Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nummer 178.
Fernsprecher 951 und 952.
Sonnabend, 5. Juli 1919.
9. Zahrqarra
Fernsprecher 951 tntb 952.
Der Eisenbahnerstreik in Frankfurt.
8h tritt?
Die mißglückte Einleitung.
Der Entschluß der preußischen Landesreqi«- titng, unter Austvendung großer Mittel «ne Preissenkung für die wichtigsten Lebensmittel hertzeizufiihren. Hut in der innerpoliti- schen Lage eine merkliche Entspannung zur Folge gehübt. Es ist damit erreicht worden, daß di« «Sorg«» Lohnforderungen zu einem Ende geführt werden, und die gefamtte Bevölkerung, vor allem die Arbeiterschaft, vor ein Ent-
Daterlandes stattgefimden. Ob das Ziel der gewiffenlasen Agitatoren ltnd landfremden Söldling« des ruMschen Bosschewismns unter solchen Umständen erreicht worden wö sei dahingestellt. Tatsache ist, daß neues Unglück im Begriffe war, hermrfzuziehen. Ebenso ungewiß bleicht auch, ob jetzt nun mit d«r Entspannung der Lage der größte Teil der Gefahr beseitigt ist. Nachweben und neue Ausbrüche jener Krankheitserscheinung, unter der die Massen feit Monaten leiden, sind zu befürchten. Die Ungewißheit ist uns jedenfalls genommen. Die letzten Masken müssen fallen. Dr K.
weder, Oder gestellt wird. In der augendlick- lichen, äußerst kritischen Lage nuferes Wrrt- schastAebens ist es sehr leicht, durch Drohung mit Arbeiternnsstünden seinen Willen durchzu- setzen. Der Vorteil, den die arbeitenden Klosse» jedoch bisher aus allen Lohnerhöhungen gezogen Hachen, war ein relativer. Mit größeren Löhnen steigerte sich «ich der Preis sämtlicher ProdlWe, und der tote Punkt wurde immer wieder erreicht. D<chei darf man über nicht vergessen, daß eS sowohl unter den Angestellten alS auch unter den Arbeitern viel« gibt, die die furchtbare Waffe des Streiks sticht verwenden können. Das gang« bisherige Gebaren der großen Mass« führte nur zu deren eigenem Schciden, und, was das SchÄumtste ist, hatte eine fortwährende, äußerst gefährliche Smfc unserer nationalen Wirtschaft hn Gefolge. Die Bkockade, fotote die Einführung der Höchstpreise, welch letztere besonders daN» abgetan waren, die Teuerung M vergrößern, hatten allein schon das Ihrige tto$u beigcttagen, um dauernde Mißstürrde und ErnährungSschwierig- feiten hervorzurufen, die den schwer geschWng. tm ^gunismus «nfereS Reiches vollkommen
Jetzt erschernt es wie eine ErWftrmg, daß sich die Regierung «Mich zu dem oben erwähnten Schritte entschlössest hat. Unter einer Voraussetzung wird bei der Verbilligung der Lebensmittel der größte DeS der Kris« im Wirtschaftsleben überwunden. Ein Vorbehalt bleibt jedoch Nämlich der, daß die gesamten Destwn- strakronen der arbeitenden Klaffen einem reinen Motiv entsprangen. Falls man wirklich nur durchsetzen wollte, daß di« allgemeine unerträa- kiche Läge nach Äröften gebessert Werde, ist mit Verbilligung der Lebensmittel dieser Äoeck erreicht. Hande« -S sich jedoch, was' verschiedene Anzeichen leider besagen, nur darum, die gegenwärtig mit äußerster Mühe nstd Not aufrvcht- «rhaktene Ordnung zu zerstören, nstd an ihre Stelle Terror und Anarchie treten zu taffen, so wird man sich auch mit der letzten Entschließung der führenden Stellen in Preußen sticht zufrieden geben. Aber, wie gesagt, man wird klipp und War mit bett eigentlichen Gründen herausrücken müssen.
