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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

cj

Nummer 177.

Fernsprecher 951 und 952.

Freitag, 4. Juli 1919

Fernsprecher 951 und 952.

gnferttontprdfe; Di« Rebengefpattete gelte für etnbetmtfcbe Gefchäft, 80 $f(U für e* nrärttae Anzeigen 35 Pf. Reklamezeile für einheimische Geschäft, 75 Pf, für anüroärttae Geschäfte 1 Mk, einfache Beilagen werden mit 5 Mark pro Tausend berechnet, alles mit 50»/, Teuerungr.Zuschlag. Bel SebermiMung von Lnzetgen auf teleph. Wege wird für durch Hör- W« hervorgerufene Irrtümer lein er iet Haftung übernommen-Für die Aufnahme vanLnzetaen an befiimmten Tagen oder Blähen wird keine Bewähr geletfiet. Seschäftgstelle: »ölntsche Str. 5.

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9. P^hrgang.

PW.i »«.I M

Das ©treiffieber im Lande.

Weber ausgenommen werde, 'streikte man Wetter.

Nach Kam-

Eisenbahnerstreik in Frankfurt.

Frankfurt, S. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Erne gestern von mehr als zehntausend Arbei­tern des Frankfurter Eisenbahndirektionsbezirrs einberufene Massenversammlimg beschloß ein« fiftmnrta, von heute früh den 3. Juli vormittags den Streik einzutteten und alle Betriebe Mllzuleaen. Infolgetassen ruht heute früh jeg­licher Eisenbahnverkehr von Frankfurt mit Ausnahme derjenigen Züge, die ins besetzte Gebiet fahren. Die Bahnhöfe find gesperrt.

zur Durchführung de- Friedens- Vertrages als legitimiert ange sehen weiden. Auch aus diesem Grunde habe die Mobilisierung fortzndauern.

Die Wirkung auf ÄaffeL

Dassel, 3- IM. Heute morgen kiesen aus dem Bahnhof Oberstadt in Kassel noch alle Franktzirter Züge ein, weil sie beim Ausbruch deS Aus-standes bereits unterwegs waren Da­gegen ist schon jetzt der Zugverkchr in Richtung Frankfurt nur noch bis Marburg möglich W Marburg ist der Verkehr eingestellt.

Trotz kleiner Minderheit.

Frankfurt, 3. Juli. (Privat-Tekegramm.) Die Frankfurter Eisenbahnbsamtenschast hat, wie der Frankfurter Zeitung mrtgeteilt wird, mit Rücksicht auf die Notlage des Volkes, auf Grund eines Befchwffez entschie- ven. n i ch t in den vom deutschen Eksenbahner- vcrband Ortsgruppe Frankfurt beschlossenen Streif ehtgtttreten. Die Leitung der Eisen- bahnbeamterr-Gewerkschast weist daraus hin. datz im ganzen Drrektionsbezirk über funfzigtau- send Beamte und Arbeiter tätig sind, von denen noch nicht neuntausend sich für den Streik er- ^Drt haben. Von dieser Zahl kommen aber wsiiere dreitausend Mann in Abzug, die in den WsckstStten des besetzten Gebftfts «betten.

Die BerlehrsMt.

Der Ausstand der Straßenbahner.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 3. Juki.

In der Lage des StratzenbahnerstreikS hat sich nicht« geändert. Verhandlungen er­scheinen aussichtslos, da die Straßenbahner au ihren Forderungen beharren und die Direktion an der Auffassung festhält. daß der Streif ein regelrechter Kontraktbruch und daher au' tau Verhandln igSwez nicht zu taentan ist. Dn/ BorwSrts sucht den Straßenbahnern klarzu­machen, daß die schädlichen Folgen deS Streiks nicht die reichen Leute, sondern die große Masse des Volkes zu tragen hat, die auf dieses billige Verkehrsmittel angewie­sen und nun von ihren Arbeitsstätten abge- schnitte« ist und vor eitler Verschlechterung der Ernährung stehe. Wie da» Büro der Streif- nähme von Verhandlungen mit der Hochbahn Leitung Mitt eilt, besteht die Hoffnung auf Ver­handlungen mit der Hochbahngesellschast.

