Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nummer 206. Fernsprecher SSI mtb 958. Donnerskag, 7. August 1919. -Fernsprecher 951 mtb 952. 9. Jahrgang.
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Ratifizierung durch Frankreich bevorstehend.
LSnder-Nemegelmg.
Wie steht eS mit Hessen?
Die Verabschiedung der Reichsversassung durch die Nationatoersammlung, die am Men» des 31. Juli erfüllte, gibt auch im der neuen Fassung des Paragraphen 18 die Bahn frei für die Regelung der Neueinteilung der daS Reich bildenden »Länder". Heftige Kämpfe waren vvrangegangen, und noch in letzter Stund« suchte der preußische Ministerpräsident Wolf- aanH Heine, „der preußische Junker in roter Bluse", wie ch» ein Bonmot des Tages bezeichnete, die Fassung deS genannten Paragraphen zu beeinflussen rm Sinne des Großpreußen« tumes. Hatte schon seine ganze Art deS Auftretens dem von ihm vertretenen Gedanken wenig genützt, so daß ironische Bravos und Lchlußrufe ihn um schwirrten, so gewann die Debatte noch dadurch an Schärfe, als er der Reichsregierung entgegenwarf, sie hätte zuvor mit.der preußischen erst beraten sollen, und Reichskommissar Dr. Preuß demgegenüber feststellte: „Die Reichsregstrung hat mit der preußischen beraten wollen, aber die preußische Regierung hat eS abgelehnt. ... Wir halten keine Vtachnnittel, die preußische Regierung zu Minorn, deshalb soll la die Verfassung kommen, damit -die Reichsregierung in solchen Fällen em Diachtwort sprechen kann.* Damit ist der Kern der ganzen Angelegenheit bloßgelegt: Die Souveränität deS Reicher muß allen Ländern gegenüber Geltung haben, auch Preußen gegenüber, das keine Sonderstellung im Reiche bcan. spruchen kann. Vielmehr wird eS, im Interesse der Reichseinheit, bei der Neugliederung Deutschlands sich in die organischen Bestandteile aufiösen müssen, aus denen es sich gebildet. Das ist der der Angelegenheit vom deutschen Gesichtspunkte aus.
Für die einzelnen Länder regeln sich daraus die besonderen Notwendigkeiten. Der brennendste Punkt war gegenwärtig die Frage Ober, schlesiens, das nur als Reichsgebiet, als feto- ständiges »Land" im Rahmen des Reiches zu halten ist, nicht aber als Teil einer preußischen Provinz. Mer auch für die übrigen Gebiete, denen Preußen einen »Autonomie-Ersatz* die- ten will, ergeben sich di« gleichen Konsequenzen. Für Hessen war di« sogenannte .großheWcke Angelegenheit" schon akut geworden, als sich neben der Dorten'schen Rheinischen Republik Bestrebungen geltend machten, die darauf hin- ausliefrn, aus den alt-kurmainzischcn Teilen in Rheinhessen und einem nassauischen Rheingau eine Republik zu bilden. Diese wäre, da Mainz völlig in französischer Hand ist. nur eilte vom Wohlwollen Frankreichs abhängige BMnrng geworden, und unter diesem Gesichtspunkte trat Präsident Ulrich zusammen mit dem hessischen Fustizminister von Brentano in Unterhandlungen mit dem General Mangin, der zurzeit ht Mainz kommandiert, und ohne dessen Billigung überhaupt keine politische Tätigkeit in dem besetzten Gebiete — auch nicht für den Inhaber der Staatshoheit — möglich ist. Mso nicht eine Konspiration mit dem französischen Abschnitts- general, sondern eine im Interesse Deutschlands tzochnotwendige Aktion war der Schritt Ulrichs.
