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(feier Viertelte VMWm

Kasseler Abendzeitung <|g|^ Hessische Abendzeitung

9. Jahrgang.

Sonnabend, 16. August 1919.

Fernsprecher 951 and toi

Nummer 214

Fernsprecher toi an» toi

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Ausdehnung des Streiks in SberWefieu.

die

E lektrizit SiSW erken, aus Lenen

IieMssts«ds-GMr.

Gegen wen wird gestrettt?

Von berufener Seile wird unS geschrieben: tüt Sage mrserer Kohlenverforgung, von der das Gedeihen unserer Industrie und Landwirtschaft, die Versorgung mit Lebens- Mitteln, Baustoffen und allen anderen Rohstof­fen, aber vor allem auch die Arbeitsmsclichlett ahhängt, ist äußerst besorg-niserregend. Die Steinkohlenförderung an der Ruhr und in Oderschlesien hat in den ersten fünf Mo­naten dieses Jahres knapp 60 Prozent der För­derung in der gleichen Zeit des Vorjahres be­tragen, nämlich cm der Ruhr nur 26 Millionen Tonnen gegen 42 Millionen Tonnen, in Ob«- schlesien nur 10 Millionen Tonnen gegen 18 Millionen Tonnen. In der Braunkohlenförde­rung und Briketterzrugiung liegen die Verhält­nisse ähnlich. Die linksrheinischen Kohlenge­biete, das Saargebiet. das Aachner Revier, das Kölner Branutohlenrevier und das lncks- rheinische Gebiet des Rnh-rreviers fallen fier un­sere Versorgung fast vollständig aus. Anderer­seits sind wir durch den FriedenSvertrag ge- Mungen, Koks und Kohlen aus dem Ruhr- revier nach Lothringen und Luxemburg abM- tzeben. Die Aussicht auf eine Besserung für den Rest des Jahres ist kaum gegeben.

So hat die Versorgung der wichtigsten Der- bmuchsstellen in beängstigender Werse nachge­lassen. Ende Juni 1918 hatten die preußischen Staats bahnen einen KohleUbestand von 95 Tagen, der bis Ende September auf 36 Tage anstieg. Bei den anderen deutschen Eisen- bahnen waren die Vorräte meist noch besser. In diesem Fahre war cs unmöglich, die Eisen­bahnen. diesen wichtigsten Faktor des wirtschaft­lichen Lebens, überhaupt mit Vorräten zu ver­sehen. Sie haben zurzeit mrr einen Bestand, der knapp ausreicht, ihr Existenzminimum zu decken. Aehulich liegt die Sache bei den Gas­werken. Sie haben keinerlei Vorräte, wie folgende Zahlen erläutern. Die Berliner Gas­anstalten mit entern Mrmatsverbrauch im Win­ter von 180 000 Tonnen hatten im Juli 1918 einen Bestand von 150000 Tonnen gegen nur 25 000 Tonnen jetzt. Die vierzig größten Gas­anstalten'Deutschlands ohne Groß-Berlin hatten im Vorjahre 230 090 Tonnen Bestand, gegen jetzt 50000 Tonnen. Und im Herbst kommt die Zeit des Wageumangels und der Streckensperren! Ebenso steht eS bei den

Industrie den Arbeitsstrom erhält.

In der Hausbrandversorgung, ein­schließlich Landwirtschaft und Kleingewerbe, liegen die Dinge nicht günstiger. Es sind schon fetzt solche Ausfälle vorhanden, daß es «nmög- kich ist, sie nur einigermaßen mit den zur Ver- fÜMNg stehend:n Kohlemnenaen auszugleichen. Aus eine Bevorratung kann nicht mehr gehofft werden. Der große Streik an der Ruhr von Ende März bis Anfang Mai hat gerade die Hausbrandoers>orgung aus das empfindlichste getroffen. Auch die Befriedigung des ländlichen Bedarfs, die hauptsächlich zwischen Aussaat und Ernte erfatgen muß, ist nicht gelungen. Infolgedessen haben viele Molkereien rm Osten ihren Betrieb ett stellen müssen; große Mengen Getreide sind ncch unausaedröschen. In der Industrie können nur die allerlebenswich- ßigsien Betriebe einigermaßen ihre Mengen be­kommen. Für die Herstellung von Ziegeln und Baustoffen ist genügende Kohle nicht zu beschaf­fen. Untdispositioucn infolge der immer neu auMackernden Streiks zur Behebung der drin­gendsten Notstände gehen auf Kosten der Jn- pustrieversorgung.

