen hätte, weU sie nicht die Verantwor­tung für die gesamte Reaieruugspokitik trag. Indessen, allgemein-politische Rücksichten sollen letzten Eudes Über denen der Parteipolitik st'hen, rind die Demokraten haben betont daß sie, sich von solchem Grundsatz leiten fassen würden. Die politische Situation jetzt vor einem Winter, der ernste Schwierigkeiten bringen kann, ist nun derart, daß der Re- gieruug «ine Verbreiterung ihrer Basis nur nwünscht sein kann. Aus diesem Gtdanken heraus haben sich nun gewisse Verhandlungen entflrrmnen die zwischen der Reichsregierung md den Führern der Deutschen demokratischen Variei im Reichstage, beut Abgeordneten «Hiser und anderen, gepflog« wurden Wie bisher gemeldet wurde, ist Mr den Abaeoth. nennt Schiffer der Posten eines Vizekanzlers i ausersehen. Diese Stellung, die hisber Erz- 1 b-rger inne hatte, soll wieder, wie tot früheren i Nähren, für einen Minister besonders geschaf- i fex werden.

den früheren politischen Zuständen der Fall, war. Während früher das Schwergewicht al­ler politischen Entscheidungen bei der vom Kaiser berufenen Regierung lag, liegt heute die Entscheidung allein beim Parlament, also bei denvon dem Vertrauen des Volkes" erwähl­ten Vertretern, mithin beim Volke selbst. Darin drückt sich der grundlegende Wandel der Dinge von einst und jetzt aus. In Berücksichtigung dieser Tatsache kommt der parlamentarischen Tagung heute eine große Bedeutung int ge­samten politischen Leben zu. Dieser Umstand muß naturnotwendig seine Rückwirkung auch auf die Anteilnahme der Oeffenttichkeit und insbesondere ihres Organs, der Presse, haben. Auch darin fiinbet sich der Wandel gegen Mützer, insofern nämlich heute die Presse neben Regierunig und Parlament den mitbestimmen- den dritten Faktor ausmacht.

Im Verhältnis der Parteien ist eine bemerkenswerte Aenderung dadurch eingetre­ten, daß die Demokraten im Begriffe sind, einige ihrer Führer wieder ins Minister­kabinett zu entsenden. Als bei der Unter­zeichnung des Friedens im Juni die Demo­kraten aus der Regierung austraten, geschah dies nach den Grundsätzen deS parilamentari-

1 X-irt-T.» riJ ____... - ----.

Ausstellung in Saarbrritken.

Saarbrücken, 29. September. fPrfpah-Telc- gramm.l Die große Saarbrücker Ausstellung ist gestern eröffnet worden und dauert bis 31. Oktober. Es beteiligen sich cm ihr 75 Fkrmen -ms dem Saargebiet. 900 französische u* flö elsaß-lothringffcheFirmen. Der Fremdenzuström aus Frankreich hat besonders stark eingesetzt.

Bestrafung der Schieber.

Zweibrücken. 29. September. lStohene Draht, «»eldxua.l Die fnmzöstsche Behörde hat e»ne* bnckt notorische Schieber und Schleichhändler innerhalb des Saargebietes festnehmen zu lassen wx» für den Wiederaufbau ff, Rvrdfrankresch «r verwenden.

Teuerung und Nahrungsmangel.

Basel, 29. September. (Eigener Dnchtbe- richt.) Die Zenwalagentnr meldet aus Fimne: Die Teuerung und der LebensmittelmangU in Fiume halten oh, jedoch beginnt die Bersor- gung aus Italien eix«uscheu. d'AnnünrioS SoSdaten erhielten von unbekannter Seite Ma' «riet um Feldbefestiguntzen M «reichten. Rings um Fiume wetzd.n «ohe ®4a*e«egeai6enante. gen errichtet. Das WUisnifche Rate Kacu» übernahm die Pflege der Verwundeten, <m Zeichen mehr, daß die UxternehxNm, itLmnn

von gewichtigen Hixtermännee« Mf-eniert wurde urib weiter wrterMtzt w«d.

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Kaffeler Abendzeitung