Donnerstag, 17. Juli 1919.
S. Jahrgang.
Fernsprecher §51 und 952.
Fernsprecher 951 und 952.
Die Ernte durch Streik bedroht
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Erleichteruttg der Tabak-Einfuhr.
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Sie LanSesversammlung
Erweftenreg der PrövinHstfl^kechkr.
3n:erticn4$reife Sie fiebengcfpaütie 3eiie ntr -in-stmtsch, OeschSst« » Wa, Mr oi. roättte« Siyelgea 3» Pf, WetfamejeH« für «wtzeiMsche Sefdjüfte 76 M, für oete artige ErschLNr 1 Ttt, eftifrlx Beilagen loerben mit 5 Mart pro Laufend berechnet, alle« mit tOf, Teuerungr-Zuschlax. "Sei Uebcrmtttlung von Anzeigen auf teleptz. Wege wird für durch Her. fehler hervergernfen: Jrr:üu'.-r re-.nerl-:Haftungübernommen.Für die Aufnahme oonAnzetgen an bellimmten ragen ober Plätzen wird telne Lewahr getriftet. »eschüftSstelle: «Slntfche Str. 5.
Bolschewisten in Köln verhaftet.
Köln (Rhein), 16. Juki. (Eigene Draht- meDitng.) Zur Stchertmg gegen die Gefahr des Eindringens des Bolschewismus in Köln ist in der Person deS Freiherrn von Rritzcnstein ein ReichSkommiffar ernannt worden. Bsroestern wurden zehn Führer der Bolschewisten, die mit gefälschten Pässen ans dem unbesetzten Gebiet gekvnm«n waren, von der britischen Militär behSrde verhaftet. Eine ganze Anzahl Polen, die ohne Pässe waren, wurden obgeschoben.
elend sind, daß die Armut nicht von unseren Tischen weicht. Das deutsche Volk ist seit der Revolution durch eine rauhe Schule gegangen und hat manche harte, bittere Lehre hinnehmen müssen. Mag die Zeit, die jetzt anhebt, zeigen, daß wir aus dem Zusammenbruch gelernt haben. Wir Haven uns wahrlich genug zerfleischt; die Opfer, die wir in blinheui Wahn unseren eigenen Volksgenossen auferlegt, dürfen nicht zum zweiten Male gebracht werden. Das deutsche Volk muß endlich lernen, sich wieder wie Brüder zu lieben, die Erkenntnis, daß wir alle für das Vaterland und damit für ans sorgen und schaffen müssen, muß endlich in uns allen wach werden. Es wird die höchste Zeit.
ergreifen wird, steht men mit großer Erwartung entgegen. Die deutsche Negierung boab- stchtigt die politische Fühlungsnahme «fit dem Auslands in den nächsten Tagen schon wieder aufzunehmen. Minister Müller wird deswegen wahrscheinlich auch die Rumen der neuen Gesandten, über deren Auswahl gegenwärtig längere Berharrdlungen fteltftrtben, bekanniyeben. ReichsschatzmiEte e M e y er hat gleichfalls eine größere Rede in Aussicht gestellt, in der er die Mitglieder der Nationalverfammluug mit dm von »er RMorung geplanten Reformen aus Volkswirtschaftlichem Gebiet vertraut machen Wird. So ist beabsichtigt, das Elektrizitätswe- fen ritt Reiche neuzeitlich zu regSln und ganz iNnzulgestaften. Die Reichsregierung wird in den nächsten Tatzen chrch her Nationalversammlung eine Gesetzvorlage über das Betriebsräte-
Nummer 188
" I > —........
Auch in Westfalen.
Bielefeld, 16. FUki. (Prfvattel-gramm.) In Bielefeld sind etwa 4000 Landarbeiter in den Streik getreten. Sie fordern höhere Löhne. Berhandlun gsverfn che scheiterten.
Reichsverfassuug festgoleat worden vor d«u großen Ferien verabsihiedei werden.
Kei,»e Erhöhung der Brotration?
