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Die Fahrkarten-Schalter.

Die tzerbftkartoffeln

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ehl bi6<6en «ehr zusammen-1 aber nun das Geführt in Bclvcaung setzt, laust ncyincn. 9tmbAre mit .

Zerstreute Geschichten.

Humor ht ernster Zeit.

Belagerungszustand in Metz.

Metz, 17. September. (Privattelegramm.)

Kleins tzoMWe Nachrichten.

Das Sinken des Markknrses. Aus Basel I wird gemeldet: Die Mark notierte gestern in der Schweiz 19,75 für Brief und 18,50 für Geld.

Die Auslieserungsfrage. Nach einem Tele­gramm des Journal aus London versichert man, das; Llovd George Frankreich nicht verlas­sen werde, bevor er von Holland die Ausliefe, rmrg dez deutschen Kaisers verlangt habe. Brüsseler Zeitungen melden, daß die belgi­sche Regierung die Auslieferung von 67 Deitt- schen verlangen werde, die als Kriegsgeeich'Z- I rate und Mitglieder eines Standgerichtes To­desurteile gegen Belgier gefällt haben.

Das britische Kabinett in Gefahr. Die Wahl des Arbeiterführers Hendersen zum Abge­ordneten des britischen Unterhauses wird von der fresse als ein Zeichen betrachtet, daß das Kabinett LlohdGeorgedas Vertrauen ver­loren habe. Man rechnet mit der Bildung einer neuen Koalitionregierung. in der die Arbeiter­schaft stark vertreten sein wird. Mit dem Rück­tritt der Minister Churchill, Walter Long und Chamberlain wird stcher gerechnet. Dafift to-r. den Clvnes und Sir Robert Horne als kom- wende Minister genannt. Viscount Rothermere wird als kommender Finanzminister bezeichnet Wie Berlingske Tkdende berichtet soll As- guith als Leiter des neuen Kabinetts in israge kommen, da Llohd George sich jedenfalls einer Umbildung nicht geneigt zeigen wird.

Moser liefen vor Lachen die Tränen über die Backen, während er stammelte:Diedicke die Dicke!"

Ein gutes Nachspiel hat das Versehen des Telegraphenbeamten, der .aus einem Worte zwei machte, für die beiden Freunde doch ge­habt: Mosers Weinkeller konnte einer gründ­licheren Probe unterzogen toerben, als es nor­mal; tervon der eifersüchtigen Frau zuqelas- sen worden wäre. Hans Calm.

und darüber an gebauten Kartoffeln zugunsten der Stadtgemeinde beschlagnahmt sind Die Erzeuger dürfen nur die ihnen nach den reichsgesetzlichen Anordnungen zuftebenden Kar­toffelmengen für sich verwenden und außerdem Kartoffeln nur an in Kassel wohnende Ver­braucher gegen Bezugsschein abgeben Die Rest- mengen sind der Geschäftsabteilung der Städti­schen Kartoffelversorgung, Rathaus, anzuzeigen und an die von dort bezeichnete Abladestelle ab­zuliefern.

Für die beschlagnahmten Kartoffeln wird der von der Provinzialkartoffelftelle festgesetzte Erzeugerhöchstpreis bezahlt. Die von Anoau- fkächen unter 200 Quadratmeter geernteten Kar­toffeln blechen von der Beschlagnahme frei, wer­den aber auf den Kartoffelbedarf der Erzeuger zur Hälfte angerechnet.

Ueber die Einzelheiten der diesjährigen Kartoffelversorgung ergeht in den nächsten Tagen noch eine eingehendere Veröf­fentlichung.

