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Kaffeler Avenozerrung
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Hessische Abendzeitung
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9. Iahrga«^.
D!e«SLS6, 29. ZE 1919
Nummer 198
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Schänd 1917 eine FriedensmöMkell?
ZElands PoM.
H. AenßereS. (
Unfere auswärtige Politik ist noch mehr ms fcie innere vom guten Willen der Feinde abhängig. Sind sie bereit, wieder Stecht und Gerechtigkeit walten zu lassen und nach den Regeln einer gesunden Vernunft wieder mit uns zu Verkehren, dann ist fair uns die Möglichkeit gegeben. auch nach außen wieder als ein Volt mit eigenem Willen in die Erscheinung zu treten. Aber nach den bisherigen bitteren Erfahrungen ist leider zu befürchten, daß m Frankreich ein achäMger Fanatismus und in England ein egoistischer Geschäftsgeist uns noch recht oft Knüppel zwischen die Beine werfen wird. Der gegenwärtige Reichsminister des Aeußern. Herr Muller, hat trotzdem viel Vertrauen zu den bisherigen Feinden und hofft, daß sie ssth bald wieder menschlich zeigen. Auf deutscher Seite solle vor Ziten Dingen die Streitaxt begraben werden. Kein Rachegedanke und keine Kriegsneigung dürfe unsere künftigen Richtlinien durckkreryen. Unsere Revanche solle sich nur tut Wiederaufbau der zerstörten Gebiete in Belgien und Nordfrankreich in werktätiger Liebe äußern, und er richtete zugleich eine Ermahnung an die deutschen Tech- nSer, Architekten und Arbeiter, dabei mtt- zuhelfen.
Ms o-berster Grundsatz unserer Bestrebungen wirr, aufgestellt: gänzliche Abrüstung, natürlich nicht mtr bei uns, sondern auch bei den anderen Nationen, denn wir wollen mit allen Völkern in Frieden leben. Obwohl der Versailler Vertrag ein Dokument ist. das aller Gerechtigkeit und Menschlichkeit ins Gesicht schlägt, das uns nur drückende Pflichten auserlegt und keine Rechte zugesteht, glaubt der Minister, und mit ihm die Regierung, doch an das Zustandekommen eines Völkerbundes mit Einschluß Deutschlands, Stußlands und unserer früheren Verbündeten, denn ein Bund ohne diese Länder fei kein Völkerbund. Das ist wohl richtig, aber den Alliierten, die jetzt schon ein srangöstsch-englisch-amerikanisches Bündnis geschloffen haben, kommt es zi-nächst mir daraus an, für sich selbst eine starke Mächtegruppe zu bauen. Ob wir damit einverstanden sind, ist ihnen ganz gleichgültig, denn wir können uns gegen Ilebergrisfe ja doch nicht wehren. Der Wunsch nach Abrüstung ist vorläufig be- dauerkicherweise mtr einseitig. Während unsere einstige HeereSmacht nebst Marine zer- schmettert am Boden Regt, also für die Rach- barmöchte keine Spur von Gefahr oder Drohung vorhanden ist. verstärken Frankreich sowohl wie England ihre bewaffnete Macht mehr als je zuvor. In den besetzten deutschen Gebieten üben sie eine Gewaltherrschaft aus und unterdrücken alles, was noch einen Funken von deutschem Vaterlands geftihl erkennen läßt. Ein« solche Politik sieht nickst nach Friedfertigkeit und Völkerverföhnung ans. Ein Appell an das Weltgowiffen wird leider nicht viel nützen, denn auch bisher hat dieses imaginäre Organ sich als taub erwiesen. ES sei dem:, daß eine für uns glückliche SchicksalSsüaung die Ereigniffe in eine andere Richtung lenkt.
