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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 218.

Fernsprecher 961 mt> 951

Donnerstag, 21. August ISIS.

Fernsprecher 951 und 951

9. Jahrgang.

S-Mlar-eu Kredit vom Ausschuß genehmigt.

Weimarer Zagtmg.

BaschleunigteS Arbeiten do» de» Steten. (Eigener Drahtbericht.)

Ludendorffs Kriegsennnerungen.

DaS langerwartete Buch des GeneralqnartiermeksterS.

Weimar, 19. Arrgust.

Mit einem Eifer ohnegleichen, mit einem Hochdruck, »ie er im Mrlamentarifchen Ge­triebe Deutschlands in vorrevolutionärer Zeit niemals bemerkt worden ist, arbeitet jetzt die deutsche Nationalversammlung in Weimar kurz vor der großen Pause. Der TienStagsitzung lagen wart weniger als acht größere Ge­setze vor, ein« ganz« Anzahl von Ausschuß- berichten, sowie 16 Anfragen. Di« Besetzung deS Hauses litt nicht allein darunter, daß viele Abgeordnete bereits abgereist find, sondern auch unter den während de» Plenum» angesetzten «rblreichen KommisstonSfitzungen und dergleichen. VHdrt weniger al» vier Änsschüfie tagten gluck- zeitig mit der Vollsitzung. Infolgedessen ist auch die Ministerbauk fibwach besetzt. Zeit­weise ist überhaupt kein Vertreter der Reick»- rrgierung anwesend. Die »ffenfichtlich große Abspannung und Ermüdung, die über dem Sause liegt, läßt große Debatten nicht z«. Die Gesetze werden faßt durc^veg nach nur ge­ringer Aussprache erledigt- So das Gesetz über Enteignungen und Entschädigun­gen auS Anlaß des ssriedenSvertrage» und ein anßerordentlich wichtige» AuSführungsae- setz zum Friedensvertraa. Beide gehen an den HauvtauSsckuß. Die Postgebüdrenaesetze »erden nach einer kurzen Debatte, in die der Zofttrttmfi-r selbst etnareift, erledigt. Größere Anssprach«, hanvtsäckuck der weiblichen Mit­glieder der Nationalversammlung entspirmt fich bei dem Gesetzentwurf Über Wochenhilfe und Wochenfürsorge. Die im allgemeinen würdige SktSsprache über diesen Gegenstand wird leider durch eine demagogisch« Red« der Kran Zietz, welche auch diese Gelegenheit wieder benutzt, um eine anfstachelnde Agitation zn treiben, getrübt-

Der Reichskanzler Bauer bemüht sich selbst Kl das Sau», um der Nationalversammlung von der Lage in Oberschlesirn Kenntnis zn geben- Seine Mitteilungen find wesentlich ruhiger und zuversichtlicher, al» die aufgeregten Zeitungsberichte der letzten Tage besagten.

Immerhin ist die Lage in Oberschlefien außer­ordentlich gespannt, da von polnischer Seite versucht imrd, für die demnächst vorgesehene Volksabstimmung feststehend« Tatsachen zu schaffen. Dies« Ereignisse kommen der ReickS- regierung umsomehr m die Quere, als gerade augenblicklich in durchaus loyaler Weife in Berlin zwischen Vertretern Polen» und der deutschen Regierung über die Ordnung all dieser Dinge verhandelt wird.

In der Nachmittagsfitzung entspannen fich lebhafte Debatten überdieReichSabgaben- or d n u n g. Der Redner der Deutschen Volks­partei Dr- Becker erhob erhebliche Bedenken gegen Einzelheiten der Bestimmungen. Reichs- finanzmininer Erzberger hielt in Erwiderung dieser Ausführungen eine finanzvolittsche Rede, in welcher er die Bedenken zu entkräften sucht und über die künftige Reichssteuerorganikatton weitere Aufklärungen gab- Rach längerer Aussprache, an der fich alle Parteien beteiligten, wurde schließlich daS Gesetz in dritter Lesung mft einer von Einmütigkeit sprechenden Mehr- heft angenommen. Nächste Sitzung Mitt­woch: ErbschaftSstruergesetz etc.

streditanleihr genehmigt.

- Gesetzentwurf über neun DWÜardeu. kEigener Drahtbericht.)

Weimar, 20. August.