Bei all dem ist die Wirkung des Friedens- Vertrages auf unsere Kohlenversorgung nicht mit berücksichtigt. Bon einer Gesauttförderung von hundert Millionen Tonnen sMen wir rund vierzig Millionen Tonnen dem Aus­land liefern! Diese trmwig- Lage wird durch jeden Streik weiter verschlechtert. Die Streiks richten sich rtzcht mehr gegen die Unternehmer, sondern gegendieBevölke- r u n g selbst. Sie gefährden die Versorgung der Gaswerke und die Versorgung mit Haus­brand. Frauen, Kinder und Kranke werden darunter im Winter hart zu leiden haben. Die Versorgung der Industrie mit elektrischer Kraft wird nicht aufrecht erhalten werden können Der Arbettnschast großer Industriezweige droht dadurch VervienstlÄiAeit. Durch die Mochte Versorgung der Eisenbahnen werden neue Em- shrän ftlnzen des Verkehrs notwendig, worunter die rechtzeitige und gleichmäßige Verteilung von Lebensmittel« und Rohstoffen zu leiden hat. Einschneidende ArbettÄosigkeit und Ver- ringenmg der Produktion auf Kosten der Ar- veiterschast, der gesamten Bevölkerung ist die MUMsbleibliche Folge, rafft sich die vernünf­tige Arbeiterschaft nicht endtrch auf. Wer wird also bestreikt? Frauen und Km- ver, letzten EtLes die Arbeiter selbst, d« sich durch die Streiks sthKehsich «cbeits- n*4> tzrot- kos machen. Wie lange aber kann die Arbeits- kosemmtersMung finanziell noch durchgehakten

werden? In der TE Dieser SkreN ffi heute ein Verbrechen an unserem Volke, eine GewifsenbosWeit.

Ar Mbetter-Bsivrgmg.

In Oberschlcsien 90 Prozent im Ausstand. (Eigene Drahtmeldung.)

Breslau, 15. August.

Der KMenarbekterstreik ht Oberschlefie« dehntsichweiterauS. Es find neu hin­zugetreten die Gruben Hohenzolleru. Przemsa, Myslowitz, Ludwigsglück, Abwehr, Georg, Oheim, Hauny. Die RtchterschSchte, die gestern arbeiteten, find heute wieder in den Streik ge­treten. Der oberschlefische Kvhlenarbeiterstreik umfaßt somit fast das gesamte Kohlen­revier mit Austmhme des Hultschiner und Rybniker Reviers. Man kann die Q'.wte der Streikeiwen auf N bis 90 Prozent bemessen.

Die Ursachen des Ausstandes.

Beuthen, 15. August. (Telegraphischer Be­richt.) Ueber den unmittelbaren Anlaß zu dem jetzigen Bergarbeiterstreik ht Oberschlesien meldet dieOstdeutsche Morgenpost* in Beuthen: Der Stteik ist entstanden aus der Lvthandra- Grube und der Godulla-HDtte. Beide Werke soll­ten wegen Unrentabilität stillae. legt werden, was dieEntlassungder Be- legsschast nach vorausgegangener Küudtgung zur Folge hatte. Die Verwaltung der Lythandra- Grube hatte die Kündigung bereits einmal zu- rückgenomnien unter der Bedingung, daß eine siebeneinhalb stünd-ge Schicht voll Vorfahren und eine Leistung erzielt werden solle, die nur um die inzwischen erfolgte SchichtverMrzung prozentual geringer sein darf als die Ottober- leistung vergangenen Jahres. Diese Bedingung wurde vom Arbeiterausfchuß anerkannt, von den Belegschaften aber mißdeutet und in entsieM« Form verbreitet. Daraufhin sind die beiden Gruben in den Streik getreten. Die übrigen Bergwerke haben sich angeschlossen, und zwar zu einem Sympathiestreik mit der Be­gründung, daß dasselbe, was den Belegschaf­ten dieser beiden Gruben passiert fei, später auch ihnen einmal geschehen könne.

Auch die Elektrizitätsarbeiter.

Breslau, 15. Anaust. (Privattelegrammn.) Die Lage in Oberschlesien hat sich dadurch ver­schlimmert, daß die MreMewegung aus die Elektrizitätswerke übergegriffen h<tt. Die Arbeiter erklären, die RoWandsarbeiten nur noch bis heute mittag ausführen zu wollen, falls bis dahin ihre Forderungen, die rein po­litischer Natur sind, nicht angenommen worden sind. Heute findet in Kattowitz eine Be­sprechung statt, an der der Staatskommissar für Oberschlesien und Gewerkschaftsvertreter aller Richtungen teilnehmcu werden.

