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9. Jahrgang.
Mittwoch, 6. Angnst 1919.
Nummer 295
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Verkürzung der Vesetzungsdauer vereinbart?
Schäden am Botte.
Die neuen GeNbenauSstände.
Von einer voffswirtjchafSichen Gerte tvrrt) mtB geschrieben: Die ganze deutsche Volkswirt- schafft fiegt bedenklich darnieder. In dm letzten Monaten hat stch unseres VoLKS ein« Streitlust bemächtigt, die zu einer verheerenden Seuche zu werden droht. Unsere Arbeiterschaft scheint gar nicht zu erkenne«, um wo» «6 eigentlich beute geht, man merkt nicht, »nie sehr man von leichtsinnigen Hetzern irregeführt wird. Haben denn die AroeitSeinstelluuge« heute überhaupt noch einen Sinn? Man kann eS verstehen, daß in sricheren Zeiten Streiks notwendig waren, um einen Gegendruck ans di« gewissenlose Ausbeutung «rSguLben. Mer wo trifft das heute denn noch zu? Die Macht des Kapitalismus, «gen die man anaeb- lich vorgeht, O Längst überall gebrochen, das Recht des Arbeiter» genießt den volle« Schutz des Staates und feiner Gesetze. Aber dieser Wilde WrrkschaftÄampff wird auch nicht mehr um Rechte der Massen geführt; seit langem schon ist er zu politischen Kämpfe« ausgeartet. Po- litische Agitatoren wollen mit Hilfe der Arbeiter ihre Macht erproben und ans die Regierung einen Druck ausüben, um ihre politischen Ziele rn erreichen. Die StreA» tot den letzten Wochen find nichts anderes gewesen, als Machtproben einer Meinen, aber gewalttätigen Minderheit, die nach neuen Umstürzen, nach einer Weber- «rflebung der Revolution strebt.
Wer nur einigermaßen di« StreWewegun- ader letzten Monate beobachtet hat, muß st erkannt borden, daß fie immer nur das eine Ziel verfolgt hohn, nämlich die deutsche RolkSwirtlrbakt völlig nt reriiblaaen und tu vernichten. WaS so§te bei den BerkehrSstreiks anders beavsichrigt fein? Man denke nur an den Berliner SträtzenbcchnerstreS, der daS ganze GeschchtSleben der Reichshauptstadt Mmgelegt Hat. Ist je ein gewissenloserer Streik prokla- micrt worden, als dieser? Gegen wen richtet sich denn die StreÄwaffe? Wir wollen nicht untersuch«!, ob dieser Streik notwendig war, denn der Kapitalismus ist diese» Mal wirklich in weitgehendstem Maße entgegengekommen. Aber waS hatte die Arbeiterschaft damit zu tun, allein sie Hat doch ht diesem Stresi ge- ? Die Rstchichtslostrckeit der Straßenbahner hat den Arbeitern einen ganz enormen Schaden und recht viel Unannehmlichkeiten zugefügt, und man kann efl verstehen, daß man tn den unteren Volksschichten jetzt aus» tiefste erbittert ist. Wenn der Streik so Möglich gescheitert ist, so ist da» der Erbitterung der Bevölkerung zu verdanken, die Neber weiter Unannehmlichkeiten tragen wollte, als die Partei der Streikenden zu ergreifen und mit ihnen gemeinsam die Erfüllung der Streikforderun- gen $u erzwingen. Den Berlinern scheinen jetzt Otßbmch tue AuHtn fit feilt, man
hat nun doch erkamch wer hinter dieser Sireik- hetze steht. Auch dre Straßenbahner haben sicherlich gelernt, denn fie haben nichts gewonnen. aber gewaltige materielle Opfer bringen müssen, die ein Paktieren mit den Kommunion, die die StreWarole auSgegsben haben, sicher nicht lohnt.
