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Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

SuferttonSpreUe: Di- fic'jengefpaltrte Zeile für einheimische SeschLst« 80 Pfg, für en«, roärtiae Anzeigen 35 Pt Rekinmezeile für einheimische S-schöst- 75 Pi, für duäroärttge Geschäfts 1 Dil, ««fach« Beilagen iseroeu mit 5 Marl pro Tausend berechnet, alle« mit 5Ot, reuerun.zL.Zu!chl»a. Bei llebevinittlung von «nzeia-n auf teleph. Weg« rotro für durch H«. fehler h-rvorgerufene Irrtümer k-i»erl-iHaftungübsr7wmm-n. Für die Aufnahme v-nAnzeigen an beitinnnten Tagen oder Pliyen wird keine Gewähr geleistet. Äeschäftlftells: Kölnische Str. 5.

Nummer 192. Fernsprecher 951 und 952. Dienstag, 22. Juli 1919. Fernsprecher 951 und 952.S. Zahrgang.

Tie Sefftier Ktnff!e« Nachrichten erschein« wöchentüch iechkwa! und zwar a ben d k. Ter Lbvnnrment«pr-i5 beträgt monatl. Ichv Marl bet freier Zuflellunz in« Haire. Beftellusgen uxrben jebe»»eit von der «elchäftkslelle ober den Seien entgegengenommen. 2ruderet, Verlag und Siedaltion. SchlaKthofstrasle 28/30, Für unverlangt eingesandie Beiträge latm die Redaktion eine S erantroortung oder Gewähr in keinem Falle übernehmen, illülkzahlung de« Beiugigeibe« oder Ansprüche wegen envaigernichi ordnungSmähiger Lieferung anSgeschlossm.

fiein internationaler ©efamtousftani).

ZntemoÜSKalerTrsteft.

Gegen den Gewaltfrieden.

Sozialisten Europas, jedenfalls die von Deutschland, England. Frankreich und Italien aus neutralen Ländern liegen keine bestimm- ten Siachrichten vor haben den heutigen Mon­tag (21. Juki) als Kundgebungstag sest- aesetzt, an dem gegen den ZwangS-Frie- densvertrag Einspruch erhoben werden soll. Wie weit der Beschlich auf Einheit be­ruhte, ob die deutschen Sozialisten mit denen der feindlichen Länder eine Vereinbarung ge­troffen hatten, geht aus den Meldungen nicht klar hervor; es scheint vielmehr, daß die An­regung von jener Seite ausgegaugeu ist und man sich diesseits der Protestgelegeicheit an- schließt. Wäre es eine einheitliche umfassende Bewegung, bei der auch die gleichgesinnten Amerikaner und die Neutralen nicht fehlen dürf­ten, so könnten wir dar« einen allgemein menschlichen, von wahrhaftem Gerechigkeitsge- füSl geprägten Chavakterzug erblicken. Die un- voWommenr Beteiligung aber, die von der ge- vriesenen Weltfriedensidee noch west entfernt ist, gibt dem Kern dieser Kundgebung ein ein­seitiges Merkmal. Natürlich liegt dem Ein­spruch bei allen Teilnehmern die Erkenntnis Mgrunde, daß der Fünfer-Rat. der als Ver­treter der alliierten und assoziierten Machle­verbindung am grünen Tisch den Vertrag aus- apbeitet«, die brutale Gewalt in> Paragraphen eingekleidet hat. Man fragt sich: Ist es Frivo­lität oder Wahnsinn! jener fünf Männer, und sind ihre Regierungen, die sie unterstützen, mit Kindheit. geschlagen, daß sie den Willen gesetz­mäßig niederlegen. ein VoA, das zur kulturel­len Führung berochttgt ist, vernichten und aus- faueen ;u wollen, wie ekelhafte Spinnen ihre hinierliftig umgarnten Opfer.

In Deutschland wendet sich selbst-oersiimdlich K',5- gaiize Volk mit Entrüstung und unaus- ESschlicher Verbitterung gegen das ihm ange­tane schreiende Unrecht und die Entehrung. Je­der Tag bringt uns ja von neuem die Schmach MM Bewußtsein und läßt uns den Zwang füh­ren. der später, wenn's an die buchstäbliche Ans- führuuz der knechtenden Bedingungen geht, sich noch bis zur Unerträglichkeit strigeru wird. Bis jetzt haben Viele die Fesseln noch nicht perfön- Nch gespürt und leben gar in der Hoffnung, daß die Feinde mit sich handeln lassen werden. Man darf sich nach dieser Richtung keinen großen Er­wartungen hingeben. Ihr Kriegszweck war ja, die deutsche Nation zu zertrümmern, den deutschen industriellen und Handels-Konkur­renten gründlich $tt beseitigen und das deutsche Volk zu Boden zu schmettern, damit es für absehbare Zett am Wiederaufstehen ver­hindert drerde. Das vorrnasige Gespenst des

