Einzelbild herunterladen
 

I

Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

2>te etfTtUr Nachrtchtm erscheinenwöchentlich 'ed:6mal v.nb zwar eben»6. Ter

$Ibotm«ntntepret6 betrügt monoti. 1.50 Marl bei treer fluSeOung ins Harrs Besten ringen werden jederZeir van der LeschüstkfteNe oder den Seim entgegen genommen. < rudere;. Verlag und Redaktion: Schlachthofstrabe 28/rv. g ur unverlangt ctngefanbt- STcitrdge (ann die Redaktion eine Verantwortung oder SewLhr in feinem s alle übernehmen. Rüdzablung des Bezugs gelber oder Ansprüche wegen eiwaigernichtorbnungsmäbiger rieeruug ausgeschlossen.

Hessische ^lbendzeitung

^Ufertiendvreifc; ii: -es.iu-apa :ete Zeile für einheimische Geschäfte 30 Pkg. für ans. rocTtiee Antigen >-> b? lettam.e.eile für einheimische Geschäfte 75 Pf, für auswärtige Seschaitt 1 Mk, einfache Beilage» .r erben mit 5 Mark pro Taufend berechnet, alles mit «sts, rÄeririgSiAuschlag. Bel liebem ;':tng non Anzeigen auf teleph. Wege wird für durch Hör- fehler hervorgeni'enerr r:-r kei lrleiHaftnug übernommen.Für die Aufnahme vonAnreagen an bestimmten Ttien w; i inen wirb keine Gewähr geleistet. Geschäftsstelle: Kölnische Ter. 5.

Nummer 184.

Fernsprecher 951 und 952.

Sonnabend 12. Juli 1919.

^entsprechet 951 und 952.

9. Jahrgang.

baldiger Mederbegiun des Handels.

ll«d nun ans Werk.

Die Hetze« empor! p

Der Frieds ist geschlossen! Nach der Unterzeichnung folgte nun die formelle Bil- kigung der deutschen Volksvertreftmg durch die sogenannte RatiMation. Damit ist von unserer Seite das Siegel unter den Vertrag gefetzt, der unser Schicksal für viele Jahre, ja Jahrzehnte fefilegL. Roch vier Ratifikationen seitens der h-Är-tsächlichsten mit uns im Kriege stehenden Mächte sind erforderlich, um den Frieden in seiner Gesamtheit zur Wirtlichkeit werden zu lassen. Reden wüt nicht mehr von der Vcr- gangenHert. Breiten wir vorläufig über sie den Schleier der Versessenheit. soweit uns das bei den furchtbaren Erlebnissen überhaupt möglich P. Kein Mick rückwärts, dafür aber alle Augen vortoärtS ! Und vor allem die Herzen auf­wärts! Wir müßten schlechte Deutsche sein, wenn wir nicht imsere letzte Kraft daran setzen wollten und würden, ein einmal gegebenes Versprechen zu halten zn suchen. Mögen mich die Umstände, die uns zu der Zusage nötigten, noch so erschütternd gewesen sein: wir weiden unser Wort «inlösen, soweft wir es nur immer vermögen! Man soll uns niemals . nachsagen, daß wir uns böswillig übernom­mener Pflichte« zu entledigen versuchten! Nein: unser Arbeitswille und unsere Schaffensfreude sollen einzig und Mein in dem Gedanken rich­tunggebend sein, daß alles, was wir jetzt leisten und wirken, zuunseremeigenenWohlr geschieht. Fe sorgfältiger unb freudiger wir ar­beiten, mn so rascher machen wir uns frei! Wohlan denn: ans Werk!