Wenn durch den von nettem aufgenommenen internationalen Verkehr unsere BoWaenos- scn wieder mit der ZivMevölkerunq der West- mLckft in Berührung kommen, und eS gelingt, sie von der Friedensliebe der Deutschen zu überzeugen, dann werden langsam auch die Weoe für ein friedliches Zusammenarbeiten geebnet werden. Es ist zu hoffen, daß wir dann wieder günstigere Handelsabkommen und Sondervertrüge abschKeßen bitrfen, eine Ausgabe, nie für die neuen Herren vom auKvoSrttgen Dienst ein Prüfstein werden wird. Eine besondere Fürsorge WM die Regierung dem Wiederaufbau unserer Handelsflotte qngedeihen taffen, ferner um den Schutz und das Wohlergehen derjenigen nuferer Volksgenossen sich bemühen, die durch die Verhältnisse zur Auswanderung gezwungen werden. Beides sind kehr wichtioe Faftoren, denn den nach ftemden Ländern fahrenden Schiffen und der großen Zahl der Ausländsdeutschen liegt es ob. draußen für das Dentsihtum zu wirken und den dunh die feindliche Presse verbreiteten Derleumdunaen entgegenzutreten. Sorgen wir mm hier dafür, daß wir in den Abwanderndrn das Daterlgnds- gefststl wach erhalten, damft sie den inneren '.Zusammenhang mit der alten Heimat nicht verlieren un-h draußen ein treu-deutsches Wesen und die alten guten deutschen Eigenschaften sich bewahren
Dazu ist ein wesentliches Erfordernis, daß unsere ReriktMsi die Regierungen der feindlichen Länder pexanlaßt, mogkWt bald mtch den Pressekampf einzustellen. Ge- radc die nanem-sick t*»n England gelandbabte Mechode der ftstema".schon Verhetzungen durch die Tekeoraph-'gaaentiften und Leitungen bat in der ganzen tz-'elt das frühere hohe Ansehen DentschlanHz unter e-al Es wird auch in
Zukunft idbem Deutschen ;m Anstande das Le
bert verbittert werden, wenn diese Propaganda in ihrer geüleinen Form nicht aufhört. Die berüchtigte englische Northcliff-Preffe hat sich die Bekämpfung de» Dsuffchtums mit ollen Mitteln zum Ziel gesetzt, nicht nur in den britischen, sondern in allen, auch in neutralen Ländern, und sogar — es ist ein Jammer, daß es überhaupt möglich ist — durch hinterhältiges Vorgehen in Deutschland selbst. Lord Northclisf ist nach wie vor Minister dieses britischen Propaganda- Amtes, und es arbeitet ungehindert weiter, obwohl wir angeblich schott im Frieden leben.
Soll der Gedanke des Völkerfriedens nicht nur bfuttger Hohn sein und der deutsche Michel nicht zuin Gespött der anderen Nationen mit dem Palmzweig in der Welt umher laufen, während Jene bis an die Zähne bewaffnet sind und uns au-Aachen, so mnß daraus hingearbettet werden, daß auch von der anderen Seite ein wirkliches FriedenszetchSn gegeben wird. Einmal muß es ja wohl wieder bester werden. Die Erde bleibt nicht stehen, die Zeiten ändern sich und wir unS mit ihnen. ES ist eine Narrheit, wenn ein paar Männer in grenzenloser Selbsi- überbebrmg sich anmaßen, die Geschicke der Welt für Jahrzehnte hinaus nach Paragraphen regeln zit wollen. Dort wie hier werden neue Zideeu kommen und auch neue Männer, die sich nicht durch Versprechungen acbun-den haben. Bon unserer Seite muß natürlich der unterschriebene Vertrag als b:Nde»d angesehen werden und die Regierung muh die Pflichten er- fitfben, soweit dieses möglich ist. Aber ein Schelm gibt mehr als er hat. Mas über unsere LeislunMähigkeit hinansgeht, muß den Gegnern abgehandelt werden; — anders als durch Feilschen und Handeln ist es leider nicht möglich. Wir werden für lange Zeit die Bittenden und jene die übermütigen Herren fein, bis der Sturmwind eines neuen Zeitabschnittes die faulen Früchte des künstlich gezüchteten Versailler Gewächses abschüttelt. Möge inzwischen die Hoffnung unserer Regierung, daß durch Revision des Vertrages von Fall zu Fall Verbesserungen für uns erzielt werden, rocht bald, und ohne allzu große Demütigung, zur Wahrheit werden. D*r.
Sie MhMMMA.
Helfferich. — Michaeli». — Ludendorff.
(Eigene Drahtmeldung.'»
Berlin, 28. Juli.