trags ist darauf angelegt, unsere Existenznwg-' kichkcit zu untergraben und die Ehre abzuschnei- den. Auf Jahrzehnte, auf Generationen hinaus soll das deutsche Volk geknechtet, entrechtet, zum Frondienst für die Entente bestimmt werden. Das Programm dazu ist in Versailles festge­legt worden, und schon sind die Engländer an der Arbeit, diese Politik in die Tat umzusetzen. In neutralen Landern richten sie bereits Pro- paoandaüureaus ein, die die Aufgabe halten, auch künftig alles was deutsch ist, seien es Menschen oder Waren, dort zu bekämpfen, zu verleumden, auszmnerzen.

Daß gegen diesen unerhörten Mißbrauch der Gewalt unablässig Einspruch erhol'«» werden nruß, sollte für jeden Deutschen eine Selbstver­ständlichkeit fein. Es darf dabei aber nicht die Form außeracht gelassen werden. Mit Streiks in Deutschland, wie die Berliner unabhängigen Sozialisten es wollen, ist da nichts zu erreichen. Im Gegenteil, bei uns muß gearbeitet werden, wie es auch die Leitung der sozralisttscheir Mehr­heitspartei beschlossen hat. Laßt die Andern sweiken, die Arbeiter der feindlichen Länder; denn erst dann würde uns von dort ebt Vorteil er­wachsen. gtber sogar Jene sind noch in letzter Stunde zu dem Entschluß gekommen (tote aus Frankreich gemeldet wird). keine Ausstände zu veranstalten, foüdern es bei Prote'ivevft.umtbun- gen bewerben zu lassen. Ihre Kundgebung gilt ja doch in erster Linie ihren eigenen Jitteressen: sie bekämpfen die imperialistische Politik ihrer Regierungen, weil sie sehen» daß sie auch toetter- hin in wirtschaftlicher Abhängigkeit bleiben. Eine Lohnerhöhung, die sosben die französische Negierung den Gewerkschaften zugestcmden hat, genügte, um den Generalstreik zu verhüten und den Welt-Idealismus zum Schmelzen zu tzrtzK gen. klebrig geblieben ist leider nichts Jörne» aW eine S^npathie-Kuu d gsbun g für die un ter- drNcktm Deutschen und Russen. Wenn die En- tente-Regierungen wirksam beeinflußt werden sollen, muß die Bewegung großzügiger einge­leitet werden. v-r.

Set KllMeßMMtim.

Nur die Unabhängigen streiken.

(Eigener Drahtkxt'cht.)

Berlin. 21. Juli.

Rekchswehnninister Noske hat die Abhaltung der Versammlungen der Unabhängchen unter freiem Simmel, die für beute mittag und nachmittag vorgesehen waren, verboten. Die Angestellten der Hochbahn beschlossen gestern rn. aeheimer Abstimmuna. sich dem Streik an- zuschließm. Man will versuchen, den Betrieb der Wasserwerke durch Freiwillige aufrecht zu erhalten. In den Großberliner Großbetrieben wird samt und sorrders gestreikt.

Mgim« DnchSerM.)

Der Vorwärts gegen die Stretterrde«.

Berlin. 21. Juli. (Privat - Telegramm.! Mit größter Schärfe bekämpft der .Vorwärts- den von den Berliner Unabhängigen ,für heute proklamierten Generalstreik. Er schreibt: Wäh­rend die französische Arbeiterschaft beschlossen hat, am Montag die Arbeit nicht ruhen zu lai- sen. obwohl gerade dort durch die haßerfüllte Friedensdiktatur Clemenceaus die Wurzeln der Vergewaltiguna ganzer Völkerschaften lrr- gen. hat in Berlin die Vollversammlung, der unabhängigen und kommunistischen Arbetter- räte beschlossen, für Montag den Streik zu proklamieren. Die Gewissenlosigkeit der Streikenden gerade in der schweren Wirt- schaftsgefahr. die vor uns steht, hat sich auss neue dokumentiert. Deutschland kann nicht zur Ruhe kommen, da? Volk soll noch Wetter und noch mehr hungern. Die Produktton von Wer- ten ist unsere einzige Rettung aus der schweren Not weil wtt nur durch Arbeit die Lebensmit- tel bezahlen können, die wir vom Ausland« be­gehren und mtT durch Arbeit ans unserer völ­ligen Erschöpfung wieder zur Kraft kommen können, Dieser Streik ist tat neues Ver­breichen gegen idas deutsche Volk. Wer noch ein Gewissen tot Leibe und Vorant- wcrtlickkettsaefühl für fick und feine ItaoiilV nnd sei« Volk hat. darf am Montag nicht stret- ken. Die Arbeiterschaft muß sich von den To- tenarivern ihrer Zukunft, den Nnabdängigen «Hb Koummnisten. abwenden. Si« muß ihnen am Montag bi« Gefolgschaft verweigern. Wir sind in schwerster TK wollen wir uns vöMg tot streikenk Rein roeht. nein! Arbiter. Ge­nossen! Am Montag wird nicht gestreikt. D.e MehrheitSlozialisten veranstalten nur Prv- trfwersommlungen abends nach bet Acheitsze »