Der Magistrat hat eine VerordnAng über die Entnahme und Abgabe von Star«

Ampere mit gezückter Kreide hinterdrein, im­merfort seine Berechnungen fortsetzend. Glaub­würdig überliefert sind folgende Züge seiner Geistesabwesenheit: so steckte er eines Taoes bei der Vorlesung statt des Taschentuches den zur Netnigung der Tafel dienenden Kreidelappen in dre Tasche und schnäuzte sich dann mit diesem die Rase. Eines Tages findet er einen Stein, ber ihn interessiert und hebt ihn auf. In iie- fer Betrachtung bleibt er damit auf dem Pont des Rrts stehen. Da fällt ihm plötzlich ein, daß er ja in die Vorlesung muß. Hastia zieht er bie Uhr, sieht, daß es höchste Zeit ist" steckt den Stern nun sehr sorgfältig in die Tasche und wrrft die Uhr über das Brückengeländer in die Peine. Von dem Bonner Mediziner Ehr. Fried­rich Harleß (17731853) wird einezerstreute Geschichte" glaubwürdig verbürgt erzählt. Er stthr einst mit der Post von Bonn nach Köln und las dabei Korrekturen. Da er annahm, er sitze zu Hause in seinem Arbeitszimmer und er dort einen kleinen Ablegetisch neben sich hatte, so lteß er die durchgesehenen Blätter jedesmal aus dem Fenster des Postwagens auf die Land­straße fallen.

-Na, da sagst du wenigstens mal die Wahr­heit, das weiß ich ja von mir."

Aber Saperlot, sei doch vernünftig. Ich sage dir, ich weiß von nichts. Die Depesche muß auf einem Scherz oder einem Irrtum be­ruhen "

Natürlich! Nun sind deine Kneipbrüder oder die Postmenschen schuld. Das sag' ich dir aber, diesmal machst du mich nicht wieder dumm und los wirst du mich heute auch nicht."

Kind, will ich dich denn los werden?"

Ach was, laß die Scherze! Und das sag' ich gleich jetzt, du gehst mir heute keinen Schritt aus dem Hause und auf den Bahnhof gehen wir beute abend zusammen."

Schön! Wenn dich das beruhigt, so gehst du heute abend mit. bis dahin aber hör auf und sei vernünftig!"

Vernünftig o du sollst sehen, daß ich ver­nünftig bin. so vernünftig, um dich gründlich zu überwachen, damit auch keine Botschaft aus dem Hause kommt."--

Abends gegen 9 Uhr standen die Ehegatten auf dem "wbnhof in Görlitz. Frau v. Moser ein wenig hinter ihrem Manne, so daß sie das Terrain genau übersehen konnte. Der Zug lief ein. Die Reifenden stiegen aus. Keine Dicke steuerte ans den bewachten Mann lsts. Plötzlich ertönte eine kräftige Stimme-Na, Gustav, träumst du?" und vor Moser stand ein Freund, der Geheime Intendanzrat Die­dicke aus Dessau.

Am Ende der Saalnot.

Mr stehen am Ende der großen Saalnot, unter der Staffel lange und empfindlich gelitten hat. Die Freigabe der Stadthallen-SWe trug schon wesentlich bei, und nun wird in kürzester Frist auch der große Saal des Stadtparks zurückgegeben, schöner, strahlender als je zuvor. Die Feldpostzeit war ja nicht spurlos an ihm vorübergegangen. Erfreulicherweise wurde mit der Instandsetzung eine vollkommene Neuge­staltung durchgeführt, und das verleiht der Wiedergabe dieses Saales öffenlliches Jntereffe.

Die künstlerische Leitung lag in den Händen Professor Oröans von der Kunstgewerbe­schule, dem auch der Entwurf entstammt. Unter ihr und der technischen Ausführung durch Archi- teft Blum en stein ist nach künstlerischen so­wohl als praktischen Gesichtspunkten Verfahren worden. Um das letztere gleich vorzugreifen: Die Toiletten, Garderoben, Ventilationen. Hei­zung und vor allem zur Vermeidung des stören­den Gläferklirrens die Schankeinrichtung wur­den in neugeschaffene Nebenräume gelegt, die Bühne ist als Konzertbühne neugestaltet und iaü des Steinbodens erfreut jetzt blankes Par­kett. Bei der architeftonischen Gestaltung des Saales wurde der ganze Wust beacncrierier Putz-Architektnr und alberner Dekoration ent-

