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Hesfische Abendzeitung
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Rrrmmer 155
Sonnabend, 7. Juni 1919
Fernsprecher 951 und 958.
9, Iahrgana
Fernsprecher 951 und SSL
Dor der FriedenöenWeidung.
Was wird?
Die kommende Entwicklung der Dinge. (Von unserem Berliner Vertreter.)
8fn diesem Augenblick sitzen dl« Großen und MiÄ-naen der Erde in Paris und würfeln um dos Schicksal des deutschen BEes. Je mehr wir die Wirkung dessen prüfen, was die deutsche Friedensdelegation unseren Gegnern an Zugeständnissen augeboten hat, umsomehr erschrecken totr über die Opfer, die das deutsche DoS in den nächsten Fahren und Jahrzehnten, fa für Generationen hinaus, die deute noch inogtzboren sind, auf sich nehmen mutz. Und hwflrjxfi schollt aus der gegnerischen Presse ein <MS> ja uns, das nichts wissen will do« einer ouSgMchenden Gemeinschaftsarbeit in dem -Seme der deutsche« Anerbietungen.
Di« Schwere und das Gewicht dieser An. "bretungen liegt in dem Umstand begründet, daß wir von der Höhe und ihrem Ausmaße nicht wieder zurücktreten können. Betrachten wir allein die finanziellen Lasten, die wir auf uns zu nehmen uns bereit erklären, so müssen wir uns darüber Kar fein, daß die zugesagten hun- dert Milliarden Mark bei dem Tiefstand unserer jetzigen Valuta mit drei multipliziert werde« müssen, also die phantastische Summe von dreihundert MMarden Mark, oder, anders auSgedrückt. von dreihunderttau- send Millionen Mark auSmachen!
Wie sollen wir diese niederschmetternde Last überhaupt jemals abtragen können? Das fra- pen wir uns in banger Sorg«. Dreihundert MMarden Mark betrug in den Zeiten größten Wohlstandes unser gesamtes Volksvermögen in beweglichen und unbeweglichen Werten, ein* • schließlich unserer sämtlichen Häuser und gie» gsnschasten, unserer Forsten und Wälder, intfe. rer Eisenbahnen und Brücken, unserer Kanüle, unseres Mobiliars und unserer sämtlichen beweglichen Habe. Run ist aber zu berücksichtig gen, daß durch den Krieg mindestens die Hälfte dieses Vermögens vernichtet oder durch die Schuldverpflichtungen, die während des Kric- ges uns erwachsen sind und die als Folgen des Krieges uns noch auferlegt werden müssen, in erheblichem Umfange in Anspruch genommen worden ist. Es erscheint uns heute in der Tat undenkbar, wie diese Last in den kommenden Jahrzehnten abgetragen werden soll. Selbst wenn man alle Produktionsgebiete, die man in Ost und West uns jetzt nehmen will, behalten hätte, und wenn wir sie für unseren eigenen Besitz auszumrtzen in der Lage gewesen wären, würden wrr diese ungeheuerliche Bürde kaum zu tragen vermögen. Erinnern wir uns daran, daß die Finauzreform des Jahres 1909 die für damalige Begriffe fabelhafte Summe von dreihundert Millionen Mark anforderte und daß über diese Forderung die innere Struktur des Reiches in di« Brüche zu gehen drohte.
Ueber eine- müssen wir uns klar sein — and das ist bei unserer jetzigen Lage eigentlich das Tragikomffche und das Groteske, daß wir, wenn wir unsere Schulden zahlen wollen, dies nicht anders tun können, als daß wir zuvor neue Schulden ftn Auslande ausnehwen. Mit anderen Worten: Wir können nitfrt unseren Verpflichtungen nachkommen, wenn wir nuht von unseren Gegnern oder vom neutralen Ausland« Rresenkredite. die in die zehnfachen Milliarden gehen müssen, erstatten. Wir könnten ohne diese finanzielle Hilfe überhaupt nicht unser Wirtschaftsleben wieder in Gang bringen, fiir welches wir Rohstoffe im Werte vieler Mil- ttarden benötigen. Auch diese Summen müssen in ihren wahren Werten bei dem Tiefstand unserer Valuta verdreifacht werden, denn angesichts der gewaltigen Schuldfordernng, welche das Ausland noch gegen uns hat, ist kaum darauf zu rechnen, daß wir in absehbarer Zeit eine Verbesserung unserer Reichsmark zu erlangen vermögen.
