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Kasseler Neueste Nachrichten

'Kasseler Abendzeitung Hesfische Abendzeitung

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Nummer 209. Fernsprecher 951 und 952. Sonntag, 10. August 1919. Fernsprecher 951 «nd 952. 9. Jahrgang.

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vte «effelet Slen-sl-n »lechrichten erscheinen wöchentlich lech «»al und zwar - »end«. Der Adennemenispret« betrügt »ceetl. 1 JO Mar: bei freier ßufi«Hung in» Han« Bestellungen werten federzest een bet Leschüsttsteve ober »en Boten entgegengenommen. Drncheret, Verlag NN» Siedalrion : echlachthefstrache A/3V. Für uneerlangt etngesandte Beiträge kann bi, Rebaltton eine Verantwortung »der Gewähr in keinem alle Übernehmen. Rüchzablung des Bezugsgeldet »der Aniriöche wegen etwaigerMMt «rbnnngsmatzlger 8i«'erung ausgeschlossen.

Zur Vorgeschichte des Waffenstillstands.

Regierung aus allen Berufen.

es

merbetrethrnden nnd Sattffeutm: Ich wünsche feine Reaierttuq von Hriftnfmte« und Berrffs- volftiftrn Sie must aus Vertretern aller Berussklasse« gebildet sei«.

Gewerkschaften gegen Spartakisten.

Berlin, 9. August. (Eigene Drahtmel- duug.) Wre verlautet, wird eine Kundgebung derdeutschenGewerkschasten vorberei­tet, die in schärfster Weise eh.e Absage an die spartafistische Agitation unter den ge­werkschaftlichen Arbeitern bringen soll.

Post- ttttb Telegraphen Tarif.

Weimar, 9. August (Privat-T elegramm.) Der Staatenausschuß stimmte in seiner gesttt- aen Sitzung der Erhöhung der Post- und Telegraphentarife zu.

Nochmals Regierungshilfe?

'T-eSbet, 9. Ansust. iPrivatieirsramm.) Na< inet Mttteideng des sSchsifchen Laudardei- terverbantes wird die Reichsregierung neue große Mittel zur Verfügung stellen zum Zwecke der VeihilliMrna der LebenSmitttl.

Monarchistische Vestrevunge«.

Wien. 9. August. (Eigene Drnhtmeldmm.) Bus Budapest 'vird gemeldet: Im ganzen Lande finden Bersammlunqen statt, in denen die Fordern«,-, nach Wirdermlfricktung der Monarchie in Ungarn erhoben wird.

Feuergesechtaufdem Bahnhof. Der Haupt- bahnhos wurde mn drei Uhr nachmittags von den Demonstranten genommen. Die Truppen mutzten sich auf den Bahnkörper zurückziehen. Bei den Kämpfen um den Besitz des Bahnhofs gab es verschiedene Tote und Verwundete.

Ungarische Nationalversammlung.

Rotterdam. 9. August. (Privat-Telegramm.f Die Londoner Zeitung .Daffv Mail' meldet aus Budapest: Aach den der netten Regie, rnna auferlegten Verpflichtungen sollen die Wahlen zur ungarischen Rational» Versammlung innerhalb vier Woche« statt, finden. BiS Donnerstag früh waren die Ak­ten über 762 Hinrichtungen, die dieVolksbe- auftragten-' beschlossen und hatten ausfübr-n lassen, vorasfunden worden. Kn allen FAlen wurde das Besitztum der Hinaenchteten be­schlagnahmt. DaS Messie verschwand unter den Händen der sogenannten Volksbeauftragten.

Weimar, 9. August.

Wie in den gestrigen FrakftonsstMngen in Weimar mitgeteift wttrde, ist noch mit einer Resbe weiterer einschneidender Steuerdor­lage« des Reiches an die Rationawersörmn- tu«g in Wem Jahre zu rechnen. Die Min­dereinnahme aegenAber den Ausgaben ist auch für das lausende Quartal sehr beträchtlich.

Verfolgung der Arbeiterrake.