Berlin, 16. Juki, feigen er Drahtbericht.) Don zuständiger Stelle wird mttgeteilt: Die durch die Presse geMngene Meldung, daß vom L Oktober ab eine Eihöbtrng der Brotoation eintreten rveride, ist in Vieser Form nicht zutreffend. Die Möglichkeit, vom angegebenen Tcrm.'u ab mehr Brät zur Verteilung zu bringen,.hänzft sowohl vom Ausfall der Erfassung und der Ausdruschmöglichkeit der Ernte, aber vor allem auch von der Menge der Getreideeinfuhr ab. Weiter wären inticr anderem auch die Mrfiurgen der L andarbeite r- streiks geeignet, Vir Hoffnung «Ns Erhöhung der Brotration zn vernichten. -
Gesetz idll "ot der vo chen Amd wird
w-r-ru wir achtlos fort,IAusMruvgsr des MnisterS des An-märtigen 'ne. St'nid, daß wir so I f “lfl" ,,1-Z 77 'M' sK1 *
(Drahtberkcht.)
Berkin. 16. IM.
Verkehrs -Regelung.
Berlin, 16. Juli. (Privattelegrarmn.) Rach eingehenden Kesprechirngen mit sämtlichen be- teUigten Ressorts wird in den nächsten Tagen in Köln eine Zusammenkunft oller beteiligen Drückenkspfoffiziere und der in Frage kommenden Sachverständigen siattfinden, mn eine endgültige Regelung des Verkehrs zwischen dem besetzten und unbesetzten Gebiet herberMführen.
Auch englischer Kredit. Wrivat-Telegramm.)
Rotterdam, 16. J«N.
Der ^Manchester Guardian" erklärt, daß auch in England beabsichtigt fei, für deutsche Mn kSnfe der nächsten 6 Monate einen Milliar- denkredit kmsfrkflig z» bewilligen. DaS Blatt nennt als Summe Ibis2 Mill. Shilling.
men hat. hat einer Reihe von Interessenten gegenüber erSort. daß er die Tabskeßn- fuhr in ZuSlprft nach Möglichkeit erleichtern Zwolle ''
ZW SesktztM Gebiet.
Linksrheinische Waren.
sPrivat-Telegramm.)
Ludwigshafen, 16. J-nli.
Anläßlich der Feier des französischen Natio- nrtlfestes am Sonntag hatte bk französische Militärbehörde den mit Ausweis versehenen Brückenpassanten in Ludwigshafen gestattet, für diesen Tag Waren ans Ludwigshafen in jeder Menge ohne Kontrolle mit über die Brülle in das rechtsrheinische Gebiet zu nehmen, wovon natürlich in umfassender Weise Gebrauch gemacht wurde.
Saarpfalz»
Ludwigshafen, 16. Juli (Privat ielcgramm.i Die an der S a a r nengeschaffenen Sandgebilde, welche fünrzehn Jkchre unter französische Oberhoheit gelangen sollen, werden den Namen ^Saarpfalz^ erbalten. Damit wird Art und Zusam'nensetzung, sowie Lage der Landstriche bezeichnet: einerseits umfasse« sie die alten preußischen Gebiete an der Saar, eroberet« seits die angrenzenden bayerischen Bezirksämter der Pfalz. Die bisherigen Namen Saarbellen und Saar-Revier kommen in Wegfall.
Billigere Preise.
Ludwigshafen, 16. Juli. (Eigener Draht- bericht.) In der R h e i n p f a l z ist ein großer Preissturz Kr Ferkel eingetreteu. Während vor einigen Tagen noch ein Ferkel 96'0 Mark kostete, werden sie seit. Montag zu 60 bis 90 Mark angeboten. Die reichliche Versorgung der zischen Beoöflernng mit ausländischem Schweinefleisch und Speck hat die Nachfrage nach inländischem Schweinefleisch voll- ständig «tfgeiho-ben.
SLic ttafieler S.«,-' m Nachricht« erscheinen«rSchenUi» iechrniai mU> zwar oben»*. Der SbormenientLprei* betrigl menett LSO Marl bei freier Znftellun, ins &auS. Stilen-.mgen werden leberjett van ter Eeichöftriielle aber den Boten entgezengenoni»««. Druckerei, Bering und RedalNon: Cchlachthofflraßr A/W. Für unverlangt eingesaudt« Beitrüge kann । die RedaMon ein« Serantwartung ober Eewühr in letnein Falle übernehmen vlLSzadlnngdeS । 8t?ag*geibe» obertzlnivrüche wegen elwaigernichtordnungsmStzigerLieternng anSgeschlosfen.
