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Mckr Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Li« Rafiein »lO ai Nachrichten «rschetnen wochemtlich lediBmal und jroat a benb 4. »et abeitnementivteiS betragt eumaU 1.86 Mart bei ftetet Safieltapg laS H<mL. BefeeUongen werben teberie# reit bet chetch»ftrti»8« «tat ben Beten cntgegengenemmen. Srjaferet. Xi erlag mtb Stetwtoen. LchlaebGofftraH« M»0. Aür Htieetiang« etngef<a»te Beiträge tarn Me Siedsktton eine Serantie orten g oder SeicdSr t* lebt em SiiBe übernehm«. Stück,Sdlimgb«« Bejngtge^e« ederAnsprü-b- weeen etoatgernKtt erbernneeetötteer £ie*enmg au6gefd)loflen.

Hessische Abendzeitung

3e#ertl<mS»r«tf«; Di« >ieoengef»altete gelle fite «Mtz-tmttch« »elchaste W Wg, ftbr ne*, roirttae Lnzeizen 35 «y, MettaineieUe für einheimische ®e(i6dfte 76 Df, für auSwarttge »eschafie 1 Mi , «inred)« Beilagen werden mit 6 Mart pro Tausend berechnet, alle« mit 50*1, Teuerung «.Zuschlag. Bei Heber mittiung ernt An^tgeu auf taleph. Weg« rote» für durch Her- sehler hervorgeruf eue JrrlLmer keinerlei Haftung übernommen. Für die Ausnahme v onLngelg« an beStmatten Sagen oder HlLgen rote» keine Seroühr geleistet. tSeschästtftelle: KSlnisch« Str, 5.

200» p*

Fernsprecher 951 mW 252.

Donnerstag, 31. Juli 1919.

Fernsprecher 951 und SSL

9. Zahrg«m.

Stürmische Austritte im Parlament.

Sie Lage in Sagar».

DöMzer ZtchsmnetKrAch der Industrie.

Mr haben mehrfach an dieser Stelle ans Grund Don mMenttsHen- Berichten anS Stoss» kmi> sMtsllen können, wie geradezu trostlos die Lage der Industrie im SowjeteRusslattd ist. Es liegt nun auch ein Bericht aus dem feto« tetiMchsn Ungarn vor, den die Deutsche Ta. geSzeituna (3$r. 845) veröftentticht mid der ei« anscharckicheS BiD von den ntfnÄft» W'.rdmaen be# bolfchewiMchen Reetotents aus daS wsitt- fchsfttiche ttttb industrielle Lsben hes Landes gcht SS Seifet da unter artberwi: Ws das 8a* votolregime ftSrzte und seinen Watz durch einen gehetmarhNer«rert miNKrsschen Putsch aoßwuimen den Bokschewssten kbergeben «Mtzte, war die rmgarische Industrie eben im Begriffe, sich wieder zu erHotert. Der Staats- sSr'ekSr für Handel, Mshrkv, äuhrrte flch einige Lage vor dem Umsturz gerade dem SchreDer dieser Zeilen gegenKber tifeer fein gewaffttgeS SlttbeitSprog«nnm, daS fünf LMkiarden für öff- ferttliche Arbeiten mrSwerfen wollte, und drei- hunderttausend Mann mit Arbetk vergehen sollte. Mm ersten AprK sollten die Ardetten in Atzzriff genommen werden, am 91. Mich üvsr- nccheuon die Bolschewisten die Machi. Und heute, drei Monate später, ist die ungarffche Jndn- prie voWomnwn, zusammengehroche«.

