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Der Kaiser als Angeklagter.

Zürich, 18. Juni. (Privatt«legravmt.s' Dem Begleitschreiben der Alliierten ist ein M e. woran dum bcigelegt, das sich nut den deut­schen Gegenvorschläge« im einzelnen beschäftigt. ES besagt «. dass die A b u r t e i l « « g d e 0 Kaisers Sache der hohen internatio­nale« Politik sei. Die Alliierten wolle«, daß de»? Angeklagten alle Rechte und die volle Freiheit bei seiner Verteidigung belassen werden.

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Rücktritt Orlandos. >

Lugano, 18. Juni. (Eigene Drahtmek-' düng.) O r l a n d o hat dem König den R ü ck - tritt des gesamten Kabinetts ange- botrn. Ter König war der Ansicht, daß der Rücktritt einige Tage verschoben wer- den Möchte, damit das Parlament der Krone eine« Hinweis für die Nachfolge geben kann. Infolgedessen tritt das Kahäwtt Orlando nach, sie» Donnerstag unverändert vor d«S Par­lament.

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Die Lage in Weimar.

i'7 (Eigene Trahtmeldung.)

Weimar, 18. Fmri.

In Weimar waren bis heute morgen 6 Uhr von de« feindlichen Schriftstücken nur die Mantelnote in zwei Exemplaren cinoetroffen. Der ausfallendste Inhalt ist der uniezogrnr Ton. Man glaubt, dass er, weil zur Bervffent- lichung in den feindlichen Länder bestimmt, so gewählt worden ist. Wo der Ton sckietovar entgegenkommt, bleibt der Sinn wideffvruchs- voll und drmkel. So wird behauptet, die ver­bündeten Mächte hätten wirtsckmftfiche unb fi­nanzielle Klauseln gemildert, ohne daß davon die Grundsätze des 'Vertrages berührt werden- Die Abmilderungen sind uns aber oet»eigen. Die Wiedergutmachung soll Deutschland, so hertzt es, so anaenehm wie möglich citri elften. Deutschland müsse die anperkchteten Schäden be- richtise« und abschätzen lassen und in einer Frist von 4 Monaten nach Unterzeichnung des Ver­trages seine Vorschläge machen. Wenn im Laufe von zwei Monaten nach Inkrafttreten deS Ver­trages ein Abkommen erzielt werde, soll dieses freudschaf liche Abkommen Geltung haben, an­dernfalls soll die Berechnung e'n eilig vom Verband ankgestellt werden. Die ganze Sache ist dunkel. Endlich betonen die Verbündeten, das, was sie setzt überreichen, sei und bleibe

von der Osten die Partie des Oktavian übeniehme« wird.

-T- Jubiläum eine» Bankbeamten. Herr Prokurist Wilhelm Brandt begeht heute den Tag seiner fünfiindqwanzigjährigen Tätigkeit im Dankhause 8. Pfeiffer. Aus Anlatz die­se- Erergmsses wurden ihm zahlreiche Glück­wünsche und Ehrungen zuteil.

-i- Veranstaltungen am Donnerstag. Staat­liche Schauspiele: »Der Rosenkavalier*. Residenz-Theater: .Der Her^ottschnitzer vonAnrmergau* Kaiser säle: .Die LaNd- streichertt Hessenland: Das große Juni- Programm. K r i e g s b e s ch ä d r g t e n-Ver- einigung: Mitgliederversammlung. Mil. Hilfsarbeiter: Vollversammlung. Konzerte: Stadtpark, Belvedere, Ardeiter- For tb lldu n gsverein.

etwas Bermäae» ee» !'