Mieter Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung Hesfische Abendzeitung
werden soll. Der GesetzerrkwMf über das Mir. &und Gemeinderecht der Frauen wird
in Zweiter rmd dritter Lesung arrgenam- men. — Darauf wird die zweite Berakmrs bei Etats des MinksterinmS del Innern fortgesetzt. Abg. Tr. Wetzl ftt. S.l stabtet, daß alle kmmnunalen Llllbeiterräte über kurz oder lang abgewürgt werden KKerr; diese Räte seien aber für jede moderne Verwaltung re* werSng. Abg. Hauschildt-Kassel (Svq.)r Die Derwrcktwngsresorm W eine Riese.arrstoJ, dir der Minister des Jtmern vor sich hat. Den Belagerrmysz stand ME die Regierrmy nur tm Notfall anwenden. Aber entbehr«,
Ausstand itt Ostpreußen.
Königsberg, 16. Juli. (PrivattelegvammJ Don unvercrntwortlicher Seite hat sich ein Teil der Landarbeiter des Kreises Mohrnngen in wilde Streiks treiben lassen. Der Zentralverb amd der Land-, Forst- und Wembergarbet-- ter forowt die Landarbeiter ans. die Arbeit wieder ausumehmen. da nächster Tage Verhand- ftlngen zwecks AbsMutz des Tarisverkwges siattfinden. Zur Ausrechterhaltnug der Ruhe und Ordnuna sowie WM Schutz der Arbeits- IviMigen Morden Regsernttpstruppen in den nnrubisien Kreis entsandt.
StrettendeLMdarbeiter
Politischer Streik in Pommern.
tPrivattelegramm.l
Stettin. 16. IM.
Die LertrnuenSmönner der Stettiner Gewerkschaften haben gestern abend nach längeren Berhanvlnnoe!, angeblich gegen wenige Stimmen beschlossen, in den Generas- streik einzutreten, um den Kommandierenden General zu zttringeu. nicht nur den Belage- rungsonstanb aufzuheben, sondern auch das Streikverbot für Vie Landarbeiter wieder -n streichen. — In Stralsund herrscht rve- aen der Derhänguna des Belagerrmo^usi-m- detz allgemeine Arbeitseinstellung. Stratzen bahnen. ClektrizitSts-. Gas- und Wasserwerke stelle!: still. Die Sandatbeiter werden durch Ugsstatoren xnm Streik gezimmgen.
Weimarer Zogtmg.
Grundrechte qnd -Pflichten der Deutschen.
(Eigener Drabtbericht.s
Weimar, 16. JuA
Die seit einigen Tagen in der Ratiomrllvev- sammlrmq herrschende Redelust nehm gestern noch größere Formen am Eine ganze Anzahl Adaeordneter kommt »um Wort und ein Jeder sucht in schön auSgedäutem Dortrag das Haus für feine Rnschammgerr zu gewinnen. Das Zentrum beantragt gleöh zu Beginn der Beratungen, den Artikel 107, der wohl den größte» Anlaß zum Streit bildet, zu stretchen; aber obwohl auch der Abgeordnete Kahl von der delttschen VoWpartei dafür eintritt, nimmt das Haus doch dir Debatte auf. — Artikel 107 be- stimmlt einleitend: «Die Grundrechte und Grmidpflichten bilden Richkfchmrr «ich Schranken für die Gesetzgebung und Derwattnng und die Rechtspflege im Reiche und in den Ländern." — Nun folgt ein langer Redesturm, der nach und nach alle Fraktionen zu Erwiderungen ausrwst. Die weiMrkrn Abgeordneten, die sich bisher ziemlich schweigsam gezeigt, suchen heute Gelegenheit» ihr Redetalent vor der Rw» tionalversmmnkmbg zu "beweisen. Frau Juch arez