Kasseler Neueste Nachrichten
KaMer Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 158
Donnerstag, 12. Zurrt 1916.
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Der Dlplomatenkamps in Paris.
MitztSne ie Prag.
Die tschecho^l-waAsche Kris«.
Von intferm Serthter Mitartzeiktt toteb «m s geschrieben:
Die auf dem Boden der ehemaligen htzbs» tmrgischen Monarchie im Entstehen begriffenen StoatengebilN werden zmn übernnegenden Teil nicht von den schweren Folgen der Sie« derlag« betroffen. Am glücklichsten scheint der tschechische Staat zu sein, der mit seinen fünfzehn Millionen Einwohnern und 130000 QuadraSiwmetern, einem guten Ausfands- credit, einer hervorragenden Industrie und onS- KwdiiMtrr Landwirtschaft nicht nur lebensfähig ist, sondern geraNzn dte erdeEich besten ZulunstsmöAichleiten besitzt. DaM kommt noch seine Stellung im VöLkerbund, tret gewiß keine all;« schlechte sein wird. Und trotz alle« muß man sawkn, daß die Verhältnisse in diesem -glüt^etigeR Lande' kcineaklz« «l«n,enden find. Die Einigkeit, die die Tschechen während der Herrschaft der Habsburger so streng wahrten, hat merMch gelitten. Die revolutionäre Bewegung ht Ost- und Mitteleuropa war auch an Tschechien nicht spurlos vorüber« gegangen. In den beiden Hauptstädten Prag und Brünn besteht bereits eine kräftige kormiru- nistifche Partei, die die rechtSsv^falWsch-demo kratische Landesregierung miss erbittertste an» greift. Die dolschewistkfche Agitation hat auf böhmischem Boden ein Betätigt tngsftkd gefunden, das der Mühe lohnt. Der Süden der jungen Republik, besonders dir Gegend zwischen Budweis und Gmünd, sowie ein großer Teil Mährens befinde« sich infolge der überwiegenden deutschen Elemente der Bevölkerung in rie- Üger Erregung. Unermeßlich ist jedoch der Ent- kustungssturm im kerndeutschen NordbShmen. Solange der Ftteden «Vertrag nicht uitterzeich- tet ist, wird es in den erwähnten Gegenden toum zu größeren Unruhen kommen. Sowie je» wch das traurige Schicksal, die trostlose Zukunft endgültig beschlossen sein werden und Millionen dem nationalen Untergang «tsgelie- ert find, ist mit ständigen Reibereien und Plänkeleien $tt rechnen, aus denen eines Tages eine ftiefenkataftrophe erfolgen kann.
Um dieses traurige Bild zu vervollständigen, jenügt es, darauf hinMveifen, bi welcher Per« saffimg sich die Slowakei, d. h. da« gesamte Kordwestunaarn, befindet. Die erste Begeiferung der .unterdrückten Brüder' beim Emrük- ken des tichechischen Militärs war bald bet« caucht. Der Slowake ist von Natur aus streng konservativ. Er lieht e8 nicht, Einrichtungen umzuMrzen, an die er seit InbrHunderten ge- wöhnt ist. Infolge der geringen BildMrgSftufe rst dte slowakische Sprache vollkommen unentwickelt und kann den Anforderungen, die Mtz- kich an ste gestellt werden, äußerst schwer end sprechen. Die Tschechen Haden sich deshalb ent« schlossen, die böhmische Mundart als gemeinsame Landessprache auf dem gefaulten Territorium der neuen Republik zu erklären. Die Slowaken waren also aus dem Regen in die Traufe gekommen. Sich selbst zu regieren, find ste unfähig und wohl auch zu faul. Die Befreier von den Ufern der Moldau stellten naturgemäß ein Regierungssystem aus, daS mit dem der Magdaren von früher eine erschrek- kende Aehnkichkeit hatte. So ist denn auch zwi- sthen Preßburg und Kafchau die Stimmung nicht gerade für das Land der WenzelSkrone. Aus der in Ungarn stehenden tschechischen Armee desertieren die slowakkschen Elemente in beängstigender Anzahl. So ist es denn auch zu erklären, daß sich die militärische Situation der ungarischen Roten Armee in den letzten Tagen wesentlich gebessert hat. Kafchan ist von den Tschechen geräumt. An Preßlmrg werden Por- kehrungen zum M-tzug «troffen. Inzwischen dauern die HungerkräwaÄe in Brünn und Prag weiter an, da infolge einer unerklärlichen Miß- wirtfchast die Lebensmittel äußerst knapp geworden find. Ma« kann heute mit vollem Recht von einer Krise in Tschechien sprühen. Sie ist nicht gerade dazu angetan, auf die Re- giernnH-männer hn Hradschin ermutigend pr Wicken.