Die Turn- und Sportwoche nahm am Montag ihren Fortgang. Das an diesem Tage ungünstige Wetter beeinträchtigte die Veranstal" tumgeit auf dem Eintracht-Sportplatze. Der Fünfkampf, bestehend aus 100 M'ter-Lan. ien, Diskuswerfen, Weitspringen, Speerwerfen und Kttgelstoßen sah neunzehn Teilnehmer am Start, wooon sich zehn zu den Schlußkämvfen aualrfv.terten. Erster blieb Junghenn (Kur- Hessen) mit 300% Punkten. Dann folgte als 2. L iebehenz (Spott) mit 196t'. 3. und 4. Herwig (Turn, um» Spottverein Bettenhausen) E, W. Reul (Kurhessen) je 191% P 5 Messe ^Dvott) lM'F P 6. Stracke (Kurhoffen) 172 P. ' Wenoel (Sport) 167% V.. 8. Mücke (Tnrng' 18) 16414 P., 9. Denn (Turn- und Rasenkport- verein Wehlheiden) 134 P. Interessant war ein Ttfchspringm einer Musterriege der Kasseler Turnerschaft. Leider traten nur fünf Mann dazu art

Von gutem Erfolg gekrönt war auch das schau - Stil-Rudern des Turner Ruder' Vereins an der Oberrealschule 1. Siegtt tour» b«n bei diesem Rudern in der 1. Abteilung: Kramer (St.) Eckehardt. Bachmann, Kuhrasch, Seelig 20 Punkte. 2 Abteilung für Anfänger: Glaub» (St.) Brühm-ann. Umbach, Richter, Baldschun 13 Punkte. Vierer-Rennen: Statt 2: Simons (St.) Schminke, Lohmann, Hu>eter,. W. Preis gegen Start 1 mit einer halben Sänne in 3,59 zwei Fünftel Minuten. 1. Doppelzweier: Statt 2: Messina (St.), Lange, Meibett gewinnt in 4,26 zwei Fünftel Mmatten gegen Start 1 mit 6 Längen. Statt 3 onfgegebem 2. Doppelzweier: Bode (St.) Preis Elaudy gewinnt in 4,52 zwei Fünftel Minuten mit 3 Längen argen Statt =>

An das Scharr rudern schloß sich der für die Zuschauer interessantere Teil, die W-Herren- Reaatta an. Nach ftfarfen Bord an Bord Rennen wurde das Vierer-Rennen mit einer Halben Bootslänge Vorsprung entschieden Die folgenden Doppelzweier Rennen waren nicht weniger interessant. Die 1090 Meter lange Strecke wurde in 4,26 zwtt Fünftel bezw. 456

zwei Fünftel Minuten zirrückgelegt. Eine

* Ein Neugieriger. Im Varittee wird eine neue Nummer vorgesnhtt. Ein Indier erscheint geleitet von einem schwarz berockten Begleiter,' und nimmt würdevoll aitf einem Stuhl Platz. Der Begleiter tritt vor und verbeugt sich gegen das Publikum.Meine Damen und Hemm! Ach habe dre Ehre, Ihnen den berühmten K<r- gulla vorzustellen. Kagulla wird sich gestatten, letzt erstaunliche Proben feiner wunderbaren Gaben vorzulegen. Er ist Hellseher, hat das zweite Gesicht und ist imstande, jede Frage aus dem Publikum sosott zu beantworten. Dars bch. nun bitten, Fragen zu stellen..." Tieft Sttlle. Endlich eine Stimme aus dem Hinter» gnntb:Wo ist eine Fünfzrmmerwoh-» nnng zm der mieten?"

