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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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9. Jahrgang.

Mittwoch, 16. Juli 1919

Fernsprecher 951 und 952.

Nummer 187

Fernsprecher 951 und 952.

Wiedereinführung der Diplomatte.

Sinsahr-Regelmg.

Maßnahmen zum Schutze unserer Industrie.

Die ReichSreaieruna beschäftigt sich tugenblicklich mit den Maßnahmen, die fletref« fett werden müssen, um die Lebensfähigkeit un­serer Volkswirtschaft zu erhalten. Wir alle un­terschätzen nicht die Bedurftig'eit unsere- Vol- kes an gewissen Produkten. An vielen Gegen» ständen herrscht geradezu ein erschreckender Mangel. Man denke nur an die Erzeugnisse der Lederindustrie, Schuhe sind fast kaum noch aus dem deutschen Markt zu haben. Wir müssen uns daher gefallen laffcn. daß in der nächsten Zeit große Mengen dieser Art eingeführt werden. Daneben mutz natürlich vor allen Dingen Sorge getragen werden, daß Leder in solchem Um­fange herbeigeschafft wird, datz die Schuhfabri­ken im eigenen Lande wieder arbeiten können. ES ist daher die Absicht der jetzigen Regie­rung. die Einfuhr nur für solche fertigen Gegenstände freizugeben, als es die Deckung des notwendigsten Bedarfs erfordert. Dar­über hinaus soll nur die Einfuhr von Rohstof­fen gestattet sein. Wir können diese Absicht nur begrüßen, da sonst unsere Industrie niemals wieder in die Lage versetzt werden könnte, den notwendigsten Bedarf des Volkes selbst zu schaf­fen. Der völlig freie Handel mit Gegenständen aller Art wird also nach Aufhebung der Blok- kade noch keineswegs gewährleistet. Eine an­dere Regelung ist natürlich für die Einführung von Lebens- und Genußmitteln vorgesehen. Es liegt im Interesse unseres Volkes, daß gerade hierin der Staat möglichste Freiheit im Handel zulasten will. Auch zur Befriedigung der Be- dürfnifle der minderbemittelten Bevölkerung 'oll alles getan werden, um die rasche Herbe- schasfilng der BedarfsqegenKnde zu ermögli­chen. Dagegen bleiben Lutzn sgeaenstän d e aller Art vorläufig noch von jeder Einfuhr ausaeschlossen.

Der von dem Reichswirtschastsminister Wis- fell gusgearbeitete Plan einer Zwangs­wirtschaft dürfte mm enb"ü'ti(t fallen aelafsen sein, nachdem die Reichsregierunq sich geschlossen dagegen ausgefkrochen hat. Wis« fells Absicht war. die Einfuhr vn Rohstoffen und DedarkKgeoenständen allein durch den Staat vornehmen zu lassen. Ter Handel, ter ohnedies schwer darniedLrl'egi. haft' bei diesen Umstanden in absehbarer Zeit überhaupt nicht cn ein Wiederanfblühen denken können. Aus dieser Erwägung heraus ist Wohl auch das Wissell'sche Problem auf den Widerstand der Neichsrcgierrma gestoßen. Wenn trotzdem der freie Handel nicht völlig gÄvährleistet wird, so geschieht das a>ts zwei Gründen: die d e u t s ch e Industrie soll möglichst bald wieder arbei­ten können, andererseits soll verhindert werten, daß ausländische GegeMönde in solchem Um­fang auf den Markt gebracht werden, daß sie unseren eigenen ProdM-en den Rana abkaufen. Wie ae^ohrdroheich fetzt schon die Einfuhr Von Fertigiabrikaten in der Räche der besetzt e Ge- hrete von der deutschen Industrie empfanden wird, geht aus einer Veröffew.lichnna der wcst- käkischen TertÄsabriken bertzor, in der es wie folgt heißt:

Tie größte Jorge der westfälische-' Terrilindustme kund ebenso der säcksiscke«) 'st d-e der Beschaffung der Rohstoffe. Während das besetzte rheinische Geb'et <M.- ^^odl ach-Rchahdt, Eupen, Aachens schon jetzt be- kiefert werd-n die Entente bat ein Interesse daran, im linksrheinischen Gebiet bfe Industrie -u beschäftigen nn*' die Ar bester zufriede"zustel- len soll das übrige Deutschland nur kümmer­lich versorgt werden. Dio deutsche Lertil'ndu- strie fall nicht nur vom Wel'mark^ verdrängt Weeden, sie soll auch den deutschen Markt nicht mebr beherrschen. Die englische Industrie hat während des Krieges ungestört arbe'tm kön- ri-m, aber es mangelt ißt das mitteleuropäische Absatzgebiet. England will Deuffchkaud die -stobstosse möglichst vorenthalten, um ibm seine Fertigware anzubieten Bst dem tatsäckl'chcn Mangel, der ht Deutschland rn der Konschtions- brancke berrscstt, werden die deutschen Waren­häuser billig» Abnehmer fertiger englischer Her­renkonfektion sein. Als Mitte-vorder tritt Hol­land auf, doch ist es noch nickt gewiß, ob Hol­land die Einfuhr gestattet wird. Einstweilen liegen im Kölner Hafen dollän^ffcke Anzüge nito. im Werte von 80 Millionen Mark ttntc- zellfreiem V-m-chlnsse In Saarbrücken und Main; wie auch in Köln sinn ungeheure Men­gen französischer Seid»»- «nf, Kleiderstoffe auf- aesiavelt, ebenso Elsässer Leinen und Gewebe. Es kommen schon ganze Waaeuladimaen T.ertil- fabrikare in das rl'-inis.ch-westsälischr Jndustri'- gebiet. Englische Agenten Kisten in den St' d- ten des Ruhrrevisrs fertige Konfektion an. So erfreulich diese Befried'm:ua eines dringenden Bedürfnisses und d'c Herabsetzung der Waren­preise ist. so tetenklick ist die Rückwirkung auf die. deutsche Tertilindusir-c. Ihre gro,. m

Verluste hat die Arbeitslosigkeit zur Folge. Schon jetzt suchen die kräftigeren Arbeiter der Tertklindustrre Unterkunft in der Montanindu­strie. Die deutsche Terkilistdustrie erwartet, daß, sobald der erste Warenbunaer gestillt ist. die Re­gierung Maßnahmen erar-nkt, zu ihrem Schutze, soweit das im Rabmen des Friedensvertraaes möglich ist Jedenfalls befindet sich unsere In. dustrie in keiner rosiaen Lage, zumal Lohe Löhne und die Einführung des Emstuhlsystems ihr den Wettbewerb unaemein erschweren."

Aebnlich eraebt eS anderen Industriezwei­gen, für deren Sckmtz amtliche Maßnahmen ge­troffen werden müssen, wenn nicht noch größere Arbeitslosigkeit eintr-t-n soll. E« liegt ja wohl in der Absicht der Reaieruno. nicht nur einer Verschlechterung der industriellen Lage, sondern eine Besserung b erbei»ntsihren. Eine schwierige Aufgabe ist hier geg->st°n. die kluges Handeln erfordert. Ministerpräsident Bauer wird in seiner Programmrede übermorgen, Donnerstag, in der Nationalversammlung den Stand­punkt der Regierung klarl-egen.

Innere Re«*eftnltmn.

Zusammenschluß der Thüringer «tagten.

(Prkv at-Telegrammt

Weimar, 15. Juli.

Regierungs-Vertreter der einzelnen thüringi­schen Staaten haben gestenr in Weimar irr Für- stenhof eine Besvrechung abgehallcn. in der sie über Vie Bildung eines Gefamttthürm gischen Staates beraten haben.

*

Dre»Afchs-rmd hessische FVagorr..

Meinmr, 15. Juli. (Eigener Prghtterrcht.) Der preußische Ministerpräsident H irsch weilte gestern in Weimar, zusammen mit mehre­ren Mitgliedern der preußischen Landesregie- rnna. um an den Verhandlungen über die sirit- iigen Verfassungsfragen teilznnehmen. Rach dem Ziksiandekommen eines Einverständ­nisses reifte er abends wieder nach Berlin, um nach einigen Tagen nach Weimar zurückziifehren, wo weitere Beratungen über die Preußen 'betreffenden wichtigen Fragen stattfindeu sol­len. Auch der h e s s i s ch e Ministerpräsident Ullrich ist am Montag in Weimar eingetroffen. Seine Ankunft sieht im Zusammenhang mit den Bestrebungen, die auf die Bildung einer rheinischen Republik abzielen.