Zweifellos ftstd noch wirtschafkliche Mißstände vorhanden, die bei gegenseitigem guten Willen der Arbeitgeber und -nehmer sich ohne diele Mühe werden beseitigen lassen. Man wtrd jedoch auch anerkennen müssen, dich di« Lan- deSregieitzmg nicht so ohne weiteres ihre MA- liardest für -Zweck« hergeben kann, die, wenn auch dringend geboten, so doch bei Geduld der Bevölkerung auf andere Att zu erreichen gewesen wären. Wir flehen vor der Aushebung der Blockade durch die Entente. Der Friede bringt uns nicht Glück, sondern ei« Uebermatz an Arbeit, und stellt Forderungen, die in der Praris undurchführbar find, da sie die Grenzen innerer wirtschaftlichen LeisÄmgsfähigkeit über- schaeiten. Aber Erleichterungen werden mit der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen ohne weiteres erntteten. Vor allen Dingen werden 'wir Etzwaren hereinbekommen, womit die furchtbar heruntergekommene Bevölkerung wieder Kräfte gewinnen kann, Kräfte, die es ermöglichen werde«, jenen Aufbau zu beginnen, der im Interesse unseres nationalen Fortbestehens die dringendste Notwendigkeit darstevt. Bedenken gegen ein Vorgehen wie das der Aus- Wendung erheblicher Mittel, in einer Zeit, in der jeder Pfennig besehen werden sollte, den man ausgibt, find reichlich vorhanden. Aber di« Not des Augenblicks hat uns zur Urrierz eich- Mrng des schmählichsten Friedens der Weltgeschichte vermocht. Sie wird daher auch zur Bewilligung einer halben Milliarde bewegen können. •
Ob nun endlich der äußerst bedrohlich gewordene Ausstand der Eisenbahner durch die erwähnten Verfügungen bei gelegt sein wird, werden wir bald erfahren. Wenn nicht alle Zeichen trügen, so ist mit einer Wiederaufnahme der Arbeit zu rechnen. Damit wäre nun Hel mehr erreicht, als es fiir den Augenblick scheint. Don kommunistischer Seite wurde ein lebhaftes Bedauern ausgesprochen, daß sowohl der Putsch der Hamburger Arbettersthaft, als auch der Streik der Eisenbahner zu früh gekommen wären. Man erkennt heute mit aller Schärfe, daß eine gewaltige Umsturzbewegung der Marima- (tftet Deutschlands vorbereitet war. Wäre sie staube gekommen, hätten neue äußerst blutig« KÄnvIe auf dem Boden unseres unaLückleliaeu
Der gkftSrle Verkehr.
Die Frankftirter Eisenbahner.
(Eigene Drahtmeldung.s
Frankfurt, 4. Juli.
Der Streik der Frankfurter Eisenbahner hat durch die Einbeziehung anderer Stationen des DirekttonSbezirkes in die Bewegung eine w e - seutliche Verschärfung erfahren, die sich auf wirtschaftlichem tntb postalischem Gebiet immer mehr bemerkbar macht. Auf allen Stationen ruht nunmehr der Betrieb. Alle eisen- bahnftökalischen Gebäude und Berwaftungen werden von Stteikposten bewacht und jeder Versuch zur Wiederaufnahme der Arbeit verhindert. Bom heutigen Freitag an wird der Eisen- bahuverkehr vollständig eingestellt. Rur wenige Züge verkehren, die mir Eisenbahn- personal und Lebensmittel befördern. Für die Zivilreisenden ist jede Beförderung vollständig ausgeschlossen. Der Postverkehr ruht ebenfalls fast vollständig. Wie die Loge in den Nachbartzezirken ist. darüber liegen bestimmte Meldungen bisher nicht vor. In den Kreisen der Frankfurter Leitung nimmt man an, daß sich auch die Bezirke Hannover, Kassel und Erfurt der Bewegung anschließen werden. <K a s s e l hat inzwischen in einer großen Eisen- hahnerversanrmlung abgelehnt. Die Red.) Im Frankfurter Hauptbahnhof herrscht nach toi« vor das Streikbild. Hunderte von Reisenden fitzen in den Wartesälen, um zu übernachten, da sie in den überfüllten Gasthäusern keine Unterkunft finden und vielfach auch