näurmm-g wird noch lange Zett in Arrsprnch neh­men. In den Minenfeldern ist natürlich die Fischerei umnöglich, und um ihren Schiffen die Vermeidung der Minenfelder zu ermöglichen, haben die Hochseefischereien in Geestemünde ein Bureau errichtet, das Nautische InstitutSee­karte", das, unter Leitung eines tm Minen- dienst erfahrenen Kapitäns, den Fischdampfer­führern die Minensperren in die Seekattm ein­zeichnet. Auch außerhalb der Minensperre kann freilich durch losgerissene Minen, die durch die Strömung in das minenfreie Gebiet getrieben werden, Gefahr entstehen, und öfters ist es vor-1 gekommen, daß Fischdampfer in minenfreiem Gebiet mit ihrem Netz Minen zutage gefördert haben, die nur durch Gewehrschüsse 'versenkt, aber nicht unschädlich gemacht wurden Tie Fischerei bei Island, bei der die Minenfrage keine Rolle spielt, ist leider durch die mangel­hafte Kohlenversorgung unmöglich gemacht, denn die Kohlenmengen, die für diese I wetteren Reisen erforderlich sind, föimen nicht beschafft werden. Man sicht aus diesem Bei­spiel wieder, wie abhängig unser ganzes Wirt­schaftsleben von der Kohle ist, und deshalb ist es im Interesse unserer Fifchversorgung, die wegen der Fleischknvppheit von großer Bedeu­tung ist, dringend zu wünschen, daß die Kohlen­förderung in Deutschland endlich einen Auf­schwung nimmt. Dr. S.

Diedicke, Mensch, wo kommst du denn her?"

Wo ich herkomme? Erlaube ich hab« doch telegraphiett, und du bist doch hier, um mich abzuholen!"

Moser riß die Augen auf und schrie: Die- d:cke die Dicke!" Dann lacht er, lachte--

Diedicke wußte nicht, was er von trefem Ausbruch haften sollte. Frau v. Mos» die alles gehört hatte, schlich kleinlaut herbei.' be- g.-üßtt den Gesteimrat rnb schnauzte ihren Maui <uuStorni»'* -xhe,> Wir. und dir könn-

Keine Revnbltt Mr'enseld.

Die alte Regierung wieder eingesetzt.

(Eigener Drahtbericht.)

Frankfutt a. M., 17. September.

Am vergangenen Sonntag ist, wie die Frank, ätrter Zeitung aus Birkenfeld vernimmt, dir Regierung" Zöller in Birkenfeld wieder durch die alte Regierung an deren Spitze Herr Har­tung und hinter der der Wille des L änd- ch e n s steht, ersetzt worden. Die Regierung Hartung hat die ausgckwiesenen Beamten sofort zurückgerufen. Der Umschwung in Birkenfeld dürfte auf die seinerzeit gemeldete Unterredung von zwölf Verttetern der Birkenfelder Bevölke- rrmg mit General Mangin zurückzufnhren sein. Der ftanzösifche Oberkommandierende bat sich! offenbar davon überzeugen müssen, daß die an­ständige Bevölkerung so put wie geschlossen hin-1 ter der alten Regierung steht und dem Zöller und Genossen nur Verachtung entgegenbringt. I Er mußte wohl einsehen, daß auf die Dauer ein I

Srtwlt in Maß-LoihkilMN.

Selbständigkeits-Bestrebungen.

(Eigene Drahtmeldung.)

Strastburg, 17. September.

In Mülhausen, Dettweiler und Straßburg haben Demonstrationen der Ar- better für die Autonomie Elsaß-Lothringens stattgefunden. Französisches Militär hat ver­schißene Umzüge gewaltsam aufgelöst. In zahl­reichen Gemeinden und Laudorten in Ober- und Unierelsaß wird das Streben nach Selbständig­keit unter der Bevölkerung Tag für Tag ausge­prägter. Es sind bisher von den Franzosen über vierzig Personen wegen solcher offensiw- licher Defttebungeu verhaftet worden. Die Fran­zosen machen bekannt, daß nachweisbare Agi- tatton und Förderung der Autouvmiebewegnug innerhalb Elsaß-Lothringens als Landesverrat betrachtet und entsprechend geahndet wirk

