Kasseler Neueste Nach
HeMche Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
9. JaÄrgoma
Sonnabend, 27. September 1919
Fernsprecher 951 und 952.
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Nummer 250
Arbeiterbewegung im Zu- uub Auslaube
Industrie und Ausfuhr
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Ste »ef!eilt Keuefflee «echricht« erscheinen «»chenML fechlmal xut pccr adendk. Ter Adenuev-enirpreit betrügt menetl. 1.80 Merk bei freier Nlstevioe, tu« Hau«. Befuaungeu werben lebergeti tm der «eschäslsfielle «der b«u Seien entgegeMgenomwe*. Traueret, Bering und ttebetttee: SchlachtheMraße 38/30. Für unverlangt etngefanbte Beiträge tarnt M« Rebattion ein« Keranticertung »bet Gewähr in lebxem Falle übernehmen. Rückzahlung de« Se»eg»gelbe6 ober Ansprüche wegen eiwatgerntchtorbnnngrmSßiger Steierung ausgeschlossen.
gen neue Quellen erschMeßeu.
Deutschstmds wirtschafKiche utfb damit auch poNWche Zuftrnft Regt im Aufbau eines großgÄgigen Ex Part es, per irid»t früh und energisch geratet amtRckerseits oeförter' weiden ürätn. Boi dem «ugen'blicMcheu Tiefstand trrtferer Bükuta geht es aber nickt an. daß jede Kontrolle aufgchiobon wird. Soll aus dem Export für nufere DoAswirtschaft wirklich neues Leben sprießen, so muß er systematisch erschlossen! werden. Die deutschen Waren- und Fertige rqengrtiffe im AuSlamde srnd zur Zeit spottbillich oft Würger als den ausländischen Indüstriellrn die rntfdrechenden Rohstoffe M stshen kommen. Die EiWörung dafür sind "tbo^ zur Genüge bekannt: sie Regt aber auch in den günstigen 'Erzeugungsmekhodon in Deutschland. Das Anstand wird seine Industrie durch Schutzzölle gegen das vermeindffche deutsche Schl«ä>er<maehot schützen. Das ist eine ungeheure Gefahr für unsere Wirtschaft, weil ihr so die Werte gerieten gehen, die nur ihr Mammen und die sie dringend braucht. Es
Die Eisenbahner in England.
London, 26. September (Eigener Trahtbe- richt.) Der Verband der Eisenbahnangestellten hat verkündet, daß, wenn die Regierung die Forderungen nicht bewillige, der allgemeine Ausstand am Freitag (heute) beginnen werde. Inzwischen hat der Kabinettsrat getagt und dent Verband mitgeteilt, daß die Höhe der Kriegslöhnung nicht gezahlt werden könne. Gleichzeitig macht der Kabinettsrat einen Vermittelungsvorschlag.
Berliner Heizerstreik bei Siemens.
Berlin, 26. September. (Privattelegramm.) Gestern abenjd sind die Heizer der Siemenswerke in den Streik getreten, was zur Folge hatte, daß das Kraftwerk sttlliegt und die Versorgung der Siemensstadt mit Licht unterbrochen ist. Von der Stillegung der Betriebe sind dreißigtausend Arbeiter und Arbeiter'n- nen unfreiwillig betroffen worden.
Stettiner Gasarberrer und Seeleute.
Stettin, 26. September. (Privattele- gramm.) Die G a s a r b e' t e r haben die ihnen angebotene Lohnerhöhung abgelehnt. Die Wasserwerke arbeiten noch. Man will aber, falls die Forderungen nicht erfüllt werden, unbedingt in den Streik eintreten, ebenso auch in allen übrigen Zweigen der städtischen Verwaltung. Wegen Richtaüsführung der dringendsten Rotstandsarbeiten besteht die Gefahr, daß Stettin nach Wiederairfnahme der Arbeiten noch etwa vierzehn Tage lang ohne Licht bleiben mutz. Auch im Hafen hat sich die Lage verschärft, da die streikenden Seeleute vom Seemannsbund die Arbeitswilligen zum Teil mit Gern a l t an der Arbeit hindern. Eine vom Transportarbeiter-Verband einberufene Versammlung wurde von den Strebenden gesprengt.
Freiwillige Hi.se in Bremen.