Hatte sich die hessische Regierung in Darmstadt bislang in vornehmster und loyalster Weise zurückgehalten, und stets nur aus Anfragen betont, daß sie in der gesamtheflischen Frage jede Schädigung deS Landes zu verhindern habe fivas sich ja von selbst versteht und namentlich auf di« Interessen der Stadt Darmstadt zielte), so imrßte sie nunmehr angesichts der Mainzer Borgäna« auch den zurzeit zur preußischen Pro. oinz Henen-Rassau gehörigen Rheinqau erwähnen. Man hat aus der alleinigen Erwähnung dieses zum alten Herzogtum Nassau gehörigen Gebietes den Schluß zu ziehen versucht, als lehne Darmstadt eine Verbindung mit Kurhessen ab. Au Unrecht jedoch, denn nur von den in Rede stehenden nassauischen Gebieten wurde ausdrücklich in dem Zusammenhänge mit Mainz gesprochen. Die Ergänzung deS Landes zu einer Wirtschaftseinheit und einem ht sich kulturell geschloffenen Körper war ja schon früher, in dem ersten Reichsversassun^entwurst, zum Ausdruck gekommen, und die geographische Lage des darmstädtischen Oberhessen weist ja auch deutlich genug auf die Notwendigkeit der Vrr» ünigung beider Hessen hin.
Von feiten früherer Bestrebungen rm Rhein, lande war der Wunsch ausgesprochen, daß Rheinhessen und die Pfalz mit in den rheinischen Freistaat einbezogen werden, aber aboe. sehen von der Gefahr eines nur linksrheinischen Landes für das Reich wirken dem auch Mainzer Interessen entgegen. Mainz mutz fürchten, m der »Rheinischen Republik' von Köln an t>ie Wand gedrückt zu werden, während eS in einem gesamkhessischen Staate der Rheinhaken sein würde, und auch kirchlich wäre die Stellung des Bischofs von Mainz in Hessen insofern günstiger, als dem Inhaber des Stuhles des hl. vouifacius die erste Rolle zufiele, während er tn einem rheinischen Staate Sussragan des Erz- yttocüs von Köln fern würde.
I Die rheinhefsischeu Interessen verknüpfen sich überhaupt mit den gesamthessischen insofern noch in besonderer Weise, als von dort, namentlich von Worms aus, der Wunsch acht, in ein« engere Verbindung zur bayerischen Pfalz zu gelangen, eine Idee, die auch schon der Berliner Georaraph Prof. Dr. W. Bogel in einer Karte zur Reueinteikung Deutschlands vertreten. Und ebenso wünschen die Bewohner des alt- mainzischen Gebiete» in Unter franken,- in der Gegeito um Aschasfenbur«, aüs wirtschaftlichen Gründen den Anschluß an Hessen, da sie fast ausschließlich nach Frankfurt, Hanau und Darm- stadt mit ihren geschäftlichen Beziehungen gravitieren. — Ob diese Wünsch« int Sinne der Reü^regierung sind, ist eine andere Frage, und sie etwa im Geiste eines großhessischen Jin- perialiSmus zu vertreten, erscheint nicht angezeigt, umso weniger, als ia eben gerade auch m solchen Fragen das Selbstbestimmungsrecht der Völker gelten muß. Wünschenswert ist hierbei, wie bei der ganzen territorialen Neuregelung. die allerdings nicht begriffen werden kann rm Sinne des alten StaatSgedankens, daß das Reich selbst die Angelegenheit m die Hand nehme, mn widerstreitende Interessen auszugleichen, und das gesamte Material ist ja mich schon, als man annehmen durfte, daß das Ver- fassungswerk sich dieser Reqeftmg günstig erwiese, dem Reichsamte deS Innern übergeben, das nach dieser Richtung hin beit weiteren Ausbau der Verfassung bearbeitet.
»Die Bahn ist frei!" Mit diesem Rufe wird überall in den interessierten Gebieten die Annahme deS Versaffüngsparagrsphen 18 begrüßt. Auch für Hessen ist die Bahn frei für die politische »Flurbereinigung^, den Zusammenschluß beider Hessen mit Nassau und Wetzlar zu einem Gesamtlande im Rahmen des Reiches, a<S eine Reichsprovinz mit Selbfwerwalrung. Sache deS hessische« Volkes ist es nun, sein Ge- S selbst in die Hand zu nehmen, selbst zu en, WaS sein« Angelegenheiten sind, und zu zeigen, daß eS würdig ist, alS freier Stamm neben freien Bruderstämmen im neuen Deutschland zu stehen. Denn gerade, weil wir die Sache ansehen frei von jedem ungefunden Par- tikulariSmus, weil wir uns einig wissen mit der ReichSrsgierung, die nun auch kraft der ReichS- verfassung den preußischen PartikulariSmuS, der trotz deS Falle? der Monarchie noch lebt, zwingen kann und Mingen wird, darum dürfen wir heute vertrauend auch auf die Zukunft eine» freien Hessen im einigen Deutschland blicke«! ! Bruno Jacob.