Man wird aber auch etwas Weiteres nicht verhindern können. — und das wird mit das Schmerzlichste an der jetzigen Entwicklung sein —, daß nämlich, durch den Tiefstand des deutschen Geldwesens angelockt, das Auslandskapital sich in einem steigenden Umfänge der deutschen Industrie, wie überhaupt aller deut- scheu Unternehmungen sich bemächtigt. Und damit wird die Lage für unsere Arbeitskraft derart gestaltet, daß sie gezwungen wird, für das AuSlandSkapitc.l und die AuSlandskapttalisten zu fronden und, worauf die in unsere Selbst, bestimmung ungeheuerlich einschneidenden Kon- trollmaßmwmen ser Friedensbedingungen ab- zielen, in ein Sklavenjoch sich zu begeben. Mit den »Errungenschaften der Revolution*, von denen als daS Erste, Größte und Bedeutendste die Befreiung der Arbeiterschaft von dem an- aoblich unertrinOchen Drucke der deutschen Kapitalisten gepriesen wurde, wird os dann end- güttig aus sein. Und das Riederdkückendstc bei dieser Sachlage wird sein, daß wir uns gegen dieses Eindringen des sremden Kapitals gar nicht wehren können, ja daß wir uns geradezu glücklich schätzen müssen, wenn wir überhaupt
fremde Kapitalisten zur Unterstützung unseres Geldmarktes erhalten.
Die Aussichten, die sich bei einer solchen Entwickelung bieten, können nicht ernst und nicht traurig genug eingeschätzt werden. Wir können es heute schon als sicher ansehen, daß ein un- Seures Aufbämnen durch unsere Arbeiterschaft durch gehen wird, welche natürlich nicht gesonnen sein wird, die Früchte der Umwälzung kampflos preiszugeben. Wir müssen aber auch werter befürchten, daß dieser Kampf sich nicht gegen die eigentlich Schuldigen und gegen die eigentlichen Veranlasser dieses namenloses Un- alückS und Elends, die im Ausland« sitzen, richten wird, sondern daß man nicht mit geistigen Waffen allein, sondern auch wieder mit men. schenmordenden Werkzeugen d«n waffenklirren- den Streit in die Straßen und Gaffen unserer Städte hin eintragen und einen großen macht- politischen Kampf mit weitgesteckieT' Zielen inS Werk setzen wird. Die Vorzeichen der dri tten Revolution, bei größten machl- politischen Auseinandersetzung, die jemals ein Volk erlebt hat, mehren sich bereits drohend am Horizont. Und, so furchtbar es ist, wir Wissen es auSsprecben: Wir scheinen noch nicht ganz am Ende unserer Leiden und Prüfungen zu stehen. Es scheint vielmehr, als ob unsere Demütigung so weit nod) gehen müsse, daß wir in einer Zeit der ärgsten Bedrängnis im Innern, fremde Was. fenhilse zum Schutze unserer Bürger onrnsen müßten. DaS wäre das Eitde. Niemand kann und darf das wollen, niemand, der sein Vaterland und sein Volk liebt.
Wir gehen ernsten, furchtbar ernsten Zeiten entgegen, mag nun der Friedcnsberftag angenommen werden oder nicht. Uno »i-ct sen Ernst und über '«« Schwer« des Komm-nwen müssen wir uns beizeiten Rechenschaft geben. Nur Klärheil und Wahrheit kann uns helfen. Nur, wenn wir die Gefahr erkennen, können wir sie meistern. Denken wir daran, daß die Schicksals stunde, von -er wir so off im Laufe des Krieges aesprochen haben, nun wirklich in der surrhtbarswn Gestalt angebrochen ist. die je einem Volke beschiedcn war.
IieBersMerBerhsadlmge»
Demisston ClemeneeaifS? lEiaene Drahtmeldungh
Bern, 6. JrM.