Der Entwurf «tneS Gesetzes Mer ehr Lre- ütt-nloihe für das Rechnungsjahr 1919 in HSHe von neun Milliarden Mark wurde im Haupt- «Sfchug angenommen mft einem Zusatz, der de» ReichSstnangmiuister ermächtigt, eine PrSmienanleihe auSznqeben. dft mft steuerlichen Vorteilen ausgestattet sein soll. Wie verlautet, sollen fich die Bedtuguuge« der Kreditanleihe folgendermaßen gestatten: AuS- gadekurS 100 Prozent Verzinsuna 2 Prozent, Rückzahlung zu 110 Prozent. Aedes Prämien- loS soll auch dann, wen» es schon «, 110 M- rückqerahlt ist. an der Zieluma beteisiat fein und die Promten sollen beim Erweed von der ErtzschaftSstener befreit bleibe».

Set Strei? im Bergbau.

Langsame Wiedemmfmchme der Arbeit.

(Privat-Telearamm.)

Breslau, 20. August.

Müdunserr der Brrslmnr ffeitnng besage» , Jmotewett die «tufichrunn W6 «rdeit»- zwauges bereits erfolgt ist, ist noch nickt > kannt. Borberetteude Matznahmra zur Wie-

em h»n Hflen tage erschein« b<H 6abr»t- (am« Werk euixnborff«Mein« Kriegs- «rimterunge» 1914-1818- hn «erlag borx e, e. Mittler an» Sehn ta Derii» 51 n* bem 628 «ettea amfafienben Bach« geben IV« CilTlge IViHnlgt UV;uT»«W wWvf»»

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gtn feinem Vorwort faxt der Verfasser, daß er dre Erinnerungen vornehmlich au» dem Ge- dächtnis rtiederschreildt, nnb söchrt dann fort: Die KrfegSerinneruuqen sollen von den Taten des deutschen Volles und Heeres erzählen, mit denen meat Name für all« /leiten verbunden bleiben wird. Sie schildern mein Streben und gebe» Kunde von dem. war ich in dem Böller- ktngen erlebte: SS war die» das Kämpfen ohnegleichen, da» Dulden, das Erlahmen des deutschen Volles. Roch hat der Deutsche die Zett ptm Sekbstbestnnen und zur Einkehr nicht gefunden. SS lastet zu viel auf ihm. Und doch kann er sich stolz aufrichten an den gewaltigen Taten seines Heeres und den Leistungen da­heim. Aber er hat keine Seit zu verlieren, aus den Geschehnissen, die $u seinem Unglück führ­ten, r« lerne«, denn die Weltgeschichte schrei, tet «nerbittkch weiter und zertritt die Völler, Me fich tn Uneinigkeit zerfieisthen.

Hindenburg.

Vier Jahre haben wir in tiefster Harmonie wie ein Mann Msammengoarbeftet. der Gene- vakfeldmarfchaL und ich. Ich sab -s tr11 «<* innerer Genugtuung, daß er die Idealgestaft diese» Krieges für das deutsche Voll, die Ver- kSrperuug deS Sieges sBr jeden Deutschen wurde. Der General feLmrarfchall ließ mich teil- Äan seinem Ruhm. Bei der Feier seines en Geburtstages am L Oktober 1917 kleidete er dies in besonders tief empfunden« Worte. Der Feldherr hat di« Verantwortung, Er trägt st« vor der Welt und, was noch fchwe- rer ist, vor sich, vor der eigenen Arm« mW dem eigenen Vaterland«. AlS Ebes und Erster Generalquartierrneister war ich voll mitverant­wortlich und bin mir besten stets bewußt.

Diejenigen, denen di« Autorität der Ober­sten HeereSfettuna zur Erreichung ihrer selbst­süchtigen Ziele hinderlich war und noch Wer­ben konnte, versuchten zwischen den Generakfeld- marschall und mich einen Keil zu treiben. An feiner Person wagt« man nicht zu rütteln, dafür glaubte man mich treffen zn sollen. Man schuf einen Unterschied dem Handeln und

dem Denken deS Genertckfeldmarschälls und dem meinigen. Er verkörperte hiernach das gute Prinzip, ich das böse. Die solches verbreiteten, mußten den Generakfekdmarschall zum minde­sten für allen vermeintlichen Schaden mttver- antwortkich machen, sonst untergruben sie seine Stellung und machten ans ihm einen Mann, der nicht die hoben Eigenschaften besitzen konnte, die sie ihm bergulegen beabsichtigten und die fein eigen find. Der Ruhm des Graeralfekd- marschalvs steht fest in den Herzen des deut­schen BokkeS. Ich habe ihn hoch verehrt und ihm treu gedient, seinen vornehmen Sinn ebenso geschätzt wie feine KckttgSüsve und feine V evanSwortnngSfr eudlleit.

