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Kasseler Abendzeitung
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Hesfische Abendzeitung
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Nummer 251.
Fernsprecher Ril und 952.
Sonntag, 28. September 1919.
Fernsprecher 951 und 952.
9. Jahrgang.
ViederemM -er Demokraten in die Regierung.
Mae der Kultur.
Eine Bücherei sür Volksbildung.
Denken wir einmal nach, wie der Krieg verheerend in unferm kulturellen Leben gewütet bat. Mit dem Zusammenbruch der glänzenden DtaatSgebäudes, dem Zerstören der reichen materiellen Güter, ist unser kostbarstes Gut, di« deutsche Kultur, schwer gefährdet worden. Ueberall, wohin wir schauen, sehen wir die schlimmen Folgen: auf den-. Gebiet en der Po- lütik und Wirtschast sowohl wie aus denen des täglichen Geschäftes und der Arbeit. Mr baden eine sehr bittere Enttäuschung erlebt, die das Fundament einer Weltanschauung, das Ergebnis unserer Erziehung und unserer geschichtlichen SsÜdien, erschüttert hat. Einen politischen und kulturellen Gewinn erhofften wir aus dem Kriege, der uns ausgezwungen wor- den war und infolgedessen dqS ganze Voll einte, und wir waren gewillt, die uns unter den Völkern Europas zukommende führende Stellung zu erarbeiten und das Errungene zu wahren zum Besten der Menschheit. Aber durch di« zu lange Dauer des Krieges und die daraus folgende Niederlage haben wir nicht nur das hohe Ziel nicht erreicht, sondern auch alles, was über das Notwendigste hinansgeht, verloren. Statt daß wir Führer der Menschheit sind, müssen wir uns gegenwärtig den unmenschlichen Bedingungen der Feinde fügen. Doch nur gegenwärtig, so denken wir. Pi« Zeiten ändern sich, und Wir ändern uns mit ihnen. Das gilt sirr alle Völker. Unsere Feinde sind nicht viel besser daran. Aus dem europäischen FesÄande liegt das Materielle tn Trümmer, aber das Geistige, di« Moral, da- Kulturell«, hat in allen Großmächten der Erde einen tiefen Sturz erlitten.
~ Ein Trost ist uns aus dem Dölkerrinven und Völkerniedergiang geblieben. Wer im Verlaufe des Krieges und des bisherigen sogenannten Friedens Gelegenheit hatte, die Vor- gänae des öffentlichen Lebens im In- und Ausland« zu beobachten, der ist zu der Erkenntnis gekommen, daß aus dem kulturellen Gebiete die Deutschen sich am schnellsten erholen werden. Der Mrbelsturm der Revolution hat un- fem VolksorganisMus furchtbar durcheinander- geschüttelt, aber er hat es nicht vermocht, ihn km Innersten zu treffen. Aufbauende Kräfte sind wieder an der Arbeit, die emsig schaffen, denken und handeln. Nachdem für den Aufbau die polittsche Grundlage durch die Verfassung gegeben ist, regen sich die Baumeister in Industrie, Gewerbe, in Schule und Kirche. Alles ist noch am Anfang und doch schon hn Werden begriffen. Aus dem Entstehenden und Ausblühenden nennen wir heute den Volks- verb and der DÄcheft freunde, der ein - Wegweiser aus den verzweigten Pfaden der Gegenwart und Zukunft sein will Di« groß« graue , Wohin?" kann nur beantwortet werden, „wenn straft und Willen sich mit Wissen und Geisti «seit paaren, daß aus den Weg suchen- den Menschen bald des Wegs Kundige '.md damit wahrhaft Freie werden!- — „Der Bolks- verband der Bücherfreunde ist eine Organisation. die aus den kleinsten Quellen des Volkes gespeist wird. Zahlreiche Vereine und volkstümliche Bünde werden ihm angedören. Seine Mitglieder verbreiten sich über ganz Deittfch- land in allen Schichten der Bevölkerung, Er ist fern Verein für Arme und kein Verein für Reiche, sondern arm und reich, iung und oft werden sich zusainmenfinden mit dem, was ihnen allen gemeinsam ist: Dem Mllen zur Freiheit einer neuen geistigen Kultur!" so heißt es in der Erklärung der Organisation. Der Verband gibt durch den „Weawetser^Berlag" jährlich vier Micher heraus. Jedermann ist zu ihrem Bezüge berschttgt.