In hiesigen informierten Kreisen, welche mit der französischen Botschaft direkte Beziehungen unterhalten, erklärt man. baff entgegen allen Ableuanunaen mit der Demission Clemenceaus gerechnet werden müßte. Jedenfalls fitotnf« er augenblicklich den letzten Kampf um (Sein oder Nichtsein. (Wir Ääubm nicht, -aß die Franzosen (Hemcnctyni vor -er endaÄltigen Unterzeichnung des Friedens gehen lassen werden. Die Redaktion.)
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Anstirnmigketterr.
Versailles, 6. Juni (Prtvattelegramm.) Di« im Biererrat bestehende Unstimmigkeit scheint den Morgm blättern zfckolge immer noch nicht behoben zu fein. Die Blatter werfen noch immer zahlreiche Zensurlücken auf, ganz besonders die cnafitoen und amerikanischen. Tatsächlich scheint Llov- George auf feiner Absicht, den Vertrag zu modifizieren, zu bestehen. Nach Schwerzer Meldungen kann auf Grwttd ftntoatti'freicT Mitteilungen bestätigt werden, -atz es Llopd George nach wie vor ist, der Wilton und Elemencean von der NotwendWeft zu überzeugen versucht, den Deutschen Konzessionen zu machen. Wilson bleibt jedoch fest in fic, nem Entschluß nichts am Friebensvertvage zu ändern. Llovd George wendet -«wer ferne Bemühungen Clemenceaus zu und soll auch große Hoffnung haben, hier Erfolg zu erzielen.
Die Antwort.
Basel, 6. Juni. lEiaene Drahftnel-ung.) Die Pariser Vertreter der Schweizer TageSzei- funaen drahten, daß der Viererrat sich entschloss fen habe, fn der Frag« betreffend Oberschle fien Deutschland Zugeständnisse zu machen. Mitt« nächster Woche werde auf das deutsche Geaenprojekt erwidert werden. Erne Frist von sieben Tagen wird den Deutschen z«r Entfchei^duna bleiben. MS endgültiger Termin der Entscheidung ist der 20. Ium "vorgesehen. In politischen französischen Kreisen herrscht die Ansicht vor. Deutschland werde erst nach den ersten verwirklichten Drohungen der Entente unterzeichnen, um dadurch vor aller Wett zu beweisen, daß es nur der Gewalt gewichen fei.
Verhandlungen.
Berlin, 6. Juni. (Eigene Drahckneldung.) Ein« Reutrr-epcschc meldet auS Paris, daß die Lerbüfrdetenkonferenz beschloß, in eigen Meinungsaustausch über die deutsche«
ttzegenvorfchläge einzutreteu. — Italienische Blätter melden gleichfalls: Wilson und Lloyd George setzten die Revision des FriedenSvertrages «nd den Beginn von mündlichen Verhandlungen mit der deutschen Frie- densdelcgatton unter heftigen Sträuben Clemenceaus durch-
Re sramSMea Streik.
Kriffsch« Lage.
lEiaene Drahtmeldungss
Bern, S. Ium.
Die Jnformatiml meldet aus Parisi, daß die Lage der franzSsifche« -aupt-adt rnsolge der umfangreichen ArbciterausständL ernster geworben fei Tagsüber durchziehen DemonfäationszÜM der Streikenden die Straßen. Der Pariser Sicherheitsdienst wurde verstärkt. Auswärtige Trappen find zum verstärkten Schutz nach Paris herangezogen worben. Am Mittwoch nachmittag befürchtete man Kra- twflc. Einig« Straßenzüge wurden streng ab» gesperrt. Die Zahl der Streikenden hat noch nickt abgcmvmnen. nur der Streik im Warenhaus Printemps ist beendet. — Rach dem Rondelle d« Lyon steht Frankreich vor dem AuSbruch einer großen allgemeinen revolutionären Bewegung. (?) In St. TcniS haben die Arbeiter der Metallin- bustri« eine Tagesiordmmg angenommen, in brr btc Regierung «msgeforbert wurde, ihre Plätze den Sowjets zu räume». Das Statt versucht b---s<! Bemeaung M» Frü-bte deutscher bol'che-oi. Mscher AgitMoreli hinzustelle«.
Zwischenfälle in Toulon.
