Einzelbild herunterladen
 

Meter Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Ti« Sonder Neu e« Nochrichten erscheinen mödienUicb sechsmal und «cor abends. Ter $Ibonnement5rrei'5 eirägl monatt 1.50 Marl bei freier Zustellung in3 HauS Bestellungen werden jederzeit ron der Gefchäflsstelle oder den Boten entgegsngenominen. Druckerei. Berlag und Redakiion : Schlachthofstraße 28/30. gür unverlangt einoesandt- DeitrSge kann die Redaktion eine erankwortung oder Gewähr in keinem iialls übernehmen. Rückzahlung des BezugSgeldeS oder 21a cprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung auSgefchlofs-u

Hesfische Abendzeitung

Jnkertionlpreife: Die ftebengespaltete Zeile für einheimtsche Geschäfte 30 Pfg., für aas. wärttge Anzeigen 35 PH Reklame,eile für etnheinrksche Geschäfte 75 Pf, für auswärtige Geschäfte 1 Mk. Einfache Beilagen werden mit 5 Mar? pro Tausend berechnet, alle« mit 60°/, Teuerung «.Zuschlag. Sei Uebermittlung van Anzeigen auf telcpb. Dege wird für durch Hör- kehler Herr orgerufen« Irrtümer reinerlei Haftung übernommen. Für die Aufnahme vonAnzeigen an bestimmten Lagen oder Plötzen wird z. Zt.keine Gewähr geleistet. Geschäftsstelle: »ölN-Ttr. 5

Nummer 159

Fernsprecher 951 unb SSL

9. Jahrgang

Fernsprecher SSI «> SSL

Freitag, 13. Juni 1919.

Die Entente-Antwort bevorstehend.

Bethmann-HsMrg.

Ketrackftimsi.cn des Kanzlers zum Weltkrieg.

Berlin, 11. Juni.

Unter dem Titel »Betrachtungen zum Weltkriegs ist der erste Teil der angekün- digten Schrift des früheren Reichskanzlers Dr. von Bethmann-Hoilwcg jetzt erschienen. Tas Buck behandelt im Umfang von zweihun­dert Seiten in sieben Kapiteln die weitere und nähere Vorgeschichte des Krieges. Die Dar- stcltuua setzt ein mit der Uebernahme der Kanz­lerschaft durch Dethinann-Hoffweg und schließt ab mit der Kriegserklärung. Das Buch ist ab­geschlossen. worden, bevor die Friedensbedrn- gungen bekannt wurden. In einer kurzen Vor­bemerkung bezeichnet Herr von Bethmami-Holl- weg diese Bedingungen als ein furchtbares In­strument zur Knechtung der Ueverwundenen, wie die Welt es noch nicht gesehen habe.Die­ser Friede ist die Krönung der PolitvMdie mit der Stiftung derEntente cordiale" begonnen hat." Die Grundauffassungen seiner Schrift seien über alles Maß durch die Pariser Be­schlüsse bestätigt.

Unter der UebcrschristAnfänge- schildert das erste Kapitel die gesamte Situation, wie fie der damalige Reichskanzler vorgefunden hatte. Als Aufgabe seiner Politik betrachtete er es, die deutschfeindliche Koalition durch einen Ver­such der Verständigung mit England zu brechen. Wie Herr von Betbmann-Holtweg schreibt, war der Kaiser mit einer solchen Politik völlig ein­verstanden. Ter grüßexc Teil des ersten Ka- bc-ichäftizr s.ch. Mil den l.knereu Zuständen Deutschlands. In den folgenden drei Kapiteln werden sodann die politischen Vorgänge der letzten Jahre im Einzelnen behandelt, Zunächst unsere Beziehüngen zu Frankreich, die Ma­rokko-Krise und der durch England gestörte Aus- gleichsvcrsuch über Marokko. Eine Schilderung der französischen Stimmung mit ihrem wachsen­den Chauvinismus unb der mit dem Aufstieg Porncarss sich immer deutlicher geltend machen­den kcieAerischen Neigung der französischen Staatsmänner schließt das zweite Kapitel ab. Das dritte behandelt die Versuche der Verstän­digung nrit England, ausführlich insbesondere die Halstane-Miftion und die Gründe chres Scheiterns. Es zeigt weiter, wie Englands Stellung zu dem russisch-französischen Zwei­bunde immer intimer wird, bis schließlich nach deut Vreyschcn Besuch in Paris Graf Benecken- dorff an Ssäsanow schreiben kann:Ich bin mir zweifelhaft, ob sich eine stärkere Garantie für gemeinsame militärische Operationen im Kriegsfälle , finden ließ, als der Geist dieser Entente, wie er sich osfenbart hat, verstärft durch die bestehenden militärischen Vorkehrungen/ Das vierte Kapitel zeigt in der Darstellung des Tripoljskrieges, der Ballankriege und der rus­sischen Politik, wie die internationale Lage sich zunehmend verschlechtert und wie insbesondere durch die auf den Krieg direkt lossteuernden Aktionen Ssasanows der Ausbruch des Welt­krieges vorbereitet wird. Im fünften Kapitel wird ein lieber b lick über die gesamte innere und äußere Lage vor Ausbruch des Krieges ge­geben. Auf Grund des vorgeführken Tatsachen­materials schreibt Herr von Bechmann-Holl- weg:Schnldftage ist zunächst Ursachenfrage, und aufgerichtet ist der Holzstoß zum West­brande von Machten der Entente: Deutschland hat die Scheite nicht zuqetragen." Das um- fanMeichsie Kapitel des Buches, das sechste, be- bandelt die Ereignisse vom Morde in Seraiew» ab und beleuchtet, ohne eine fortlaufende Dar­stellung zu geben, die Hauptfragen des Kriegs- atksbruchs in klaren. Äuskührungen. Das stebento Kapitel faßt abschließend den Gedan- ckengang des Buches zusammen.

