<Privat-Telegramm.s
V-
Das Einigungs-Abkommen.
Der lahmgclegte denffche Handel. Ans
Sic toürbe bleiben. Und am Montag würbe
■rau.
«orte,
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am Ende ihres AusharrnngSvennögens ange- lanaf sind! --
Lnsc-"
(Forffetzung folgt)
dem Awfncklsrat, aus -em Vorstand znrüSM- trelcn, um für di- Vertretung des AnffichtSrats in dem Verfahren nach 1 zur Verfügung zu stehen. Der Aufsichtsrat teilt mit daß er die Berufung eines neuen Vorstandsmitglieds un= abhängig von der Entscheidung $u 1 baldigst durchführen wird. Bis dahin wird Herr Bank- dircktor Kramm Kassel, der annimmt neben-
Kampf zu treiben, dessen Mitglieder Zwar gehalten sind, nach außen ein gewisses Ansehen zu wahren, aber oft nicht so hoch bezahlt wer- den wie ein ungelernter Arbeiter und dadurch
...t und fragen, ob es noch Politik Motive bedarf, um einen Stand zum
amtlich in den Vorstand berufen.
3. Die Arbeitnehmer nehmen den von chnen Myeleaten B»trieb der Straßenbahn am 19 dieses Monats wieder aus.
4. Ter Aufsichtsrat gibt die Zusage, daß aus Anlaß des durch diese Verhandlungen abgeschlossenen Streiks keinerlei Maßregeln naen siattfiuben sollen.
5 Die durch die Stillegima des Betriebs versäumte Arbeitszeit wird zu 50 Prozent befahlt.
Deutschland teilten----- -
der Ansicht, daß Deutschland noch schlimm
Schick Dich ereilt.
Schick dich in die Welt Liner» Den» dein Kopf ist viel zu Bei«, Daß die WeL sich schicke drein.
Ahden tsdxsr Spructu
Mekrre doNLffche RachrichtM.
chrundsisickskan.s des Kaisers in Holland. Laut Ntenwe Rotterdomsche Courant wird '"ans Doorn aemeldtt, daß der vormalige deutsche Kaffer daselbst das Haus Doorn der Baronin von Hermstra gekauft hat. — Falls die Nachricht zutrisst, beabsichtigt der Kaffer sich -e»-* in, Holland anzusicdeln. Er rechnet offenbar w nicht dantit, durch den Ausgang eines Prozesses tu der Wahl seines Aufenthaltes' beschränk: chetden zu können.
Der Milchnnmgcl in DcuffÄland. Englischen Blättern zufolge berichtete Profeffor Starling von der Londoner Umversitzt über seine- Reise durch Deutschland, die deutschen Kinder seien seit 1916 unterernährt Er hoffe jedoch. daß eine beträchtliche Zahl dieser Kinder wiederhergestcllt werde, wenn Deuffchland Kredit erhalte, um Le- bcnsmittek zu kaufen. Dies sei der Angelpunkt der ganzen Lage in Deuffchland. Jeder Liter Milch, -en man Deuffchland «ehme, bedeute die Tötung eines Kindes. Er macht den Vorschlag, daß ein oberster W«rt- schaftsrat gebildet wird, in dem auch Deutschland vertreten ist.
gemacht Hobe. Erst wenn die Entschädigung?» zahiunqen fällig würden und wenn in !eder Hinsicht auf dir- deutsche Industrie gedruckt werde, damit die Riesensnmmen, die ersorder- lick, sind ans gebracht würden, werde man sehen, wie schwierig es für Deuffchland sem werde. Rohstoffe einzukaufen.
reanrier r-e.-e- e /icaitcunc».
Das Ende des Streiks.
Die Wagen der Straßenbahn fahren wieder! Das langentbehrte Kreischen der Rüder in den Schienen und das Klingeln war die schönste Moraemnnsik. mid mit dem Gefühl der Erleichterung, daß endlich die stiefelsohlensreffcnde. ermüdende Streffzeit vorüber, bestieg der Mon- nent wieder beit ersten Wagen!
