Kasseler Neueste Nachrichten
S. Jahrgang.
Mittwoch, 3. September 1S1A
Fernsprecher »1 und «L
Fernsprecher 951 und 951.
Nummer 228
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Heoolutionäre Meinungen in Frankreich.
Mehr Nntschtoffenheit.
Unrstürzlerische Vorbereitungen.
B-vn latierm Berlinrr Vertreter wird imj ge- chrieben: Es wird immer mehr offenbar, daß bte Kommunisten in nächster Zeit eine politische Kraftprobe ernster Statin herbe Mhren wollen. Bcm den Vorbereitungen, die im Geheimen und tn öffentlichen Versammlungen getroffen werden oder bereits getroffen worden sind, haben Wir an dieser Äelle schon gesprochen. Jetzt, er- fSbrt man auch von halb a mtltcher Seite nähere Einzelheiten, die, wenn sie zutrcffen sollten, geeignet sind, die GewissenlosiMt dieser Leute ins rechte Licht zu setzen. Die AuAffbung des roten Vollzugsrates in Berlin sollte nut einem allgemeinen Generalstreik beantwottet werden. Die Vorbereitungen dazu waren bereits ernstlich betrieben worden, sind aber an dem Widerstand der Arbeiter selbst gescheitert. Der Plan ist aber nicht ausgehoben, sondern nur aufgeschoben worden. Zu einem Zeitpunkt, wo wahrscheinlich die Wogen der Erregung besonders Iwchscknellen, in den Wintermonaten, wo Regierung und Bevölkerung mit den ernstesten Schwierigkeiten zu kämpfen haben werden, wenn Kohlen- und Verkehrsnot alle- öffentliche Leben lähmen müffen, soll der Streik einsetzen. Sogar ein bestimmtes Datum ist aus- Mwälsit, der 9. November, der Jahrestag der Revolution, soll den Beginn des neuen Umsturzes anzeigen. Von militärischer Seite wird versichert, daß alle erforderlichen Maßnahmen bereits getroffen sind, um auch dieses Mal wie. der Herr der Lage zu werden, und den Aufruhr niederzuzwingen.
Es mutet recht wunderlich an, daß die Re- merung, trotzdem sie von allen Vorgängen genau unterrichtet ist und alle Vorbereitungen trifft, den Schlag zu parieren, nicht mehr Entschlossenheit gegenüber diesem Treiben zeigt. Diese Leute dürfen ungestört wühlen, das Volk ans- reizen und Stimmung für Ansrichr und Umsturz machen, ohne daß etwas getan, wird, sie daran zu verhindern. Ueber die Freiheit herr- Kbei uns doch recht sonderbare Ansichten.
n soll das sichren, wenn feder Ungufrie- bene sich herausnehmen darf, Propaganda zu machen, nm alles wieder imrzustürzen, was mit Mühe und Not, teilweise sogar unter Opfern an Gut tind Menschenleben, geordnet worden ist? Dir schwankende Haltung, dir die mehr- hertssozialifiische Regierung gegenüber den radikalen kommunistischen Genossen bisher eingenommen hat, muß endlich einmal aufgegeben werden. Das erfordert nicht nur das Wohl des Staates, sondern liegt auch im Interesse des Volkes, das dieses umstürzlerische Treiben ganz entschieden mißbilligt. Man verkennt anscheinend an maßgebender Stelle noch immer die Größe der Gefahr. RnS allen Teilen des Landes lausen täglich bedrohlichere Meldungen ein. In der Pfalz und im.Rheinlande wird gerade setzt besonders eifrig gewühlt und gearbeitet, und wenn nicht alle Anzeichen trügen, werden die Kommunisten bald uns vor vollendet« Tatsachen stellen. Es muß notwendig zu einer Zersplitterung des Reiches fuhren, wenn die treugesinnten Volksteile nicht vor dem Terror der Minderheit geschützt werden. Unsere Gegner haben ein großes Interesse daran, uns nicht noch mehr zu schwächen, und sie werden es sicherlich nicht verhindern, wenn man sich in ihren Schutz flüchtet, um vor eigenen Volksgenossen sicher zu sein. Das bat ja aitch wieder der beklagenswerte Putsch in Oberschlesien bewiesen. Wochen, und monatelang konnten sie das Volk verhetzen, setzten sich too-ar mit polnischen Kreisen in Verbindung, um gewaltsam die Absplitterung dieser Lander« teileS zu erzwingen. Jetzt ist die Stimmung der Bevölkerimg mit Recht sehr erbittert, und es wäre nns vielleicht genau so ergangen, wie damals im November und Dezember mit Posen, wenn nicht im letzten Augenblick eS gelungen wäre, den Aufruhr niederzuwerfen. Aus solchen Vorgängen sollten Wir längst schon gekernt haben!
