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Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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9. Jahrgang.

Freitag, 12. September 1919

Fernsprecher 951 und 952.

Nummer 237

Fernsprecher 951 und 952.

Absichten der Entente an? bas Lvhrgebiet.

PhantaMsche Wem.

WaS wir den Feinden zahlen sollen.

Tas Maß unserer 'finanziellen Verpfssch- stmgen, d-ie sich aus dem Verluste des Weltkrie­ges für uns eraeden, hat sich bisher noch nicht annähernd übersehen lasten. Im Friedensver­trag hatten sich die Gegner die definitive Festsetzung der Endsunnne für den 1. Mai 1921 Vorbehalten. In der französischen Kammer hat mm dieser Tage der Finanzminister Klotz den ParlamentsmiWiedern eine Uebersicht über die Deutschland vorzulegenden Forderungen gege­ben. Danach werde Deutschland insgesamt die ungeheure Summe von ^Milliarden ja tragen Haden. Die Tilgten« werde inner- halb 36 Fahren zu erfolgen haben, sodaß ein­schließlich der Verzinsung der Restbeträge Deutschland im ganzen 463 MMarden zahlen müßte. Um einen Begriff dieser ungeheuren Summe zu erhalten, sei daran erinnert, daß die gesamte Warenausfuhr vor dem Kriege nur etwa 10 Milliarden Mark betrug. Einen nor­malen Ausfuhrhandel für die kommenden Fahre vorausgesetzt würden wir bei obengenannter grundlegender Schuld von 375 Milliarden im Laufe der nächsten 86 Jahre alles, was wir an Waren und Fertigsabrikaten innerhalb dieses Zeitraumes ansführten, kostenlos abgeben müs­sen. Die fremden Regierungen würden sich an diesen Gegenständen bezahlt machen. Dabei ist zu beachten, daß wir immer viele Milliarden, und zwar an Höhe fast gleich der MuSfuhr- smmne, für die Einfuhr der Rohstoffe aufwenden mußten, die zu Fertigfabrikaten verarbeitet, dann wieder außer Landes gingen.

In diesen knappen Sätzen liegt die unge­heure Schuldknechtschaft umschrieben, der wir durch den Verlust des Krieges und dem Frie­densvertrag uns unterworfen haben. Die Ge- samtverpMchtungsfumme überschreitet daS sämt- liche, in Zeiten höchster wirtschaftlicher Wüte in Deutschland vorhandene irnd auf etwa 300 Milliarden Mark geschätzte Dolksvermögen um mehr als die Hälfte. Wenn wir also alles, was Reich und Volk besttzen, wenn wir alle Wälder und Felder, alle Häuser, alle Brücken, alle son­stigen immobilen Wert«, und wenn wir selbst alles, was wir in persönlichem Besitz haben und was wir am Leibe tragen, abgeben würden, würben wir den Schuldbetrag noch nicht einmal zu zwei drittel decken können. Daraus ergibt sich schon, daß keine noch so große Steuer, daß keine Dermögenskonfiskation im stände wäre, auch nur annähernd die Schuld auszngleichen. Es ergibt sah aber auch ein Weiteres: Tie Geg­ner würden keinen Augenblick zögern, alle deutschen Einuahmeguellen, woher sie auch im­mer fließen mögen, gegebenenfalls zur Deckung ihrer Ansprüche heranzuziehen. In diesem Lichte betrachtet, gewinnen gewisse SvzialisierungAab- ftchten eine ganz andere Betrachtung^orm Sozialisierung bedeutet im Grunde Ver­staatlichung, Ueb-rführnng des sozialisierten Betriebes tn die Verwaltung und Nutznießung der Allgemeinheit. Es wäre gar keine Frag«, daß es für die E n t e n t e garnichtS Erwiinsch- tereS geben könnte, als die Erträge solcher soziak'.sierten Betriebe sich mrtzbar zu machen Aber wenn auch alle flüssigen MittÄ zur Deckung unserer finanziellen Berpflichtunaen herauf, zogen werden und wenn ein großer Teil der Zahlungen in Waren und Arbeitsprodukten abgetragen werden kann, werden aller Voraus­sicht nach doch noch außerordentliche Maßnah­men ergriffen werden müssen. Sie werden sich sehr wahrscheinlich aus den Zugriff der Gegner aus den Besitz des Reiches beziehen. Dir Eisen­bahnen, Bergwerke, Forsten, auch die Reichs­post werden Pfänder für die gegnerischen For­derungen abgeben müssen. Es kann uns blichen, daß, was ja übrigens auch schon in den fran- zösischen Zeitungen gefordert ist, an die Eisen­bahn- und Postschalter französische DuffichrZ- beamte gesetzt werden, welche die Einnahmen zu kontrollieren und gegebenenfalls zu »beschlag­nahmen- haben.