Der gestrige Tag war ein verhandlungsreicher. Rach einer Sitzung des Aufsichtsrates kamen Eintgungsverhandlungen im Rathaus, an denen Döerpräsident Dr. Schwan- der, RegierunaShräsident Graf Bernstorfs und Oberbüraermeistcr K och teilnabmen. Von 4 Uhr nachmittags bis 9 Uhr abends wurde beraten, mrd nach langem Hin und Her kam em Kompromiß zustande, das besonders veröffentlicht wird.
In einer stark besuchten Versammlung der Straßenbahner, die abends in der „Stadt Stockholm" siatff-and, wurde die Bekanntgabe des EraebnffkeS als voller Sieg bewertet und mit Beifall begrüßt. Auch Vertreter anderer Ge- werkschcfften begrüßten diese Lösung, da sonst weitere Streiks nnverweidlich gewesen wären. Herber Kritik wurde die Haltung des Publikums unterzogen, das vielfach den Straßenbahnern die Schuld Fiffchob. die lediglich Direktor WitthSft treffe. Die Strnßen- bah-ner hätten nicht die Untefftütumg gefunden, die sie bei ihrem wirffchaftlichen Rängen erwvr- teten. Es soll nun auch beim Fahrdienst genau nach den Vorschriften verfahren werden.
Jedenfalls: Beendet nach LreieinbakbtÄtiacm, verderblichem- Streit ist die straßenbahnlosc, die schreckliche Zeit ...!
LoksLnachrrchten vow Tage.
-t- Auf dem Wochenmarkt. Der heutige Wochenmarkt war ein richtiger Dienstagmarkt. Beschickung und Besuch waren schwach. Reichere Vertretung hatten nur Tomaten rmd Blumenkohl.
-T- Rücktritt des Kommandierenden Generals. Wie wir hören, wird der Kommandierende General des 11. ArmeekoxhZ. General leutnant Kühne, demnächst seinen Abschied einreichen. Augenblicklich ist er beurlaubt und wird durch Generalleutnant v. Stolzmann, den Führer der 11. ReichSweHrbrigade, vertreten.
--- Arbeiter-Fahrkarten auf der Straßenbahn« Schon oft ist auf die Notwendigkeit hingewie- fen worden, daß die Direktion der Großen Kal- feiet Straßenbahn Arbeiter-Fahrkarten Verausgabt. bisher aber immer ohne Erfolg. Jetzt aber, wo die Eisenbahn ihren Verkehr immer mehr einschränkt und die ZugverspÖlungen zur dauernden Erscheinung werden, wäre eS namentlich stir die Arbeiter tn den Vororten drin, gend erwünscht, wenn ihnen durch Ausgabe von Arbeiterfahrlarten «jnd Einlmnn« von früh verkehrenden Wagen Gelegenheit zur Benutzung der Straßenbahn geboten toürbe. Natürlich müßte der Preis ein angemessener sei« mti> etwa dem der Schülerzeitkarten entsprechen.
Wer wird zum Zwischensemefter xngelas. scn? Für dis Zulassung, zum zweiten Zwischen, ssmester «eiten im allgemeinen dieselben Dedin. aamigen wie für das erste Zwffchensemefler. Auch das zweite Zwffchmfemest« ist bestimmt für Studierende, die dem Grm<zfchntz-Ost, eine« Freiwilligenvervande oder der Reichswehr bei. getreten sind und hierdurch mindestens ein Semester verloren haben, ferner für KviegSteikneh- mer, die mindestens Ävvk Semester verloren ha- bett und endlich für Kriegsteilnehmer, die mindestens ein Semester verloren hab«, und an der Teilnahme am ersten Zwischensemester 6e- hindert waren. Ausnahmsweise können HAM. dienstdffichffge, selbst Frauen, maelassen werden, die eine entsprechende Zeit im vaterlänti. scheu Hiffsdienst tätig gewesen sind und dm ent. sprechenden Verlust an Semestern erfttten haben. Ausnahmsweise mgelassen werden auch ReichKansssinder dmffcher Abflammmtg und deutscher Gesiirmmg. insbesondere DentsthSster- reidter und Deufschhalten. Endlich gilt tie« Mr Reichsdeuffche und die gesamten Reichsauslän- der, tvenn si« durch kriegerffche Maßnahmen, wie Internierung oder Absperrung, ohne ihr Verschulden am Studium behindert gckvesen sind. Die Zulassung darf mir erfolgen, sofern sie rinn AnsgleÄH für StttdienMibiahre erforderlich ist. die durch Kriegsdienst, Dienst M den FreiwMigentntppen oder vateEndischen Hilfsdienst verloren worden sind.