ihr letzte« Wort. Dagegen heistt es später, mee behalte sich vor, den »ertrag den jeweilige« Anfordenrngen neuer Zeiten anzupassen. Sn- sere Regierung weiß offenbar mit dem neue, Vertrag «och weniger anzustellen als mit dem etfte«. den sie ja für nnannehmbar erklärt HM. W»r glauben, dass die Franzose« anaehme« und wünsche«. Deuffchland solle nicht unter, zeichnen, damit Frankreich dann gewaltsm, setnen Gebietshunger befriedigen kann, wäh» rend England und Amerika die Unterzeichnung wünsihen und dafür durch Leute Propaganda machen werden, hie sie uns schicken und die uns emssüstern werden: Unter-eichnet, dann werden wir später sehen, was sich machen lässt. Im Vertrauen darauf, untere Unterfckrlst unter den Vertrag zu setze«, scheint aber auch unsere Regierung für einen grossen Leichtstnn zu halten. Der Mittwoch wird mit Beratungen der Regierung ausgefüllt werden. Ob die Nationalversammlung am Donnerstag, bem FronleichnamStage, zusammen treten wird, ist fraglich ES scheint einstweilen bei Freuag oder Sonnabend bleiben zu müssen. Heute früh ist Graf Brockdorff mit Reichsminister Giesbert« in Weimar eingrtroffrn. Die Delegation wird so .witin zurückreifen, daß die deutsche Aitt- wort noch am Sonntag in die Hände der En­tente gelangen wird.

Große u-b Heute Führe» forme Umzüge werden sachgemäß, pre^ wert, pünktlich besorgt H Koch, Kurfürstenstr. 1011T Fernruf 2071.

ooooooooooooooo« Geschäftsmann. 28 J , [ Jahre alt, möchte mit X <» Fräulein in Briefwech- ' [ fei treten zwecks Her-1 ,, rat. Angebote unter X < > F 465 an die Ge-j 11 schästSstelle der Kassel. I < > Neuesten Nachrichten.

Arbeiter Kl. und M. aus Hemsbach, «egen die sich eine am gestrigen Dienstag vor bei Straf­kammer zu Kassel anstehende Bersamnüung richtete. Bei ihrer Vernehmung bestritten die Angeklagten, an der Tötung des Soldaten beteiltet gewesen zu fein. In jener Nacht hät­ten sie gar keine Waffen bei sich gehabt. Bei einer späteren Haussuchung wurden Waffen tatsächlich nicht vorgefuuden, dagegen be­schlagnahmte man eine grosse DteveSbeute. Da dem Gdt cht bie Klärung der Frage, inwieweit die Angeklagten an der Erschießung des Sol­daten beteiligt gewesen sind, nicht genügend erschien, so wurde diese Frage adgetreunt, um voraussichtlich in einem neuen Strafverfahren Weyen Mordes später wieder aufgenommen zu werden. Vorläufig wurde nur wegen versuch­ten Diebstahls und Bestechung gegen die beiden Angeklagten verhandelt. Der Angeklagte Kl. wurde zu zehn Monaten und der Angeklagte M. zu vier Monaten Gefängnis verurteilt.

Die Margarine wird teuerer. Nach einer Mitteilung deS Städtisch«, Nachricht'u- amtes hat insolae Erhöhung deS EinstatchS- preises. sowie weiterer Steigerung der allge- weine« Unkosten der Kleinhandelspreis für Margarme aus 2,64 Mk. für das Pfund erhöht werden müssen. Die Bekanntmachung über den neuen Preis befindet sich im Anzeigenteil der 6eitit(ien Nummer.

"t" Unfälle vom Tage. An der Tßvmbach- brücke sprang gestern ein älterer Matw v/n einem in der Fahrt befindlichen Wagen der Elettrtschen. Rur durch das sofortige Salten des Waaenführers wurde ein feftoerer Unfall verhütet. Trotzdem trug der Mann Verlet­zungen an Arm. Bein und Rücken davon. Am Oberneustäifier Bahnhof wurde ein Arbei­ter dadurch, dass ihm ein schweres Eisenteil auf den Fuss fiel, verletzt. Nach Anlegung eines Notderbandes brachte man den Verunglückten nach seiner Wohnung in der Jägerstr atze.

Reporten der Strassenbahn. Wie aus einer Anzeige der Direktion der Straßenbahn >R vorliegender Nummer hervorqcht werd n bie neuen Zeitkarten schon setzt ausaegebm. Diese Maßnahme wird allgemein begrüßt wer- den. weil dadurch das längere Warten am Mo- natsschfitß vermieden wird.