Set Stiehensbertras.
Xie Ratifizierung mn 30. August.
(Privat-Telegramm.)
Genf, 6. August.
„Echo de Paris" meldet: Die Ratifikation de» Friedensvertrages wird am 30. August in der Kammer vorgenommen werde«.
Sar neue Ungarn.
Keine Bedenken gegen die Regierung.
<Eigene Drahtmeldung.)
Zürich, 6. August.
Wie au» Pari» berichtet wird, teilt der Oberste Rat der Alliierte« nicht die Bedenken, die von mancher Seite gegen die neue Regie- rmttt in Ungar» erhoben werde« und die die neue Rmstrunq al» eine maskierte Fortsetzung der bolschewistischen Herrschaft bezeichnet. ES wurde daher auf Antrag des amerikanischen Lebensmittelkontrolleur» die Blockade über Ungarn aufgehoben. Der Fünferrat behält sich jedoch vor. bie Blockade neuerdings zu verhängen, falls die innere und äußere Laa« Anlatz zu Bedenken neben sollte.
All-ungarische Truppen.
Prag, 6. August. (Eigener Drahtberstht.) Aus Budapest meldet Narodni Listy: Der Einzug der ersten Truppen der Szeqediner Regierung in Budapest erfolgte unter den Klängen der alten Königshymne und unter Voran- tragung der königlichen Fahnen und Standarten. Der Hauptteil der Szegedincr Truppen soll am Sonntag in einziehen.
Generalstreik und Gegenmassnahmen.
Wien. 6. August. (Privat - Telegramm.) Aus Budapest meldet das Tageblatt: Die Gewerkschaften fordern durch Flugblätter zrbn Generalstreik mrf. Der rumänische Militärkommandant hat daraufhin alle Gewerkschaftsführer feftnehmen las. fen und droht ihre Erschießung an. falls der Generalstreik proklamiert wird.
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Bauern-Ausruhr.
SC Zen. fi. August. (Prwat-Telegramm.) «ach Lachrichten an» ttneent «m» die Bau -
ern tn vollcm Aufruhr. Die Bauernschaft verlangt mit ihrer Bewegung, alle alS Kommunisten verbäckst!gen Personen zu verhaften und sobald sich hermrSstelft. daß sie nn der gestürzten kommunistischen Regierung aktiv beteiligt waren, sie zu hängen. Auf diese Weise wurden bisher gegen hundert Personen gerichtet.
3» besetzten Gebiet.
Eine Zeit der Trauer.
(Privat-Telegramm.)
L«d!vigShafeu, 6. August.
Die Mehrzahl der Stadtverwaltungen in der Rheinpfalz beschlossen, im Hinblick ans bat Ernst und Vie Schwere der Zeit in diesem Jahre Vic Abhaltung von Kirchweihen und Erntefesten zu verbieten.
Verurteilungen.
Landau, 6. August. (Eigene Drahtmeldung.) Das Kriegsgericht der achten Armee in Landau hat den praktitzhen A r z 1 Dr. Eduard Schmitt wegen eines »wer Jahre zurückliegenden Falle? von Mißhandlung eines französischen Kriegsgefangenen zu einem- Jahre Gefängnis verurteilt. Schmitt butte einen aufsässigen Franzosen mit der Reitpeitsche geschlagen, nachdem der Betreffende ihm die Ehrenbezeugung verweigert und die Pfeife aus dem Mund geschlagen hatte. — Aus Köln wird gemeldet: Das Zuchtpolizcigerirht in Mons hat den deutschen Leutnant Mertz, der im Januar in Köln verhaftet wurde, wegen schlechter Behandlung her Bevölkerung
während der deutschen BefetzungSzeit zu zwet Jahren zwei Monaten Gefängnis verurtcU.
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Zwangsweise WohnutttzsSeschaffung.
