Kasseler Neueste Nachrichten
Kaffeler Abendzeitung
Hesfische Abendzeitung
Nummer 245
Sonntag, 2L September 1919
Fernsprecher 951 und 952.
9. Zahrgang
Fernsprecher 951 und 952.
3»fertu>a4»Teife; $te fiebengefoaltete Z«tle für ewtzrtnrtsch, Sefdüft» SO Psz. fta «uf-„ TDärtioe Anjkig-n 35 Pf. SUnamqeUe für ÄnSeimisch« StfMft* 75 «!„ für auliaärttae Ärfcdöfte 1 M!, einfache Beilage» werden mit 5 Mart pre Lausen» serechaet, alles mit sw* Teuerung r-Zufchlcig. Bei Uebermittlitng von Anzeigen auf lelepb- Lieg« n>tro für durch SM» fester hervorgerufene Irrtümer ketnerleiHaflungüdernommen. Kür di« Liufuahme vonLnzetg« an bsftt turnten Tagen oder Pliitzeu wird leine Gewähr geleistet. Geschäit«nelle:>iölni»che Zrr. 5.
Aafseler Reueslen Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar a dend s. Der Et ctmemcnt£preli beiragi monatl. 1JC Mark Btt freier SufieEun; ins Haus BesieUunaeu werden lederzeU een der Seichäftsslelle »der de« Baien entgegenLenomme». Trnrlrrel Verlag tmb Siebenten Lchlachthefsiratzc W/A>. fiüi tmrtr'angi eingesandt- Beiträge :ann “te «edaltien eine Verantwortung oder Gewähr in teinem Kalle übernehmen. Rückzabinng deS Bezugsgeldes oder Ansprüche wegen -iwaigerniLt ordnunaSmatziger Lieferung ausgeschlossen.
Eine neue Drohung öer Entente.
deuten, ob noch immer nicht Ruhe im
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qtcicher
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T!m H 3 Mr w«id« ihneü Kenntnis von dem
250 Millionen Franken zu bezahlen.
und
tägiges Ultimatum zur Räumung Fiumes^
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übermittel« mutzte, das Montag früh -bläust. alle ^^^A^^daÄe
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Fehler entschuldigte. Aus den Bedingungen verzeichne» französische Blätter die Abschaffung des obligatorischen Militärdienstes. die Herabsetzung der Wehrmacht, die Ablieferung der Waffen, sowie Rückgabe der entwendeten Gegenstände «nd Dokumente. Des weiteren ist von Bulgarien eine Entschädigung von zwei Milliarden
A'M"nd bald eintritt, liegt nur am Wiederaus« leven der Arbeit. Die Unternehmer ftnb schon zu neuer und großzügiger Tätigkeit 6 e* x$ it, tone die SMtenimacn der LLLieden-
Set ttalienische GewaMreich
Zensur als Folge der Fiume-Angelegenheit.
(Eigener Drahtbericht.)
Niailand. 20. September.
Set Markku» steigt.
Sprunghafte Aufwärtsbewegnng.
(Privat-Telearamm.)
Bern. 20. September.
An der Schweizer Börse hat seit vorgestern eine starke Aufwärtsbeweguna der deutschen Valuta eingesetzt. Der Markknrs ist von 20 auf 25 gestiegen. Die Aufwärtsbeweguna hielt auch gestern noch weiter an.
Sölgatiens Stich ensbetttag
Ueberreichung der Bedingungen.
(Ergrner Drahtbericht.)
RSnmnng des Sflltifums.
Eine Drohung der Entente.
(Vrivat-Telegramm.)
Paris, 20. September.
Die Konferenz der Alliierten hat beschlossen, Deutschland nochmals zur Räumung der baltischen Provinzen ausznfordern unter de; Androhung von wirksamen Matznah- men und Druckmitteln, unter anderem die Wiederaufnahme der Blockade, erneute Weigerung Amerikas, Kredit zu gewähren und Unterbrechung der HeimbefSrderung der deut- schen Kriegsgefangenen.
•in zweiter Prozeß.
München. 20. September. (Privat-Tele- gramm.) Die Staatsanwaltschaft des Münchener Vottsgerichts hat bereits wegen eines zweiten GeiselmoedprozefseS das Verfahren eingeleitet. Hierzu stehen bereits sechzig Angeklagte, die als Zeugen in dem ersten Prozeß vernommen wurden, zur Verfügung.