Oberste Heeresleitung und ReichSregterung.

Die Regierung hatte unseren Eintritt in die Oberste Heeresleitung begrüßt. Wir kamen ihr mit offenem Vertrauen entgegen. Bald aber be­gannen zwei Gebankentwelten miteinander zu ringen, vertreten durch die Auschaiumgen der Regierung und die mrsrigen. Dieser Gegensatz war für uns ehre schwere Enttäuschung und zu­gleich eine ungeheure Belastung. $n Berlin konnte man fich mcht M unserer Auffaffung über die Kriegs Notwendigkeiten bekennen und nicht den eisernen Willen finden, der da» ganze Volk erfaßt und dessen Leden und Denken aus den einen Gedanken: Krieg und Sieg eiustellt. Dir großen Demokratien der Entente habe« dies vermocht. G^mdetta 1670/71. Clemenceau und Lloyd George in diesem Kriege stellten mit harter Willenskraft ihre Völker in de« Dienst deS Steges. Dieses ziesbewußte Streben, der machtvolle VernichruwgswiÄe der (Entente, wur­den von der Regierung nicht in voller Schärfe ersannt. Nie war daran zu zweifeln gewesen. Statt alle vorhandenen Kräffte für den Krieg zu r«mme6t und Höchstmaße cmzufe-nneu, um zum Mieden auf dem SchSachtfekde zu kommen, wie! dies da» Wesen des Krieges bedingte, schlug man in Berlin einen anderen Weg etu; mau Mrach immer mehr von Versöhnung und Ver- sttmtzigunq, ost« gleichsoittg dem eigenen Voll eine« fanfett kriegerischer, ImhUls z« geben ... In allen Fragen wandte sich die Oberste Heeres- leituna an die verfaflungsmäßigen Faktoren. Der Krieg verlangte von chr in jödem Augen- blick schnelle und uaftgehende Enttcheidrmgen. «r fOTfaerfe und förderte Me Entschlußkraft. In Borfen blieb mau tu dem gowohntq, Friedens, gferse. Antworte«, auch tn den wichtden Fra­

gen, gingen oft erst nach Wochen ein. Infolge dieses ungemein schleppenden Geschäfts ganges der Berliner Behörden und der RichtetteunenS der KriegSnotwendigfeite« wurde der gegenfei- ttge BerkehrSton zuweilen hart. Wir haben die» b«dauert. Uns brannte daS Feuer auf der Seel«. ES mutzte schnell gehandelt werden, denn e» gatt ost, unerme blichen Schaden zu verhüte«. Im Frieden war die Reichsregierung allen Behörde« gegenüber ausschlaggebend. DaS Auswärtige Amt fühlte fich über jeder Kritik stehend. Rur schwer konnten sich die Reichs­ämter daran gewöhnen, daß mit Kriegsausbruch in der Obersten Heeresleitung eine Stell« er­standen war. die nicht nur die Verantwortung mit dem Reichskanzler teilte, sondern so Unge­heures trug, daß sie umsomehr zu tallrästigem Handeln gezwungen wurde, je weniger sie dies m Derlm vorsand. Ich hätte gewünscht, daß auch di« Regierung diesen einfachen Vorgang klar erkannt hätte. Di« Stellung des Generals von Molkke und von Fallerchavn zur Negierung war im wesentlichen nicht anders, als die des GeneralfeldmarsckiallS und die meinige. Di« Regierung ging ihre eigenen Wege und hat in Rücksicht auf daS Wollen der Obersten Heeres­leitung nichts unterlassen, waS sie zu tun für angemessen hielt. Es geschah aber Vieles nicht, was im Jittereffe der Kriegführung als drin­gend notwendig bezeichnet war. Auf einigen Gebiete« mutzte die Oberste HeereSleitunq schon glerch nach Ausbruch des Krieges handelnd her- vortteten, wo dies Ausgabe anderer Stellen ge­wesen wär«. Das weite Gebiet der Press«, der Zensur, der Abwehr feindlicher Spionage und Sabotage daheim, sowie der Feststellung der auf Umsturz der Staatsordnung im Kriege hin- ardchtenden Kräfte blieben zum Schaden der Krieffführung der militärischen Selbfchilse über­lassen. Unklarheit in der Zuständigkeit und Per. somakmanael hemmten die Initiative der zustän­digen Behörden."

