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Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
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Nummer 162.
DienStag, 17. Juni 1919.
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Heute Überreichung der Entente-Antwort.
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fen Kvnventikeln nehmen auch verschiedene noch «ckttve, »der erst vor kurzem ans dem Reichs- dienst anSgeschiedene Beamte teil.
3nfertton«etetfe Di» ftefceagleitete stelle ffc «tahrtmtsch« «efchLft» » Wt. fte ««• Anzeige« M «f. ReNamezeil« fät einheimisch« »eschLft« 75 Vf. f#r euHnirttge • ef(Säfte 1 Ml Einfache Beilagen »erben mit 5 Start pro Tausend berechnet, alle« mit 50V, Teuerungr-stulchlag. Bei UebermUtlung von Hnjetgex auf teleph, Wege wtrb für durch Hörfehler hervorgerufene Irrtümer keinerlei Haftung übernommen. Für die Lufnahm« vonAnzetgen an befNnnnten Tagen oder Plätze» wird i. st!.keine Bewähr geleistet. Deschästrftelle: Köln-Itr. 5
Zn Erwartung der Note.
Weimar, 16. Juni. (Privattelegramm.' Dir hier anwesenden Fnedensdelegierten, die Minister GieSberts und Landsberg, sowie der Präsident der preußischen Landesversamm- hntg Letnert reisen nach Versailles zurück, um bei dir Ucherreicfem« ^tr En« teute-AnSvort zugegen zu sein. Gras -roch dar ff liegt Wert daraus datz die Fn-deuö-
stutzeren Politik Deutschlands festzulegen. Ne haben nach der Aufhebung des Saume ... Gräfin Treuberg ihren geistiaen Mittelpunkt in dem Salon eines bekannten BcrleaerS. An die
Die «affeler Seneften Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal und paar a deud ». Ter motmentenreptti» betrögt monall. 135 Start bet freier Zustellung in« Hau« Bestellungen werden iederzett von der BeschöftSstelle ober den Boten e-itgegengenommen. Druckerei, vertag und Redattion, Schlachthosstrahe 28/80. Für unverlangt eiugesandte Beiträge kann die Redaktion eine Verantwortung oder Bewähr in keinem Falle übernehmen. Nückzablung de» Beeugrgelde« oder Ansprüche wegen etwaiger nicht oednunglmahiger Steiernng auigischloffen
9. Jahrgang.
Der Inhalt der Antwortnote.
Dersaikles, 16. Juni. (Telegramm unseres Sonderberichterstatters.) Die Antwortnote der Entente wird nach den Angaben der ftonqösi- schea Presse eine starke Broschüre von über sechzig Seiten sein, die von einer Mäntelnote de- gleitet fein wird. Di« Mehrzahl der franzSsi- schen Mütter bringen nichtssagende Bemerkungen über den muttnaßlichen Inhalt der Ant» wort. Rnr im »Echo de PattS" und rm »Journal* finden sich zwei längere Artikel, von denen man vermute« kann, daß fte bestimmt sind, die Stimmung rn Deutschladn für die Un- terzeichnung deS Vertrages geneigter zu machen. Es wird ausgeführt, daß beabsichtigt fei, den Deutschen einen Zeitraum von vier Monaten zu lassen, um die praktisch« Durchführung der Teile des Vertrages, die sich mit der Entschä- digmrgssmmne beschästigen, mit den Alliierten zu beraten. Weiter wird behauptet, daß die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund nur eine Frage kurzer Zeit seit sobald Deutschland ausgenommen wäre, würden all« wichtigen De- fchrÄÄungen, denen Deutschland im Vertrag un- teiworstn sei. verfallen. Die Sieger müßten von diesem Zeitpunkt ihre Wehrmacht ebenso adrüsten. wie die Besiegten. In den von Deutschlaiü» abgetrennten Lande Steilen würden die deutschen Mttwrttäten unter dem Schutz des Völkerbundes stehen. Man sieht, daß der englische Standpunkt sich danach doch durchgefetzt hat, mit dem Zugeständnis für Frankreich, daß der Zeitzuttft des Eintrittes in den Völler- bund auf unbestimmte Zeit verschoben wird. Was die polnische Frage anhettrfft, fo scheint Frmckrrich di« Anwendung der Volksabstimmung, die von Lloyd George gefordert worden war, anzunehmen, allerdings auch hier durch- gesetzt zu Haden, daß außerordentlich wett- gehende Garantien im Sinn« der Entente geschaffen werden. Man mutz diese beiden Artikel sehr vorsichtig aufmchmen. Wenn der Verfasser ausdrücklich schreibt, daß er Deutschland nun nicht mehr nötig hätte, dir Unterzeichnung des Vertrages zurückzuweisen, so ist bei dieser Meinung der Wunsch der Vater des Gebauter s.
wurden in dir Flucht geMagen.
