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Kasseler Abendzeitung
Die «tafieler «euess« Lachrrcht« erschrs«wöchsNUL f*64mal uns zwar abeeh«. Der «i><mneeest5»Mt8 betrigt motutil lÄ Start bei freier Beltohmi ta« »mtf SSeftrthmoen werd« jeder,eil nett der SefdjöWfitCe oder den Set« «tgeeengetwannra. Druckerei, Serie# unb RÄnttttan : LchlackchoNtrate 38/80. Ain tetoettangt etsgefsnbte Beiträge tarnt die mebellton eine Beraxtn>ortmg oder «ewShr tn tttaem «eile ilbemehm« «fldeabümg de« BenrgSgeide« oder Nnlprüche weg« «««ta«r nicht a»«srt»taNm
Hessische Abendzeitung
Ä>tartt«MnE $U Motgefpaiseti Zeile ffa etatzetaeifche BeftWlt * V«. » -*• «Lrttae Stoeta« 85 St Stoltameseae für etahetartfche «tasch«ta 3» «t, «r eutfetettee «efchSfte 1 «OK. Statache Beilaa« werd« mit » Mart »re Tar-tam» »«rechnet, «Sei wtt W« Zensnmg8.S«fd6Iae. Bei ttebermittTwng oen «»zeigen eef taten», »ege wird für durch 6to feMer h-rvsrcrer^ene Irrrü»er keinerlei Haft»NGLL>«nv»men. vteMchtth»e»orrTs»eig« an betttotmteQ Tagen obtr Plätzen wird g. Zt. keine Gewätze -ekeistet. 5
9. Jahrgang.
Donnerstag, 29. Mai 1919.
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Rnmmer 148.
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Ein westdeuWer Freistaat?
ReueGesahrMRHei«.
Loslösung des Rheinlandes?
AG im Frühjahr rheinische Eigenbrödker den Gedanken ausfprachen, die Rheinland« von Preußen zu trennen und zu einer selbständigen ReplMiL zu machen, erfuhren sie nicht nur in der preußischen Landesversammlung, sondern Äim gesamten preußischen Dolle einmütige hnung. Daraus kehrte Ruhe ein. Man konnte infolgedessen der Ansicht sein, daß man den (Manien, der zuerst in Köln aufgetaucht war, vielleicht mit kräftiger Unterstützung der srsMdlÄndrschen Besatzung, völlig ausgegeben habe. Heute aller muß man leider zu der ueller. zeuguna kommen, daß die Angelegenheit durchaus nicht aufgchodeu, sondern nur ausge- schoben war, denn «8 sind jetzt Dinge in die OLfsenrlichiott gelangt, die jeden Vaterlands- freund mit tiefstem Schmerz erfüllen müssen. Man hat Beweise dafür, daß die in Köln fei« nerzert geschmiedeten Wine nicht nur in der rhernkfchen Metropofe, sondern auch anderwärts auf fruchtbaren Boden gefallen waren. Man verlegte die MüonSbasis von Köln nach Aachen und nach Mainz, also wiederum in Städte, di« sich unter dem Drucke der Fremdherrschaft befinden und in denen unzweifelhaft seitens der feindlichen Staaten mit größtem Raffinement darauf hingewirkt wurde, daß «S zu einer Trennung der blühenden Rheinlande do« Preußen, ja, wenn nicht gar vom Deutschen Reiche timttne. Die Kulissenschieber m Köln, Aachen und Mai«» begründeten Ausschüsse in «deren Städten am Rhein, so in Bonn, Trier, Koblenz und Wiesbaden, die ebenfalls rübrig sm Werke waren, sodaß man heute vor einer altem Anschein nach vollendeten Tatsache steht. Ganz offen wird er jetzt ausgesprochen, daß man naheamAielfei und daß die Rhein- lande ihre Absicht, sich zu einer selbständigen Republik zu machen und damit für sich wichftge Vorrechte bei der Orientierung nach Weste« zu erreichen und ihrem Wirtschaftsleben die ihm zukommende Bedeutung zu sichern, verwirklichen wollen. Schon die nächsten Tage dürsten uns also Klarheit darüber bringen, ob die Ziele der Eigenllrödler am Rhem in der Tat erreicht werden.