Stellung zurPolitik.

Als Erstem Generalquarttermeister lag es mir oft persönlich ob, die Forderungen der Obersten HeereÄeitung gegenüber der Regie­rung -u vertreten. Um politische Persönlichkei­ten und Parteien habe ich mich nicht bekümmert. Jene Parteien, die immer nur von Verstän­digung sprachen, statt den Krienswillen der Ra­tion zu entfachen, sahen di« Notwendigkeit der Forderungen der Obersten Heeresleitung nicht ehr. Die Regierung dnchte wie sie. Und so sanden sich Regierung und Mehrheitspatteien zusammen und lehnten mich mft meinem solda­tischen Denken nnd Wollen mnerlich ab. Es war klar, daß ich mehr Anhänger bei den Par­teien fand, die gleich mir eine VersiSndiemng gegenüber dem feindlichen Vernichtnngswillen für nicht möglch heften und daher für die höchste Energie im der Kriegfithrung eintraten. Ich habe mich nie an sie gewandt, aber sie verttau- ten mir. Diese Parteien waren die rechts orientierte Mi-nderheit. Darum stempelten Mich die anderen, obschon ich nur an die Kriegfüh­rung dachte, zum .Reaktionär^. Hätte ich Me entsprechenden Anschauungen bei den demokra- tischen Parteien gefunden, so hätte ich auch bei ihnen Anhänger gehabt und ich wäre dann viel­leicht bei der Rechten als .Demokrat verschrien «wesen, was übriaens von rechtsstehender Seite ost genug geschah.

Fch bin weder .Reaktionätt' noch .Demo­krat'. Ich trete allein für die Wohlfahrt, das kulturelle Gedeihen und die nationale Kraft des d-utschen Bolles, Rh: Autorität und Ordnung ein. Aus diesen Pfeilern ruht di« Ankunft des Vaterlandes. Während der Krteaes hietz das Siek: Höchste Energie der Kriegführung und icherstellung der militärischen und damit gleickdedeuteitd der wirtschaftlichen SebenSmög- lichfett, auch für die Zett nach dem Kriege. Ans der Untättgkeft der Reichsleitnna aus vielen Ge­bieten erwuckS für mich der Uehelstand, datz ich von Mitzwollenden, zuweilen auch von Wer- eifrigen Freunden, immer mehr ohne mein go- rsmWeS Himzmtun und ohne je hervorzutreten, ht den Streit der Parteien hineingezoaen wurde. Die Presse bat ich wiederhokt, sich nicht mft mir zu befassen. Im übrigen war ich zu sehr hesckäfttgt, MN selbst daa» Stellung zu nob- t!WTt. Ai* fehlte a«ch das Pedinm. nti* ans-! mferechen: üderdies traute ich dem denifehen Volke mehr Nun für die harte Wirklichkeit zu. Der Regierung aber war eS recht, einen Blitz­ableiter geftmden va haben; statt für mich rin. fertreten, ließ sie die Hetzer gewäbren. sie stell« mich als Dlttator hin. fckod Me Oberste Heeres­leitung vor und verschärfte dadurch Me Stim­munggegen mich. Die» ist dar Gesamtbild. Die Reichsbanner Dr. Mickaelis «Nd Gras v. Hett- ft«q fair* en solchem Treiben fern, aber daS schwere tt**X wrtb es war Mes meiner mili- »strUchen Messung wogen in fernen Fotzten ein nationales NngSrck war bereits «ftchehen ...1

deraufnahmeder arbeit sind «troffen. In den oberschlefifchen Hütiemverken haben bis jetzt 20 vom Hundert der Arbeiter der Anfforverung, die Arbeit wieder auszmiehmen. Folge qe° leistet Don der Laura-Hütte sollen G0 bis 70 vom Hundert der Belegschaft bereit sein, ein- zufahreu. Der Eisenbahnverkehr und die Beleuchtung find wieder in Betkieb.