Versailles, 6. Juni. fPrivattelegramm.) ■Seit einigen Tagen enthalten die sozialistischen fton-östschen Blätter Andeutungen über Zwischenfälle in Toulouse Auch haben sozialistische Abac ordnete die Absicht über diese Zwisch-nsille tn der Kammer zu interpelliersn. Es sch-utt, daß die dort stehenden Regimenter mcuwe.t.
*
Weitere Zunahme.
Gens. 6. Juni. (Eigene Drahtmcldnng} Trotz der optimistischen Berichte der rechtsstehenden Presse, di« die Lage noch immer in günsti- gem Lichte darzustellen versucht, ist die Pariser Streikbewegung immer noch im Zunebmen be- ariffen. Gestern baden sich auch die Elektrizi- tätSardeiter der Bewegung angeschloffen. Die Bewegung nimmt aeradezu bolschewistische n Charakter an. Der AnSstand breitet sich immer nwfcr auch auf die Provinz aus, besonders auch auf die Kohlengebietc von Ca- lonne. In Paris sind, wie die Hmnanite meldet mehr als fünfzig Prozent aller Arbeiter in den Ausstand getreten. Ein Ausstand der Eisenbahner konnte vor der Hand dadurch vermieden werden, daß alle von den Arbeitern gestellte Forderungen angenommen wurden.
Betrat erschossen!
(Privat-Telegramm.)
München, 6. Statt Laut München-AugSburqer Abendzeitung rottrbe das Todesurteil an Lev ins- R issen gestern mittag m München vollstreckt
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Die Korrespondenz Hoffmann meldet amtlich: Das KesamtMinisterium bat kcinenAu- laß gefunden, die gegen Levins vom standrechtlichen Gericht in München wegen Hochverrats erkannte Todesstrafe im Wege der Gnade zu mildern. Es kam zu keiner Entschließung trotz eingehender gcwiffenhaster Prüfung aller für und gegen eine Begnadigung sprechenden Umstände. Bei der Würdigunq des Falles war vor allem die Gesamtvcrantwsrt« kichkeit LevinäS in Bettackt zu ziehen, der die geistige Schuld daran ttägt, daß eS ht München zum Bürgerkrieg gekommen ist. Zant »Lokalanreiger^ waren von der Hinrichtung Lövinös seine Verteidiger vorder nicht verstön- biflt Sie wurden auch nicht hinzugezogen.
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Generalstreik?
München, 6. Juni. (Privatteregramm. > Rack der gestern erfolgten Vollstreckung des Urteils gegen LevinS-Rissen dürfte der Generalstreik mit umso größerer Wahrscheinlichkeit zum Ausbruch kommen, als die Stimmung bei den großen Massen -er MehrheitS-Soqsaldemv- traten chenfallS dafür ist. Für -ir Besatzuugs- truppen ist erhöhte Marmhercctfchaft anqevrd- net. Das Organ der unabhängigen Sozialdemokraten, die Reue Zeitung, ist von der Stadtkommanbautur umer Vorzensur gestellt Worden. Infolgedessen hat das Blatt sein Erscheinen bis auf wertere» eingestellt.
Baltische Sorgen.
Zurückziehung deutscher Truppen.
Neber die Haltun« der deutsche» Regierung i« der baltischen Frage is man in Versailles stark verstimmt. Mau ti sogar entsetzt Durch die angedrvhte Zurück -rebung unserer Truppen wird der Rin«, bei die Alliierten sich um den bolschewifAschen Hers aelegt dachten, zerrissen. ES bedarf keines Zwei, fe!S, daß die Räuberbanden der Sowjetrogio rang genau ebenso unsere Feinde find, wie di, der Entente. Aber die Sorg« um die Sicher, beit der Wett haben andere tn ihre Hände genommen, und die mögen nun auch die ganz« Verantwortung tragen. Wir rvaren in unserem eigenen Interesse dazu bereit unsere Truppen auch weiterhin im Baltikum zu belassen. Ms man uns aber m Spaa Forderungen stellte, di« unsere eigenen Soldaten unter fremde Kon. trolle, ja sogar unter das Kommando unserer Feinde stellen wollten, riß auch endlich uns der Geduldfa-cn. Unsere Regierung entschloß sich kurzerhand, di« Truppen zurückzuziehen. Dieser Entschluß war vorbedacht, und wir könne« offen sagen, daß et der deutschen Regierung nicht leicht gefallen sein mag. Die ehemals russischen Provinzen am baltischen Meere waren uns feit attcrsher ans Herz gewachsen. Ihre Vereinigung mit dem Reiche war eiwt utt{er Traum. Er wurde von der Wirklichkeit mit rauher Hand zerrissen. Es tauchte nun das halbasiatische Schreckgespenst der bolsthewrsti- schen Hydra auf, vor deren Giftatem alles Lc- be«#* verging. Da stritten frb 'ne Mkfettzr läp'tl > willig at den Dienst der Menscvseit. DeuttcheS Blut wurde fiir Deutsch« vergossen.