In den schönen VtegeStamnel der .großen Nation' ist ein Mißt»« hineingekommen. Man wird sich ftn alten Prag allmählich an den Gedärmen gewöhnen müssen, daß doch nicht alles so glatt und schön rn Erfüllung geben wird, wie man es sich ernst erträumte.
Räterepublik Slovakei.
Yon der Schweiz« Gvenze, 11. Juni. -Eigene Drahtmeldung.) Me die .Züricher Post' berichtet. wurde beim Rückzug der geschlagenen tschechischen Truppen die Räterepublik der Slovakei ausgerufen.— Aus Preßburg wird die Verhängung des verschärften SelaaerunaS^ugan-e- Wer die ge
samte Tschecho-Slovaker und die Einführung der Vorzensur bekannt gegeben.
Sie 3rtiehens6et6aahtongen.
unjn mwttgirttrtt NU Bierernn, (Eigene Drahtmeldung.)
Versailles. 11. Inm.
Pariser Blätter melde«, daß der Bierer- r«t. b« in seinen vorhergehenden Sitzungen eine ««gemeine Gesamrprüfung des deutschen Gegenvorschlages vorgenommen hatte, gestern »«mittag die Prüfung der von den Ausschüssen vorgelegtcn Berichte üb« dte einzelnen Kragen NS deutsche» Gegenvorschlages begann und am Nachmittag fortsetzte. Eine «ttzafa die fer Berichte, und zwar gerade die wichtigen, find »mH mcht überreicht. Es handelt sich um dte Berichte der Ausschüffe für Me territorialen Kragen (Grenzen Deutschlmivs nnt Belgien und Schleswig), für die ÖstWen- zen Deutst^ands, für Wirtschaftsfragen, Häfen und Schiffahrtswege. Ter Ausschuß für die Gesellschaft der Rattonen konnte fich üb« die Bedtngimgen für die Zulassung Deutschlands zur Gesellschaft der Rationen nickst einigen. Er beschränkte fich darauf, dem Viererrat das Protokoll Met die Diskussion zu- z»stellen. Die Berichte der AussckKsse für dte Wiederguttnachung mch die Kiimnzftaae wurden gestern überreicht. Die Zulassung Deutschlands WM VIlkerbnnd steht immer noch im Vordergründe Nr Presseerörterung. Libertö erklärt, Elemeneeau »«weigere kategorisch ihre Abänderung im ursprünalichen (Entwurf. Wenngleich Vic testen Ruchrichten eis«: Enk spanttung der Lage erkennen ließen, so sei die Lage doch ernst und unerwartet, denn bis in dte ketzten Tage sek der Viererrat völlig einig gewesen. Clemeneeaus en«gische Haltung scheine einen gewissen Eindruck gemacht gn haben. ^Von Soft" berietet sogar, man lege Cle- menrean die «bficht bet, alle« wieder in Frage zu stellen aus dte Gefahr hin, fich mit den Alliierten zu Überwerfen. Wohin steuern wir? fragt das genannte Pariser Blatt.
Erfolg der Arbeiterbewegung?
Sefd, 11. Ivni. (Privattelegramm.) Bon London wird amnefbet: Die Konzessionen, welche die «Mfterten Regierungen Deutschland gewähren werden, sowie der Beschluß, Deutschland sofort ht den Völkerbund antzunehrnen, kann als unmittelbarer Erfolg der Streikbewegung des affilierten Prvke- fariatS betrachtet werden. Rur weitaehende Zugeständnisse b« deutschen Republik geaenstber vermögen die erregte Sttmtmmg bet Atbefter- massen in den alliierten Ländern wirb« W beruhigen. — Die Vorstände bet französischen sozialistischen Verbände und Geweckschasten buben an Clemeneean das Ersuchen um Milderung der Friedens- hedittgungen in einer Form gesteift, die einem Ultimatum gleiMoMMt. $n der Eingabe wird betont, daß ein Friede der Gewalt nur von kurzer Dauer sei. dem Willen der stan- zSstschen Arbeiterschaft widerspreche und geeignet fei, die Internattonale ekrzusch-nfiren. um die kapitalistische Weltherrschaft zu garantieren.