von bett Mehrheitssh«ialisten, die in ihrer Partei eine Rolle spielt, erscheint als erste auf dem Plan. In längerer Rede sucht ste beim Hause Stimmimg zu machen für den Andrer der Franeurechte nach sozialistischem Muster. Größeren Erfolg hatte die Abgeordnete Frau Teusch von der ZerrtrmnAfrakkion. Ihre RÄ>e ist gut ausgearbeitet rntd ansprechend. Sogar die äußerste Linke fsikflt sich wiederholt veranlaßt, den An rfübrnngcn kaut zuzustirmneu. Der Beifall im Hause wird allgemein, alö die Red- nerin bie Psilsichten der Fra« nach der idealen Seite An zu beleuchten versucht. Die nachfolgenden Redner, besonders der dekftschmrtivnale Graf Pofadowski, fühlen sich veranlaßt, den Vortrag eigens zu würdigen und der Rednerin ihre Anerkennung dafür anszu- fprechen. Frau Z i e tz von den UnabhSrrgsge» dagegen besitzt offenl'ar die Antipathie des ganzen Hauses. Schon bei Mer Namensnenremg brausi citt lautes ironisches Lachen durch ben Saal, das recht wenig grüant für die langsam gtr Rednertribüne schreitende Abgeordnete klingt. Sie sucht sich daher umso reichlicher gtt rächen. Für alle Parteien bat sie beißende Hohnworte. Der ZentrumSredn« Dr. Heim sucht das Haus Mr die Enttäuschnng, die es durch Frau Zietz erlebte, wieder zu eutfchS- digen. Seinen größter, Gegner weiß er durch treffend eingeschaltete humorvolle Bemerkungen zu besiegen. — Artikel 107 wird schließlich gestrichen. — Die zahlreich eingelauseuen Anträge finden in naurc.rürcher Abstimmung schnelle Er- ledigirna. — Artikel 108, lautend: .Alle Deut- scheu sind vor dem Gesetz gleich Minner rech Frauen haben grundsätzlich biefefbett staatsbür. gerlichen Rechte und Pflichten ohne rechtliche Vorrechte und Nachteile der Geburt oder deS
viel bei «r
ist Ml’.'
— „ ,—. — )* ben noch weiter nusgebaüt werden. Das reich«
Die Erklärung ist sowohl int In- Eigenleben der eirczelnen Gemeinden muß er 'Mu-rvustric, die augenblicklich in haften bleiben. Ein Anlaß für die Aufrecht
' 'J' erhaltuitg der A.- und S.-Räte ist nich" mebz
!>egrÄßen * verhaudeu. Abg. v. ffarberff t'T. Vr'.-.l'
Sie grsßr Smivrechr.
Ministerreden ht der nächsten Woche.
(Privat-Telegramm.)
Weinmr, 16. Juki.
Auf Antrag der deuwkratischen Fraktion bftt die Rekchsrvgrenmg Mit Znstinununq der übrt- oett Parteien der NatkoualversamuSung sich beicht erklärt, die Mr DounerStog angefttzte AirSsprache auf DienStag kommenoer Woche zu verschieben, da zum denwkrM- scheu Partertzrg der noch in dieser Woche in Berkin ftzrttstndet, eine sehr große Anzahl Abgeordneter nach Berkin reisen nftch und rnfolg^>effen cm der Sitzung in der.RMonakversamMkung nicht teilnebmen könnte. Muisterpräschrnt Bauer wird nicht, wie beabsichtigt war, ein neues Programm dem Hause unterbreiten, da dieses ja bereits bei seiner Antrittsrede am 22. Juni in großen Anrissen geschehen ist. Das wird lediglich mit den Zielen der beit» scheu Politik bekannt gemacht werden. Ten
Zas Gehst der ZtWde.
Wohin führen die Streiks?
