Kasseler Neueste Nachrichten
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Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
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Nummer 191
Somrtag, 20. Zutt 1919
Fernsprecher 951 intb 952.
9. Jahrgang.
Fernsprecher 951 und 952.
Hatte Bedingungen für Oesterreich
Main-, 19. Juli.
wen U3il> Serbien betteilt werde« rerfe. Oester^
reichs fl adel werden Italien Merwiepm, und olle wirtschaftüchen Hilfskräfte Oesterreichs müssen
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waren, und die fronen erwecken
Der FrirdenMiub.
Diplomatischer Vertreter in Paris.
ihrer von Grund anS verschiedenen Anschauungen über Kirch« und Schule sich Wer das Kompromiß zu einigen. Der erste Schritt zum reli. giösen und soziale« Frieden unseres Volkes ist erreicht. Das allein muß schon genügen, unser M in seiner Mehrheit zufriedenMstellen. Un- terstaatssekretär Schulz, der im Auftrage der sozialdemokratischen Fraktion die Verhandlungen mit dem Zentrum geführt hat, trat in seiner Eigenschaft als Abgeordneter vor das Haus, um die gefaßten Beschlüsse zu begründen. Die Parteien lauschen ihm mit gespannter Aufmerl. famleit. Besonders feine Ausführungen Wer die großen Schwierigkeiten, di« zu'Überwinden
3*fertton#$T«He; DU lebengefpaltet« 3«tU na emf)etmi1d)e ««f-tzSft» au Mg, w ee*. mittige anseigen 35 Sf, 8UHantej«tU für «It heimisch« Seftäfte 75 *f„ für «uSmärtig« s «schift« 1 Ml , ««fach« B«Nagst ro erben mit 5 Start pro Tausend berechnet, alle« nur sw Teaerungr.Zttschlag. Bei nebermUttimg von «n,eigen auf ieleph. Wege wird für durch Har. fehler hervorgerufene Irrtümer teinerletHaftung übernommen. Für die Aufnahme vonSitzeigert an bestimmten Tagen oder BlLhen nrtrb kein« Gewähr geleistet. »eschäft«Uell« «Stauch« Str. 5,
auch noch Schwerverwundete und Zivilinter- nierte tot die Schfoeiz trausporiiert werden. Die ganze RückbefördevunoSaktion der deutschen Kriegsgefangenen wird von einer Hauptkom- mission in Paris geleitet. Man glaubt mit den Transporten in etwa vier bis fünf Wochen endgültig beginnen zu können.
den Alliierten und Assoziierten vollständig Lur Verfügung gestellt werden.
Die Bürgen abgelehnt.
Versailles. 19. Juki. (Eigene Drahtmekdung.) Wie die Pariser Ausgabe der „Daily Mail" wissen will, bat die „Kmmnisfiou fiir Verantwortlichkeit beschlossen, das Angebot Hindenburgs und Buhmann HollwegS, für den Kaiser einzutreten, abzulehnen.
nrinister deS Innern Da. David gebt in einer längeren Red« ans die Gründe ein. die die bei.
Die Internierten aus der Schweiz.
jkonstanz. 19. Juli. (PrivattelognmMr.) Nach den neuesten BLstiuNNUnaen soll die Mck- lehn aller Jntemrievten aus der Schwei; ain 19. Juli besinnen. ES sollen all- dich Tage Fünfbuttberf Mann herauskommen, bis die Hesm- beförderung völlig durch geführt bst. Von den Schivevverwundeten aus Frankreich worden am 21. und 26. Juki je 400 Mann hier ankomwen.
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 19,. Juki.
Wie auk Paris gemeldet wird, ist man im Hiuttick darauf, daß die Ratifizierung des Friedensvertrages durch die drei Großmächte erfolgen wird, der lleberzeugung, daß diese die Erlaubnis für Ernennung eines deutschen Botschafters in Paris nach sich ziehen werde. Man nimmt an, daß Herr von Lersner zunächst als Geschäftsträger der deutschen RepEik i« Frankreich ernannt wird.
SieTssliekermgsftage.
Voraussichtlich kein Kaiserprozetz.
Im Kumpf um den Kaiser hat sich im den ttzten Tagen eine merkliche Wendung vollzogen. Endlich mehren sich die vernünftigen Ltimmen, die sich dem Auslieserungsverlangen fer Alliierten-Kommrffion widersetzen. Den Kundgebungen der deutschen Offiziere, die ^egeu die Schmachparagraphen des Friedens- »ertrags protestierten, sind jetzt auch die Be-
HerauSgade der Goldborrate.