Das Ziel' den Streikenden ist die vollständige Zertrümmerung unserer Volkswirtschaft. Der Wahlspruch der russischen Bolschewisten: AlleS muß in Trümmer sinken, damit eine neue Welt erstehen kann, ist auch von ihnen zur Richtschnur gemacht worden. Aber es ist ihnen bis jetzt trotz aller Streiks nicht gelungen. Man strebt daher nach einer neuen Gewaltvrobe. Ein allgemeiner Landarherterstreik soll jetzt Von neuem bi Szene gesetzt werden. In allen landwirt- schastlicheu Gegenden Deutschlands werden die Landarbeiter $an Einskellen der Arbeit aufgefordert. In einigen Bezirken hat man bereits der StreAparole Folge geleistet, mtd eS ist noch sehr zweifelhaft, oh die Bewegung nicht auch wieder aus die laudwirtschafftlichen Gebiete in Westfalen, SchleSwig-HEein und Pommern um sich greift. Wenn da» VerantwortlichkeitS- gesühl bei unseren Landarbeitern nicht wieder erwacht, dann stehen wir bald twr einer Katastrophe, Wie fie selbst die schärfste Blockade nicht hätte Hervorrufen können. Mr haben die größten Opfer gebracht, den fihmachvoWen Frieden auf uns gelaßen, damit die Blockade wieder aufgehoben wurde, und tmn finden sich in unserem eigenen Lande Leute, um unsere eigene Ernte zu vernichten, nur. damit die Hungers gefahr nicht aus unserem Lande weiche.
Solche Streiks sind Seuchen. Sie schütteln den deutschen Polks-körper in furchtbaren Fiebern und brechen wie Pestgeschwüre an». Kaum ist ein Geschwür nur Halbwegs vernarbt, so bricht schon an einer anderen Stelle ein noch viel bösartigeres anS. Wenn das so weitergeht, wird der in seinem Kern gesund gebliebene Staatskörper doch noch schließlich ganz zerrüttet. Kein Wischer könnte eS dann vor dem lltttergmtgc retten, und wenn eS selbst das größte Wunder wäre, nämlich wenn England und Amerika unsere Freunde würden, die uns
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dieses Wunder würde nicht mehr HÄM. denn eine Zerstörung von innen heran» kann selbst Hilfe von außen her nicht schadlos machen, -es.
8m besetzten Gebiet.
Wttv VefemmgsvVrek vermrzLz (Eigene Drahtmekdung.) Berlin. 5. August.
fstr die TofWffW- SnWtntw wasieWroA«. Die RaKsitzierung des Vertrages durch das italienische Parlament werde von den VerbÄw beten gewünscht und die Opposition wäre ohne, hin unnütz, weil bestimmt ruft der Annahme der drei Parlamente der verbündeten Staaten zu rechnen fei. Kn den nächsten Tagen werden weitere Sitzungen des Ausschüsse» stattfinden. Die offiziellen SoztaMen gedenken in einem Bericht der KommWoEtküderh«« die Statt» ftaienhtfl abznllhnen. j.
Der „TempS" veröffentlicht den Text einer am 16. Juni mit WSfon, Clemenceau und Lloyd George getroffenen Abmachung, in melkbar erklärt wird, daß die alliierte« und assoziierten Mächte die BefatzmraSpeÄde «i<f>t bis zur vollständigen Erfüllung der Wieder. ---1- z.—fcrtJfc fWn,.. FMAMtyMtMllLUiei TCftytltöt Puuetu K15€ltn Deutschland innerhalb der Frist von Jahren den Verpflichtungen uachgekommen sei, die ihm der Vertrag auferlegt, würden die Br- satzunaStruppen sofort zurückgezogen werden. Die «Merten und assoziierte« Mächte seien je- dach bereit, der BesatzungSperiode «och fr«, her ei« Ende $a machen, wenn Deutschland nt einem früheren Termin den Beweis seines guten Wille«» und die erforderlichen Garantie« gegeben habe.
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Der amerikanische Bereich.
Koblenz, 5. August. (Privatftlegramm.) Zwischen Vertretern deS Marschalls Fach, des amerikanischen GenevalS Allen und anderen alliierten Offizieren fand hier eine Konferenz statt, auf der der Umfang deS Gebietes besprochen wurde, dar die amerikanischen Trup- Pen künftig besetzt hallen sollen. Der amerikanisch besetzte Teil wird stch ans die Stadt Koblenz und eine bestimmte Grenze der Umgebung erstrecken. ES werden nicht über sechswusend Amerikaner am Rhein Weiften. General Pershing ist in Koblenz cingetroffen, ebenso eine japanisch- Militärmission unter Führung einer Generals, di« durch das amerikanisch besetzte Gebiet reiste.
