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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Dir Ä<ff«Ur Uwe«« Nachrtchi" erlStinen «öchrntlich sechsmal und zwar abend«, »er Lbomlemrntlpr«!r betrügt monatl \» Mark bet freier Sufuattng in* Haut Bestellungen werden iebttgctf ernt der SelchLsttstell, eher den Boten «gegengenommen. Truderet. Verlag Und Redaktion: Schlacht-osstratze 38/30, Für unverlangt eingesandte «estrige kamt dte Redaltton eine Verantwortung oder Gewähr tn keinem Falle übernehmen. RülkHahlunz de« Beptgtgeldet »der Lnsprüche weg« etwaig« nicht ordmmglmLtzt ger Lteserung ausgeschlossen

Hessische Abendzeitung

Jnkertiongpreis». Stu Nedengrsvaltete Zeile töt einheimisch« Geschäfte 80 Bkg. Nk en«. wLrtia« Enjetgen 85 Df, ReNamereU» für einheimische Geschäfte 75 Wf für «Bwärtig, Geschäfte 1 BW »infach, vetlazen werden mit 6 Start pro rankend berechnet, all,« mit W, Beuernna«-Zukchla«. «ei Uedermittlun, von «npigen auf teleph. »,g, wir» für durch Hör- Wit hervorgerufene Irrtümer keiner lei Haftmtg übernommen. Für di« tlufnahme vonEneeigen an bestimmt« Lag« oder Llägen wird |. Zi. keine »«wahr g,leist*. SekchäfttstelU- »Sln-Ztt. 5

Mittwoch, 18. Stttti 1919

YLummer 163.

Fern sprech«» Ä1 und Mt.

Fernsprecher 951 Wb «t

9. Zahrga«s.

.......

Sie lleberreichung des Entente-llltimatunls.

Sie Faust des Siegers.

Ei« Frieden der Gewalt.

Gestern abend hat in VersaMeS Graf Brock­dorff da§ Dokument in Empfang genommen, auf dar di« Wett in atemwfer Svamrung seit Wochen wartet. Roch kennt man nicht den @t» naitcn Inhalt der Antwortnote der Entente, aber die bereit» vorliegenden Meldungen ge­statten die Annahme, datz der mit roter Tinte abaeünderte Vertraarentovnrf unserer Feind« nur ganz geringfügige Abänderungen und Mil- benmaen enthält, die an dem Charakter eines brutalen Gewaltfriedens so gut wie nichts än­dern. Da» einzige bemerkenswerte Zugeständ­nis scheint dte in Aussicht gestellte Volksabstim- rnung tn Oberschlesien, aber erst nach 18 Mo­naten, $u sein. Auch vier hat sich die Entente noch die Kontrolle Vorbehalten. Die wichtigste Frag«, die bei Eintritts Deutschlands in ven Völkerbund, bleibt offen, biS wir bewiesen ha­ben werden, datz wir brave Kinder sind und alles hübsch abltefern, waS die Entente von uns begehrt. Dann will man gütigst dte Aufnahme- Whigkeit Deutschlands wenigstens prüfen. Die Regelung der finanziellen Entschädigung soll erst in zwei Monaten besprochen und geregelt werden. Schließlich wird man der deutschen Armee einen vorläufigen Friedensstand von 200000 Mann zub-illlgen, weil unsere Gegner natürlich auch ein Interesse an der Aufrecht­erhaltung der Ordnung in dem geknechteten und versklavten Lande haben. Die Volksabstimmung in DüdschleSwig wird aufgeaeben, weil die Dänen dieses rein deutsch« Gebiet gar nicht beanspruchen. All« anderen Bestttnmmtqen des alten Entwurks, auch die über daS Schicksal ui:icr?r Kolo-'ien, werden beibebalteu. Go also siebt daS Entgegenkommen des BiermännerratS aui, von dem in den letzten Tagen in der Presse aller Länder soviel die Rede war.