Foch plant energische Aandjnng.
Gens, 20. September. (Eigene Orahtmel- bung.) Die französische Zeitung „Progreß" be. richte: die Ernennung des Marschalls Foch zum Präsidenten des Obersten Kriegsrates. Beiräte sind die Generäle Percrin und Francais b’ Esparay, dagegen ist Joffre nutzt berücksichtigt worden. Die Zeitung „Äoittoeöiftt* meldet, daß Marschall Foch ein energisches Vorgehen im Baltikum plane. Es sei bereits eine diplomatische Handlung erwogen worden.
Die italienischen Blatter erkennen die schwierige Stellung des Kabmetts Ritti an. wie sie durch den Handstreich yAnnnnzios geschaffen wurde, verwahren sich aber trotzdem auf das energischste gegen die von der Regierung neuerdings erlassenen Zensurvorschriften. Der „Cor- riere della Sera* kritisiert heftig die Entsendung eines PolizeikomMissars mit zwei Polizisten in sämtliche Zeitungsredaktionen. Das »Journal der Popobr* bezeichnet den Zensurerlaß Nittis als einen Gewaltakt, der sämtliche bestehenden Gesetze verletzt und wodurch gleichzeitig der Boden für gefährliche Gerüchte in der öffentlichen Moimmg geschaffen werde. DaS »Giornale d'FtÄia*, die »Epoca* und die »Sbea Rationale*, fotoie der .Seeoio* find nicht we- niger heftig mit ihren LuÄasiungen. gegen Ritti. Sinzig der .Messagero* verteidigt die von der Regierung getroffene Verfügung.
Kommt eine Besserung?
Probleme auf dem Arbettsmarft.
Dorkommniffe der letzten Tage lasten wieder einmal die Frage, ob wir bald eine Besserung auf wirtschaftlichem Gebiet erwarte:: dürfen, in den Vordergrund treten. Die in Köslin verübten Plünderungen der Lebensmittel- und Be- kleidungsgesihäfte, der in Berlin drohende Ausstand in der Metallindustrie, schließlich die in Braunschweig vorgekommenen Unruhen, all diese unerfreulichen Nachrichten geben wieder zu
sten Industrie- und Gewerbezweige auf der Leipziger Messe gezeigt haben. K. F. D-r.
Beschluß des Staatsministeriums Hoffmann gegeben. Nach geistlichem Zuspruch verlangte nur Fritz Seidl und Wiedl. der ihnen auch gewährt wurde. 15 Minuten nach 3 Uhr wurden die Verurteilten auf den Hof des Gefängnisses geführt und innerhalb 3 Minuten war das Urteil vollzogen. Fritz Seidl hatte im Angesicht des Todes seine Fassung vollständig ver- loren. Er zitterte heftig und verlangte noch zuletzt. um fein Leben zu verlängern, dem Staats-
Sturz unserer Valuta
mindestens beigetragen. Die Abtragung bet Kriegsschuld muß auf eine Reihe von Generationen verteilt werden. Trotz besten Willen« ihrer Führer hat die Sozialdemokratie bewiesen, daß sie zum allein bestimmenden oder ausschlaggebenden Faktor in einer Regierung nicht fähig ist. Zu entbehren ist sie allerdings nicht, dmn die Massen müssen durch sie Vertreten sein. Bei den nächsten Wahlen müssen die bür* gerlichen Parteien dafür sorgen, daß durch Listenverbindlmgen oder sonstwie die Bürgerlichen eine so große S-timmenzckhl erhalten wie nur denkbar, damit sie und nicht die Sozuck- demokratte das ausschlaggebende Moment in der neuen Regierung bähen. Unsere Zukunft kann nicht auf eine fottdanernde Sozialistenms gegründet fein. So notwendig die Betttebsrät«. sind, in die Betriebsleitung haben sie sich niemals einzumischen. Rur die Akkord-
Ultitnaftttn auf alliierten Druck.
Zürich, 20. September. (Eigene Drntz- meLdung.) Die Zeitung „Secols" meldet, daß die italienische Regierung auf Antrag des Rates der Alliiette« an Gabriel d'Annnnzio ein drei-
Sie Erschießung der Geiselmörder
jBestatigung und Vollstrecknnq des Urteil#.