Der Pariser Streik beendet.
Genf, 16. Jmn. (Etzgene DrcchttnÄdung.) Der Streik t« Paris ist dnech Lermittlnng Elemenlceans bei gelegt. Dienötng früh wird die Arbeit in ganz Paris wieder angenommen. Die soziafisrische Presse in Paris bestreitet mit Emschledeichett die Behauptung deutscher Berichterstatter in BersaisteS. datz der Streik politische Bedeut mr-, gehabt »der mit der hens frone in Be induoo ocitonScn baba.
Der Rat der Fünf.
Versailles. 16. Juni. (Privattelegramm.s Die WbrndMttter dringen die Meldung, daß dir Japaner in die Arbeit der Revision des Vertragsentwurfes eingetre- ten seien, ohne irgend welche Worte der Erklärung hinzuzufiigen. Man erfährt aber, datz gestern ein Ausschuß zur Bearbeitung und Revision des Vertrages gebildet wurde. Der Ausschuß umfaßt für Frankreich Tardieu, für die Vereinigten Staaten Mr. Hudson, für England Sir Philipp Sten, für Italien Vanutelli, für Japan Saburi. Der .Jnttanstgeant" bringt unter der Ueberschnft „Es gibt keine .Bier" mehr-" eine recht unklare Meldung, daß alle wichtigen Fragen erledig: seien; ohne Uebergang heißt es dann weiter: Die Fragen, die noch offen sind, werden von dem .Rat der Fünf" erledigt, das heißt, von den Ministern der fünf Großmächte.
Sie Frirdemvethandlmge«.
Die Antwort.
(Eigene Dnrhtmeldung.)
Weimar. 16. Juni.
Nach hier aus Versailles eiugelaufenen amtlichen Nachrichten wird die Antwort der Alliierte« der deutsche« Delegation am Abend deS heutigen Montag überreicht.
Mutter und Säugling.
Die Hhgiene-AuSstellung im LandeSmusenm.
Seffern miiieg Merke im Raffelet L->-d<>«. Museum ein »an der Balksborn - toaft au Dresden zur Verfügung gestellte «uSstellnng „et n 6« er und SSug Ung-- etZffnet, die gerade in »er Begenchvari Me taettestgeHendste Beachtnng erheischt. Wenn ehte HygienoÄusstellung wie die der Mutter und dem Säugling gewidmete, nur einer erreicht, nämlich, das Interesse für die Sache, der sie dient und das eigene Gewissen zu wecken, dann erfüllt sie bereits ein gut Stück Vorwärts auf dem nicht gerade ebenen Wege zur Volksgesundheit. Me notwendig eS ist, das Kind, den Säugling so sachgemäß zu behandeln, datz es ein gesundes Glied der kommenden Generation wird, an die nicht minder, vielleicht noch schwerere Anforderungen heran- tteten wenden wie an die der Gegenwart, be- t irf sicherlich keiner näheren.Erläuterung. Ein
sa nickst einmal von persönlichem TM besitzen, »triebe« von nmtzlosem Ehrgeiz, diesen Um- ttiebni Vorschub leisten. ES bilden sich Kon- venktkrl, in denen im Verein mit Ausländern versucht wird, die Richtlinien der inneren und
Wiener Kommnnistenvutsch.
SSicn, 16. Juni. sEigene Drahtmeldung.) Die lange vorher angekündigte Versammlung der kommunistischen Partei vor dem Rathaus« war von ungefähr drottau- s«uh Personen besucht. Die Anhänger der io- zialdeniokrarrschsn Barter batten sich der Versammlung vollständig serngehalten. Infolge der Verhaftung der komttkunkskischen Führer war die Erregung der Versand- nnlten a>ts das höchste Maß gestiegen. Die ganze Versammlung war nur von kurzer Dauer. Zum Schluß wurde die Parole au-gegeben, di« Verhafteten wieder in Freiheit zu setzen, woraus sich die, Menge zur ArttTeriekaserne begab. Dort ereignete sich «in blutiger Zwischenfall. Eine Abteilung der Stand- schützen stellte sich den Demonstranten mtt gr- Mtem Gewehr entgegen. Plötzlich fielen zwei Schüsse. Es entspann sich eint Schießerei zwi- toen beiden Parteien, wobei es aus beiden Sotten Verwundete gab. Sei dem Mutigen Zusammenstoß hat es acht Lote gegeben. Eine Anzahl Schwerverletzte ist in die Krankenhäuser eingeliefert worden.