Zum Schluß geht Herr von Dechmann-Holl- weg auf die Absichten der Entente ein,« die am Ziel ihrer Wünsch« stckhe:Das goldene Zeitalter*, das die Entente nach lieber« Windung des preußischen Militarismus herauf- zusühren versprochen hat, und in dem auch das deutsche Volk frei und unbedrückt zu neuer und menschenwürdiger Blüte ausstekgen sollte, kün­digt sich einstweilen ht Akten beutesiichtraen Eigennutzes, roher Gewalt und unbetonter Rachsucht an. Die Beltbeftüedi cyjng, die sich Präsident Wilson zum Ziel gesetzt hat, ist von feinen europäischen Verbünde!en. deren Sieg Loch sein Werk war. bis zur Unkenntlichkeit eitt- jstellt worden.

Sollten die europäischen Mächte glauben, mit den Methoden verkrüppelnder Annexion und «ttmcmnender Kontribution da? Fundament M einer der DöServersöhnunq geweihten Zu­kunft legen zu können, so wird die Enttäuschung nicht ausbleiben. Di« durch die Greuel des Krieges empörten Menschheftsgefühle verlan­gen, wie die Achtung des Menschen, so die Ach- rung der Völker und werden 'ich auf die Dauer nicht von einer Staatsweisheit in Fesseln schla­fen lassen, welche, in den au3yetrctenen Geleisen hilflos fßLi|.-'."tnb, die Jtrsrnckw und Maxi-. ivM, di« rum Kriege führten, nicht M tPestmy-

nen vermag, sondern frisch belebt und über- trumpft. Grenzenlos überschätzt- die Entente ihre Kraft, wenn sie vermeint, in Europa einen neuen Völkerfrühling dadurch hervorzaubern zu können, daß sie Deutschland knechtet und Mit­teleuropa balkanistert. Nur ht freier, gemein­samer Arbeit wird Europa die Wunden, die es sich selbst schlug, allmählich heilen können, oder es blutet sich zu Tode.

Sie WedenrverhaMlmgen. Französisches Mißtrauen.

(Eigene Drahtmeldung.)

Basel. 12. Statt

Haidas berichtet aus Paris: Man- vernimmt aus ganz zuverlässiger Quelle, daß die öster­reichische Delegation in St Germain an Deutschland die Aufforderung richtete, gegen die Härten des vorgefchlagenen Friedens zn protestieren. Diese Auffor­derung wird begründet mit der Gleichheit der deutschen und österreichischen Ziele. Die offi­ziellen österreichischen Kreise stellen sich somit unter den Schutz Berlins und setzen die Po­litik fort, die den Weltkrieg entfachte.

Der Einmarschplan.

Basel, 12. Juni (Prtvattelegratmn.) Den Baseler Nachrichten wird aus London gedrah- tet: Wie die englischen Blätter von zuständiger Seite vernehmen, sind alle Vorbereitun­gen getroffen worden, imt einen weitere« Eiusali. tu Deutschlaa», «üviMt

der Friedensvertrag Ende Juni nicht unter­zeichnet ist. Die Pläne Fachs gehen dahin, dafi die amerikanische Armee von Koblenz nach Wetzlar, die zehnte französische Armee von Mainz nach Hanau, die achte französische Armee von Ma.utheim noch Würzburg, während die englischen und belgischen Armeen rm Norden in der Richtung nach Minden marschieren werden.

