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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzettrmg Hessische Abendzeitung

We Äeffete* «Renefiei Nachricht« rrfit)»lw»fitafflit Nd*nnl» paar «beafc«. »et aUnaaeauattprct» beträgt anmofi. IS «an bet freier Snftethmi tne eefleOmgea «Berte« feb«rgeU am der «ftschLftlste», eher bee Bote «stgegengeitontnaL Trader«, Verlag Mb RedaNioa -. «chlachchafflrade »SO. Für tntaetkmgt etegefgabte Beiträge ton Me SUbctttoe eine «coatawrtnng ober Gewähr ta fetneet Falle Sbetae»new. BttfrSHmg bei BegagSgelbeb ober «afprüche tnegea «troalger nt<6t orbaxagbutägtger «efetuag «aeg«f»Ieff*

Nummer 149» wemfrre*r «1 «ab sm. Sonnabend, ZI. Mai 1919. Fenrwncher 951 tmb iss. 9. Iahrgana.

GelchSfir 1 «L «Rfache Beilage teerte Mit 6 «art pro Sanfte» berechnet, alle« artt 20"?,

ro befttmmten Tage aber Plähe Wirt ». Zt. tetne Gewähr geletttet eefWtWhlei *66u®te. 6

Llebemichung unterer Gegenvorschläge.

WLtteln. Stodi

HS ist un»erftimbR4>, wie man wf» btc (sniwg- achirng dieses Porschlages vorgest-ellt dar. Hm Dernlnrrg wird gut daran tun, dem Volke zu Si, woher er diese Mesensumme in sechs en zaubern will. Denn nut ent Aauber- [tr tarnt ja das Geld aus dem Aermel cke im Lause der fast tausend, fähriaeu Geschichte des deutschen Volles sind wir etnjam und verlassen gewesen als heute. Roch «re hat das Schicksal so hart atb so drohend an unser« Pforten gepocht! Mw rrnstem, bangem Blick schauen wir in die Lu- kunft. Was wird sie uns bringen ? ...

Einsam md verlasse».

I« Deutschland» schwerster Stunde.

«m «estrigen Tage sind, wie man meDet, Miseren Heinen die deutschen Gegenvorschlag« Lderreichtworden. An anderer Stell«.dreser gtotrnnet bringen wir diese Vorschläge tn Er- gänzung einer bereits in der jüngsten Ausgabe unferSi Mattes veröffentlichten telegrcchhrtchen Nachricht. Man daZ f^^daß ««« hu Mw »en Lande das der Entente bewresene Entgegen, toromen mit den denkbar gemischteste« Fuhlen, ja mit Entsetzen entgegengentmwlm hat, und datz mm fast allMMMt der AnsMO, Hersprachene gehe über den Rahmen der Möglichen wert hinaus, und daß man Me Verantwortung für einen Frieden auf Grund- [aae de» deutschen Gegenvorschlags uneinge- schränkt den Regierunaspartcren überlassen müsse. Auch das soziardemokratische Zentral Organ sagt, daß man dar -Schriftstück nur mit schwerem Herzen lese und redet weiter von der .Weithemiükeit des deutschen Entgegenwm- menr. Einhundert Mrlllarden Gold­mark Entschädigung ftrtb von Deutschland vor- geschlagen. Hiervon sollen zwanzrg Mrl- liarden bis zum Jahre 1926 bezaW sein.

Unsere Feinde sind im Begriffe, zum töd- kichsten Schlage gegen uns auszuholen. Deutsch­land soll zertrümmert und vernichtet werden. Vergebens haben wir nach Einsicht und Der- standigung gerufen und an dar MenschlMcrts- gefühl der Gegner appelliert. Alle Proteste ver­hallten ungehört und nicht beachtet. Aber trotz­dem hofften wir insgeheim noch immer, daß irgentürwher ein Retter, ein Helfer kommen mußte. Unser Blick ging in das neutrale Land. Wo bleiben unsere Nachbarn? Können sie stillschweigen zu dem ruchlosen Werk, da» man jetzt an uns vollziehen will? Wollen sie zusehen, wie man ein Volk verge- wAtigt und quält? Am Vertrauen auf das Rechtsgefichl der Wett hat Deutschland die Waf­fen niedergelegt, die alte Regierung, die nach Ansicht unserer Gegner ein Hindernis für den Frieden bildete, gestürzt und die demokratische Republik errichtet. ES ist uns nicht leicht ge­fallen. mit den alten Traditionen zu brechen, umZulernen zu einer Zeit, wo alle unsere Kräfte von den Ereignissen an der Front und im In­nern aufS Höchste angestrengt waren. Aber um unseren ehrlichen Friedenswillen zu beweisen, um endlich zum Frieden zu kommen, hüben wir die Ochser gering geschätzt. Ohne uns zu weh­ren. nahmen .vir die härtesten Bedingungen auf irnS, die je einem Volle bei Abschluß eines Waf­fenstillstandes auferlegt wurden, und erklärten uns bereit, Verpflichtungen einzugehen, di« in dem Wilsonfchen Programm von uns gefordert wurden. Jetzt aber weigert man sich, dieses Programm gelten zu lasten. Das Recht, das man unS seierlrch versprochen, soll m i t Füßen getreten werden.

