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Kasseler Abendzeitung

S. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 951

Freitag, 8. AirgirsL 1919.

Fernsprecher 951 und 95?

Staatliche llmwWng in Ungarn

der Toten formte nicht festa-stE werben, da die -Rumänen niemanden zu den Lerchen zunetzen.

Bürgerliche ttnb Regierung.

zungStruppen In Budapest eingrzogen.

Rumänische Gewalttaten.

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Äbemxe»etnfc>tet< beträgt tneeeti. IM Mark b* freier Stifte Ihm | W <'«< ®«ft«Owiflen werten 'et et text nee der «ellhiNIfiefie *« den Saun *ttg«eni6niomee«. Lnickrtet. «erlag wb ttebatttec. «)tad;t»eflir«»e */80. Rtir «werlenzt etngesandte BeitrÄje tonn di» ttebattton ebne ®cront»ortmie aber «»wärt in tetnent fall« ttbenuftenen- Wntfjnhftms de« «eMzszelde« eher Nnlprfiche wegen e#nnteernl»t errtiu*e*w'48<fl«* Sfe eruna eu«eef*lefien.

tmtfi die Bevölkerung zur WiederunSrusung der Monarchie geneigt gemacht hat.

Nummer 207

t 1..,L....... J______!

(Siaene Drahtmeldnng.1

Gens. 7. Auaust.

lien eine KoalitionSregieruny w Bu­dapest befürworten. Vorläufig haben d« Szege. dmer erfEätt, das; sie die neue Regierung nicht anerkennen und nicht mit ihr «rbeiten tvouiiL aber das wird sich noch alles regeln lassen. Auch emechter Ungar* läßt sich auf Kompromisse ein, wenn er nicht anders kann. Allerdings wäre noch ein Ausweg offen, wenn die jetzige Budapester Regierung wirklich schon zu­rücktreten will, wie ein Telegramm heute mekdet. In dem Falle würde wahrscheinlich die Szeged in er Regierung die Staatsge- K übernehmen; nur ist eS fraglich, ob die ten-Kormmssio« dann auch die Leabsich- turte AuS-rufmra einer neuen Monarchie

Der .TemPS" meldet aus Paris: Die Der- Handlungen unter den Alliierten betreffend den Vertrag mit Dulgarten geben bereits M Protesten Anlatz. Die Griechen for­dern ganz Thrazien und wollen weder von einer Teilung noch von einem internationalen Regime etwas wissen. Die Serben sind un­zufrieden. da Serbien nicht das Recht erhalten soll. Delegierte nach Bulgarien zu entsenden, nm bie im Kriege requirierten beweglichen Be­sitztümer wieder an sich zu bringen, während Frankreich und Belgien gegenüber Deutschland dieses Recht zugestanden wurde. Diese Krrti- ken finden Widerhall in der französischen Presse. Ein guter Teil derselben kann die Dehand- lumg Bulgariens d-rrrch den Obersten Rat nicht verstehen. Ebenso beschuldigt man den Ober-

Verhandlungen mit bürgerlichen Politikern führten bistur zu keinem Ergebne. Die Bür­gerlichen lehnen eS gegenwärtig ab. tn» Kabi­nett einzutreten. Sie wollen das Ergebnis der Wahlen abwarten. Der Vertreter der Landwirte, Szabo, erklärte seine grundsätzliche Bereitwilligkeit, in das Kabinett einzutreten.

Verhandlungen mit den RNierten.

Wien,' 7. Auaust. (Eigene Druhtmeldmig.) Der Leiter der Wiener italienischen Mifsion, Prinz Borghese, verhandelte mit Vertretern der ungarischen Regierung, zunächst mit dem- Mini­ster des Aeußern, dann mit dem KriegKnmnster. erle mit dem Minister des Innern. Auch englische General Gordon, der gestern früh in Budapest eintraf, hat verbandelt.

A» die Entente verwiese«.

Wie«, 7- August. (Eigene Drahtmelduny.) Die mrqarisibe Regierung hat sich heute in einem Minister rat mit den Waffenstfllstättds-Be. dingungen beschäftigt und beschlossen, sich wegen her unerfüllbaren BedinNnrgen an die Alliierten zu wenden. Die ameri­kanische Neuerung ist beim rumänischen Armeeoberkommando wegen Zurückziehung der den Ungarn auferlegten W-ffenstillstandsbe. dinWn«n ekngetreten und Hal mit der Einstel­lung aller Zufuhren nach Rumänien gedroht.

Englische und franzSfische Truppen.