Dentschkand steht nunmehr vor her schwer­sten und gefährlichsten Entscheidung feiner Ge­schichte. ES hat nur wenige.Tage Zeit, sich zu entschließen, ursprünglich sogar nur achtund- vierziz Stunden. Di« neuerlich gemeldete Ver­längerung der BeantwortungSsrist de» Rote ändert nichts an der Tatsache, datz es sich hier um ein Ultimatnm handelt. In Wirklich- leit bleiben nur hier Tag« Zeit, die Rote zu beantworten. Wenn am Montag, den 28. Juni, am Vorabend bei Johannistages, die Unter­zeichnung abgelehnt ist, können die alliierten Ar. rnsen lebe Stunde in das undeietztr Deutsch­land einmarschieren. Widerstand werden sie, wenigstens im Westen, nicht finden.

Was mm werden wird, vermag heute noch kein Mensch zu sagen. An sich würde die Un. terzeichnmng dieses Vertragsentwurfs den siche­ren Ruin Deutschlands bedeuten und unsere Kinder und Kindeskinder zu unwürdiger Knechtschaft auf Jahrzehnte hinaus verdammen. WaS aber wird, wenn wir nicht unterzeich­nen? Mau muß sich auch Mer die Folgen die­ses Schrittes rücksichtslos und ohne Befchöni- «wg klar werden. Rehmen wir einmal an, daß die heirttgsn rendeugmeldtmgen über einen beabsichtigten Vormarsch der bum zusammen««, würfelten und reichhaltig mit Koloniattruppen versehenen Entente-Armee auf Berlin nur ein Bluff sind. Aber eine- ist sicher: Am 24. Juni würde das rheintsch-westfälische KEengebiet, die Industriestädte Mannheim «nd Frankfurt am Main und trotz etwaigen Widerstands wohl auch das oberschlesische Kohlengebiet besetzt fein. Die Folge davon wäre, daß Deutschlanid inner­halb vierzehn Tagen ohne Kohlen ist, daß alle Fabriken stiMehen, kein Ekfendtchnzug mehr verkehrt und infolge der verschärften Mochrde keinerlei LebenSmiftel mehr hereinkommen. Die wetteren Nachwirkungen dieses TbaoS kann sich ohne Phantasie jeder selbst auSmalen. Vielleicht würde sekbst den vier barten Männern an der Seine vor der dann einsetzenden Vernichtung stm Inneren grauen. Wir könnten auch unter­zeichnen mit dem offenkundigen Protest, daß wtt der Rot gehorchen und die Bedingungen für unser Volk undurchführbar sind. Oder wir tun das, was einer unserer führenden Groß­industriellen und Volkswirtschaftler in allem Ernst Vorschlägt, daß die ReichSregierung, alle Landesregierungen und die Rgtionalversamm- lung gleichzeitig demissionieren, ans di« Souve­ränität des Reichs verzichten und alle Sorge und bannt auch Verantwortung für datz künf­tige Schicksal Deutsthkands der Entente über­lassen, indem man ihr sagt: ,Nn» seht zu, Ufte Ihr fertig werdet^ DaS wäre «in Der- zweislungsschritt, aber vielleicht nicht einmal der schlechteste.

Geradezu ekelhaft und für di« pöbelhafte Gesinnung des ftangöstschen Mobs bezeichnend sind die widerlichen Szenen, die sich bei der Ab­fahrt unserer FriedenSdelegation rn Ver­sailles abgespielt haben. Bisher galten in je­dem zivMsierten Land die Persönlichkeiten von Unterhändlern und Abgesandten für unantast- tzar. Bezeichnend ist es. datz die französischen

Behörden kein Mittel gefunden hohen, um solche Gemeinheiten zu verhüten. x

In dem kleinen Weimar wird tn den näch­sten Tagen über da» Schicksal der deutsckxn Ra- tivn entschieden. Mr sind durch Leid, Entbeh­rungen und furchtbare Enttäuschungen so ge­beugt und wehrlos geworden, daß wir in schweigender Eah'chlossenheit auch diese letzte und schwerste Prüfung über uns ergehen lassen müssen. Aber wissen soll jeder in unserer Volks­gemeinschaft, mn was es sich diesmal handelt. Wir haben schaudernd, um mit Hamlet zu re­den, erlebt, daß vieles faul ist im Staate Däne­mark. Run ftchen wir wie der genannte- nenprinz vor dem unheimlichen Dilemma: Sein »der Nichtsein, daS ist jetzt die Frage! _____ 8. D.

