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Meter Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

9^ Jahrgang.

Donnerstag, 8. Juni 1919.

^«nfpretber 951 und 95$.

Der Verrat im Nheinland

I

Rüstungsbeschränkung r

'cntber 1918 und stellt die schärfste Ver-

cetzungvöllcrrechtlich üb«rL»mruc-»^u»d ttutej;3ÄiU»A$.tX*a des FeiuLUn.toaiiaglauLHast. DigRed^

Wie man tri? Mitteilungen auch bewerten will, sie zeigen den heftigen Meinungskampf, s der hinter den Kulissen tobt. Er wird fortge­setzt. Die .Daily Mail" bringt in ihrer Pa­riser Ausgabe cm auffallender Stelle die Nach­richt, daß die Ansicht hoher politischer Persön- lickckctten der britischen Delegation in Paris die wäre, daß der Friede vor Ende dieses ®o» «als gtzeichnet würde. _ Au-i'tt n Gtv-mhoruin».

$te Sattelet Reuest«,Nachricht«« erscheine«wöcheuwch sechsmal mb «vor abends. Ler Lb«lueme«tSprei< betrügt stonati. 1J6 Mort bet freier Aufteilung in» HanS BelteCmgen werden jebergett nen der SefchSftSstelle oder be» Boten eutgegeugenonnnen. Druckerei, Bering und Redaktion: «chlachthofstrare 38/30. Für unverlangt eingesandte Beiträge kann die Redaktion eine Verantwortung oder »ewähr in keinem Falle übernehme«. Rückzabl-ng de» SegngSgeweS «der LNsprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lte'erung ausgeschlossen

zurzeit kein größeres Verbrechen mir deutschen Bolle, als durch Unterstützung

wolle irie B ewaffnung der verbündeten Staaten tn Mitteleuropa einfckr änken. Den Tschecho-Slowaken solle es verboten wer­den. mehr als 50000 Mann unter den Waffen tu halten, für Polen solle Vie Heeresstürke 50000 Mann und für Süd-Slawen 40000 Mann betragen. (Die Meldung kflugi einstwei­

enropärscheu Fwgen. Die Delegation scheint- die Weisung zu haben, sich der AuMesenmgj des ldaisevS zu widersetzen. Belgien fleht' ganz auf dem Standpunkt Frankreichs. Das fffl ungefähr die Stellung der Gegner, die man ' aus ihrer Presse und ans sicheren Quellen ent­nehmen konnte. Die Enffchekdung liegt bei der ' englischen und amerfkarnschen Delegation.

und völkerrochklicher Teil von englischer Hemd stammt. Ein kleinerer Teil der Delegation fleht auf dem Standpunkt, Deutschland entgegen^» .kommen, zu verhandeln, ohne die Prrnzfpien des Vertrages «mzustoßen. Eine kleine einfkuß. lose Gruppe von FriedenSfreuuden in England verurteilt de» Vertrag und erfüllt die ihr ru- göwiesene Aufgabe, daS ^moralische Gesicht" Englands zu verschönen. Dke englische Arbei­terpartei mißbilligt die Grundsätze, die die Ser-

des auf die Trennung von Landes, teilen vom Ganzen hinzuarbeiten. Die Zen

In der ^Fnformation' Buch eia« längere Bemerkung, die ein Schlaglicht wirkt auf dke Dinge, die hinter den Kulissen vor- gehen. Darnach hätten unterrichtete Leute am Freitag versichert, die Abendblätter würden

Fernsprecher 951 und 95$.

hinter den Kuliffeu.

Der Standpunkt der Mächte.

Nummer 153

Ein Zwischenfall.

Berltn, 4. Juni. (Privattelegramm.f Ver­schiedenen Blättern zufolge führte die aufgeregte Stimmung in Biebrich zu einem folgen­schweren Zusammenstoß. Ein französi­scher Offizier mißhandelte einen Straßenbahn- waneusübrer, der auf sein Geheiß nickt halten wollte, mit der Reitpeitsche. Der Führer ver­setzte dem Offizier darauf mit der Fahrkurbel einen so heftigen Schlag auf den Schädel, daß der Offizier sofort tot zufanmrenbrach.

Wer Ist Dr. Sorte«?