Die schlechte Finanzlage dcs Reichs und der Einzslstaaten, die uns bevorstehenden enormen Stenerleinungen, die erdrückenden Lasten, die uns die Femde vertraglich auserlegt haben, das alles scheint in ben Sirenen, die bald da, bald dort für den Streik agitieren, noch keinen Ein- druL gemacht zu haben. Wohin soll es führen, toemt weiterhin tausende von Arbeitskräften vttWig sind, die doch Erzeugnisse in großen Mengen Herstellen oder sie durch die weitverzweigten Adern des VertehrZ leiten könnten. Welch unermevlicher Schaden ist allein durch den V-erkehrsstreft entstanden. Nicht nur wurden Meusttzek und Waren, die nicht befördert werden, bireft davon betroffen, sondern unzählige Fahriken sind iudirckt geschädigt worden durch t'itä illusbleiben des Materials, namentlich der Kohlen. Dazu kommt nun der Streik der Landarbeiter. Statt stillzuliegen, batten sie arbeiten müssen für die Bedürfnisse des Volkes und zur B^ichluns der auKlündischeu Schulden. Vieles muß jetzt nachgeholt werden,
. Die Regierung beabsichtigt, mit den cntbMen Maaten recht bald Verhandlungen Wrf- zunehmett, um Kredite für die Ernstchr zu «halten, und so iß zu hoffen, daß in aller KÄrze unsere Industrie wieder in der gewohnten Weise rrcheitstl wtb 'chasfen kann. Unserem Volke er- fstelrn jetzt große, heilige Pflichten, die ein jeder erfüllen muß, der Anspruch darauf erhebt, in- uerhM des deutschen Reiches zu leben. Wir alle müsse« arbeiten,- arbeiten, wie es vor dem Kriege, vor der Revolution getan wurde. Für WüßiWäu«r, für ArMtslose D bei uns fein Platz. Da- deutsche Volk hat mehr als ein anderes einen Hartnr Kamps um sein Dasein zu führen, eine furchtbare Noi greift uns an das Loben und droht uns zu vernichten,'wenn in der aften Weise, wie es seit den Reivolutrous-- <6gen' fer Fall war, weiter gewirtschLfttt wird. Die Streifs und die vielen planlosen und will- kürLbeu Arbeitseinstellun-gen haben uns schwerer Schaden zugefügt, haben uns dahin gebracht. wo wir heute stehen, an den Abgrund! Das muß wtzt errdlich einmal aufhören. Wir heben keine Zeit mehr für Feiertage, wir sind zu ernt, um uns ben Lurirs, unsere Industrie ' stiLstehen zu lassen, erlauben zu können. Jetzt gibt eS fiir nur alle nur die eine Pflicht: arbeiten, r-Hlos die Hände regen, ohne Unterlaß schaffen-, damit uriser Leben sich wieder so gestalte, daß die Sorgen von unserer Stirne Der» jchw.indr'» können.
M dur uächstsn Wochen kommen 800 000 Deutsche Kriegs gefangene heim, für sie atze muß ArbeitAmSglichkeit und Eristenziühig- keit lreschafsen werden. Sie haben namenlos für . rihr Baterland gelitten, müssen die größten tiitelen aus sich nehmen, die wir trotz unseres Elends noch nickst keimen gelernt haben. Sollen wir ihn«r null auch noch die Eirttäuschung bereiten, daß in unserem Vaterland kein Platz mehr für sie ist, sollen sie an ihren eigenen Volksgenossen irre werden, weil sie statt des erwartcren herzlichen Willkommens eine ttau- rige Zukunft finden? Könnten wir eine solche .Verantwortung auf uns laden? Wir dürfen es nicht! Für die Beklagenswertesten unserer LoUSgen offen müssen wir sorgen, sie müssen di« Möglichkeit finden, sich in unserer Mitte wieder wohl zu fühlen: sie müssen die Gelegenheit haben, mit ihrer HLstde Arbeit sich eine srcud- ,ollere Zukunft zu gestalten
Aber nicht nur ihnen allein gilt unsere Sorge. Vergessen wir nicht die traurige Lage, in der wir schweben. Der Friedensverttag heft uns in die Botmäßigkeit unserer ehemaligen Gegner gebracht. Deutschland ist aus die Unterstützung anderer Staaten amVwiesen, wenn es sich wieder erholen will. Unsere Gekdquel- len sind versiecht, das Ausland muß uns Kredit leisten, damit wir unseren Bedarf batahlen lön- nen. Dieser Zustand muß sobald als möglich beseitigt werden. 23fr können es, unsere Arbeit, unsere ProdiSte bringen uns die ‘ so notwendigen Geldmittel wieder ein. Denn wir also nickst wollen, daß wir vollends iw Schulden sinken, daß wir für immer dem Auslande gegenüber ohdängig bleiben, i»emt die Zeit w^verkommen soll, wo wir erleichtert wieder aufatmen frörsen, und ste muß wieder- kommen, sonst sind wir zu dem erbärmlichsten Skkafrenleben verurteilt, dann müssen wir sehen, daß unsere Industrie ganze Arbeit keiften kann, das beißt, daß alle Schornsteine wieder rmrchen. Unsere Volkswirtschaft liegt darnieder, aber die Zeit der Erholung ist jetzt da. Wir müssen aus den Ruin-n. auf ben Trümmern neues Le- feen erstehen lassen, ent jeder von uns noi6 aas leisten, soviel arl^eften und schaffen, als seine Kräfte gestatten. Mr bauen an dem neuen TcutfLland, wir müssen titts eine neue Zufrmtt schaffen, vergessen wir das nicht. Bisher ist