Bremen, 26. September. (Privattele- gramm.) Die Gewerkschaften und der Trans- portarbeiterverbaitd, die den Streik der Seeleute ablehnen, sehen in dem Eintritt von freiwilligen Hilsskrästen keine Herausforderung. Einige Herren von der Streikabwehrleittmg haben durch Aufstellung freiwilliger Hilfskräfte ans allen Kreisen der Bevölkerung d'e A r b e i - ten wieder in Gang gebracht. Es haben sich vier- bis fünfhundert Mann gemeldet, die im geschlossenen Zug zum Hafen gingen. Tie Polizei hat den Schutz der Arbeitswilligen übernommen und Mitglieder der S.adtwehr als Polizeihilfskrätte angefvrdert.
Ausstände in aller Welt.
Metallarbeiter-Stteik in Amerika.
(Eigene Drahtmelduna.l
. Rewyork. 26. September.
Di« Zahl der Streikenden in Pittsburg beträgt 327000, nachdem gestern vierzigtausend weitere Arbeiter die Arbeit niederlegten. Der Arbeiterführer Gompers hat vor der zwischenstaatlichen Kommission keinerlei Erklärungen über den Streik abgegeben. Im Senat wurde erklärt, daß eine Untersuchung eingeleitet wurde. Der Präsident der Stahl-Gesellschaft der Vereinigten Staaten, Gary, und ein Delegierter der Gewerkschaften dör Metallarbeiter sollen ange. bört werden. Gasper, Mitglied des Repräsentantenhauses, stellte den Delegierten Fitzpatrick als einen revolutionären Agitatm hin, und der Abgeordnete Cahn verlangte aus diesem Grunde die Versetzung von Fitzpatrick in den Anklagezustand. In Chicago überwachen Bundesagenten die Bolschewisten, von denen einer verhaftet wurde. In Buffalo und in Farrell fanden weitere Zusammenstöße statt. Zwei Streckende wurden getötet, mehrere verletzt, darunter zwei tödlich. Im Distrikt von Pittsburg haben zahlreiche Arbeiter die Arbeit tMWMstSWWmen. An anderen Orten ist die Lage unverändert. Die Zusarn- rncnstöße in Buffalo und Chicago dauern an.
rrisationen des RheinschiffahrtSpersonalS haben die bis 30. September gehenden Tarifverträge gekündigt, fordern wesentliche Erhöhung der Löhne, Freigabe sämtlicher Sonn- und Festtage und verkürzte Arbeitszeit, andernfalls sie ent« Wossen sind, in den Stteik zu treten. Die Folgen eines solchen Streiks wären unabsehbar, ^Selbst wenn die Stillegung der Schiffahrt nur wenige Tage dauern würde, würde sie den voll- tändigen Zusammenbruch der Industrie in Süddeutschland bedeuten und auch die völlige Einstellung der Kohlenlieferungen an die Entente zur Folge haben muffen.
Bezahlte UebeltSter.
Geheime Pläne der Kommunisten.
Durch di« Verhaftung bett verdächtige« Personen in Salf a. d.«. ist man auf di« »pur von Mordplanen der «ommuniste« gekommen, di« fich Uder ganz »eutschland ausbreiten. E« werde« un« folgend« Einzelheit«« mUgetelttr
Im Anschluß an die Verhaftungen der Hallst scheu Kommunisten hat der preußische Ministerpräsident Hirsch im Haushaltsausschuß der Landesversammlung in ausführlicher Weise aus die Eutdeckungeu der sächsischen Regierung hinsichtlich der Gelseimagitatiou des Spartakusbundes Bezug genommen. Es handelte sich dabei um eine ausführliche Instruktion an alle Vertrauensmänner der spartakrstischen Verbände in Deutschland, Deutsch-Oesterreich und der Tschecho-Slow ake i, und der Inhalt ging dahtn, daß eine streng geheime politische Organi- sattonsgruppe gegründet sei, die eine Namenliste aller politischen Persönlichkeiten anzulegen hätte. Auf Grund dieser Liste sollen daun bei dem nächsten Aufstand alle Feinde „dingfest" gemacht und „abgeurteilt" werden. Mr die eurzelnen Morde auszuführen hätte, werde durch das Los bestimmt werden, und auf Nichtausführung des MordaufttageS stehe der Tod, desgleichen