Herzlos und fall will man unS einen Frie­den diwieren, an dem wir zugrund« gehen müs­sen. Sogar vom Völkerbund schließt man uns auS. Kann die Welt wirklich anschen, was jetzt an uns geschieht? Der Friede, der in Ver­sailles vorbereitet wird, ist kein Friede, ein Fluch, an dem nicht nur wir, sondern auch die ganze Welt zu tragen haben wird. In Deutsch­land wird sich niemand finden, der ihn unter« schreiben kann. Mag man auch noch so sehr von drüben her mit dem Säbel raffeln und mit Gewaltmitteln drohen, wir können trotzdem nicht die Bedingungen annehmen, weil wir sie eben nicht erfüllen können. Die Feinde in ihrer blinden PennchtungSwut wollen daS nicht an­erkennen. Wer dieReutralen.die doch ab. scits stehen und unparteiisch richten können, warum erheben ste nicht mit uns ihre warnen­den Stimmen? Auch ste haben während des Krieges schwer gelitten. Ihr Handel war durch die Blockade völlig gelähmt. Durch die Bestim­mungen deS FrieoenSvertrages aber entstehen ihnen neu« Schwierigkeiten. Der Wirt­schaftskrieg soll weitergeführt werden. Deutschlarkd muß die Ententeländer bei der" Einfuhr von Waren auf jede Art und Weise be­günstigen. Die Bestände in den neutralen bän­dern, die zum Teil mit Phantastepreisen ringe kauft waren, bleiben liegen. An ihr- Ausfuhr nach Deutschland kamt erst bann gedacht wer­den. wem» die EntenM unseren Markt beleut

hat, wir selbst aber einen größeren Bedarf nicht mehr haben. Die Gegner hätten wirklich die Neutralen für ihre Neutralität während deS Krieges nicht mehr büßen lasten können, als durch die Wirtschaftsbestnmnungen. die ihren Handel ruinieren und Arbeitslosigkeit imr «er Volkskrcise zur Folge haben müssen. Esat aber wirklich nicht nur in unserem Interest«, wenn man sich in den neutralen Ländern auf. raffte und Protest einlegte gegen solchen Frieden. Sie deutsche Neukschrist.

Uebermittluna an die Feinde.

(Eigene Drahtrneloung.)

Versailles. 30. Mai.

ReichSminister Graf Brockdorff-Raut, zau hat gestern namens der deutschen Frie- denSdelegation dem Ministerpräsidenten Cle­rnen ceau den ersten Teil der ausführlichen deutschen Denkschrift zu dem von den Gegnern überreichten Friedensvertragsentwurf mit einer kurzen Begleitnote übermittelt. Ter Rest der Denkfchrift wird am Donnerstag vormittag übergeben zusammen mit einer Heu Grnndge danken der Vorschläge der Denkschrift erläu­ternden Note. Fm Anschluß an die übergebe­nen deutschen Gegenvorschläge soll noch eine Antwortnote auf ClemrncemrS Erwiderung auf die Kriegsgefangenennote übergeben werden. Der Wortlaut darf noch nicht nntge- teilt «erde, bevor die Rote in den Händen der Gegner ist. jedoch kann verraten werden, daß die deutsche Antwort in einem sehr würdigen Tone gehalten ist und auf alle Hauptpunkte Clemenreaus besonders eingeht. Namentlich wird in der Frage der Rückgabe unserer Kriegsgefangenen einschließlich der ttseqeT Ver­gehen tmb Verbrechen bestraften volle Gleich mätzigkeit verlangt. Nach einem beim Roten Krenz in Genf ringegangenen Schreibest haben ftanzösische Arbeiterfrauen gegen die unwür­dige und harte Behandlung der deutschen Kriegsgefangenen protestiert.