So stehen die Dinge! Es ist ja gewiß noch nicht ein« ausgemachte Sache, daß DeutschLmd tassächlich den horrenden Schuldbetrag, den der französische Fmanzminifter nannte, zahlen muß. Aber frei dem Bestreben, insbesondere Frank­reichs, T-eutschland und das deutsche VE in Zukunft wirtschaftlich möglichst niederzuHal- ten, winden wir uns auf das Schlimmste ge­faßt machen müssen. Die deutsche Regierung batte seiner Zett als einen einmaligen Höchst- m-.irag eine Summe von 100 Milliarden anae- froten. Jetzt verlangt Frankreich für sich allein Bt das Vierfache dieser Summe, und ettv- ließlich der Zinsen mehr als das Vierein- halbsachr. In diesen Beträgen rft der Anteil, den wir an die übrigen Mitglieder der Entente zu zahlen hätten, noch nicht einmal mit einge­rechnet. Ter französische Finanzminister Klotz ha: den von Deutschland an alle Mitglieder des Ententebundes w zahlenden Schuldbetrag einschließlich von 5 Prozent Zinsen auf 874 Milliarden GoldfrancS berechnet. Bei hem hclttigru Stande bet Valuta müßte diese

Summe mit 3 multipliziert werden. Tie geg­nerischen Forderungen sind ganz von jenem Geiste diktiert, der für den Versailler Friedens- Vertrag kennzeichnend ist. Mit solchem Geiste läßt sich aber die Welt nicht erneuern. Zwar gibt es auch drüben vernünftige Stimmen, die diese phantastischen Berechnungen für groben Unfug halten, und wir wollen hoffen, daß die Einsicht auch in der französischen Regierung und im Miiertenrat Watz greift.

tzrwattung des Wimatums.

Die Rote der Alliierten überreicht.

(Privat-Te^-gramm.)

Versailles, 11. September.

Hauptmann Laperck. Kommandant der Mi- Utärabtriluna des »Hotels De Reservoire" wür­be am DlenStag nachmittag ins Ministerium ge- rufen zur Entgegennahme einer Note an Herrn von Lersner. die die A n t w o r t auf die Rote der deutschen Regierung über die Vereint- anno Oesterreichs mit Deutschland darstellt.

BAkerbund-ZrbaNen.

Kritik tot amerikanischen Senat.

(Eiaene Drahtmeldung.)

Basel, 11. September.

Nack einem Newhorker Bericht eröffnete Se­nator Paindexter im amerikanischen Senat un­vermutet die Gegenoffensive auf dir vom Prä- scheuten Wilson während seiner Reise durch den Kontinent geäußerte scharfe Kritik. Der Sena­tor bat Wilson, zu erklären, ob er tatsächlich glaube, daß der Völkerbund zur Verhütung von Kriegen efet besseres Instrument darstelle als die Haager ltzonvention die damals auch von allen Mächten unterzeichnet wurde. Der Red­ner verwahrte sich dann im Namen seiner Freunde gegen den Vorwurf einer feigen Gesin­nung und bemerkte, daß durch den Völker­bund eine Overhohett in Europa geschaf­fen würde, was als ehte verfassungs­widrige Einrichtung im den Vereinigten Staaten zunächst ein Referendum notwendig mache. Der Senator klagt« schließlich den Prä- flosrrten an, das Ihm geschenkte Vertrauen durch den Abschluß eines unerwünschten Bünd­nisses mit enropäschen Mächten mißbraucht und daS Volk getäuscht zu haben.

Beitritt der Schweiz.

