Kasseler Neueste
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Kasseler Abendzeitung
Hesfische Abendzeitung
Nummer 169
Mittwoch, 23. Juni 1919
Fernsprecher NI und SSL
9. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952
Zn fchmerzensrelcher Stunde
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«JÄt beendet. obr- auf M5 Golgacha be« 23.* f ert (?) mt wird er« Öftmt wmn tow schwer- i solange in ® Send Md ^ukdend z« Watten verstehen , v Entfcheidmrg
Der Vertrag wird Mterzeich««. Da-
V« ««feier Tieucbert Ncchr'.Ltrn erfülltenroödjentlt* ftttSmal und zwar abend». Der abattnemtntSprei» betrögt monatl isi Mark bet freier Zustellung krs Hau» Beftellungrn werden tederzeir ewn der CBeftfräftSfeHe aber den Boten entgegengenonunen. Druckerei, Lerlaa und Redaktion. Sck!la<bthofftratze 28/30. >ür unverlangt eingesandte Beiträge kann die Redaktion eine Verantwortung oder E-wShr in keinem Aalle übernehmen Rückzablung deS Bmngrze'dek oder Anlprüche wegen etwaiger Ni cht ordnungSmät^aer Lie erung aurgeschloffen
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dräust durch das Hans. GerLchie Uber ateflic- nmgSfrtfe, Atrflösun« der Natiouakbersamm-', wng, Nichtunterzcichnnng usw. schwirren durch' .
die Luft.
Sierung angeordnet habe, daß die Nnterzeich nung am Donnerstag mittag zwischen 12 1 Uhr Hattfiuden soll.
Err wird omgrsirfettf
Deutsche Politiker «nd Militärs.
tEiaene Drahtmeldnug.»
ten leise auf das Grab deutscher Größe, deutschen Muts, deutschen Stolzes. Ein wildes, Wehes Schluchze« geht durch das deutsche Dol?: Enrechtet? Entebrtl ...
Der 23. Juni 1919 wird in Deutschlands Geschichte als der Ta« furchtbarsten UngWcks und bitterer Schmach fortleben. Jetzt gilt es. Schlimmeres zu verhüten und das Volk vor jeder Unbesonnenheit zu warnen, die unseren Feinden, denn das blechen sie auch nach Ftte- densi'chlntz noch, willkommenen Anlaß zum Ein. schreien geben könnte. Die Hoffnung auf des. sere Zeiten, auf nationale Wiederaufrichtung mW nicht zuletzt - ' einen späteren Sieg deS RechtSgedarSrnS muß uns aufrecht erhättrr Noch ist der PafstonSweg des deutschen BolkrS
Shne Vorbehalt.
Die Sitzung der National-Versammlung.
Ue3>« den 33erlauf der gestrigen Sitzung de • National-Dersainntlnug, in der der Deschlutz gefaßt wurde, dsdingnugeloS de» Frieden »u ttntrrreittzne», geht e»8 folgender telegradtzi Mrr Rerickt unsere« Sertiretee# in «estnar zu
Sie Uaterzeichumlg.
Unsere Abnahme ohne Vorbehalt!
LaS Kabinett beschloß, die Unter- seichunng des Fricdensvertrages shne nochmalige Befragung der Nationalver- skunmlunz vorzunehmen. An der gestern nachmittag drei Uhr zusammcngetretcnen Nationalversammlung wurde bsrouf in einfacher Abstimmung über die Frage entschieden, ob die Regie- rmrg nach wie vor ermächtigt bleibe, den Frte- deusvertrag zu untcrzeichi-en. Diese Ent scheid««« wurde gegen die Stimmen der dentschnationalen Bolköpartei, der Deutschen BoUSpartri, eines Teiles des Zentrums und eines Teiles der Temokvaten bejaht. Am gestrigen Montag nachmittag 4 Uhr 40 Min. hat der deutsche Gesandte von Ha nie! dem Borsitzenr«« der Friedenskonferenz Clemenceau die Rote zustcllen lasten, in der die deut sche Regierung sich bereit er klärt, die Bedingungen der alliietten und assoziierten Reglern,rgen vorbehaltSlos auzunehmen. Die Rote hat folgenden Wortlaut: Die Regierung der deutschen Republik hat ans der letzten Mitteilung der alliierten und assoziierten Re- gierrrugen mit Erschütterung ersehen, daß str »ntsftzoffen sind, von Deutschland auch die Annahme derjenigen FriedenSbedingun- ;e« «rtztLnsserstcr Gewali zq erzwingen. die, ohne eine materielle Bedeu- lung zi- besitzen, den Zweck verfolgen, dem dent- schen Volke seine Ehre zu nehme«. Durch diesen Gewaltakt wird die stchre des deutschen Bolles nicht berührt. Sie nach außen hi« zu verteidigen. keblt dem deutschen Bolkr nach den entsetzlichen Leiden des letzten Jahres jedes Mittel. Der übermächtigen Gewalt weichend, ohne damit ihr« Auffassung über die unerhörte Ungerechtigkeit der Friede«s-Be. ding«ngen aufzugehen, erklätt deshalb die Regierung der deutschen Republik, daß sie bereit ist, die von den alliietten und assoziierten Rexzierungen arrferlegten Bedingungen anzu- uehme« und zu n«terzeich«e».