Prüfung unserer Vorschläge.

Berlin. 30. Mai. (Privat-Telegramm.) Aus Paris wird gemeldet: Ein Offizier von der Abteilung des Obersten H e n r d, der nach Ber- sailleS geschickt worden war. hat gestern den zweiten Teil der deutschen Gegen- Vorschläge im Sekretariat der Konferenz abgegeben. Dieses Dokument umfaßt fatnbert Seiten. Die vier Hauptvertreter her Vereinig­ten Staaten, Großbritanniens, Frankreichs und Ftalienz war-« am Donnerstag morgen zu einer kurzen Sitzung versammelt und werden heute nachmittag erneut zufammentreteu, mn die deutschen Gegenvorschläge, soweit sie Über­setzt sind, zu prüfen.

Antwort in acht Tagen?

Rotterdam, 30. Mai. (Privat-Telegramm.) Aus Paris wird gemeldet: Die Alliierten haben di« Unterkommifsionen' für Sonntag rinberu- fen. um die deutsche Gegennote sofort in Be­arbeitung zu nehmen. Di« Unterkommifsionen werden bis Mittwoch ihren Bericht fertig ha­ben. Die Antwort der Alliierten soll frühe­stens in acht Tagen erfolgen.

Feindliche Preffestinnnen.

Rotterdam. 30. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Aus Pari- wird gemeldet: Ucbtr die Burrtsi- luna der deutschen Gegenvorschläge durch die französische, englische und amerikanische Presse ist bisher «nr sehr wenig zu erfahren. Das dürfte feinen Grund darin haben, daß den mei­sten Blättern die deutfche Rote noch nicht be­kannt war. Bisher liegen nur kurze Aeußeruu- gen deK Figaro, des Ecko de Pari» uni>_ des Homme Libre vor. die tat allgemeinen über­einstimmend der Ansicht sind, daß die französi- sch: Regierung die deutschen Gegenvorschläge ablebnen mässe, oder nur in ganz unwesent­lichen Punkten entgegenkommeu könne.

Sei» westlicher Freistaat?

Pläne politischer Wlrrköpfr.

(Privat-Telegramm.)

Köln. 30. Mai.

In der Angelegenheit der rheinischen Repu­blik erläßt der Kölner Regierungspräsident fol- gende Bekanntmachung: Wie wir aus den Lrei. sen der rheinischen Verwaltungsbehörden er- fahren, ist man dort der Meinung, datz ein« Ausrufung der rheinifche« Repu­blik nicht bevorstehe. Fedchtfalls stehen die Hauptdertreter derjenigen Kreise, die di« Sgitattou für die rheiinfche Republik betrieben habe«, auf dem Standpunkt, daß zurzeti alle Bestrebungen zur Losreitzuug der »iemlarix

von Preußen auf das schärfste z» der- urteilen feien. ES dürften daher etwaige von einzelnen polittfchen Wirrköpfen aus­gehend« Versuche zur Ausrufung ein« rhrini- schen Republik ta der rheinischen Bevölkerung nur ganz unbedeutenden Rückhalt finde«.

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Ruhe im Rheinland.

Frankfurt, 30. Mai. (Eigene Drahtmel­dung.) Reisende aus Wiesbaden und Mainz, di» von dort gegen Abend abgefahren waren, berichten überern-ümmenv. datz stch gestern in beiden Städten keifte politifchen vor- aänge abgespielt habe«. Auch ta den hiesigen Redaktionen lagen bis zehn Uhr abends keine Nachrichten üb« Putschversuch« in den rheini­schen Gebieten vor, tat Gegenteil soll dort vollkommene Ruhe herrsche«.

Sie Lage im Skeu.

Kriegslustige Polen-Hetzer.

(Privat-Telegramm.)

Wie«, 30. Mai.

Rach einer Meldung aus Warschau bringen die Dortigen Blätter «larnnmchrichten. datz die Deutschen in Oberschlesten und Ostpreutzen Truppen zusammenziehen. Die polnische Regie­rung habe Vorbereitungen getroffen, um tat Falle eines Krieges mit Deutschland die Beset- zung des Lande? zu verhindern. Die polnischen Blätter fordern auf, man möge sich z« einem neuen Krieg« vorbereiten (!) und eine starke Arme« schaffen, um die polnischen Lande von Deutschland zu befreien. Ein Mailänder Blatt meldet aus London: Ter größte Teil der pol- nrschen Truppen wird an der deutschen Grenze konzentriert, wo man einen Angriff deS Gene­ral« Mackensen (?) befürchtet, der in Schle­sien über fünfzigtausend, in Ostpreußen üb« drcitzigtausend Mann vertagt.

