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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 161. . Fernsprecher 951 tmb SSL

Somrtag, 15. Juni 1919.

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9. Zahrga«?'.

Reue Verzögemug der Enienle-Antwort.

Bor der aene« Tagung.

Die Schicksalsfrage des deutschen Volkes.

Von parlamentarischer Seite wird uns ge­schrieben: Wenn in den nächsten Tagen die Na­tionalversammlung, wieder in Weimar Zusammentritt, siebt sie sich vor eine E ntsch ei- duug geelli, wie sie wohl noch keine deutsche Volksvertretung zu fällen hatte. An ihr liegt e-?, das .Ja" oder »Rem* über den Frieden auAzusprechen. Die deutschen Gegenvorschläge sind unseren Gegnern überreicht, und in weni­gen Stunden schon wird es sich zeigen, ob sie nachgebcn wollen oder ob sic auch jetzt noch die Vernichtung des deutschen Volkes anstreben.

In letzter Zeit ist von amtlichen Stellen wiederholt erklärt worden. daß geringe Abän­derungen nicht maßgebend sein könnten für die Annahme des Vertrages. Die Meinung des Volkes har sich allerdings seit dem 7. Mai, als die feindlichen Bedingungen bekannt wurden, sehr geteilt. Ls herrscht lange nicht mehr die gleiche einmütige Entschlossenheit, wie sie bei der ersten Ablehnung in der Nationalversamm­lung zutage trat. Wohl steht auch heute noch die BoWmehrhcii hinter der Regierung, aber auch die Stimmen mehren sich, die warnend auf die Ereignisse hindArten, die eine Nichtunter- zeichimuq nach sich ziehen kann. Es wäre durch­aus töricht, diesen Pessimismus ohne weiteres zu verurteilen. Man versetze sich einmal in die Lago unserer westlichen Bevölkerung. Die Be­setzung, der sie entgegen schauen, wird für sie eine Fortsetzung all der Vein und Quälereien, denen sie bereits iai Kriege ausgesetzt waren. Dio Drangsalierung in. den besetzten Gebieten ist nicht ohne Einfluß auf den Stimmungs- umschlag geblieben. Gleichzeitig droht auch im Öfter, der Bürgerkrieg, da sich Oberschlesien und Weschreußen niemals freiwillig einer Anglie­derung an Polen fügen werden. Das übrige Deutschland aber, das von der Besetzung ver­tont bliebe, sieht sich einer neuen Hunaerblok- kade ausgesetzt und ist zur Arbeitseinstellung ge­zwungen, wenn die Industrie nicht mehr mit westfälischer' und böerschlesischcr Kohle versorgt werdest kastn. Tas alles ist wohl zu erwägen.

Deutschland ist gegenwärtig in einer ganz verzweifelten Lage, und der Rationalv ersa mnr- lung fällt die schwere Ausgabe zu, es daraus zu befreien. Ob die Entente sich nach ihrer Antwortübermittelung noch zu einem weiteren schriftlichen Verhandeln bereitfindcn wird, ist mehr als fraglich. Darunr muß jetzt endlich über die Frage, welches das kleinere Uebcl ist, ob annebmen und untergehen, oder ablehnen und damit die Folgen aus sich laden, die mindestens einem Untergang gleich kommen, zu entscheiden. Die Volksvertreter sind sich der großen Ver­antwortung, die auf ihre Schultern geladen ist, vollauf bewußt, mtb wir sagen nicht zu viel, wenn wir behaupten, daß der endgültige bin­dende Eutscheid mir nach reiflicher Ueberlegung getroffen werden wird. Wie immer dieser auch anssallen mag, cs ist sodann die Pflicht des deutschen Volkes, sich geschloffen hinter die Na- tionalversamnckung und die Regierung zu stel­len. Ganz Deutschland leidet Not, einem je­den von uns schlägt die Schicksalsstnnde, und Harum gilt es nicht, nach Vor- oder Nachteilen zu suchen, nicht wahllos Kritik zu üben, son­dern einig zu bleiben dem Auslande gegen­über, und unseren Feinden zu zeigen, daß das ganze Voü billigt, was feine Vertreter befthfie- ßen. Lautet der Spruch weiter unannehmbar, dann darf auch niemand von uns daran rütteln wollen. Wenn wir uns jetzt zersplittern woll­te«, dann waren wir wirklich nicht mehr wert, als was dis Gegner uns zumuten. Nur ge­schloffen und einig bezwingen wir unser Schick­sal. Darum erschweren wir die Ausgaben der VoNsvertretung nicht. Warten wir kühl und ruhig ab, wie sie entscheide« wird?