Sie Antwortnote.

Ein kurzfristiges Ultimatum.

(Privat-Telearamm.)

Versailles, 17. Juni.

Di« Antwortnote de« Entente ist dem Grafen Brvckdorff gestern um 147 Uhr abends über­geben worden. Wie zuverlässig verlautet, hat Dmttschlmw nur fünf Tage Frist zur Un- terzrichnnng bekommen. Dabei ist aber die drei­tägige Kündigungsfrist des Waffenstillstandes mtt einbegriffen, sodaß in WirNichkeit mir zwei Tage Zeit für bk Entschließung der ReichSregie. rung und Nationalversammlung bleiben. Di« übrigen drei Tage stehen bereits unter dem Zeichen der Vorbereitung des feindlichen Ein- falls. Es handelt sich also in Wirklichkeit mn ein ganz kurz befristetes Ultimatum. Auch das, waS bisher über den Inhalt ber Antwort durch, gestckert ist, zeigt, vast in fast keinem wesentlichen Punkt ein größeres Zugeständnis erfc'« daß man uns in brutalster Wette die Faust des Siegers unter die Rate hält. DaS ist der Wil- sonsche GerechtigkritSfrieden. In Wirklichkeit kmt (£Ieme!ice<xu itHeber einen Sierr auf bet ganzen Linie errungen.

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Brockdorffs Abreise.

Versailles, 17. Juni. (Telegraphische Meldung.) Gras Brockdorfs ist noch in der Rächt, nachdem et den Empfang der Antwort bestätigt hatte, nach Weimar abgereist. Dir übrigen Friedensdelegierten werden nach Ber­lin reife». Einige Kommissare bleiben in Bcr- sailleS. Aus der Seife bereits wird die Heber« fetrnna bet überreichten Schriftstücke beginnen. Die fünftägige Frist läuft vom Augenblick der Empfangsbestätigung deS Dokuments ab.Ma­tt»" erklärt, Drockdorff-Rantzau habe das größte Interesse daran, von Bersaillcs nach Weimar zu reifen, sobald er da» Dokument in Händen hat, da die fünftägige Frist vom Augenblick der UeberreickMng an läuft. Werden blc Mitglieder der deutschen Regierung sich alle über ein ein» ztge« Eremplar beugen »der vierundzwanzig wertvolle Stunden verlieren, um auf zweihun­dert gedruckte Exemplare zu warten? Jeder­mann muß zuaeben, daß bieS eine seltene Art ist, einen so feierlichen Akt vormnehmen. An- bete Blätter wollen sogar wissen, baß nur ein einzige« revidiertes, handschriftlich korrigiertes Exemplar des neuen Vertrages bet deutschen Delegation überreicht wirb. Di« deutsche Dele­gation wirb zweihunbert ursprüngliche Ber- tragSentwürfe erhalten und gebeten werben, in ihnen selbst bie Korrektur vorznrnchmen.

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Foch znriickberufen.

Versailles, 17, Juni. (Telegraphisch« Mel­dung.) Marschall Joch ist kurz nach seinem Eintreffen ttn interaMerten Hauptquartier in Luxemburg von Clemenceau nach Paris zu- rückgerufen worden, mn dort die Nach­richt ahznwartcn. ob die Deutschen unterzeichnen werden oder nicht. Mlson wird heute nacht Paris verlassen, um Brüssel, Upern und Löwen zu besichtigen. Et wird am Freitag wieder in Paris sein.