Berlin, 4» Surrt (Privattelegrmnm.) Am Dienstag fand im Abgeordneteuhause abermals eine Aussprache der Abgeordneten der besetzten Gebiete über die durch die letzten Vorgänge im Rheinland geschaffene Lage ftatt Von den dabet gemachten Mitteilungen waren diejenigen von besorcherem Interesse, die s«h mit der Person deS Dr. Dorten be­schäftigten. Aus ihnen Wng hervor, daß Dorten sich schon im Februar um die Verfolgung der Bestrebungen bemühte, die jetzt mit der Ans- ruftmg der rheinischen Republik zutage treten. Bezeichnend ist, daß er sich damals in Mainz als Vertreter des Kölner Oberbürgermeisters Adenauer vorstellte, um sich einzuführen. Auf eine Anfrage in Köln teilte Oberbürgermeister Adenauer mit, daß er Dr. Dorten Überhaupt nicht kenne. Dasselbe Spiel trieb Dorten in Wiesbaden dem dortigen Oberbürgermeister ge­genüber, wurde aber ebenfalls sofort durch­schaut. Damals int Februar schon wurde fest- gestellt. daß Dr. Dorten im Besitz einer von der besetzenden Macht ausgestellten Passes war, der ihm freie Ein- und Ausreise inS besetzte Gebiet, .sowie jede DeweguMsfrechert inner­halb desselben zusicherte. Ein solcher Patz konnte nur einem Agenten ausgestellt werden. Damit dürfte die PersönRchkeit deS Dr. Dotteu genügend gekennzeichnet sein.

derS hervorgetreten.

Frankreichs Standpunkt: Dke franzö- ftsche Deleaatton ist geschloffen für kurz« Anrück- Weisung d«S detttschen Gegenvorschlags in mög- lichst verletzender Form. Sie tritt für ein bal­diges Uftin-attrnr ein und ist vSMg fern Wu. politischen Erwägungen, die über den Augen­blickserfolg gehen. Die französischen Finanz- kreise wünschen Beschäftigung mit dem deut­schen Fimmzpvojekt. Die Sozialisten ver­urteilen den Entwurf der Entente mit großer

Beftechrtngc

Basel, 4. Ifuni. (Privo rlegramm.i Die aus Meldungen Lyoner Blätter hervorgeht, hat die französische Regierung für Pro­pagandazwecke im besetzten Rheinland und in der Pfalz bedeutende Summen aus geworfen. Man bez Ufert den Geheim­fonds, der für Propaganda-A'rsgaben ge- bildet wurde, auf über zehn Millionen Franken. Namentlich m Rheinhessen scheint man beträchkliche Summen an Personen ver­ausgabt zu haben, von denen man eine Förde­rung der separatistischen Bestrebungen erhofft. Es steht außer Zweifel, daß eine Anzahl deitt- scher Staatsangehöriger, die in Landau, Mainz, Köln und Wiesbaden sich $u den hochverräte­rischen Handlungen bergaben. von den Franzo­sen bestochen! wurden. Nach einer Infor« mauons-Mekdung aus Paris verurteilt die gesamte linksstehende Presse Frankreichs, namentlich dis radikale, die Rolle Frankreichs bei den Putschver- fuchen im besetzten Gebiet. Die Blätter wer­den jedoch durch die Zensur gehemmt.

SnfertioWretfe: Di« fttbengefpattete Jetfc fte etafwtnrtfd»« SefSäfte W Wb- tftr ae. roärtifte «njrigen » Pf. Senamejrile für rvrhetmtsch, »richüfte 78 W, für «»wSrSge Drichäft« 1 Mr. Einfache Beilagen werten nett 8 Mark pro laufe» berechnet, alles stt 60»/, StttermaS-Sutolog. Bei Uebermittürng von Ln,eigen craf teleph. Wege Wirt für durch Hör­fehler hervorgerufene Irrtümer keinerlei Haftung übernommen. Für dieSufnahme vonAZyetgen an beftimmten Lagen ober Plätzen wird,. Z-.keine Gewähr getriftet. GefchäftSNellc: StStnJStr. 5.

Hessen protestiert.

Berlin, 4 Fnni. (Eigene Drahtmeldung.) Die hessische Regierung hat an General Mangin ein Protest-Telegramm gegen die Proklamierung der rheinischen Republik und gegen die Verhaftung des Präsidenten der hes­sischen Volkskammer, Adelung, gerichtet, des­sen Entlassung unverzüglich gesordett wird.

Erklärung deS Zetttruurs.