9

Wilsons Haltung.

Haag, 12.. Juni. (Eigene Drabtmekduna.) Präsident Wilson hielt sich, wie HavaS mrt- teilt, außerhalb der Verhandlungen zwischen Lloyd George und Clemenceau. Der Präsident hat erklärt, er werde alle Verände- rungeit billigen, über die sich England und Frankreich eiirigen. Me Amerikaner bezeichnen die Krise fortdauernd als sehr ernst, umso mehr, als auch noch die Möglichkeit besteht, daß Deutschland nicht unterzeichnen wird, mit wel­cher Möglichkett mau früher nicht rechnete

*

Französische Stimmungen.

Versailles 12. Juni. (Eigene Draht- mekdung.) Die Presse spiegelt dir Sorgen nm die inneren Angelegenheiten, Streiks und Kammerinterpellation so stark wie­der, daß die Berichte über die Beratungen des DiererrateS geringen Raum einnehmen. Man scheint sich allmählich mit der Tatsache abzufin­den, daß als Folge des englisch-ame­rikanischen Drucks die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund zu­gestanden wird. Noch gestern hieß es, Deutsch­land im Völkerbund und Frankreich tritt aus. Die Enttäuschung und Erbitterung der Fran­zosen über den angeblichen Raub der Sieges­früchte durch England zeigt sich deutlich und am schärfsten in einem Artikel desEcho" gegen Lloyd George. Er ist, erklärt das Blatt, haupt­sächlich verantwortlich, wenn dies« Erörterung aufgenommen wurde, mtd wirft ihm dann seine Haltnng vor dem .Kriege vor. ES sei seine Schuld gewesen, daß England 1914 nicht bereit gewesen sei. Wenn ein Minister in seiner Po­litik derartige Fehler begangen habe, so müß­ten seine Freunde erwarten, daß er später der Wirklichkeit mehr Rechnung trage und sich eben bescheidener zeige. Man hofft weiter, daß die Antwort der Alliierten am Freftag überreicht werden könnte, doch scheint es vers.üht, dieses Datum als bestimmt anzunehmen. da die schwie­rigsten Fragen noch nicht endgültig im Bierer- rat geregelt find, wie Schadenersatz und Finan­zen. Die Franzosen erklären noch, eS sei un­möglich, schon jetzt eine bestimmte Summe an- zuaeben. Für Oberschlefien hat fich allem An­scheine nach die ftanzöfische Delegation mit der Abstimmung einverstanden erklärt.

Aus dem besetzten Gebiet.

Unberechtigt« Verhaftungen.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 12. Juni.

Rach zuverlässige« Berichten find am 4.Juni auf den Eisen» und Stahlwerken Röchling tn Völklingen der Direktor Sei» mein, die Ingenieure und zwei Mo« - teure vcrhachtzot »vd « das MiLtärge-

sängnis Saarbrücken gebracht worden. Sie werden der Beihilfe zu Diebstahl, Raub und unnötiger Zerstörung beschirldigt und sollen vor das Kriegsgericht in Amiens gebracht werden, wo sich auch der Inhaber der Firma, Robert Röchling, befindet. Die verhafteten Personen haben 1917 im Auftrage der WunSa in Nord­frankreich Maschinen abgebaut, dl« dann nach Denffchkand verbracht winden. Da nach einer Erklärung der Alliierten vom 8. April deutsche Staatsangehörige weder gerichtlich verfolgt noch in Haft behalte« werden sollen, wenn sie ordnungsgemäß gesetzlich« Maßnahmen «uSge- führt hoben, was für dH« oben Genannten z«- trifst, so werden von deutscher Seite sofort Schritte unternommen werden, um die völker­rechtswidrige Verhaftung rückgängig zu machen.

Sin neues Weißbuch.

(Priv ai-Telegramm.)

Berlin. 12 Ium.