Mr brauchen nicht zn verzweifeln und zu verzagen! Seht nur, wie Überall int Volke es sich regt, tote die Unternehmungslust wieder wachst, wie der Schaffensdrang sich tu kühnen gönnen äußert, wie der freie deutsche Mann h reckt von langer Ermattung, wieder Aus­schau hält nach dem Neul and, das sich vor sei­nen Blicken austut. Wahrlich: ein neues Land, und neue Dahnen, neue Wege muffen wir alle beschreiten! Machen wir nnS frei von alten Erinnerungen und lahmenden Träumen. Es nützt nichts, Ausschau zn halte« nach dem Ver- stoffenen, daS nicht mehr einzuhalten, nach dem Vergangenen, das nicht mehr zum Leben zu erwecken ist. DaS Problun des Tages, der Stunde, ist |a. auch nicht dieses: tote können wir das Mw wieder lebendig machen und die alten Formen in Wirtschaft und Politik wieder er­neuern? New, Die Tagesfroge ist die: wie helfen wir unserem Vaterlands und unserem BoAe am schnellsten und sichersten zum Wie- deransstieg? Und bei dieser Fragestellung darf os ftr die Antwort kein Besinne« geben : Alle ans Werk! Alle Ard.-ftskraft, wo sie Mch sei, nutzbar machen für neues Wirken im neuen Geiste? Fm Geiste des Vertrauens und d-S Glaubens! DeS Vertrauens aus unsere Kraft, de» Glaubens an unsere Zukunft! Trotz allem: wir hübe« die Kräfte, nm uns heraus- Marbeiten auS dem Abgrund, und wir Hachen ehte große ZiKMtft. Freilich: tiefe -Schotten zeigt uns das Bild des Deutschlands von heute. Noch ist fein Fieber, das sein Volk durchschüt­telt, nicht gebarmt, «och brennen klaffende Wun­den in feinem WirkschaftSkörper, und immer neue Gewalten zehren an fernem Marke. Die Krankheit, von der wir heimgöfticht werden, ist schwer und lang. ES geht um Leben oder Tod! ES bedarf wirklich unserer allerletzten Wider- standskraft, um die Rettung zu verbürgen. Und doch: wen» nicht alle» täuscht, zeigt sich daS junge Morgenrot am Simmet! Freilich: es wird noch sehr viele und starke Zuckungen ge­be«. DaS neue Deutschland wird noch manches Mak erbebe«, oder siegen tottb doch die Le- TCTtdöCj tigintg:

ttnb da» ist es auch, was uns alle ehrt: wir wollen schaffen für unsere Exkstenz und für die Grundlage der Existenz unserer Kinder! DaS können wir nur durch organisches und organisiertes Arbeiten? Durch Planmäßigkeit und Drszivlin in der Arbeit! Durch Freude und Wille bei der Arbeit? Dir schaffen ja gewiß nicht für diese oder jene Vvlitflche oder wirt­schaftliche Richtung, tohr schaffen für unS selber. Bei der heutige« Wirtschaftslage sind wir alle in unseren Interesse« und Aufgaben auf das engste miteinander verknüpft. Was totr anderen schaden würden, würde uns letzten Endes am Härtestentreffen. ® eroeinfien! Das ist eS, was jetzt allarthaLben zmn Durchbruch komme« muß, um di^emge Wirtschaftsform zu erreichen, die alles, uns retten kann: Gemein. schsftSardeitl Wie hatte daS Wort: ,Alle für ernen? Einer für alle!* einen solch lcben- ßigen Sinn, als jetzt für uns Deutsche nach die­sem Friedensvertoag! Wohlaa denn: ans Werk! Mft neuem Geist, «ft Neuem Mut, aber mit

bau alten Ziel: Deutschland, das heiß ge- kiebte Land unserer Mutter, zu neuem Glanz und zu neuen Ehren zu führen?

Wir werden es schaffen, wenn wir einig sind und treu!es.

Heimkehr her Gefangeaen.

Französische Schikanen. (Privat-Tclegramm.) Ludwigshafen. 11. Juki.

Im Sa ar gebiet und in der West­pfalz find bisher acht Züge mit deutschen Kriegsgefangenen eingetroffen- Die Leute sehe« durchschnittlich nut auS. Es spielten sich vielfach ergreifende Wiedersehensseencn ab. Eine g-rau in St. Wendel fand ihren längst ver­schollenen Ehemann wieder. Sie hatte sich in­zwischen mit einem anderen Mann verheiratet. In Zweibrücken mutzte der schlichte Em- psnngsschmnck, aus Kränzen und Tanncn- gewinde bestehend, aus Anordnung der sranzö- fifffjen Behörde entfernt werden. Ebenso wurde jedes Flaggen mrtersagt.

Don deutschem Personal abgeholt.