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Deutsche Reichs- und Staatsbeamte.
Saarbrücken, 5- August. (Eigener Drahtbericht.) Rach den zwischen deutschen und französischen Delegiertes hier gepflogenen Verhandlungen bleiben die Beamten des fünfzehn Jahre unter französische Verwaltung kommen-» den Saargebiete» auch fernerhin deutsche Reichs- bezw. Staatsbeamte unb werde« fiir den Dienst im Saargebiet seitens der preußisthsn respektive bahrisch-psalMchen Regierung beurlaubt. Die Beamten bleiien in ihren billigen Rang- und BeförderungSverhAtnis- fen. MlSwerfungen durch die Franzosen dürfen nicht vorgenommen werden.
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Mißhandlungen I
Mannheim, 5. August. (Prtvattele- gretntm.) Der Generalanzeiger erfährt aus Ludwigshafen, vast auf dem französische« Polizeibureau daselbst gant fürchterliche Zustände herrschen. Rach russischem Muster wird den ht UntrrsuchuugS. hast geratenen deutschen Personen das Geständnis durch schwere Mißhandlungen herausgepreßt. Die nächsten Rackchorn der Poli- zeihauptwache sind oft Ohren- und Augenzeugen dieser schaurigen Vorgänge. Schon bei ganz geringen Vergehe«, wie bei Mitführen nicht ein- wmldfreier BrückenauSweise, werden die Der-
Krieg io Ungarn.
Die Rumäne«, haben Budapest besetzt.
(Prwat-Telearamm.)
Wie«. 5. August.
Gestern nachmittag sechs Uhr wird aus Bu- dapest gemeldet: General PaderewSku, der Oberbefehlshaber der rnmänische« Ar. mee, ist an der Spitze von dreitzigtausend Mann in der Hauptstadt Ungarns einge- goge« und hat die Stadt al» besetzt erklärt. Als er von dem in der Nacht mit der Entente getroffenen ueverernrmmnen yorie, itroitnu) zw dopest nicht besetzt werden soll, erllärte er, daß et es nicht respektieren und doch in die Hauptstadt einziehen werde. Di« rumänischen Trup- pen bezogen sofort die verschiedenen Kaserne«. Der Einzug der rmnänischen Truppen dauerte ungefähr eineinhalb Stunden und vollzog sich in vollkommenrr Ordnung. Bon sechs Uhr nachmittags im hatten die rumänischen Truppe» die wichtigsten Gebäude der Stadt und das Telegrapheuamt besetzt. Die Bevölkerung der Hauptstadt benahm sich, trotz dm Verzweiflung und ungeheuren Bestürzung, sowie der begreiflichen Empörung über den rumänischen Wortbruch, völlg ruhig.
Belagerungszustand über Budapest.
Wien, 5. August. (Eigene Drahtmekdung.) Wie auS Budapest gemeldet wird, hat der rumänische MrlitärbefehlShäber Montag mittag über die Hauptstadt Budapest den Belagerungszustand verhängt. Die Ablieferung der Waffen auS dem Besitz der revolutionären Arbeiterschaft wurde mit einer nur zwSWÜn- diaen Frist anbefohlen.
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Volkswirt gegen die Rateregierung.
P r a g, 5. August. (Eigene Drahtmekdung.) Rarodny Litzy meldet aus Budapest: Die Em- pöruug der Bevölkerung gegen die gestürzte Räteregietung äußert sich i« zahlreichen Angriffen auf MitMeder der ehemaligen kommunistischen Regierung. Der Arbei. ictttrt ©Regel, ein Freund Cefa KhuuS. wurde auf der Straße von Zivilpersonen, darrunter zahlreichen Arbeitern, angehalte« und nach kurzem Wortwechsel über die Margarethen- brücke in die Donau geworfen. Ei« Begleiter, gleichfalls ei« kommunistischer Arftefter- rat, wurde von der Menge halbtot geprügüt.
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Greuel der Roten Armee.