Bern, Tf. September. Wrivatrelegramm.! Di« Nationalrat. Kommission beschloß mit 20 Stimmen (gegen 7 Stimmen, bic zur Zeit oder siberhaupt dem Völkerbund nicht freitreten wol­len) dem Nationalrat den Beitritt zum Völker­bund zu empfehlen. Dabei wurde ein Antrag angenommen, daß in der Beitrittserklärung die anSdrückliche Erwartung ausgcfprocken wer­den soll, daß d«r heutige Völkerbund frald zu einem Bund aller Döfter werde.

Slsaß-Lottzrinsen.

Auftuhrflimmung in der Arbeiterschaft.

(Eigener Drahtbericht.)

Mvlhmtsen, 11. September.

Unter der Arbeiterschaft ~ im Oberelsaß herrscht neverdings Gärung «nb Aufruhr- stimmung. In Mülhausen. Altkirch und G^b- weiler fanden Arbeiter-Kundgebungen «egen die Teuerung statt. Die Franzos«« haben im oberelsässischen Industriegebiet ihre Trup­pen verdoppelt. Die Sttaßenbahner von Mülhausen stellten an die Stadtverwaltung ein Ultimatum, daß sie am 15. September die Ar­beit einstrllen. wenn bis dahin nicht fünfzig Prozent Lohnerhöhung bewilligt seien.

Wiedereinführung der Zensur.

Metz. TL September. (Privat-Telegramm.) Infolge der Autonomiebewegung ist für Lothringen die seit 15. August aufgehobene Brief, und Telegrammzensur am 1. September wieder ««geführt worden. Parallel mit dieser Maßnahme geht die verschärfte Kon­trolle der Reisenden m de« Bahnhöfen.

Die ArrivörfitSt Straßburg.

Straßburg. TL September. (Privat-Tele- gramm.z Die Londoner Times veröffentliche» einen Werfrerus der Universität Straßburg an die englischen Studenten, die Universi­tät in Straßburg zu besuchen und zwar vor allem wm Studium der deutsche» Drache, Wissenschaft und Geschichte. In dem W-rberus heißt es: Die Universität Straßburg bietet «tu ettEiaartiae Gelegenhett für «e^RKfi» gtafces»

ten, sich mit deutscher Kultur vertraut zu ma­chen, zumal solche Bekanntschaft für die Eng­länder in naher Zukunft sehr wichtig sein Wird. Dabei vermag man diese Kenntnis zu erwer- bm, ohne sich den Schwierigkeiten und dem Verdruß inmitten unserer jüngsten Feind« in Deutschland zu unterziehen.

6itt Leidensweg.

Bon den Polen verschleppt.

®te armen vrrsltzlehpten Oberschtefier, Mi wegen ihr«» DrntfchtumS gefangen und rntzhandelt wurden, Haden schrealich, Qualen dnrG die Polen erdulden rniigen, tote au« Bem nachstehenden Bericht hervorgehtr

Besetzung der Ruhnedierr?

Beabsichtigter Kohlenraub.

lPrivat-Telearwmm.)

Amsterdam. 11. September.

Das Amsterdamer Handelsblatt erfährt von wohlinsormierter Seite, daß die Entente die Absicht hege, einen Teil des Ruhrreviers zu besetzen. Die Pläne sind fertig ttnb sollen zur Ausführung kommen, wenn die erwarteten Schwierigkeiten der Ausführung des Friedens- Vertrages mit DeutsSland sich noch stärker gel. tend machen. Frankreich will dadurch seiner Kohlennot abhelfen, zumal, da man jetzt in Ver­sailles zu der Ueberzeugung gekommen ist. daß infolge deS Widerstandes der Bergarbeiter eine Erhöhung der deutschen Kohlenförderung ohne Zwangsmaßnahmen nicht möglich ist.

Skstemi- hat unterzeichnet.

Die Abordnung kehrt zurück.

(Privattelegramm)

Versailles, 11. September.