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Clemeitceatt wehrt fich.
Bttlin, 11. Juni. (Eigene Dtahttnekdung.) Wie weit die Gegensätze innerhalb bet Entente gediehen find» geht aus der HavaSmeldung h«- vot, nach der Ekemenreau und Pichon offenbar ein Ultimatum stellten, in dem der Austritt aus dem völkeehund angedroht wird. Ob die getzettseittgen Beratmrgen das Gleichgewicht wieder Herstellen, kann natürlich noch nicht gesagt werden.
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Del Richtttnterzeichttttng.
Haag, 11. Juni. sPrivatteleqramm.l Roch bet Rational-Tidende fdten große Ttup- »euabreilungen bet Entente nach Danzig und Hamburg unterwegs fein, um diese Häfen htt Falle einer Richtmtterzeich- nung bet Ftiedensvediugungeu durch Deutschland |# besetzen. Dte zustündigeu Ham- tfurger Stellen haben von einer derartigen Besetzung keinerlei Kenntnis und halten fit auch nicht für wahrscheinlich. Möglicherweise haben die zur Ueberwachung der Lebensmittelttans- »trete und der maritimen Ablieserangs-BeMm- nrnngen von der Entente entsandten Kttegs- sthiffe Detanlaffung zu diesem Gerücht gegeben.
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Sie entscheidenden Deratnngen.
Rotterdam, 11. Juni. (Eigene Trahtm l- dung.1 Rus Paris wird gemeldet: Seit dem 2. Feiertag dauern die Leratungen im Schoße der Alliiertenkonferenz in Permanenz. — Eiu Londoner Blatt meldet: Zuverläsfigem Vernehmen nach find die Schadeucrfutz-
forberungen en Deutschinud betrstcht- lich ermäßigt worden, »hm NS die Nut. scheu Botschkäge für genügend augrsehen werden konnten. Wenn »uck über die terrrt»- riale« Fragen die Einigung Litz Mittwoch zustande kommt, so rann bet 20. Juni als Endtermin b« FriedenSverhandiunqen eingehakten werden. Dir Times meldet: Der endgültige FriedeNSberttag wird DeuffKlands Gegenforderungen Nicht entsprechen. Et muß für Dtütfchland annehmbar fein.
Sie Auslandsstreiks.
Die Kreistage in Frankreich. (Privat-Teleatammi
BttfatlleS, n. Juni.
Dte Pariser Abendblätter melden, daß dte Kammer alle «riffel Nr Gesetzvorlage aus Einführung des «chtstundeutage« in den Bergwerken vom 16. Juni an mit groß« Sttmmrnnvchrheit annahm. Als die Kamm« die BockaM dang, en blvc antzehmen wollte, erklärte Loucheur, Nß bebet Einfahrt, Ausfahrt und die Mittagspause einbegriffen sei und die tatsächliche Arbeitszeit nur sieben Stunden Und 25Minuteu betragen würde, wodurch in der Förderung em ungeheuerer Ausfall entstehen wttrtw. Die Regierung sei nicht in ba Lage, die Bockage an- zanehmen, mtb bitte, dte Vorlage an den Ausschuß Mrückznvttweisen und eine zweite Lesung vornehmen zu lassen. Obwohl die Sozialisten und bet Vorsitzende des zuständigen AuSschnffas ---cif «»trag Loucheurs tzM-Mften, besMotz Vie Kammer mit Ml gegch M SttMtzteN. die zweite Lesmfa anzusetzen. — Wie btt Liberte meldet, hoben fich di« Kohlenv»träte in Paris infolge Nr Streiks in Rordfrankreich so berringert, daß mit starken Einschränkungen des EkeNrtzttäts- und GaskvNsnms in Paris zu rechnen ist. Wie Jntranfigeani erfährt, wird der AbmimsttativanSschuß Nr SozialisteWartei heute abend in ein« Sitzung zu dem Streit Stellung nehmen. Das Kartell Nr großen Ge- werkkchaften btt Bauarbeiter, Transportarbeiter, Bergleute, Dockarbetttt, Eksenbahner, Seeleute und Metallarbelter, sowie die Confederatton Generale du Travail hielten versckfiedene Sitzungen ab. Matz erwartet, Ntz fie heute abend Beschlüsse fassen ««den, die übkr die Sttetks entscheiden werden. Die Regierung hat von Nr Reguteieruug der Pariser Untergrund- bahnen Abstand genommen. Unter DorNhali verzeichnen derschieNne Blätter dte Nachricht, daßd« Generalstreik Nr franzZstsche« «r- beiterschaft am 23. Juni erklärt werden roflrbe.