Nachdem eine von bei Reich siegierung gewünschte weitere Verlängerung der Unterzeich- nungSfrisi um 48 Stunden von Clemenceau glatt abgelehnt worden war und ebenso die sogenannten Etzrenvunve'von der Entente a<5 indiskutaDel bezeichnet worden waren, war höchste Eile in der Enrfcheidun« geboten. Noch einmal mvßte die Nationalverfamurlnng gehört werden. Ihr Votum konnte nicht «»ehr zweifelhaft sein. Schweren Herzens, mit zusammen- gebissenen Zähnen stimmte ungefähr dieselbe Mehrheit von Tags zuvor der bedingungslosen Unterz-Khmmg M. Der Weltkrieg ist damit beendet, die Not und Sorge des deutschen Volkes aber beginnt nu« erst wieder. Daß wir die übernommenen furchtbaren Verpflichtung-« halten können, glaubt heute kein Mensch in Deutschland, aber wir müssen nach Wie vor den ssuten Willen hierzu zeigen, sonst benutzt die Entente die Gelegenheit, um sich nicht mehr an die Bedingungen des Friedens zu hakten. Wie schwer der Entschluß zur Unterzeichnung der Mehrheit der deutschen Volksvertretung gewor- ve« ist, ahnen Wohl nur wenige. Aber es war höchste Zeit, bqut schon hatten die Franzosen i« den Rackmfttagsstunden des Montags Frankftttt a. M. vorzeitig besetzt und eS erst wieder geräumt als die NackricÄ von der Unterzeichnung eingetroffen war.
Nun rff6 geschehen! Noch fiamtnerien sich die Hoffnungen des VokkeS an den Gedanken, daß es doch einen Ausweg geben müsse aus allem Sturm und Drang, daß sich in tieffrer Rot ei« Weg entdecken ließe der gangbar erscheine, dar uns erretten könne aus tiefster Schmack, vor größter Demütigung. Es war vergrberG! Das wehrlose deutsche Volk, das sein Heer breiSgab, fand nur Hohn und Spott, und nichts konnte es vor tiefstem Sturz bewahren. Als der greife Präsident der National-Versammlung am gestrigen Unglücks-Montag tränenden Auges daA Resultat der Abstftnmun-g berffittbefe, da beugte sich manch Einer im Haufe tief über den Tisch eS war ein Angenblick oll erschütterrcker Tragik. «er fein Vaterland geliebt, auch in keiner tiefsten Rot, wer stolz gewesen aus das M»ße Deutsche Reich, der wird seinem Zusam- «enbruch mit wildem Schmerz gegennbeistchen. Di« Träne«, die Prösid-ni Febrenback gestern . *i der KotrsmchSerftMrwLtng gewc .nr, sie tropf-
Bedingungslose Zustimmung.
8n kritischer Stlrude. Amfangreich^ RarkehruKgekl des Feldes zum kmmarsch. Psris »nd Frankreich in wildem FriedeAktaumel. Ein ANfruf des ReichMetzrmimsters.