Sie Sesamenen-Seimkehr.

Heer und die Flotte infolge der Bestttnmung der Sieger aufgelöst sind. Unsere groß,' Han­delsflotte, die tut Grundlage unserer Volks, wirtschaft gehörte und zu Deutschlands ruhm­vollem Aufstieg in den letzten Jabrzebnftn mit« g-holken hatte, wirf» uns fortgenommen. Dazu matzen sich die Bedrücker auch «och die Kon« trolle Über unseren künftigen AußenhanKA und die Terntelegrapbie. über ttrifere Kimm- zen. die Eisenbahnen und Bknrenlchift-chri an. Und nicht zu vergessen sind W Ephen, wonach wir uns als «S awme bieen. bekennen und viele unser« BoWgswstt«

MilttarisnmS und Imperialismus hat sich in ein Idol für die 'Entente verwandelt. Obwohl un­sere Kriegsflotte zerstört ist, vergrößern Eng­land und Amerika die ihrige: obwohl unser Heer abgerüstet und verstreut ist, vermehren England, Frankreich. Amerika ihre Truppen ins Ungemcsseno. Nach Wilsons heuchlerischen Leit­sätzen mseln sie vom Selbstbestimmungsrecht der Volker, zwingen aber deutschen DoW-ftämmen das feindliche Jock auf. Unter der Phrase Freiheit der Meere verstehen sie die lhrannische Beherrschung der See durch England. Wollte man die sonstigen Widersprüche nvch alle auf- zählen, es nähme kein Ende.

Was wir Deltttche uns aber immer wieder inS Gedäcktnis zurückrufen müssen, find die Teile Les Vertrag, durch, die das ganze Volk zur Sklaver'ei verurteilt werden soll. Durch gemeinen Raub entwerten uns die Alliiert ür alle deutschen Kolonien mit einem Fläckcninhalt von über zwei Millionen Qua­dratkilometern und über zwölf Millionen Be­wohnern. Im Deutschen Reiche nehmen fte unS rin Fünftel des Reichsgebiets und ein Achtel der Bevölkerung. an Eisenerzen mehr als Treiviertel der Gesamtgewiumma, an Steinkohlen ein Drittel und außetdenr die au Frankreich zu liefernde jäbrlicke Koblenabgabe, «tt Kali ein Zehntel der Gesamtgswimnmg, an Gttreir« und Kartoffeln ein Viertel der ge» sannen Bodenenzeuguna. Außerdem die unge­heure Meng« Vieh, sowie industrielle und land, wirtschaftliche Masiginen und Arbeiter. Die exigen unruhigen Anstände in Deutschland et» nern uns täalick dwan, daß unser starker

zwäuzigtausend deutsche Kriegsgefangene aus Frankreich ab befördert werden.

Berlin, 21. Juli. (Pnvattelegramm.) Von zuständiaer Seite Wirtz MtgeteKt, daß die Hoff­nung auf eine baldige Rückkehr unserer Kriegs­gefangenen nicht berechtigt ist. Der Grund hierfür ist darin zu suchen, daß von gegnerischer Seite die Arbeit der Kommission, die nach dem Briedensvertrage die Heimbesörderung der riegsgefaugenen regeln soll, verzögert wird.

AuMarid Md Amnhen.

Der LauvarLeiterpreik geht zurück.

(Privat-Telegramm.Z

Berlin, 21. Juli.

Der AuSftauv der Erntearbeiter in Deutsch­land ist auch im Laufe des Sonnabend und Sonntag weiter beträckstlich zurückgegan- g e n. In Pommern stehen nur noch fünfund­zwanzig bis dreißig Prozent im Ausstand.