ch Kaufmännische Lchrkuose für Erwerbslose und Aeeressntlaffsne. An der lauf» männffchett Fortbildungsschule Hoheuzolkern- straße 46 werden wieder Kurse in allen kauf- männischen Fächern eingerichtet, an denen Über 20 Jahre alte Erwerbslose und auch Heeres- entlässene. die Stellung haben, tetlnebmeit können. Für die Erwerbslosen wirb der Unter- richt unentgeltlich erteilt, Lehrmittel kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Heeresentlasseneu haben ein Schulgeld von Mk- 3.— zu entrichten und sich die Lernmittel auf eigene Kosten zu beschaffen. Nähere Auskunft erteilt der Direktor werktäglich von 10 bis 10''» Uhr.
-> Ausdehnung des Postfcheckvcrkehrs. Die Zahl der Pofffcheckkunden ist seit Einführung der Gebührenfrei heil für barlose Ueberweisungen in ständigem, raschem Anwachsen begriffen. Diese erfreuliche Taffache berechtigt zu der Annahme, daß die Erkenntnis der hohen Bedeutung und der Wichtigkeit weitester Ausbreitung des Post- scheckverkehrs sich immer mehr Bahn bricht und sich dem Ziel nähert, daß der Besitz eines Post-
Wenn einer eine Reise tnt.
Zu imlerem Artikel mit dieser lieber» schrlft wird uns folgendes geschrieben: Dieser Tage wurde auf die Schwierigkeiten bei der Lösung einer Fahrkarte am Ersenbahn- Faörschalier hingewiesen. Wie nebenbei bemerkt sei: vollkommen zutreffend. An diesem Zustand bat sich bis jetzt leider noch nichts geordert. Wenn man nun glücklich im Besitz einer Fahrkarte ist, kommt die zweite Unan- nehmlickffeit, die sich namentlich in letzter Woche «t Vieler UnMfkiedenheit bemerkbar machte: Äe Zugverfpätun«. Ja, des fit ein int» erquickliches Kapitel. Wie nnerfreulich ist sie für die Fahrgäste und wie folgenschwer. Mit einer Dicrtefftunde ist es meistens nicht abgetan: simrdenlanee Versvatungm zählen nicht zu den Seltenheiten. Und ausgerechnet die Arbeiter- züge am Nachmittag sind davon in Mitleidenschaft gezogen. Fragt mott nach der Ursache der Berräaeruna, so ist es immer die gleiche: Ma- sck iuenmLnsell Und die tienffatertben Afftsten- ten, die ja an solchen Zmtäuden nichts Ludern können, müssen tief böse Worte hören. Dia zuständigen Stellen aber sollten doch Sorge dafür tr-'$en, daß dieser Mißstand abgeslellt würde. Möglich muß das sein. Das diensttuende Personal sagt ja selbst: Es geht ja wochenlang gut, dann muß es bei gutem Willen von allen Seiten auch immer der Fall sein!
Die alte Qual — das alte Leid. Und sie würde innerlich verbluten.
Nein — sie preßte die Lippen auseinander, K wollte schweigen und handeln und ihr Schick- £ selbst in die Hände nehmen.
Albert Trenfmg hatte von seiner Arbeit aus- gesehen und Inge beobachtet. Er saß ganz still in ihren Anblick versunken, und die Vergangenheit wurde lebendig in ihm mit all ihrem Herzeleid.