Deutschland mtb der Völkerbund.

Bersaikles, 14. Juni. (Eigene Draht- Meldung.) Nach Erkundigungen an maßgeben­der Stelle soll, wie die Kölnische Leitung mel­det, Deutschland in kürzester Zeit in de» B'ölkerbund ausgenommen werden, etwa zum ersten Oktober dieses Fohres, ohne daß dies aber fest und bindend durch den Frre- densvertrag bestimmt würde. Alles würde da­von abböngen, ob Deutschland die Beengungen erfüllt, die ihm durch den sonstioeu Inhalt des Vertrages vufcriegt würden. Jedoch dürste be, den vielen schweren Bedngnnga«, die der Vertrag Deutschland auserlesen soll.

beim beste« Willen sich manches als uner­füllbar erweisen. Immer wird es dabei auf die Auslegung ankommen, welche die Bcr- bandsmächte den BertragSeinzelheiten geben.

Sie ZkiedsKsverhsnSluneen.

Roch nicht fertig!

tEiacne Drahtmeldung.)

Versailles. 14. Juni.

Wie derMaiin" meldet, ist man augenblick­lich mit der endgültigen Abfassung der Antwort auf den deutschen Gegenvor­schlag beschäftigt. Es wurde eine Kommission zur Revision des Textes ernannt. Die Antwort, die etwa fünfzig bis sechzig Seiten umfaßt, muß gedruckt werden, sodaß die U e b e r r c i ch n n g erst Sonntag abend oder Montag vormittag wird erfolgen können.

Mündliche Vorbesprechung.

Basel, 14. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Da§ amerikanische Preffebureau teilt mit, daß zurzeit die Absicht bestehe, mit dcm Vorsit­zenden der deutschen Delegation eine inoffizielle Besprechung der Antwort der Alliierten vorzunehmen, bevor die endgültige Antwort an Deutschland überreicht werden soll. Dieser Vorschlag geht von Ame­rika aus. um zu vermeiden, daß die Verhand­lungen plötzlich abgebrochen werden. Französi­scherseits zeigt sich noch immer ein heftiger Widerstand, der noch gebrochen werden muß.

*

Clemreneearrsiegt".

S c t f tf v (Ie6. la. Juni. (Privat - gramm.) Die Blätter bestätigen die völlige Unnachgieükgleit, der Esttente-Antwort auf die deuisck-en GegeuvorschlLge. Der fran­zösische Erfolg wird der festen Haltung und der Beredtsamkeit Clemeneeaus zuge­sprochen. Deutschland wird in die Gesellschast der Nationen erst nach längerer, vorläufig un­absehbarer Zeit ausgenommen. Bon Nenderun- gcn in den Territorialfragen kommt nur noch eilte völlig verklausulierte Volksabstimmung 'N Tellen von Oberschlesien nach zwei Fährst in Betracht. Was inzwischen mit dem Lande ge­schehen soll, wird nicht gesagt. Die Festsetzung der Etckschädigitngen ist nicht aus eine bestimmte Summe beschränkt, doch scheint man den deut­schen Vorschlag, die Zahlung mich Prozenten vom deutschen Budget abzuleiten, anzunehmen. Hefter das Schicksal der Rheinlande wird nickts Neues mitgeteilt. Die französische Ansicht scheint sich auch hier durchgesebt zu haben.

Die Regierung bleibt fest.

Berlin, 14. Juni. (Privattclegramm.) Ge­genüber ausgetauchte» Vermutungen wird noch­mals versichert. daß die Auffassung des Kabinetts über die Stellungnahme zu den Friedensfragen völlig einheitlich ist und daß man nach wie vor auf dem Standpunkte steht, die Entente-Bedingungen könnten weder in ihrer ursprünglichen, noch in einer durch vereinzelte Zugeständnisse leicht abgeändertcn Form von Deutschland angenommen werden.