B e r l i n, 4. Juni. (Eigene Drahtmelduwg.) Die AentrumSfraktron bet deut- scheu Nationalversammlung hat in ihrer gestrigen Sitzung eine Erklärung beschloss setz, in der es unter artberm heißt:DK Zen- trumsfraktion der deutschen Rattonalversannn- lung hat mit Trauer und Entrüstung Kenntnis genommen von dem grwkffenlosen Treiben eini­ger Persönlichkeiten, die mit Unterstützung der fentdlrchen Befatzungsbehörde auf Loslösung von Gebietsteilen deS Deutschen Reiches ans dem bisherigen verfassungsrechtlichen Bestände hinarbeiten. Diese Machenschaften find mnso verwerflicher, als sie fich in dem Augenblick ans Tageslicht wagen, wo das deutsche Volk die schwerste Stunde seines Dasein- dmchumcht und ihm eine dunfle Zukunft droht. Es gibt

geh« an« von unferew na<d SetfMM entfanbtcn eonbertwrirtteeftctte* 9t »X\ Sre«M Me folgen»- Information ja Präsident WilsonS Haltung A sehr Mo« «kennbar, unsicher, scheinbar geneigt, sich von den Franzosen ins Schlepptau nehmen zu las­sen und auf dem Entwurf der Entente stehe, zu bleiben Gin Teil der amerikanischen Dele­gation ist bereit zu Konzeffw-nen und Wlmsthi ... Verhandlungen. Die ameri»

_________ ist beunruhigt über Frank, reichs rderungen. Ein Mtz ist erkenn, bar Die ng m einigen Teilen Ame- rSas hat etwas an Dentschfteundllichkeit zuge-

England» Standpunkt: Lloyd George

v. Winterstein in Bamberg.

Bamberg, 4. Juni. (Privattelegramm.) Der von de« Franzosen abgesetzte Regierungs­präsident der Pfalz, von Winterstein, ist tn Bamberg eingetroffen. Er gab den pfÄ- zischen Landtagsabgeordneten bat Rat, mög­lichst sofort abzureisen, damtt die Bevölkerung an ihnen einen Rückhalt habe. Die erdrückende Mehrheit der Bevölkerung und das Bürger­tum stehen treu zu Bayern und zum Reiche.

gen mit größter Entschiedenheit zurück. Sie hat keine Gemeinschaft mit Persönflchkeitrn, die sich an solchem Treiben beteiligen, und fordert ihre Parteifreunde in ganz Deutschland auf, tn ge­schlossener Einheit und unerschütterlich« Tret« zum Deutschen Reiche zu stehen.

mrnfftgründen und Besorgnis für die Zu­kunft an.

Italiens Standpunkt: Indifferent. Boll eigener Sorgen. Interesse für die Aufhebung des Verbotes der Verkündung mit Oesterreich. Gegner des Abbruchs der VerhanÄunaen, doch durch irgend welche Konzessionen in Koloukal- oder Frnanzfraqen sofott umzufkrmmeu. Die Dtrmmunig Än Lande ist in vielen TeWen aust- fallend deutschfreundlich. Die Sozialksteu find tttt bemerkenswerter Schärfe in Worten und (wenn auch nnterdrsickten'» Handlungen gegen den Imperialismus. Selbstverständlich hat dies

Sie rheinische Republik.

Pariser Sttmmungen.

-fDrabtbericht unseres Sonder-Berichterstatters.)

Die Pariser Morgenblätter vom 2. Juni dringen allgemein die Meldung, daß die rhei­nische Republik in Aachen, Köln und anderen rheinischen Städte« ausgerufen sei. Der Re­gierungssitz wäre vorläitfig in Wiesbaden. Präsident Dr. Dorten. Die neue Regierung habe ihre Mitteilung an verschiedene ftemde Regierungen und an die Friedenskonferenz er­gehst lassen. Es werden Bemerkungen, die die bekannten Phrasen, daß die Rheinländer das preußische Joch abschütteln wollten, und die Versicherung, daß die Alliietten sich völlig neu­tral zu der Bewegung verhielten, an die Ha- vasmÄdmrg geknüpft. Das .Echo de Paris'

neir Detzdflichtunaen dar. Dke deuffche Regierung legt gegen dies Verhalten französi­scher Besatzungsbehörden schärfsten Protest ein.