Inhalt der Mantelnote.

Weimar, 17. Juni. (Eigene Dnahtmek- dung.) An« Versailles tst gestern Ilfs Uhr abends folgendes Telegramm entgrirofftit: Die Delegation ist soeben noch Weimar ab- gereiS. Ei« kurz« Ueberhlick über die feindliche Antwort (Mantelnote un» DriSschrist) ergibt solsmdeS: Der Ton be« gesamten Dokuments ist außerordentlich beleibt» gtnb. Dentschlanb trage alle Sckmlb und müsse mfolgedeffrn bestraft werde«. ES könne froh sein, wenn eS «och so gnädig bavonkomme. Die überreichten Bedingungen seien der Friede bet Gerechtigkeit fff im» entsprächen durchaus dem WNson-Promamm. Die ganze Form des Dokuments ist außerordenüich grob und überhebeub. Dfiursprüvglich« Frist von fünf IfOea ist nf sofortigen Antrag

48 Stunde« verlängert worbe«. Sie umfaßt bie dreitägige Kündigungsfrist deSWaf- senstillstandeS. Äes« siebentägige Frist läuft am Montag abend sieben Uhr ab. Zu diesem Zeitpunkt ist auch der Waffe«- stillftand irbg-laufen. Heber den Inhalt läßt sich im Augenblick nur soviel sagen, baß bie Geg­ner uns noch weniger Konzessionen machen, alS die Pariser Presse angedeutet hatte. Die Ab­reise der Delegation vollzog sich unter lautem Johlen «nb Pfeifen der Volks, menge. Die Menge warf «tt Steinen und ver­letzte Dr. Han» Meier, sowie be« Delegierten Doktor Melchior und Oberftleutnmtt von Xy» landet, sowie auch eine Sekretärin.

Di« Stellung bet ReichSregierung.

Weimar. 17. Juni. (Eigene Diahtmeldung.) Die Mitteilungen der Pariser Presse haben bet Rcichsleitung bereits heute vormittag Veranlassung «euch««. sich in Sitzungen und Konferenzen über bett Inhalt bet Mittei­lungen, bie zweifellos aus ben amtlichen Stellen von Paris stammen, ouöeinanderzusetze«. Der Wortlaut der gegnerische» Vorschläge tst im Augenblick noch nickt bekannt. Graf Rant­zau wirb heute nachmittag mit ben Mnkstern der Delegation erwartet. Sofort danach wirb ba« Reichskatzinett zu eiltet Sitzung zusammentreten, itm über bi« gegnerische Aut- wort fick zu bespreche«. Der Staatenau». schnß ist für morgen früh einberufen. Die Führer bet politischen Parteien halte« zur Stunde Vorbesprechungen ab. Sie werbe» heute abend und morgen vormittag mit der ReichS- lritunq Besprechungen haben, ihn eine einheit­lich« Stellungnahme herbsiz,»führen. Di« po­litisch« Stiminmm ist natürlich im Augenblick ntf, h»a MAjfte gespannt 'Ne Frage Ja oder «rin «cm nun zur Entscheidsns, 2s K' nsen der ReickSkettunq hofft man im Augenblick, noch eine Verlängerung der Frist herbeifsthren z« können, mn Deutschland noch einmal Gele­genheit r» geben. seinerseUS den Standvnnkt der deutsche« Nation darznlegen. Die Parteien sind vollzählig hier versammelt. Die Natio­nalversammlung wird aber kaum vor DonnerStaq ober Freitag zusammentreten.

er Vormarsch.

Baftk, 17. Juni. (Eigene Drahtmekduny.) Me die Aaenee (Eeirtrate meldet, sind von ben Generalen Foch und Haig für den Fall der Richtnntetzeicknung des Vertrages in» nerhakb bet gestellte« Frist folgende Maßnah­men beschlossen worden: Strenge Blök« f ab« «nd allgemeiner Bv«marsch auf Berlin. Die Belfer, bie zunächst Düsseldorf, Essen und Münster besetzen würden, würden über WeKfalen, die Amerikaner über Wetzlar und Frankfurt, die Franzosen übet Hanau, Würzkmra und Ulm marschieren. Die britische Armee würde mit den Belgiern vorrücken.