über Noske lustig zu machen und tut, als ob nur eine Unterredung des Genoffen Emil Barth mit einem General stattgefunden habe; die ganze Unterstellung sei ein Unfug und eine lächerliche Kinderei. Die Partei als solche habe mit der ganzen Geschichte nicht das Geringste zu schassen. Man könne ihr doch nicht zutrauen, daß sie Generale, Offiziere und Studenten zu Stützen der Herrschaft des Proletariats umzu- zaubern versuchen wolle. Im Anschluß an diese schwächliche Ableugnung muß der Genosse Emil Barch mit seiner Unterschrift erklären, es seien zwei Unterredungen mit Offizieren der Garde- Kavalleric-Schützendivision ohne Wiffen und Befragen der Zentrale und der örtlichen Par­teileitung erfolgt. Er persönlich sei von vorn­herein überzeugt gewesen, daß diese Unter­redung an NoAe weiterberichtet werden würde. Es sei bei diesen Unterredungen nichts über den Sturz der Regierung und auch nichts von einer Uebernahme der Regierung durch die Un- abhängigen gesprochen worden. Sich über die Atotwe zu äußern, die ihn veranlaßten, an die­sen Unterredungen teilzunehmen, lehne er vor­läufig ab. Aus dieser letzten Wendung geht hervor, daß auch andere Unabhängige bei den Besprechungen beteiligt gewesen sind.

Beisetzung Rosa Luxemburgs. Die Feier in Berlin.

' - 5, (Drahtberickt.)

Berlin, 14. Ium.

Frau Dr. Rosa Luxemburg wurde gestern vom Friedrichshain aus zu Grabe getragen. Auf der Spielwiese hatten sich gegen Mittag neben »thlre'chen r- send >

Anhä..^-r 2er utra.«-.tz.L:.nn?i Kom­munisten versammelt. Sie waren mit Krän­zen, roten Bannern und Tafeln, auf denen Dinnfprüche oder die Namen der teilnehmen­den Fabriken verzeichnet waren, erschienen. Non einigen Tribünen hielten Parteiführer lei­denschaftliche Reden. Gegen ein Uhr setzte sich der Aug m Bewegung. Umfangreich« Kränze wechselten ab mit Bannern und Schil­dern mit Inschriften. Rach zweistündigcr Wan­derung langte der Zug auf dcm Kirchhof in Friedrichsfäde an, wo die Kranzdeputationen und führenden Persönlichkeiten der Partei Zu­tritt erhielten und nach mehreren Ansprachen die Beisetzung erfolgte. Der Tag verlief ruhig.

Sympathiestreik in Frankfurt.

Frankfurt a. M., 14. Juni. (Eigene Draht- Meldung.) Der Generalstreik zu Ehren Rosa Luxemburgs ist bei weitem nicht in dem Um­fang durchgeführt worden, wie die sozialdemo­kratische Fraktion des Arbetterrates es verlangt hatte. Der Betrieb der Straßenbahn ruhte bis nachmittags sechs Uhr. Um zehn Uhr vormit­tags hielten dir K. S. P. auf dem Römerberg und dir 11. S. P. auf dem Gelände der städti­schen Festhalle große Versammlungen ab, dir start! besucht waren. Dann erfolgten große Umzüge durch die Stadt, bei denen tw U. S. P. Hochrufe auf die sozialistische Revo­lution ausbrachten und sich in Schmährufen auf die Regierung erging. Viele Geschäfte in den Straßen. durch die sich die Züge bewegten, hiel­ten die Läden geschloffen, andere wurden durch kleiner« Trupps Stteikemder dazu gezwungen.

Ser FMMrtd.

Unabhängige und Rvske-Garde.

lDrahtfterichte.)

Berlin. 14. Juni.