Berlin, 4. Juni. Ws Ergänzung b* Pro­testes gegen die Mitwirkung der französischen BesaHrmasbehörden beim rheinischen Hochver­rat hat Reichsminister Erzberger ge­stern folgende zweite Note an General von Hämmerst« in nach Spaa gerichtet: Das in mei­ner Note vom 2. dieses Monats bereits charak­terisierte Vorgehen hochverräterischer Kreise im rheinischen Gebiet hemmt die deutsche Regierung an der Ausübung der Regie rungSgew alt in Provrwien, die staats« rechtlich und verfassungsrechtlich Bestandteile des Reiches und der Gliedstaaten find und be­nimmt ihr die MSgliMett der lopalen Durch­führung oer in Ansehung der besetzten Gebiets­teile in dem Waffenstillstandsvertrag übernom­menen Verpflichtungen. Eine Duldung dieser Machenschaften verstößt gegen Artikel 5 des WaffenstiMandSverttages vom 9. November 1918, bei dessen endgiltiger Festsetzung seitens des Höchstkommandierenden der Eierten Ar­meen, Marschall Fach, auf die deutscherseits ge­machten Ergänzungsvorschlage schriftlich erklärt worden ist, daß der Tert des erwähnten Artikels eine Aenderung in der bestehenden Verwal- tungsorganifatton nicht entschließt. Die Hand­lungsweise jener Individuen stellt sich als ein Unternehmen des Hochverrates gegen das Reich nach den Bestimmungen deS Reichssirafgcsetz- bucheS dar. Rach dem deutschen Gerichtsver- faffungSgesetz ist dos deutsche Reichsgericht in Leipzig zur Aburteilung dieses Verbrechens zu­ständig. Die deutsche Regierung hat den zur Verfolgung von Verbrechen des Hochverrates zuständigen OberreichSanwaltinLeip- zig angewiesen, gegen die Hochverräter das gerichtliche Verfahren eiiwtleiten. Un­ter Berufung auf den ono-ftihrter Artikel<S djs Waffensti^fmnd^verttages erwartet die deutt'che Regierung, daß die alliierten und assoziierten Regierungen Anordnungen treffen, daß die örtlichen Besatzungsbehörden der Durchführung des vom Oberreichsanwaft eingeleiteten Ver­fahrens und den Anordnungen der von ihm be­auftragten örtlichen staatSanwaltschaftlichen und Pokrzeibebörden keinerlei Hindernisse in den Weg legen und daß sie insbesondere zulassen, daß alle diejeuiaen Persönlichkeiten, bei denen der dringende Verdacht des Hochverrats fest- gestellt fern wird, verhaftet und zur Aburtei­lung an das zuständige Reichsgericht überge- führt werden. Die deutsche Regierung erwar- tet demnach, datz keinerlei Eingriffe in daS bereits anhängige Strafver­fahren gegen den Berliner Staatsanwalt Dr. Dorten in Wiesbaden erfolgen werden, der sich als StaatApräsident der rheinischen Republik bezeichnet und sich hochverräterische Amts­handlungen angemaßt hat.

Protest der Reichsregierung.

Berlin, 4. Juni. (Privattelegramm.) Ueber den Hochverrat am Rhein ist durch die deutfche Waffenstillstands-Kommission eine Protestnote an Marschall Foch über­reicht worden, in der es unter anderm heißt: Der deutschen Regierung sind glaubwürdige Nachrichten zugegangen, daß ftanzösische Besat- Mngsbebörden im linksrheinischen Besatzungs­gebiet unter Mißbrauch der ihnen durch den Wafferrstfllstand einaeräumten Befugnis hoch­verräterische Bestrebungen in den besetzten Gebieten fördern und unterstützen. Po. kittsch einflußlose Persönlichkeiten, die keiner­lei Auftrag vom Volk hatten, haben wiederholt Verhandlungen über die Ausrufung einer rhei­nischen Republik und die Loslösung vom Deut­schen Reiche mtt ftanzösischen Offizieren geführt. Französische Besatzungsbehörden haben gestat­tet, daß am ersten IUni Plakate über die Aus­rufung einer rheinischen Republik angehestet werden durften, und haben Deutsche, du Pla­kate besettigt haben, verhaftet. Oberst Pmot erwiderte einem deutschen Beamten, der pflicht­gemäß darauf aufmerksam machte, daß ftanzö- l'tKfie Militärbehörden Hochverrat gegen das Deutsche Reich mtterWtzt hätten, er werde den Städten, die sich mtt der Gründung der neuen Republik nicht abfinden, die Lebensrnittel sper­ren lassen, und fügte hinzu, datz der Beamte innerhalb 24 Stunden aus dem besetzten Ge­biete ausgewies-n werde. Ter Regierungspräsi­dent von Wini:rstein ist ausaewicfen worden. DaS Verhalten stanzösischer Okkupationsbehör- *en steht in schroffstem Widersprnch zu Sen Wafsinstillstandsbedingungen vom 8. Ro-

