Meter Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 179
Sonntag, 6. Juli 1919
Fernsprecher 951 und 952.
9. Jahrgang.
Fernsprecher 951 tntb 952.
Eine Republik Gwßhessen?
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Auch Hannover streikt!
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Besprechungen in Weimar.
Köln, 5. Juli. (Prtoat-Telegramm.) Wie die Kölnische Zeitung aus WUmar erfährt, treffen heute die Führer der Fraktionen der preu- Mchen Landesvcrsammhtn er in Weimar eilt, imt mit der Reichsregierung und den Führern der Nationalversammlunq über das zukünftige Schicksal Schlesiens $it beraten.
3nfertion$preife; Die llebengefpaltete Zeile für einheimische Geschäfte 30 Pkg, für aus. wärtige Anzeigen 35 Df. Reklamezeile für einheimische Geschäfte 75 $f„ für auswärtige Geschäfte t Mk, einfache Beilagen werden mit 5 Mark xro Tausend berechnet, alles mit 50°/, Teuerungs.Zuschlag. Bei Nebermittkung von Anzeigen auf keleph. Wege wird für durch Hör. fehler bervorgerufene Irrtümer ftincrieiHaftung übernommen. Für die Aufnahme vonAnzeige» an bestimmien Tagen ober Plätzen wirb keine Gewähr geleistet. Geschäftsstelle: Kölnische Str. 5.
Eine Jäjwjcte Debatte entsteht Aber den Ar> EM. der die EVHetznn« dem MrSschAse-l. die dir
<mMden solle», »«-stimmt. Der 9toQew9*tete e,t»n brr -euMeu DoMSParter fordert namens seiner Frakttot» die Streichrma dest Zanren Artikels. Mm nMe es OM chmr der Regieam« allein Öbertaffen, dbe ans- tvErtiye Pökrtik zu mache«, da ja die ReAenmK mtS dem Parlament hervorgehe tntb in diesem Fsslle die Ausschüsse dann nur noch die Pflicht hätte«, sich feSber oder den Standpunkt ihrer Barter zu überprüfen. Der demokratische Ab.-r- ordnere Schücking dagegen fordert die Ein- fetzuuq derartiger Ausschüsse, da gerade die -nitgsste BerMngeuhsit am Vesten gezeigt habe, wie notwendig eine solche Kontrolle sei. In namentlicher Abstimmung entscheidet hierauf das Haus gegen den Antrag der deutsche«
mmslKgemäß die große Umwandlung sich vollziehen lasten können? Die Ereignisse der letzten Zeit zeigen uns leider, daß w-ir kaum noch: fähig sind, das zu tun, was utls not tirt. was uns dem endgültigen Verderben entreißen kann. Man wird also, loenn ferne Einsicht kommt, zusehen müssen, wie Fremde sich unseres gesamten Eigentums bemächtigen und wir zu Sklaven werden, wir a II c. ... V. .
beiden Seiten herrscht die Neigung vor, den Konflikt sobald als möglich beizulegen. Auch der Vollzugsausschuß ist bemüht, ' Scheitern der Verhandlungen zu verhüten.
Hannover, 5. Juli. (Ekgerre Drabtmcl- düng.) Dir Eisenbahuarbeiter im Direktions- bezirk Hannover sind gestern abend ht den Streik getreten. Die Ersenbahnbeamten haben sich dagegen gegen den Ausstand erklärt, ebenso wie die Lokomotivführer bereits kundaaben, ihre Pflicht weiter zu tun. Infolge des Streiks ist der Zugverkehr fast ganz unterbunden. Heute früh find mit wenigen Ausnahmen Personenzüge von Hannover nicht abgefahren. Die Streikenden habe« zugc- fagt, Leibens mittelzüge verkehren M lasten.
Wiederaufnahme der Dienstes?
Frankfurt, 5. Juli. (Privat-TelegramM.) Der Eisenbahnbeamtenverbcmd und der Wge- meine Eisenbahnerverband, Ortsgruppe Frankfurt a. M., haben sich in einer ZUejenverfamm- tuug entschlossen, am Dienstag den Dienst Wieder aufzunehmen, gegebenenfalls soll es unter militärischem Schutz geschehen.
Die Haltung der Beamten.