ES wird wirklich höchste Zeit, daß, die deutsche Regierung aus ihrer passiven Stekkmg heran stritt und nach Maßnahmen greift, die überall Ruhe und Ordnung und vor allem auch den Schutz deS Volker selbst verbürgen. Jedes weitere Zögern könnte von den bekla- genswertesten Folgen für «ns alle begleitet fein.
ist o-wiß ,« begrüßen, daß tn Berkin, Wo aller Wahrscheinlichkeit nach daS Signal^zm» nnten Umsturz gegeben Wird, von amtlicher Seite jetzt einige Maßnahmen getroffen worden find, dir geeignet erscheinen, der immer mehr «n sich greifenden Verhetzung des Volkes entgegen zu wirken. Das Verbot, Flugblätter ohne vorherige Erlaubnis der Regierung « vertei- len. tam aber doch reichlich spät, es hatte schon viel früher im Interesse des Staates und des Doilf-S ^r'-tTT^n fcyet&fü Ml'ssen. wrafte btrra?
b:e Volksseele ßr ver- r-- -■ Verbot deS ?..ck<mB
"' nßwafken, Mmkition und
-ta'-'cha schon früher
erlassen werden sollen. Immerhin beweist dwS 1 ÄleS aber, daß die Regierung sich regt und end- lich bereit ist, enffchlossener aufzutreten, als das bisher der Fäll gewesen ist. Unser Vock wird das auch mit Dank anerkennen, nnd je energischer man sich an den maßgebenden Stellen zeigt, I dem Treiben der Revolutionäre entgegenzutre- ten und ihre verderblichen Absichten zu vereiteln, umso aufrichtiger wird man eS im Lande begrüßen. Rur wenn die Regierung mit der erforderlichen Entschlossenheit, die den mnstSr^ lerischen Elementen geboten ist. auftritt, wird das $»$r ihr jenes Vertrauen entgegenbrmgen können, dessen sie als notwendigste Unterlage für ein gedeihlicher Wirken bedarf. -es.
RedoluiisnSre Framofro.
Einrichtung von Sowjet« in Pari».
lPrivat-Telearammh
Amsterdam, 2. September.
Au« Pariser Mitteilungen ist ersicktlck daß dort UmwSlzungen im Gange find. Erst heute kann die durch bie französische Zensur streng überwachte Tatsache mitgeteilt werden, daß tn vielen Pariser Bezirken darunter im Bezirk Rotre Dame, sich Sowjet« a.ebil- bet haben. Sie bestehen in Paris bere'ts seit dem 24. August und verfolgen politische und wirffckaftlicke Ziele. Berbaftungen vorznneh. men bat die französische Regierung noch mcht gewagt, da die Beweguna bereit« tief m die Provinz verzweigt ist.
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FlugblSttrr in der Pfalz.
LuWvigShafen, 2. September. (Privat-Te- legramm.) Durch französische Soldaten wurde« in der vergangenen Nackt ans Automobilen Flugblätter in französischer Sprock« verteilt. ht denen gegen eine weitere Einmischung der Alliierten in Rußland und gegen die Unterdrückung der deutschen Revolution aufgefor- dert wirb. Unter Ausfällen gegen Clcmenr-au und Poinrare« af« Kriegshetzer wird die Auf- forderung verbreitet, die Revolution dorthin zu tragen, wo sie noch nickt fei.
Set Mlzet Pnlsch.
Die Nachwirkungen.
(Privat-T-legramm.)
Ludwigshafen. 2. September.