Gestern vormittag zwischen 10 und 11 Uhr fand im Schlosse zu St. Germain die Unter»

Wie die Polen mit den verschleppten Ober­schlesiern umgehen, beweist die Erzählung des kürzlich von der amerikanischen Kommission zusammen mit anderen LeidenSgerlossen befrei­ten Steigers Nowodnv aus Eichenau. Nowodny und ein Primaner Pinoli waren von bewaff­neten Polen verhaftet und verschleppt worden. In SosUowice verlangte die wütende Menge angesichts der beiden: »Erschießt und er- hängt die deutschen Schweine!" Im pol­nischen Volksbureau Waltete eine Frau Kom­missar in Reithosen und mit der Reitpeitsche in der Hand ihres Amtes. Rowodnv wurde vorgeworfen, er sei früher beim Oberschlesischen Fretwilligenkorps gewesen. Dem Primaner winden die Hosen angenommen und gegen alte vertauscht, einem ab geschossenen preußischen Fliegeroffizier der Mantel geraubt. Der Osftzier erzählte, er fei geschlagen worden. Mit feinen inzwischen auf 25 angewachsenen Leidensgefährten begann nun für Rowodnh ein wahrer Leidensweg durch polnische Gefäng­nisse. Unter den Verschleppten befand sich auch Direktor v. Ehrenstein von der Giesche- fltttbc. In Lemkowice beschimpfte sie ein höherer französischer Offizier, weil die Ermatteten nicht aufstanden und ihm die Ehrenbezeichnnng er­wiesen. In Czenstochau zeigten sich die Polizei­beamten alS Liebhaber der Schuhe und Bein­kleider der Verschleppten. Die Aermsten waren

zwei Tage ohne Essen.

zeichuung des deutsch-österreichischen Frie- benSvertragrs statt. Ministerpräsident Elemen- ceau führte ben Vorsitz. Die Abgeordneten der Südslaven, sowie die Serben nahmen an dem Zeremoniell der Unterzeichmmg nicht teil. Sie gaben jedoch an. bis Samstag nachmittag ihre Ansicht mitzuteilen. Die österreichische Abord­nung kehrt sofort «ach Wie« zurück.

Set Friedenr-Bertras-

Erörterung in der französischen Kammer.

(Eigene Drahtmelduna.)

Paris 11 September.

Man glaubt, daß die Diskussion üfrer den Friedensvertrag sich in der Kammer noch bis tn die nächste Woche hinein verlängern wird. Aber obwohl man dos Bedürfnis der Abgeordneten versteht, ihre Erklärungen abzugsben, die ja mtT für die Wähler bestimmt sind, zeigt sich doch in der öffentlichen Meinung mehr und mehr eine gewisse Nervosität gegenüber dieser Art parlamentarischer Obstruktion. In endlo­sen Reden wurde gestern weiter über die finan­ziellen trab ökonomischen Klauseln gesprochen. Louis Dubois, der SpeziaWerichterstatter der Budgetkommission, der Über die Wiedergut - machung in dm verwüsteten Gebieten zu refe­rieren hatte, entwickelte bei absolnlcr Interessen' losigkett die Schlußforderungen seines Berichts- Lmtüs Puech wird noch über die ökonomischen BedinogMgen des Vertrages reden. Ferner er­wartet man, daß Minister Klotz ttnd Lechaire noch einmal sprechen werden. Darauf wird zwsisellos Franklin Bouillon erwidern. Es bleibt dann noch anz-tchören Renault, der tot Namen der radikalen sozialistischen Partei das Wort ergreisen wird, und Vivimn. Dann er­wartet man noch eine große Rede des Außen- Minister Pichou. Die Schlußrede wird Clemen- cemt ballen, die sehr lang sein wird und keine Einwendung ohne ausführliche Antwort lassen wird. Unterdessen bleiben die meisten Staars- gesetze in der Schwebe bis das Gesetz über die Beendigung der Feindseligkeit veröffentlicht ist.

Italiens Haltung.