Wien. 7. August. (Prwattekegriwrm.) Nachdem die Rumänen die ungarische Haupt-

dulden würde. Vor allen Dingen sollten die Alliierten aber ihren Eiusiuß auf die N u m ä - neu geltend machen, die, entgegen den Ver­sprechungen der Entente, Budapest besetzt Haden und den Ungarn unerhörte Bedingun­gen wollen, Franzöfische und

englische sn sind bereit» in daS schwer heimgesuchte Budapest einmarschiert. .

AuS dem Schick ml Ungarns. daS wir als ob­jektive Beschauer mit ansehen, sollten wir die Lehre zu zirchen nicht versäumen. Wie in Mün­chen, so ist der Bokschewis-muS ht Budapest zu- fanrmengebrochen, und es wird nur noch kurze Zeit dauern, biS Moskau und Petersburg fol­gen und auch dort sich eine neue Regierung auf vernunftgemäße Art bilden wird, die in der Lage ist, ein großes DE zu regieren und mrt fremden Mächten die Beziehungen wieder auf­zunehmen. Mit dem Wechsel in Ungarn ift auf dem Wege zum europäischen Frieden wieder ein Schrift vorwärts getan worden. DaS neue Kabinett hat eine schwierige Aufgabe und eS kann durch kluge und besonnene Politik sehr viel dazu beitragen, daß daS europäische Fest­land endlich einmal zur Ruhe kommt, deren es so dringend bedarf. D=r.

Tumult in Ungarn.

Rumänische Waffenstillstands-Bedingungen. (Eigener Drahtbe-icht.)

Wie«. 7. August.

DaS rumänische Oberkommando, das sich die Befehlsmacht über Budapest angeeignet hat. stellte der ungarischen Rqzierung folgende WaffenstillstaUvs-Bedinamrgen: Uebergabe des gesamten Kriegsmaterial», Herabsetzung der Armee auf 15000 Mann, vebergabe aller Munitionssabriken und AusrüstungS- gegenstände, die für die .Zwecke einer Armee von 300 000 Mann notwendig find, Auslieferung der Hälfte des Eiseubahnmatertals, ferner 600 Automobile, 30 vom Hundert des gesamten Bestandes an Rindern und son­stigen Tieren, 30 vom Hundert der in ttmmrn befindlichen landwirtschaftlichen Ma- schinen, 20000 Waggons Getreide, 10 000 Waggons Mais, 15000 Waggons Hafer. Außer­dem hat Ungarn die rumäntsche BesatzungS- armee zu unterhalten. Das Abkommen ist ent­weder al» Ganze» anzunehmen oder abzuleh- nen. Gegenvorschläge sind nicht zu. lässig. Die für die Annahme gestellte Frist läuft am 15. Auaust ab. Tie ungarische Regie­rung hat biefctt Entwurf dem englischen Gene­ral Gordon übermittelt und gleichzeitig eine Antwort überreicht, in der sie erklärt, daß sie nicht t« der Lage fei. die in dem Ent­wurf enthalten« Bedingungen anzunehmen.

Der Wechsel ii Ungarn.

Niederlage des Bolschewismus.