Die französisch- Behörde bat den Forderungen der Ludwigshafener Arbeiterschaft in der ^auvtsack- nackgegebrn Die Freilassung der Verhafteten ist «folgt, auch wird die französische Besatzunasbehörde geaenübee den deutschen politischen Gefangenen einen Straferlaß gewähren. Gen«al Fayolle hat für keine .«^eereSaruppe angeordnet, daß sich sämtliche Offiziere d« DesatzungSarm« kn po- litifcke AngekegeNheiten bet Pfalz nicht ein- mischen dürfen. Die Beerdigung de« erschossenen Dostvmwakters fand Montag nachmittag in Ludwigshafen uni« imgehener« Be- teiliinma der Bevöffernng statt.
-» Ammhige Lage.
Landau, 2. September. (PrtvaEelegrmnm) 25000 Mann ftaniösische Truppen Worden Mr Me verstärkte Besetzung der Rß einpkalz und b«a Oberelsaß in d» nächsten Tagen in ihren BeMmmunaSortenFintresfen. Im ober- olsässischen Fnbnstriegebiet -et die 8 a g e e r n st. Dur» radikale Elemente wer^e» dir Arbeit« zur Arbeitsm'ederlequng aufgefordert.
Set Krim etot« Rnßlmd.
Kronstadt ht Flamme«.
lBrkveckTekegramm.s
Kopenhagen, 2. September.
Die Times melden: Kronstadt sieht fett Frei- tag tn Flammen. Die Befchießung d« russischen Ostseelüste wirb durch eng- kische und französische Kriegsschiffe fortgesetzt.
Vormarsch der RnmSnen.
Wien, 2. Sebtemb«. (Prwattelegramm.) Bon d« rumänischen Front wird berichtet: Die rumäutf che«Truppen heckeu den Dnjefir überschritte« mW TiraSpol »n-uun-n.
Bolfchewisten gegen Letten.
M i 1 a N. 2. September (Telegraphkfche «ck- btmtt.) Die Lage an b« estnffch-letttscken Front bÄPleSkaa k» »«-erst b edrohlich. Der Frontdurchbruch b« Bolschewisten «st vollständig setmwen. Die lettische Regterung befördert belHft e LandrSwehr befchl«- niiti an bk Front. Nach Abtransport ber kak- ttschen Landeswehr stehe« der lettischen Regie-
von Bolschewisten m den von de« deutsch«, Truppen geräumte« Gebieten auSgebroche — Russische, lettische und balttsche Zeitungen veur- teilcn die Lage s-hrernst. Die Stimmen, die deutsche Unterstützung fordern, mehr«, sich.
Ser Mkerbimd.
Katholikentag gegen den Beitritt.
(Eigen« Drabtberich1.j
Zürich, 2. September.
D« Aargauische Katholikentag in Basel, der von zehntausend Personen besucht war, beschloß, den Beitritt der. Schwe i z -um gegenwärtig in Gründung befindlichen BSlk«- bnnb ab zu lehne«, weil daS Papsttum davon «nSgeschloffen sei und weil d« Bund kein Bund ber Völk«, sondern d« Sieger fei m't dem Zweck ber unriugesckränkten kapitalistischen Ausbeutung d« Mittelmächte.
Amerika und England.
Basel. 2. September. (Privattelegramm.) Aus Washington berichtet Newvork Herold, daß die SenatSkommtssion füt auswärtige Angelegenheiten mtt neun gegen «ht Stimmen einen neuen Zufatzanttag zum Friedensverttag angenommen habe, der verlangt, daß die Vereinigten Staaten im 9tat des Völkerbundes ebensoviel Vertret« wie England «hakten.
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Noch ein Zusatz-Antrag.
Das Theater.
Was wirb aus ben Staate Schauspielen? Die gestrige Stadtverordnete« - Sitzung.
(Bon unferm Mitarbeit«.)
Kassel, 2. September.