BluffS.

Ludwigshafen. 17. Juni. (Privat-Tele- grairnn.) Französische und englische F l i t a t. r haben in den letzten Tagen wieder­holt über vlälziscken Städten und Landorlen gekreuzt und Jlugbttitter abg-worsen. deS In­halts. Deutschland wünsche eine Proklamierung einer Rbeinrevublik sowie einet Republik Nbeinpfalz. ES ist anznnehmen. daß dieser verwerffiche Aaitationsmittel auf die pfälzi­sch« und rheinische Bevölkerung irgend welche Wirkung nicht anSgesibt hat. Nack gleichlauten­den Nachrichten ans dem besetzten Gebiet wur­den dort Anschläge verbreitet, wonach bei Ablehnung der Unterzeichnung de» Fris- denSvertraae» und der darauf erfolgenden Be­setzung weiterer deutscher GehiriSieffe alle wehrfähigen Dentsche» zwischen 17 und 45 Jahren interniert würden.

Vorläufige ZnhattSangabe.

Versailles. 17. Juni. (Eigen« Drahtmel- bung.f Dte Blätter veröffentlichen heut-- eine kurze Inhaltsangabe de« Antwort der Verbündeten, sowie einen AnSzng au« den deutschen Gegenvorschlägen. Da« Journal stellt den nr'vrünglicken Vertragsentwurf her Ser» bündele» bat deutschen GeaenvorsckLägen und dem überreich teil Vertragsentwurf gegenüber. Aus her Gegenüberstellung ergibt fick: Die Volksabstimmung in Südschleswig ist entsvrechenb dem Wunsche der Däne» aufge­geben worden. Dagegen werbe» .die Be- schlüsfe von L/lprenßen auf Abstim» mung im Bezirk «llonftein, für Westpreuße« teilweise Abtretung, für Danzig »np Me­mel internattonale Zonen, vollständig bei­bebalteu. Die deutsche» Vorschläge betret« feit» Elkaß-Sotbringen mrd die belgt- scheu Bezirke werb«, «bgelehut. Das

ursprüngliche Profi« über bie deutschen Solo, nie« bteiM unverändert. Da» Projekt der Ser. bünbeten. demzufolge Deutschland auf alle Rech­te #«b Interesse« außerhalb Deutschlands ver­zichten soll. «Nb wonach aller öffentlicher unb privater Besitz völlig tiauibtert wirb. Deutsch, tonb im voraus «S« künftigen Maßnahme« der Berbüicheten annehmr», seine Handelsmarine «nb Teile seiner Fischereischiffe und Flnsschiffe anSliefer« soll tmb demzufolge Odor tmb Elbe internationakifiert. bie Telephonkabel konfis­ziert Werben sollen, wirb bei behalten, jedoch unter be« Vorbehalt, daß bie Zulassung Deutschlands MMN Völkerbund eine Aenverung dieser Abmachungen bebhteen würbe. Die ur­sprüngliche Fassung über Wiedergutmachung «nb bie finanziellen Fragen N«b bei- behalte», jedoch wirb Deutschland Zeit haben, fest« finanziell« Vorschläge z« machen, über w«l- che vethandett werbe» wirb. Die Bedingungen über Strafmaßnahmen lllriben unverändert. I« einet Zusammenfassung erffärf dann noch da» Journal: ftbaefeben von ben Zugeständ­nissen in Oberschlesien ist das trerito- fiele Statut beibehalten worden Gesellsckaft- licke und finanzielle Klauseln stehen vor einer halb erfolgenden gänzlichen Veränderung. Die Möglichkeit brr Zulassung Deutschlands zum Böfferbuna bedrohe ben Vertrag mit später« fast völliger Umwälzung.