Höchst a. M., 6. August. (Privattelegramm.) Aus Anordnung der französischen Militärverwaltung muß die Stadt Höchst in kürzester Frist, trotz der drückendsten Wohnungsnot, für die Be- satzunaStrrtppen W Wohnungen und 60 Zimmer zur Verfügung stellen, dir bis 12. August an- gemeldet sein müssen, andernfalls eine Enteignung der Wohnungen eintrrtt.
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Neue Korrtrollverfammlrrngen.
Ludwigshafen, 6. August. (Privatstst- aramm.) Der Oberbefehlshaber der Besatzung«- truppen in der Rheinpfalz macht bekannt, daß in Zukunft keine Koutrolkversammiungen mehr in der von den Franzosen besetzten Zone stattfinden, dagegen werden die Listen der de- mobilisierten Militärperso^en weiter geführt.
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Fortwährend TrnppenablSfungerr.
Karlsruhe, 6. August. (Eigener Drahtbericht.) In den letzten Tagen haben wieder Truppen- ablösunaen im Elsaß und in der Rhein- Pfalz stattgefunden. ' Die dem badischen Ufer gegenüberliegenden Ortschaften deS Elsaß erhielten italienische Besatzungen. Die älteren französischen Mannschaften wurden restlos weggezogen. mich der Heimat befördert und durch französische Kolon Waltrup Pen ersetzt.
Erzfnnde.
Saarbrücken, 6. August. (Privattelegramm.) Eine französisch-belgische Gesellschaft hat an verschiedenen Stellen der lothringifch- saarpfälzifrl»en Grenze 50 Bohrungen anf Eisenerz vornehmen lassen, Nebern ll wurde Erz gefunden, wa» zur Folge haben wirb, daß der bekannte Truppenübungsplatz ht Bitsch in ein Industriegebiet umgewandelt wird.
Handel mit Frankreich.
Wiederaufnahme der B^iehungen. (Eigener Drahkbericht.)
Paris. 6. August.
In einem heute veröffentlichten Bericht legt der Finanzminister bar. daß bie Aufhebung bet Blockierung Deutschlands insolge der Rattfizke- rung des Frieden svertrages durch Frankreich pie Wiederanfnahme der Be> ziehnnqen mit Deutschland Mr Folg« haben wird. Die Abwicklung kommerzieller Operationen. Vie sich daraus ergibt, wich aus dem Wechselmarkt die Nachfrage nach deutschen Devisen erhöhen. Zur Er- lcichterim" dieser Abwicklung und zur Regulie- rng deS Marktes ist eS unbedingt notwendig, daß die Qnodatton der Mark an der Pm-ifer Börse wieder ameenommen wird. Dieser Auf- nahme must jeSeck» bie Aufhebung des Erl- Jes Wt 19. Oktvbe 1918 vorauSa hen, wodurch die Einführung uon penfichem Geld in Frankreich »erboten war. Der harte veröffentlichte tkrlaß kündigt diese Ankbebnna ira
IieRntomobiNsdllftrl»
Vorsicht bei amerikanischat Wagen.