{ernt und das Deckenrelief verbessert, so gut es die HängÄonstruktion der Decke gestattete. An die Stelle alten, überlasteten Aufputzes trat eine schlichte Architektur, ans dem Wesen des Baues heraus konsttuttiv gestaltet. Das jetzt ruhige Flächenmuster des Oberlichtes war bestimmend lüt die künstlerische Gestaltung des Raumes. Dre künstliche Beleuchtung ist zerstteut und geht von sechs aus bemaktem Holz ausgeführten Kronleuchtern aus. Die Konzertbühne hält architektonisch wie koloristisch das Gesamt­bild zusammen. Sie wird von zwei mächtigen ffeilern flankiert. Jedenfalls haben Boden, Wände und die Decke in ihrer Gesamtheit als Raum diejenige künstlerische Durchbildung er­fahren, die sie besitzen müssen. Der ganze Saal ist auf vornehmste Farbenwirkung gestimmt, auf abwechslungsreiche und heitere.

Bei der Fülle künstlerischer Darbietungen, die uns für diesen Winter verheißen sind, wird der Stadtpark-Saal eine bedeutende Ausgabe er­füllen, umfo mehr, als er, wie schon erwähnt, mt Herzen der Stadt liegt. Auch äußerlich macht der Stadtpark ein freundlicheres Gesicht, dazu kommt die eben vollzogene Erneuerung der be­nachbarten Winzerstuben, und wenn noch die Baustelle vor den Resten der alten Kaserne auf­geräumt werden sollte, dann trägt die Garde- du-Corps-Straße zur Hebung des Stadtbildes bei, wie sie jetzt der Saalnot ein Ende setzt, -a-

I solcher Regiment auch durch die französischen Bajonette nicht gehalten werden konnte.

I Zrmnige Fugend.

Müßigang und Verbrechen.

Aus dem Hamburger Jugendge­richte wird in denBlättern für öffentliche Jttoen'dfürsorge folgendes berichtet: Im ersten Halbjahr 1919 standen vor dem Jugendgerichte insqesamr 434 Jugendliche, davon 261 schul­entlassene Jugendliche männlichen Geschlechts. Von diesen 261 Jungen traten nach ihrer Ent­lassung aus der Schule 92 in ein festes L eh r- verhältuis, also nur rund jeder dritte; zur Zeit der Aburteilung aber befanden sich in einem Lehrverhältnis von diesen 92 nur noch 37; alle übrigen hatten nichr ausgehalten. In der großen Mehrzahl dieser Fälle war NM | etwa die Straftat Ursache des vorzeitigen AnS- scheidens ans der Lehre, sondern neben der Gier nach übermäßig hohem Lohne von allem di« U nl u st zu der geregelten Tätigkeit, die icdes LehrverHältnis nun einmal bedingt sa­lbte der Mangel an Autorität des Harffes. Es ergaben sich also die erschreckenden Tatsachen, daß erstens immer 6 vom 7 kriminell geworde- iren Jugendlichen der großen Schar der jugend­lichen Gelegenheitsarbeiter anqehören jeder Lehrling erscheint unter diesem Gesichtswinkel betrachtet als siebenfach gesichert im Vergleich zu dem Mtersgenossen, der nichts lernt. Zwei­tens, daß von je 3 schulentlassenen Jugendlichen männlichen Geschlechts etwa 2 arbeitslos sind. Als durch die gegenwärtige wirtschaftliche Sage durchaus bedingt darf das keineswegs angefe- he» werden: die Beobachtungen in den Ver­handlungen des Jugendgerichts haben vielmehr deittkich genug gezeigt, daß eine ganz beträcht- bche Anzahl dieser Unbeschäfttgten ohne Not­wendigkeit müßig geht. Wenn es auch nut selten ganz offen zugestanden wird, so ist doch oft genug rmverkennbar, daß der wahre Grund des Nichtstuns die Arbeitslosenunterstüt­zung war. Von den 173 zur Zeit der Abuttei. luing Unbeschäftigten befanden sich 112 im Ge­nüsse dieser Bezüge. Lange kann und darf das Nicht so Weilergehen, wenn diese Jugend nicht völlig unbrauchbar werden soll für die- fuaa der ungeheuren Aufgaben der Zukunft