Rotterdam. 19. Juli (Privafte'egramm.) Die englische Zeitung ,Tnne§" meldet aus Paris: Der neuen Rote an Oesterreich wird noch eine Rote Nachfolgen, in der die Auslieferung bezw. Sicherstellung der Gold Vorräte der Oesterreichisch-Ungarischen Bank verlangt wird.
Heimkehr Ser MmNrveil.
Beginnt in vier bis fünf Wochen.
(Privat-Telegramm.)
Basel. 19. Juli.
Gegenwärtig sind Verhandlungen im Gange itber die Rückbeförder-Ang sinsS Teiles der noch in Frankreich bestndGichen deutschen Kriegsgefangenen. ES wird sich dabei um siebzig deutsch» TranSpomte handeln. Die deutschen Vertreter bei den Verhandlungen, an denen neben den Vertretern der Bundesstaaten auch solche deS Staatsdepartements und des Roten Kreuzes teilnahmen, schätzen die AM der zur Zeit noch in französischen Gefangenenlagern be. fmdKchen deutschen KoiegSgefangenen auf vivo- hmchrrtfünfzigtausend Mann. Zahl und Umfang her voatlSwftg zuri^zftbringenden Kriegs- gesernqsnen sind noch nid» bekannt; die Regss- rungs Vertreter sprechen von 100 bis 200000 Mann, deren Rücktransport m die Heimat etwa 2 Monate in Anspruch nehmen würde.
Eine Drohung.
Genf, 19. Juli. (Telegraphische PoivatmiS- dung). DaS französische Blatt „TempS" meldet: Für bat Fall der Ablehnung der neuen Forveruugen der Entente durch Oesterreich werde Italien daS militärische Mandat gegen Oesterreich übertragen werden.
In der gestrigen Sitzung wurde der Ent, Wurf betreffend Aufhebung der OrtS. schulaufsicht (ß 1) angenommen. Auch § - der die Aufsichtsbehörde ermächtigt, die Geschäfte der bisherigen Ortsschulinsp ektoren aus andere Behörden oder Schulsachleut» zu übertragen. Wird angenommen. Ein Antrag des Zentrums, Schulbeiräte, bestehend aus Etz
isse der beiden Frak, , Interesse. Der Zen. trmnsredner Gröber verteidigt seine Partei gegen die im Lande erhobenen Angriffe. Der Deutsch nationale Dr. Traub verwirft gleichfalls das Kompromiß. Seine Fraktion kämpfe
Systematische Aussaugung.
Basel, 19. Juli. (Eigener Dnchchettcht.) Roch den bekannt gewordenen Gftyelheiten soll eine Untersuchunaskomnrrssion der Entente für Schadenersatz gebildet werden, Oestev- reich hat in den Jahren 1919, 1920 und in den erstem vier Monaten 1921 entweder in Gold oder in Schiffen und Wertpapieren den Betrag Pt zahlen, der von der Uwerülchu-ngsko-mmrffirm seftoesetzt werden wird. Die Kommkssiom hat Mnächst Ue Aufgabe, brr Zachlumgsfährgveit Oesterreichs sesizusicllen und eine Kontrolle aller Steuerzahler vorzumehmrcu. Der Steuersatz darf nicht niedriger sein, als verjenig: tn den höchstbosteuerten Ententeiändern. Ferner wird dos Prinzip des SchaLeneisatzeS Tonne für Tonne festgelegt werden. Oesterreich muß innerhalb zweier Monate seine gesamte Handels, imd Fischerflotte auAsieferw Außerdem verlangt die Enten», eine große Menge von Milchkühen, Ochsen. Müdem, nien und Serbien verteilt werden wird. Oester-
I Weimarer Tagaus.
Argentinische Kundgebung. Schule und Bildung.
(Eigener Drahtbericht.)
Weimar. 19. Juli.
Vor Eintritt in die Tagesordnung der gestrigen Sitzung wird di« Uebersetzung eines Telegramms verlesen, das der Senat der Republik Argentinien an die deutsche Ro- tionalvcrsammlung gerichtet hat. Es wir darin die Hoffnung ausgesprochen, daß nach dem Sriedensschkutz nunmehr der Wiederaufbau des rutschen Reiches beginnen möge. Auf Vor. schlag des Präsidenten Fehrenbach werde« Danktelegramme an den Senat und an die De- mrtiertentenmer Argentiniens gesandt. ES wird dann in die Weiterberatung deS Verfassungs- Entwurfs cm getreten.