Feindliche Truppe« i« Danzig.

London. 30. Mai. (Privat - Telegramm.) Ein« starke Abteilung Marine-Fnfanterie, be- stehend aus britischen und amerikanischen Ma­rinesoldaten, wurde in Anbetracht etwaiger Un­ruhen in Danzig mrsgeschifst. Die Truppen bezogen in der Stadt Quartiere. Eta mächtiges englisch-amerAanifches Geschwader liegt vor der Stadt verankert.

Revolution in Posen?

Thorn, 30. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Die Bromberg« Ostdeutsche Rundschau meldet: Der Berlin« Berichterstatter des Blattes beruh­tet, datz ta der Stadt Posen die Revolution ausgebrochen sei. Die polnische« Truppen sol­len meutern. D« d« Verkehr völlig ge­sperrt ist, ist eS natürlich nicht mSAich, di« Richtigkeit dies« allerdings wenig gbmbwür- digen Nachricht nachzuprüfen.

Rußland» NoWewisten.

Lenin bittet um Waffenstillstand.

(Eigene Drahtmeldung.)

Basel. 30. Mai.

Lenin sruht« tttic auS Paris gemeldet wird, bei Admiral Koltschak nm Wasfenstillstmtd nach. Dies« wurde abgelehntund bedin­gungslose Uebergabe von Peters­burg gefordert. Die Stadt wird eiligst von den Bolschewisten g«äumt. Alle Depots und Archiv« Der Sowjetregierung wurden auf Srnr- twrzügen nach Moskau verbracht. Gegen frier hundert ententefreundliche Personen wurde« ta letzter Woche erschossen. Ma« glaubt, datz di« uebergabe von Petersburg erfolgen wird und daß die Bolschewisten vor allen Ttagen Moskau verteidigen werden. Auf Der ganzen Linie bei Samara tobt ein fchwer« Äawqrf.

Der Vormarsch gegen Petersburg.

Basel, 30. Mai. (Privat-Telegramm.) Aus Revell wird gemeldet: Der Kommandant der russischen Rordarmee, Gen«al Fudenitsch, erteilte seinen Truppen den Befehl, den Vor­marsch gegen Petersburg vorläufig riryufleven, angesichts der Unmöglichkeit, Petersburg ru.be- setzen, bevor die Garnison und die Bevölke­rung verpflegt sind.

Die Bolschewisten-Macht gebrochen.

Set«, 30. Mai. (Eigene Drochtmrkdung.) DaS Bern« Tagblatt meldet ans Stockholm: Der estländische SriegSminist« erklärte ta einer Unterredung: D'e Macht bet russischen Bolsche­wisten sei völlig gebrochen. I« Rußland neunte jetzt eine panslawistische Str», mung überhand, die am Aufbau eines Groß- r u tz k a n d arbeitet mit der Tendenz, die Rand- fttuutcii

Ne deutschen Vorschläge

Das Maximmn der Zugeständnisse.

Dio Gegenvorschläge, die jetzt der Entent« überreicht worden und, stellen, so schreibt »itfet Berliner Mitarbeit«, das Maximum von dem dar, was die deutsche Regierung freiwillig auf sich nehmen kann. Sie bilden ein «chcheit- licheS Ganzes, und die Regierung steht «tf dem Standpunkt, daß ste nur in ihr« Gesamtheit angenommen ob« verworfen werden können. Der Grundgedanke, von dem sich die Regiemmg bei der Abfassung hat leiten lassen, war der, baß beiden Partrien für den Abschluß des Frie­den» daS Wilfonsche Programm allein als RechtSbasiS bienen kann. Dieses Programm ist von allen Regierungen ausdrücklich anerkannt. Deshalb wird in dem ersten Teil dn Gegen- vorfchläge die Rückkehr zu den vierzehn Punkten »«langt, während tat zweiten Teil die Gegensätze zwischen diesen Punkten und den vorliegenden feindlichen Bedingungen her- vorgehoben werden. Der Kernpunkt bet deut­schen Gegenvorschläge liegt in Der Forderung rin« sofortigen Aufnahme Deutschlands ta den