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Ein Notruf.

Frankfurt a. 15. August. (Privat­telegramm.) Die Frankfurter Handelskammer hat an die verschiedenen Reichs- und preußi- fdpett Minister, an den Reichsrommissar für die Kohlenverteilung und an sonstige zuständige Stellen folgendes Telegramm gerichtet: Die Brenustoffnot der Industrie in unserem Bezirk hat neuerdings derart zugenourmer.. daß Betriebseinstellungen an der Ärges- ordnnng und vollständige Lahmlegung ge­samter Betriebe nut noch Frage kurzer Zeit ist. Da Ausfi «ist aus Besserung vorerst nicht vorhan­den ist, weisen wir mtt allem Nachdruck aus die verhängnisvollenFolgen hin, die bei Beschäftigungslosigkeit der Arbeiter entstehen könne«. Wir ersuchen dringend, für sofortige Heranbringun« größerer Mengen von Brenustosf aller Art sorgen zu wollen.

@ht neues Kabinett.

(Eigener Drahtbericht.)

Budapest, 15. August.

Das neue Kabinett ist gestern gebildet wor­den, das sich aus konservativen Männer« zu- sammenfetzt. Die Sozialdemokraten ha­ben die Teilnähme gänzlich abgelehut. Mi­nisterpräsident bleibt Friedrich, AaSwärtttwS versteht Martin Lovaszy, Inneres Baron Pe- renhi, Staatssekretär unter Tisza, Kultus Karl Huszar («brifflich sozial). Ackerbau Julins Ru- bmek (Großagrarier), Handel Franz Heinrich, Finanzen Lorand SegAueB, VokkSwolstfalnl Stefan Haller (christlich-so-.iach. Dix Ratio- nalverfamMlung wird Ar 6 Wochen einberuf«.

Die politischen Probleme

Budapest, '5. August. lPechatfele^ramm.) Der HandelsuMmster der Sstegediwer provtso- mscheu Regierung, ?r. Ludwig Darjassi weilt

ht Dttdapest, um mst der rmgairstchen Regw- mma über den gesamten Komplex der politischen Probleme pr verhandeln. Zugleich mit Darjassi traf in Budapest der GeneralstäbSchcs deS fron* zSsifcheu Ortentheeres, Oberst Doffe, in Begfei- tong mehrerer Osfitziere em.

Deutscher Reichstag- Unfruchtbare persönliche Zänkereien.

(Ctgener Drahtbericht.)

Weimar, 15. August.

Der Streit tttn den Thron.

Wien, 15. August (Privattelezrmnm) Es verlautet, daß ein Kurier mit einem Handschrei­ben des Exkaisers Karl an den Erzlfcrzog Jo­sef in Budapest eingetroffen ist. In diesem Schreiben weist der Exkaiser darauf hin, daß er noch immer rechtmäßig gekrönter König von Ungarn sein. Er beiram ihn »iS zu sein« Rückkehr als Vertreter des ungarischen- nigs und drücke gleichzeitig dem Erzherzog den Tank des Hauses Habsbmg für den der Dy­nastie geleisteten Dienst ans. Der gewesene Minis erväsident Michael Karoly hat einer am Budapest« Hofe sehr bekannten polittschen Per- söntz.ihkett folgende Mitteilung gemacht: ES wird die von östrneichischen Hofkreisen sehr rau tertzützte Frage erwogen, den kleinen Erzher­zog Otto, den Sohn des Erzherzogs Joses ans den österreichischen Thron zu seinen. Diel« Plan wird vom «hristlich-soziÄen Starw- punkte sehr gefördert.

Für die Gefangene«.

Offen« Brief des Frauenbundes.

B«lin, 15. August. (Privattelegramm.) Der .Buttd deutscher Frauen zur Befreiung der Kriegs- und Ziv-ilgesimqenen"', der kürzlich ge- grittWet wurde und schon üb« eine MMon Mitglieder zählt, hat einen .Offenen B r t e f* an den Reichspräsidenten Ebert ge­richtet. Darin wird in herzbewegenden Wor­ten an die großen Opfer erinnert, die die Frauen während des Krieges aus sich genom- ntett haben und daß sie nun et» Reckt haben, ihre Söhne und Männer, die noch widerrecht- Kch in Feindesland schmachte«, zurückzttverlan- gen. Der Reichspräsident wird gebeten, von den Feinden zu fordern, mit den «ns zugefag- ten Vorarbeiten für den Heimtrausport sofort zu beyimten. Das Gewisse« aller Völ­ker müsse unaufhörlich angerusen werden.