BundesftaaLs- und Reichssteuern.

Weimar, 15. Juli. (Eigene telegraphische Meldung.) lieber die Verhandlungen der bun- desstaatltchen Finanzminffter mit dem Reichs- finairzmlnister wird noch mitgeteilt, daß die Reichsregierung von dem Ausgang der Ver­handlungen durchaus befriedigst ist. da das Srbschoftssteuergcsetz und das Gesetz über die Uebergabe der einzelstaatlichen Steuerverwaltungen auf das Reick ausaedehnt wird. Nock vor Schluß der Session soll dieses Gesetz der Nationalversammlun.g zu- aehen, damit es, bevor das Parlament in die sommerferien eintritt, erledigt wird.

Maud mth der Kaiser.

Keine Auslieferung.

(Privat-Tolegramm.)

Weimar, 15. Jftli.

Von durchaus zurerlässi^er Seite wird ver­sichert, daß Holland in der Frage der Ausliefe­rung des Kaisers W'lhelm durchaus fest ist. Tie Niederlande sind entschlossen, den Kai­ser selbst teitn, wenn es die deutsche Regierung verlangen sollte, nicht der Entente auszul'efern. Rur wenn der Kaiser selbst den Wutffch äußern ollte, vor den Ententegerichtshof gestellt zu wer­den, wird ma« ihm riichts in den Weg legen.

Sie Betteilang der Ränder.

Zerstücklung ttttferer Kolonien.

(Privat-Telegrimm.l

Basel, 15. Juli.

DerTemps" meldet: Ter fl-z-nzösffche Kolo- nstalminister Harrtz Simor kehrte aus London zurück, wo er an den Sitzungen der mit der Verteilung her ehemaligen deutschen Kolonien betrauten Kommission teikgenommen hatte. Au- sontenen mit Lor? Millner erneuerte er den französisch-mglischen Vertrag bezüglich Käme» inn und Togo. Nach diesem Vertrag geht der Wog vom M'ere bis. zum Tschadi-See ganz in französischen Besitz über Dagegen soll das eng liiche Gebiet an der Nordgrenze Kameruns et­was erweitert werden. In Togo spricht der neue Vertrag Lome und die beiden Eisenbahn­en en ebenfalls Frankreich zu. Im Norden des

Landes wird ein Ausgleich zwischen englischem und französischem Besitz vorgenommen werden.

Handel und Berlehr.

Englands Diplomaten für Berlin.

(Privat-Telegramm.)

Basel. 15. Juli.

Die englische Regierung wird nach Ratifizie­rung des Friedens durch das Parlament die normalen diplomatische« Bezieht»»- gen mit Deutschland wieder aufnehmen und einen Gesandten nach Berlin senden, da­gegen keine Militär- ttnb MarineattachLS. Als Handelsattache wird voraussichtlich der frühere Attache im Haag, Sir Oppenhei­mer, nach Bestsrn gesandt werden.

Die Franzosen bleiben zurückhaltend.

Basel, 15. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Die Pariser Blätter berichten, daß die fran­zösisch eGrenze und H ä f e n für die Deut- fdien auch jetzt während des Friedenszustandcs vorläufig geschlossen bleiben. Nur in drin­genden Fällen werden Deutsche die Genehmi­gung erhalten, sich für kurze Zeit in Frankreich aufzuhalten. Tie französische Regierung w'rd einen Geschäftsträger und mehrere hö­here Kontrollafsizierc nach Berlin sen­den. Für bm; Handel und besonders für die Farbstoffs ndustrie werden So ch v e r st ä n d i g r ernannt teerten, jedoch feine offiziellen Attaches.

Frankreichs Furcht.

Paris, 15. Juli. (Telegraphische PnvanmP i/Utyj Die französische Presse fürchtet, daß durch die rasche Aufhebung der Blockade gegen Deutschland die HarckelsPofitrschen MuteffWW f en Frankreichs in Deutschland stark ge - fährdet werden. To schreibt das »Journal": Durch die überraschend schnelle Aufbebmrg der Blockade gegen Deutschland wird Frankreich bald durch England und Amerika überflü­gelt werden, die heute hierfür viel besser gerüstet sind als Frankreich.

e

Die rührigen Amerikaner.

