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Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

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Rümmer 147. m »» »e. Mittwoch, 28. Mai 1919.

Gegen die russischen Zolschewisien.

SiplomateMmvs.

Der Sturm auf unsere Nerven.

rlnse» i« 93erfaUie« toeitenber SlitarWter SRolf Brandt sendet uet«ba«nachsol.eube politische Stimmung«.Bild au« D-rsaillaS.

Wie es vorauSzusehen war, hat der diplo- matische Kamps um die Bedingungen gegen Ende der abgelausenen Woche sich zu großer HostigLeit gesteigert. Wer irgendwie hoffen konnte, dass aus diesem diplomatischen Schau­platz eine Annäherung an besonnene Aussprache stattfinde« würde, muhte Herr« Clemencoau, mußte die ganzen Gewohnheiten der alliierten Diplomaten verkennen und mißverstehen. Die deutschen Noten sind, von der ersten EÄgeFnung am S. Mai, der Entgegnung, die mit bem Satze begann, daß die deutsch« Delegation hat erken­nen müssen, daß die Basis des Rechtsfriedens von den Alliierte» verlassen wäre, bis zu der großen und gründlichen Note vom 13. Mai, an der Herr Meühickf hervorragenden Anteil hatte, nun von den Alliierten beantwortet worden. Die äußere Form entsprach den üblichen diplo­matischen Gewohnheiten. Es ist unnötig, ein Wort über ihre Höflichkeit oder Unhöflichkeit zu verlieren. Die Diktion stammte deutlich von Herrn Clemenceau, sie nahm ost den Stil an, den die französische Journalistik in einem Leit­artikel für unerläßlich hält und steigerte sich in der letzten Rote, die am 22. Mai abends über­reicht wurde, zu einer Sprache, die, richtig be­trachtet, keine Zeit mehr für Verhandlungen, sondern nur noch eine solche für das Kosser- packen der deutschen Delegation übrig ließe. Sachlich such alle diese Roten über die beut» scheu Einwände mit ein paar journalistischen Wendungen hrnweggeglitten. Den größten Tief­stand hat auch in dieser Beziehung die letzte Antwort ClemenceauS erreicht. Wenn in Punkt neun von Clemenceau die Ausführungen über die Zukunft unserer deistschen Industrie, die von unseren ersten Fachleuten zusammengestellt wor­den sind, als spekulative Betrachtungen bezeich­net werden, wen« aus Zahlen, für die wir aus­drücklich bereit waren, die Unter» lagen zu liefern. mit den Wendungen einer abgebrauchten Rhetorik geantwortet und erklärt wird, eS gäbe keinen Grund, daß Deutschland nicht auch unter der wirtschaftlichen Katastrophe des Krieges leiden felle, so ist es zwecklos, sich mit dieser fahrlässigen, gedanken­armen Arbeit eines die Zest nicht begreifenden Journalisten auseinanderzufetzen. Man kann von dieser Rote Clemenceaus d-aS Gleiche er­klären, was über den ganzen Friedensvertrag, aus dessen Geist sie geboren wurde, zu fai-en ist: eS ist nicht möglich. Einzelheiten herauszu­beben, die ganze Rote ist eine Summe von Uugeheuerkickckeiten, jeder Satz schlägt der Ver­nunft ins Gesicht.

Wer die Dinge in Versailles sich abrollen Iah, konnte nichts anderes, als geschehen, erwar­ten. Aber so einfach, so reindiplomatisch* liegen die Sachen nicht. ES gebt kt nicht um ein Stück Papier oder die Unterschrift unter ein dickes Buch, sondern um den Aufbau einer zer» Körten Welt, und den werden die Diplomaten nicht machen können. Sie können Kriege ver- schnkden. aber den Wiederaufbau müssen sie den Fachleuten überlassen. Das Gewichst der fachlichen Gründe läßt sich nicht mit der Phrase aufwiewn. In freu Kreisen der Fachmänner, der großen Kauffente, der Effenindustriellen, der Reeder, der Grundbesitzer, der HolzsackverfiSn- digen, der Kalifachkeute, der Männer der Chemie und deS Stickstoffs weiß man auf bei­den Seiten, warum eS sich handelt. Reaktionen auf bte Tollheit des FriedenKVertrages haben feier in den letzten Tagen auch in Frankreich eingesetzt. ES geht den Erperte« Englands. Italiens, Amerikas, weiß der Himmel, nicht nm GerechriKrit aber sie können, was Herr die» mer.ee er, praktischer Arzt. Journalist. Drama­tiker, Politiker, Ministerpräsident Frankreichs, «ÄSt kann, einsehen, daß es «nnSgkich ist, ein Hufen m Machten und gleichzeitig zu verlan­gen, daß eS Eier legt. Die Meinung der enckli- schen Facklente ist bekannt. Sie bedeutet: un­möglich. Die Amerikaner haben ihre Antwort noch drnsn'cher durch die Abfabrt hervorragen­der Politiker von der Rarrenstadt Paris ae- «ebcn, in Italien weiß man in Mailand, in Turin, in Rom sogar. was man an dem de'.tt- schsn Markt verliert, und wie wichtig es wäre, die deutsche Ausfuhr so schnell wie möglich ins Rosien zu bringen? Und Frankreich? Krank- reich bereitet sich fieberhaft vor, die Konkurrenz der andern bei der Aufnahme der Wirtfchessts- b^iehungen einy.rfecTen. ia zu übertrun. denn es braucht die Ausnahme des Austausches am stärksten von allen Alliierten.