... Die Nationalversammlung, die vor ungefähr zwei Monaten ihre Arbeiten unterbrochen hatte und diese beute wieder auftreh- mcn wollte, sieht sich nun , vor eine ganz neue schwierige Aufgabe gestellt. Heute noch muß bie bindende Entscheidung fallen, ob wir auch bedingungslos annehmen oder ablehnen wollen. Die Zeit brennt auf» äußerste. Aut Nachmittag läuft der Waffenstillstand ab. Die Feinde häben bereits ihre Vorhuten an ver- schi-denen Punkten des Rheines Vorrücken lassen. Bei unseren Gegnern ist alles bereit. Mit der Uhr in der Hand Watten die Heerftihrei der Entente, nm ihren Truppen das Zeichen zum Vordringen zu geben. Bereits um ent Ufrr herrscht vor dem Nationaltheater, in dem die Vertreter des deutschen Volkes entscheiden werden, das gleiche Bild wie am Vottage. Eine ungeheure Menschenmenge hält den Platz besetzt. um die Dorfahtt der Minister zu sehe» und aus ihren Mienen zu lesen, wie es, steht. Um %2 Uhr sind die Tribünen schon dicht be- fetzt. Die Fraktionen beraten noch. Punkt 2 Uhr betreten die ersten Abgeordneten den Saal. Vop den Regierungsvertrttern ist noch "»emonld -.«stsnemm Ein oewaftiges Gesr
llnterzMnun« de« Berttags.
Wilson will alsbald reifen.
(Privat-Telegramm.)
BersailleS. A. Jmri.
.. ,.^e5eJ den Zeitpunkt der Unterzeichnung ver- öffemlicht bte ftanzöstsche Presse eine Mitteilung, wonach auf Wunsch Wilsons, der am Mittwoch oben» abreisen wollte, die Unterzeichnung bereits am Mittwoch, etf Wunsch der Enatänder sogar schon am Dienstag ftattfinden tollte. Die Engländer hätten gern die Vertreter chrer Twminious, die stch bereits am Mittwoch gia Heimreise cittfdiiffcn, an der Zeremonie teflnebmrn lassen. Dir französische Steq-ieruny sah sich aber genöttgt, mitznieilen. daß bte Vor- berettrrngen noch nicht vollendet seien und daß die Unterze'.chnikng daher erst am Donnerstag zwischen zwölf und ein Uhr stattsinden könne.
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Am Donnerstag nachmittag.
Versailles, 24. Funi. sE-gene Draht- Meldung.) Ueber »en Zeitpunkt der Unter Vidmtma v-röffenMcht die ftanzösis-tze Presse eine Mitteikuna wonach die ftanzSsische Re.
Dre Fülle des im Lause -es heurigen Tages ber uns etngetrofsenen DePeschen^Materials Iü8t vor allem erkennen, daß unsere Feinde allem Anscheine nach die feste Absicht hatten, bei Ablehnuftg des Friedensvettrages tief in das Innere Deutschlands vorzustoßen. Ungeheure Truppemnengen waren während der letzten Tage im besetzten Gebiet Mammengrzogen. Wir geben Me wichtigsten Telegramme nach- stchend wieder.
v Sh kritischer Swnde.
Vor der Entscheidung in Weimar.
(Privat-Telegramm.)
Weim«. 24. Juni.
Die Lage nach dem Beschluß der National- versanmtliung auf bedingungslose Unterzeichnung des Friedensattes rvar eine äußerst kritische', da nur noch drei Stunden Zeit ms zum Ablauf des Waffenstillstandes -lieben und die Uebermittelung der Zustimmung der Rcichsregieruna nach Versailles attf Schwierig- fetttn und Verzögerungen stieß. Aus dem Weslen des Rerchss kamen Drahtungen über Drahtungen über die gestiegene Erregung der AevirSeruna. dir den e.s
-$et Kehl waren Schiffsbrücke an Schiffsbrücke gereiht, die dem Uebergang der fetnblichen Heere dienen sollten. Auch im übrigen Rheingebiet waren die Vorbereitungen »u einem Maffenübergang der aKrierttn Heere bis ut die letzte Kleinigkeit fertig. Ungeheure T r u p - e n m a s s e« waren in den Rhenkbrüft kenköpfen konzentriett. Mainz und Koblenz glichen schmt seit Tagen einem einzigen Kaserne- meirt. Selbst der Verkehr von Ort zu Ort war durch Absperrung der alliietten Truppen uw- möglich gemacht worden. Nach den An,'chW->en der stanzöstschen Okkupationsarmee in Speyer sollte der Uebergang nach dem rechten Rheiuuser 5 Minnten nach Uhr abends angetreten werden. In den unmittelbar vom Eimnarsch bedrohten, noch nicht besetzten Gebieten, stürmten die Menschemnassen die Regierungsbureaus. Erst 7 Minuten.vor 7 Uhr traf aus Vett'ailleS d» BestStionng in Weimar ein, daß die Zw- strmmung Demschlan-Z um 6 Mr 35 Minuten uverreicht worden ist imb angenommen war. Damrt war die Gefahr eines neuen feirchKchen Vormarsches endlich beseitigt.