Von einem Bahnbeamten ist auf den wieder­holt bemängelten Zustand auf Bahnhof Ober­stadt eingegangen worden, daß dortPolonä­sen" an den Karienschaltern entstehen. Er gibt eine Fülle guter Ratschläge, die, weil sie zutres- fend sind, unten wiedergegeben werden 'ollen. Nun erklärt er aber: Es ist z. B. unrichtig, daß zu den Hauptverkehrszeiten nur je ein Schalter "" j 2" u..*r; dritter und vierter Klasse geöffnet sei. vielmehr

fn eria.ssen. nach der Äe rm Stadtbezirk sind feit Jahren je zwei Schalter geöffnet nen- auf einer Anbaufläche von 200 Quadratmetern l erdings mehr." Hier von Unrichttg'ett zu sptt-

Wenn jedem Beruf eine besondere Eiaen- ic&aft zugeschrieben wird, so sicherlich dem Ge- fthrtenstand die Zerstreutheit. Zahllos sind die Geichrchten, die uns vomzerstreuten Professor" erzählt werden, und dabei sind die Anekdoten ost sehr viel älter als der Gelehrte, dem sie zugeschrieben werden. So hat Dr. Ahrens in jemem hübschen Buch über Gelehrten-Anekdoten nachgewiesen, daß die Geschichte von Momm- sen. der seine eigenen, auf der Straß« spielen- ven Kinder nach ihrem Namen gefragt haben E, iwon von dem Wiener Orientalisten von Hammer-Purgstall berichtet wird. Auch eine an­dere derartige Anekdote, die man verschiedenen Konphaen der Wissenschaft znschreibt, geht auf Hammer zuruck: er soll nämlich, während Braut und Hochzeitsgesellschaft ihn mit Schmerzen zur Trauung erwarteten, ohne eine Ahnung des u)m drohenden Verhängnisses vergnütt spazie­ren gegangen sein. Wie der Wiener'Gelehrte, so galt auch der große Mathematiker Ampere für einen Heros der Zerstreutheit. Eine Geschichte, die man von ihm, aber auch von verschiedenen mrderen Mathematikern erzählt, ist die folgende: Einst ging er, m eine schwierige Berechnung ver- tteft, auf der Straße und steht plötzlich, aus tiefem Sinnen aufblickend, vor dem Verdeck elwr DroMe. Sofort zieht er ein Stück Kreide aus der Tasche und zeichn-, mathematische For­mern und Zäsuren auf das Verdeck. AN sich

Hof, sowie die öffentlichen Gebäude sind feit ge­stern früh militärisch besetzt. Die Post- und Dtra ßondahubeamten haben den Sympathie­streik erklärt und den Dienst eingestellt.

Mißliebige Lehrkräfte.

Straßburg, 17. September. (Eigener Trabt- vericht.) Die französische Regierung hat völlig unerwartet letzte Woche 120 Oberlehrer von allen höheren Lehranstalten Elsaß-Lothringens gleichzeitig nach dem Inneren Frankreichs ver­setz:. Diese Maßnahme erregt größten Unwil­len im allen intellektuellen Kreisen des Landes.

Das Telegramm.

Eine Erinnerung an Gustav v. Moser.

Die Fran, des Lustjpreldichters Gustav von Moser war eifersüchttg. Ob sie es war. weil sie Grund dazu hatte oder nur der Meinung toar. wer ihr bis zum heiraten gefährlich wurde, müsse allen anderen Frauen, wenig­stens vorübergehend, gefallen, fei dahingestellt. Die bösen Mäuler der besten Freunde sagten, die Frau habe Grund! Moser als der Haupt- beteiftrte stand auf dem Standpunkt: wenn sie doch einmal eifersüchttg ist na denn

Seine Frau warf ihm öfters vor. daß er feine Lerttnarttsmanieren auch als alter Kerl und Familienvater nicht abgelegt habe. Moser lachte dann fein breites und behagliches Lacken und suchte seine Alte zu ttösten:Ich verstehe dich gar nicht. Wenn du sagst, daß ich Leut­nantsmanieren babe, so freite dich doch, daß ich so jung geblieben bin." Worauf sie mit einem vorwurfsvollen:Was hab' ick davon?" vorauf* *te.