Hsn Fach will marschieren! Clemen­ceau schiff unerhörte Roten, die Puffer Presse Meit: sie werden zeichnen. Bebakten wrr dis Nerven! Geben wir den Vernünftigen einen Hakt! An unserem Wklleu muß dieser letzte Anprall zerbrechen. Wenn w t r nickt ent« jchüogeu sind, daun allerdmss kann nnS uw-

mand In der Welt helfen, aber nur bann. Es gibt keine Frage: ist es möglich, Liefen Ver» trag zu zeichnen? Es gibt nur für brutsche Arbeiter die Frage: willst du jährlich zweitau­send Mark Fron an die Entente zahlen? Kannst du das? Niemand kann das und dabei leben bleiben, Kinder erziehen und groß werden sehen Ob Foch marschiert oder nicht, blerbt für den, der zu Ende denken will, gleich, we­nigstens für uns, nicht für die andern, die wis­sen, daß mit Fach das neue Unglück der Seit sich in Bewegung fetzt.

NedevWeuBorWSge

Ueberreichung am Mittwoch.

(Privat-Telegramm.)

Versailles. 27. Mai.

Unmittelbar nach der Ueberreichung der deutschen Denkschrift, die heute fertiggesiettt sein wird, werden die Mitglieder der Delegation RckchLsustiz'.mnister Landsberg, ReichSpost- miuister Gieöberts, sowie eine Anxahl Sachverständige und ein großer Teil des BuremtpersonalS Versailles verlassen, um sich nach Deutschland zurück,zubegefeen. Ihre Rück­kehr dürste jedoch erst erfolgen, wenn die Ant­wort der Alft irrten eiugetroffen und so gehal­ten ist, daß die Anwesenheit dieser Tete aston nicht mehr erforderlich erscheint. Wahrfcheirrlich wird die deutsche Denkschrift morsen überreicht werden. Ma« rechnet damit, dab die Prüfimg der Schrift durch die Entente-FriedenSkonferenz etwa sieben Tage in Anspruch nehmen wird. Die Nfttglieder des Frie^ensin-Ss^tstseS erhiel­ten durch- den Präsidenten der Rationalver- fannttiimg die Mitteilung, daß «ach ihm z«-w- ganqenen amtlichen Nachrichten eS nistst wahr- scheinlich ist. daß noch vor dem 4. Juni eine Sitzung des FriedensanSschuffes fteftfhtben wird. Nröglicherweise wird die nächste Sitzung noch bis nach Pfingsten verschoben werden.

Kommt es zu Verhandlungen?

Basel. 27. Mai. (Eigene Drabtmeldung.s Die Information meldet aus Paris, daß in amerikanffchen Kreisen damit gerechnet wird, daß es zu mündlichen Verhandlun­gen mit den Deutschen kommen wird. Die ame- rDanisckc Delegation ist einschließlich Wilson für gemeinsam« Verhandlungen. Vollsitzungen kommen allerdings nicht in Betracht, sondern lediglich eine Vermehrung des Viererratcs durch zwei deutsche Vertreter. Die ameri­kanischen und teilweise auch englischen politi­schen Kreise erhalten täglich Tausende von Protesten gegen den Gewaltfrieden, die gro­ßen Eindruck hervorriefen. Der Vorsitzende der Kommission der Sachverständigen in der ame- rikanischeu Friedensbolegation hat sein Amt niedergelegt und ist wieder in feinen Zivilberuf in New York zurückge treten.

Foch fr3gt B? denke«!

Haag, 27. Mai. (Privat - Telegramm.) Reuters Spezialkorrespondent meldet aus Köln, daß Marschall Fach und mehrere der mibercn\ Heer'ühver der Entente der Ansicht find, daß Deutschland nicht unterzeichnen werde. ES scheint festzustehen, daß die französischen Trup­pen gegebenenfalls sofort vvrrücken.

Die letzte Frist.