Das ist das Tragische an unseren modernen Stadtvewrdneten-Sitzuugeu, daß, wenn wtrb sich einmal Fragen auf der Taaesordmmg stehen, bie der wettgehenAsten Behandlung wüv, big sind, keine Zeit vorhanden ist. Gestern abend war er bereits gegen neun Uhr, als die Theaterfrage aufgerollt wurde, und, so gern man eine allgemeine Aussprache gesehen hätte, mit Rücksicht auf den ständig Vorauerlende» Uhrzeig« mußte ein gewaltsam« Schluß gemacht w«de«. Den Anlaß boten di« demokratischen Anfragen an den Magistrat auf Nutz, barmächung der StadÄalle für Mnstleriich« Veraniialtunaen und gleichmäßigen Besuch des Staattichm TbeatnS. Frl. von Kaestner, die Begründerin d« Anfrage, stellte dre Ford» rung .Kunst für das WT von allgememen Gesschtspunkren aus. Bürgermeist« B tu «ne I erklärte, daß eine gründliche Reform bet The- atersrage «st mö-^'ch fein wird, wenn bl» Staatsregierung sich entschbossen hat, di« D«> waltuug endgültig neu M regeln. Theatcrfor. d ernnaen allgemein« Art stellte der sozialdemo» krattsche Stadtverordnete Asteroth auf. Er wünschte bändigen Uebergcmg des Theaters m städtischen Besitz. Stadwevordnet« Härina hakte hi« ein und machte sshr inttreffante Miß
Haag, 2. Septemb«. (Eigene Drahimeldung.) D« Senatsausschnß nahm nach ein« Pariser Meldung aus Rewhork einen weiteren Zusatzantrag zum Friedensverttag an, nach dem bei einem Konflikt zwischen entern Kronlastde und einem anderen Staate, der Mit- ali«d deS Völkerbundes ist, die übrigen Kron- land« des betreffenden Reiches von b«_ Ab- stlnmruna ausgeschlossen werden.müssen. Danach dürste Mo Kanada zum Beispiel seine Stimme nicht abgeben, wenn Australien mit einem anderen Staate tn Konflikt geriete.
Iren gegen den Vertrag.
Rotterdam. 2. Septemb«. (Telegraphische Meldung.) Das Presseburecm Radio meldet aus Wafhington: Mehr«e Verttet« der vereinigten Freunde -«irischen Freiheit und Rasse, die vor einigen Monaten tn Philadelphia einen Kongreß abhietten, forderten vor dem Senatsausschnß im Namen von zwanzrg Millionen irischen Amertkanern, daß der Frie- denSvertrag völlig abgelehnt w«de, da « die Vernichtung d« posittscken und kommerziellen UnabhängiMit Amerikas bedeute und da et Irland und andere untertane Staaten verhindere, ch-ve Unabhängigkeit zu erreichen.
3m besetzten Gebiet. Mißhandlung Pfälz« Bürg«.
(Privat-Telearannn.)
Spey«, 2. Septemb«.
Infolge d« wi«d«holten Mißhandlungen von PfAier Bürgern durch die Franzosen haben sich die Ueberfülle auf Angehörige der BesatzungSarmee in d« letzten Zett «höht. Die Speycrsche Besatzungshehörd« teilt mit, daß ein neu« Ueberfaü auf einen französischen Beamten am Donnerstag abend ans dem Domplatz verübt wurde. Der Beamte wurde körperlich mißhandelt. Ms TLttr kommen drei Mann« in Betracht Falls sie nicht ermittelt werben können, wird die Stadt Svev« mit ein« schuwren Strafe belegt. Das Bürgermer- jtaramt hat laut Plakatanschkäg 1000 Mark Belohnung aus die Ergreifung deS Täters gefetzt
Saarbrücker Wünsche.
Saarbrücken, 2. Septemb«. (Eigene Droht- mekd-nng.) Die Saarbrück« Stadtverwaltung hat dem Präsidenten Poincars bei sein« Anwesenheit rt Saargemünd eine Denkschrift üb«- reicht mH d« Bitte um Herbeiführung «mes wirtfchaftsichen Zusammenschlusses der Stockt Saarbrücken mtt Elsaß-Lothringen. MS D«tret« Frankreich» in d« Regiernngs- koumrifsion deS SaarstcmteS, dem FSnf«rat, P twr Mtaifi« Tardiev, früher« AuKcmdS- redakteur dss .Zemtf'. bestimmt worden.
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Verhandlung auf den Srnbeu.