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Lohnforderungen der Straßenbahner

Essen (Ruchri, 21. Juli. (Eigene Draht * Meldung.) Im rheiuisch- westfälischen Judirstriegebiet droht ein allgemeiner Sttaßeu- bahnerstreik. Die Angestellten von 29 Stratzeu- bahnverwaltttngen des Bezirks haben neue Lohuforderringen gestellt, zu deren Erfüllung sich die Verwaltungen außerstande erklärt haben. Die Arbeiter wollen bei Nichterfüllung ihrer Fvrtzerrmaen beute in den Ausstand treten. In Essen steht bereits seit gestern abend der ge­samte Sttaßenbahnverkehr All.

Schießers» in SsMburg.

H a m b u r g. 21. Juli, telegraphische Pri- vatmeldjrng.'J In der vorletzten Rächt I«m es wiederum an mehreren Stellen der Stadt zu Schießereien. Namentlich wurde auf Schu­len geschossen, in denen Reiürswehrttnppen un- tergÄracht And. Auf dem Rathausplatze wur­den sogar Handgranaten geworfen. Die Um­gebung des Rathauses ist sofort abgesperrt wor­den. Borausfichttich wirb infolge diefer neuen Unruhen der Belagerungszitstand verschärft.

3m besetzten GeM.

Tas Auftreten der Feinde.

(Privat-Telegramm.)

Ludwigshafen, 21. Juli.

Die französisch« Militärbehörde in der Pfalz hat erneut Kontrollversammlungeu für alle sick in der Pfalz anfhaftenden Demo- Misierten angeordnet. Gestern vormtttag fuhr, wie ans Karlsruhe berichtet wird, eine französische Jäver-Ratzfahrer-Kompegme in voller Uniform. Bewaffnung und Aus­rüstung aus dem besetzten Gebiet in der Ge­gend von Oberkirck in das unbesetzte neu­trale Gebiet und wieder zurück. Gegen der- arttqe Spazierfahrten wird von den zuständi­gen Stellen der energischste Protest eingelegt werden. Unter solchen Umständen darf man sich nicht wundern, wenn der Haß. den die Franzosen schüren, zu Vorfällen wrr dem to Berlin führen kann.

Eine Flnßschiffahrts-Gesellschaft.

Ludwigshafen, 21. Juli. (Eigene Draht- meldnna.) In Straßb urg hat eine Gruppe von Judustriellen und Kaufleuten aus Elfalr- Lothriugen mit einem Kapital von einer Mil­lion Franken eine Aktiengesellschaft zur Schiffahrt auf dem Rhein, den Kanäle« und den Nebenflüssen gebildet.

Hunderttausend Man».

Genf. 21. Juli. (Privat-Telegramm.) Marschall Fock stellte fest, welche Truppenteile für di« Befettuna des linken Rbein- Ufers erforderlich sind Tantch fallen insge­samt huntzerttausenp Mann a-ler Waffengat­tungen im besetzten Gebiete bleiben.

Set WstdemMM Belgiens.

Keine deutschen Arbeiter?

(Privat-Telegramm.)

Haag, 21. Sufi-

In Belgien sind, wie nicht anders zu er­warten war, heftige Bestrebungen im Sanoe gegen die Mböckt der Regierung, deutsche Ar­beiter beim Wiederaufbau der zerstörten Ge­biete in Belgien ZU verwenden. Der Hauvt- ioiderstand geht von den Bauarbeitern auS, die beschlossen haben, die deutschen Arbeiter zu den Arbeitsplätzen nicht znzn- lassen. An die Regiennw trittac eine hef­tige BrolesKunogebmt« gerichtet.

Weimsrer rasms.

Erregte Aussprache über die Reichswehr. (Eigener Drahtbericht.)

Weimar. 20. Juli.