Die Räteregierttna in Ungarn hat. nach vier- tnonatiger unrühmlicher Tätigkeit abgowirt- sthastet. Der MberBcmbe des B-olfchewiS- mns ist an feiner inneren Hohlheit zunichte geworden und daS im allen fyarben schil- lerrtbe und verschwommene idealistische Ge­bilde zerplatzte wie eine Seifenblase. Seit dem 22. Mürz hat die Räteregierung bestanden, mit dem gewissenlosen Agitator Behr Khun an der Spitze «rtb gestützt durch die Schreckensherr­schaft des Tibor Samuelv. Mit dem Mittel araitfunter Gewalt, mit Verhängung von Zucht­haus und Todesstrafe über politische Gegner, eigneten sich jene Leute damals die Regierung»- gewstt an; durch lockende Versprechungen ge- wnz e- ihno», die Massen der Arbeiterschaft zu betören und mit geraubten Gelbern hielten sie eineRote Armee", die sich auS Abenteurern und Verbrechern zusammensetzte. Die Führer verhießen der urteil Wien Menge die goldene Frecheit, worunter jene nur Zügellosigkeit, Un- sitMchkeit und daS Freiwerden der niedersten Instinkte verstand; sie versprachen Berge von Gold und ein sorgloses Leben ohne Arbeit. Aber der auSpe streute Samen solcher Lehren brachte giftige Frucht hervor. Es war natür­lich nur eine kleine Minderheit des DoLes, die sich als wrrütche Anhänger des Bolschewismus bekannte, und der ziellosen Führung arbritS- scheuer Elemente vertraute. Wie wäre es auch anders möglich gewesen. Eine Regierung, de- ren Thrann-t das Volk jeder Freiheit beraubte, deren ganze Tätigkeit nur im Zerstören bestand, konnte sich nicht auf die Dauer halten. Man wollte das in Rußland eingeführte System n-Ahahmen und es weiter Wer Deutschland nach den Ländern des Westens ausl^eiten. Aber der Versuch erstickte schon in feinem Anfang. Hat der Bolschewismus schon in Rußland, sei­nem Geburtslande, keine Lebenskraft, so ver­mindert sich seine Dedentuu» mit dem Quadrat der Entfernung. Rur dem Boden bet Wirklich­keit entrückte Idealisten konnten an die Heilwir­kung dieser Allerweltsmedizin qlmwen. Der- Swärtigen wir UNZ, was di« ungarische egierung während ihres kurzen Daseins geleistet har, so finden wir nur negative Ergeb­nisse. Durch bie Konfiskation de» privaten Be­sitzes ist aller Unternehmungsgeist ertötet wer- bett; Industrie, Handwerk, Landwirtschaft wa­ren brach gelegt; durch die daraus folgend« Ar- beitSlosigkeik entstand Geibmangel und infolge deS DntckeS auf die Bauern kam di« Hungers­not, die man in Ungarn selbst während, des Krieges nicht richtig gespürt hatte. Dem Volke stich mm nach dieser Wirkung dos bolschewisti­schen Wunderglauben» die Augen aufgegangen.

Jetzt herrscht feit einer Woche eine neue Regierung, die sich vorläufig noch aut nur sozialistischen Mitgliedern zusammensetzt. Das neue Kabinett hat zwar sein Programm noch nicht veröffentlicht, aber der Minister deS Aeußern, Dr. Agoston. hat feine Richtlinien vor den Vertretern der auswärtigen Presse be­kannt gegeben. AlS Grundlage für den Wieder­aufbau bezeichnet er die Demokratie. Nach

Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung ____________

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3m befreite« Hamburg.

Die Reichswehr hält Ordnung.

ein Diitard.lt« der «erlitte» Morgenp< harte eise Sttemtang mH dem «cneteli mal»* » Lelt.w-Vorderk (dr« »«toen au« LftafrikM »er »a« mttitürlfqe Äotnmenbo jetzt über Hamdnr« »ot, «»er »«. «egenwitriig« Lage in diesergreift a»t«. Wir entnehme» der hrterrffanten Schilderung folgendes,

.In der Tat. schwere Stunden liegen hinter uns," gestand General v. Lettow-Vorbeck. »Es geschah wohl in zwölster Stunde, daß wir ein­schritten. Ein sorgfältig vorbereiteter Putsch, Wie überall von auswärtigen Ele­menten in Szene gesetzt, sollte Hamburg zm Kopsstation eines neuen allgememen Umstur- ze» machen. Der Boden war ht« d« denkbar günstigste. Unter den Hafenarbeitern hatte auch in FriedenSzetten nur selten vollständige Ruhe geherrscht. Der Zuzug allerlei sragwürmgeu Gesindels war enorm, dir Lazarette in bet S.rmmelstelli Hamburg überfüllt. Mehr alS siebzigtauserch Arbeitslose, bte übngenS hier weit höhere .Bezüge" noch haben als rm ganzen übrigen Reiche. Sie gchören in Ham- . >ura zu den Besitzenden. Als einer der Rä­delsführer zu Gefängnis verurteilt war, er- suchte Mich die Braut hriefNch, die Butze doch n eine Geldstrafe umzuwarweln sie wolle di, Summe von ihrer Arbeitslosemmterftützung bestreiten... Sie hatte «S dazu ..." Uni bann bi« Polizei. Als wir hier eingezogen trieb sie itt ganz unmöglicher Form lPolttik. Die Wenigen PoMeimannschasten. bte rtt »«< füguug stauben, Hamburgs Stcherhettsdreuft neu zu organisieren, mutz unsere Hauptaufgabe fehl, ehe unser Korps dem friedfcrttgen Bur­ger feine freie Stadt zur freien Arbeit zuruck- flibt Wann daS endgültig gefchehen wird, ich Weitz es nicht. Noch sind meiner Ansicht nach große Waffenlager in Groß-Ham­burg verborgen. Von den dimh den Mob befreiten Schwerverbrechern ist aLerbmgS gottlob fast alles wieder dingfest gemacht.