DsS gestern erschienene Weißbuch enthält die Rede des Grafen Brockdorff-Rantzau vorn 7. Mai in Versailles, den Notenwechsel vom 1B, 20. und 24. Mai, den Bericht der Kommis­sion der affilierten und assistierten Regierungen für die Feststellung der VeratttwortliMeit der Urheber des Krieges und Me aufzuerlegenden Strafen, sowie die Bemerkungen der deutschen imab-hänqiaw Komwifüon -u diesem ^Z-ni-bt inr^ieituote des Grafen Brocioorff- Rantzau vom 28. Mai. Diesen Aktenstücken sind ehre Reihe von Anlagen deigegebcn, die sich auf dir deutsche und russische Mobil­machung, auf französische Vtobil- m ichunasvorbereittrngen und Grenzverletznn- gen, auf deutsche militärische Maßnahmen rm Often vor Dekanntwerden der allgemeinen rus­sischen Mobilmachung, au^den angeblichen Kronrat tn Potsdam, aus Serbiens Stellung zur Entente, insbesondere zu Ruß­land, aus d«u BaAanbund, auf die BaNankrists von 1912, auf die Angelegenheit Liman-San- ders, auf RuUand und die Türker tm Jahre 1914 beziehen. Außerdem veröffentlicht das Weißbuch den Wortlaut des Schreibens des GeneraPabschtfs von Moftke an den Staats­sekretär des AuSwärtrMN Amtes vom 18. De­zember 1914, in dem Moltke den Inhalt seiner Unterredung mit dem König der Belgier tote« Vergibt und auf das bestimmteste in SCbrebe stellt, Mrß er den Krieg als notwendig und un- vermeiWch bezeichnet und erklärt habe, daß toir jetzt ein Ende machen müßten. Schließlich die Denkschrift M. Pokrowskis (Moskaus die mit der Feststellung schließt, daß Deutschland mit dem Ansturm auf Lüttich in die Mausefalle der rossisch-ftauzofischen Provokation geriet. Ans den Dokumenten über dir Mvbilmachmrg geht deutlich hervor, daß die deutschen Maßnahmen weit hinter den französischen zurückblieben und daß dir Zahl der Grenzverletzungen von ftau- zöstsiber Sette erheblich größer war als von deutscher. Unter den Aftenstücken. die dir Le­gende von dem angeblichen Potsdamer Kron­rat endgiliig zerstören, befindet fich das Hand­schreiben des Kaisers Franz Josef an Kaffer Wilhelm, das am 5. Juli 1914 übergeben wurde, das ihm beigefügte Memorandum der önerreichrfch-unaarifchen Regierung «Ud bte Antwort Kaiser Wilhelms an Kaiser Franz Josef vom 14. Juli 1914. deren Inhalt dieser Tage durch die Veröffentlichungen aus dem Buche des Herrn von Betlmmnn-HoMve« be­kannt geworden ist. Danach hat es sich bei dem sogenannten Kronrat um weiter nichts ge­handelt. als um einen Empfang des Reichs­kanzlers und des Stellvertreters des Staats­sekretärs des Aenßern. UnterstaatssekretSr Zrmmernmnn. fnt Park des Neuen Palais zu Potsdam. Der Kaiser woNe di« Sftllimg- nahme der Herren zu dem Handschreiben des österreichischen Kaiser» kennen lernen.

Sympathiestreiks.

Frankfurt a. M., 12. Juni. (Eigene Drahtmeldung.i Der Arbetterrat beschloß, ans Anlaß der Beerdigung Rosa Luxem­burgs den Geweralstreik für einen Tag zu proklamieren. Bon Donnerstag abend se»s Uhr bis Freitag abend sechs Uhr soll in allen privaten, städtischen und staatlichen Betrieben, mit Ausnahme der Gas-, Elektrizitäts- rmd Wasserwerke, der Betriebe für Me Lebensmit­telversorgung und der Krankenanstalten, jede Arbeit ruhen. Die Post soll Sonntagsdienst haben. Auf der Eisenbahn sollen mir die wich­tigen Züge de« Berkehr aufrecht erhalten.

Braunschweig, 12. Juni. (Privattelegramm.) Anläßlich der Beisetzung Rosa Luxemburgs ha­ben die hiesigen Unabhängigen und Kommu--

Amerikanische Polizei.

Die innere Lage Frankreichs.

Aus Paris wird uns über das neutrale Ausland geschrieben:

' Die politische Lage in Paris wird ht eigen­artiger Weife durch eine Neuerscheinung be­leuchtet, di« den Parisern zu denken gibt. Ame­rikanische Polizei ift nämlich nach der Hauptstadt Frankreichs beordert worden und- tut hier alsPoliceman" Dienste. Von der Br. geisterung, mit der in Frankreichs größter Rot im Jahre 1918 die amerikanischen Soldaten be­grüßt wurden, ist jetzt bei der Ankunft der amerikanischen Polizisten nicht viel zu spüren, denn feder weiß, daß es sich um eine Maß­nahme Clemenceaus zur Unterdrückung jeder S entgegengesetzten Willensregung handelt.