für jeden Verrat. Man sieht also, daß ine Kommunisten auch hier bis ins kleinste dem großen russischen Beispiele nacheifern, denn das ist eine Technik und Taktik, die im zaristischen Rußland früher und jetzt mit Meisterschaft geübt werden. Damit mau nun aber nicht etwa glaubt, daß es sich nur um theorettschc Bettachtungen handelt, wurden kürzlich bei dem Kommunisten Heile in München die Pläne für den neuen gewaltsamen Umsturz entdeckt, der im Dezember bewerkstelligt werden sollte. Diese Cntdecknngen sichen nun in einem offenbaren Gegensatz zu den offiziellen Aeußerungen aus den Kommunistentagungen der letzten Zeit, wo die Redner mehrfach zugegeben haben, daß „die Straße verloren fei". Jedenfalls arbeitet man im Geheimen auf der alten Bahn mit allen Kräften weiter. Das ist die Erkenntnis, die die Entdeckungen der sächsischen und der bayerischen Regierung vermitteln, und ste ist immerhin von erheblichem Gewicht, «ich wenn man im allgemeinen der Ueberzengung zuneigen möchte, daß die Zett für eine spartakisfische Bewegung größeren Umfanges vorüber ist. Ans jenen Geheimplänen erhellt jenseits von allem Zweifel, daß die entschlossensten Kreise des Kommunismus nach wie vor
auf die „Propagmrda der Tat" schwören, «nd bei der nach wie vor äußerst gespannten innerpolitischen Lage kann man darüber nicht ohne weiteres hinweggehen. In diesem Sinne ist also die Aufdeckung der dunklen Schlachtplane des Kommunismus sehr wichtig, denn eine Gefahr, deren man sich bewußt ist, hat die Hälfte ihrer Bedrohlichkeit einciebüßt. Die Regierungen in den einzelnen Ländern werden aber, wie bisher, alle Wachsamkeit auf» zubieten haben, damit diesen schwarzen Plänen rechtzeifig entgegengetreten werden kann. Die Oeffentlichkeit hat die Kunde von ihnen mit nicht geringer Beunruhigung aufgenommen, beim bisher ist es noch niemals in einem ähnlichen Maße gelungen, über die Organisation des schwarzen Aufruhrs so weitaebende Kenntnis zu erhalten. Das letzte Aufffackern des Spar- ttckismus darf nicht zu einem neuen Brande werden. Aus den beschlaguabmien Schriftstücken geht hervor, daß sowohl in Halle tote in Berlin „Mörderzentralen" existieren. Sie be. stehen aus je sieben Mitgliedern und stehen mit» rinartber in engster Verbindung. Diesen Dangen kam man auf die Spur durch die Ergreifung des Mörders des Inspektors Mau kürzlich rn Berlin. In Halle wurde ein notorischer Verbrecher, der einen Raubmordversuch auf einen politisch gänzlich unbelasteten Arbeiter unternommen 'hatte, festgenommen, und er erklärte, daß ein kommunistischer „Ausschuß" ibn für einen Mord auf zwei ihm „besonders bezeichnete Personen" aedungen habe. Für jeden ausgeführten Mord wurde ibm
ein Honorar von zehn Mark in Aussicht gestellt. Aiuß nicht gerade buffe Tatsache dazu beitragen, alle, auch diejenigen, die aus irgend einem Grunde noch verärgert zur Seitt stehen zu müssen glauben, in enge Schicksalsgemeinschaft zusammen zu schmieden? Welch üble Folgen die Unruhestister für das ganze deutsche Volk verursachen, geht aus nach- stellender Zuschrift aus Bern (Schwertz! hervor: Deutschland wird am allerschwerften gerade von dm Deutschen s e l b st geschädtgt. Sto Deutschen beklagen sich mit RE darüber, daß (jteldentwertuna und Materialmangel das deutsche Volk dem Hungertods nahe bringen. den Zeitungen wird darauf hingewieftn, daß das Volk arbeiten muß, wenn es weSer lwen tote. Die Arbeit ist aber nur eine ber Bedingungen, die den Wiederaufbau DcutsÄai'bs ermöglichen. Viel wichtiger aber noch ar- Ar- ifeit in die Ettckehr von Rub- ns La-de.