Gan» besonders ausfallend ist die Tatsache, daß inzwischen von einer Abordnung in Mains Bestechungen mit dem französischen General Mangin «pflogen wurden, die. und das ist das Sonderbarste in der ganzen Angelegenheit, wie behauptet wird, nicht nur der Reichsregie, ntna, sondern auch den FriedenfeSendboten in Versailles indischen Übermittelt worden sind. Roch Lage der Dinge wird man in der Annahme nicht fehl gehen, daß die rheinischen Destrebun- aen mit denen der Pfalz, welch letztere sich bekanntlich von Dapern lösen will, Hand in Hand gehen. WoS von Bavern aus geschieht, tim Hefen LoStrenn,rngsbestrebungen zu begegnen, ist bis jetzt nicht mit Voller Deutlichkeit zutage getreten. Bon Preußen scheint heute gar nicht» mehr geschehen zu können, um die Bewohner deS Rheinlandes, dem», die kleine Grupve, die die ganze Sache geschoben haben, zur Vernunft zu bringen. Dabei darf nicht übersehen werden, daß wohl kaum von einer Uebereinstimmung in der gesamten Betooh- nerschast der Rheinprovinz gesprochen werden tarnt, denn eS ist WM sicher, daß der weitaus größte Teil derselben sich bis jetzt gar nicht ernsthaft mit dem Gedanken einer Verwirk- sichnng der republikanischen Ideen befaßte. ES kann vielmehr mit Sicherheit angenommen werden, daß man auch dort der Ueberzeirgunq war, «S habe sich um eine Augenblicks-Verstimmung in Köln gehandelt, di« inzwischen nach der ein- «Stig« Zirrückweifung tn Preußen ihre Erledigung gefunden habe.
Wenn man aber bedenkt, daß durch geschickte Regisseure auch da« anfänglich fiir unmöglich Gehaltene beit weitesten Schichten der Bevölkerung einer unter dem Druck der Verhältnisse stkwer fei!’ ?nbe« Provinz klar gemacht und überzeugend di« Vorzüge einer Loslösung von Preußen vor Augen geführt wird, so ist die Gstallr flveifÄkoS vorhanden, daß man auch die dem Gedanken bisher ftemd gegenüber Stehen, den kn da? preußervfeindliche Lager hinüberzw ziehen vermsa. Frank-eich wird natürlich alles Um. um di, SeparationSselüste der Rheinlands 'rästig zu unterstützen, und zwar nicht nur di« ScparatronSasMbe. die aus D r e " ß «n allzie- S t, Indern die, die sich auf die LoslÄungvom Deutschen Reich« konzentrieren. Bis heute 6a‘ eS die Reichsregierung vermieden, offizieN auf die Lach« in der Oeffentkichkeit einzugehen. Es muß aber darauf bestanden werden, daß zrverzüglich «Ine »olle Karlegung der Dinge rriolgt, denn nicht nur Preußen, sondern das rarvz« Deutsche Reich hat ein lebhaftes Interesse daran, zu erfahren, wie weit die Tänze gediehen sind und ob man In der Tat damit rechnen muß, daß eine mtgeheuere Treulosigkeit sei. renS brr Rheinland« begangen wird. Es war für den mmveramartvoLen Bewohner w»
Rheinlandes, der nicht nur während de» Krie» ß, sondern auch während deS WMerrstilkfban- schwere Lasten zu tragen hatte, und der, veranlaßt durch die trostlose« inneren ZustLnd«. des Reiches, mit einer Motzen Hofsnungslosig- keit in dre Zukunft steht, Vielleicht nicht schwer, mit dem Gedanken zu spielen, daß bet einer »Orientierung nach Westen* für ihn mit einer besseren Zukunft zu rechnen sei. als fie Preu- tzeu und die BevSSerung deS gesamten Reiches zu erwarten hat. Trotzdem aber muß anS- drücklich darauf hingewiesen werden, daß es sich hier, wenn die MSne nach dieser oder jener Ruhtung hin Verw-irflichung finden f äfften, um einen ungeheuerlichen Verrat am Vaterland« handebi würde, gegen den zu protestieren nicht nur Aufgabe der R e g t e« »« g ist, sondern auch ds» ganzen PreußenwolkeS und dev- jenigen Staatengebiche, die treu zum Reiche halten. • •
Sie Lage am Rhein.
Ausrufung des Freistaats in Koblenz.
(PrivatzLelegramm.)
Köln. 28. Mai.