Genf. 24. Mai.
Ucb« die Personen, die an die «lliiettrn mtygertEfert werden sollen, herrscht, wie aus der Partser Presse hervorgeht, ttsiterlei Klar- ^t. Wte es hmM. wird das BerzeichniS von den als schuld>g Befundenen in de» nächste^ vler-ehn Tagen überreicht werde«, eh* §om.
soll darüber sichere Beschlüsse fasse«. Die ^-denmsder AiMwfermig ist durchaus wött- 3?
Eine unbeschreibliche Spannung bemächtigt sich aller Anwesenden. Gegen U3 Uhr erscheint als erstes Mitglied der RÄieruno der Minister des Auswättigen Mülieft. Ihm folgen Bell, David, Schmidt und Wissest. Um 2.45 Uhr betritt Ministerpräsident Bauer den Sitzungssaal. Sein Gesicht ist bleich ferne Zuge ernst. Sofort ertönen hn Hause die Klin- g-eln. Dis Abgeordneten eilen in den Saal, sammeln sich zu Gruppen und debattieren lebhaft miteinander. Auch die Minister stehe« zn-' sammen und beratschlagen. Inzwischen sind' auch ErMrger, Giesberts. Schlicke und Meyer» Schwaben erschienen, sodaß nun das Kabinett vollzählig versammelt ist. Wenige Minuten vor drei Uhr eröffnet Präsident F e h r e n b a ch bte Sitzung. Nach kurzen einleitenden Wottme erteilt er sofott dem Ministerpräsidenten Bauer das Wott.
Der Ministerpräsident spricht.
etner^ sehr kurzen Frist -usgeli«'. fert (?) werd:« unb sollen „
Wanp in Gttmrhttam gehalten werden, als die i üb« thren Prozeß erfolgt »st.
Stofe will bleiben.
Ein Aufruf des Reichswchrministcrs.
(Eigene Drahtmeldung.)
x Berlin. 24. Jmti.
Der Reichswehrminifter hat einen Aufruf an we Reichswehr erlassen, in welchem er in der schwersten Stunde, die je das deutsche Volk gesehen hat, an die Kameradschaftlichkeit jedes deutschen Mannes appelliett, ihm weiter zur Seite zu stehen. R o s k e sagt weiter, die Rot unseres Volkes hält mich davon zn- rück, sahnen fluchtartig meinen Dlenstzu verlassen, auf brät ich mich nur dmm zu kmlten vermag, wenn mir deutsche Mannner hingebtmgsvvll zur Seite stehen. Rach emer Meldung des ReichswehrkommandoS erklärt General von Lüttwitz, daß er an dem Stanvptmtt. daß die Auslieferung bcntfdftr StaatSbrirgsr und bie Anerkennung der alletni- rit Schuld Dentfchlands mit »er Ehre der ezchsmebr nn» detz B-iterlandeS snveretnv'ar fei, lutäebtnvt (emfatrc nn» dass er feine Kundgebung »cm Reichswehrmini- Per unb dem preußifll*« Kriegsminister gegenüber aufrecht S» erhalten wissen wolle. Er fordert jedoch Osstziere, Unteroffiziere und Mannschaften auf, mit ihm ihren D'enft weiter z« tun und Ruhe und Ordnung im Deutfchen Reich aufrecht zu erhalten.
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Die Generale der Reichswehr.
Weimar, 24. Juni. (Privat - Telegr.) Wie m den Sitzungen der Fraktionen gestern abend tmtgeteilt wurde, haben sich die Generäle der Reichswehr nackttäglich noch für die Durchführung der Beschlüsse der Regierung und der Nationalversamimlung ft, einer besonderen Kundgebung an den Reichswehrunmstcr erklätt
Paris im raumes.
Wilde Frendonkundgebttngen in Frankreich. (Pttvat-Telearamm.)
Versailles, 24. Mai.