Der Streik in Italien.
Bern. 11. Juni. (Eigene Drahtmeldung.) Ifafiemschen Müttern Mfofae dauert bet Streikin Neapel au tmd hat fich aus weitere ArbeitsMeiae ausgedehnt. Auch die Stra« ßenhahnfvhrer haben btt Arbeit niedergelegt. I« R » M fall die Streikbewegung, wie der Eorttete della Dera meldet, im Abflauen sein. Der in Genua von den Seeleuten mit Gewalt an der Ausfahrt gehinderte Dampfet .Fedora', bet Munition nach Rußland zur Bekämpfung der DoMewisten führen sollte, ist auf Anordnung des TrauSportmiuisters nach Gibraltar zur Löfchuttg bet Ladung dirigiert worden. Dem Verband bet Seeleute ist von der Regierung ansdrütklich versprochen worden. Nß das Schiff nicht meffir zum TranMort von Truppe« «nb Kttegsmatettal verwendet werben fall Der an» gekündigte Generalstreik bet italienischen Lehrerschaft konnte in letztet Stunde verhütet werden, da der Unterrichts- und der Schatzmiittfiet die FotdetrlNgen, die eine MehrausWde von übet 40 Millionen Lite erfordern. bewMgten.
KuttdgebttNge» in Sachsen.
Leipzig. 11. Ivm. (Eigene Drahtmckbnng.l Für Donnerstag, den 12. find in Leipzig große Knndgebtznge« geplant. An diese« Tage finden drei große Wassen- vers ammluugen Nr kanfmSnnischeu Verbände nutz Organisationen des HanNls und der Industrie für Aufhebung der Zwangswirtschaft und Einführung Ns freien Handels statt. Di« Geschäfte mw Betriebe sollen am Rachmtttag geschloffen btetben. Die Unabhängigen erblicken dann eine Snudgebung «egen den Svz-ckiSmns mtb berufen ebenfalls nenn grüße Versammln ngen für den Sozialismus gegen die tn- pttalistifche Produktton ein. Letztere Kmtd- aebungen werden gleichzeitig als Protest gegen die Ermordung der Führ« des revoln- ttenäree Broletattats mw als Sympathiekundgebung für Rasa Luxemburg gedacht.
Sie Streiks in Paris.
Bild« otzS Nr Ferne, itofer jur $rie6eestenfeeenj entfanbtee 6enbcr6erld»tcr1lntter Rolf Brandl fd>«elbi en« «es Versailles Folgendes: An einem Nachmittage kamen die Ausläufer bet «rosten Welle, die durch Frankreich geht, auch nach Bersailles. In bet Nacht vorher war in einer Mruttschen Vers«numlung der Angcfteffiten der Bahnen von Paris der Streik bes<Äossen Worden. Der Ausstand der Elektttzi- täfaatbeiter setzte gleichzeitig ein. Wie von allen Ereignissen sahen Wit hinter dem Stachel« dvaht von Versailles nur das Abbild, das in ber frauzöfißchen Presse gegeben wurde. Kaum eine halbe Stuude n uns entfernt fieberte d« «roste Stzadt. gingen Ereignisse, deren Wei- tettixrfuitg noch niemand absetzen kann und Wit ... Wit losen wie immer den schwarzen Dan» Nr Buchstaben auf werßem Zeitung?, popter. Ja, In Nr Nachmittags stunde kam fo ein letztet Ausläufer bet großen Bewewna an unsere Umzäuntmtg heran. Die elektrischen Bahnen, die sonst in ziemlich regem Verkehr durch das Stück Rue Reservoirs fährt, das zu unserer Benutzung offen steht, stellte plötzlich den Verkehr ein. In der Rue de la Paroifle, Nr HauptgtzschLftsstraßc von Versailles, die tote von dem Knotenpunkt, wo fich unser Gitter schneidet, der Länge nach überblicken können, wurde auffällig leer. Der Starkstrom der beiden Hugches-Tclegraphenapparate, nach bereu Befinden sich zu erkundigen uns eine tägliche und