Genf, S. August. (Privattelegramm.) Eine HavaSdepesche rnekdet: Au der Theitzfronf haben die Rumänen die Seichen von sechzig Gutsbesitzern vorgefunden, die von der ungarischen RotenArmee ermordet worden sind. Die Lerchen sind nach HalaS gebracht worden, wo sie von einer Kommission der Entente bestchttgt werden sollen.
haftete« ttt unmenschlicher Weise mit Stöcke« unb Reitpeitschen bearbeitet. Manche der Verhafteten, die nicht gleich ein Geständnis ablegen, werden mitunter ans den Boden geworfen und bann mit Gtockschlägen traktiert. Eine besonders gefürchtete Person dabei ist ein jetzt in französischen Diensten stehender ebemali. ger deutscher Fliegerosstzier namens Lasche!. DaS Blatt fragt, welche Maßnahmen ergriffe« werden, damit diefe unerhörten Zustände, von bereu die ftanzSsischen Behörden kaum jtannt- «is habe« dürsten, ei« Ende bereitet wird.
Set gtiehensberttag.
Rattstzieruna ta Frankreich bevorstehend.
(Prrvat-Telegramm.)
Genf. 5. August.
Der Ausschuß deS französischen Senat« hat sich für die Ratifizierung deS Der- träges mit Deutschland ausgesprochen und einen Beschluß gefaßt, der den Ministrrprässdenten aufforbert, die Ratifikation schleunigst herber- zufSbrcn. um die Demobilisierung in Frarckrrtch zu ermögliche«.
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Auch Italien will ratifizieren.
Mailand, 5. August. (Eigene Drahtmeldung.) Ministerpräsident Ritt: hat sich in einer Besprechung mit dem zur Prüfung des Frieden«ver- traae» eingesetzte« parlamentarischen Ausschuß
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Als Faustpfand.
Wien, 5. August. (Prtvattelegramm.) Bei dem rmnänischen Einzug in Budapest handelt eS sich darum, ein Faustpfand gegenüber der Pariser Konferenz zu besitzen, um verschiedene Ansprüche durchsetzen #u können. Angeblich haben sich auch die tschechisch«« Truppen von der Demarkationslinie «S in Bewegung gesetzt, um an der Besetzung von Budapest durch »t# Ententemächte teiltzimebmen. Es verlautet, daß die Rumänen fünfhundert Geisel« sesigenommen habe«.
Meuterei in Solen.
Polnische Truppen revoltieren.
(Eigene Drahtmeldung.)
Bromberg, 5. August.
Der wahre Grund des Rücktritts deS Höchst» lomurandierenden der grotzpolniffchen Truppen in Posen, MuSnicki, ist in blutigen Revolten der Posener polnischen Truppe n zu suchen, die in Pofen, sowie dem Truppenübungsplatz Wartelager und wsiweife auch an der Front ausaebrochen sind. Ganze Kom- pagnien und Bataillone habe» den Gehorsam verweigert, Offl^ te mißhandelt «nd in» War« tetaaer sogar einige OWtre, die mit blanker Waste vorzngebeu versuchten, erschösse« «her schwer verwundet »ntz «ißhanhL. -»
LiulsrheiuischeZustSnde
Wie sich die Fremdherrschast breitmacht.
Do« »er KnMrbeittifnea Sette des bce'TcSen Da. MImM, w» Me fremden „Sieger- jetzt ihr« Herr» schäft «der nnfere Bolt« gen offen ans üben, kommt nachstehender sehr deieschnender Stehsenfzer^
der ihr
die im besetzten Gebiet ganz besonders durch
.hohe Kommission^ ist .souverän"; Bestimmun-
Unterzeichnung deS Friedensvertrages di«
an die Kitte.
SttlS^ schalten und walten ii allein von unseren Gegnern gesetzten Grenzen. Vielleicht fallen die Paßschranken — vielleicht;! vielleicht erhebt sich dafür die Zoll-Linie. Möglicherweise wird die Preffezenffur beseitigt; viel wahrscheinlicher «Her ist, daß sie nur gemildert wird. Wie sich aber „Milderungertt' der Zensur unter deut HÄrden derer, die sie auSüben, in ihr Gegenteil Verkehren, wenn die Zeit dafür
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genug absieht, laufen vereinzelt und hordenweis in den Straßen der Städte umher. Das ftan- »östsche Element fängt an, zu überwiegen. Die; Röcke sind kurz genug; sie reichen ungern bis an die State. Ein Schurz nach Nftikanerinnen- Mod« würde ungefähr dieselben Dienste tun. !