ihr so die Werte Herl Sjufftxmmteri und die st gibt ein Mittel dagegen: Prsissrsifttzuugen und Ausftchrkonirolle von Seiten gewerblicher JentEellen. Die Furcht vor einer dadurch entstehenden Bürokratisienrng unserer Außenwirtschaft ist hinfällig Gegenüber der Gefahr, Me aus einem unbeschränkt wirkmdm Außenhandel für die Allgemeinheit erwächst. Es ist daher dringendes Erfordernis, ja, hier darf man sich wirklich des beliebten Ausdrucks bi« dienen, es ist das Gebot der Stunde daß die Ntkfhebumg der AuSstchr - Zwanaswrtsck'fi rückgängig gemacht wird uttd starke Persönlichkeiten deS Wirtschaftslebens die Regelung in die Hand nehmen, bis wir zu normalen Zuständen zuriickgrkrhrt sind und die Freiheit der PsMnlichkeit „im freiesten Staate »er Gelt" kein «wzMher Beoriff mebr ist. HaiwelS-
Neues Strebe« zum Aufstieg.
Es mehren sich die Anzeichen, als wäre die Avbeits-mMrst im Abflauen begriffen. Die stürmische Brandung, der die trotz vierjähriger Umterhöhlung dennoch festgebliöbenen Wälle lmd Deiche der Dolksvernunft stanvgshalten haben!, hat fürchterliche Verheerungen ange» richtet. Ganz abgesehen von dem verlorenen Kriege und den Folgeerscheinungen des Friedens ist unsere Volksmorrl unterwaschen, umpr politisches Denkvermögen verwässert und /die Grundfesten unserer Wirtschaft fvrtgespühft worden. In Deutschland stand Treu und Glauben früher obenan in der Welt; heute regieren! Spekulanten und Schieber. Einst nannte doan uns das Volk der Dichter mtb Denker: heute sind wtt bestenfalls Phantasten und Ideologen. Wir waren ehemaW das Land der KohlerrMe und gehen mm einem --etsNalten Winter entgegen. Das sind tief» schmerzliche Feststellungen, aber wir brauchen darob nicht zu verzweifeln, sondern Müssen nunmehr alle Mann an Bord rufen, um unserem Staatsschiffe wieder festen KurS zu geben, daß es mit Volldampf fahre. Die Zeil der Enthüllungen und des PartsihadriS muß nun zu Ende ßeitt. Der WidersÄrit der Fnreressen, der in seiner ganzen Sinnlosigkeit «Le Wege aus dem Chaos zu versperren scheint, in dem wir uns befinden, hat jetzt tzusWnmenzusinken und die Avbeitssolidaritäi an Stelle des Kampfes zwischen Arbeiter und Unternehmer zu rieten.
Und es will wirklich scheinen, als ob der größte Tiefstand überwunden ist. Aus den rheinisch-westfälischen Jndufritege-, bieten kommen erfreuliche Nachrick«n: die Avbeiislust und iusolqedeffen die Promcktion fft im Heben begriffen. Die alte Tüchttgkeit des deutschen Arbeiters regt sich dort schon wieder In den letzten Monaten sind trotz des Achistunden-Tages im Bergbau durch- fchnittlich 85 Prozent der Frisdeusförderung erreicht worden, affio eine bedeutsame Steigerung der Arbeitsleffttmg gegen di« des Zehn- siunden-Tages während des Krieges. Ein erfreuliches Zeichen wiederkchvender Vernunft ist eine Entscheidung württembergischer Transportaribeiter. die ht der nächsten Zeit wöchentlich 10 Ueberstnnden zu leisten bereit sind, um der TransporÄrise zu begegnen. Ist doch die VerkehrSnot die Wurzel alles Hebels! Vock den zur Zett für die tag- Kche Kohlenabfichr im Ruhrrwier zur Verfügung stehenden 15000 Wagen werden jetzt 3000 zum Abtransport der Ernte und mindestens 4000 zum Verbringen der beginnenden Steinstohlenlief,erungen an die Entente gebraucht. Die Kohlenkrise ist also weit mehr eine Transportmittelkrise tfrtb alles kommt darauf an, Verkehrsmittel zu schaffen. Denn, nur dann, wird unsere hochentwickelte Der- feinerungÄriduffttie wieder zu neuem Leben erwachen und unserer Volkswirtschaft durch die Wtederanbahnung der AuslandSbeziehun-
«4tnib GewerHe-Organisaticmen muffen sich zu- Mnmentun Wer Mittel und Weg? beraten uri ihre führenden Persönlichkeiten zur gemeinsamen Arbeit mit der Regierung entsenden. In den Plänen müssen alle Jntereffen berückstchttgt werde», damit sich die Ausführung später ohne 'Schwierigkeiten abwickekn kann.