Die Weimarer EuSiüllungen des ReichS- wehrmimfters NoSke über die Verhandlun­gen der Unabhängigen mit den Führern der Garde-Kavallcrie-Schützendivrsion werden von den Blättern durch interessante Mitteilungen ergänzt. Danach haben sich dir Versuche der Unabhängigen nicht nur auf die Garde-Kaval- lerte-Schützendivisron beschränkt, sondern auf die gesamte Reichswehr erstreckt und be- retts vor mehreren Wochen eingefetzt. Die Füh­rer der Unabhängigen, die feit einiger Zett wieder über sehr reiche Geldmittel für ihre Agi­tation verfügen, haben zuerst sich bemüht, ettt» gellte Freikorps zu kaufen, und sich zu diesem Zwecke hanPtsächLch an Angehörige des Mann- schastsständes gewendet. Diese Benrnhungen ha- ften in einzelnen Fällen Erfolg gehabt, aber nicht das zustande gebracht, was die Unabhän­gigen wollten, nämlich, ganze geschloffene Der- bände auf ihre Seite zu ringen. ®# wurde deshalb eine andere TMik einaeschrageu: Die Unabhängigen wendeten sich nicht mehr an die einzelnen Freikorps, sondern andie führen­de« Generale. Der »Freiheit", dem Orant der UnabhÄlgigen. sind diese Enthüllun­gen MeHtcbtlich kor unbequem. Sie sucht sich

Sie französische Streikbewegung.

(Eigene Drahtmeldung.)

Genf. 14. Juni.

Die «ns-andftewegung ht 8rewl« reich dreht sich nur noch «m die Durchfüh­rung des Achtstundentages «nter den gemeinschaftlich solidarisch von allen Gewerk­schaften verlangten Bedingungen. Nachdem der Ausstand bereits nach einer Woche die Pa­riser Verkchrsanstalten. sowie roWitte Indu­striezweige :n der Hauptstadt und der Provinz lahmgelegt hat. droht eramnächstenSo««- ta« allgemein zu werden, besonders durch die Unterftrechuna des Eisenbahnverkehrs. In Paris versammeln sich dieser Tage Vertreter der sozialdemokratischen Patteio rganisatt onen nnd Gewerkschaften der EntcMelänvcr. nm das Programm für die beabsichtigte internatro, na le Drmonstrationskundgebung gegen die Entente feftznsetzen. ES ist also möglich, daß biefe Kundgebungen in Frankreich mit einem allgemeinen Ausstand zusammen fallen dürsten. In der Erwartung der internationalen Kund­gebungen legen aber die französischen Gewerk­schaftsführer absichtlich Gewicht darauf, jede Kundgebung zu verhindern, die von Parteian- häng-rn ElemcnceanS als eine Aufforderung an Dcntschland. den Friede« nicht zu unterzeichnen, ausgedentct werden^-ttr.

Weimarer Parteitag.

Weitere Auseinandersetzungen.

Weimar. 14. Juni.

Nach der einmütigen Abfertigung Bcrusteins wegen seiner unbesonnenen Aeußerungen über die Friedensbedingungen kam es zu einer Ab­rechnung zwischen Scheidemann und Max Co- hen. Cohen gilt als Vertreter der sogenannten Kontinentalpolitik, die den Anschluß an Ruß­land und Frankreich gegen England erstrebt. Scheidemann rechnete in scharfer und persön­lich zugcspihter Form mit demKontinental- politiker Cohen- ab und ebenso Mit demHalb- konttnentalpolitiker Georg Bernhard-, den er wegen seiner U-Boot-Pofttik mit dem Spitz­namenReventlöwh" bezeichnet. Gegen Cohen führt Scheidemann aus, daß dieser in Berliner Versammlungen infam gelogen habe, indem er da über die Vorgänge kurz vor der Revolution ganz falsche Sachdarstellungen gegeben habe. In der Freitagesitzung wurde zunächst Beschluß gefaßt über zahlreiche Anträge, die zur Tis- kufsioi, gehören. Bei dem Einigungs- Antrag entsteht eine heftige Gcschäftsord- nungsoebattc infolge eines Abänderungs-An­trages, daß eine besondere Kommission (nicht ohne weiteres der Parteivorstand) die Verhand­lungen mit den Unabhängigen führen soll; die Abänderung wird abgclehnt und der An- ttag mit großer Mehrheit angenommen. An­träge über die Demokratisierung der Verwal­tung werden dem Vorstand überwiesen. Eine Resolution über die Frei willige nkorpS erklärt die Boykottierung der Freiwilligen für eine Ungerechtigkeit und erwartet eindeutige und feste Maßnahmen gegen jeden Mißbrauch r'.- .«;u;.HÄx..'-t> G-nnnr. Kt» Antrag -7 e» Weimar, oer Parteitag Watte den Reichswehr- Minister Noskc zum Rücktritt vcranla'stn. wird gegen wenig Stimmen abgelehnt. Eckt Antrag verlangte, daß die zuständige Dezirks- organisatiolt diejenigen Parteigenoffcn, die an der Bestätigung des Todesurteils gegen Le­vins beteiligt waren, wegen groben Verstoßes gegen die Parteigtundsätze aus der Partei aus- schließen soll. Dieser Antrag wurde nicht zur Abstimmuitg gestellt, weil er den Parteistatuten nichtettffipridjf