Italienische Ministeekrife.
Lugano, 16. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Orlando hat kurz mnh seiner Ankunst in Rom einen mehrstündigen Ministerrat abgehalten und eine wettere Kabi-netts- sttzung ein®enifen, um MaßrogM gegen die kritische Lage zu treffen, um zu versuchen, das Kabinett abermals zu flicken, und zwar hofft Orlando bis nächsten Donnerstag'bei der Eröffnung des Parlaments sich mit einem einiger» maßen haltbaren Kabinett vorstellen zu können. Er findet aber bei seinem Versuch keinen großen Kredit, da über die Leistungen der Regierung auf dem Gebiete der inneren wie der äußeren Politik nur eine Stimme der Unzu- fttedenhett Im ganzen Lande herrscht.
Zivilverwaltung d«S RheingebietS.
Lmmno, 16. Juni. (Privattelegramm.) Nach einer Meldung italienischer Blätter hat jetzt die Pariser Konferenz einen Weg bestimmt, nach dem sofort nach Friedensschluß Me bisherige militärische Verwaltung deS besetzten RheiUlandes durch eine Zivilverwal- tun« ersetzt wird, an deren Spitze ein Unter«
Der albanische Hexenkessel.
Basel, 16. Juni. (Privattelegramm.i Die Bawanagerttur meldet cm- Saloniki, datz in Nordalbanien zwkschen albanischen Parteigängern Essad Paschas, Me von früheren Offizieren der albanischen Armee befehligt waren, und starken ttalfenrschen Mteibmgen drei
sterblichltitl Diese Sterblichkeit der Kleinsten steht im engen Verbände mtt dem traurigen Kapitel ^Geburtenrückgang", und beiden Krankheiten am deutschen Volkskörper ist ein breiter Raum der Ausstellung im Landes- musemn zußewiesen. Me markanteste Forderung, die Wt erhoben Wird, umfaßt der einzige Scch: „Mütter, stillt eure Kin- der!" Die schlechteste Brusternährung ist noch immer besser, als die künstliche mit Flaschenmilch. Der Krieg mit seinen Begleiterscheinungen hat wenigstens dar Gut« gezeitigt: Die natürliche Ernährung der SSuglinae hat' zu- genommen! Die Statistik weist eme erfreu- fiche Abnahme der GängliingSsttrbliichkeit nach, allerdings im Gegensatz zur -Zuntt-me de: M- terKsterWchkett. Sind aber Mütter lediglich auf die künstliche Ernährung ihrer Kinder angewiesen, dann werden auch Mittel und Wege gezeigt, die Milch rn geeigneter Weise zn behandeln. AnschauungÄnaterial warnt dringend vor dem Kinderfviel am Rinnstein und am MMHaufen, vor dem Küssenlasscn durch Fremd« und vor sonstigen unhvgienischen Gepflogenheiten. die ansteckenden Krankheiten den
Feindliche Propaganda.
Berlin, 16. Juni. (Telegraphische Meldung, i Die offiziöse« „Berl. PÄ. Nachr." schreiben unter aittoerm: ES dürfte sich empfehlen. einmal in Me Propaganda hinein,zu- leuchteu, die von feindlicher Seite mtt schamloser Offenheit i« der Hauptstadt deS Deutschen Reiches getrieben wird. Leider muß gesagt ««den, datz deuffche MSn- icr. hie lerne ffix« von nottonsfer Disziplin,
delegattou auf dis Antwort des Verbandes sofort eine provisorische Geaenerklä- rung Äbgibt. Graf Brockdorff wird sofort nach hier reifen, sobald er än Besitz der Antwort ist.
Aus Elsatz-Lothringen.