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Der Juhatt der Mantelnote.

Part«, 17 Juni. (Eigener Drahtbettcht/> Die von ben Alliierten auf bie deutschen Be­merkungen zu be« FrfidenShedtNMirgen erfolgte Antw ortist heute veröffentlicht Wvr- den. Me wird eingeleitet durch einen Man- telbtief, in dem gefasst wirb: In den Ange« der aviiertrn unb assoziierten Mächte nrnr her «*rirg r»»e grPftfe Be»hre.ck«r te»** M# Mensch­heit, ba» jemals begnnaen worden tüt. -Seutfu/ land Hai feinen willfährigen Verbündeten er­mutigt, Serbien den ftrteg «- erklären. Der Brief zählt dann diedeutschen Verbrechen" ans und sagt, Deutschlatch muß es auf sich neh­men, Wiedergutmachungen zu leisten. Der Brief führt weiter «m«: Di« alliierten und assoziierten Mächte haben für bie Wiebercrrickftrng eines polnischen Staates mtt sicheren Zugängen znm Meere Vorsorge getroffen. Die Bestimmung be­treffend bas Saatbetten wirb für fünfzehn Fahr« aufrecht erhalten bleiben. Die Alliierten find überzerrgt bavo«. daß bie Eingebore­nen ber bentfAen Kolonien einer Nückkehr unter deutsche Herrschaft durchaus nb< geneigt sind. Der Brief fügt hinzu: Wenn bie Deutschen beweise«, baß sie beabsichtigen, bie FriedenSbedingnnae« zu erfüllen, so wirb eS zu einem früheren Zeitpmckt möglick fein, de» Völkerbund durch die Zulassung TeutftfitanbS zu vervollständigen. Betreffend der boikttcken Be» «terfuMige« gegen bie BloSabe heißt eS: Dfi Blockade ist zu jeder Zeit eine gesetzlich aner­kannte Methode der Kriegsführung gewesen. In der Antwort ber Tertischen auf den Ser« traaSeniwitrf sei »ickts entWien, waS fsk Uebetzenguna ber Alliierten erschüttere, daß W «mmitelbare Ursache des Krieges die wohlüsi«^. legte Entschließung bet verantwortlichen Prefo- ne« gewesen ist, bie Lösung ber europäischen Frage gewalttam herbeiznfühten, wenn nötig durch einen Krieg. Die Alliierieit hatten dafür, baß bie Bestrafung derjenigen, bie hauptsächlich verantwortlich find, ehre Forderung der Gerech­tigkeit ist. ES wirb Dentschlanb gestattet wer­ben, sein Heer allmählicher zu verringern, als bisher bestimmt gewesen war. Dfi deutschen Vorschläge bezüglich der Flotte körgren nicht in Erwägung gezogen Werden. WaS b-e Wieder­gutmachung betrifft, so kann Deutschland eine Pauschalsumme für bie Gefmntheit ober eilten Teil seiner Verbinlchichkeiten anbieten.

Äeixe Einwendungen.

Genf. 17. Juni. (Eigene Dtdhtmeldtmg.) Im Heere»a«»sch«ß ber französi­schen Kammer fitr Auswärtiges wurden bereite am Montag vormittag in verttaulicher vefprechting von Pickon die Gtunbzüge der reuen Antwort der Alltterten an Deutsch­land mftgeteilt Gegen Me Auslassungen de» MnisterS erhoben sich keine Einwendu«. gen, auch nicht von sozialistischer Sette.

VaherWs GemeindewahleK.

Erfolge der Unabhängig««.

sPrivat-Telearamm.j

München. 17- Juni.

Die Gemeinbewahlen in Bahern ha­ben sich morst durch eine recht flaue Wahlbe- teitignna ausgezeichnet, wovon auch die große» Städte keine Ausnahme machten. Als besonde­res Kennzeichen der Wahlen müssen die star­ke« Erfolge ber unabhängigen So»v