--- Staatliche Schauspiele. Die Jnt»ndant»r der Staatlichen Schausviele teilt mit daß in der morgigen FestvorstellungDer Roseukavg. fier- wegen Erkranfirng des Fräulein Lola ArtofdePadilla Frau E v a P l a i ch k r-

Tlgndn beginnen fOr Personen aller Stlnde ! Data an wi Herren) neu Ker« in S.MnsArelbe» uieaojranliie, Mnechi- neasdteeiben und sXmb liehen Handeliwiuen- r chatten.

j Außerdem werd, in den rlehrten Tagen für HclcRebeschddf@te jaden Standes Kurie «in» geratet und wird Mer» bei auf das Leiden der­selben besond. Bücksieht genommen. Niemand wird eher entlassen, bis er das tu Erlernende such vollständig begrif­fen bat Der gute Ruf der Anstalt bürgt für einen sicheren Erfolg.

Za Stellen beMlfUdu

i Lehrplan mantgaltHch.

DiQ unter ff 456 <nt j1 die GeschüfisstÄlle der ' -ass. Reuest. Nachricht. *

beneht ickieb in guter Fahrt vorn und wurde tot Envsport von dem Schlußtäusser Liebehenz, Sport, auf den 2. Platz verwiesen. Schwe­denstaffel: 1. Kurhessen 400, 300, 200 mtb 100 Meter; 2. Turn gemeinde. W. E.

Lokalnachrichten vom Tage.

-4- Kriegsbeschädigte und Elektrische. Die Kasseler Siratzerchahn gewährt, wie sie uns mit» teilt, seit September 1918 den Kriegsblinden- Mhrern und KriegSblindenführerhunden gegen Vorzeigung einer von der Straßenbahn-Direk- tion ausgestellten Karte freie Fahri Ferner er- Mafien B eiuverletzte, die mindestens flins- zig Prozent erwerbsbeschräntt sind, auf Sttek- [eitfarten folgende Errnätzigung. Sie zahlen: für «öre 15-Psg.-Strecke 7 Mark, für eine 20-Psg.- Strecke 8,50 Mark mrd für eine W-Pfg.-Strecke 10 Mark Es ist bereite der Regierung seitens der Strassenbahn mitgcteilt worden, daß diese Bergünstignngspreise für Kriegsbeschädigte von ber Erhebung der Anschläge zu den Netz- und Stteckenkarten befreit bleiben sollen, sodaß die Errnätzigung, die den obengenannten Kriegsbe- schädiqtrn zuteil wird. 7 Mark gegen 9,60 Mark, 8,50 Mark gegen 12 Mark und 10 Mark gegen 14,40 Mark beträgt.

Streikende Melber und Milchfahrer. In der gegenwärtigen Streiks überreichen Zeit ist eine Neuigkeit sestznstellen: Wie ein hiesiges Blatt metbet, sind die Melker und Milch- sahrer in einigen Orten des Landkreises Kassel wegen unerfüllter Lohnforderung tn den Ausstand getreten. Vorläufig werd die Milch- Versorgung Kassels von differ Ginstellung noch nicht berührt. Gegen solche das Leben von Twuseliden schwer gefährdenden Streiks muss ssüdoch «mt aller Entschiedenheit Protest er­hoben werden.

Eifenbahndiebe vor Gericht. Wie unseren Lesern erinnerlich, kam es im vergangenen Winter zu einer nächtlichen Schießerei "aus dem Bahnhof zu Heinebach be, M lsun^en. Einige Effenvahttdiebe waren damit beschäftigt, einen m-it Löbensmitteln beladenen Waggon er­brechen. Sie wurden dabei von einer Wache Überrascht, und es kam zu einem ffeineu Feuer- gef-cht. in dessen Verlauf ein Soldat so schwer verwundet wurde, daß er alsbald verstarb. Dre Bahnhofsdiebe ergriffen daraus die Flucht, wurde» fevoch beschossen, und einige Diebe so schiver verletzt, daß sie verhaftet werden konnten. Zu den Dieben gehörten auch die

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