Zu dem ungeheuren Aufwand in Kriegsmaschinen aller Art, mit dem die Amerikaner an der Westfront eingrifseu und den Krieg zugunsten der Entente entschieden, gehörte auch ein gewaltiger AutomobrSpark, der nun ausgedient hat und den die Amerikaner anderweitig loSschlcmen wollen. Gegen einen Rücktranspori in die Heimat würde sich bie während des Krieges zu einer ungeahnte« Leistungsfähigkeit erweitert« amerikanische Automobilindustrie wehren, um einen Preisdruck auf den Automobil- markt zu verhindern. Und aus demselben Grunde haben auch England und Frankreich die Uebernahme dos amerikanischen Ueberfluffes au Autos abgelehnt. Wie nun unsere wirffchaft- lichen Unterhändler erfahren haben, ist beabsichtigt, die amerikanischen Wage« (eS sollen angeblich weit über hunderttausend sein) über daS besetzte Gebiet «ach Deutschland zu schassen. Wie groß die Gefahr für die deutsche Automobilindustrie wäre, wenn es gelänge, auch nur einen ansehnliche« Teil dieser Menge über die deutsche Grenz« zu schmuggeln — bei dem immer noch bestehenden Einfuhrverbot könnten die Wagen nur aus dem allerdings seit dem Waffenstillstand sehr beliebt gewordenen Schleichwegen ihr Ziel erreichen —, ergibt sich schon daraus, daß der gesamte Bestand an Kraftwagen in Deutschland vor dem Kriege nur achtzigtaiusend Stück betrug. Di« notwendige Folge wären empfindliche BetriebSeinschränklM- gen oder gar Stillegungen zum Schaden von vielen Tausenden von Arbeitern, sowie auch eine Schädigung des Automobillhmtdels, soweit er sich nicht zu Schiebrrgefchäflen bergtot. Ihe» infolge des Einfuhrverbotes, da» von der Regierung auf keinen Fall zugunsten von Autos durchlöchert werden wird, da im Jntcress« unserer Valuta vorläufig nur die Einfuhr der le- benSnoKveNdigsten Waren freigegeben werden kann, kommen für die Unterbringung der amerikanischen Autor bei «ns mir Schieber in Frage, eine Zunft, die es neuerdings besonders un besetzten Gebiet zu großer Blüte gebracht hat, die auch schon sehr lebhaft mit dem amerikanischen AutomobilgeschSft liebäugeln soll und nun, wie verlautet, mit dem Plan umgeht, dem Recht der Entettte, Automobile Mr den eigenen Bedarf in das besetzte und unbesetzte Gebiet einzuführen, eine möglichst weite Auslegung z» geben.
Aus verschiedenen Gründen kann ttnfere Re. gierung diesen Plänen gegenüber nicht tatenlos bleiben. In erster Sittie steht die Rück» sicht aus die Arbeiterschaft unserer eigenen Automvbilinduftrif. Nicht minder dringend fordert der Schutz unserer ohnedies neuerdings wieder schweren Erschütterungen ausgesetzten Währung die Verhinderung einer UÜberschwemmung de» deutschen Automobilmarktes mit ausländischer Ware. Dann aber ist auch zu bedenken, daß es gegenwärtig fdwni für den allernotwendigsten eigenen Automobil- verkehr große Schwierrgkeiten macht, das nötige Benzol und die Gummibereifung zu beschaffen, Schwierigkeiten, die sich mit einer starken Ver- größerung unseres Automobilbestandes nur noch steigern mtb vor allem den Schleichhandel in AutomobilbetriebSmaterialien nur zu. noch höheren Preisforderungen ermuttgen würden.
Um diese Nachteile ahzuwenden. sind feiten» bei Regierung besondere Maßnahmen ht Aussicht genommen. Es werden enfiprechendc Weisungen an die Behörden ergehen, welche die Zulassung der Kraftwagen zum öffentlichen Verkehr zu genehmigen haben. Diese Behörden werden den Nachweis verlangen, daß ausländische Wagen nur auf Grund einer besonderen Einfuhrerlaubni» erworben^ worden sind. Andernfalls wird nicht nur die Zulassung zmn Verkehr nicht genehmigt, sondern die Wichen, die unter Verletzung des bestehenden Einfuhrverbots ein geführt worden sind, werden auch seitens der Zollbehörden ohne EntfchÄdrgMch konfisziert, wozu noch besondere Strafen kommen. Wer bewußt oder unbewußt einen Kraftw agen unrechtmäßig erwirbt, macht schrnttstrafbar. Darum ist hei dem Ankauf auAändifcher Kraft- Wagen besondere Vorsicht geboten, die sich auch daraus zu richten hat, daß an den Wogen äußer, liche Aendernugen vorgenommen sein tonnen, die über ihre ausländische Herkunft forttäu- schen sollen. Durch die scharst Kontrolle bet Verkehrspolizei und Zollbehörden soll den Schieberkon-zörnen. die sich bereit» für den Schmuggel amerikanischer Autos nach Deutschland zvsammenaetan haben, ein Strich durch di» Rechnung gemacht werden. S=c
Frieden mit Rußland.
Rußland ist zum Frieden bereit.
(Eigene Drahtmeldunq.)
Paris, 6. August.
9ht einem Interview, bad radio-telegraphisch fltf&t* »— --ftrote Beni* do« «Ljcht.