Genf. 3. Juli (Privat-Telegramm.) einer Pariser Meldung sagte P tchon im______

menausschuß: Eine politische Umwäl. zung -n Dentschland berührt auch die Rechtsgültiqkert des- Friedensvertrages. Eine deutsche Regierung, die sich nicht auf den aus­gesprochenen Metzcheitswillen des ganzen Vol­kes stützt, werde von den Alliierten niemals

Erregung der Arbeiterbevölke- rung über den Stteik ist allgemein.

Der Friedensvertrag.

Verzögerung der Ratifikation?

(Eiaene Drahtmeldung.)

Genf, 3. JuM.

Die französische Regienmgspresie schreibt, daß die Ratifikation beS Versailler Frie­dens nicht nur mdenBereinigtenStaa- t e n, sondern auch in Italien auf parlamen­tarische Schwierigkeiten stoßen und sich verzö­gern werde. Da jedoch der Vertrag erst in Kraft treten kann, wenn außer Deutschland noch drei Großmächte ihn ratifiziert haben, so rech­net man darauf, daß Japan zur Ratifikation sich bereit finden werde, sobald der Vertrag im fron« zösischen und englischen Parlament angenom­men worden sei. Der Rat der Fünf hat von dem Brief Bethmann - Hollwegs Kenntnis genommen und die Beratung über die *u erteilende Antwort begonnen.

Komnmniften-Sewemng.

Ungarische Wühler in Deutschland.

(Privat-Telegramm.)

Wien, 3. Juki.

Die amerikanische Grenz-Kontrollkommission an der ungarischen Grenze hat in unzweifelhaf­ter Weise festgestellt, daß in der letzten Woche zahlreiche kommunistische Agitatoren fich nach Ueberschreiten bet österreichischen Grenze in Flugzeugen nach Deutschland be­ieben haben, speziell nach Hamburg. Die Flugzeuge beförberten große Beträge, welche dazu bestimmt waren, die spartakistische Beme- Mng in Deutschland zu unterstützen. Auch zahl­reiche deutsche Wertpapiere, welche sich in den Depots der ungarischen Banken b-fanden, wur- den von den Agitatoren aus Budapest nach Deutschland verschleppt und dort verkauft und der Erlös dazu verwandt, die kommunistische Agüatton in Deutschland zu unterstützen. Eni verhafteter Agitator, der sich nicht genügend anSweisen konnte, und nach Ungarn abgescha­bt« wurde, erklärte, er werde trotzdem iu ehri« < m Tagen nach Deutschland gehen Birnen, bemt Belu Khun habe sein WortverpfL«- det, daß in her ersten Juliwoche in Deutsch­land die Räterepublik verkündet «erde. Auch sagte Bela Khun, die ungarischen Bolfs- fomMiffare würden bann nach Berlin und Hamburg reisen, um Ordnung zu schaffen.

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Fruchtlose Bemühungen.

Berlin, 3. Juki. (Eigene Drahtmeldimg.) Die Agitation der Kommunisten in den Groß­berliner Industriebetrieben für einen neuen Generarstrekk, im Anschluß an den Berliner Verkehr' 'reif, kann als gescheitert angesehen werden. Am gestrigen Tage ist in den meisten Berliner Großsabrcken ein Sym­pathiestreik für die Angestellten der Verlebesanstatten ahgelehnt Word«»

Sachsen «nd der Ausstand.

Berlin, 3. Juki. (Telegraphische Meldung.) Aus Sachsen wird neitgetellt, daß infokae des Streiks der Eisenbahner verschiedene Gasan- : tagten aus Mangel an Kohle uronitteDbar vor der Bettfebsettrflellung stehen. In Meißen werden Tausende vo« Arbeitern noch in dieser Woche brotlos, wenn nicht die für die Fabriken «otwendi« Soble etnaebt Die

Ttteiksteber.

Die Verkehrs-Vorgänge in Berlin.