Das Hauptaugenmett soll daraus gerichtet sein, di« Bücher mannigüiltig zu gestalten und jedes Buch einem andern Gebiete zu entnehmen. So wird rum Beispiel die erste Fahres- rekhe umfaffen: einen Klassiker (Goethes „Faustti, ein kulturgeschichtliches Wett, ein Reisewett und einen neuzeitlichen Roman. Grundsätzlich ausgeschlossen sollen nur zwei Gebiete fein: religiöse und politische Streit- schttften. Außer den oben genannten Büchern soll in Mappenwetten dl« bildende Kunst ihre Stätte finden. Neben dem Vermitteln der schönen Literatur wird die Liebe zur deutschen Heimat gepflegt. Für den bildtmgsfreudigen Leser soll das weite Gebiet der Wissenschaft allgemein verständlich dargestellt werden. Auch die VolkJhochschirlen, die jetzt in ganz Deutschland verbreitet sind und überall so begeisterte Aufnahme gefunden haben, finden darin eine Ergänzung. Ans allen Lehrgebieten werden zutammengefaßte Vorträge trott bedeutenden Lehrern verfaßt urtb jährlich in je einem Band (mit neun Vorträgen! erscheinen. In wettern Maße ist auch der Arbeitettchvst in dem großen Man« gedacht. Anstelle der oberflächlichen Lttture will man gute geistige Nahrung bringen, an der sich die Müde» esbaroea und die
Strebsamen emporbilden können zur besseren Ettenntnis der Mitwelt.
Die Ziele der neuen Organisation sind schön urti» nützlich, man darf sie edel nennen. Dem Volke soll etwas gegeben werden, was ihm fehlt imd so ,dringend not tut. Wie tiefgehend in-allen Scknchten des Volkes das Stteben nach Erweiterung des Wissens und Festigung der Bildung ist, gebt ans dem Andrang zu den Hörsälen unserer Universitäten hervor; eS zeigt sich in der großen Beteiligung 1 weiter Kreise an den Volksbochschullursen, sowie in dem zahlreichen Besuch von Vorträgen und Versammlungen in Stadt und Land. Sowohl Männer und Fronen, als auch Fung und Alt lassen überall wieder eine geistige Regsamkeit- erfennen, die das Beste für des deutschen Volkes Zuttrnft verspricht. Ars diesem neuen Leben, das aus den Ruinen erblüht, wollen wir unsere Kraft schöpfen: denn der Geist ist es, der sich den Körper baitt! K. F. D-r.
Wechsel in bet Regierung.
Wiedereintritt der Demokraten.
(Privai-Telearamm.l
Berlin, 27. Septemebr.
Innerhalb der Regierung um> den Parteien werden zur Stunde wichtige Berattmaen über die kommenden Veränderungen im Kabinett und die damit in Verbindung stehende Neubildung der Regierung gepflogen. Die Dinge stehen augenblicklich wie folgt: Mit einem Wiedereintritt der Demokraten in die Regierung ist bestimmt zu rechnen. Die Demokraten forderten nrsprünglich das ReichSjustiz- ministerimn, das ReichSverkehrsministerimn und dos R-iKSfinanzminist-rium und daneben die Würde des Vizekanzlers. Die Dinge find mm soweit gediehen, daß die Deinokraten für das Reichsjustizministerium entweder Schiffer oder Falk benennen. Wenn Schisser eintritt, soll er auch den Bizttanzlerposten erhalten, während Erzberger das Reichsfinanzministe- rium beibehätt. Dafür erhalten die Demokraten voraussichtlich das ReichSministerimn des Fnnern. für welches der Hamburger Senator Petersen ht Aussicht genommen ist. Der jetzige ReichSminifter des Innern, David, wird wahrscheinlich das Auswärtige Amt überneh. men, während der jetzige Außenminister Müller surfttftreten dürfte. Der jetzige Reichsver- kehrSminifter Bell wird ebenfalls zurücktreten, um einem Demokaten, wahrscheinlich dem
Kasseler Oberbürgermeister Abg. Koch Platz zu machen. ES ist möglich, daß vielleicht schon heute, spätestens aber nächsten Montag bte Entscheidung fällt.