Prag. 9. August. (Eigener Druhtberstht.) DaS Standrecht über Budapest ist von der rumSnischen Militärbehörde verhängt wor­den Die Wohnungen der früheren VolMv- anftraaten wurden auf aus PridathauShaltun- gen geraubte Gegenstände durchsucht. ES.Ibth ganze Wagenladungen von Wohnungs­einrichtungen nach dem Sitz der Gouverne- mentSbehörve gebracht worden. Immer neue Arbeiterräte werden sestgenommen. Andere werden von der empörten BovSAerimg aus den Wohnungen geholt «. niedergeschlagen.

nach einem ungerechten System unter die Sieger verteilt werden solle. Es werde ein all- gemriner ErrtschSdigungsfondS ^gründet wer­den müssen, in dem alle Völker, die Sieger so­wohl wie die Besiegten, nach denselben Grund­sätzen teilzunehmen hätten.

Blockade aufgehoben.

Paris, 9. August. (Eigene Drahtmeldung.) Der Oberüd Alliiertenrat Hot angeordnet, daß die B l v ck a d e gegenüber Ungarn sofort auf­gehoben wird. ES gehen bereits von Sto<i»n aus Lebensmittelzüge nach Ungarn. Die Ententekommission hat bmwtf hingewtrkt, daß die ungarischen Regierungs­truppen die Ordnung aufrecht erhalten.

3er Stieöensberitag.

Vernünftige italienische Stimmen.

lEigene Drahtmeldung.l

Lugano. 9. August.

Bei der Prüfung des Versailler Frievens- ver träges im italienischen Kammeransschus! sind von mehreren Parteien vrneute juriMcke Bedenken über das Gerichtsverfahren gegen den früheren deutschen Kaiser geäußert morde«. Die Sozialisten verlange« ferner, daß der Bericht peS Ausschusses gleiche Abrü- st u n g für alle Staate« fordert. Endlich, haben sie eine tirkläruag zu Protokoll gegeben, wonach die Entschädigung eine üb er mäßige Last kür db, Besirateu bedeut- «um auüerws-.

Im Verlause der Unruhen in Chemnitz kam gestern nachmittag zwischen den von aus­wärts eingetrofsene« Reichswehrtrup­pen und den Demonstranten zu einem

tauten nah AuMnde.

Blutige Kämpfe ht Chemnitz.

(Privat-Telegrarnml

Chemnitz. 9. August-

3er Staatrstreich in Ungern.

Monarchie oder Republik?

(Eigene Drahtmeldung.)

Wien, 9. August.

DaS Achtuhr-Abendblatt schreibt: Bon in­formierter und der Entente nabestender Seite wird die Lage in Budapest dahin ausgesaht, daß sie unter Umständen zu einer Wieder- aufrichtung der früheren österreich- ungarischen Monarchie unter dem Schutze der Entente, allerdings ht bedeutend verkleinertem Matze, führen könne. Eine Ao» vas-Depesche berichtet ans Genf, daß der Be­schluß der Alliierten auf Einseimng einer Dik­tatur des Erzherzogs Süsfef in Ungarn einstim- mig gefaßt wurde. OS die Diktatur zur Mo­narchie oder zur Republik führe, habe allein das ungarische Volk zu entscheide«.

Sie FinanrMrvMgkeiten

Neue Steuervorlagen.

(Privat-Telegrmmn.)

Ohne die Waffenftillftandsbitte <nt Wilson hät­ten meine im Oktober gegen den Kaiser gerich­tete« Worte und gleichzeitigen Ansagen an das deutsche Voll niemals die Addankungskrist in dieser Schärsi Hervorrufe« können.-

. äwttb 9. August/ (Privai-Tebegwmm.) Eoz. , berzoa Josef erklärte in Budapest gegenüber einer bot ihm erschienenen Abordnung von Gr­

am 9. November im Hauptquartier. Ans dieser ist als demmckenSwert hervorzuheben, daß der la-Äer ear nicht «machtet über Pie Sitz««»«

Zu Deutschland haben sie noch so viel Ver- fAkp.-tt, das ustse- Volk e<ne wiMstW AT;»fbr «qenü'ber dem russischen Boffchewistnus bildet. MeichwM müssen wir die Entwicklung in Un­garn, das Eingreifen der Alliierten, unserer. Feinde, mit Mißtrauen verfolgen, fremfc überall, wo sie sich fsfffetzen, bauen sie eine ge­gen Deutschland gerichtete AngriMstelle und Kontrollstation. .. v--r.