Bedrohte Rhein-Schiffahrt.
Mannheim, 26. September. (Privattele- arairaLj In der Rbeinschifsahrt droht ern &rt> -uLiiubrecheu. . je Arbeftnehmer--Oraa-
Knndgebunqen gegen die Regierung.
Lugano. 26. September. (Eigener Draht- berickt.) Der direkte Rachrichtenverkehr mit sttnlien ist feit Mittwoch Mitternaibt wie der gesperrt. In Mailand und Turin dauerten nach indirekten Berichten am Montau und Dienstag di« Kundgebungen gegen die Regierung an. Der Drahtverkehr Mailann-Venedig ist seit Dienstag mirtan eingestellt. Die italje- atfdje Brbeiterkammer fordert die Allgemeine Arbeiterföderafion anf, sofort dest Generalstreik über gang Italien zu verlangen.
Ke? MstMNkß ßRkt hveher.
Fremde Bankfvekulation zu -rnferem Schaden.
(Privat-Telearamm.t
Basel. 26. September.
Seit gestern zeigt die de ttf>b" Mars-Ba^uta in d«r Schweiz wieder eine rückgängige Bewegung. Im ftcien Handelsverkehr wurden nur mehr 20 Eentimes geboten, offiziell an den Behörden in Zürich und Basel 22% gegen 26 am vorgestrigen Tage.
8m besetzten Gebiet.
Deutsche Kundgebung der Bergarbeiter.
(Privat-Telegramm.l
Saarbrücken. 96. September.
Der französische Militürverwal- ter von Saarbrücken veröffentlicht in den dortigen Zeitungen folgende Mitteilung: „Ans Anlaß des dreißigsteu Jahrestages der Gründung des Verbandes deutscher Bergarbeiter fand am 14. September in Saarbrücken mit Genehmigung der französischen Militärbehörde eine sehr schöne Feier statt, an der etwa vierzig- tmrsend Bergleute teilnahmen Wenn auch das äbm allgemeinen den erwarteten Verlauf
, so haben doch unglücklicherweise Einzelne, die von echitterten Alldeuffchen aufgehetzt waren, im Lauft des Tages der französischen Behörde gegenüber einen äußerst schweren Fehler begangen. Nachmittags kam der Musikverein von Groß-Rösseln durch die Babnhofftraße, wo er trotz des Verbotes, an dieser Stelle zu spielen, das Lied „Siegreich wollen wir Frankreich schlagen" anstimmte. Diese Unglücklichen hatten vergessen, daß. wenn Frankrrich in ferner Fl« gebvgkeit (?> nicht gezögert hatte, den Bergleuten das Recht zuzugestehen, sich an einem anständigen Vergnüzen zu beteiligen, es nicht zulassen "konnte, daß irgend jemand Stellung gegen die gesetzliche Gewalt nehme. Der begangene Fehler muß bestraft werden, und er wird es auch mit einer Strenge, die ebenso groß ist, wie das Wohlwollen, (?) das die französische VerwMung anständigen Menschen gegenüber immer beweisen wird."
Staffeln Schwierigkeiten.
Kronratssitzung über das Adria-Problem.
(Eigene Drahtmeldung.)
Lugano, 26. September.
Aus Rom wird gemeldet: Der Kronrat war bekannrlich im Quriinal unter dem Von siy des Königs versammelt. Sonnino lernte eg ab, dem Kronrat beszuwochneu, da die Einberufung durch den König unlonftttutioneff fei. Von Giositti wird erzählt, er habe die schleunige Veranstaltung von Wahlen als ine einzige Möglichkeit zur Lösung der Krise bezeichnet. Wie aus Paris gemeldet wird, er- füllt englische, besonders aber französische Kreise die Beturchrung. daß Serbien sich zu gefährlichen Schritten hiureißen lassen könnte, die den Weltfrisden ernstlich bedrohen Knuten. Diese Befürchtung verschärft sich feit zwei Tagen immer mehr. Zwilchen Italienern und Slowaken ist es schon ,u Zusammen - stoßen gckomm.cn. — Pariser Blätter bringen römische Telegramme, wonach der, italienische Kronrat keine endgülrige Lösung dez Adrtakonflittes gebracht hat. Die Drrrchfuhrung der B! aß nahmen gegen Gabriele d^lnnunzto seien vom Krourat lediglich defprochen aber nicht beschlossen worden.