Bon einer politischen Gruppe ist gestern mittag in Sollten» di« rheinische Republik auSgerufen worden. Auf diese Rath, richt brach in Köln der Generalstreik «ms. Arbeiter aller Großbetriebe verließen die Fabrik«« aus eigener Initiativ« und di« Straß«, bahnen stellt« den Betrieb ein. DaS Gewerk- schaftStartekl beallfichkigt, die Arbeiter für He nächsten Tage zu einer Willenskundgebung g e • gen die Republik aufzurufen, und die Rheinische Zeitung, das Organ der Sozial- demokratie, fordert heute die Arbeiter aus, ruhig Blut zu bewahren. Diese haben sich jedoch nicht halt« lasse«, und nur in der Nahrungsmittel- brauche und tu den GaS-, Elekrtrizitäts, und Wasserwerk« wird weiter gearbeitet. Ju groß« Uuyügen, an betten sich Zehntausend« beteiligten, protestierte die Arbeiterschaft gegen die Ausrufung des rheinischen Freistaates. Wie die Rheinische Zeitung meldet, protestierten gestern auch die Arbeiter der rechtsrheinisch« Seite i« gewaltig« Massenversammlung«. Einstimmig wurde eine Entschließung angenommen, die von der deutsch« Regierung die unverzügliche Festsetzung der Herr« Knckhoff, Kastert und Froberger wegen Hochverrats fordert, weil sie mit dem französisch« General Mangin konferiert haben. Die bisherige Gegen- bewegung geht von beit frei« Gewerkschaften auS, aber auch di« christlich« Gewerkschaften find mit dies« Gestattung nicht einverstand«. Die erklären in ein« Entschließung, daß die Frage der rheinisch« Republik nicht durch ein« politisch« Putsch und auch nicht durch einen Abwehrstreik entschieden werden könne. Maßgebend hierfür fei« die erwählten Vertreter de« Volkes, Hütt« die man sich in dies« wich, tigcn Frage stellen müsse. -Im übrig« ermah. neu die Führ« z,n Ruhe und Besonnenheit.
Sie Mainzer Verhandlungen.
Was di« Franzos« woll«.
(Eigene Drwhtm«ldung.j
Köln, 98. Mai.
Dre Rheinische Zeitung verösfenttiM eine Niederschrift üb« die in Main« stattgehabte Behandlung zwischen einig« ZentrumSsüh» rem und dem französischen General Mangin in Sach« dm Errichtung ein» rheinisch« Republik, bei i*r Redakteur der Kölnischen Bolls - zeituug Froberger der Sprech« war. In t*r Unterredung «klärte Dtangin: wenn die Bildung eine» PuffestaateS im Rheinlsude sich mtt .Hilfe der Bevölkerung durchfetz« lasse, hät- ten die Franzosen nichts dagegen. Die Fran, zofen wollten die LoStrenunng bee b«. setzte« Gebietes von Deutschland mit all« Mittel» durchsetze-- DaS sei äugen- SUckltch Vie wichtigste «»fgnbe Frank- reichs. Die Franzos« find aller enttihtfdM, daß die Bewegung nicht etwa» weitere Form« gezeitigt holl«. Mit tn«. General wurde die Frag« besprochen, waS geschehe, wmt der Friede nicht unterzeichnet atfirbe, Er sagte, die Franzos« würden im besetzt« Gebiet eine Proklamation an das Volk richt« und wag«, ob das Bokk Sri« ad« Fried« hall« wolle. Auf Ma ginS Fea^e. we8 dann die Bevölke- rtmg tun würde, erwiderte die «bordanng. das könne |L’ mcht fegen, eS müsse «st beS Volk erregt werden. D«. RlchtunterZkichmn« des,
Friedens Vertrages bedeute MS Erricht«»« eines Pufferstaates. Auf die Frage Mangins, was geschehe, wenn d« Friede un- terzeichmet werde, sagte Froberger: Dann würde sich alles erfüll«, wie eS im Friedens, vertrag vorgesehen sei. Wenn ob« die Bildung eines Freistaates unter dies« schwierig« Ber- hältnifsen doch gelingen sollte, müßten wesentliche Erleichterung« eintreten. Mangin glattbte, daß sich eine Lösung find« lasse, die Republik zu begründen. Er selbst wolle »ach Paris reise«, «m von b» Unterredung mit Froberger Mitteilung zu machen. Di« Frankfurter Zeitung bewerft zu diesem Sorgaug: IttrensitttS steht fest, daß von d« politischen Partei« im gen- zen Rheinland nur eine einzige für derartige Bestrebungen Sympathie und UutttWtzuug hat, das Zentrum. Alle ander« Partei« liickS wld rechts lehueit jede Selbftänvigmachung all, es ftzi denn, daß, wie nach dem erst« Berfas- smrgsentwurf deS Minister« Breriß vorgesehen war, ganz Preußen aufgeteilt werden sollte. Außerhalb der Zentrumskreise sind eS beson- derS in Köln führende Männer der Finanz und der Industrie, die an btt Propaganda für eine westbeutsche Republik sich beteiligt haben.
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Eine Erklärung des Zentrums.