In der Krouhzeitung erhebt Staatssekretär Dr. Helfferich tue Fordrueug nach BerLffcnt- lichung der Note ver britisaien Regierung an ihren Vertreter im Vatikan, die das englisch- Friedensangebot enchalten haben soll. Dr. Helfferich dm Forderung nach TerSffent- nichts anderes al» eine Fühlungnahme des onalischeu Auswärtigen Amtes zu der Friedensnote war. hie der Papst am 1. August an alle kricg-S führenden Mächte richtete. Weiter teilt er mit, daß der Reichktanzler und Staatssekretär des Aerrßektt den Brief deS Nuntius , in dem die deutsche Regierung um eine Klarlegung ihrer Stellung zur belgischen Frage ersucht wurde, jitr Veranlassung genommen hat, im Kronrat vom 11. September eine Ent- ftl>eid«ug de» Kaisers herbeizuführen, die der Regierung für die bedingungslose Wftderher- steüwrg der belgischen territorialen Integrität und der belgischen Souveränttät, sonne für die Ekckeitung uiid Durchführung von Friedens - Verhandlungen vollkommen freie Hand gab. Zwecks Prüfung der Ehrlichkeit des brtttfchen Der stSudigungSw illeNS wurde eine Vertrauens- perfon benutzt, die dahin informiert wurde, daß deutscherseits Voraussetzung für Friedens Verhandlungen sei: Die Erhaltung unseres vorkriegerischen Besitzstandes, einschkivtz» lick der Kolonien, die Abstandnahme von Krtegsentsckädi gungen und der Verzicht eines Wirtschaftskrieges nach dem Krieg, als» das Programm der Juliresolutivn. Me Vkachprü fttng der brftftchen FrtedcnSbereftschaft hatte aber ein negnttdeS Ergebnis. — Dar damalige Reichskanzler Dr. Michaelis erklärt in der „Bosstschen Zeitung", daß er nach Empfang deS Briefes vorn Nmftivs Pacrellt alsbald eine Kronratfitzung herbeigeführt habe, deren Erueb- n-S der Kaiser selbst wie folgt zusammengefaßt l«bet f,Die Annexion Belgien« s« bedenklich. Belgien könne wiederhergestellt wer- den. Die flandrisüte Küste fei zwar sehr wichtig und Feehrüggr dürft nicht in englische Hand sollen. Aber die belgische Küste allein fei i^cht zu halte«. Es müßte enger Wirtschaft• sicher Anschluß Belgiens an Deutschland herl'oigeftlhrt werden. Daran habe Belgien selbst ein großes Interesse." — Die Oberste Heeresleitung ftfcd&t ?,« dieser FrnKr: ..D«S Schüsiben deS RunkiuS Pareslli und das Antwortschreiben deS Reichskanzlers Dr. Mickg- elis. di- heute i2fi. Juki) ht der Waryenpreffe verösftntiicht wurden, sind dem General Luden dorff erst beute früh äcfcnnt ge, ^vdor., Er hat von d-eseu Lchroiben früher nie et
wasgehört. Andeutungsweise und geheimnisvoll wurde Ende August oder Anfang Sep- temürr 1917 der Obersten Heeresleitung mitgeteilt, daß England eins Fühlungnahme erstrebe."
Auch dem Vizekanzler nichts bekannt.
Stuttgart, 28. Juli. (Privattelegramm.) Aut dem württembergischcn Vertretertag der de- mvtratisckse» Partei teilte Abgeordneter Haußmann mit, daß nicht nur der Siebenor-Auschuß des Reichstages, fondern auch Payer in feiner Eigenschaft alS Vizekanzler von dem über den Vatikan der deuffchcn Regierung zitgegan- gcnen Friedensangebot der Entrttte nichts erfahre» haben.
Sie AmstMZs-BeÄegllSS.
Telegraphenarbeiter, Postboten und AnShelfer.
(Privat-Tclegrammf
Berlin, 28. Juli.
Ruf Ersuchen der Telegraphenarbeiler Groß-Berlins fanden gestern aus der Oberpostdirektton neue Verhandlunken statt. In einer Versammlung der Postboten und Aus- Helfer teilte die Streiklsitttng mit. daß sie auf der WiederemstelKtng aller entlaffenen Arbeiter und Arbeiterinnen bestehe und keinen Zweifel darüber gelassen habe daß der Ausstand auf das ganze Reich übergreifcn werde, wenn bis heute abend die Forderunaen nicht erfüllt ftien Der Oberpostdirettor ciffärtc, sich sofort mit dem Postminister in Verbindung setzen und die Wiedereinstettung der Entlaffenen befürworten zu wollen. Sollte im Bfiv.f? d-s Moittags eine zustimmende Anünrrt erfolgen, so könne der Streik für beendet erllärt werden.
«
Nr«e Lshnsordorungca.