Straßburg, 16. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Me wrr zuverlässig erfahren, haben die De- vortationen der wirklichen Elsaß- Lothringsr, die seit Jahrhunderten im Lande wurzeln, nach Frankreich begonnen. Don AAilbausen, Kolmar, Straßburg und Metz und aus dem Lande sind bis jetzt schon gegen tausend, zum Teil im öffentlichen Lebe« stehende und angesehene Männer zwangS- Weis« in- innere Frankreich abgeschoben worden. In der Regel erhalten sie plö^ick, einen längeren Befehl, binnen fünf Tagen das Land zu verlassen. Sie bfirfen sich den fünf, tigen Aufenthaltsort in einer von den franzSst- saten Behörden bestimmten Gegend selbst wählen. Die französische Regierung hat den P oli- zeikommissar Maltet vom Nordbcchn- bof in Paris zum Generaldirektor der Polizei in Elsaß.Lothringen ernannt. Ihm fällt vor allem die Aufaabc zu, das Polizciwesen 'm französischen Sinne um- zugestalten. Dabei ergeben sich große Schwie- rigfeiten, weil die französischen Beamten di« deutsche Sprache nicht verstehen mrd umgekehrt über achtzig Prozent der elsässischen Bevölkerung kann überhaupt nicht Französisch.
Bor der Krise.
Die Bilanz de« Weimar« Parteitags.
von unferm parlamentarischen Vertreter wird uns geschrieben!: Wer hier in Weimar Gelegenheit hatte, den Sitzungen des VarteitageS der deutschen Sozialdemokraten berzuwohnen, konnte die Feststellung machen, daß in ihrer Fraktion nicht alles fo ist, tote es immer hin- gestellt wird. Beretis ht den letzten Wochen konnte man deutlich wahrnehmen, daß die v i e l- gepriefene Einigkeit doch nur auf dem Papier steht. Auch sozialdemokratische Führer haben unzweideuttq erkennen kaffen, daß dir Strömungen innerhalb der Partei $u denken geben. Ern großer Teil der Genoffen ist auf dem Wege nach links. Das beweist am besten die Fülle der radNalen Forderungen^ die säst an das grenzen, waS die Unabhängigen verlangen, mit denen sie sich anch noch an der Krttiklust an den Maßnahmen der Regienmg zu überbieten versuchen. Der Gegensatz trat aber am sichtbarsten «ft nach dem Bekanntwer- den der feindlichen Friedensbedi»fgun. gen in die Erscheinung. Während sich ein Teil her Genossen einmütig hinter die Regierung stellte und die Annahme des Vertrages ablehnte. verlangten die anderen die Unterzetch- nitng, in der Hoffnung, dadurch den Aifsbnrch der Welttevolutton zu beschleunigen. In diesem Punkte sind sie wohl völlig eines Sinnes mit den Unabhängigen.
Me ganze Uneinigkett innerhalb bet sozialdemokratischen Par-ei wurde aber am sichtbar- len aus dem Patteiiag. Schon «in ganz fksich- iiges Durchlesen der eingegangenen Anttag« beweist, wie vielgestaltig die Stimmung ist/Man möchte fast sagen: ^Soviel Köpfe, soviel Sinn«'. Oder sollte man es vielleicht auf das Sck-uld- ■onto der unzureichenden politischen Schulung setzen oder gar dem Mangel an Einsicht und selbständiger UtteilsAIdnng Mschreiben, wenn Genossen ihren Kollegen Wrmische Ovationen bereiten, weil sie bodenlose Krittk an den Parteiführern üben und dadittch zu erkennen geben, daß sie sich mtt diesen nneinS im Denken fühlen, hinterher erbet, wenn Me Führer das Wort zur Detteidimmg ergreifen, enttüsiet wieder all da« zurückweffen, Iva« sie vor einigen Mimtten nvch hämisch bekrittelten? Man kann unmöglich in einem Atem .Hosianna" und .Kreuzige Mn" schreien, wenn man nicht den Anspruch aus ZurschnungSfÄhigkett zu verlieren, Gefahr laufen will.