Essen (Ruhr), 11. Juli. (Eigene Drahtmel- drmg.) Der Rheinisch-westfälischen Zeitung wird aus Duisburg berichtet: In einer Sitzung der Kriegsgefangenen-Heimkehr wurde mitgeteilt, Nach langen Verhandlungen mit der Entente sei bestimmt worden, daß Duisburg von ettoa 100000 Kri zgsgefangenen berührt werde. Die Entente verlangt aber, daß die Ge­fangenen von den französischen Gesanaeurn- togem mit deutschem Eiftnbahnmaierial und deutschem Personal ab geholt werden. Da­gegen stellt sie die militärische Bewachung bis Duisburg. Hier findet die Uebergabe an die deuffcheir Kommissionen statt. Wenn es von der Entente gestattet tottb, fahren die Pfleger und Beglletter den Transporten bis Krefeld ent­gegen, um die Gefangenen darauf aufmerksam zu machen, daß sie nicht eher aussteigen dürfen, bis sie iw den Turchgangslrgern entseucht sind und ihre GEihrniffe, die ihnen andernfalls verloren gehen, erhalten haben.

Re Unruhen in Wien. Italienisch-französische Kämpfe.

(Eigener Drahtbrricht.)

Basel. H. Juli.

Die Information meldet aus Paris: Die Vorgänge in Fiume werden in Pariser po­litischen Kreisen mit gebührendem Ernst be­sprochen. TasJournal" ttnb die anderen sran- zöstschcn Blätter ferbern kategorisch die Zurück­ziehung der kampflustigen italienischen Truppe« oder wenigstens ihre Ersetzung ditrch weniger bolschewistisch durckssetzte Streitkräfte. TerMa- tm" berichtet, daß zwischen Rom und Paris Der Handlungen stattsinden, um Filmte rrtr Hälfte mit ftanzöfischen Truppen zu besetzen.

e

Der Zwist dehnt fich aus.

Basel, 11. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) DasEcho de Paris" meldet über die italie­nisch-französischen Zwischenfälle in F i n m e : Die Zwischenfälle von Ffttmc beschränken sich nicht nur ruf Fiume allein, sondern sie toicder- hokten W) auch in Genua, Verona und Mailand. Der ganze Feldzug vollzieht sich nutet dem aleichgülttgen Zusehen und unter dem Schlitze freundschaftlicher Versprechungen fettend Attis und Tittonis. Durch die Ent­sendung einer Unkrsuchungskommiffion nach Fiume wird die Angelegenheft aber nicht beigs- legt werde«. Italien steht feit Jahrhunderten mit den Südsks^vcu im Streit. Es wird daher als wenig angerneflen erachtet, daß sich die M- IHerten in diese Sache einmischen. Die Allianz scheint zu vergessen, daß sie vor allen Dingen eine antideutsche Liga bleiben muß. um sich bei Kräften zu erhalten. Italien hat von Frank, reich fei wettet Mitwirkung gegen die Slovenen zu erwarten. Diese dürften aber auch von Frankreich keine itati en-feindliche Haftung ver­langen. Das Blatt fürchtet, Italien werde viel­leicht durch die fttgo-slavische Gefahr den Deut­schen oder Ungarn in die Arme getrieben.

Berliner BetkehrMeik.

Noch immer fein Ende.

(Eigensr Drahtbericht.)

Berlin. 11. Juli.

Nach einem abermals als aussichtslos fich erwiesenen Betsuche des BollzugstatS, durch Verhandlungen die Bcendi-ping des Verkehrs ktteikS «nrrchilvnen bfirftrn sie Vrdöraen w t i.

terhin Teint Schritte unternehmen. Reichoarbeltsminister Schlicke erklärte nachdrück­lich daß er vorläufig nicht oi»greife, da er über den weiteren Verlaus der VerftändigungSver- suche nicht unterrichtet fei. Die? betrachte er als Sache der Partei.

Fremde HsudeiMuser.

Engländer rmd Amerikaner in Tetrtschlaub. (Privat-Telegramm.)

Berlin. 11. Jul'.

Wie wir erfahren, werden in den Groß Berlinee Hotels für ainerifanifdie unb englische Grvtzfinanziers Wohnungen für die nächste Woche reserviert. Tic ftr Berlin weilenden E n. t e n t e k o m vi i s s l o n c '.i bereiten htc Grün­dungen eigener Handelskammer,, der Entente in Teuffchland vor.

Ein englisches Handelsshndikat.

London, 11. Juli. tEigcner Drahtbericht.) Die englische Handelszeitmtg .,Manlliester Gu­ardian" meldet, daß sich eine Reibe großer eng­lischer Handelshäuser z" einem Sv »di lat zu- fammcngeschloffcn haben, das in Deutsch- taiid und Oesterreich innerhalb Jahres­frist über brcttnvfeub Handelsnieder - lass«« ge« errichten will.

Allgemeine Handelsfreiheit verlangt.