Der seit Wochen tobende Streit um die Zukunft unserer Schule soll nun in der Rationalv ers-amnrlung ausgetragen werden. In parlamentarischen Kreisen hatte man der gestrigen Sitzung mit größter Spannung entgegen» gesehen, und die fast völlige Beteiligung der Abgeordneten an der Sitzung beweist am heften, wie sehr mau allgemein an her Lösung der strittigen Frage Anteil nimmt. Den Reigen der Redner eröffnet der demokratische ordnet« Weiß, her aks Berichterstatter im tätig war. Er begrüßt eS freudig, daß die endlich von den Fesseln, die ihr der Staat an. gelegt, befreit ist. drückt aber zugleich fein tief«
englischen Presse wird offen die Ansicht auSge- sprvchen. daß die englische Regierung die Weigerung Hollands freudig begrüßen würde, womit dann die unbegueme Frage ibre Lösung fände. Frankreich allerdings wird damit nicht gleich zufrieden fein, ober schließlich der Mehrheit nachgeben müssen: musste «S doch stieben die Enttäuschung erbeben daß die amerikanischen, italienischen und japanischen Delegierten in Paris sich öffentlich gegen den Kaiserprogeß ausspracherr. Bon ge
wisser Seite aber vermißt «um noch einen Protest: wo bleiben die Stimmen der neutralen Fürsten, der Könige von Schweden, Nor» wegen, Dänemark, Holland und Spaniens Ha- Ben sie kein Solidaritätsgefühl oder ist das Schweigen ein Zeichen ihrer Ohnmacht?
So icheint es nun einigermaßen sicher, dass die Auslieferung des KarserS nicht erfolgen wird. Wie steht eS aber um di« deutfchen Führer, die Offiziere, Unteroffiziere unb Soldaten, die auf der langen Liste verzeichnet fein sollen? Dürfen wir, das deutsche Volk, zugehen, daß Angehörige von uns, die pflichtgemäß ihrs Befehle ausgeführt haben, vor einen feindlichen Gerichtshof geschletwt werden, der als Ankläger und Richter in einer Person auftritt? Vor einen Gerichtshof, von dem man von vornherein das ungerechte Urteil weiss? Es ist eine schwere Aufgabe für die deutsche Regierung, in dieser Notlage den rechten Weg zu finden, aber sie muß mit allen ihr zu Ge- Bote stehenden Kräften dahin wirken, dass die verblendete Alliierten-Kommission auf Erfüllung dieser völkerrechtswidrigen, unmensch- licheu Paragraphen verzichtet! v-r.
Set Kalket-undSShtettztozeß.
Die Proteste mehren sich.
(Privai-Telegramm.)
Berlin 19. IM.
Die Berliner Deutschnaiionake Stsidenten- schaft hat sich gestern einmüti-g gegen M? DuS- lrojerungsforderuna hei Kaisers ausgesprochen. Geheimrat Dr. Metzer führte antS, er könne mit- tei?ew. daß zu dem EiMsmuch der Hoch'chullehr-r gegen hie Auslieferung des Kaisers und unserer Führer tägftch foviele Zuftimmun-grn rät» gingen, daß er sie kaum bewältigen könne Die Versammlung beschloß einftinmüa. dem Einspruch der Hochschullehrer gegen di« Auslieferung hcS Kaisers sich anMschlietzen.
Die Franzosen betreiben gegenwärtig iu der besetzten Zone von Mainz eine neue Art Schulpropaganda. Französische, gut Deutsch sprechend« Offiziere besuchen bis Oberklassen unb nehmen Prüfungen infrauzösi - fchrm Sprachunterricht vor. Die besten Prüflinge erhalten französische Bücher mit Wid. mtmgen als Geschenk. Im neuen Gvmnasimn erhielt per bcsck»enkende ftanzösifche Offizier eine ... ________________...
iiCite Abfuhr. Die Schüler lehnten die Ge- tern, Lehrern und Geistlichen, zu gründen, wird ftfenfe mit Rein ab. woraus der Offizier die abgrlebrt. — Es folgt die zweite Beratmtg des Sucher wütend.wegwarf und die Schule verlieh. Entwurfes zur vorläufigen Regelung verschi«.
Die großen Minlfterreden.