imerfreuLiche GewotzilheU iss, frete ui.?, das elektrische Licht versagte. Der gewandte, nur allzu gewandte Mattre d'Hbtel ließ Dutzende von Kerzen »erteilen, ausgezeichnete lkeizen, und tief feine Vorbereitungen für den lichilvfen Abend. Seht kluge Leute meinten aber vmt vornherein mit überlegenem Lächeln von diesen Vorbereitungen, daß ste unnötig Wären. »Wenn Paris ohne »rennenbe clek- trösche Lampe list, wenn Paris dunkel ist wie ein Schusterkeller, Versailles wird sein Licht haben. Wenn die Franzosen das nicht arran- «ttten, bann wrstehen ste wirklich nichts mehr von ihrer Kunst, dte Dmge in das rechte Licht zu setzttr.' Die trugen Leute hatten recht. Nock nicht eirrmal das spitze Eiüchen der Kerze toai abaebrarmt, ba flammte daS Licht auf. Ich ging gerade mit einer mächtigen Kerze bewaffnet in den Marterkasten, die Telephonzellr. da fingen die Drähte an zu glühen.
So blieb nut wieder die französische Presse um Bild und Bilder zu fangen. Aber die französische Zensur war auf ihrem Posten. Die interessantesten Schilderungen vom Streik waren die. von benen nur die Ueberschrist stehen ge- blieNn war. Selten konnte man die Pariser Ptesse von solcher .Weisheit' finden, wie bei der Betrachtung der Geschehnisse, die mit dem Streik Zusammenhängen. Immerhin ein Bild von der Ferne läßt sich geben: An den Straßen Nr Vorstädte kleben die großen Plakate, in benen em löblicher Stadtrat und die Deputierten *ur Ruhe ermahnen. Rur die Sozialisten baden sich von der Unterschrift ausgeschlossen. Ach wir kennen diese Plakate nur zu gut. Wii haben unser Plakatfieber hinter uns. Kavallerie. Patrouillen durchziehen die Straßen. Von den Haltestellen bet Untergrundbahn bewegen sich schwarze Menschenschlangen in das Innere der Stadt, um in mehrstündigem Fußmarsch ihr« Arbeitsstellen zu erreichen. Autodroschk--n ha. den ihren großen Ta«. Die abenteuerlichsten Fuhrwerke erscheinen und führen ihre Gäste zu den abenteuerlichsten Preisen zu ihren ferner Zielen. Ach. auch das kennen wir. Auch wir find auf Milchwaaen gefahren, auch wir Haber in den Meufchenknäucln gestanNn und . um irgend einen Platz gekämpft.
Die rote Rosette km Knopfloch, es ist nicht d't der Ehrenlegion, ziehen die Arbeiter zu Nn großen Versammlungen. Es kommt zu Zwischcn- källen. Elekttische Bahnen, die noch «ich- d u Betrieb eingestellt haben. Werben zum Stillstand gebracht, Steine bagcln, Scheiben toe bat klirrend» zerbrochen. Die Schutzmanns Mi aräft ein. nd sie wird zurückgedrängt. Rot« Fahnen erscheinen. Tie Schutzmannschaft wird durch Mlitär verstärkt. Drohende Ruse fliege* aus der Menge hckch: Laßt unsere Männer Ici vom Militär! Rieder den Militarismus! Ni» ber mit Elemenceau! Es liebe die artet, nationale!
Auf den großen- eleganten Boulevards ist davon noch nicht viel zu merken. Da sine h:c Cafes besucht wie immer, ba üben die b fiben Frauen die hubsbe Kunst des Läck«- und ba fernen die englisck;-:-: und amertfami i Soldaten den Umaang trat Nn Pariserinnen üben. Line Unmasse von Wagen HLll Seite an Seite ans den großen Boulevards Var dem Cafa Napoli tarn stehen zwei mävgtw Vehäe'. Das eine ist ein Starren überladen mit atner' > Soldaten, an deren Seite ein Ausruici