Paris, 11. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Ter alliierte Oberste Wirtschaftsrat h«t eine Note nn die verschiedenen Regierungen gcrichte?, ft, der gesagt wird, tsittz die mirtfcklaftlichen Maßnahmen, dir zur Beilegung Dcutschlrnv; getroffen wurden, dnr-tz die »verwartete lange Smie r ihrer Aufrechterhaltung eine völlige wirtschaftliche Unordnung hcrvorae- rufrn haben. Dio Kommiffion, die diese Note übermittelt, empfiehlt die Rückgängig­machung sämtliche gegen Deutschlmw tzetrof- fenen Kriegs maß nahmen ttnb tritt da­für ein, feine Schutz- ober Vorzugszölle zu erhe­ben. fenbem alle beschränkende» Bestimmungen auszuheben, sobatz wieder allgemeine Han­dels- und Verkchtsfrciheit entstetzt.

Englische Schiffe nach Deutschland.

Rotterdam. 11. Juli. (Privatmetoung.) Manchester Guardian" meldet, baß bis Mitt­woch abend bei Lloyds Versicherungsbüro in London viernndzwanzig Schiffe für die Fahrt n ach deutschen Häfen augemcldet waren.

ssmstzas Notlage.

Lord Cecil rät zur sofortigen Hilfe.

(Privat-Telegramm.)

Bern. 11. Juli.

Rach demDaily Ehroniclc" sagte Lord Cecil in einer Rede im englischen Unterbaute: Die wirtschaftliche Lage Europas ist so schlimm wie sie nur sein kann. Die Völker flagcn über einen Mangel an Lebensrnitteln, lleberart be­merkt man einen beinahe völligen Verfall des Transport- und Kredittoesens. Die foidrtrpüe Aufgabe im gegenwärtigen Augenblick ist die Befferung der toirtschaftlichen Lage und zu die­sem Zwecke müssen wir uns entschließen, dem Kontinent zu Hilfe zu kommen. Wir müssen unsere Friedenspolitik unbedingt so einrichten, daß sie den wirtschaftlichen Wieder­aufbau Europas nicht bindert. Tun totr dies nicht, dann dürfen wir «ns nicht wundern, wenn die revolutionäre Bewegitna sich weiter ansdebnt und zuletzt, wenn auch nicht uns selbst, so dock alle anderen europäischen Ländrr in den Strudel hincinzieht.

Sein Kaisewroretz?

Verfahren gegen N-Boot Kommandantin.

(Privai-Telegramm.t

Amsterdam, 11. Juli.

Tcr Anrstervamer Mitarbeiter des englischen BlattesManchester Guardian" schreibt: Jc näher der Prozeß gegen den Kaiser ist, desto größer scheinen bfe Schmierigkeiten, auf die nun* stößt. Es seien Anzeichen bafflr vor­handen, daß vielleicht der ganze Prozeß auf­gehoben werde, und man braucht nicht er staunt zu sein, wenn demnächst eine Erllärung von amtlicher Seite in diesem Sinne gegeben werde. In rechtskundigen Kreisen sehe man die gesetzliche Unmöglichkeit einer gerichtlichen Set. fvlgtmg des Kaisers ein. TaS gerübliche Berfahekn gegen vie U-Bogtfvmmanban­te« werde ohne Slücksicht aus die Frage be-3 KaiserprvzcffeS m«t völliger Zustimmnng Amc rifa5 bnrt6aefübrt werden.

Weimarer Tagung.

Das Reichsgericht besteht weiter.

(Eigener Trahtbericht.)

Weimar, 11. Juli.

Die große Spannung, die noch gestern übet dem Haufe lag. ist gewichen. Das Leben in der Nationakpersaminlung geht wieder in der ge- tvohute« Weise weiter. Der Sitzungssaal, der gestern überaus stark besetzt war, weist heute zahlreiche leere Bänke auf. Auch von der Re- aiernng sind nur der Neichswchrminister Ros­te und der Reichskommiffar Dr. Preuß er- schienen. Vorübergebend werden auch Mül- l e r und Erzbcrger sichtbar. Die Zu­schauertribünen sind wie getvöhnlich überfüllt. Trotz der späten Rachmittagssinnde, zu der die heutige Sitzuna angcsetzt toar. verzögert sich bereu Beginn fast um eine halbe Stunde. D'e Beratuna des V er fassun gS-En t wnr- fes wird fortgrsetzt.