Saarbrücken, t Septemb« (Prwattele. aramm.) Auf d« vergwerkSdirekttzm tn Saar, brücken fmch erneut etne Verhandlung zwischen den Vertretern d« D«gwecksdir«Mim und Vertreter« d« Arbetterorganlfat«m statt. Den Saarb«gleute« wurden neue bcdeuffame Zugeständnisse hierbei gemacht. wurde vereinbart, daß für alle v«heirateten B«gleute 120 3er/.:« (f) Kokken zu ermäßigtem Preis abgegeben weiden. Die Frage d« SchichiMme wurde d.chtn grnegelt. d-,ß ab 1. Septemb« alle Schichtlobne um eine Mark heranfgesetzt werden.
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Das Staatliche Theater arbeitet jetzt mtt einem Etat von 1790000 Mark. Der staatlich« Zuschuß beträgt 600000 Mark. Die Stadt Kassel wird nickt in d« Lage sein, einen solchen Zuschuß zu tragen. Die einzige Lösung wäre, daß stck Stadt und Bezirksverbmid in den Besitz des Theaters teilten und eht Provinzial, theater daraus machten. Die Enffcheiduno üb« das KNstige Geschick des Theaters Wirtz voraussichtlich Ende Septemb« bei bet Ber« tuns des KUltuSetats In der Landesversammlung fallen. Bis dahin wird d« jetzige Deo WÄtmrgSrat bestehen bleiben. Stadtverorduetei Boepel ttat dann in längeren Ausführungen dafür ein, daß die Kunst i*r Spekulation aus Gewinn entzogen werden muß. Wie schon settr« Bomedner, gab auch dies« Stadivat« die An. re-gung, daß eine gemischte Kommrglon gebt» bet wird, di« die allgemeine Kunflpfleae zu organisieren hat und ht der neben den KünsUev, auch die Laierckrekse vertteten sind, eine Stern« Mission mtt Unterabteilungen für Musik, Tbo ater, Literatur, bildende Kunst. Städtebau, Bau. kunst und Kitnstgewerbe. Auf leinen Fall dürfen wtt Wied« dazu kommen, Kunst mtt G-ow iwrmiene zu geben, wie eS tttt Kriege d« Fall war, wo die Sttmmuna gehoben werben sollte tote einst tn Rom vor dem Verfall: Panem et eircenses ... Brot und Spiele! DaS Volk muß ein R e ch t auf die Shtnft besitzen.
werben muß, Rücksicht W nehmen hoben. N« unentgeltliche Darbietung ist bei ben. hohen
Dargebotauen nicht aufkixmnen wn taffen. Die
hesien Kräften zu fördern. Wenn sich di« Der» bälinffse deS Wini«S im übrigen erträglich gestalten, soll.« olle V«anstaAungen zu so mäßigen Preisen daogebste« werde«, daß jw allen Schichten her BevSklerung jw
Konzerte in b« Stadthalle.
Nicht mind« itttereffant als bte Theat«. frage waren Mitteilungen des Stadtrat- 58 e« her über die Nirtzbarmachnna der Stadthoktt für die KunWebürfnisse d« Bevölkerung. Zunächst sind für den Mnt« verschiedene künstlerische Orgelkonzerte vorgesehen. Außer, dem sind mtt dem Seit« b« Theaierkapelle, Kavellmeist« Längs, Verhandlungen int Gange, die wohl zu dem Eraebnis kommen werden, daß etwa alle vierrebn Tage im Fest-faal d« Stadthalle ein großes Künstlerkonzert Mit gediegen« Vorttagsfolge v«anstaltet wird. Auch mit dem vor wenigen ^Monaten begrflnbeteit Ausschuß für die Veranstaltung von VolkSkonzerteu. bet unter BeteMaung aller künstlekifch ttrt«eUerten Streife unser« Stadt nnd «Er reger Teilnahme b« Gewerkschaften «nd Do-lksb ildungSvereine inS Leben gerufen worben ist, wird die Stadthakleiwerwal. wna ht V«bin!dlmq treten, cm den weitgehenden Zielen dieses Ausschusses zur Durchführung zu verhelfen. Ein« Reubelebunq des städtischen Musiklebens kann auch von dem Mrzkich gevff. beten Konzertchor erwartet werden. Fern«