Weimar, 19. Juli. (Privattelegramm) Die Reichsregierung hat beschlossen, mit Rücksicht aus die Arbeiten tn der Nationalversammlung hie großen politischen Reden der Mini, sterpräsidenten, des Airtzenministers und des ReichlichatzminöfterS erst auf Mittwoch kom. mrnder Woche festzusetzen. Die volitiscke Aus. spräche der Parteien wird dann am Don. nerstag und Freitag stattfinden. Spätestens am Dienstag soll die zweit« Lesung der Verfassung von der Ration al versanmcklmg zu Ende geftührt werden, damit anfangs übernächster Woche mb der dritten Lesung begonnen werden kann.
für eine deutsche Reichsschule unb lehne eine reine konfessionelle, aber auch eine reine weltliche Schule nach sozialistischem Muster ab. Nach der MiftagSPaufe hebt der Streit mit neuer Heftigkeit an. Der Redner von der deutschen VoWspartei sucht zwar einmüenken und glaubt, daß auf dem Boden deS Kompromisses viel zum Segen unserer Jugend geschaffen werden könne. Die Unabhängigen aber haben wie immer zu tadeln unb reden stundenlang. -- Endlich beschließt das Haus, gegen die Stim- men der Demokraten, die Abstimmung vorzu. nehmen. Der Kotnpromissgntrag Gröber-Löwe, wonach den Eltern die Mitwirkung in den Schulangelegenheiten zusteht, wird nut großer Mehrheit angenommen.
Dt« üafleUr Sieuer-en«achrtchtc» «Icheinenn>öch«Uich iechr-nn! und groar eieebS. Der abonnemmi4ptei£ teMgt ctonoti. 1^0 Marl bei freier .gngellnnz int H«l«. BefteOeegeB werde» derzeit von der ffieicbäftSIldle oder de» Bot«» «tttgeß«nfle»omnwn. Druckerei Sertag und SUbaltion: Schlachthofstratz- rs/8v. Mir iMverlangt etnaefanbte ««itr-o- tnim" M« Redaktion et» Verantwortung oder »ewahr in keinem galle übernehme». Lütk»ahkmg de» ««rnokgelde» »derAnlprüchewe-ien «waitzermcht ordnnnxrmäßiger eieferung auegetotaffen.
Sie ßonttesbetfammtono.
Schulfragen. GemLindeverfaffung. Tic Streit» «Telegraphischer Bericht.)
Berlin, 19. Juli.
Japan verzichtet, China unterzeichnet.
Berlin, 19. Juli. (Privattelegramm.) Die „DoMche Zeitung" meldet: In Washington ist ein amtlicher Bericht eiugelauscn, dem- zttfolge Japan im Begriff ist, auf alle Rechte bezüglich der .Halbinsel Kiautscho« zu verzichten. Tie chinesische Friedensdeleaanon wird sich dadurch veranlaßt sehen, den Friedensvertrag zu unterzeichnen. Ferner glaubt man. dass hierdurch mrtomatifd) ein Teil her Opposition im mnerkkanischen Senat ausgeschaltet wirb. Japan soll da» Bersprechen zum Bericht bereits Wil- son, Clememeau unb George gegeben haben.
Zm besetztem Gebiet.
Zurückweisung stanzöfischer Propagmwa.
(Prwat-Telegro. mm t
umten des Reichs gefolgt in Form eines Entschlusses, worin sie die Mitwirkung an ArMic- ftrungs-Verhandlungen ablehnen, weil daS pwtsche Gesetz die Auslieferung der Bürger verbietet. Auch ine Hochfchullehrer und Stu. denken protestieren schriftlich wie durch Kund- gekmngen. Die deutsche Regierung hat ihren Standpunkt bereits dahin ansgelegt, daß sie, wenn der Verlangte sich im neutralen Auslande aufhält, also dem Berekch ihrer Macht entzogen ist, nichts mit der Angelegenheit zu tun hat. Da der ehemalige Kaiser Wilhelm jetzt ÄS deutscher Bürger in Holland lebt, gilt ihm gegenüber derselbe Grundsatz. Die Regierung bewegt sich in dieser Hinsicht vollkommen auf dem Boden des internationalen Rechts, ohne die ungerechten und furchtbaren Bedingungen deS Friedensvertrags M verletzen. Der Entschluß der Regierung wird im ganzen deutschen Bokke ZustiMMung finden und Befriedigung hervor- ruseTt. Mag Jemand einer Partei angehören, ioelcher er wolle, so wird er doch bei vorurteAs- fteier Ueberlegung das Verlangen der Alliierten als Ausfluß der Gehässigkeit und als Wunsch der siegestrunkenen Feinde, ihren Völ- rc:n ein Schauspiel zu bieten, erkennen. Die breiten Massen in Frankreich und (singlanh haben noch nichts Greifbares oder Sichtbares von dem großen Erfolg wahrgenommen. Die Lebensmittel, Kleidung und andere Waren find auch bei ihnen noch teuer, und die Regierun- gen beschäftigen sich auch dort mit dem Problem, wie fie die ans die Dauer unhalkbaren hohen Löhne langsam wieder herunterschrauben können. Es heisst dort fetzt, das DE bei guter Stnnmung zu halten. Die Versprechungen, daß Franzosen und Engländer künftig ein behagliches Leben führen, Deutschland aber die Zecke bezahlen werde, mögen wesentlich zur Erhöytmq des Trimnphgefützls beitragen. Aber es genügte ihnen offenbar nicht: st« brauchten noch eine politische Sensation, eine historische Begebenheit, einen Nervenkitzel fürs VE. Das war der Gedankengang der englischen und fron- zosifchen Staatsmänner bei der Abfassung des AuSlieferungsparagrapchen.