Rach amtlichen bolschetoiMchsn EeMrnnaen tfi dis Produklion geaerrSber der Aer« R-aidftp um «tofjig Prozent zurütkaesangen. Mm tfeew« Dovtek hat sich die kndivibücse ArbeitÄeistMto verringert, seit dem die AKordlöhne ast geschafft wurden. In der MetalZnrv.tzrie. in den Ma- schmensavr«en beträgt der Rückgang sogar steS- zig biS fiinsundsrehxig Vrozerrt. Kn den KMen. berMertzen hat sich die FSrdenmg gegemiber Jbcr Aera Karolyi auf die Häfkste reduziert. Die großen Lederfabriken stehen vollkommen still. Die Betriebskoste« der beKrmrten Ganz- DsnuhtztSwerke belartsen sich Leute, nachdem die Löhne verdreifacht worden sind, ans ackKmndert- sünschZwusend Kronen wöcherttlÄK. totibrend die terfftfcfrhd'e Produktion<fc<ä Unternehmens in derselben Zeit hmtderstSuchigtausend Kronen beträgt- SämMche Unternehmen, cmch die, Wekcke vollkommen still stehen, sind gsMunaen, die mhShten Löhne an alle ihre Nikgeftellten voll anSzuzahren, und zwar aus den etoenen Kapitalien, wodurch diese Unternehmen selbst-^ verstSndiich finanziell zugrunde gehen nriiffen. Doch die bolschewistische Regiermvkk Will eben Has erreichen. Die bestehenden Kapitetten der einzelnen NnternehmMrgen sollen vollkommen aurgebraucht werden, damit ein« Restitrrkion un­möglich werde. Die TertMndnstrie, die Ziegekei- indusirien sind fast voiLvmmen la6mfielest, trotzdem diese Unternehmungen bereits so­zialisiert Md. Auch die MttalSndnsirie ist sozialisiert. Nach einer amtkichen Zusammen- stellung sind in diesem Industriezweig, der vor dem BoHchetoiSm«s eine hach« MiMon Arbei­ter hatte, heute vterziatanseNd Leute beschSfitot. In den gesamten sozialisierten Betrieben aller Industrien, die am End« der Aera Saroftji an- cherthoKi Millionen Arbeiter beschäftigt haben, sind beste rund hunderttausend Arbeiter (Diän- iter, Kranen und Kinder znstnmnen) beschäftigt. Diese wenigen Zichlen dürsten genügen, wnt die Utehattbarteit deS bolschewssttsche« Wirtschasts- shstemS jedsm ©adstoerr^ntnecr. Rar m machen. Es versteht sich von selbst, vast der Mukgang der Produktton einen unglaubliche» Mangel an Jndnstrieerzeugniffen gezeitigt hat, welcher Dann Meder den LebenSvrtttMnvngel gut Folge hatte. Denn der Bauer will für feine Erzsnouisse Maren und Jtedustriearttkel Haden, nicht Geld. Doch Industrieartikel werden nicht erzeugt, web ein Import ist nicht möebich, einer» feitS, teetf die Grenz« ahgcsperrr ist, andere». sertS, Weik sich keine ausk^distben Unternehmer oder GeschüskAeute fiirben, um der bolschewisti­schen Rsgteruna Waren gegen ihre wertlosen weihen Swrhwten zu liefern.

<AS ist akso nicht tibertriestsn. wenn man bestaechwt, daß die un«nMhe Industrie volSom- nee« ztescrmnnngrbrochen ist. Die Unternehmnn- geu Haden jede finanziekie GrundSage verloren. Sie laben ihe Kaviml imSgezahlt und sie Haden nichts singeuorumen. Ihre BmSrwt«: Kch ge­sperrt, und die Bemken feS*f versstgen tu ar Lber werOoses 2oto4eNwÄ. Wem, etomaf die bosfche- wististste Remerimg gestürzt werdmr wA die nugarksche Industrie an den SSiederansöau schreiten wird, wird ei sich heraussteSeu. datz alles Veld ans dem Lande gewandert ist, $n Propaganda zwecken exportiert wwche. und die JMistriennternehmunaen werden nur mH ausländische»* Kapital zu ebnem neuen Leben erweckt werden könne«. Ern jeder, der t« Uneant die Angen offen bat, sieht diese Lage Rar vor sich. Auch die Bolschewisten sehen sie. Doch sind sie damn vollkommen zufrieden, beim sie haben damit ihren Zweck erreicht. Sie arbeiten aus die DÄtrevo'ution hin, und es ist ihnen vollkommen gleich, wenn inzwischen WMardenwerte mi Lande zugrunde gegangen W Wem ArLeilSgelegenhesteu zu Hunderten

und Tausenden vernichtet wurden, wenn der wirtschaftliche Erfolg schwer dunhaichettet« Jahrzehnte völlrg zusammengebrochen ist. _

Sie Frie-eW-SttMre«e. Aeutzermtge» ksthlnrnnns rmd Dr. MichaeW. lPrivat-Telegramm.)

Berlin, so. Juli.