_ Frankfurt, 5. Juli. (Eigene Drahtmekdtmg.) Eine von weit über zweitausend Persoueu besuchte Versammlung der Eifenbahubeamten von Frankfurt a. M. beschloß, an die Streikenden ein Ultimatum zu richten, bis Smsrabend abend sechs Uhr die Arbeit wieder aufzunehmen. Um die gleiche Zeit wird eine abermalige Versammlung der Beamten darüber beschließen, welche Maßnahmen zur Wiederaufnahme des Verkehrs getroffen werden sollen, wenn die Arbeiter zu dem festgesetzten Zeitpunkt die Arbeit näht wieder aufnehmen. Im unbesetzten Teile, des EisenbaHttdirektionSbezirks Mainz beschloß die Beamtenschaft endgültig die Nichtbete kl igungam Streik. Die Urbeiterfchaft streikt weiter. Jeglicher Zugverkehr nach Süddeutschfland ist kahmgelegt. Aufrecht erhalten wird nur der Verkehr mit dem linksrheinischen Gebiet und der Verkehr der Le- benSmittslKge nach den einzelnen Richtungen.
Was geht vor?
Entsteht eine neue deutsche Republik?
(Privat-Telegramm.)
Basel, 5. Juli.
Laut Baseler Nachrichten meldet der Koblenzer Vertreter der Londoner Zeitung Daily Mail, daß eincuencdeutscheRepublik im Entstehen begriffen sei und zwar bestehend aus der Rheinprovinz, Hessen, Hessen-Darm st adt und der Pfalz mit Re- gleruugssitz Darmstadt. Präsident der neuen Republik soll der frühere sozialdemokratische ReichZta gsabgeorducte für Hessen - Darmstadt Ulrich werden. Die Republik soll, nach dieser Meldrmg, eine deutsche Bundesrepublik sein.
_____ einen Punkt erzielt. Hei dem bisherigen Verlauf der Lerbarrdlungen machte ich -der Eindruck geltend, daß ein befri cdi- g end es Ergebair M erwarten sei. Auf
Sie schiefe Svene.
Vorarbeit für unsere Feinde.
Seit Ausbruch der deutschen Revolution er- /ebten wir eine Wirtschaftskrise nach der anderen. Zeitweise flammten die anarchistischen Wewegungen auf, und ihr Feuerschein überstrahlte glutrot selbst die Unterwühlntvgen von feindlicher Seite. Als bann nach Niederwerfung der Kommunisten die Friedcnsverhandlun- gen in Versailles begannen, richteten sich alle Äugen gen Westen. Alles harrte der Entscheidung, die die derzeitigen Machthaber der Wett über das Schicksal unserer Heimat fällen würden. Dadurch schlummerten die maxinraWischen Bestrebungen ein, ohne jedoch gänzlich zu verschwinden. Optimisten glaubten schon, die Gefahr, die vorr innen drohe, wäre überwunden. Ws mm die gewiß nicht hohen Erwartmrgen, die das deutsche Volk an die Friedensverhand- lungen knüpfte, infolge der in der Weltgeschichte einzig dastehenden diktatorischen Forderungen des Viererrates ins Wasser fielen, hätte man tümrehmen sollen, daß Deutschland wie ein Mann hinter seiner Regierung geschnden hätte. Was die Stimmen von rechts und links auch ton gegenwärtigen Regime anszufctzen haben, es hätte doch alles zurücktreten sollen hinter der einen großen Forderung An die Arbeit! Um dies Ziel zu erreichen, ist es jedoch dringend nsKvcndfg/eine nach bestimmten Ge-' sehen sich richtende Ordnung ausrecktt zu erhalten. Stattdessen erleben Wir das traurige Schauspiel, daß nngeaebtet der verschiedensten LSstNiWlqru und vernuststgemäßrn Darlr^mgm aewisseiflose Hetzer mch weltsreurde Ichevärmer hie Massen an sich reißen.