Rotterdam. 27. Mai. (Privat-Telegramm.) Aus Parks wird gemeldet : Die Alliierten haben sich geeinigt, daß am 12. Juni die letzte Frist zur Unterzeichnung des FriedenSverttcrges durch Deutschland ablausen soll. Am 13. Juni früh wird die Älliierten-Konferenz die weiteren Maßnahmen treffen, die in die Hände d<s Mar­schalls Foch gelegt wert ~n. Seit Sonntag wird wieder Urlaub an die Angehörigen der engli­schen Land- und Seemacht ausgeMben. Aller Urlaich verliert ohne Ausnahme seine Güt ig­keit am 11. Sinti abends.

Wenn wir uns wrigem.

Neue Drohungen der Entente. (Privat-Telegramm.)

Wien. 27. Mm.

Wie der Vertreter der Frankfurter Zeitung absolut zuverlässig erfahrt, werde« im Laufe bieie Woche sämtliche Grenzstationen von Deutsch-Oesterreich von Eutcnje-Kmnn'.afflonen b e s e tz t. die niemand ohne ihre Kontrolle pas­sieren 'Een. Als Zweck ver Maßnahme wird angegeben, daß die Lebensmittel, ine von der Entente nach Deutsch-Oesterreich Belie­fert wurde«, nicht ihre« toca Ü6a die Grenze

nach Deuischlaud finde« sollen. Dass Derttsch- Oesterreich von seinen Lebensmitteln nicht ein Lot über die Grenze lassen kann, west jedes Kind. Teutsland soll eben für den ffall der Bertveigerung der Unterzeichnung der Frte- densbedingtmgen auch von deutsch-österreichi- fdier Seite auf das strengste abgesperrt werden.

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Ma« rechnet mit der Unterschrift.

Genf, 27. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Ein Pariser Blatt schreibt, daß die A n n a h rn e d-s jetzigen Vertrages durch die Drui- scken sicher erfolgen werde. Eine Ver- weigeruna der Annahme durck die Deutschen würde auch Frankreich hinsichtlich seiner An­sprüche die Handlungsfreiheit wiedergeben.

Transporte nach dem Festland.

Basel, 27. Mai. (Privat-Telegramm.) Em Londoner Blatt meldet, daß zahlreiche Trup­pentransporte im Verlauf der beiden letzten Wocken nach dem Festlande und der Ostsee ab- gingen. Die Stärke der britischen Hilfsarmee hn sinischen Meerbusen überschreitet dreißig­tausend Mann. Fn das besetzte Rheinland ka­men fünfunddreßigtausend Mann frische Trup- cen, sowie vier neue Fliegergeschwader. Die amerikanische Sireitmackn erfuhr Feine Ver­änderung. dagegen sind Mer sünszigtausend französische Truppen, darunter Kolonialregi- mentei, an den Rhein ab gesandt worden.

GHMAsZMl§tEee.

Die Lage in Rußland.

(Privat-Telegramm.)

Wien, 27. Mai.

Wie der ukrainische Pressedienst meldet, l,at aur 21. Mm der allgemeine Angriff der .Bolschewisten auf »Ce ukrainischen Fron­ten bsgmnen. Angesichts der bolschewistischen Gefahr verlangt die «»roii«ifd)e Presse einen engeren Ansckjtuß an die Tschechv-Slovakei und befchulvigt Vie Polen, durch ihre Offensive die AnnähermiL die bereits durch den TSarenaus- tauto anFcbahnt worden sei. zunichte gemacht zu haben. In einem Fnnkspruch auS Kiew hat der neue Oberkommanvierende. der Sowjet- Armee in der Ukraine, Antonow, folgenden BesM erlasse«: Der Divtsionskomurandanit Gregoriew, der Eroberer von Odessa, hat in verräterischer Weife mit seinen Truppen den Aufstand ßegett die Sowjet-Macht erklärt. An­statt dem erteilten Befehl zu folgen, hak er den Marsch nach JekatcrinoSlaw und Poldawa an» xekündijft. Er will der roten Armee in den Rücken fallen, er will die Gewalt der Arbeiter imd Dauern niederwerfen. Deshalb beschloß der Zentralkowjet, GroMrbew und seine HelferS- belet als v o gelfrei M erklären. Jedermnmr, der Gregoriew entkommen läßt, wird Äs Ver­räter behandelt und bestraft.

Die Engländer marschieren.