Herr von Kühlmann, der stschere SLsatSsickretstr dsS AnSwärtigen AmteS, ist ttttt der Absaffuna von Auf,eich«uuaerr Wer feilte Tati-chett als DbÄumt und AuAandS» Minister Leschststwt. Die Auszeichunrrgen sollen SUde dieses IahreS tet Dsuck erscheine«. Die Darstellwisen SrzbergerS und der anderen Minister Mer Vie Borgänge im Jahre 1617 be» ßsichnet Herr von KiWmmm <M mindestens »naenan. Ein bestimmtes englifches Ärisdensangebot habe niamaks der NeichIregrerMbg vorgelegen. Der frühere Siefchsrgnrler Dr. Michaelis wird »ö den Berhandlungen über die BorgLnge im Jahre 1917 in der Presse keine Stellung mehr neh­men, sondenr sich auf eurige tatsächliche Be­richtigungen der Behauhtmrgen deS Mink» sterprWd'cnten in WÄmar beschränken. Dr. Mch-wkiS bezeichnet die AEhnmgen deS M- nkfte7prM>emten Wer den Brieftoechsel mit dem HmchtquMtier in der belgischen Krage rlls un­genau und ans dem AnsammenHang toiII- kürlich herauSgerissen. Er Save keine Deranlossung, einer Dernehmung durch de» angeWndiachen StemtSgerichtSbof mit irgend welcher Sorge entgegen M sehen.

Llohd George wird spreche».

Rotterdam, 30. Juli. sPrivat»Tele­gramm.) Die LondrmerTimes" meldet, daß Lloyd George Anfang kommender Woche über die Friedensbemühungen im Sommer 1917 im Rnterharrse sprechen will.Daily Niatl" zufolge war der Geheimbericht des Grafen Eger, »in Liber di« hofsmurg-Slose Lage der Mittel- mSchte Ende Juni 1917 dem englischen Ministerrate bekannt. Daraufhin noch mit DeutMimd z« verhandeln, wäre Heller Wahnsinn aufseiten der Alliierten gewesen.

England schon 1917 entschlossen.

Rotterdam, Sy. Juli. (Mgene Draht- meldnng.) Das engrksch« BlattManchester GimrdiMl" schreibt, daß die englische liberale vntersianSpartoi schon Ende Juni 1917 die bindende Erklärung Lloyd Georges hatte, daß die FriedenSbedingungeu Englands so um­schrieben würden, wie ste setzt durch Waffen- Mstanv und FriedenSvertrag Ht oie Tat umgesetzt worden sind. Der Premiermini­ster habe damals schon bindend erklärt, daß England einen anderen Friede» als den jet- ^gert niemals annehmen würde.

Sie BerWsnm-Bemtmig.

Der Streit um die Einheitsschule.

(Privat-Telesramm-l

Weimar, 30. Juki.

Bei den Verharrdlunaen Ober den Sckml- komproMiß stellten die Demokraten einen Antrng, der an dem Brrtpsip der Simnktan- schnle, tote sie in Baden, Hessen-NaffM und Sestp-reusien durchgeführt sei, nicht flerütteft wissen will. Die Z entrnmSPartei zeigt toerrta Rergung, sich dem Wunsche anzrrschlietzen.

Wahl deS Reichspräsidenten.

Weimar, 30. Juki. tBrivatttlegroim-m.) Die ToKialrste« haben m dritter Lesung der Berfasfnngs-Borlage einen AbändernngSantrag einoelnacht, wonach der Reichspräsident nicht von der gesamten Bevölkerung, sondern vom Reichstag gewählt werden soll.

SrleWenmsm töt Beamte.

Reformen Sei der Eisenbahn.

cPrivctt»Telearaimn.l

Berv», 30. Juli.

D« vreussische Minister der öfstntlichen Ar- Sertem Oes«. veröffenLcht ehren Erlass, der die Dem»kratisi^»«»g der Eisenbah«- verwaltnngon vorbereitet und den Aus­stieg mittlerer rmd «nieve« B»eamte» m H-Here Stellen ermöMben und erleichtern so«. Zunächst so« dte bMer fätr AnfleL-ng ats Miri^ied einer Eisenbahndirektio» uotweninge höhere St-atÄPrüftmg in geeigneten Fällen erlasien werden. MttKere Beamte, btt sich als Vorsteher von Demtern und Deben- ämtent gut beooährt haben, sollen zur Deiet- »itng höherer Stellen her ungezogen werden. Wetter wird in Aussicht genommen, bei einigen Dtrektioaen Stelle« für Ht!sSde»»r»r»-

Dke amerikanische Ablehnung möglich

ihn in Krafft zu setzen.

die um

Stelle crMrt, werden die diplomatischen Bezichvngen zu Sowset-Rnßland in allernächster Zeit wieder anfaenom- m e n toerbät. Es finden zurzeit in Weimar Be- rattmgeu darüber statt, in welcher Weise die nö­tigen Garantien für die Ausnahme des dipkd- matifchcn Berkehr» sestgelegt werde» sollen. Die maßaebendcn Steven der deutsckM Regie­rung, insbesondere das Ministerium des Aus­wärtigen und auch der Reichswelfrminister ha­be« sich für sofortige Aufnahme der diplomati­schen Deziekfunaen erklärt. ES ist auch bereits von deutscher Seite eine bestimmte Perlönlich- kett zur diplomatischen Vcrtrettn-g in Diüskau in Aussicht genommen worden. In enger Ver­bindung hiermit gehen auch Bechandlnnyen über die gleichzejtta erfolgende WiederausnalMe deS Wirtschaftsverkehrs.