Die Kanonen der Pariser Forts schießen seit nenn Uhr abends tu ununterbrochenen Salden den ttnedsn ein. Vor dem Schlosse in Per- saWes rst eure große Menschenansamm^ X2”j$- Es rverden Ansprachen gehalten. Eine Agteuung Jnsantette mit Stahlhelmen steht vor bem Hotel der Dttftschen. vor welchem sich die Menichenansermmht ngen ebenfalls so anstautm daß sie von den Soldaten vertrieben werden mußten. Ans den Pariser Boulevards stehen große Menschenmengen singend umher. Die Muftk spielt rm Freien und man tanzt auf den Bürgersteigen. Aber auch Ar- vetterzUge, bte nach der Demobilisation nrfen, bewegen sich durch die Straßen.
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r^CT^eLncS- H. 3nni- <Ei«ene Drccht- meldung.» Um acht Uhr abends war die Nach- ncht vom Abschluß des Friedens, »tc in den Tageszettungen noch nicht enthalten war in daö Bol? gedrrtngen. Auf den Straßen eilten die Bürger zu öffentlichen Plätzen, wo an das
Ansprachen gehalten wurden. Die deutsche Kolonie in Versailles ist durch ein Ausi J™’* von Mik-tär vor den Manifestanten gc- slhutzt. ES muß bemerkt werde«, daß kein höh- ntscher Ruf die Deutfchen. die über die Stra- ßen gingen. belSstigt hat.
I« eindrucksvollen Motten schildert Bane»! die seit gestern so S edr.ohlich ve rändertck Lage. Dte Entente hat uns keine Wahl gelassen. Das deutsche Volk muß in wenigen Sbrn- den erklären, ob eS den Vettrag ftr allen feinen Tttlen bedimmngAios annehmen oder ablebne« to™- Die Regierung hat lange überlegt, wel- chen Weg man jetzt einschlagen müsse. Mer bie Erkenntnis, daß es heiligste Pflicht aller ve--rnt. WEtchen Stellen sei, dem Volke die Laste« und Prüfungen, bie ein feindlicher Einmarsch noSoendrg zur Folge haben würde, zu ersparen, habe« alle Gründe für eine Ablehnung zurückgedrängt. Auch die bei- den gestern gemachten Vorbehalte müssen wir zurücknehmen, so weh e* unS tut Es bleibt unS kerne andere Wahl, wir können uns nicht dagegen sträuben. Deutsch» lmch fft völlig wehrlos, aber die Wehrlosigkeit Meßt nickt Ehttost-ckeit in sich. Wknn da« deutsche Vvkk heute auch die beiden Ehrenpunkte unter dem Druck feindlicher Gewaltmaßregeln fallen lassen muß, seine Ehr« gibt es trotzdem doch nicht preis. Zum Schluß beantragt Bauer, vte Regtentng zu ermächtigen, den Vertraa oiuh »* «nterzeichnen Nach den Ausführungen des Mmifterpräsiderr- ien, d^ vom H«>cke in tiefstem Schwergett an» ■tebört wurden, erhalten die Vettrtter etnzelner -rrattronen das Wott z« kurzen Erklärungen.
wird Schiffer von der Demokraftschen Pattej mrfgenrfen. Er gkbt na» men£ inner Pattei die Erklärung ab, daß ber Vertrag nach wie vor unannehmbar ^t, die Fraktion aber auf ihre Mitgfteder in Atwttach-t der schwierigen Lage keinen Druck msnÄTn wolle, sondern dir Eittfchließung jedem Einze.nen überlasse, in der Erkenntnis, daß E nur mit vollstem Pflichtgefühl und vater- Gesinnung ckbstrmmrrr werde. In grnchem Sinne äußern sich Schulz- Dromberq von der d-nttsthnaftsnalen und Heintze von DsntsLen DoKsvartei Nach düsen ErÄL. rn-e^en wird Schluß der Debatte beantragt. V'-rsideut Fehrenbach schKgt darauf vor, üb« ___ - ... ----------- „.-»y.» ,vC1- ^^"SierilNEaeettag abzusiftnmen. Mit über» den. müssen von Dentflkssi,.-» innerhalb wsktigender Mehrheit stimmt da« H»nS dem ...... •nSgelie. -n. Regierimcksontrag habe« ; von der Entente -rettrkter aller Parteien gestimmt.
DsS Schickf-ft ist entsIirden