Unsere Hilfe war nicht erfolglos. Trotzdem bi« gesamte cgrcffc for alliierten Länder sich bemühte, di« deutsche Attion in den Ostsecländern als Assistenz dritten oder vierten Grades »in» zustellen, können wir mit ruhigem Gewissen be. haupten, daß unsere Leute im Baltikum mehr geleistet haben, als die englischen Kriegsschiffe, di« sich damit begnügten, durch einige Kanonenschüsse kundzutun, daß auch sie dem Bolschewismus nicht hold sind. Nun, wir wollen offen eingestehen, daß man mit dem Bolschewismus letzter Hand auch ohne die Mithilse der beut, scheu Truppen fertig werben wird. Di« Unter, hatttrng von Soldaten außerhalb der Grenzen des Reiches ist für uns im gegenwärtigen Augenblick ein erhebliches Opfer. Für ein solches ist Wenn nicht Anerkennung und Dank, so doch wenigstens Toleranz zu erwarten. Wenn man aber daran geht, uns dieses Opfer damit zu vergetten, daß man der deutschen Regierung die Souveränität über einen Teil ihrer Streitkräfte nimmt, ist jede Weitere Mühe nicht mehr allein nutzlos, sondern direkt schädlich. Außerdem besitzt Deutschland noch ein Ansehen, trotz aller Versailler DedinMngen, imd dieses darf unter fernen Umständen weiterhin in Mißkredit gebracht werden. Es hat bereits genug gÄft- ten. Darum wird man sich bei uns um die Kopfschmerzen anderer herzlich wenig kümmern, die durch die angekündigte Zurückzickhung unserer Trlchpen hervorgerufen werden könnten. Man ist mit uns in Paris ebenfalls nicht sehr zart um gegangen, und tirt es auch jetzt noch nicht. Wir können nut das tun, was uns unser Interesse gebietet, nachdem unserem guten WDen mit Mißgunst und Tvraunisserlmg begegnet wurde. Unsere Arbeit im Baltenkand wird hoffentlich, von denen, deren Wohl uns am Herzen freat, nicht vergessen werden. Die Heldengräber, di« dort Zurückbleiben, werden für lange Zett beweisen daß deutsche Treu« kein leerer Wahn war. Ist dies der Fall, so werden unsere Ovfer nicht umsonst gebracht. Die Fügungen des Schicksals sind wirnderbar. Wenn man den Deutschen auch nur die Augen lassen wollt«, um sich mrszuweinon. bleibt ihnen doch das erhalten, das i-entifch ist mit dem Sem an sich — die Hoffnung. N. P. E.
Sosfe an die ZreilviMseu.
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 6 Funi Der Rerchswehrminister erläßt folgend« Brkanntmackunq an die Freiwilli- genverbände: Die Reichsregierung bat vor wenigen Tagen durch mich den Freiwilligen- verbänden ihren Dank ausgesprochen und ihre fernere Unterstützung Zusagen lassen Keine Hetze wird sie veranlassen die Verdienste der Freiwilligen um innere Crbmtng unto Ruhe zu vergessen. Sie erwartet aber als selbstverständliche Gegenleistung, daß die freiwilligen Offiziere wi« Mmmsrhaften alles rutzerlaffen, was der Regierung biefe Anerkennung erschweren muß. Immer nftebrr kommen Ausschreitungen vor, die die Trtlpve in ihrem eigensten und im Interesse der Gesamtheit durch Selbstdisziplin nnterdrücken muß. Die deutschen Freiwik. liqcn find keine fremben Söldner, sondern San».' beäfintier un eigenen Saufe. S— r«nietftett_