nenceau und die andere» Staatsmänner sinv offenbar der Pariser BevöSeruug nicht­mehr völlig sicher und scheinen doch schon stack au der Zuverlässigkeit der SoDaten und Schntz- mamilsckasten zu zweifeln. Weint sie es für not­wendig halten, für alle Fälle amerif amfchr Po­lizisten zur Auftechierhaltung der Ordnung nach : Paris kommen zu lassen. Der große «streif in Paris und in ganz Frankreich, der offiziell füti einen Wirtschaftsstreif ohne politischen Hinter» gründ erklärt wird, erscheint den Herrest Glt» rneneea» und Genossen nicht ganz geheuerlich. Wenn auch der erste Antrieb die ungeheure Teuerung in Frankreich ist, für die die Löhne der Arbeiter nicht im entferntesten cmsreichon,

irt-n nmst 5w.<: Me -s -». ft .

walttgen und elementaren Arbeiterbewegung, der sich auch viele Angestellte angeschlossen Hw ben, nicht übersehen.

Die große Unzufriedenheit, die sich in den Streiks ausspricht, kann schnell zu Ueber- raschungen ans politischem Gebiete führen. Wenn es auch gelingt, hier und da den «steif zu begrenzen oder zu beenden, f» ist doch diese; Bewegung dadurch nicht aus der Wett geschafft, da stets an irgend einer Stelle der Brand von neuem ausbricht ustd zu gewaltigen Flammen sich entwickeln kann. Paris als Sitz der augen­blicklichen WettpoKtik muß aber unter allen Umständen vor Ueberraschüngen geschützt wer­den, die nach Meinung der Staatsmänner Me Früchte des Sieges völlig vernichten können. Ob dann die amerikanische Politzer imstande sein wird, den Brand zu löschen, R mehr als eine Frage. In jedem Falle sind diese inner-' politischen Vorgänge ht Frankreich und beson­ders in Paris ein Mene Tekel. an dem dir- Entente-Machthaber nicht blind vorübergehen können und werden. Während der Verhand­lungen hat jedenfalls wenn auch Me Stirn» mung der Franzosen, selbst der sorialististhen, Arbeiter, recht dentschseistdKch und einem Ge-' toaltfrieden nicht abgeneigt ist die Bewegung gegen diesen Frieden ht Frankreich bedeutende Forffchritte gemacht, ht dem gleichen Maße, wie die ftanzösische Arbeiterschaft politisch nach links rückt. Dir Unzufriedenheit mit den wirtschaft­lichen Verhältnissen tut ihr UebrigeS, nm die inner« Sage Frankreichs, die durch daS Sinken der französischen Valuta auch beleuchtet wird, noch verwirrter zu gestatten.

Ser rote Parteitag.

Ehre Rede RoskeS.

(Drahebericht.)

- - ------- «a -----t

*yCwwW, 12. «yllUI»

Zu Beginn der gestrigen Sitzung wurde «in Telegramm der sozialdemokratischen Partei Deutsch-Oesterreichs verlesen, welche den Ver­handlungen des Parteitages den beste« Erfolg wünscht. Hierauf wurde der Kassenbericht durch Bartels erstattet. Die Kaffestverhättniffe sind nach schweren lkriegsverlusten jetzt wieder auf dem Wege der Besserung. Die Parteiangestell­ten. deren Einkommen hinter dem weiter Ar­beiterschichte« znrücksteht. sollen aufgebessert werden. Einen weiteren Bericht gab Heinrich Schnlz über bi« Bildnn gsarbeit der Partei. Die Reihe der leitenben Referate be­schloß Adolf Schulz mit einer Darlegung über die Ausgestaltung der Pressewesens. Ge­gen 12 Uhr begann dann die allgemeine politische Aussprache, z« der bereits 51 Redner gemeldet sind. Der Parteisekretär G r o g e r-Frcmkfnrt begann den Reigen mit entern schwachen Angriff auf das preußische Ministerium des Innern, durch das der Ge­danke der Demokratisierung in unverantwort­licher Werse geschädigt worden sei. Einige Auftegung entstand über einen Zwischenruf, der besagte, der Parteitag sei eine nationallibe- rale Versammlung. Der Redner forderte, daß die sozialdemokratischen Regierungsmitglieder b er Partei verantwortlich fein solle«. Die Grundfragen der Sozialdemokratie besprach der Landncvter Groll ans Ldck Ma« lachte .üher den Eifer be# NenUngs der sich eine Ans«