Berlin, 28. Mai. (Telegraphische Meldung.) In der Sitzung der preußischen Landes-Versammlung am gestrig« Dienstag gab der Zen» trumsabgeordnete Herold die nachfolgend« Erklärung ab: Im Westen Preußens, insbesondre in der Rheinprovinz, hab« sich bekannt- sich schon vor Monaten .Kundgebungen gellend gemacht, einen selbständigen Freistaat im Verbände deS Deutsch« Reiches zu gründen. Di« Anhänger dieses Gedankens setzen voraus, nur dadstrch den festen Zusammenhang deS länkS- rheinischeu Gebietes mit dem Reiche wahr« »u können. Di« vernichtenden FriedenSlledingtm- gen zeigen aber klar, daß nur noch vollste Einig, feit und Geschlossenheit unS vor hem größten Ungllück der Zersplitterung retten kann. Wir fordern daher dringend auf, alle Sonderbestre- Lungen von innen und alle SpaltungSversuche von mißen dringend zu bekämpfen. Die Zen- trmnssraltwn mißbilliÄ das Vorgehen eint, ger Mitglied« ganz «tschieden,
Lnlerr SeseudorkÄlSse.
Der Will« « ein« Verständigung.
(Privat-Lelegramm.)
Berkin, 28. Mai.
Die deutsch« GegenvorfchlSge, die jetzt zum Teil vttöfteuütcht worden stich und heute b« Entente übergeben werden soll«, werd« nur von einem Teil der Berliner M»r< genblätter kommentiert. Der Vorwärts sagt: Wir wiss«, daß diese Friedensbedingungen von nieten in DeutsMand nur mit schwe. r«m Herze» gelesen werden. Regiert i» Pari« nur ein Funken von Vernunft, He Entente würde mit beiden Händen nach dies« Vorschlägen greifen. Di« d«tsche Regierung hat sich natürlich nicht bem Glauben hingeben können, daß die Entente ihre Vorschläge oh« weiteres annehmen würde. Das, was fie stellt und »och Selten wird, da« find Berhmtblmqw» mit dem Wunsch, za wirflich« Friedensver- handlunaen zu komm«, zum mindest« zu erkennen zu geben, daß ste ihre BorschlSge fe verlockend wie möglich dem Gegner stelle. Im Berliner Tageblatt komutt Theodor Wolff zu bem Schluß: Die deutschen Gegenvorschläge schaffen ben Weg zur verständig»»«. Sie enthalten Opfer. Opfer wie sie sie- malSetnBolktrage»mußte(ft. Die Tägliche Rnndscha» schreibt: Die Gegenvorschläge der deutsch« Regierunq wirten kaum niederdrückender als die Bevingnngen die un» von der Entente tntferfegt werb«.
Aeußerft harte Bedingungen.
Franfturt. 28. Mai. (Eigen« DrahttaeS»»«.) Neber unsere GegenvorsMäge Labert sich der Berliner Vertreter der Fraicksurfer Zeitung 'M- ter anderem: Es sind äußerst harte Bedingung eu, die dem deutschen Boll« i» diese» Gegenvorschlägen zugemutet Werden und zweifellos werden zahlreiche Stimmen taut werd«, die die übernommene« Lasten als «nertrLgl'-Ä bezeichn« Werb« Die Geaner sollen aber daraus »sehe«, daß bei Wste zu einer Verständigung bei der deutsch« Regierung Vorhand« ist und daß tat Weg« gegenseitig« Verhandelns «tn «ttßpschmder AttSüleich etfBKben Werd« tarn*..... &
Ser Mordvertrag.
Helfferich gegm die Unterzeichnung.
s» Berlin sprach et<uit«*intft«t a.«, S«S«rtch «lxr »le «»gehenerticheo Art» »en*b*M*g«nge«. «*« »eit «t*»rt*eli*ee •arteemtgen »tifferieee ga»e»wtanachg»h- en» Vta henoartt-eendste« »tetie* Wt*e»i
Emiteiteud wies Hekfferich da«mf hin, daß das deutsche Volk und der Staat jetzt vor der schwerst« Frage MW«. Wer sich heute noch nk6t üb« die Sage Hat sei, werde im den nach sten Monat« und Jahr« am eigen« Leib« erfahren, WaS di« Glocke geschl-^« Halle, Helfferich ging dann auf die einzekrwn Punkte deS FriedenSvertraaeS ei» unter besonderer Be» tonmtg d« wirtschaftlichen und finanziell« Momente. Rach dem Friedensvertrag wird, so hob Helfferich hervor, das thtfe Rhermrfer uni fein« Brüctenköpf« dauernd für uns verlor« fein, da die Entente es über die festgesetzte
Himmel kommen und uns heffen, so werd« sie uns das Imke Rheinufer nicht erhalte« können, Wen» wir Hefe Bedingung« unterschreiben.