Völkerbund

alS gleichberechtigtes Mitglied Wie jed« andere Staat. Unsere Regierung erklärt sich bereit, den deutschen PöAerbmrdsvorschlag zuriickzu- ziehen, trotzdem sie, und darin werden wir alle ihr Wohl recht geben müssen, diesen für besser hält, als den d« Entente. Alle Bestimmungen des Pariser Entwurfs sollen unsere Anerken­nung finden, nur fordern wir, und davon ha­ben wir unsere Bereitwilligkeit, in den Völker­bund einzutteten, abhängig gemacht, daß die Klausel üb« die Meistbegünstigung fal­len gelassen wird. Deutschland steht auf dem Standpmckte, daß allen Völkerbundstaaten völ­lige Gleichberechtigung auf wirtschaftlichem Ge­biete gewährleistet werden müsse. Di« Ab- r ü st u n g soll in weitestgehendem Umfange vor- genommcn werden, all« militärischen Bestim­mungen erkennen wir an. verlangen ab«, daß spätestens in zwei Jahren die Entent« das Gleiche tut. Auch unsere Kriegsflotte sind wir tareit, an die Gegner auszufiefern. um ihnen zu »eigen, daß wir auf jede Art gewillt sinh, zu einem ehrlichen Frieden zu kommen. Bezüg­lich d« territorialen Fragen verlangen wir, ehe eine Mflösung der strittigen Gebiete erfolgen darf, die Abstimmung d« Bevölkerung. Etne solche Abstimmung soll von ein« neutralen Kommission geleitet werden, frei von jedem Druck und geheim fein. Auf Schwierigkeiten könnte ein derartiges Verfahren gar nicht sto- ßen, tat spätestens in drei bi8 vier Wochen alles vorh«eitet sein tarnt, und alles in Frage kom­mende Material, wie Wählerlisten noch vor­handen sind. Abstimmung wird verlangt für

Elsaß-Lothringen.

Die Bevölkerung soll ftftar entscheiden, ob fi« gewillt ist, nach Frankreich Anschluß z« suchen, »bei ab« ent autonom« Staat zu werden. Nur so tanw nach Ansicht der Regierung endlich eine Frage aus der Wett geschafft werden, die seit säst fünfzig Fahren Deutschland und Frankreich zum Stern des Anstoßes diente. Für Ob er» schlesirn bringt Deutschland den Beweis, doch seine Bevölkerung deutsch ist und deutsch bleiben will, polnisches Gebiet also gar nicht in Frage kommen kann und all« Ansprüche Polens ung«echt sind. Wir sind jedoch auch hier be­reit, ritte Vollsabstimmmnq entscheiden zu las­sen. In Posen vertritt unsere Regierung den Standpunkt, daß alle» Gebiet, das zwischen der jetzigen Demarkationslinie liegt und von Polen besetzt ist. als polnisches Land bewach­tet werden soll, alles Gebiet außerhalb tat De- martationSKnie wird als deutsches bezeichnet. Auch hi« kann eine Abstimmung entscheiden. West Preußen und Ostpreußen sind rein deutsche (gebiete, die deutschen Einwohner über, wiegen mit «tindeftrns 80 bis 88 Prozent. In den Gegenvorschlägen ist bah« auch nicht von ein« Abstimmung die Rede. WaS Danzig andetrisst. so weigern wir uns, diese rem deutsche Stadt abzutreten, sind ober bereit, den Hafen zu einem Freihafen zu erklären und den Polen aleiche Rechte zuzubilligen, wie sie un» zusieben. Eta« Weichselakte besaßt sich mit der Internationalisierung des Flusses. Auch hi« gesteht Deutschland Polen Gleichberechti­gung zu. WaS

da» Saargebiet

anbelangt, so ist in b« letzten Rote Brockborffs an Elemenceau der deutsche Standpunkt genau nietargelegt. Eupen ist deutsch und muß beim Reich Hewett, dagegen erklären wir uns be­reit, in Malmed eine VolkSaMiummnq mit Rücksicht ans die sprachliche Eigenheit der dor- rgen BriwSerung entscheiden zu lassen. Für txti» Rheinland mtb alle besetzten Ge- biete fordern wir völlige Räumung innerhalb sechs Stowten. Die Gesichtspunkte, die für diese Forderung maßgebend gewesen sind, liegen wodl aus finanziellem Gebiete. Erne Besatzung 1» bet jetzigen Stätte wurde jährlich minbektcns