München, 20. September. (Privat-Tele- gramm.) Die sechs zum Tode Verurteilten wurden im Staatsgesängnis Stadlheim in besonders starkbewachte Zellen gebracht. Ueber- haupt war das ganze Gefängnis von Militär umgeben worden: gegen jegliche Angriffe von an ft en war es durch Artillerie. Minenwerfer, Maschinengewehre, Flieger und Scheinwerfer gesichert. Die Einlieferung der Gefangenen vollzog sich ohne Zwischenfall. Am Donnerstag nachmittag ttat im Ministerium des Innert: der Botz rische Ministerrar zu einer endgültigen Sitzung zusammen, die sich bis nachts 3 Uhr ausdehnte. Am Freitag nachmittag 3'/, Uhr gab der Ministerpräsident folgendes bekannt: .Das Mi- rsterium hat sich nicht veranlaßt gesehen. von siinem Begnadigungsrecht Gebrauch zu machen.- Heber die Einzelheiten der Stimmabgabe im Ministerrat wird, um We ter -ngen zu vermeiden strengstes Stillschweigen bewahrt. Den fetbg zum Tode Verurteilten war vor Vollstreckung des Urteils die Möolich'eit gegeben worden, sich mit ihren Angehörigen zu besprechen und ihre Angelegenheiten zu regeln.
Wieder ein Ultimatum.
Genf. 20. September. (Privattelegramm.) Pariser Blätter berieten, daß die neu* Rote Fachs an Deutschland aus Räumung des Satti* kums abermals die Form eines Ultimatums an Deutschland hat. Die Rott war dem »Echo de Paris" zufolge am Freitag früh »och nicht nach Serlin abgegangen.
sein soll. So ernst auch die Ereignisse aussehen, wird man ihre Bedeutung doch nützt überschätzen dürfen, denn wie inzwischen sestgesiellt worden ist, waren die Plünderungen durchaus nicht aus einer Notlage entsprungen, sondern wurden von einem Haufen Allotria tteibender Burschen verursacht. Ernster scheint dagegen der Braunschweiger Vorfall zu fein, der auf planmäßige Ruhestörung hinzielt. Aber die Reichswehr hat bereits dafür gesorgt, daß Verstärtun- gen dorthin verlegt werden, die etwaige Putsche tm Keime ersticken können. Heber die dritte Angelegenheit, den Metallarbeiterausstand, läßt sich noch kein klares Bild gewinnen, aber es scheint, daß die Setoegung nur auf Berlin beschränkt bleibt und auch dort nur teilweise und zögernd in die Erscheinung tritt. Es ist also, obwohl Ligchsamieit für die Regierung und Behörden geboten ist, doch kein Grund zum Pessimismus vorhanden, denn die Naturnot- toenbigfeit macht mit der Zeit jedem vernünftigen Menfcheu klar, daß nur durch Ordnung und Arbeit etwas Nützliches geschaffen werden kann.
anwalt vorgeführt zu werden, angeblich um wichtige Enihüllimgeu zu machen. Sein Verlangen wurde abgelehnt. Die Senirteilten Schicklhofcr und Fehmer ergingen sich in wüsten Beschimpfungen gegen die Regierung Hoffmann »nd das Vollstreckungskommando. Fehmer rief: „Es lebe die Weltrevolntwn." Die Verurteilten hatte« bis zuletzt mit ihrer Begnadiguna gerechnet und auf ihre baldige Befreiung durch die kommende Revolution gehofft. wie sie den Wärtern des Gefängnisses bis Freitag mittag immer wieder srrstcherten. Gestern sind in München zwei weitere Verhaftungen in der Geiselmord-Ange- leaentzeit vorgcnommen worden.
retten, denn niemals sind die Menschen Aich, atfo auch nicht die Arbeit. Der Redner schloß unter starkem Beifall mit einem ^feften Glaubensbekenntnis für "" "
treuen zu mrS f^Dst----- ..