Es ftkhi doch heute unzweffelbaft fest, daß die neuen traurigen Zustande, die durch den Ausstand der Arbeiter und Angestellten hervor- g-rrnfen wurden, letzterhano politische Ur- foche herben. Wenn auch der größte Teil der Streikenden sich der politischen Ziele der fiel« Wit Gruppe von Agitatoren, der sie folgen, nicht bewußt ist unterstützt er doch voll und ganz das Treibe» der Söldlinge von Moskau. Es ist ein eigenartiges Bild, das sich dem objek- itocit Zuschauer heute bietet. Im Grunde nrag ein Plan von den Kommunisten Deutschlands ausgearbeitet worden fein, um die Gewalt im gegettwärtigeir Augenblick an sich zu reißen. Zum überwiegenden Teil sehen wir jedoch eine ManlosigTeit ohnegleichen. Die, Forderungen der Eisenbahirer. die der Angestellten der Straßenbahn und der übrigen Verkehrsmittel in Berlin bezwecken vor allem, Zahlung von Geldern. Wie W'trtfe-ä das Papier ist, das muß sieh heute doch jedermann sagen. Was Hilst es, wenn die Löhne in die Höhe gehen und mit tonen die Produkte im Preise steigen? Einen Absoluten Vorteil wird man auf diese Art und Weise nie und nimmer herausschlagen können. Die arbeitenden Klassen graben sich damit ihr eigenes Grab. Unsere Geldentwertung geht in erschreckendem Maße vorwärts. Ob man drüben an Themse und Seine in den gegenwärtigen chaotischen Zuständen Deutschlands nicht das gegebene Moment erblicken wird, um zur »Iicheru.ng seiner Forderungen" weitere Repressalien gegen uns anzuwenden, ist nur mit einem Ja zu beantworten. Gelingt es uns nicht, des neuesten Putsches der Marrmalisteu, denn um einen solchen handelt es sich zwerfel- los, in allerkürzester Frist Herr zu werden, so kann man unsere Lage aks endgültig entschieden betrachten. Wir sind dann erledigt! Ter wirtschaftliche und politische Ruin, den wir mit tucherster KraftanstrenMng noch hätten verhindern können, tritt dann unweigerkich ein.
"Sogar die Beamten, die bisher in der Frage der Ausstandsbewegung sich äußerst besonn en benommen haben, sangen an, der all- flenteäten Seelenstörunq xnm Opser zit fallen. Man mnß mit Entsetzen feststellen, daß die Nerven des deutschen Vokkes zugrunde gerichtet sind. Der OrgamsmuS unseres Staates ist totkrank, itttS» wir haben feine greffbaren Mittel, nm ifrm RUHe und Erholung gönnen zu können. Im Gegenteil, die Not zwingt uns, von ihm noch ArbeitArast zu fordern, und da- !bei beflen wir mit allen Mitteln, einen Fieberschauer nach dem anderen herbe rz-urufen, um ja noch das bißchen Kraft, das War geblieben, zu zerstören. Das Charakteristikum des Deutschen war früher seine Ardett. fein Fleiß. Sie schufen ihm eine Bett von Neidern und Feinde«. Sollen wir dafür, daß es einer Weü gelungen ist, tm8 nach jahrelangem Kampfe auf die Knie M MÄwen, unsere früheren Eigen- schäften 'm ihr Begenwil vwivandekn? Fast scheint es, als ob wir dies Men. Streik ist heute die Parole zwischen Rhein und Oder. Blinde Lxrstörwrgswut. Dxmchflrng aller Ord- : rtung. Chaos und damli Dot und Elend, das 1 ist es, womit wir der WSt bewsison, doch das । alte Deutschland nicht mehr errftiert Man hat ' uns gefürstet und gehaßt, jetzt werden wir i vermkret. Hätte sich wirklich fein stkittellveg • finden lassen? Hätte man mcht haMvegs ors- -
Der Berliner Ausstand.
Berfln, ö. JuL. <Prtoat-.Tekeqramm.st Die trigen DerÄandlnuge» über den qxoßeu Ber- er AuSztaud vor dem sihollzugSausschuß, die । bis twen zehn Uhr huu-ogen, haben eine tsckriArUtz noch picht gebracht. <Swe Einigung
Die SLrmrnrrng in der Pfalz.
Mainz, 5. Juli. (Prioat-Telegramm.) In der Pfalz und im Rheinland, insbesondere in Edenkoven, Landau, Wiesbaden und Mainz, sind erneut hochverräterische Umtriebe fcstzufftellcn. Besprechungen unter den fogenannten Jungfranzosen, wie sich die verräterischen Französlinge zu nennot ftklechm, hghen mehrfach ftattgsfimden. Neue, :-■*** fiitc p.üii; zu.' ,'iii.;; j.Nz. 11 ,ll I
Republik. Die Franzosen tz-mutzen zur Errei- chtmg ihrer Ziele eifrig ihren Propagaitda- fonds, aber die Bevölkerung ist entschlossen, iedem gewaltsamen Versnche der Lostrennung der Rheinlande oder Psalz von Deutschland mit allen Mitteln entgogenz-utreten.