Ungarn fetzt nur Verweser von Ungar« fein solle. Daraufhin habe die englische Regierung Verhandlungen angeknüpft, die eine Regierung des Herzogs von Hohenberg, deS Sohnes des Erzherzogs Franz Ferdinand, zum Fiel hatten. Auch diese Benmhungen waren ergehniSkos, außerdem sehr sonderbar. Wäre der siebzehn­jährige Sohn des ermordeten Erzherzogpaares auf den Thron gekommen, dann wäre es doch naheliegend gewesen, daß über kurz oder lang ein Rachekrieg gegen Serbien sich entwickelt hätte. Schließlich folgte die Berufung des Erz­herzogs Joseph, der sich bereit erklärte. Er soll jetzt besonders starke Sympathien im ungari­schen Volke haben, was schon dadurch erklärlich ist, daß die Mißwirtschaft der Räteregierung das Land gänzlich zerrüttet hat und nun jeder vernünftige Mensch sich wieder nach Ordnung und Sicherheit sehnt. .

So ist eine Entwicklung zustande gekommen die man allerdings nicht erwartet hatte, die aber durch die Naturnotwendigkeit zu diesem Ausgang gedrängt wurde. Je schlimmer die Unordnung, desto stärker die Reaktion. Die bolschewistischenVolksbeanfttagten', die zum Teil gewaltsam befreite Zuchthäusler wa­ren und natürlich keine Ahnung von Staats- Wissenschaft und dergleichen notwendigen Din­gen haben, hätten das Volk ins Verderben ge- Et, bis kurz vor dem Absturz eine jäbe Wen­gs kam, die der Gefahr Einhalt tat. Die ein­greifende höhere Gewalt waren die amtierten Großmächte. Was nun folgen wird, ist zunächst ungewiß. Sicher ist für ihr Handeln der Wunsch maßgebend gewesen, dem Bokschewis- mus einen starken Damm entgegen zu stellen, MN die Ausbreitung von dort aus zu verhüten.

Gekehrten, einem der bekanntesten Großindu­striellen, von mir, ja auch von gewichtiger mili- Seite gewarnt worden, daß die Katastrophe und der Zusammen- unvermeidlich eintreten würden, wenn am Ende der Campagne 1918 das Versprech»« Friede und Sieg in diesem Jahre sich nicht erfüllen würde. Ms das ein­zig wirksame Gegenmittel wurde immer wieder und eindringlich angeraten, auf einem Höhe­punkt unserer militärischen Straft die öffentliche Verkündigung unserer KriegSzteke, vor allem die unzweideutige Erklärung über Belgiens Wiederherstellung, bekanntzugebe«, mn entweder den Weg zum Frieden frei zu machen, oder durch die Bloßstellung des bösen WWens der Feinde, ihnen die Verantwortung für feie Fortsetzung des Krieges vor der ganzen Welt aufzubürden und damit dem deutschen Krieg wieder den Charakter eines Volkskrieges zu geben. Diese Warmrngen wurden weder vor» der Regierung, noch von der Obersten Hee- reslkettunig beherzigt Daß aber die psychologische Katastrophe mit einer so ungeheuren Wucht Heroinbeach, das war nicht nötig. Dar«» wm unser überstürztes WaffenstiAstands« a n geb et schuld, das, wie sich später heraus» steSte, durch die militärische Lage vom 29. Sep­tember bis 5. Oktober nicht gerechtfertigt wat und dos sofort int IN-- und Auslande alS ein# militärische BanVerotterMärung wirkte. Di« Tatsache, daß die kaiserliche Regierung sich ar- rate an den Präsidenten Wilson wandte, hat ihm int November und Oktober zu einer be­deutenden Machtstellung in der öffentlichen Mei- nung Deutschlands verhalfen. Das Große Hauptquartier beschloß «n 29. September, den Hauptvertreter der angelsächsischen Wettanschau­ung «m die Herbeiführung eines sofortigen Waffenstillstandes zu ersuchen. Darin lag die größte Huldigung, die dem feindlichen SiaatS- mann wäh-reiw deS ganzen Krieges zuteil ge- «torten war, eine Huldigung, mtt ter vergliche« ie Illusionen, die auf demokratischer Seite über

Die Rumänen ziehen enttäuscht ab.

Wien. 9. August. Der Oberste Alliiertrn-Rat in VariS bat beschlossen, die nmh Budapest ge­sandte Mission von Generalen mit dem Oberbefehl über sämtliche i« Unmtrn be- kindlichen verbündeten Streitkräfte zu betrauen. Diese Nachricht bat in politischen und militäri­schen Kreisen der Rumänen sehr verstim­mend aewirkt. Der Besuch König Ferdinands in Budapest w-rde wie es heitzt. unterbleibe« und der rumstnische Oberkommandant zu­rücktreten. Der größte Teil ter rmnäni- sche« BesatzimgSkräfte solle in den nächsten Ta­ge« aus Budapest zurückgezogen tocrfeen.