Leistungen in Industrie, Handel. unb
Sarrdwlrischaft werden den Karrnr aus dem Morast ziehen, unu toemT er noch so tief darin steckt Äe Deutsch« liberal« Vollsvart« soll
Auf lern Arbeitsmarkte werden in der nächsten Zeit große Probleme zu lösen sein. Durch das Hereinfirömen der Hunderltaufende von Kriegsgefangenen wird sich die Zahl der Arbeitslosen zweifellos erhöben, aber ruck die Arbeitswilligen werden sich in rmflußreicher Zahl vermehren. Aus den Durchgangslagern wird bereits gemeldet, und auch ver in amtlicher Eigenschaft nach Frankreich mtsandte Major ®raubt berichtet von den Gefangenen, baß sie einen innigen Wunsch haben, das ist das Verlangen nach Arbeit. -Wer jahrelang unter dem Zwang der Feinde in Gewahrsam gehalten wurde, wer den Ueberuutt der feindlichen Sieger am eigenen Leibe spüren mußte und habet durch Briefe von der Not der Heimat erfuhr, der hat keine Neigung, das eigene arme Volk noch mehr zu schädigen und es durch inneren Aufruhr an den Abgrund zu ite:ben. Nein, aus allen Gefangenenbriefen und aus den Erzählungen der bereits Angekommenen geht hervor, daß sie Sehnfuchi nach geregelter Arbeit haben, daß sie drängen, am Wiederaufbau des Deutschen Reiches mithelfen zu können. Es liegt nun an den Kommifsionen und Organisationen, die richtigen Wege zu wei- stn, dem Tätigkeitsdrang durch Zuweisung von Arbettsaelegenheit entgegenzukommen. Es ist ratsam, diß alle Werkstätten, Bureaus, Fabriken und nicht zuletzt die Landwirt- a f mit den dazu vorhandenen amtlichen Stellen in Verbindung setzen. In großem Maßstabe werden habet Bergwerke und Landwirtschaft viel Gutes tun können und da- ?2n h^en, denn in dieser materialistischen Welt kann nur Ersprießliches gedeihen, toemt es auf Gegenseitigkeit beruht.
, . Wie gegenwärttg der Stand bet Arbeitslosigkeit ist, ob die Zahlen abgenommen haben ober nutzt, können wir im Augenblick nickt seft- stellen, da unseres Wissens in der letzten Zeit keine Statistik veröffentlicht worden ist. Ans den amtlichen Mitteilungen, wonach die Kvh- tenförbening ztmenommen bat und ai:ck der Werkflättenbettieb bei den Eisenbahnen sich bef- srtt, darf man wohl auf eine Steigerung der Arbeitslust schließen. Es ist nur zu wünschen, baß die Besserung sich auch auf weitere Streife erttteett und die private Hnterneh- muugSlust fördert. Wie wichttadas für die ^efanrte wirtfchastliche Lage ist, haben wir ja oentlutz genug gefehen, als infolge des allgemeinen Stillstandes die Teuerung einttat und unsere Valuta sank, worunter wir noch heute zu leiden haben. Eine Verbilligung der Lebensmittel und Kleidung kann nur kommen, wenn wir das, was wir brauchen, nicht vom AuSlande kaufen, sondern s e l b st b e r st e l l e n das heißt, wenn wir die nötigen Rohstoffe vom Ausland- zu annehmbaren Preisen erhalten. Tie Preise richten sich natürlich nach dem Skurs- ftand, und dieser wiederum nach unserer Wirt- schaftslag-». Dem AuSlande nun wieder Vertrauen einflößen können wir aber nur durch ein geordnetes Wirtschaftsreben, durch aereoeltt Arbeit, die uns in bie Laae versetzt, auf Monate hinaus zu oisponie* , Ärbeitsleistung, Löhne «ud Preise zu berechnen und hie Erzeugnisse für die AnSftckr vorzubereii-n. Ob d'eser --eordneie
Dke Erschießung.
München. 20. September. (Privat-Tele grünten.) Tie Erschießung der GeifelniSrdcr im Gefängnis Stadlheim vollzog sich ohne Zwischenfall. Sir wurde an offen Verurteilten gu
Zürich. 20. September.
AuS Paris wird gemeldet: Gestern früh um 10 Uhr wurden im Ministerium des «eußeru in Varis der bulgarifchen Aborduuug die Frie- densbedingungen übergeben. Den Bulgaren wurde für die fckriftliche Erwiderung eine Frist von 25 Tagen bewilligt. Theodoros hielt eine längere Ansprache, iu der er die »äh* rend des Sricüts von Buloarien gemachte»
Aießer in Äaffel ;
Versammlung der Deutschen Volkspartet. Bericht über die Arbett in Weimar.
(Bon unferm Mitarbeiter.)
Kassel, 20. September.