Basel, 15. Juli. (Eigene Drahtmeldung, l DerNewpork Herold" erfährt, daß Amerika mehrere offizielle Handelssachvcrstän- dige nach Deutschland cidfenfcct. Besondere Ho»ldeksatfach^'s werden nach Berlin und München, sowie offizielle HaudcsSvertreter nach Hamburg, Danzig und Köln ge­sandt werden. Die Post- und Tefegrammsperre gegen Deutschland wird fallen. In den ameri- kanffck-en Höfen werden liesondcre Vorschriften erlassen, um geheime Einwanderungen nach Amerika unmöglich zu machen.

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Attch Italien knüpft wieder an.

Zürich, ist. Juli. kBrivaffelegramm.f Tie ttalienische ZeitungTeeolo" berichtet, daß Italien alle Einschränkungen im Verkehr mtb dc-r Beziehungen mit Deutschland sofort nach der Ratifizierung auf hebt. Eine Kon­trolle der einreiscuden Tfitschen bleibt bestehen, um den Eintritt von Bolschewisten in Italien zu verhindern. Die Zensur für Postfendun gen ans Deuffchland wird aufgehoben.

Amerikanischer Kredit für Deutschland

Genf, 15. Juli. (Eigene Trahtmeldung.5 DerHerold" meldet aus Newpork: Tie für deutsche ss-inkäuse an Deutschland zu gebenden Kredite sollen 4*Z Milliarden Dollar betragen

Alliierte Kontrolle.

Rotterdam. 15. Juli. (Privat-Telegramm.) Tie englische ZeitungDaily Mail" meldet aus Paris: Tie Alliierten beschlossen in Gemäß- beit des Friedcnsvcrtrageß, auch in den deut­schen Ausfuhrhäfen eine Kontrollkom­mission einzusetzen zur Nebeewachung der Ein- und Ausfuhr im Interesse der Sicher­stellung der alliierten Ansprüche an Deutschland. Ser Berliner Berkehrsftreik.

Straßenbahncrstreik beeildet.

(Eigene Trahtmeldung.1

Berlin. 15. Juki.

In bett gestern abend stattgehabten Vcr- ünttmümgtn der Angestellten der Großen Ber­liner Straßenbahn wurde beschlossen, die Ar­beit heute morgen 7 11 br Wiede- anfzunehmen.

Die Hochbahner streiken weiter.

Berlin, 15. Juki. (Eigene Drabtmffdung.'i In der gestrigen Versammlung der Hochbabner 'wurde dnrck Abstimmung beschlossen, den Streik sortzusetzen.

Billige Nahrungsmittel

Preise für ausländische Lebensrnittel.

Der Reichsernährungsminister hat folge«, de« Erlaß au die Freistaaten, Kommmmtver» bättbe urtb Gemeinden gerichtet:

Um die Absichten, die mit der Verbilli. gnng der ausländischen Lebensmit. tel verbunden sind, zur vollen Durchführung zu bringen, bedarf es einer bereitwilligen Mit­arbeiten der Gemeinden und Kommunaliver- bände. Die Preissenkrmg ist in der Weise er­folgt. daß den Kommunalverbäniden die War« zu billigem Preise zur VersüMMg gestellt wird. Es tmrß mmmehr dafür gesorgt werden, daß nicht Zuschläge dttrck Zwisckenstellen «nid Zwi- ich?nhan!e-el genommen werden, welche die Ab­sicht der Verbilligung teilweise unwirksam matten. Auf Grund dessen wird folgendes be­stimmst:

Die Gemesndett bezw. die Gemeindever- bände h-aben für die ausländischen Lebensmit­tel. insoweit die Kreise nickt mit den bereits gettend-m Kle:nvekaussböchstpreffen für inlän- dffche Lebensmittel übereinstimmen, örtliche Kl ei n ve r kau fsh öckstp r e ise festznset- 3en. Hierbei wird die Beachtung folgender Grundsätze dringend empfohlen:

Bef Reis: Abgabepreis der Reichsstelle an die Kommornalverbände 3.50 M je Kilogramm; Zuschlag für Gemeinde irrtb Großhandel ein­schließlich Fvhrkosten dis zur Geschäftsstelle des KleirrHändlers Msammcn je Kilogramm 20 3», Zuschlag für den Kfeinbandeil höchstens 30 I je Kilogramm Do ergibt sich ein Pftmdpreis im Kleinperkaiti von höchstens 2 JL Bei H ü lsen f r st cht e nt Abgabepreis ter Reichs­stelle au d'- K ommuno sverbände 2 M je Kilo- fgramm- Zuschlag für Gemeinde und Großhan­del einschließlich Fuhrkofteu bis zur Geschäfts­stelle des Kleinhändlers zusammen je 20 H; 3u* schlag für den Kleinhandel höchstens 30 3> je Kilogramm. So ergibt stck ein Pfmtdpreis im Kleiuverkauf von höchstens 1.25 Jt. Bet Mehl: Abgabepreis der Reichsstelle an die Kommunalvorbände 1,30 .ft je Kilogramni: Zu. schlag für Gemeinde und Großhandel ejnschließ, lich Fuhr kosten bis zug Geschäftsstelle des Klein­händlers zusammen 20 bis höchstens 22 I; Zu­schlag für den Kleinhandel 14 bis höchst. 16 H je .Kilogramm.. So ergibt sich ein Pfund preis im Kwinverkanf von 82 bis höchstens 84 L>. Für Fleisch und S p e ck sind die gemäß den Richtlinien der Reichsfleischstelle aufgestellten Kalkulat-onen zuarunte zu legen. Sie werden in der Reges ermöglichen, daß in kleineren und mittleren Städten das Fleisch, welches zu 7.60 Mark je Kilogramm abgesehen werden wird, zu 9 M je Kilagramm in den Verbrauch abgegeben werden kann, in größeren Städtern insbesondere wenn Pökelfleisch hinzukommt, zu höchstens 9.50 XJe Kilogramm. Bei Speck, loclcher zu 6.80 .« je Kilogramm abgegeben wi-rd. wird der Berkanffspreis im Kleinha idel überall mit 8 je Kilogramm ausreichend be­messen sein. Für Speisefett, welches zu 9 M je Kilogramm ausgegeben wird, sind höchsten? die Zuschläge zu berechnen, welche durch die ReichS- fettstelle (Penordnung vom 11. 9. 1918 und Aus, >ührmrtsbeftitnmungen vom 20. 9 1918 und 25, 10. 1918) zulässig sind.Kondensmilch, loclcke zu 1.50 .ft Je Büchse abgegeben wird, wird zu 1.80 Jt in den Verbrauch gegeben wer­ten können. Bei Au ländischen Kar­toffeln, bei welch'tf, alte Kartoffeln der Abgabepreis em den Komm-inoto.-banv 20 is Pfund imo Friibkotroffeln 30 3, je Vjnnd beträgt, sind nie Anschläge für Gi-m>ino>.- und Handel nach denselben. Gnindsätzen zu berech­nen, nach denen am 1. Juli diejenigen für In- landskattoffeln berechnet wurden. Wo bisher Mifchpreäse für ausländische und inländische Kartoffeln bestanden, bat eine entsprechende Er Mäßigung einzutreten.

Bei den Kommunalverbäuden und bfemeiu- den dürfen Uclterschüsse aus der Vertei- lung der Lebensmittel nicht erzielt werden.

Weimarer Tagung.

Erörterungen über Fürsorge.

(Telegraphischer Bericht.)

Weimar, 15. Juli.

In der gestern nachmittag abgebattenen Sit­zung standen Fürsorgefragen zur Beratung. Das HauS war nur schwach besetzt. Präsident Fchrenback hiesi es bezeichnenderweise für ratsam, den Abgeordneten dringend anheim zu stellen, .nur die wirklich absolut notwendi­gen Reden zu halten^. Er glaubte, daß es besser fei. nicht zuviel? Worte zu machen, sick aber mehr an die Tat ter Abstimmung zu hal­ten. Eine Reihe von Wahlen wurden für un­gültig erklärt. Rach kurzer Beratung ics Ge­setzes betreffend die e r h ö h t.e A n r e ch n u n g der während deS 'Kriegs zurücka?lcgt--n