nicht in der Loge find, die hohen Logierkosten zu erschwingen. Bitter bemerkbar macht sich bei den Reisenden der wachsende Mangel an Lebensmitteln. Ditte von ihnen besitzen zudem auch keine Le- benSmittttkarten in ausreichender Menge. Starke Streikposten überwachen die Dienst- räume, Schalter und Bahnsteige. Der Hauptbahnhof soll von heute ab überhaupt auf zwei Tage für jeden Verkehr geschlossen werden. Rur das Erseubahnpersomfl und die ins besetzte Gebiet dienstlich und beruflich fahrenden Personen sollen Zutritt erhalten. Im übrigen hat sich die Bewegung, von belanglosen Zwischenfällen abgesehen, bis jetzt ruhig vollzogen. Aus Bad Homburg v. d. Höhe wird ge- meldet, daß dort am Donnerstag früh Soldaten sich des Bahnhofs bemächtigen wollten, doch wurde der Versuch rasch unterdrückt. Die Ober- postdtrektion gibt bekannt, daß sie wegen des Eisenbahnerstreiks die Einstellung der Annahme von Wertsendungen und Paketen hat anordnen müssen. Ter Briefvcr- kehr im Orts- und Landbestellbezirk bleibt nn berührt. Rach Aussage wird der Briefverkehr, soweit es ntSgfid) ist, hergestellt. Der Prüfident des Dirtttionsbezirks Frankfutt a. M. hat folgende Anweisung an die Dienststellen hinauSge- gcben: Ich erwarte, daß die Beamten und Arbeiter angesichts der Notlage unseres Volkes nach wie vor ihre Pflicht «füllen, ihn den Betrieb mit allen Kräften aufrecht zu erhalten. Die Eisenbahnverwaltung wird die Beamten und Arbeit« bei Ausübung ihr« Pflicht mit allen ihr zu Gebote stehenden Mttttn unterstützen.
Sur Arbeit zurückgekehrt.
Berlin, 4. Julr. «Eigene Dttchtmeldung, Alle Eiseubahnartzetter find zur Arbeit zu- rückgekehrtt Der Personen- und Fern- verkehr wickelte sich gestern glatt ab. Dm Vorortverkehr konnte bis cmff einige nicht zu vermeidende Unregelmäßigteflen im Großen und Ganzen gut adgswickett werden.
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Auch in Mainz streikt «um.
Darmstadt, 4. Juki. / (Privat-Tttegramm.) Ebenso wie im Direkttousbezick Frankfurt haben auch im unbesetzten DirektionSbezick Mainz die Eilenbahnarbeiter die AÄbett ein
gestellt. Gestmn vormittag, vor Beginn der Kammernerhandlungen, erschien eine Abordnung im Ständehaus und fühlte eine Aussprache herbei. Die Forderungen der Eifen- bahnarbeiter des Direftionsbezrrks find im allgemeinen die gleichen, wie in Berlin. Bis jetzt haben die Verhandlungen der hessischen Regierung noch ;u keinem Ergebnis geführt.
Der Friedeasdertras.
Die Rattfizierung verzögert?
(<$iaene Drahtmeldnng.)
Basel, 4. FE.
Rach ein« Pariser Meldung schreibt ein dor- ttges Blatt, daß die Ratifizierung des Frie- densvertrages mit Deutschland durch Japan einige Zeit beanspruchen werde, da Japan erst in einem Monat im Besitz des vollständigen Textes fein werde. Im Unterhause teilte B o - nar Law mit, das HauS werde die Rattfi- katton deS Friedsnsvertrages bewilligen können. Das HanS soll den Vertrag «örtern können, aber eS ist möglich, daß nach her Rede Lloyd Georges die Debatte vertagt wird.
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Aufhebung der Blockade.
B«lin, 4. Juki. (Privat-Telegraurm.) Rach einer amtlichen Meldung bestätigt sich die soeben eingegangene Information, daß di« Entente beschlossen hat, die Aushebung der Blockade 06311. warten, bis di« Rattfizierung der Fxiedensver- ttüge mit den drei übrigen Verbündeten Deutschlands erfotat ist. Die weitestgehenden EruschrLickmigen werden sofort nach dem Ein- ttessen bei offiziellen Meldung von der Rati- siziermrg des FttedenSvertraaeK durch Deutschland aufgehoben werden.