Bernstein, der erst s«tt einigen Wochen von den Unabhängigen wieder abgeschwenkt ist, nimmt eine besondere Stellung in der Fraktion ent. Wie sehr diese im Widerspruch mit dem Vartettagvrogramm stebt, haben Scheidemattn, Roske und David dargelegt. Daß trotzdem der Anhang Bernsteins kein geringer ist, lstrben die vielen ihm gespendeten ZuDmmungsttrnd- gebungen bewiesen, wenn auch seine ettrernen Leu ßor ungen über dir Fri edertsbedirtgungen einmütig verurteilt wurden Eine wettere Gruppe scheint sich um Cohen (Rrußs M bilden. Oder sollte auch hier der Schern trügen? Daß seine Ausführungen nicht in taube Ohren geklungen, und viele Genossen eines Denkens mit ihm sind, ist doch aus den Zustimmungs- krrndgebungen für ihn klar und deutlich hetvor- gegangen. Wenn dann aber am Nachmittage des gleichen Tages nach einer Red« Scheide- mcmns die Patteiangehörigen sich dazu veranlaßt fahen, gleich diesem den Genoffen Cohen ak»zn<wrmmeln, dann fehlt uns jedes Verständnis für etrt ftffcheS Doppelspiel. Aiff einem Parteitage, wo doch nur die Äuserwählten der Fraktion erscheinen, müßte man sich doch eigentlich darüber klar sein, welche Ziele man verfolgt. Wenn jeder sich aber dann berufen fühtt, ;in eigenes Programm auszustellen und seine Meinungen und Anschauungen über die der Fraktion zu setzen bestrebt ist, dann ist e« doch nicht so glanzend um die Partei bestellt, als es wohl im Lcmde erscheinen mag. Ein Reich, das wider sich selbst uneins ist, wird versehen! Der Spruch ist so wahr wie er alt Oft. Wenn die Delegierten wieder in ihre Heimat zurück- lehren und Me Leitung der Parteigruppen im Lande übernehmen, wie fallen sie das Volk im Sinne der Patter au Mären können, wenn sie sich selber mit dem Programm und den Führern der Fraktion im Widerspruch befinden? Scheidemann mag daran gedacht haben, al« er den Satz prägte: DaS Schicksal der sogialdemo- 'ranschen Partei ist dunkel.
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Regste Beachtung verdient das Material Mer die WohnungSverhältnisse und Vor allem über den unerfreulichen Aufenthalt des Säuglings in Räumen mit Küchen-, Bügel- und Abfalldunst, die außerdem noch dem Rauch der Pfeife und Zigarette ausgesetzt sind Es wäre schön, wenn jedem Säugling das Glück einer allen modernen Anforderungen entsprechende« Kimderfiub« nach Art der hier gezeigten Muster^tmmer lachte, aber ...I Wir hoffen, daß enrmal bte DurchWhrmrg der HsimstSttenbewegung andere Zustände s-Hafft, als die in den Mietkasernen der Großstadt, aus die wir bedauerlicherweise noch immer angewiesen sind. Schon die Wohnküchen, die beksprelsweise in der Solinger Gegend einen dauernden Eingang gesunden haben, bedeuten ehre weitgehende Besserung auf diesem so reformbedürftigen Gebiet. Don größtem Wett für den Kommunalpolitiker ist bte Darstellung der Erfolge einer sozialen SSuglingS- Mrsorge, dir in den verschiedensten Gegenden und Otten bereits erzielt worden sind, und eine statistische Tabelle tritt den Beweis dafür an, datz die SSugfingssterblichkett im Gegensatz zu der vvÄfach ju hörenden Ansicht feine zuverlässige AuSmerzettn deS Mnderwertigen ist. Eine der AnschauunaKtafeln verweist dann das Gerede vom guten Ämmenbrer in das Reich der .Amuremnärchen", eine andere warnt davor, den Kleinkindern Bonbons zu geben, und sogar vor ... Schokolade, weil diese woblschmett lende Nahrung dem Kinde schädliche Reizstoffe enthält. Nun: Me Mehrzahl unserer lieben Klemen wird Wohl nicht mehr so viel Schokolade erhalten, daß eine Gefahr daraus folgen könnte! Bedenklich ist die .Fütterung" mtt «Zucker, einem Nährstoff, der kalkvindend und infolgedessen cm Förderer der .englischen Krankheit" ist. Auch dieser sMverwiegen. den Krankheit gehört ein breiter Ausstellungs- T<22TTTI
Nicht gerade schön und ästhetisch, doch bildend und deshalb von größter Bedeutung sind BAder, Photos, Gips- und Dachsmodelle mit den sichtbaren Erscheinungen der bekanntesten aber auch der wenig« bekannten Kinderkrankheiten, so der Diphtherie, des Scharlachs, der Masern und der Erbshphilis, kurz,' aller ansteckenden und nicht ansteckenden Krank- heifen ferner Me Entwickelung des Menschen aus dem ersten Keim bis zur Stunde dos Eintritts in die Welt des Lichtes, die Gefahren deS Korsett«, unnatärftck« Lebensweise «fto, Erfreulicher ist der Anblick von Bettchen, Be- hclfsbetten und Bildern aus dem schönen Kinderheim ander Frankfurter Straße, die der bekannte Kinderarzt Dr. Blumenseld zur "■bau »»t, bemerkenswert her Wt