würd- eine entscheidende Neuigkeit enthaften. Die Aberrdbkätter erschienen, aber die Reuig- kett blieb aus, nur rnt »Temps^ stand ein lan­ger politischer Artikel, den man unschwer als auS der Feder TardieuL stammend erkannte. Dieser ArtSel schwebte in der Luft, er war nur zu erklären, wenn vor ihm auf der ersten ^xtfte; die Nachricht stand:Ultimatum en Deutsch­land.' Man Würde Deutschland nicht länger erlauben, zu disputieren, hatte Tardieu, Direk­tor des .Temps' und ftanzösischer Friedens- t-elegäerter, kfipp und klar in diesem Artikel. festKestellt. Die Erklärungf läßt deutlich etiett«. neu: Die ftanzösische Delegation hatte am Frei-' tag bejchlossen, das Ultimatum durchzudrsickerl./ Tardieu hatte darmifh in seinen Artikel geschrie- ben. MS in der Mittagssitzung die Entschei­dung gegen den französischen Antrag fiel. trcT- bie anderen .Drei' sich widersetzten, war es zu spät, den Artikel aus dem Matt zu nehmen, er/ bsi-b als Torso und Zeichen des ftitischen Ta-- gc8 stehen.

zeigt jedoch deutlich, wo die Drahtzieher der Bewegung fitzen. Am Tage der Verkündung der neuen Republik ist nämlich Herr Maurice Barrtzs, Vorkämpfer der Fdee eines rheinischen Pufferstaates, Mitglied der Akademie Froncokse, zufällig' nach Mainz gekommen. In einem Leitartikel erzählt er, was er gesehen hat, und meldet den Mauerauschlag nach Paris, der an den Straßenecken von Mainz angeschlagen wäre. Der Anschlag ist unterzeichnet von einem rhei­nischen und hessis-Ä-nMsaun-ben Aktionskomitee, dem fich ein pfälzisches anschließt. Nach dem ersten Satz dieses Aufrufes muß eK sich um eine Republik handeln, die nicht aus dem Verbände des Deutschen Reiches heraustteten vzill. Die wahre Meiuung von Herrn Darr cs kommt Ober zum Ausdruck in dem Schlußsatz seines Ar­tikels, in dem er das gWckliche Ereignis be­grüßt und die französischen Soldaten beglück­wünscht, die durch ihre Haftung so viel zu dem Entschluß der Rheinländer bei getrogen batten.

Die Abendblätter äußern sich noch deutlicher zu der: Srci^kris. S» toreün .L'Zm-arrsi- geantt:Ein großer Schritt auf den Frieden zuk', und bemerkt, daß nach fünfzehn ksahren ftauzSsischer Besetzung es zweifellos für die Rheinländer schwer wäre, wieder in das Deutsche Reich zurückzukehren. Die anderen Ar- trkel der Abendblätter sind in ähnlichem Geiste gehalten.

Wie ich dazu soeben aus Köln erfahre, mißt man der Bewegung dort eine übertriebene Be­deutung vorläufig noch nicht bei. Dr. Torten wird mir als ein phantastischer Kopf bezeich­net, dem die Quafitäten zur Uebermchme des Präsidentenposten kehlen. Im übrigen hätten die sozialdemokratischen Führer Sollmann und Meerfeld die Arbeitermassen vollständig in der Hand und würden sofott eine Geqenbewegung einletten. Die weitere Entwicklung wird abzu­warten sein. Zuverlässig ist, datz die ftanzösi- scheu Blätter alles tun vtzrrden, die Bedeutung der Bewegung zu übertteiben, sie zu fördern und die Idee eines freien Pufferstaates zu pro­pagieren. Mein Gewahrmann, der heute mor­gen auS Köln angekommen ist, versichett mir aber auf das bestimmteste, daß die Bewegung noch keineswegs im Volke Fuß gefaßt habe, sondern sich nur aus das unverantwortliche und gewissenlose Treiben genugsam bekann­ter Streife cm Rheinland stütze.

Sie Friedemverhaadlmge«.

Pariser Desorgniffe.

tEiaene Drahttneldung.f

Amsterdam. 4. Imri.

DaS HaNdelSblap, meidet aus Paris: Man glaubt hier allgemein, daß es die Absicht dOx Deutschen ist. bes evtl mündlichen Ve, Handlungen Zwietracht unter den Verbündeten zu säen. Bei den wett auSecnan- derlau-eciden Interessen war es der 5lonferrnz SMer nur mit Mühe möglich gewesen, spüte- ren Verstimmungen unter den Alliierten vorzu beugen. Ob Graf Brockdorff ben Vertrag un- t riseichiret ist die Tagesfragc.

Dem Mann, den infolge der drohenden Haltung

des Publikums die französischen Soldaten nickt vlt ____

auf d« Still« w verhaften wagten, gelang es, ^roßc Ueberraschünqen bringen, der TempS

daS unbesetzte Gebiet zu ernt dien. . - - -- -- --------