„Wenn ich dich airschaue. Inge, fit es mir oft, als fäben mich deiner Mutter Äugen an. Als sei die Vergangenheit auSgelüscht und als wandele Jngeborg leibhaftig an meiner Seite. Ist das nicht seltsam? Früher — so nahe du mir warst — dachte ich selten an deine Mutter, wenn ich dich sah. Erst in den letzten Monaten bist du ihr so sehr ähnlich getvorden. Tas letzte Jahr hat dich sehr reif gemacht, kleine Inge. Ich fühle und sehe jetzt oft. daß du kein Kind mehr bist. Du bist ein junges Weib geworden. Und bald wird irgend ein Mann kommen und dich aus meinem Hanse nehmen."
„Glaubst du das wirklich?"
„Ja, Kind, denn das ist der Laus der Welt." Das Telephon schrillte auf seinem Schreibtisch. Er nahm den Hörer ab, sprach hinein.
„Es ist gut, üb komme. Ja, Inge, nun ist unsere Arbeitsstunde schon wieder zu Ende. In den Werkstätten braucht man mich."
Er zog seine Uhr. „Es ist jetzt drei Uhr.
Ich habe unten wohl noch eine Stunde zu tun,
und um fünf geht schon mein Zug nach Dresden. So müffen wir denn alles weitere auf Montag und Dienstag verschieben. Ich werde sehen, daß ich viel Zeit für mich erübrigen kann in den nächsten Tagen. Iris muß ja doch einmal lerne«, sich zu bescheiden.
Dann sage ich dir also gleich frier Lebewohl,
Seine Inge. ES waren gute Arbeitstage. Kittd,
Iris wiederkommen, Albert -Trensings Frau, der seine Liebe und seine Zärtlichfeit gehö , und Inge mußte wiederum abseits stoben, und die alte Qual würde von neuem beginnen.
Die Bankbeamten»Beweg««g.
Die aus Vertretern des Allgemeinen Verbandes und des Deutschen Dankbeamtin-Pcr- etns e. V. neugebildet» Tarifkommission hat der Kasseler Bankenvereinignno. den Entwurf eines Qristarifs etn-gereicht. Zur Begründung wird in einer Zuschrift die Vericueruug des allgc- itt-inen LebenZmtterhakts angeführt. Alle Waren. fertige und unfertige, sind int Preise gestiegen. haben teilweise das fünf» bis zehnfache vor dem .Kriege erreicht. Zölle, Post», Telephon- und Telegraphengebühren, Fahrprsise aller Beförderungsmittel. Steuern, M.eien, alles ist wt- spreckend erhöht worden. Daraus ergibt sich, daß der allgemeine Lebensunterhalt mindestens um den Prozentsatz der gesunlenon inländischen Valuta teurer geworden ist und daß die F r t e- den.Seiukünste allgemein um Mindest e n s 3M P r o z e n t z u st c i g e r n sind!
Bisher hatte die Kasseler Bankier-Vereini- gim.g nur eine tarifliche Bindung bis zur Altersgrenze von 20 Jahren zugesagt. Nach e'm-nt in .Stuttgart zustcnideg»konmtcncn Tarts erhält ein zwanzigi übriger Angestellter 3600 Mark, während die Kasseler Bankcn-Verewi- oung bisher sich nur zur Zahlung von 2400 Mark verstehen wollte. Dabei sind in letzterer Summe alle Bezüge: Grundgehalt, Teuerungs und Gratifikation, enthalten. Lehrlinge sollen auch unter den heutigen völlig geänderten Verhältnissen die ersten zwei Jahre nichts bekommen. Verheiratete Kasseuboteu über 25 Jahre bekämen nach dem seitherigen Vorschläge der hiessgen Banken-Verciniguna insgesamt 3M0 Mark, der Stuttgarter Kassenbote, ebenfalls 25 Jahre alt und verheiratet, erhält dagegen 4200 Mark, also 1200 Mark mehr. Aehnliche Unterschiede in der Bezahlung sind auch bei den wefblichen Angestellten zu beobachten.