Es folgt dann eine Diskussion über Dr« qanisationsfragen, die zumeist nur für Parteikreife von Interesse ist. Adols Braun legt ein Wort für bessere Bezahlung der sozial­demokratischen Redakteure ein. Nach einer etwa zweistündigen Debatte konstatieren die Referen­ten, daß in der Frage der Ausbildung des Preflewesens und -er Jugendpflege große Uebereinstimmnng herrsche. Zahlreiche Anträge werden angenommen, die verschiedene Fragen der Orgm-isativn und Agitation betteffcn. Der Parteftag nahm schließlich ein Vertrauens­votum für den Parteivorstand und für die sozialdemokratischen Mitglie­der der Regierung an.

Neber den dritten Tag geht «ns noch fol­gendes Stimmungsbild zu:

Aeußerst langweilig gestaltete sich die. heutige Sitzung. Der Vorsitzende mW gleich zu Beginn bekannt, baß es unbedingt. erforder­lich ist, jetzt über die Fülle der eingekaufenen Anträge, es sind bereits 242, weitere laufen immer noch ein, zur Abstimmung zu schreite«. Wohl selten sind in einer Sitzung soviel An­trag c in einer ganz kurzen Zett erledigt wor­den. Der Vorsitzende verliest die jeweilige Rum. nter des Antrages und läßt den Genoffen eint' kurze Zeit, sich den Inhalt noch einmal durck- zulesen, die dann durch erhebende Hand ihre Zustimmung ober Ablehnung krmdgeben. Je­denfalls ein sehr einfaches Verfahren. Längere Museinanderfetzungen gibt es bei der Ab-stim- nrnnfl über die Presseangelegenheiten. ES habe», sich verschieden« Redner «m Wort gemeldet. Einmütig beklagen sich fast alle über die schlechte Begebung der Angestellte« in den Parterzeitun»! gen. Die Delegierten scheinen wenig Jnttreffi! an den Ausführungen der Redner zu finden. Ein großer Tess verlaßt den Saal, trm sich im Erfrischungsraum des Theaters zu erhole« von, den schwierigen Geschäften der $a«eS, währende der Rest der im Saale Verbleibenden sich tn> das Studium des .Vorwärts" vertieft. Mm» atmet schließlich erleichtert auf, als endlich W Mittagshaufe eintritt. War da» HauS ntor- eenS noch ziemlich gut besucht, fo fehlte amc, Nachmittag ehre große AtIahl der Dekegierte«.i Gange Rechen sind leer. Weder werden in w seitdem Galopp eine Menge Anträge Mr Ab-- stimmung gebracht. Alsdann wird mit der- Weiterberatung deS OrganisattouSstatuteS forst« gefahren. MS erster Redner meldet sich ein de­legierter der Berliner Jugendvereimgung, ein mmz junger Mensch mit einer kindlichen Tttmme, dem man es wirklich nicht ansehen kann, ob et überhaupt schon den Kinderschuhen entwachsen ist. Mit lauter Stimme fordert er Wied erholt daS Selbftbestimmungsrechtfür die Fugend, wclcke nicht mehr belehrt werden wird, sondern mitzureden habe. Sie habe jetzt