Frankreich unb Amerika.
Zwiespalt wegen deS Friedensvertrages.
(Eigene Drahtmeldung.l
Paris 27. September.
Die in Paris erschemenlden amerikanischen Wätter schreiben: Die erregten Szenen in der vorgestrigen französischen Kämmersitzung. warf" di« Unruhe darüber -um Ausdruck tarn, daß Amerika den Fmedensvettrag noch nicht ratt- fi/iert hat in Amerika ein urfangenehmes Echo geweckt. Besonders hat verstimmit, daß der französische Mmisftrvtzäsiderit 6lernenceau in feiner Rede sagte: »Wenn Amerika dem Böl- kerburtoftatut nicht $uframnt, dann werden wir eben einest Völkerbund ohne Amerika 6aben.* Die Erregtheft in der KammerfitzmrL die fowctt ging, daß Clemencean mit bem Rück-- itttt be8 K-Mnetts drohte, ist dezeichnertd für die Grimmung in Frankreich. Auch in der gestrigem Sitzung bmterie diese Gewtttsrffchwüle an. Kfemettceau suchte den FriedenSver- ira g als «in herrliches GebÄde. das Me Freiheft und Gerechtigkeit gebracht habe, hinznsteb- len, hatte aber kein Glück, denn die Opposition unterbrach iftn häufig. Die Amerikaner sind entrüstet über Clemvneeaus herausforderndes Auftreten. Im amertkanischen Senat wich jetzt erst recht besonderes Gewicht darauf gelegt, daß der Fmedensvettrag einer «■wüten Prüfung unterzogen werde. Zwischen Wilson und seinen Gegnern verschärft sich der feit Monaten dauernde Konflikt.
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Der amerikanische Senat.
Paris. 27. September. (Eigene Dvahtmel- buitfi.) Die heftigen Auseinander etzungen zwischen Barthou und Elemenceau,t.ie gekennzeichnet waren d'rrch eine schlagfertige Angriffs- und Abwehrdebatte, wurden veranlaßt durch ein Telegramm, daS in den Wandelgängen der Kam- wer angeschlagen war und das besagte, txfc der
amerikanische Senat mit 43 gegen 40 Stimmen den Antrag LodgoS auf Verschiebung der Bethandlimg der republikanischen Zusatzanttäqe zum Fricdenvettrag bis nächsten Dienstag angenommen habe. Diese Depesche wurde als ein Zeichen d«r scharfen Gegnerschaft zwischen den beiden Scnaispartcien in dlmerika. den Republikanern und pen für Wilson eintretenden Demokraten, bezeichnet.
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Dazu meldet der .Nieuwe Rottevdanrsche Courantt aus Washington: Die Auffassung, daß die Ratifikation deS Friedens- verttages ohne Zusatzanträge angenommen werden wird, verstärkt sich, da man sich darüber klar ist, daß der Präsident die Unterzeichmma des Vertrages bis $ö den nächsten Wahlen ausschieben wird und dann nur noch ein Drittel der Senatoren nötig ist, um die Rattfikatton des Berttages dnrchzusühren. Die Gegner des Vertrages sind nicht imstande, die nötige Zweidrittelmehrheit aufzubringen, doch haben st« nicht den Mus, die Verantwortung für ein« weitere Verzögerung des Friedens zu tragen, da ihnen diese bei den Wahlen schaden Würde. Die Anhänger des Präsidenten forderten am Montag den Sen ator Lodge aus. den Antrag Fohnftm Mr Abstimmung im Senat zu unterbreiten. Lodge weigerte sich und schlug vor, die Angelegenheit zu verschieben. Die Entsendung des belgischen Kardinals Mercier übt einen wesentlichen Einfluß auf die kirchlichen Kreise aus. Diese setzen sich heute gemeinsam mit der Regierung und den Handekskreisen für die Ratifikation ein.
Aurbelmuim bet Streite.
Eisenbahnerkrisis i« England.
(Eigene Drahtmeldung?'
London. 27. September.