Der Stteik, der in Berlin wieder einmal Wer den Verkehr verhängt ist, bietet nicht nur ein höchst unerfreuliches Bild, er lähmt nicht nur das in mächtigen Pulsen fliegende Leben der Reichshauptstadt, sondern er ist, was als besonders tragisch ausgesaßt werden muß, ge­eignet, auch etne hocheruste Gefahr für die ge­regelte Ernährung der Millionenstadt an der Spree Hervorzurusen. Galt ehedem Berlin als der geordnetste Organismus im Reiche mit funktionierenden und den ins Gi-

gewachsenen Verkehr automatisch spie- mersterichen Verkehrs-Einrichtungen, so ist das fed Monaten ins Gegenteil verkehrt. Sin Streik der Straßenbahner löst einen solchen der Droschkenfahrer ah, denen folgt die Eisenbahn, «S in buntem Wechsel fort Mag das Publikum, emhenmsches und auswärtiges, znffhen, wo eS Metirt. Gegeüwärtig streikt in Den« dorganre VerkehrSÄpparat: Stra- ßenbahn, OrmKbnS, Hochbahn, Untergrundbahn ^ahen chre Tütitzkett eingestellt und niemand

hoben. Tekkweift sind diese teilweise sogar im Kampfe , r 9er. Tatsache ist, daß vier

Fünftel der Stadtwehr Arbetter sind, nur ein Fünftel Bürgerliche. Es mutz gemeinsa« gehandelt werde«, sonst wird Kassel

«och trübe Stunden

erleben! Die nur anS 180 Mann bestehend« Schutzmannschaft infolge des Achtstunden- dienst-Tags sind immer nur sechzig Mann zur Verfügung, die infolge des Friedensver- traget «etne Reichswehr vielleicht kann's ge­schehen, daß Kassel später Überhaupt keine Gar- nison hat, «nd auch die durch ihre Mitglie- derzahl von viertausend blendende Stadtwehr reichen bei weitem nicht aus. Der Kommandeur der Reichswehr und «r der Redner haben alle Hochachtung vor den Führern der. Stadt- Wehr bekommen, die sich mtt Aufopferung und Energie eingesetzt hoben. Die Stadtwehr hat den Dank der Stadt verdient und «ich« öde Kri­tik. Durch Dick nnd Dünn müßte die Bürger - -chaft «rtt ihrer Siadkwehr gehen. Sicher ist: Polttische Momente haben in Kassel feine Roll« gespielt, dem, nutzer den Plünderer« waren fast affe Stände vertreten. Es war ein allgemei­nes Volksfest. Die unlauteren Elemente, die hier die Treiber Ware«, planen offenbar eme Fortsetzung der Plünderungen. Da» konnte dann tne Grundlage für politische Um- Wrztawczungen geben. Leider ist überall bei stampf der Staatsgewalt gegen die Verbrecher zum politischen Kampf geworden Versagt hat in Raffel nur die Bevölkerung, ist«

kataDch^«^ Zustamd noch dauern wird. Es rfttttt tiefbedauerliches Zeichen mangelnder ^nstcht mtd mangelnden Gefühls Mr die Inter- ^gtm.einh e i.t, daß sich das BoWwohl schwer bedrohenden Wilden Stteik» mich nach der Unterzeichnung des Friedensver- tt^eS m>ch bemerkbar machen, also in den Ta- £?*, « denen sich jeder Einzelne darüber klar Ete, daß «S ernst ist mit dem WMen, von medergedrochenen Lande wieder auszuhel- se^, daß nur die zur Arbeit gestraffte 9htS= tsSgeurLMe «sinn zur Orbnung. Er d^ ttefsitzenta Pflichtbewußtsein, DentMmtd vor dem Allerletzten bewahren kann

DveAngesteltten der Großen Berliner Stta- tyCTtpffp-n freuten ivnrerÄmrgA bie

der Verwaltung nicht werriger als vierzehn Ml- lwnen gekostet hätten. BorauSgegangen waren _ . , . die ehren Aufwand von rund