Sie guten Freunde.
Beschützer der Franzosen.
(Privai-Telegramm.)
Haag, 4. Juki.
Eine Londoner Zeitung berichtet über einige Einzelheiten deS Vertrages zwischen Frankreich, England und den Bereinigten Staaten. Falls eines der beiden Abkomme« nicht rattsiziert werde, so werde das andere Abkommen von selbst hinfällig. Auch wenn die Abkommen ratifiziert Würden, «halten sie keinesfalls die Bürgschaft, die die französische Freundschaft gewünscht hat. In leiner Weise war eine Bürgschaft her- gestellt worden, daß im Falle eines Angriffes Deutschlands ans Frankreich England und Amerika Eingreifen werden. Dieses Abkommen fei offiziell in Versailles unterzeichnet worden, aber in kein« Weise unterstützen England und Amerika die allgemeine Politik Frankreichs.
Aus dem Aeuerbukett.
Die große Vermögensabgabe.
(@taene Drahtmeldung.t
Weimar. 4. Juli.
Unter den bis jetzt vorgelegten zehn Steuer- gesetzen befindet sich ein solches üb« die Vermögensabgabe nicht. Die als offiziell gtt- tende Deutsch» Allgemeine Zeitnng hat sich nun anS Weimar melden lassen, daß mit einer solchen Vermögensabgabe zurzeit überhaupt nicht zu rechnen sei und ein entsprechendes Gesetz bis aus den Herbst verschoben würde. Temgegen- üb« kann der Vertreter der Frankfurt« Zeitung feststellen, daß diese Meldung den Tatsachen toi« verspricht. Ein Gesetzentwurf über eine allgemeine Vermögensabgabe wird voraussichtlich schon in bei nächsten Woche der Nationalversammlung zugehen. Bom ReichSfinanzmini- ster Erzberger wird Wert d-irauf gelegt, diese Vorlage ebenfalls wie die andere« bereits «gebrachten Steuergesetze möglichst noch im Lauft dieser Tagung zu verabschieden.
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Verteuerung des Fernsprechers?
Weimar, 4. Juli. (Privat-Telegramm.) Der Natiomrtaerfanmrbrug soll zum Ausgleich der großen Vermögensabgabe eine Vorlage zur Erhöhung der TelephongebLhren zugeheu. Die Verhandlungen hierüber sind noch nicht zum Abschluß gelangt. Nach vorläufigen
Weimarer Tagung.
Im Zeichen beS Hochbetriebs.
(Eigene Drahtmeldung.)
Weimar. 4. Juli.
Die Nationalversammlung steht int Zeichen des Hochbetriebes. Man sieht das auch am Besten an der zahlreichen Beteiligung hei Abgeordneten. Auch das Kabinett war am gestrigen Donnerstag mit Ausnahme des Ministers des Auswärtigen Müller vollzählig zur Stelle. Präsident Fehrenbach leit-t die Sitzung. Die Tribünen find dicht besetzt. Es wird in der zweiten Beratung her Reichsver- faffuna fortgefahren. Artikel 4 und 5 werden ohne nennenswerte Debatte angenommen. Desgleichen der Artikel 6. Zum nächsten Artikel, Nr. 7, liegt ein Antrag des Abgeordneten Ablaß vor. der die Stteichung des genannten Artikels und feine Ergänzung durch einen neuen 8a fordert Die Abgeordneten Gras Dohna von der deutschen Volkspartei und der demokratische Abgeordnete Koch-Kassel empfehlen die Annahme des Antrags Ablaß mit Rücksicht darauf, daß hie Lebensfähigkeit bes Einzelstaates «halten bleibe. Das Haus beschließt bann. Über hie Artikel 8 bis 12 zusammen zu betaten. Der Zentrmnsavgeord. nett Dr. Heim bietet hem Hause in einer längeren Rede ausführlichen Stoff sich auszuheitern.