Die vorgestern durch das Ultimatum der englischen Eisenbahner hervorgerufene Krise hat gestern und heute eine günstigere Wendung genommen. Der Vollzugsausschuß der Eisenbahner hat int Laufe ferner gestern morgen stattgehabten Versammlung beschlossen, die Einladung von Erik Geddes anMnehmen. Die erste Zickamemnkunft fand nm 11 Uhr morgens zwischen dem Transpottmtrtister und vier Arbeiterdelegierten statt. Sie dauerte zwei Stunden. Der Minister bemühte fick zamächst, die Mißverständnisse w zerstrsnen, die feiner Ansicht nach den Konflikt hervorgerufen haben. Rach einer eingehenden Aussprache Über beide geltend gemacht« Standpuntte schlug er gemeinsame Änderungen an dem Vorschlag der Regierung vor. Schließlich wurde beschlossen, daß nachmittags eine neue Besprechung staitfindcn solle. Diese Besprechung begann um 4 Ubr und -eMgte em nicht ermattetes Resultat. Gegen 5 Uhr begab sich der Vollzugsausschuß der Eisenbahner zu Llohd George, wohin sich bereits Erik GeddeS zur Besprechung der Laae be- aeben hatte. Die Besprechung zwischen Llohd George imd dem Vollzugsausschuß dauerte ohne Unterbrechung bis 8 Uhr. Man entschloß sich, erst Sonntag weiter zu verhandeln.
Beilegung des Stettiner Ansftandes.
Stettin, 27. September. (Pttvattelegramm.) Auf Grund von Besprechungen, die zwischen bem Oberpräfldenten, dem Oberbürgermeister unb bem Arbeitsausschuß der hiesigen Gaswette gestern abend stattsanden, haben die Gasarbeiter ihre Tätigkeft in »ollem Umfange wieder anfgenoniMen, nachdem t* inzwischen eingetroffenen Truppen zurstSgezogeu waren.
Ausschreitungen gegen Arbeitswillige
Lübeck. 27. September (Privattelegranrrn.) Hier kam es zu schweren Tätlichkeiten, wobei Arbeitswillige verletzt wurden. Die Anhänger deS Deutschen Secmannsbundes sperrten eine Sette quer über den Hafen, um jeden Schiffsverkehr unmöglich zu machen. Da die Polizei nicht imstande war. diesem Treiben Einhalt zu tun, wurde Vie Einwohnerwehr alarmiett, die baS ganze Hasen gebiet besetzte und die HanpttSdelsffthrer deS SeemannSbun- veS kurzer Hand festnahm. Die Einwohnerwehr sorgt dann dafür, daß die ArbeitswiLigen wieder zur Arbeit zurückLhren konnten.
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Di^ Berliner Metallarbeiter.
Berlin. 27. September. (Privatteregram-n.) Fn Berlin streikten heute früh hunderttauseist» Metallarbttter. In einer gestrigen Mrtallarbei- terverfammlung teilte ein Redner nut, daß die Mttallarbeiter der deutschen GrstzfLdte ;r längstens zwei Wochen in den Sympathieausstand für die streikendrn BerSner Me- tallarüeiter eintreten werden.
Preußische Landeslirche
Borbereiinng der kirchlichen Wahlgesetze.
•te GefcOesvsrl«,« ÜH» feie ju erwartend« Wahl der Derfastun«aedenfeen Derfam». ton« der SrangelisSen randeSNrch» y>re«. stenS wird »en den anderen LandesrirMen, alte ««* feer tzeffen nastanifchen, mit Znte- resse erwartet. Mr erhalten darüber Vie nach, gehenden nnterrichtenden «noführnngen:
Im Berfoka der Anregungen des Dresdner Kircheiftags hat der Preußische Evangelische Obettirchenrat in gemeinsamer Beratung mit dem Vorstand der Geneealsynode der Preußischen LanDeskirche einen Entwurf eines Wahlgesetzes für die feit langem mit Spannung erroarttic Berfassnrtggebende Ki r- cheu Versammlung settiggestellt. Nach Anilwrurtg der Provinzialsynoden soll dieser Gesetzentwurf der Generalsynode zur endgültigen Beschlußfassung vorgelegt werden.