Lugano, 11. September. (Privattelogranmr.) Die noch bevorstehenden Sitzungen der ttalie- nifchen Kammer vor ihrer Auflösung, die wahr- ichiÄnlich trat 26. oder 27. September erfolgt, versprechen einen ruhigen Verlauf zu »ebmen. Die italientitortt Blätter fefren als Beschluß d«r MSkifssion ein «Sattes Votum voraus, das We die Maßnahmen der Rsgftruug bdBy. Nach dem in den -nächsten Tage,.' erwarteten Eintref­fen des Minifderpraffd m«n Ttttoniz wind die interessante Debatte tiWr die »atifijie- tun« das Versailler FriedenÄxttrager begin­nen Ob sich der Anßn-miMsier Sonmo daran beteMgt. ist ungewiß. Beharrlich miautet, daß Sonin, sich nach Sthkutz der SeMou end- (Miy ins Privackchen ztrrtzckziehen 'wnd.

als man ihnen von dem ihnen abgmommenen Gelbe zehn Mark zurückgab, um sich etwas Nahrung kaufen zu können. In Markowice begegnete ihnen der Schoppinitzer Polizeiwacht­meister Schubert, eite Mann, der 32 Jahre treue, vorwurfsfreie Dienste hinter sich bat, an beiden Händen gefesselt. In dem großen Inter­nierungslager von Dembi bei Krakau trafen sie mit anderen verschleppten Oberschlesiern zn- sammen. Mit den Verschleppten vom Grenz­schutz waren eS nunmehr insgesamt 330 Per­sonen, darunter Frauen und Kinder. Erst durch das Dazwisch-ntreten der amerikanischen Kommission besserte sich ihre Lage. Der ame- rikanische Offizier versprach, am nächsten Tage nach Warschau zu fahren, um bei der polnifcheu Regierung ihre Freilassung zu erwirken. Kmtm war er abgereist, so erhielten sie wieder die seitherige schlechte Kost, und kaum war der hilfsbereite Amerikaner zurückgekehri, fo besserte üch wieder ihre Lage. Er geleitete schließlich die Verschleppten selbst über die Grenze nach . Oberschlesien, wo ihnen, wie der Oberschlesische Knrier feine Schilderung schließt, vom Landrat und der Bevölkerung in Lublinitz ein wadmher- ziger Empfang zuteil wurde.

FlüchMngs-Mrsorge.

Die .Flüchtlingsfirrsorge des Bundes der deutschen Grenzmarken - Schutzverbände^ teilt mit: Die Zahl der Vertriebenen und Fllichllinge aus ben Grenzmarken ist ständig tot Wachsen. Di« Hilfe des Staates allein kann nicht diefen um ihres Festhaltens am Deutschtum willen Verfolgten so helfen, wie es die vaierländisihe Ehre verlangt. Deshalb werden von der FWchtlingSfürsorg« des Bundes der deutfchen GreiMmarken-Schutzverbände mit Genehmigung der Regierung im ganzen Reiche Sammlungen veranstaltet, die Hand in Hand mit den Samm­lungen der Rückwandererhilfe gehen. Für den 13. und 14. d. M. sind, wie schon berichtet, sschsertage festgesetzt worden, die hoffentlich rei­che Erträge bringen werden. Alle Spenden sind an vas Postscheckkonto: Berlin 100 der- Preußischen DtaatSbcmk, Berlin D. 56, Mark- grasenstr. 38, Konto: B. 100053 »FlüchMngsfür- sorge* zu senden.

Sie Soldatenröte.

Ausgaben jn vieru« de inhalb Monaten.

D«S RaicSsfinanzwinisterrmn hak fönende Gesamtüberftcht über die Ausgaben der Sol- datenrätr an die Narionalverfamnttima gesandt: Die Llufstelluuq der Kosten der Soldatenrät« Umfaßt die Zett von Beginn der Revolution vis zum 3L Mär; 1919, ist aber, wie mitgeteilt wird, t Xtod> keineswegs vollständig, trotz aller Be- mühwrgen, schon rechtzeitig einen Neberblrck zu gewinnen. Schi« durch Schreiben vom 10. De­zember 1918 habe der preußische Kriegsmintst?- sich gegen eine bestttrrnmngsnüLrige Verwend duvg üffentlicher Mittel durch Soldaten räi- ge­wandt Mtd dann Miedacholt Berichter aurng «»b RechnungAegunU fordert. Die Unrerla- flS» Sechen äfrer sehr langsam eingegangen und ebem'o habe fr.i» bei de» Bundesregieruingen mt» dSfMoSULWakttw-g die VmchkerstattiMz sehr