Reue gäben zu Bnßlanb.

Wederanfnahme der Bezichwrge«. tTelegraphffche Meldung.)

Berlin, 30. IM.

Sie MtiWemng.

Französische Sozialisten für den Gewaltfrieden.

(Privat-Telegramm.)

Rotterdam, 30. JE.

sie werden aber eine schriftliche Erklärung dar­über abgeben, dass sie ht gewissen Punkten Vorbehalte machen.

Amsterdam, 30. Juli. (Telegraphische Mel­dung.) .HandelEad" berichtet, man beschäf­tige sich in PariS mit der Frage, welche F o l - »die Ablehn ung des Friedensvertrages den amerikanischen Senat haben werde. MSskicherwesie «Erde das sranzö» fische Parlament, wenn Wmerila den Frieden nid# rarMtere, «eue Bürgschaften für Vie Sicherheit Frankreichs verlangen. Es ist je­doch anztMehmeu, dass die Steffi«tuts dem wi­dersprechen werde, doch hängt das von den Vor- bshalten AmeriSas db. Der Trenn««® der BostKMwmrasn Wer den Völkerbund vom Frieden'svertrage werde Frankreich wohl ziis.rnmren. Es bestehe die Möglichlett, dass Japan oder Italien sehr bald den Vertrag ratiffifiere Dann sei er gesichert, da

Unterschrift dreier Grossmächte genüge,

Frankreich im September?

Zürich, 30. Juli. '(Telegraphischer Bericht.) Die ^Züricher VoÄSzeitung" erfährt ans Paris, das französische Parlament werde die Ratifiziernng des Friedens erst im September vornehmen. Das Datum der Ratifizierung habe auch für die Beschlussfassung der Schweiz über den Eintritt in den V ö I- kerbund grosse Bedeutung.

mid' stossen Dertoü nschMigen und Schmähungen gegen den Bunt« auä. Frau Zieh trimmt ihre Akten und schleudert sie zornig in den ^tzungssaal, während sie sich in tttfbe* Gesten nach der Rtchttm-g deS Mari-

öistllllg des Mliertes-Aats.

Postverkehr. Verteilung der Deute.

(Privat-Telearaurm-i

Lugano, 30. Juli.

Der Oberste AMertenrat beschloss die Wie- deraustmhme desPostverkebrSmit Deu^ch- land, zumal Amerila und England die Verbin­dung bereits wieder bergestellt haben. Ferner besprach der Oberste Rat das Schicksal der noch vorl-andenen deutschen und österreichischen ArieqSschiffe. Frankreich »erlangt Bertei- S\, Amerika imd Italien wollen sie oersenkt en. Ttttoni eewtrkte in Baris, dass Frank­reich den Italienern im August imndertfünssrtzt- tonsend Tonnen Saaatochle lietert und erwartet auch sonstige Hilfe durch Frankreich.

FAsiMSüchtzig NrNskSrn.

D« erste Rate unserer Zahlunz.

(Privat-Telegramm.)

Rotterdam, 30. JuL.

Reuters TÄegrmchen-B'.rreau meldet aus Paris, daß die Alliierten die erste Anfor- d e r v n g an Deutschland für das Jahr 1919 1920 aus fünfnudachtst« 2KlHi»ti>« Mark tewesetzt hätten.

\ Weimarer Tagung.

Schluß der poNtischen Aussprache.

^Eigener Drechtbericht.)

Weimar. 30. IM.