Ungarn.

rfae Monarchie unten« Schutz der Entente? -

Die Welt ist toreter einmal Es der politi- Jtten Bühne Europas durch ein Schauspiel über­rascht worden, das eines ironischen Beige­schmacks nicht entbehrt, und man könnte darüber lachen, wenn es nicht so bitter ernst wäre. Als das erschShste Deutschland nach zähem Vertei- digungAkampfe zusammengebrochen war, stellten unsere Feinde zum Zeichen der Unterwerfung als erste Bedingung, daß die deutsche Monarchie beseitigt werden müsse Don langer Hand vor­bereitet, hatten die Alliierten, mit dem Heuch­ler Wilson an der Spitze, eine hinterhältige Propaganda durchgeführt, mit ter es ihnen ge­funden war, einen Keil ins deutsch» Volk zu' treiben. Der Kampf gelte nicht dem deutschen Volke, sondern der Monarchie, und sie seien die Vollbringer einer netten Mission: allen Völkern die Demokratie zu übermitteln. Es ist zwar richtig, daß ihr Kampf sich gegen die Monarchie richtete, aber nicht, um uns davon zu .befreien*, sontem um des Deutschen Reiches Kern zu zer­stören. der noch bis 1916 unbestreitbar in dem monarchischen Staatsgedanken geborgen lag. Der schmachvolle Frietensverttag beweist aber deutlich, daß auch das Volk selbst politisch und wirtschaftlich vernichtet werden sollte. Jetzt ha­ben wir die demokratische Regierungsform, die in der ReichAverfassung vor einigen Tagen ge­setzlich festgelegt worden ist, und damit haben wir, Gott sei dank, einen neuen Kern in Euro- K Erde gepflanzt, aus dessen Einheit ein ver- ates Reich ht die Zukunft hineinwattfen wird. Aber schon jetzt sprechen die fanattfchen westlicherr Nachbarn offen aus, daß Dentschwand itocp'iuagt harte zerstückel» .aussen, da­mit Frankreich umso leichter aufblühen könne. Die Fesselung und Lälmntng unseres Vokkskör- pers mit Hilfe des Friedensverttages genügt ihnen nicht. Atrch die neugeschaffene Koustel- lattou der vielen Staaten rings um Deutschland ist darauf gerichtet, uns e t tu »Mengen. Aa allen Ecken und Enden wer­den Wächter aufgestellt, die, im Solde der En­tente stehend, uns jede Regung unmöglich ntachen und Wiederauftichtungsversuche verhin­dern foflen. Nachdem bei uns die Monarchie beseitigt ist, sind die Alliierten ernt Werke, vor unseren Toren eine nette Monarchie mtfzubauen.

Was geht jetzt ht Ungar« vor? Eine zer­setzende bolschewisttsche Regierung, feie das Land an den Abgrund getrieben hatte, wurde durch eine gemäßigte sozialistische Regierung abgelöst. Von der einen Seite brachen rumänische Heer­scharen in das unvetteidigte Land ein, besetzten die Hauptstadt und legten erpresserische Bedin­gungen vor. die das Land vollständig entblößt hätten. Die Regierung wandte sich in ihrer Verzweiflung, um sich vor dem Teufel zu retten, hilfesuchend an Beelzebub, an die Alliiertenkom- mtssion. Und siehe da, die Hilfe kam ht Ge- Salt von französischen und englischen Eruppen, ie als Stütze einer gegenrevolutionären Be­wegung dienen. Die handelnden Personen sind frühere Generäle des alten Königreichs, die mit den Alliierten in geheimer Verbtnditng standen. Ihr Erscheinen im Ministerprästdium genügte, um die sozialMsche Regierung zum sosorttgen Rückttitt zu veranlassen« Und als obersten Machthaber setzte die Allriettenkommiffton den Erzherzog Joseph ein. Dieser er­nannte, ganz «ach monaichUchem Brauch, seine Vtntiftrr, darunter jene früheren Generäle.