Die erwähnte Zuschrift kommt zu dem Schluß: Die Kasseler Bankangestellten unter-
60) vornan von Lola Stein.
i Die sprachen nicht viel miteinander, die bei» B Menschen, in diesen Stunden der unge- en Arbeit. Nur Worte, die ihr Schaffen die ihr Werk betrafen, wurden gewechselt. Aber sie sahen sich mit! auffouchtendcn Blicken Sn die-Augen, sie nickten sich zu mit vefftehendem Lächeln, sie waren stoh miteinander, weil ihnen «ihr Werk gelang.
' Albert Trensing fühlte sich .wieder einmal äks Schöpfer und Inge demutsvoll und dankbar als tiefes Schöpfers Geschöpf-
Es waren wunderschöne und tiefernste, weihevolle Tage für die beiden Menschen, aber fk gingen zu schnell vorüber, wie alles Gute im Sebert, und der Sonnabend war unversehens Und Mr beide viel zu früh gekon'-men. an dem Albert Trensing nach Dresden fahren wollte, «tt dort über Sonntag zu bleiben und dann vü Fra« und Kind zurück zukehren.
' Er hatte in diesen ganzen Tagen nicht ein rrnziges Mal von Iris gesprochen, er schien sie jn Wahrheit nicht zu entbehren. Von Inge aber jxrr zum ersten Mal seit vielen, vielen Monaten der Druck und die herzbeklemmende Angst tbgefaöen. Sie «tmne freier, sie ging be- rhwtttgter, sie lächelte wieder, und ihr« Augen prahlten in manchen Stunden in altem Glanz.
Nun aber war das Ende der Woche gefout« jnen, der letzte Märztag war mtgebrochen. Und yttae dachte erschauernd . daran, daß Albert Trensing heute nach Dresden fahren wollte und le morgen ihre Reise nach Kopenhagen antreten mutzte.
Ms sie mit dem Meister in der Stunde nach >an Essen bei der Arbeit in feinem Zimmer rfij, überkam sie «in letztes Schwanken und Äweffeln. Sollte sie mit ihm sprechen? Sollte fc ihin alles sagen?
, Aber sie fühlte — ein Wort von ihm gerügte, um sie zum Bleiben zu veranlassen. Eine Aftle — und sie war besiegt.
weilte sie am längsten. Hier hatte sie ihre besten Stunden verlebt!
Welch seltsamer Zufall, datz er gerade morgen nicht anwesend war, daß er ihre Flucht affo erst bemerken würde, wenn sie gegangen, wenn sie fern von ihm in einem fremden Lande war.
War es nicht so, als käme das Schicksal selbst ihr zu Hilfe, nm chreu Plan auszuführen?
Sie saß bann lauge vor dem unbeschriebenen Blatt Papier, auf das sie ihre Abschiedswmcke an Mbert Trensing setzen wollte. Schließlich schrieb sie:
„Mein Freund! Ich kann dir den Namen „Vater" nicht mehr geben, fetfbem ich weiß, daß du cs mir nicht but.
Mein Freund! Ich verlasse morgen in aller Frühe dein Haus, um in frembem Lande unter fremden Menschen mir einen neuen Wirkungskreis zu suchen. Ich gehe als Schwester in Dr. Jeus Swendsens Sanatorium nach sffampenborg
Zürne nicht wegen meiner Eigenmächtigkeit, frage mich nicht noch dem Grunde, warum ich gehe. Ich mutz cs tun. Denn ich war mt- Mckkich, tief unglücklich im letzten halben Jahr änd glaube, das Dasein so nicht länger ertragen zu fiotmett. Darmn will ich versuchen, mir ein neues Leben aufzubauen.
Du selbst trägst keine Schuld an meinem Unglück, alles liegt in mir selbst.
Latz mich tir danken für alles, was du an mir getan und glaube mir — wenn du tann$t —, daß es nicht Undankbarkeit und Leichtfrrffg- keit ift, die mich jetzt dein Haus verlassen läßt.