Unter der Fremdherrschaft.

Empörende Verhaftungen.

<Privat-T«legramm.s

LudwlgShafe«, 20. August.

Lu der erfo!fiten Verhaftung de» sozialifti- scheu StadtrateS Oler in Speyer am Sonn­tag durck die Franzosen wird noch gemeldet, daß auch seine Frau und fein Iljähriaer Sohn, ferner inzwischen vier weitere Vorstandsmit­glieder der sozialdemokratischen Partei In Speyer verhaftet wurden. In der Wohnung Oler» fand eine ergebnislose Haussuchung statt. Da­nach wurden Türen und Fenster geschlossen, und ein franzöfischer Posten vor dem Gebäude ausgestellt. Bei den Demonstrations-Aus* stand am Montag hielt sich die französische Besatzung zurück und zeigte sich während dieser Zeit nicht in den Straßen.

3n der Gefangenschaft erschossen.

Ludwigshafen, 20. August. (Eigene Draht­meldung.) Der deutsche Kriegsgefangene Wil- heim Keller von Neunhofen in der Pfalz wurde nach einer Mitteilung seiner Vortzesehten letzte Woche in der Gefangenschaft von den Franzosen erschossen. Nähere Angaben hier- tber find noch nicht bekannt geworden.

D-rSDeutsche" verboten.

Mainz, 20. August (Privattelegramm). Die französische Militärbehörde hat das Singen vatertäudifcher Lieder bei Schulaurflügen, das Tragen deutscher Abzeichen und das Hissen von deutschen Fahnen und Flagge» im. besetzten Gebiet streng verboten.

Italienische Besatzung.

Mainz, 20. August. (Eigener Drahtberichü Italien wird bei der Besatzungsarmee de» linken Rheinusers mit einem Regiment künftig vertreten sein. Italienische Truppen werden zur Besetzung der Rheinpsal, und des Mosel- a e biet es verwendet werden, dagegen wird Italien keine Truppen iür Vie interalliierte Garnison in Danzig stellen.

Aufruhr in Sberlchlefien.

Die polnischen Umtriebe. (Siaene Drahttneldung.)

BreSlau, 20. August.

Der von polnischen irreguläre« Truppen betriebene Ausstand ist immer noch sehr ernst. Unsere ReichSwehrtruppen find bemüht, des Aufstandes Herr zu werden. Ihre Hauptaus- aabe ist. die Grenze ordnungsmätzia zu besetzen, nm eine Berbindung zwisckfen den Aufständi­schen und Teilen der Polnischen Armee zu en» terbinden. Fm Sattowitzer Bezirk ist die Lage so. daß leider nur noch die Städte K a t t o w i tz tmb MySlowitz sich den HSnden unserer Truppen befinde«. Der übrige Teil des Be­zirkes befindet sich in den Händen der Auftzän» Mscken. Etwas günst>aer ist die Lage im Benthner Bezirk. Aber auch hier darf man fith nicht über den inrft der Situation hinweg- täusche«, DaS über die Aufstandsgebiete ver­häng« Standrecht hat die Stillegung der letzten noch in Tätigkeit befindlichen Gru­be« zur Folge gehabt. Seit, brate früh ist eine völlige Arbeitseinstellung i« Ober- ftfrfefien zu verzeichne« Die Fakll bet Ausstän­digen ist aus 150 000 gestiegen. Infolge der Sfillegung der letzten Gruden hn Rqbniker Re­vier ist die Kohlenförderung ganz un­terbunden und die «och Ms gestern mögliche Berladuug von annäsiernb 1000 Waggons m t Steinkohlen hat vollkoMnen aufgehött.

AlllierLe Einmischung.

Paris, 20. August. (Eigener Drahtbrrichl.) Dte «ffedateb Preß meldet, das; der höchste Rat der Alliierten wahrscheinlich Me Enssen- dvna einer n^litärischen Abordnung rach Oberschlesien beschließen wird, um. den Kämpfen her polnischen regulären Banden mii der betttfdfen Reichswehr rin Ende zu dr- retten.

Reichswehr gewrunt die Oberhand.

Kattmofti, M. August. (Privat-Telegtamm.s Im Bratfa»»-er Bezirk find Me Kämpfe zu­gunsten der ReichSWe-r «ntschirhen.