**1*7»* 6®^^^erfort>erien. Was war die FoLge? Em Whmer PverStarif trat in Straft, E .b<Ä> nn jeder, der die Sttaßenbahn be- mrtzte, M>chsi unliebsam empfand. Ein bestehen- derkTarifverttag wich mtt seinen Bestimmungen d» Angefttllten ignoriert, und die Ti- E« lehnt -nm Weiteres ab. Die Eisorbahner vEen,, vor einigen Tagen die Arbett wieder dann aber eines Edstr^» Wt größten Teil weiter. ^-Verkehrsmittel, beim FM' von Fuhrwerken der verschie- denfteu Art, die ans dem Wan erschienen, um mrszunutzen, tarnt selbstver- enormen Schäden Ä«8 EechmaS dem Leden der Reichs- hmchtftodt zugefügt werden. Aber nicht nur ofyrvt Verkehrsmittel ist Berlin heute, es wich Ä ^«Kohlen sein und

ms Stocken ge- Regierung nicht mit taue» Nachdruck den Elementen, die zum Sttecke hetzten und die Bewohnerschaft damit rnch^t LebenStnieressen bedrohen, das Uner- hvtte chres Dorggettf vor Augen geführt, wenn ^-(vt den am Streck Seteiltaten klar gemacht lyrtb, tag es ein Herberführen des Chaos und den letzten Zusammenbruch bedeutet, wenn über alle beschlossenen Verttäge hinweg, einfach die Ktbett hing-worsen toirb?

Sot einigen Tagen hat bekanntlich bie Regie. ^nfiUTS?rt' baß den Berliner EtsenbaHnern v« geforderten Summen wegen der trostwsen Finanzverhaltnisse der Bahn und des ganzen Reiches, mcht bewilligt werden könnten, daß tnan aber bereit sei, unter großen Opfern dem VoM eme Verbrlltgung einer Anzahl Nah- ntnotaMsB tarn gen, und daß sie damit kürz. Ach gsaußerten Wünstkn der Eisenbahner weit.

mag der einzelne Streikende fest davon über­zeugt sem, daß er aus wirtschaftlichen und nicht aus politischen Gründen streift. Den tiefer Blö­kenden, die fernstehen, enthüllen sich aber die Fä­den, die zwischen wirtschaftlichen nnd pokitischen Fragen gesponnen sind. Die Kuliffenfthieber halten sich, vorläufig noch, im Hintergründe, aber sie erstreben auch diesmal wieder bat gro­ßen Kladderadatsch, aus dem dann, ihrer An­sicht nach, das Heil des Volkes kommen soll.

Aus diese innere wilde Zerklüftung bauten sich die Ansprüche wferer Gegner meß diese

mangelnde Einigkeit zwang uns die Feder zur Unterzeichnung eines Friedens-Verttays in die Hand mit beispiellosen Härten und schier un­erträglichen Lasten. Diese Lasten aber können nur getragen werden, wenn der Wert unseres Geldes steigt, und das kann nur geschehen, wenn die ArbeitKleistung gesteigert wird und wenn die Erzeugnisse deuffchen Fleißes ausgefiihrt werden. Geschieht das nicht, dann sind wir am Ende. Will die Regierung dieses Letzte von dem tief unglücklichen Lande fernhalten, bann hat sie nicht nur das Recht, sondern die P f l i ch t, gegen alle solche Strecks, die in ihren Auswir­kungen eine Sahotterung unserer Lebensmittel- Versorgung und unserer ganzen Wirtschaft bat» fteHen, mit aller Schärfe vor zu gehen. Jedes Recht, auch das Stteikrecht, hat Grenzen, auch mtt ihm find Pflichten verbunden, heilige Pflich­ten, deren sich vor allem die Angehörigen der Verkehrsinstttute bewußt werden und bewußt bleiben müssen, denn die entstehentan Folgen können derartig sein, daß sie kein Mensch mit Gewissen auf sich zu nehmen vermag. **

letzrge Ausstand einen politischen Hin- tergrund habe. Daß diese Annähme durchaus nicht willkürlich ist, geht aus dem Verllruf- von Versammürugen hervor, die von kommuniAscher ^ite dieser Tage in Berkin anbe räumt waren.

Trügerische Hoffnungen

Rotterdam, 3. Juki. (Privat-Telegramm.) Aus Paris wird gemeldet: ES wird versichett, daß an eine mildernde Abänderung des Frietansverttages in absehbarer Zeit nicht zu denken ist, solange nicht die Undurchführbar- fett bestimmter Berttagspunfte nachgewiesen ist. Me englischen Delegierten auf bet Pariser Friedenskonferenz haben die Auslieferung von dreiundfünfzig namentlich bezeichneten deut­schen Lcmcyboottommandanten beantragt.

England will ratifiziere«.