Diel Arbeit bleibt noch zu tun. Ich wollte, man erschwerte sie uns von gewisser Sette nicht unnütz. Roch heute wird von den radikalen Zeitungen schematisch eine unverantwortliche Hetze «gen «n» getrieben. Uebergriff« von Ans geHSrigen der Regienrngstruppen. die man bei Erfüllung Ärer Vfficht ost verbittert ttnb her- »uSfordert, sind unvermeidlich. Mer tvir stehen trotz alledem auf unserem Posten. Weichen und wanken nicht. Die Zustthr avSlandi- scher Lebensmittel über den Hambur- an Hafen mutz noch Wetter gostchert werden Alte DirbstShle *u verhüten, sinh wir außer­stand«. Aber eS ist überall für btt nötige An­zahl militärischer Posten gesorgt, die das Aus­laden der Waren Werwachen. So Wird nach Möglichkeit dem Reich« zukomwen, was bete Reiche gchärt."

.Sicher haben Die an» bie nöstge Unter siützung seilen» der Hamburger staatlichen B» Wbttt. Herr General-Major."

.Die hüben wir. Wir arbeite« vortreMch mtt dem Hamburger Senat zusammen. Ich kenne auch die streife, in denen man Dank hat, nur Dank für unser Wirken. Und dennoch ... Ich könnte Ihnen Bündel anonymer Briese zeigen, die ich tagtäglich erhalte. Sonderbar« Erdenbürger nehmen da in unzweideutig« Weise »re Maske ab. Glauben sie unsere Uni­form hinreichend beschmutzt zu haben, so geht'» an die .EnchMnngen" unsere» Prrvatleben» Man wirst unS vor, wir lebten hier rot Hotel wie beim selige« Pforte. Die Wahrheit ist, daß der gesamte Stab im Hotel Esplanade, Offi­ziere wie Mannfchasten. aus der gleichen kriegs, matz wen Feldküche gespeist werden. Em nobler Briefschreiber ging so weit, mir Marke« für Pferdeftetschkonsttveu untertLmgst anzttbis ten.. ,

Aber das alles hindert uns nicht, wie ich immer von neuem betonen mutz, bi» zum letz­ten Karte, wo wir Hamburg» Gaftsteundschast genretzen. unsere SokdatenpMcht zu tun. SLwer haben w-ir's, wie überall im Reiche, wo da» MMLr den friedkichen Bürger und Ar­beiter. der endlich, endlich zu seiner Arbeit 1 rückkehren möchte feine fchützende Hand reichen nmtz. Da» sind die hunderttaufend Mann, xt bie Entente un» »«gesteht?! Man Wird auch dort bald zur Einsicht konunen. datz sie un- 1 ferem 57-MÄionenvokk nicht genügen. Uufferej - Aufgabe aber, die deS Korps Lettow M eS bet 1 etttfdnals blühenden Handelsstadt Hamkmrg wieder den festen Boden zu geben, auf dem sie , von neuem aufbauen kann." > .Die Tränen, bie hier geweint sind, kennen- 1 nur di« Wissenden. Herr General."

1 .Aber auch bte nie xn tötende WillenS- traft, die neues Leben au» den Ruinen . blühen wissen Will, fühlt, wer den Puls- , - schlag be» alten Hamburg spürt. Schon rüsten I ungezählte Hamburger Kaufleute von neuem »mn Handel Über ben Ozean, auS aller . Herrs«. Länder weiten 6teto8HftStikbtiäe hier»

toten, 7. August. (Privattelegramm.) Di« rumänischen Soldaten in ben Vororten von Bu­dapest begingen viele Gewaittätigsieiten. Sie ge­brauchen wegen der geringsten Zwischenfalle btt Schußwaffe. Kt ZWo sperrte rumamiswes Militär von acht Uhr abertbS ab dir Haupt­straße. Die Arbeiter, di« zu der Zeit aus den jr-aW-nt nach Haus« gehen wollten, wurden nicht dnrckgclasien. Einige Arbeiter versuchten btt Hanptstratz« yt Äberfchreiten und wurden UV>UIU ----- ------

dir» Kewebrsalv«n g«tötet. Die ZaHi- sie« Allrterten-Rat her Schwäch« aeaen Ungarn.