Offiziere und Beamte bringen ihre Frauen «nd Kinder nach dem bes
Am Rheiu, Ende Juli. ;
Rach der Unterzeichnung de» Versailler Frie- beusvertr entwickelt sich der Uebergang vom zum Frieden. Zum offiziellen Aber wird dieser FrstdenSzustand für uns auf dem fintae Rheimrker etwas gnderer werden, afö ein fortgesetzter Wasfeu- stilkstand? Wir schweben i« völliger Unkenntnis. MrS wird — nach dem Friedensver- trag — ohne unser« entscheidende Mitbesttm- mung geregelt werden. Und waS nachher die „hohe Kommißsivn für die Rhemaebiete' tuf oder unterläßt, daS liegt im Schoße der Zukunft. Sie wird wie ein .Souverän allen
Truppenmenge ganz bedeutend eingeschränkt worden ist. Dafür aber hat eine werbliche Neberschwemmung in noch höherem Maß« al» schon in den Waflenstillsrandsmonaten
Ferienausenchalt. Sie richten sich dauernd für, die Zett der Besatzung ein. Ein ungeheures Apparat der Verwaltung scheint sich in» besetzte- Gebiet berei-nzuwAqen. Waren schon während des WaffenstMftaUdes ave nur irgend geeig» neten Räume für Bureaus beschlagnahmt worden, so ergießt sich die Flut der Eftrdringlmae jetzt mehr noch alS bisher in die Privatw oh-, nungen. In einzelnen Häusern quartieren sich sieben 64$ neun Familien ein und drängen die Eigentümer in ein Schlaff- «nd Eßzimmer oder m di« Mansarden zusammen. Wer wohl-
äen, nach denen ft» sich richten soll, sind dehnbar. Wrr haben daS in der Zett des Waffen» sttllstaudes nur allzu sehr erproben dürfen.
Wir schen dem. waS kommt, ohne ieglicke, Aussicht auf eine Verbesserung der bisherigen Zustände entgegen. Möglich, daß die Zahl der Gewalttaten, die während des Waffen»! flillstandeS jeden Abend in nur zu gwßerl Menge begangen werden, etwa» abnttmnt. Sie- ist schon jetzt nicht mehr so hoch, wie noch vor entern Monat. Aber nur darum, weil nach der
die fremde Besatzung —, einerlei ob in Aachen, in Köln, in Bonn, in Saarbrücken, in W>eS»! baden. Und di« Zeit reicht aus — fünf, zehn, fünfzehn, wer weif,, ob nicht noch mehr Jahre.! Wie wird sich das politische Versammlungs-- leben gestalten? Soll es weiter so geben wiei bisher, baß bie Bekundung vaterlunvt» scher Gesinnung, und sei es nur in der Schule, unter ftanzösischem Einfluß alsbald mit der Ausweisung bestraft wird? Die
nur ausreicht, daS hat die deutsche Presse insgesamt während deS Krieges erfahren — und
fartb'1 aus. ES kann ketttem zugenrutet werden, fin^zehn Jahre ttt seinem Eigentum nur geduldet $« werden und für alle Ansprüche »er Fremden parat zu stehen. Damit aber verschiebt! sich für di« von der Auswandernng betroffenen Städte auch die Steuerguelle. Me ganze Wucht der steuekkicheu Lasten fallt nun auf den an den Ort gebundenen Mittelstand. Dieser und dir städteschen Finanzwirtschaften sieben vor enter' Katastrophe, wenn das Reich nicht eingreift.! Manche Städte suchen sich zu helfen, indem fie1 schleunigst den Wohnungsbau, der währeUd be$ Krieges vertmcblässigt werden mutzte, in Angriff nehmen. Millionen werden bewilligt, ohne- daß eine Bürgschaft besteht, sie wiederzuerhab- ten. Und eS ist «och di« Frage, ob ine Neubauten rechtzeitig genug fertig werden, fwuiej ob fie, wenn fie fertig find, den Fremden fte« ha^n; oh diese nicht doch die komtartabel ein--, gerichteten Privatwohmmgen vorziehen. Zumal, wenn hübsche Gärten oder «roße Parks dabei fmd.
' Mr leben, auch tat zukünstigeu Frieden, auf der linken Rheinsette in entern Ausnahme- Mfiand zwischen Krieg und Friede«. Gefallen har an diesem Verhältnis (mau sagt schon 6ef*