Der vom hessen-nassauischen Wahlkreis mit in die Nattonalversammlung entsandte Präsident des Hansa-Bunides, Geheimrat Professor Dr. R i e ß c r, sprach gestern abend im st-ttk besetzten Saal des Evangelischen Vereinshauses über „Weimar", nachdem sich der Verfamm* luuFsleittr, Landesbiblrotheiar Dr. Hopf, gegen die Aufpeitschung der Leidenschaften dcS Volkes durch die sogenannten Enthüllungen gewandt. Dr. R i e ß e r selbst begann mit der Beantwortung zweier Fragen: Die Deutsche Volkspartei wird beim Tumultgesetz mit aller Energie für eine angemessene und möglichst wenig deschräuktt Haftung des Staates in Tumultfällen eintreten. Was die Kommunali
sierung der Lebensurittelgeschäste an betrifft, fo wird sie ihr aus wirtschaftlichen und prak- ttschen Gründen entschieden entgegentreten. In dem bann folgenden Bericht über die Tätigkeit feiner Fraktion in Weimar prägte er bei: Satz: Keine Wirtschaftsform, auch keine sozialistisch«, kann auf die Dauer ohne den verhaßten Kapitalismus existieren, der sein gutes Teil zu her gewaltigen wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands von 1870 ab beigetragen hat. Ausführlich behanDelte er dann die Gründe, di« zur Ableh- mmg des Friedensvertrags durch seine Fraftiou führten. Mit Bezug auf Scheidern a n n s Kasseler Rede stellte er die Anfrage an die Regierung, ab sie bereit ist. mm* vestenS jetzt int Parlament -nitzuteilen, w«s sie damals unterlassen hat, welchen Juhalfs die „sehr wichtigen Berichte aus dem Auslande" waren, die Scheidemann zu der Hossmmg berechtigten, daß einige Wochen Weigerung zud Revision der Verttagsbestimmungen geführt hätten. Bedauerlich isi, daß
Oberbürgermeister Skoch
sich zu der Bemerkung Hinreitzen ließ, dich Deutsche Volkspartei hocke, da sie die SSteber»' aufrichiimg der Monarchie erstrebt, nicht mitge- arbeitet. An "dieser Mitarbeit ließ es die Fraktion nicht fehlen Ein« Gegenrevolution von rechts lehnte Dr. Rießer ab, bekundete jedoch die Heberzeugimg, daß eine, ftlbstversiändlich auf freiheitlicher und konstttuttoueller Grundlage errichtete M 0 n a r ch i e die Ruhe, Sicherheit, Stetigkeit des Staatswesens und Sicherung des Privateigentums viel besser garantieren kann als irgend eine andere Staatsform: überzeugt ist er ferner, daß die sozialdemokratische Regierung fick auf bie Dauer nicht hatten kann. Die Einführung der Reichsfarbeu Schwarz-Rot- Golb machte mich eine Billigung der Verfassung unmöglich) eine Generation, die in der Zeit nach 70 gewirkt hat, darf nicht von den Farben Schwarz-Weiß-Rot lassen. (Bravo und Beifall.) Auch Straßburg, die wunder- chöne Siadt, können und bütfetj wir nie vergessen ! (Erneutes Bravo.) Deutsch-Oesterreich muß zu uns kommen. Die in der Verfassung vorgesehenen Volksentscheide werden daS Volk nie zur Ruhe kommen lassen. Hnvorieilhast ist die Ausdehnung des Wahlrechts auf die Jugendlichen. Bei der Besprechung der Steuergesetze wandte sich der Redner gegen Erzberger, der nicht an seinem Platze ist. Daß dieser wiederholt von der Möglichkeit d«S Staatsbaukerotts gesprochen, wenn diese oder jene Vorlage abgelehnt würde, hat zum
Deemflussungs-Versuche.
München. A. September. (Privat-Tele- gramm.) Der Staatsanwalt und die Richter im Prozeß gegen die Geiseluwrder habm m:s kommunistische n Kreisen zahlreiche Drohbriefe mit Ttdesandrohung erhalten. Auck die Mitglieder des Ministeriums Hoffmann sind mit gleichen Sendungen überhäuft worden, die ihnen das Schicksal der Verurieil'en antün. digcn. falls deren Hinrichtung erfolgen sollte. Die rrnahhäugige Laudespartoi Batzcrns hat eine Eingabe an das Ministerium mochte:, die Todesurteile auf keinen Fall vollfttcckcn zu las- >er.. wogegen eine gleich. Mtton von oer soziel- demottatischen Partei Biverns unterblieben ist.