Heim verurteilt scharf die uuitarlstischen Bestrebungen, bie den Bundesstaate« Entwicklung und Forttonnnen lähmten. Mit Bedauern stellt er fest, daß hie bayerischen Sozialdemokraten nn Hause sich trat dem Einheitsstaat einverstanden erklärten. Eisner, her Führ« der bayerischen Sozialdemokratie unb Vater der Revolution, sei selb« für die Erhaltung des Staates Bayern gewesen. Die Nennung des Namens EiSu« verlockt die Sozialdemokraten, dem Rehn« zuzurusen, Eisn« fei Urbaver gewesen. D« Zuruf Weckt laute Heiterkeit im Hause, die noch gesteigert wird, als Heim ttef« fenh erwidert. Eisner sei genau so Urbay«. wie hie Unabhängigen Haas« unb Cohn, hie für den Einheitsstaat stimmten, Urpreußen seien. Heims Ausspruch, bas Volk selber wünsche die Erhaltung der einzelnen Länder flößt beim Hause auf lebhaften Widerspruch. Aber bet Redner läßt sich nicht verwirren. Treffend führt et aus, daß das ganze Land unter dem Einfluß ein« Massensuggefion leide. Wenn heute irgend jemand einen Gedanken ausspricht, der nur irgenhwie sich gut anhört, dann stimmten ihm Tausende mit Beifall zu. Da nach einem Beschluß des Aeliesten- rateS mir eine Redezeit von fünfzehn Minuten für die Diskussion zuständig ist, wendet sich hei Präsident des Hauses an die Abgeordneten, he« Redner nicht immer durch Zurufe zu fortwöb- renden Erwiderungen b«auszufordern, da man sonst irtrt der Erledigung der Debatt- überhaupt nicht zu Ende käme. Nach einigen kürzeren Ausführungen erklärt Heim dann zum Schluß, daß et den extremen Föderalismus wie den extremen Unitarisums ablehne und hem Artikel 7 bis 10 nicht zustimmen könne.
D« früti«e ReichSmmifl« D r. Preutz sieht sich durch bi« Rebe Heims veranlaßt, eine Erwiderung abzugeben. Von einer Vorherrschaft B«linS fei nirgendwo bie Rebe. Im Gegenteil? Manch« Artikel btt Verfassung trag« den Wünschen b« Einzelflaaten und bei Erhaltung ihr« Eigenarten besonders Reck- nuna. Die Mehrheit des Hauses stimmt Preuß harnt zu. Es kommt bar auf zur Abstimmung bes AbänberungSantrages Ablaß, her mit großer Mehrheit vom Hause angenommen toirb. Ueb« den Artikel 3. her sich mit hex neuen Flagge besaßt, ist man in her gestriger Sitzung zu ein« entscheihenben Abstimmung nicht aekommen. Sie muß daher heute nod einmal stattfinden. Die Unabhängigen hatten den Anttag aeftellt, die Reichssarbe ist rot. Fehrenbach läßt zuerst darüber abstimmeu. Gegen den Antrag stimmen alle Parteien be8 Hauses mit Ausnahme b« Unabhängigen. Das Resultat wirb mit Gelächter im Hause aufgenommen. Während sich bie Antragsteller durch lautes Zischen äußern. Uetzer den Antrag der Deutschnationalen, die alte Flagge bestehen zu lassen, wirb namentlich abgestimmt. Für ihn stimmen hunbertzehn Abgeordnete dagegen hundertneunzig bei fünf Sttmmeuthaltuizgen. Gegen bat Antrag stimmten bie beiden sozialdemokratischen Parteien und Bruchteile der demoftattfchen und Zent-
rumsp artet.
Feststellungen soll eine hundertprozen
tige (!) Erhöhung der Telephongebühren ein«
^voHung her Telephongebuhren ein- schwarz-rot-goldner Gösch. Ueb« diesen An- Für Auskünfte jeb« Art (!) ist in trag wirb namentlich abgeftimutt. Dafür stim- eine Mack zu entrichten» ?«neu Sorialdenuckraten. fienttnoo unb Demo-
treten.
Lukunft eine Mack zu entrichtev»
Sozialdemokratie und Zentrum haben eine» Kompromißanttag eingebracht: Die Landes- färben find Scbwarz-rot-gold, bie Handelsflagge ift_ schwarz-weiß-rot oth