Die Unabhängigen haben wieder eine Reih« Abänd eru ngs a nträge zur Derfas- s u n a einaebracht. zu denen die Parteien an­scheinend erst noch Stellung nehmen müssen. Ein Antrag verlangt, daß für die Ausübung der Gerichtsbarkeit nur Volksaerichte ein» geführt le erbet* sollen, denen auch Soldaten nn. terworsen fin^ Militär- und Ausn.ahmegericht« aller Art sollen verboten fein. Als erster Red­ner erscheint auf der Tribüne bet Abgeordnete Henke von den Unabhängigen: Die in der Verfassung vorgesehene Rechtsvflege macht vie­len Leuten eine bedenfliche Sorge. Die bis- herigeu Gerichte sollen durch Wahlacrichte er­setzt werden Henke versucht auf jede mögliche Art für den Arrtraa feiner Partei im Hause Stimmung zn machen, doch sind alle seine Mühen vergebens. Die Abgeordneten fast sämt­licher Parteien lauschen nur toibertoitti« seinem Vortrag. Fran Zietz. die in parlamentarischen Kreisen eine gewisse Berüdmibeit wegen ihrer Zwischenrufe genießt, sucht den Redner durch öfteres lautes: Sohr richtig ttnb Bravo zu ent- s<hädigcn für die Niederlage, die er sich offenbar trotz seines toobkflingeitd.m Vortrages ist Hanse zuzieht. Henke bat sich die Mühe ge­macht, den Abgeordneten vorzurechnen, wie­viel ungerechte Urteile von der bisherigen Klas- senitifiiz gegen die Mitglieder seiner Parteien gefällt worden sind. Doch auch damit legt er wenig Ehre ein. Treffend bezetchnen die Zu­rufeMünchener Geiselmord", wie sehr das Haus die unabhängige Rechtspflege einschätzt. Auch die Scitenhiobe, die Henke dem Minister Roske zn versetzen sucht, fallen vergebens. Auf Noske machen diese märt den geringsten Ein­druck. Herr Henke bat sehr lange geredet und ein erlenhtcrtes Aufatmen geht durch das Haus, als er sein Manuskript znflalwt ttnb von der Tribüne verschwindet.

Die Vertreter der übrigen Fraktionen suchen an einer Reihe von Beispielen unter lebhafte­ster Aufmerksamkeit des Hauses zn beweisen, wie unfruchtbar das unakchänarge Problem 'st und so bleibt es denn cntch nicht aus. daß für den eingebrachten Antrag nur die Nnabhängi« gen stimmen. Das Resultat wird vom Hause mit lautem Beifall aufgenommen. Der Bestand des Reichsgerichts ist damit gesichert. Die nächste Sitzung ist Freitag y. 10 Uhr Klein, Anfragen. Verfassung.

Sie Landesdersammlmm.

Etat des Innern. Parteisache. Schadenersatz. (Telegraphische Meldung.)

Berlin. 10. Juft.

Unterm Vorsitz des Präsidenten Leiner! inirb zunächst der Etat des Innern bera­ten. Abgeordneter Dr. Re in icke (Zentrum) beantragt die Errichtung einer Berufsberatung auf staatlicher Grundlage. Abg. Schubert (Sog.) verlangt in einem Antrag die unverzüg­liche Vorlegung eines Gesetzentwurfes zur Ab- schaffnnq aller geheimen Personalakten bet Staats- tut® Gemeindebeamten und -Arbeiter Abg. Hammer (Dcf.tschntl.) empfiehlt einen Antrag, der den Gendarmen den Rang der mitt' Heren Bemmen verleihen will. Abg. Dr. R e Senborn (Deutzschntl.) beantragt, die Regie- rung u>nt Auskunft zu erfaßen, ob ttnb inwie­weit seit der Revolution bei der Herstellung und Verbreitung von Flugblättern intb -Schriften parteive-litischen Inhalts oder Ur andere parteipofttischc Werbearbeit Staats­mittel mtsgegeben worben seien, ferner, bei her Reichsleitung anzufrwgen, welche ReichS- tnittd für solche Zwecke verwendet friert tmb welche Einbuße die Retchspostkaffe aus der Vevfenduns von Parieffchriften als ReichS- dienstsache erfttien hat. Es sei unverantwort­lich. daß einfeitw für die Sozia'.demokratcn eine Werbearbeit o-us Stoffen des Reiches und Staa- jcä-fletrwtiMi tnttb. «üm». Bollert (Demollt