Unsere zukünftige Machtstellung läßt sich mit einem Wort« zusammenfaff«: Rulll
Dazu komme noch die entehrende Behandlung die uns im Völkerbünde zuteil werd« Bedin- gung«, tote die Auslieferung des Kaisers, bet Heerführer usw., seien in der Weltgeschichte bisher keinem Volke auserlegt worden. Die AuS- liefet»ng der Flvtte sei «ach bm Be- obachtunaen Helfferichs im neutral« Auslands a® die tiefste Demütigung empfwnd« ward«, die je ein Bokk sich freiwillig anferlsgi habe. In wirtschaftlicher Beziehung Werd« wir im Verkehr mit dem Auslande mW selbfl mit den Gebiet«, die von uns abgetremrt werden soll«, vollständig rechtlos gemacht. Dos Schkirmuste sei der Paragraph 297b, der das deutsche Privat e ig en tum außerhalb un- fern engen Grenzen und soweit eS sich nicht im neutralen Gebiet befindet, ohne Entschüdr- gmng beschlagnahmt. Das verruchte System des WirtschastSkriegeS, dar England emge- führt bat, wird erst nach dem Frtedensschlutz recht in die Erscheinung tret«. Di« Feinde denk« nicht daran, mrS mit dem Entwurf ihres Friedensvertrages zurr zu schreck« und sich dann mit der Glorie der Großmut zu umgeben, sondern sie mein« eS bitter ernst. Sie werden ihr«' Forderungen «intreiben und beginnen btt ZwaugSboMrsckunq mit der Einführung des ihnen erreichbaren deutschen Privaivermögens. Wir hingegen müssen unS verpflichten, das von uns als Repressalie liauidierte feindliche Eigen- htm wieder herzuftellen und zu bezahlen. Selbst wenn wir zu« Kvmmummus komm« sollten, und ohne Entlchädigung Vermög« inti> Ver- mögenswerte einziehen, so hab« wir doch das von un» in der Notwehr beschlagnahm« feind. liche Eigentum völlig zu bezahlen. D« Frie- denSvertrag ist eigentlich nur ei» Kriegsvertrag. Wich die Instrumente des Handels werd« «ns genommen, wir behal. ten feine Schisse für die große Fahrt übrig. Dckbei werd« wir zu Schiffsneu bauten über ein« Rahm« hinaus verpflichtet, der schon in normal« Zeiten unsere Leistungsfähigkeit über- schreiten würde, und dabei werd« uns noch die Werften in Danzig und FlmSb-urg ent» tagen. D« Kontrolle der Funfenstationev Meßt doS trostlose Bild.
Das entsetzlichste Kapitel
ist aber unstreitig daS, in dem die VornrnNd- K durch die sogenannte Kommifsto« we erherstellung ausgesprochen wird. In bet Korrespondenz mit Wrlson vor dem Abschluß der Waffenstillstandsbedingtrngen haben wir «nS nur zur Wieverherstellung deS besetzte» Gebietes verpflichtet. Jetzt verlangt man alle» mögliche vv« uns. Sogar die Kriegsbeschädigte» und die Hinterbliebenen der Gefallen« bet Entente sollen wir unterhalten. DerUburg ha! di« Au»galle führ dies« Wten «rf Wrlich zehn MMiorden Mark veranschlag. Rach HekffttichS Schätzung werd« wir mit diesem Betrage, ge- mess« an b« hoh« frauzösiich« Sätzen, nicht cafMemmtn. Da die Summe kapitakisiert werden muß, so würde allein He Kriegsbeschädigten-, und Hrmerbliebeneufürsorge Kr die Entente »n- zwing«, zweihundert Mil- Herbe« j» zahfen. Das D fast soviel, Wie da» ganz« Privatvermögen t» Devtschland vor bem Kriege betrug. Sie sebeu also, fe tief Helfferich ans, wohi« die Reife geht. Der Umfang der Befugn^ welche der Kommission für die Wiedetherstek- ftrng Maebilligt werd«, W geradezu »nge. h e« « r l ich. RariomckversaumSung und R-ichs- tag komten einpacken, denn die EMimission wird uns die Enteignung« mä> Steuer» vor. schreib«. ES bleibt «ns keine Möglichkeit mehr, »n AuShmse jii Käufer ashütret-n denn un4ere Aktivpissten tn Mfu.« Handels. X*B—a «r txdtotontibcn. Unsere Utbtnaav.