Berlin, 28 Juli. sPrivattelegramm.s In einer gestriae» Sitzung der Berliner Meta l l i n d u st r i e! k e n wd.de bekannt gegeben, das? zur Zeit von einer Anzahl Arhriterorgani- sationen neue Lohnforderungen angemeldet wordert sind, die den Satz der Lohnerhöhungen seit November auf 25t) Prozent hochtreiben würden.
ff» brsetztnr Gebiet.
Fortuahnte der Erntevorräte.
(Eigene Drahttneldung.)
Karlsruhe, 28. Juli.
Die ftanzöstschen Besatzungsbehörden haben für die Rheinpfalz Regttirierungen an Erutevorräten in Aussicht gestellt. Den Bezirken Bergzabern, Landau und Pirmasens wurden Verpffiltitunaen auf Abgabe von ft-nf- zigtattfend Doppelzentnern H e u an dir Besat- «utaStruppeu innerhalb Jahresftist bis zmn 1. Ätkgnft 1920 aufgegeben. Jede A u 8 f u h r von Heu und Futterruittekn »u8 diesen Amtsbezirken wurde untersagt. Ruch e'-n Teil der Kornernte wrtrde im voraus mit Beschlag beftgt. —- Im Saargebiet werden die mflt- tselschen Behörden die Kohlensperre schon in wenigen Tagen in Kraft treten lassen.
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GewaU Maßnahmen der Fetnde.
LtchwioShafen, 28. Juli. (Privattelegramm.) Der kommandierend« General der ftanzösischen marokkanischen Division in der Pfalz gibt begannt. daß die wegen Berstbßen gegen die Brücken-Pafsierordnimq ergangenen Strafen zur Ertnnertmg an das französische Nattonalftst erlaffeu worden sind. Zugleich wird aber darauf auftnorkfam aemacht, daß tim Interesse eines gegenseitigen guten Ei^rnehmens Mischen der BevöSrruug und der Lesatzungsbehörde die eritei* bedenke« Müsse, daß die Besstzungstrirv- pen auf Grund deS FriedenZvertrages auch für Mt Zukunft noch sehr weitgehende Rechte nn. besetzte« Gebiet haben werden. Das sind weitere Strafandrohungen.
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Vorschriften Mr Gefangenen-Zeimkehr
Koblenz, 28. Itar. (Ppivattelegramm.) Der kommandierende General der amerikanffchen Besatzungsartnee richtete au den Oberpräsidenten der Rheinprdvinz ein Schreiben, wonach der Empfang der KriegHgefangenen auf einen schachten fcuttrtären Empfang in der amcri- tanrschm Zone zu befdrränfett sei. Empfänge von Amtswegen, öffentlich« Versammlungen oder polittfche Aufklärung her Gefangenen in der besetzten Zone werden nicht gestattet.
Postverkehr Dsutschland-Ztalien.
Zürich, 28 Juli. (Privat - Telegramm.) Schweizer Blätter melden, daß der direkte Vostvcrkehr zwischen Italien und Deutschland am letzten Freitag im gesamte« Umfange wieder kn-sgmourm-n wurde.
Weimarer Talmas.
per große politische Streit > ' i (Eigener Drahtbericht.)
Weimar, 28. Juft.
Unfep Weimarer pcrrtamentaröscher Mitar» bebtor boiichtet:
Die Enthüllungen dos Reichsministers Erzberger in der Freitagssitzung der Nattonal- Versammlung haben die deutsche Volksseele in ihrer tiefsten Tiefe ausgewühlt. Man merkt daz g!»ch am besten an der fast fiebrigen AtmvSPHSrr' die am Sonnabend über dem Hause tarierte. Die politische Stimmung ist dmuip,' und gewitter- schwer, die sich notwendig in heftigen Ausetn- mtdersetzungen zwischen der Linken gsmeinfam mit den bürgerlichen Parteien gegen di« Rechte eittlgden muß. Längere Zeit vor Eröffnung dar Sitztmg. beraten die Führer der Demokraten und die So'äaldemokraten lebhaft miteinander. Das Haus, das bs-S auf den letzten Platz gefüllt ift. ist aufs Aeuferste gespannt auf bte in Aussicht gestellten Reden. Die beiden Rechtsparteien können nicht stillschweigend über die von Erzbevger gemachten Angriffe hinwoggehcn, aber auch die Sozialdemokraten ttrti) die Demo» traten haben noch keine Stellung dazu genommen.