Langsam gewinnen die allzu schwungvollen Gemsiter ihre Gleichgewichtslage wieder. Ist es die Uneinigkeit der Alliierten über den Ort der hochdramatischen Gerichtsverhandlung? Oder sollte es wirklich die Rückkebr einer klareren Denkfähigkeit, vielleicht der Einfluss der Kirche, fem, die diesen Kaiserprozetz als eine unwürdige Komödie fürchtet? Die Japaner waren die ersten in der Reihe unserer Gegner, die dem ehemaligen Kaiser den Grundsatz .Wahrung der eigenen und berechtiaten Interessen^ zugebrlligt haben und erkannten an, datz er in Ausübung seiner Pflicht gehandelt habe. Auch km englischen Königshartsc und bei den hohen Lords, die verwandtschaftliche Beziehungen sowohl mit König Georg dem Fünf- ten, als auch mit Kaiser Dilhekm dem Zweiten verknüpfen, regen sich ernste Bedenken, und nanches Herz bangt wob! um die eigene Ankunft. Die englische Zeitschrift „Ration" lei- ’ stete sich kürzlich die biUge Bemerkung: Falls der deutsche Kaiser und die Prinzen nach London kämen, könnte der König von England eine oroße Familien-Zufammenkunst in her Nähe seines Palastes (dem Tower) veranstalten! — Iv neutralen politischen Kreisen herrscht hie Auffassung, die englischen Staatsmänner beerb- fichtichen jetzt die Erhaltung einer „reaktionären Gefahr in Deutschland", also eine Schwächung des demokratischen Spsterns, damit für die englische Politik der alte Vorwamd zur bauernden deutsch-feindlichen Haltung bestehen bliebe. Wie dem wrch fei, schon die nächste Zukunft wird über die engNsshen Pläne wahrscheinlich Auf. klärung bringen. Inzwischen teilt die „West- minster Gazette*, das britische Regierungsblatt, mit, daß die holländische Regierung beschloffen habe, den Kaiser nicht aus;ulte- fern, da er zu her Art von Flüchtlingen gehöre, bie nach den holländischen Gesetzen nicht cnks- gettefert werden dürfen. In einem Teil der
BrSiKgAvge« für Mettei®.
Eine Frist für tue Bet Handlungen.
(Eigene Drahtmeldung.)
Basel, 19. IM.
Eine französische HavaSdepefche meldet: Die neuen Bedingungen an Oesterreich sind bie enbgülttgen der Entente. Ein Ultimatum ist Oesterreich nicht gegeben, doch find bie Alliierten entschlossen, die Derhmtdlungen mit Oesterreich unter teilten Umständen über bat 10. August hinaus svrtzusetzen.
Man roch»« mit 2 Zügen pro Tag irrt ft 800 Mann. Zioei Züge alle Tage sollen iraä Maximum fein, was DeutscAand crufnehmen kann. w Etl. „„
gtt Deutschland sei man siatüMch bejirebt, bie(-ten RegienmgSparteien veranlaßt haben, trotz Hennibefordevung der deutschen Kvisgsgefantzd- • * • --- * ~ ’
neu so schnell wie mögftch M.beschleunigen. Reben den Kriegsgefangenen werben
Anklageschrift gegen die Heerführer.
Rotterbam, 19. Juli. (Prfvattele- grantm.) Die „Times" melden auS Paris: Der ersten Antlageschrift gegen sechs deutsche Heersührer ist von bet Alliier- tenkomnrisston am Mittwoch zugestimmt worben.