lang zugesagt, ein« neue Verfassung versprochen und eine Politik nach vrrnünstigen Grundsätzen ht Aufsicht gestellt. Das Volk soll, nachdem es von der WMürberrschast befreit ist, nun selbst über sei« Schicksal verfügen. Rach außen will die Regierung gute Beziehungen pflegen mW Var allem mit Deutsch-Oesterreich gute Nachbar- r halten, da bie beiden Länder wirtschast- aneinrmber gebunden sind. Oesterreich braucht noch für lang« Zeit bis landwirtschast- kkchen Erzeugnisse Ungarn», wofür Ungarn das tobuftriett besser gerüstete Oesterreich kn An­spruch nehmen kann

Die neue Regierung rechnet aber auch mtt rascher Hilfe von bet Entente, die zunächst Le­bensmittel und Kfeidung liefern foll. Aber die in! Wien sitzende Ententekommrssion hat eS da­mit nicht fo eilig. Sie stellt bie Bedingung, datz die Regserung noch mehr umgestak- tet werden müsse, da noch einig« Miglieder darin seien, di« auch schon dem vorherigen bol­schewistischen Kabinett angehört hatten. ES ist Wohl kein Zweifel, baß der Wunsch der Som- Mission erfüÄt werden wird. beim, ba bie Re­gierung ent großes Interesse daran hat, dem Dolle bessere LebenZverhAtnisse zu schaffen und solche Besserung nur durch die .Gnade" der Ertönte kommen kann, bleibt nichts anderes als ein völliges Naebgeben übrig. <$hte schnelle Aeudernrg liegt auf dem Wegs der Möglichkeit, sroch während in Dudavest di« Räteregierung mn Ruder war, hatte sich tn dem Hundertund- fünfzig Kilometer südöstlich Vmr der Hcmptfiavt (iwmben Szegedin ehre bürgerliche Regierung gebildet, bie noch sehr viele An- böivger hat und au» über eine aus guten alten Truppen zusammengesetzte Armee verfügt. Diese szegediner Regierung besitzt jetzt bki» Wohl­wollen Fraukr eichL obwobl Englai-H und In».

Volrswut gegen bie Bolschewisten.

toten, 7. August. (Eigener Trahtdericht.) Die MittagSzcittlug meldet: Ganz Ungarn ist von. den Bolschswifteu gesäubert. Kn einigen Städten sind alle bisherigen Volksbeauf­tragt e n von der wütenden BevöÄerung er­schlagen worden. Tie Wiebereinsetzung der alten Behörden bat begonnen. Die Rumänen haben in Budapest am Mittwoch früh zwei frü­here Dolksbeauftragte wegen StaubeS. begangen an ungarischen Staatsangehörigen während der kommunistischen Regierung, erschießen lassen. Bei Verwandten Bela Khuns, der vor der Revolutton völlig vermögenslos war, mid von Unter[tübuttgeu gelebt Hatz wurden für mehrere hu-nderttaufend Kronen G old und Juwelen vorgefunden. Die Rumänen haben fünfzehn Waggons mit Lebensmitteln für bie hungernde Bevölkerung nach Budapest schaffen lassen.

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Rücktritt der neuen Regierung.

W i e u, 7. August. (Privattelegramm.) Aus Budapest wirb gemeldet: Der ungarische Mmrsterrat ist gestern zusammengetreten und hat den Rücktritt des gesamten Kabinetts bestossen.

Wieder eine Monarchie?

toten, 7. August (Privattelegramm.) AuS Budapest wird gemeldet: Die Szegebiner Truppen haben die Burg ht Budapest cklS Standquartier bezogen. Auf den Türmen der Ofener Burg wehen zum erstemmck feit der Ro- venchrr-Revolrttion wieder die alten könig.

------ per

FranzSsieruag des Maß.

Die deutfche Sprache wird abgefchafft.

(Privat-Telegramm.j

Freiburg L 8- 7. August.

Die französifchen Behörden geben sich die erdenklichste Mühe, die Französieruna im Elfatz fchleunigst durchzuführen. In Sttatzburg wer­den z e h n K u r f e kostenlos zur Erlernung der kranzöfischen Sprach« für bie Bevöl­kerung abgehalten. Die Kurfe werden fast aus- fchlietzlich von Angehörigen be? Mittelstandes, nicht aber Volk den unteren Ständen benutzt. Dis Beamten sind verpflichtet, an den franzö­sisch«« Sprackikirrsen teihunehmen. Vom 1. Oktiwer ab wird die deutsch« Sprache in den elsässischen Volksschttlen abgefchafft.

Zchwierigkeiten am Balkan.

Di« Dalkanstaaten sind nicht zufrieden.