Sie Umtriebe am Win.

Weiterer Lostremmngs-Nnsug.

(Privctt-Telearanmt.)

Matttz, 15. August.

Die Ageuce Havas läßt der sranzöstschen Presse eine vom 13. Ammst datterte Mitteilung zugehen, um zu dementteren, daß Dr. Dorten bereits m Paris weilt. Dorten habe eine Pro- pagondlrreife unternommen und beretts große Erfolge zu »«zeichnen. Jmm« entschiedener erscheme er als der wirkliche Führer der r h e i - ntfchen Zentrumstzartet, die sich mtt jedem Tage mchr von der preußische« Zen. ttumSpartei trennt. Dazu komme die Tatsache, daß die Unabhängigen Sozialisten in Köln in Vorverhandlungen mtt Dorten einge- freten feien und die Bewegung sich insolge- vessen vom konfessionellen Gesichtspunkte von jetzt ab frei machen werde.

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Dr. Dorten verhaftet.

Köln, 15. August. (Privattelegramm) Der -Präsident der sogenannten Rheinischen R«pu- vRk, Dr. Dorten, «schien mtt fernem bekann­ten Auto ,R. R. I* ht Köln, ton mit dem vor kurzem ratter der Führung der bÄcmnten frühe­ren ZentrumSabgeockneten Ku ckhosf und Kastert gebildeten Aktionskomitee zu beraten. Nachdem er Nnyerr Zeit ht der Wohnung des RedäftemS der Kölnischen VoMzeittmq, Dr. Zacher l, dessen Fra« dem Attionskomitee an- gehört, fieroeiß hatte, wurde « auf der Straße verhaftet. Dorten nrtb seine Freunde, ins­besondere der demokratische Justizrat Weber, protestierten eifrig gegen die Verhaftung, und Dr. Dorten erNärte ausdrückkich. -atz «unter französischem Schutze stehe. Die verhas- tenden Polizeibeamten gaben dem Protest ferne FÄge, sondern führten Dorten ab. Am Abend wurde er untf Denanlaffunq der britischen Mkkitärbehörde Es der Haft entleff en ratter der Berpflichttma, daß « Köln bis a«s weiteres nicht verlassen werde. Es besteht indessen fein Zweifel, daß Dörte« drück seine frauMssch« Befchfetzer ferne dolle Frelheft weedererldngt.

Steuerverwaktmng durch das Reich.

öetewr, 15. Wft. Mgen« Drahtbericht.) Im Zohnevausschuß her Nationalvcrfammstmg wurde der entstheckeutze Pamgraph 8 der SteichsahgabenoMmnng, der beMmmt, daß We Steuer« durch das Reich r« verwalten sind, a«geu»m«en. Aiderftmuch erhob«, rm «roßen mttz ent »en tu« bet beiden Fra «to­nen der Rechten, wägend Sozialdemokraten und Zentrum nachdrücklichst dafür oiuttaten.

Die heukige Sitzung gestaltet sich äußer« e» regt. D« deutschnationale AbgeordneA Mumm fordert in seinen AuSssthrunaen von dem Reichsfinanzminister Aufklärung über ver. schiedenr Frage«, die feit langem die Oeffenttich feit hefchastigen, worüber bish« ab« keim klare Stellungnahme der Regienmg erfolgt ift Der Redner tadelt, daß dir fozialdemokrattschr Fraktion vor einigen Tagen eine Abendfeier w den Räumen des Nationaltheaters abgehakteg habe, die sicherlich dem Reich mandjerlei Un> kosten verursachte. Auch die Pensionieruna bet Minister behagt ihm nicht. Vor der Redner, ttibüne hat er eine Anzahl sozialistischer Schrist ten auSgebreitet, die aus Kosten des Reiches propagiert sein sollen. Eine Mitarbeit an den Steuern stellt er namens seiner Fraktion nutz dann fa Aussicht, wenn d« jetzige Finanzmint. ft« durch einen Fachmann ersetzt werde. Erze berget geht in feiner Antwort auf alle Em- zBhsiten der Darlegungen deS Abgeordneten ein. Gegen die Benutzung des Nattonaktheaterö konnte dte Regierung deswegen keinen Ein- spruch erhoben, weil doch auch unter dem alte« Regime die Parlamrntsgebäude für Fraktions- feiem zur Verfügung standen. Die pensionierter Minister erhalten vom Reich keinerlei Mbfi«. düng. Erzberger weist nach, daß die fünf Volks. beauftragten zusammen nicht einmal Ge> halt bezogen habe«, wie der letzte Reichskanzl« Im Nebngen hat daS parkamentarische Shfien, «ne Benachteiligung der jetzigen Minister mit sich gebracht. Während früh« diefe auS d« Bs- amtenlEfbahn hervorgingen und durch Reichs, gesetz ihre Pensionierung festgesetzt war, habe« die parlamentarischen Minisi« im neuen Staat keinerlei Anrechte mehr aus Abfindung nach ihrer Entlassung.