Die erste Utzberrafchun-g zeigte sich, als Feh- renl>ach gleich nach Beginn der Siftrng einen gemeinsamen Antrag der demokrati-schrn und so- ztakdamokratischen Fraktion zur Verlesung bringt. In diesem Nnttao fordern die beiden Parteien daß sofort die Beratung über den StaatSgerickstshof vorgenmnmen wird, ferner Wird verlangt daß die Erzbergersche Rede auf Shaatskrsten gedntckt und zur Verteilung an das Volk «etangen soll. Der Aba. 8 o e b e, der Führer der Sozialdemosritten. begründet den Antrag danttt, daß er die Wichtigkeit einer völligen Airfkläruna des Volkes betont. Die deutsche DolkSvartet logt 'durch ihren Vertreter, den Aug. Heinze gemeinsam mit dem Aba. Schulz von den Delttsch-Nationalen Verwahrung aegen eine sofortige Beratung über den Staatsserrchtskhof ei«. Infolge dieses Wider- Tprrv'*eS must natürlich der erste Teil des demo- ktxttisck>-soOaldemokratichen AnttageS gegenstandslos zurückgezogen werden, auf den zweiten Teil, die Beröffentlichung der Red« Erzbergers will das Haus jedoch nicht verzichten und wird nach Deendignna der Debatte darüber abstimmen.
Dr. Hugo von der Deutschen Volkspartei, der als erster Redner aufaerusen wird, wird von der Mebrüeft des Hauses gleich mit großem Lärm empfangen. Eine überaus s-eindstche Stimm-mg gegen Re Rechte macht sich bemerkbar. Durch heftige Zurufe sucht man dem Redner das Wort adzuschneiden der Lärm wird so taut, daß die ersten Sätze dos Vortrages völl:g unverständlich blefberr. Erst nach wiederholten Glockenzeichen gelingt es Fehrenbach, die Ruhe wieder herUtstellen. Mit mahnenden Worten sucht er auf da? HanS einzuwirkon. dm Redner tn Rtthe anzuHören Man könne die Erregung des Hauses wohl verstehen, aber es bleibt «tch unbodtugt erforderlich, daß auch die Rechte Gele genheit nStaue sich zu verteidigen. Ans die ein- zelnm Ankkagen Erzborgers geht Hugo nicht ein. bmmht sich aber, die Schuft» der Sozial- drmokmltft zu bel«tchten, die durch eine fünf- zigjährige OppoMonspoffÜk den chemaftam Kvnsirrvativen uts> der alten Rsgieranq daS Mckarat gesteift hätten und dadeirch mit verantwortlich seien an dem, was das Volk jetzt M heklagcn habe. Der jetzigen Regieriwg sagt Hugo den Kampf an. Millers auswärtiges Proa?ramm könne nicht die Billigung seiner Partei finden und niüffo aufs schärfste bekLmvft werden. Für dir Nnabhängiaen sprecht der Abgeordnete Hanfe. Dir Nuabdängioen sind fei«e Freunde ErzbergerS. sie haben ihn bekämpft und taeifcen es in Zukunft mich tun. Vwdäffttq aber erscheint Haase, daß gerade jetzt von Hels- sericss:-nd den Konsetzvatibm die sck>ärfttm Rn- sch»Maun«m gegen den Minister erhaben wer-, dm. Haaie gtaubt den Grund darin V erbt;!* fen, daß Erzberger die .da banmre-Postttk der Konfettvaiiven' vereitelt hat urid deswegen wird sein« Partei den Mrn'ft-r stützen. In mehrstündiger Rede sicht Hanse sodann die Aus- fütamngen ErzoergerS no-H lve'ter zu ergänzen. Die Enthüllrrngm erfchetaen ihm noch viel zu unvollkommen. Die deutsche Rsgiorunr habe nickt nur zweimal die Bernüttluna fckmöde zu- rückssewieeen, sondern Überhavt jede Fr.edenS- poKffk. gleichgülKg Von welcher Seite sie kam, bintertriebm. Haase erinnert daran, wie die alte Ragieruna ihn wegen feiner offenen Sprache erbittert befrimvfi nabe. Ruck bi." Ccm fter Liebknechts tmb Ro'a Lnrenta-raS ruft er als Zeugen für di« F^edenSpokftik der Una---- hstnstigen «kn. Schwere Seitens.-.ck! Hanfe auck deut ReichSwehrminisier Seife versetzen, der sich völlig der Macht vor „akde:u;.ocir