$05 AreWeber.
D'-e Zustände in Frankfurt. lPrivat-Telegramm.st
Frankfurt, 5. Juli.
In einer Versammlung der EisenSahn- beamten wurde mitgeteilt, daß sich an verschiedenen Stellen die Streikposten grobe A u § s ch r e l t u n g e n hätte,- zuschulden kom- nrcn lassen. Am Ostbahnhof hätten sie $um Bei- giel an Lokomotiven Sabotage verübt. Am üterbahntzof seien Arbeitswillige mit roher Gewalt von den Streifenden behindert worden. Selbst gegen Vorgesetzte sei man tätlich vorge- gnugen. Allgemein wurde daraus hingewicsen, daß in den einzelnen Dienststellen die Zahl der Arbeitswilligen selb« ans dem Lager des streifenden Verbandes in raschent Wachsen begrif- feit sei. In Hanau wird an allen Dienststellen unter militärischem Schutz gearbeitet. Der Streik, so fiihrte der Vorsitzende aus, werde von politischen Parteien auSgeuützt, um zu versuchen, die Bewegung politisch anszunrrtzen, besonders von den Unabhänug^»- Der Bahnhof war iu ixt: act ritzeo. 7'
einer großen Menschenmenge -chryt. Gegen ach« Uhr zogen die Beamten in einem langen D e - monstrativnszuge, in dent Schilder mit der Rnssorderung zur Mirderaufnahn-e der Arbeit getragen wurdest, über den Platz. Der Zug wurde von Streifestdrn mit Pfuirufen ernpfan- gen. In der Hohen,zollernstraße kam es zu Tätlichkeiten. Vor der Eifenbahndirektion löste sick) der Zug aus. Der Hauptbahnhof selbst wurde gestenl von weit stärkeren Streikposten als sonst besetzt. Auch in F u l d a haben die Eisenbahner wie mitgeteilt wird, den Streik beschlossen.
Basel. 5. Full.
Aus P«iS wird fftinetoet: Die Eerte ^berkqmmission für die Rhemlade fli in Bildung begriffen. Sie tritt unmittelbar nach Friedensratifidierung durch alle Parlamente zusarmnen. Als Sitz ist K ö l n oder Mainz vorgesehen. Die Befugnisse der milifän'fic.i Behörden im Mciulattoe werden mit deut. Tage der Aufrtahme der Tätigkeit der alliierten Oberkommission wesentlich eingeschränft. ‘
Weimarer Tagms.
Der Reichstag in der neuen Verfassung.
(Telegraphischer Bericht.)
Weinmr, 5. Juli.
In der gestrigen Sitzung beschäftigte sich die Nationalversammlung mit dem künftigen Reichstag und seinen Rechten und Befug n i f f c ft. Das Haus ist überaus stark besetzt. Fast alle Abgeordneteu sind erschienen. Jcmrnalistcn- und Zufchaucrtribünen sind bis auf den letzten Platz besetzt. Bon der Rsgie- rung sind Ministerpräsident Bauer, Erzberger, Müller, Wissell und der jetzige Reichskommissar Dr. Preuß anwesend. Kurz nach zwei Uhr eröffnet Präsident Fehrenbach die Sitzung. Es kommen zunächst einige Interpellationen Mr Erledigung. Hierauf wird in die Beratung des zweite» Abschnittes der
Vorlage über den Reichstag
eingetreten. Artikel 20 wird ohne jede Debatte angenommen. Zu Artikel 21 haben die Unabhängigen einen Antrag eingebracht, der dahin lautet: „Der Wahltag ist ein Sonntag und öffentlicher Ruhetag.' Auch er wird nach kurzer Debatte angenommen. Der Artikel 22, der bestimmt, daß der Reichstag auf drei Jahre gewählt werden soll, wird gegen die Stimmen der Unabhängigen und Sozialdemokraten dahin abgcändert, daß die Zeitdauer auf fünf Jtchre seftgelcgt wird. Um die folgenden ArtÄel ent- fpinut sich eine lebhafte Debatte. Aus Kreisen der Deuttchn ati onalen, der deutschen Volkspar- tei und der Demokraten war attggvw worden mc w. '7, ■■ ' .. \
verdeutschen. Es soll statt des Namens Präsident „Obmann",