D« deutschüationafe Abgeordnete Mum« hat in fetn« Rede auch die Tättgkett des Presse chefs b« Roichsranzfei, Minister Dr. Statt.' mann, gestreift. Mit Znftinrmuugdes Hauses erteSt d« Präsident dem Angegriffenen bas Wort Mr Rechtferttgung. Aus ein« vom deutfchnattonalen Abgeordneten Dr. Traub v«saßten Bräscküre liest Naumann dem Hause einige Stellen vor, in welchen er beschul, digt wird, während deS Krieges ht Oesterreich Propaganda gegen die deutsche Regierung, 6e- sonders für den Sturz des KaiseihauseS, ge» trieben *t haben. Die Anqrisse haben den Redmr so erregt, daß er mtt Tränen ht den Lütgen und öfters v« sagend« Stimme nur M erwidern vermag. Aus die Abgeordneten machen die Attsführnngen des Ministers einen sichtlich tiefen Eindruck. Die ganze Art ber Rechts«, tigintg Naumanns beweist am besten die schäm, kose Äaitatton, di« feit ewiger Zeit gegen die Regienmg und die Mehrheitsptirteien getrieben wird. Noch heftig« geraten die beiden Abge- ordneten Brann von d« soziakdomokrattschen Fraktton und Henke von den Unabhätmigen aneinand«. Beide suchen sich ht gegenseitigen Angriffen zu überbieten und schleudern sich per- sönlicke Beleidigungen zu. DaS HES «lebt eine der widerlichsten Szenen, die Wm jemals von den feindlichen soztaliMscken Brüdern dar. geboten worden ist. Die wenigen bürgerftchen Abgeorbneten, die im Saal anwesend find, suchen sich vor b« Flut der Schmähungen, Me über btt svziardemokratffchen Bänke gch-t, d» durch M rettett, daß sie ekkbgst den Saal verlassen.

Tedwsungen fflr Sesterreich.

VnerMllbare Forderungen.

AuS Zürich «hielten wir rattern 14. Anaust den nachsiehenden Bericht: Tor deutschSsi«- reichSsche Staatskanzfer Dr. Renn«, b« mtt dem größten Teil der darksth-österreichischen FriedenSdefegakion. von St. Germain kom­mend, durch die Schweiz nach Men gereist ist, erlaubte unserem Basel« Vertret«, an Son. Änach Zürich mitzufahren und machte ihm d der Fahrt folgend r Erklärungen: Mr haben nunmehr auf die Frtedensbedin- gttngen eine Gesamtantwort gegeben und man sagte uns, daß uns nunmehr die Möchte binnen kurzem eine Gosamtnachricht jutotnmen fcfen wollen, doch können wir nicht wissen, wie tiefe (Sefftberbuna aussallen wird. Uns be­herrscht das gleiche GefLhlbanger Span, ttttttg, das vor Ausbruch ein« Kulturkata- ftrMhe alle Lebewesen erfüllt. Am Tage nach kr Entscheidung kann, wenn sie nicht von der Rücksicht auf unsere Lebensfähigkeit getragen ist, eine entsetzliche organische Erschütterung durch tmfer Heimatland gehen. Ich bin sehr $ufrie. den, daß das Schreckens-Gespenst des Komm«. niÄnuS wogqerümm ist und nunmebr die Dinge ihre« richrigen Lauf nehmeri. Richt wegge- räumt ist aber dte Gefahr eines wirtsch» ft- lichen ZusamiuenbruchS ohnegleichen, die in ihren AuswirklMgrn alle htterefiterten