Zürne nicht
Deiner ewig dankbaren
ick habe es direkt als GDck empfunden, so ruhig», schöne Stunden zu zweien einmal wieder zu haben.
Lebe wohl. Inge, verlebe den Sonntag gut."
Er strick ifrr über das dunkle Köpfchen, er küßte sie seit langem nicht mehr, feit sie feinen Berührungen geflissentlich auswich.
Heute aber überkam sie die Stimmung des Abschieds.
„Wann sehe ich dich wieder?* dachte sie, „und wo?"
Ihre Augen saugten sich fest an seinen heißgeliebten Zügen, an diesen schmerzlich geliebten, strahlenden Augen, und plötzlich, als _er schon an der Tür stand, warf sie sich '.hm, überwältigt von ihrem Gefühl, in die Arme.
„Lebe wobl," sagte sie, schlang beide Arme um seinen Hals und küßte ihn schnell und sehnsüchtig auf Mund und Wangen. »Lebe wohl!"
Er war von ihrem'GesühlSausbruch überrascht, aber da ihr Wesen ihm viÄc Rätsel aus- gegeben hatte tut letzten Jabr. so fragte er nichts. Er küßte sie nur voller Innigkeit wieder, nickte ihr zu und ging m;s dem Zimmer.
Inge aber sank wie gebrochen in einen Stuhl und weinte lange, lange ...
Gegen Abend packte sie dann ihren Koffer. Nach dem Abschied von Mbert Trensing Hatte sie ein letztes Schwanken zu überwinden gehabt Sie kam sich feige und schlecht vor, datz sie sein Haus heimlich verlassen wollte, sie fühlte, datz sie elend sein würde in Zukunft ohne feine Näh:, ohne seinen Anblick — urtb dennoch mußte es sein!
Großer Gott — warum war das Leben so schwer?
Nach dem Abendessen, das sie gemeinsam mit den Patienten einnahm, rief sie den eilten Hausdiener und sagte ihm, daß er morgen früh um acht ihren Koffer zur Bahn bringen solle, sie müsse verreisen.
Nun ging sie wieder Hmciff in die Wohnung, schritt durch alle Zsmuer nahm Mffchied von den Gegenständen, die »sr Leb waren und
tntmSati.eortmeten Wolf befürwortet. Aber allgemeine Unterstützung der jungen Offiziere lefrni di« Partei aus EerecgiigkeitSgründcn ab. AuSfchlaggehenD für tiefe Ansicht war, daß die UriecyslcutmmtS sich immer gestanden haben, als 'diejenigen Kriegsteilnehmer, die nicht «vancierren und zudem bei Abschluß des Was- fenstillsümdeS ihre Zivilstellen vielfach besetzt vorjanden, sodaß sie den Offizieren gegenüber, die vom Staat versorgt werden, jetzt vielfach im Nachteil sind. Der preußische Kricgsm-nist-r Reinhardt schließt sich den Ausführungen beS Zeutrmnsrcdners an. Die Unabhängigen lassen durch den Abgeordneten Seeger crklä- aen, daß sie gegen das Gesetz stimmen werden. Die von den beiden Rechtsparteien eing ibrach- ■fen Abänderungsanträge, worin noch besondere Peegünsrigungeu für einige Qffizievsklassen ge- ^trieg§Ieutnant3 sich immer besser gestanden haben Tas Gesetz wird tim in der Fassung des Aus- fchtzßentwurfes angenommen.
Sie Msiutget.
Monarchistische Bestrebungen.