statt Reichspräfident „Reichswmck"
gewählt toerbeit Der Abgeordnete Hausmann von den Demokraten beantragt dagegen, bei dein alten vertrauten Namen Präsident zu bleiben. Der Abgeordnete Beuerle von der Zentrumsfraktion tritt für die Verdeutschung ent, obgleich sich berechtigte Gründe für die Beibeh-fltung des Wortes .Präsident' anführen ließen. Namens der demokratischen Partei tritt dagegen der Abgeordnete Ablaß noch einmal für das strittige Wort „Obmann* ein, mit dem Hinweis darauf, daß. wenn das Wort auch jetzt noch keinen güten Klang habe, in wenigen Wochen doch durch den Sprach- gebran* dahin gebracht werden könne. Das neue seWne Wort würde alsdann eine deutsche Verfassung zieren. Präsident Fehrenbach läßt dann über den Anttag Hausmann abstimmen, der mit großer Mehrheit vom Hause angenom men wird. Rach ...tifd 31 soll
die Wahlmüftmg
durch ein besonderes PrüftmgSgericht, das sich aus drei Mitgliedern des Reichstages und zwei MtgKederu des Reichsverwalttrngsgerichtes zu- scnmnenfetzi, vorgenommen werden. Die unabhängigen Abgeordneten haben einen Antrag eingebracht, der fordert, daß die Wahlprüfung wie früher durch den Reichstag allein vorgenoMmen werde. Der Unabhängige H a af e begründet den Antrag unter Hinweis darauf, daß die Zusammensetzung der Wahl- prüftntgskommiWon nur einseitig gchmtdbabt würde, da zu den drei Mitgliedern des Wcchl- vrü fmt gsger i chtes sicherlich nur Abgeordnete der Mehrheitsparteien gestellt würden. Reichskom- mUar Dr. Preuß widerspricht dem und de- merkt, der Artikel sei deswegen so abgefaßt, da- mit der Reichstag sich in Zukunft nur mit deutschen Dinge befasse, die mit seiner Natur zu vereinbaren Wären. Dr. tum Delbrück von den Deutfchnationaleu tritt dafür ein, daß die Wcchl- prüfung überhaupt nm einem Gerichtshöfe übertragen werde. Amh der MehrhettSsryiaSst Fischer-Berlin und der demokvatkfche Abgeordnete Reumann-Hofer erklären sich tzr die VerfassunMwrlaqe. ES kommt brat Mr Abflkrsmung. Der Antrag wird mit Merwie-
Schlesiens Schicksal.
Die Verleihung der Autonomie Mplantl (Eigene Drahtmeldung.s
Berlifl, 5. Juli.
Das preußische Kabinett ist in Weimar ein getroffen. ES handelt sich, wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, um Verlmndlungcn mit der Reichsregierung über eine vielleicht vorztt- uelMende Verleihung der Autonomie an tue Provinz Schlesien. Die Ansichten des preußischen Kabinetts über die Verleihung der Autonomie gehen auseinander, und auch im Reichskabinett sind die Ansichten hierüber ge- tettt. Es wird abzmvarten fein, ob bei den Verhandlungen ein Ergebnis erzielt werden wird. Sicher ist dies jedoch nicht.
Sie Heimlshrenden.
Hflfe für die deutschen Kriegs-Gefangenen.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 5. Juli.
Um den Kriegsgefangenen, die so Schweres zu erdulden haben, bei ihrem Uefiertrüt in das bürgerliche Leben Hflfe zu leisten, hat sich die Reichsregiernng aus eigener Entschließung bereit erfiärt, einhnndertfüuf- zig Millionen Mark dem Reichsmiui- sterium der Finanzen zur Verfügung zu stellen. Diesen Betrag erhält täe KriegSgefangenen- Heimkehr, eine über das ganze Deutsche Reich sich erstreckende Organisation. DaS Geld soll Mr UnterMtznng der Kriegsgefangenen und Mr Beschaffung von Kleidern und Arbeitsgerät dienen.
Sie Sberkommission.
Sitz Köln oder Mail«.
(Privat-Telegramm.j