Die politische Debatte ist heute nachmittag «Wcklich beendet worden. Die Wogen der E» Tagung, die seit Freitag tot Hause herrschten, gehen auch heute wieder sehr hoch. Anlass hiev zu bietet der Unabhängige Henke. Obwohl er die Enthüllungen Erzbergers begrüßt, schei­nen sie ihm doch durchaus unvollkommen. Sie sind zar spät gekommen und wenn auch nach sei­ner Meinung die Mitschuld am Kriege und an der KrtessverlÄrgerun« an die Konservativen und ihre Erben, die Dentschnationaten füllt, so muß doch auch Erzbeoger der Porwurs gemacht weiden, daß er zn lange die Wahrheit zurück- gehalten hat. Der Mnister ist tot Hause nicht anwesend, da während der Debatte eine Kabt» n ettSbsratung stattsind et und kann daher dem Redner «such Nickt antworten. Die Unabhängi­gen können es nicht unterlassen auch den Mehr- hoitSsoziallsten Goiselhiede zu versetzen. Henk« hat sehr viel an ihnen auszusetzen. Ganz be­sonders muss Noske herhalten, der gteichfalls abwesend ist. Unter lautem Beifall feiner Frak» ttonskollegen prophezeit Henke ein baldiges Ende des Minister. Noske sei unheilbar krank emd werde bald politisch tot sein. Den Unab­hängigen folgt der letzte Oppositionsrebtter, der von Hessen--Missait in die Nationalversarmn-- lung geschickte Abgeordnete Dr. Riefer von der deMchen Volkspartei. Zn seinem lebhaf­ten Bedauern stellt er fest, dass die Reichsregie» rung. besonders der WnanzminDer, mit dem er abrcchnon will, nickt erschienen ist. Mi; der VatelllandSvarteff hat der Redner in keiner engeren Beziehung gestanden und weist daher iene Behauptung der übrigen Fraktionen, die ihn und seine Partei mit der Vaterlands Partei zufcnmnenbrimgen zurück. Die Etosetzung des StaatsgerichtshofeS bemängelt er, weil Liesen nur MM Objekt politischer Leidenschaften wer­den müsse. Die DnsfühMngen Embergers schei­nen ihm to diesem Augenblick höchst Mmnge- brackt, denn gerade jetzt nehme der Kampf nm die Partei besonders heftige Formen an. Erz- berger ist inzwischen erschienen und verfolgt mttotettfam die Debatte. Der. Preutz. Kriegs­minister Reinhardt sucht den früheren General» gouverneur von Beseler, ben der Unabhängige Henke heftig angegriffen hatte, in Schutz M> nehmen.

Wenn bis seht die Debate ermMnnaßen ruhig verlief, so nimmt sie gleich einen stürmi-- scken Charakter an, als Erzberger daS Wort surr Erwiderung aus die Anklagen Rie­fers bekommt. Die Deutschnationalen versuchen den Minister durch heftigen Lärm und an- dauernde Zurufe am Sprechen zu verhindern, besonders der Abgeordnete Traulh. Er ist uner­müdlich tätig, den Redner zu ffanaen und feine BehasnptlMgen zu entträften. Der Vortrag ortet schNessttch M einer p-rsönKchen Ansspracke zwischen Erzberger und Tran- <mS, sodass der Präsident FeHrenbach einschreiten mach. Rene Enthüllungen erfährt dos Haus heute nicht. Das Thema ist anscheinend erschöpft. Nach einet perfönlichen Bemerk'mg verschiedener Abgeord­neter ioird die politische Aussprache geschlos­sen und über einen Antrag der Deutchnattona- len. der Regiernna das Mihtranen cmsru- sprechcn, abgefttmmt. Es eraibt sich, dass mrr 54 Abgeordnete für diesen Antrag eintreten. Für das Vertrauensvotum stimmt die übiiflt Mebrhett des Hauses. Auch der sozial­demokratische Antrag, die Ministerreden zu ver­öffentlichen, wird mit fnbelndem Beifall ans» genommen. Das Hans tritt dann tn die Mit» tagsvanfe eia.

Der Anfang der Rachuttttagsfitzung, der rite 5 IJ&r anaesetzt war, gestaltet sich äusserst erregt. Anlass hierzu bietet der miabhänWge Ab<teord­nete Brass, der dem Hanfe 'ine Müteilunq. macht, dass in den Gefängnissen zu Esten #w; Vellden die HSjitAnae mit dem Hungerstreik be­gonnen baden, um ibne Entlassimg M bewirken. Brass fordert die fosorttae FrMaffuna der Ge­fangenen und droht mit einem Streck tot In» duftr-tebezirk. wenn der kommandteren-de Gene« val des 7 Armeekorps, der die Denhattmrgen vornehmen ließ, nickt nnver-ÜHlich von fernem Bosten entfernt wird. Retchswehrmtoister Noske, bekanntlich ein überaus tempergmentvoL. ter Redner, sucht unter Ansttommng der Mehr­heit das Hamfes das Vorsehen des GeneriW und der Reichswehr w rechtfertigen den Unabhängigen die Schuld an den Norsan^ gen tot Industriegebiet jat, die jene DerhastAN«

ten $n schaffen, die ebenfalls durch mittlere Be­amte ersetzt werden solten, um diesen Gelegen­heit zu «reien, ihre Eignuna als Amtsvorftand zu erweisen. Auch Mr die unteren Beamten ist die Möglichkeit eines rascheren Ausstieges to die mittlere Lmrsibahn erweitert worden.