Auf der Taacsordnung am Sonnabend stand eine Reihe von Gesetzentwürfen, die teilweise in allen drei Lesungen gleich verabschiedet, teil­weise an den Ausschuß zur winteren Beratung verwiesen tourtzen. Die Mrgerlichen Parteien und auch die Sozialderwikraten sintz einstimmig der Ansicht, daß tzie schnelle Erledigung bei Ge- ec im Interesse des Staates untz des Volkes zt, mir die Unabhängigen suchen wieder Be­denken geltend zu machen und lassen m Gegen­satz zu den anderen Parteiretznern lange Vor­trage halten, um dckk Verabschiedung den Gesetze hinausznzögern. Es wurde zunächst das Gesetz über tzie Zahlung tzer Zölle in Gold in allen drei Lesungen gegen die Stimmen der Unabhängigen angenommen. Der Gesetzentwurf zur Abänderung des Gesetzes über die Regelung der K al iw i rtfchaft vom 24. April 1919 wurde mit einem Kompromißantrag Sachse (Svz.), Herold (Ztr.) ustv. angenommen. Es folgt die erste Beratung des Gesetzentwurfes bett. Erh^mng der Pensionen von ReichSbeamte», die das 65. Lebensjahr vollendet haben, in Derbindun« mit der ersten Beratung eines Gesetzentwurfes, betteffend die Pensionierung von Reichsbeamten infolge der Umgestaltung des Staatswesens. Die beiden Gesetzenttoürse Iverden an den Haushnltungs- ausschuß verwiesen. Danach fplche die erste Be­ratung der Gesetzentwürfe Über die Entschä­digung der infolge der Verminderung der Wehrmacht aus dem Heere, der Marine und den SckMtztrnpven in-ssch-idenden Okfiz'ere und Deckoffiziere, sowie über die Entschäoigrmq der infolge der Verminderung der Wehrmacht ausscheidenden Kapitulanten (KapittSan- tenentschüdigungsgefetz). Preußischer Kriegs- Minister R'einhardt begründete diese Vor­lagen. Von den augenblicklich noch vorhande­nen 20000 Offizieren kann das zukünftige Heer nur viertausend anfnehmen. Ter Minister daMe dem Heere für seine HeDenioten. (Lebhafter Beifall.» Wir stehen nicht am Ende des deut­schen Mutes und des deutschen Reiches.

Es kam dann zu einem lärmenden Z us am- menstoß zwischen Roske und den Unab­hängigen. Abg. Seger-Leipzig hatte un­ter Bezugnahme auf einen Vorgang in Königs­berg behauptet, der Militarismus trete noch immer Recht und Gerechttgkeit mit Füßen. Der Reichstoohrmmifier erwiderte mit erregten Worten, wenn der Fall in Königsberg sich tat- sächlich so abgespielt habe, wie Herr Seger ihn davstelle, so sei er in allerschärfster Weise zu verurteilen. Die vor gekommenen Ansschreitun- gen von Soldaten sind lediglich die Folge der schmählichen Hetze, die natürlich außerhalb des Hauses gegen die Truppen getrieben wurde. Gegen Schuldige sind wir unsererseits in allerstrengster Werse borg«gangen. (Ungeheu­rer Minutenlanger Lärm bei den Unabh. Soz.; Zuruf: Meß nicht gegen die Mörder! Die An­rufe auf der äußersten Linken wiederholen sich: Schwindler. Lump, unverschämter Mensch!) ®e» walt gehe den UnMhängigen auch heute noch immer vor Recht. Dabei sei es die niederträch­tigste Schandwirtschast, die Seger und feine Freunde getrieben hätten. (Ungeheurer Lärm bei den Unabhängigen. Präsident F e h r e n - back rügte diesen Ausdruck des Reichstoehr- ministers.) Noske ging dann auf den Leipziger Prozeß ein und erklärte, daß nur die Immuni­tät zwei Abgeordnete des Hauses davor be­wahrt hätte, wegen niederträchtigster Erpressung angeklagt z-n werden. Der Gesetzentwurf wurde an die "Kommission verwiesen. Darauf ge­langte daS ReichSsiedlungSgefetz in iweiter Beratung mit Beschlüssen der Kommis­sion zur Annahme, ebenso eine Reioltttisn, welcke Maßnahmen zum Schutze der Klein­pächter gegenüber Grundbesitzern verlangt, die. weit sie Land vergeben müssen, die Pacht­verträge aushebe» könnten. Zuletzt wurde in zweiter und dritter Beratung der Entwurf einer Kleingarten- und Klernpachtlandordnnng ange­nommen. Nächste Sitzung Montag.

Sie LMderverfammlMU.

Arbeitslosen frage. Etat beS Innern. (Telegraphischer Bericht.)

Berlin. 21. Jnlä-

Jn der Sonnabend-Sitzung wurde nach Er­ledigung einiger Anftagen eine Denkscbrift über die Behandlung der Arbeitslosen trage bei der Eisenbahnverwaltung bera- ten. Dazu lag ein gemeinsamer Antrag der Sottaldemokraten, des Zmttrums nnd der De- «sfraten vor. ber den von der reglermrq *>-« schritten en Lea, . unter «ufweudmu, großer staatlich« Mittel eine Senkung der Kosten »er Lebenshaltnngder Bevölkenwa he>