Die Eifersucht war fa ganz nett, man konnte den Alten damit gehörig zwicken: schöner aber wärs doch gewesen, wenn man ihm mal so ein bißchen Chebiegen hätte beweisen können. Das ck« wollte nickt gelingen.

Da brachte eines Tages der Bote ent Tele­gramm:Treffe heute abend 9 Uhr ein Er­warte mich. Die Dicke." Frau v. Moser hatte die Depesche in Empfang genommen und geöff­net. Hinein in das Arbeitszimmer ihres Mannes, dem das Papier vor die Rafe gehal­ten und nun losgriegt:Hab' ich dich endlich, da alter Sünder? Wirst du j<cht auch noch lemmen? Also, fo wett ist es schon gekommen, daß drr deine Frauer.zimmer ins Haus kom- nen?"

.Aber, liebes Kind, ich weiß nicht, was du willst, ich kenne keine Dicke, interessiere mich am- gar mcht für Dicke."

9. Jaiwsmntz Nr. 3S.

I chen. wirft etwas eigentümlich. Jedenfalls war bisher vor dem Zug 2,13 Uhr nach Hofgeismar und Hümme, der besonders an Markttagen stark benutzt wird, in der Tat nur je ein Schalter dritter und vierter Klasse geöffnet. Die Schal­ter für 2. und 1. Klasse wird der bettcsfende Be. amte wohl kaum gemeint haben. Daß viels Reisende miffchuldig sind, wird nicht in Abrede gestellt. Wenn aber eine Sckalterbeamtin einen Reisenden, der hinter einem Umstandsbasen steht und abgezähltes Geld hinhält. barsch ab« fertigt, mit dem Vermerk,es geht der Reihe nach!" und geduldig wartet, bis ber Saumselige seine Papiergelder ziffammenaesuckt und geglät­tet hat, dann siegt doch der Bürokratismus .. wenigstens int Auge des im freien Wettbewerb der Kräfte stehenden Bürgers! Es soll auch anerkannt werden, daß die Br-

amten bemüht fein wollen, neutral und gleichmäßig zu bleiben, aber die Tat­

sache kann nicht aus der Welt geschafft werden: Es sind zeitweise so wollen wir einmal sa­gen zu wenig Schalter geöffnet. Nachstehend acht Regeln,

die Gütervorsteher E. Nolle in der Fahrkarten­ausgabe Kassel empfiehlt: 1 Sei frühzeitig am Schalter, dann kommst du sicher mit, sogar auf einem Sitzplatz im Zuge: 2. Ueberleae vorher Zielort, Reisewea und Anzahl ber Karten, for­dere klar und bestimmt mit wenig Worten, btt rermeibeft Rückfragen und Umtausch ber Karten; 3. Vermeide unnötiges Fräsen am Schalter; für kostenlose Auskunft ist eine besondere Aus- kunftstelle da (Fernsprech-Anschluß 1976); 4. Zahle mit wenigstens annähernd stimmendem Gelbe, kleinere Bettäge an Klein-reld kann bet Einzelne sich leicht beschaffen: 5. Verlange Vor­auslösungen auf verkehrsschwache Zett (1112 unb 34): 6. Löse Rückfahr- und Monatskar­ten nicht auf ben großen Stationen, biefc sollen entlastet werden, fleine Orte haben schwachen Verkehr; 7. Zeige etwas Geduld und Ruhe, denn Anftegung überttögl sich auf ben Beamten itnb hemmt das Geschäft; 8. Vor allem aber vermeide jede nicht unbedingt nötige Reise. Füx Vergnügungsreisen rft jetzt nickt die Zeit.

Turn- und Sportwoche.