Basel, 3. Juki. (Eiigene Drahtmeldung.) Ein Parffer Blatt erfährt ans London, daß Lloyd George nu«mehr die Ratisizierunq deS Frie- densverttageS vornehmen lassen will, allerdings nur unter der Bedingung, daß ma« wicht zu weit in die Zukimit hineinblicke. (?) Alle In­teressen Englands seien gesichert.

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DaS innere Deutschland.

staffel« Sicherheit.

Noch kein Ende der Plünderungsgefahr? Vermehrung der Kasseler Diadtwehr.

Gestern, am Borabrnd »er Yen«« früh 8 Uh» etfelgte» Aufhebung de» «elagernng», »nstandeS Ubee »affet, fand im Verein« hansfaal eine sehr stark besuchte, »am Sir gerbnnb einberufene Versammlung statt, i« *» die weiteren Sich«rheit«mahnahmev gegen chlündernngAgefah» «»»rtert wurden.

Nach einer auf den Ernst der Lage des Va­terlandes und tat Vaterstadt hinweisenden Einführung deS Dürgerbmid - Vorsitzenden, Stadtverordneten Bankier Pfeiffer, der in der Schaffung der Sicherhett in Kassel das Neu- anfangen von Grund aus erblickt, behandelte Bürgermeister Brunner die Ereignisse vom 21. Juni und unterzog dar untantünftige Ver­halten des neugierigen Publikums einer schar­fen Kritik. Don jedem einzelnen Bürger der Stadt muß darauf hingewirtt werden, daß, wenn in Zukunft Aehnliches geschehen sollte, Frauen urtb Kinder zuhause bleiben; an die Männer aber richtete er den drin- ll, der Stadfwehr beizutteten. Wer Krankheit oder Alter nicht dazu in bei Lage ift, der sollte sie wenigstens zahlend untersMtzen. ES muß unbedingt auf eine V er- Mehrung der Stadtwehr gedrungen werden. Die EinhettTichkeit des Vorgehens gegen Plünderer wird Hinfttg durch Polizei, Stadtwehr und Reichswehr gewahrt fein. Auch künftig wird es, nach Lage der Dinge, nicht Mötzlich sein, Plünderungen schon im Keim zu ersttcken, aber worauf es bei der Sicherung an­kommt, das hat die Stadtwehr gesichett: die städttschen LebenKmittellager! Die Stadtwehr hat an dem fraglichen Sonnabend und am Sonntag geleistet, was sie leisten konnte. Dafür gebührt ihr uneingeschränktes Lod. Wenn alle Behörden ihre Beamten, alle Geschäftsinhaber sich selbst und ihre Angestellten tat Stadcweta jur Verfügung stellen, bann kann diese min­destens um das Dreifache vermehrt werden, dann läßt sich auch eine Garantie dafür über­nehmen, daß nicht totAer so verbrecherische Handlungen Vorkommen, wie e» leider in Kassel der Fall war. MS Vertreter des Führers der ReichSwehrdrigade 1L dem vom Kommandie­renden General der Schutz der Stadt Kassel übertragen worden ist. sprach Major vom Bussche. Er erhob schärft Ei-nfprache gegen die Bürgerlichen, die jetzt ohne Kenntnis der Lage Kritik an denen üben, die ihre Haut zu

organe nicht mit den Verbrechern fertig gewor­den sind. Pflicht der Einwohner ist, beim Kampfe gegen Verbrecher Frauen und Kinder jubaufe zu schicken, vernünftig ju fein, den an« marschierenden Truppen Platz zu macken und ... in die Stadtwehr eingntreten. Es fehlt auch, an Führern. Die Stadtwehr m» das verhaffchette Schotzftnd der Bürgerichast !-"r- ben! Bevor der Sicherheitsdienst eintriffi. soll die Selbsthilfe walten. In jeder Sttast- gibt es doch Männer, die Mannes genug stuf», den Swck in die Hand $n nehmen und draus los"«, gehen, wenn die an sich feigen Plünderer in ein Geschäft eindrinaen wollen. Aendert fich das di" Verhalten des Publikums gegen die tSorgane nicht, dann kommen wir so die eigene Bevölkerung die eigene

Nachdem Bankier «Bfetffez

wett.