Der Entwurf geht von dem Geoanken aus, daß nicht auf den Einzelpersonen, sondern auf den Gemeinden das Leben und Arbeiten der Kirche sich aufbaue. Demnach sollen nach demselben auch nicht die GingeLpersoaen, sondern eben die Gemeinden bei der unumgänglichen Neugestaltung der Kirchenv:rfassung die Entscheidung evhalten. Deshalb sollen nicht Urwahlen, wohl aber Neuwahlen aller kirchlichen Gemeindevertretungen stattsinden. Nach dem Entwurf würden die Gemeinden von 300^-500 Seelen je 12 Vertreter bei diesen Neuwahlen erhalten, die größerert entsprechend mehr bis zur Höchstzahl von 60 Gvmemdsvertretern. Den Gemeinden von mehr als 24000 Seelen werden für die Wahlen zur VerfasstmgsaeÄenden Kirchenver- sgmmlrtng Zusatz stimmen gewähtt. Die Wahlen *t den Gemeindevertretungen (Pres- bbteriert, jNrchenvonständen) sind unmittelbar und geheim. Amb die Frauen erhalten das aktive und passive Wahlrecht. Wo eine Wählerliste bisher üblich war, soll auch jetzt zur Ermöglichung der Wahlaus. Übung die Ernttagung in dieselbe gefordert werden. Als Wahlalter ist das vollendete 24. Aabr in Vorschlag gebracht. Die Wahl erfolgt stach dem eirtstychen Mehrheitssystem, Täfern Wcchlvorschkäg« nicht ein gereicht sind. Andernfalls gilt die Verhältniswahl. Doch soll Der Wähler nicht cm die Zusammen, setznrtq der WahlvorschWge gebunden sein, sondern sich selbst aus den verschiedenen Vorschlägen eine Liste zusanrmenstessen dürfen. Gültig svillen Wahkvorschläge sein, sofern sie, je nach Größ« der Gemeinden, 5—20 Unter- schritten tragen.
Die von den neuert Gsmeirtdevettretungen vovznnechmende Wahl zu der Verfassungsgebenden Versammstmst erfolgt nach Wastlbezrr- ken, von denen je einer von den Provinzen gebildet wird. Dies« WM erfolgt nur nach dem DerbälttMwabfsvstrm. Auf je 100000 Evangelische ist je etrt Abgeordneter zu wählen. Gewählt wird tröst den neuzstsammengesetzten Kttchenvorständen. Ostpreußen erhält 8. West- vreußen S. Brandenlnrrg 48, Pommern 18, Poftrt 5, Dchkesien 21. Dachsen 27, Westfalen 18 und die Rfteinprovin; 18 Bettreter. Di: nickt zur Preußischen Landeskirche gliedweise gehörenden Landeskirchen der sogenannten 91 eiten Provinzen Hannover, Schleswig-Holstein. Hessen-Rassan werden ihre Kir- chenvettafftmg wchrscheinlich ist einer gleichw oder äh-nffchen Form f-ststessen. Das w-i-y bedarf nach feiner Artnahm« durch die ! : der staatlichen Anettenmrng, dassekbe ast: non der endgiMgen Krrchenvettaffung. Ist bii Tfaafficbe Anettennnng erfolgt, so ist die bet- ttetungSweise Ausübung der landesherrlichen Kirchengevrott durch die drei Staatsminister erledigt. ES ist anzunehmen, daß die Wabl- rechtsvorlage des ObettirchenratS sehr bald in der Gesternffvrtode W Verthastdlung kommt und daß Eck die Svnoden der neifen Provinzen demnächst zusammentreten werden. Auch die SffenKche AnSfvrache über d-ese Angelegenheit dürfte trofft» eine regere werden.
Sie 8oitbtsbet|mnmümg.
Beratung beS Etatsentwurfs.
An der gestrigen Erötternng des Staats» b<n»shattSvlaneS für 1919 (Finanzmirtistettumt begründete Abg. Schubert (Soz.) den An ttag des HEshMSauSschuffeS über die $ er» besseruns der Diensteinftnmnen der B e» amten, Lehrer uftv. und die Teue, rnngSzula'gen. sowie den Antrag de! .HanShnttSauSschusses über die Neuregelung d« RechtsverHSftnisse der Beamten. Der Ausschuf färben unter anderem die Gewährung vor Kttcgsbeihffsen bis $ttm Höchstsatz, die mög lichste Beschleunigung in der Gkeuhstessmrg b< sonders teurer Otte ttiH denen der Ortsklasse i für die Teuernng^nlagen, die Gewährunz einer eimnaSaen EMschuldungSbeihüfe, Ei»