Erzherzog Joseph wird allgemein als ein spmpathischer Mann gestMtert. Er ist der Enkel des letzten .Palatins' von Ungarn, des Erzherzogs Stephan, in Ungarn 1872 geboren. Seine Gattin ist die Tochter des Prinzen Leo­pold von Bavern. Er hatte immer das Ver­trauen d's madjarischen Volkes, das ihn den »ungarischen Erzherzog' nannte. Während des Krieges hatte er wichtige Befehlsstellen inne und war damals vom Kaiser Karl mit dem Oberbefehl gegen die Rumänen bettaut worden. Stach dem Zusammenbruch ter Monarchie in Oesterreich-Ungarn und Deuitchikanfe hatte er sich mit seinem ältesten Dohne ter republikanischen Regierung in Ungarn zur Verfügung gestellt, nachdem er aus dem Kaiser Haufe ausgetteten war urtb Titel und Würden abgelegt hatte. Zwar hatte er noch während des Niederganges »ersucht, wenigstens den ungarischen Thron auf­recht zu erhalten, aber als es ihm nicht gelang, schloß er sich kurzerhand ter neuen Richtung an and wurde Demokrat, bis er dem Bolschewis­mus weichen mußte. Obwohl er während die­ser Monate unstchkbar im-Hintergnmde geblie­ben ist, scheint et nicht untätig gewesen zu sein, wie sein erneutes Auftreten jetzt zeigt. Wie aus Wien berichtet wird, sollen zwar die Engländer zuerst mit dem früheren Kaiser Karl, der DemfchlaTtd gegenüber eine verwerfliche Rolle gerieft hat, verhandelt haben. Dieser habe aber rbgelehnt mtt ter Begrünfevng, daß er nicht mehr nach Herrscherrechten verlange. Er könne sich überdies nicht dami» abfinten, daß er. als früherer Satt« von Oesterreich und König von

Sie SorgSege in 1818

Darstellung des Prinzen Max.

lVrivat-Telegraum..)

Frankfurt a. M., 9 August.

Prinz Max von Bäten läf-t der .Fratth futter Zeitung^ aus Valenz eine Mitteilung zu- aehen, aus ter hervorgeht, daß er beabsichtigt, demnächst eine Darstellung der entscheideufeer Vorgänge aus der Zeit vom 1. Oktober bis 9 November 1918 herauszugeben. Weiter heiß es: Die Schilderung ter Vorgänge am 9. No­vember, welche dieDeutsche Tageszeitung' am 2?. Juli bringt, und für die GeneralfÄdmar- schall von Hindenburg, Generaloberst von Wes­sen, General von Marschall, General Graf Schu- lenbura und 'Staatssekretär a. D. von Hintze die volle Bürgschaft ftterntimten, nötigt mich itn voraus zu der nachitehenMt Erklärung:Die Mission von MinWer Drews im Hauptquartier! Im Anschluß an den Vorttag des Ministers DrewS erhob General Gröner den Vo-rwurf, welchen sich die Denk- offettbar zn eigen macht, die Regierung >ie Verhetzung durch die heimatlichen e und die Propaganda durch die feind­

lichen Blatter nicht in genügendem Maße gehin- feert und dadurch ter Armee namenlosen Scha­den zugeWgt! Das ist eine schwere Anklage!; Heute will ich darüber nur grundsätzlich sagen:! Um ter Agitation der Unabhängigen und der feindlichen Propaganda in Deutschland das Rückgrad zu brechen, gab es fett dem Eintref- fen feer Wilson-Note vom 23. Oktober nur ein Mtttel, das war der freiwillige und würdige Thronverzicht des Kaisers. Da­mals stand zu erwarten, daß eine solche Opfer- tat entweder unsere internationale Lage ter» bessern oder, was das Wahrfcheiirlichrre War, den Vrästtenten Wilson unv seine Ver­bündeten als wortbrüchig entlarven und damit das deutsche Volk zu einem neuen Zorn gegen die feindlichen Entschlüsse, wenn nicht zu mikitärifchem Widerstand, so doch zut moraltscho« Abwehr veranlasse« würde. Dies dem Kaffer klar zu machen, war der Sinn der Mission Drews. Die große Stoßkraft hat di« feindikche Propagcmda und die unabhäuAgl Agitation in Deutschland nicht aus eigenei Kraft erworben, sondern sie verdankt sie vor allem ter Kriegspolitik, die während vier Iah­ten, insbefontere noch im Iahte 1918, verfolgt wurde.