Genf, 19. August.
f AuS Zürich erfahren Pariser Mütter, datz Mehrere Würdenträger der früheren Habsburger Monarchie daucrnD bestrebt sind, Kaiser K a r l zu entschiedenerem Vorgehen zu bewe- «en. Schon vor dem Budapbster Staatsstreich Hatten die Versuche eingesetzt, sind aber iinnur wieder an der Zaghaftigkcit des Exkaisers Karl gescheitert. Jetzt soll eine netto Beratung statt- gesunden haben, bei der angeblich der Kaiser sich bereit gezeigt hat, dem Drängen der Hsterrtichffchen Monarchisten nachzugebon. Kai- ferht Zita, die der Konferenz beiwohnte, hat aber enffchi^den erklärt, datz das Kaifoipaar nie wieder in die Hofburg zurstckkchren Wall», die füt sie beÄe eine Hölle gewesen sei. Der Kaiser Hat seiner Fran schließlich beigrftimmt. Solche «Gerüchte machen dauernd in Genf d'e Runde. Man nennt Namen, «wie dm des Grafm Berch- tokd. Fürsten Wittdlschgraetz. die Prinzessin Parma, die an der Spitze her monarchistffchen Propaganda stehen soll. Der Hof Kaiser Karls Vßt aber alle diese Meldungen dementieren.
Segen die Kapitalstucht.
Berlin. 19. August. (Privgt-Teftgramm.) Tie Behördm habm die Wachsamkeit gegenüber der 83erntönensverschiebung ins Ausland verschärft. In Bersin hat man eine Schiebcr- siesellschaft entdeckt, tie zwanzig Millio. Men nach der Schweiz bringen wollte. Im letzten Augenfrsick konnten Polizffbcamte den von Bersin nach Basel fahrenden V.Zug über- Hvkeu u. in Nürnberg tie Schmngglor verhaften.
Französische Stimme für Oesterreich. Der politische Redakteur des „Temps". dessen energisches Eintreten für ein nnabhSngioes Oesterreich wesentlich aum gegenwärt'.gen Instand bete cf ragen hat, schreibt einen ausfallendes tim, palhi sch gehaltenen Artikel über den Frre- den mit Oesterreich. Er führt ans: „Wenn mcm die Worte LeS neuen Kanzlers. liest, ist mau ersiaitnf über die Worte und tie ttorm und die KlarhM der Grundlage. Der Oberste Rat hat seine Erwti-enmg noch nicht, deffaßt. Man kann schon beute fegen, daß diese Antwort in Ton und Inhalt sehr ermutigend fein wird für die junge Republik."
Arbeiterführer als OSerbiirgermeiste?. Ans London wird gemeldet, daß wahrschenftch der ArbeiterMrer Fox zirm Lordmapor Von Manchester ernaimt werben ' wird.
JSmolsktz qessorben Der ehemalige ttlsst- sche Minister des AuNvärtigm. Iswolsky, der bi« zum Sturz des Zaren Botschafter in Paris war, ist vorgestern in einer Parffcr Pr'vatklinik einem asthmatischen Anfall erlegen.
Brasilien wird ratifizieren. Nach einer Meldung ans Rio de Janeiro l:egt der Versailler Friedensvertrag dem bmsslianiffen Kongreß zur Raffffzieruna vor.
Kredit "Man fei I rats gleichzeitig in dem Prüfungsverfahren mb I breiten vorstehmtiy Zahlenmaterial der Oes> ---- le- verrremnasweise im Vorhand tätig war, erklärt fenilichkeit :—*" r—*— *x* *a "SSSTÄÄlÄff«- SIE l!» ta«t D- .. ....
Die Beilegung des S^raßenbahnersireiks erfolgte auf nachstehender Veroinbarung:
1. In der Angelegenheit L a n g l e t wird in beiderseitigem Einverstäntiiis bas Arbeits- mmiisterium zur Durchführung des Verfahrens im Sinne des Paragrapheir 28 Abs. 2 der Verorderung vom 23 Dezember 1918 gebeten. ~o- wohl der Aiffsichtsrat we Has Personal der Gesellschaft erklären, sich dessen Urteil zu imterwor- _ fen. Herr Langtet bleibt bis zur Beendigmig
Holland berichtet tie Daily Mail, Deutsch-1des Verfahrens beurlaubt.
sand komme 'm Holland als ernstlicher Handels- 2. Da die Arheitnehmer daran Anstoß ge- ,rkbale nicht in BetraÄt. Holland gebe I nommen habm, daß ein Mitglied des Aufsicbts-
1
»/exzr.«>. « u»i.u laj a.