Basel, 27. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Eine Londoner Zeitung meldet: Die brifische HeereKleitung hält die Zahl der nach Rußland entsandten Stteiffräste geheim, doch scheint es sich tatsächlich um eine bedeutende Land- und Seestreitmacht von einigen zehntau­send Mann zu handeln. Ein allgemeiner An­griff auf Petersburg und später auf Moskau mit dem Ziel des Sturzes der Bolsche- Wrften-Herrschaft und der Errichtung einer Militärdiktatur wird im Laufe der nächsten Woche versucht werden. Angesichts der Rußland drrchenden Gefahr hot die Sowjet- Regierung die Zensur gegen die Veröffent­lichung mÄitäriscker Maßnahmen eingeführt. Die Londoner Daily News meldet, daß eine be­sonders tteu ergebene, mehrere Tausend Wann starke rote Tridppe Moskau in Richtung nach Norden verlassen hat. Petersburg wurde in Verteidisungsqnstaud gesetzt und rings um die Stadt starke Schützsngrabenfysteme in Eile an» gelegt. Seit drei Tagen vernimmt man in der Slvdt Kanonendonner von der Küste her.

Lern« verteidigt Petersburg.

Zürich, 27. Mai. (Privat-Telegramm.) Die russische Sowjet-Regierung hat beS Stand- recht und den verschärften LrtegSzustanv über das gesamte Geriet vsft Petersburg. Kroustadt, Reval, über das russische Küstengrenzgebiet und die KüstengewSsser verhängt. 3n einigen Orten wurde mit der zwangsweisen Rekrutierung der Bürger begonnen. Lenin bat eine Aruwe von über sech-sigtausend Dftmr zur BerteidiMNg von Petersburg zur Verfügung.

EivewichttgeIenffchrisL

Gedanken des ReichswirtschastsminkflrrS.

Das Reichswirtfcha stsminisieri um hat an- das GesamÄckbinett eine umfangreiche Denkschrift gerichtet, in der «s die angebliche Plan­losigkeit unserer Wirtschaftspoli­tik durch Vereinheitlichung und Organisation cckzulösen anräi. Der -weisellos sehr interessan­ten Denkschrift, die das Datum des 7. Mai trägt, sind eine Anzahl Anlagen beigefügt, die Richtlinien für ein Gesetz über die deutsche Ge­meinwirtschaft, für die Gründung einer Reichsvermögens bank und für die Er­richtung eines Reichsfonos enthalten, der die Aufgabe haben foll, durch Gebrauch und Verbrauch feiner Mittel die deutsche Güter- evzeugungin befriedeten Betrieben" zu för­dern und dadurch ausreichende Beschäftigung der deutschen Arbeiterschaft $u ermöglichen. Endlich ist ein Gesetz über denArbeits- frieden" beigefügt, der die Möglichkeit geben soll. Betriebe, die für die AufrechterhÄiung der deuisll>en Volkswirtschaft, insbesondere für die Versorgung mit Brenn stossen, elektri­scher Kraft, Nahrung, Bekleidung, Beleuchtung, für den Verkehr mit Gütern oder Nachrichten oder für die Erfüllung der dem Deutschen Reiche obliegenden völkerrechtlichen Verpflichtungen lebenswichtig sind, unter Frie- densgebot zu stellen. Zu solchenbefriedeten" Betrieben können auch Betriebe anderer Art ge­macht werden, wenn dies in Uebereiustimmimg mit den Arbeitgebern und Arbeitnehmern be­antragt wird. Die Denkschrift selbst foll nach Ansicht ihrer Verfasser der erste Schritt zu einer

aktiven deutschen WirtschaftspMtik

sein. Sie beginnt mit einer scharfen Kritik art dem bisherigen Verhalten der Regierung und weift gleich in ihren einleitenden Worten auf den Rückgang des Vertrauens weiter Bevölke- rungskreise zu der gegenwärtigen Regierung hin. Die Denkschrift beklagt die Vielheit der Behörden, die sich zur Zeit systemlos in die Bearbeitung wirtschaftspolitischer Fra­gen teilen: ReichSwirtschastSministerium, Mini­sterium des Aeußern, Reichssinaupninisterimn, Reichsschatz-Ministerium, Reichsarbeits-Wini- sterinm, Reichsernährungs - Ministerium und WasfensMstamdSkommiMon. Wer bei dieser ver­worrenen Geschäftsleitung eigemlich die Ver­antwortung für die gesamte WirtschastSpolitik trage, fei unklar. Bei dieser Sachlage fei eine einheitliche Wirtschaftspolitik ganz unmöglich S-i: fei aber niemals notwendiger gewesen als heute. Es wird dann auseinandergesetzt, daß Deutschland, abgesehen von allen Entschädigun­gen, die ihm noch auserlegt werden sollen, be­reits jetzt dem Auslande über fünf­zehn Milliarden Mark schuldet. Der Wert der Mengen an Nahrungsmitteln und Rohstoffen, die Deutschland in den ersten Frie- densjahren uwbedingt wird einführen müssen, wird auf vierzig biSfünszigMilliar. den Mark geschätzt. Rur durck Aufbietung aller Kräfte kann diese ungeheure wirtschaftliche Aufgabe gelöst werden, die aber gelöst werden muß, soll nicht das völlige Chaos eintreten. Die neue wirtschaftliche Ordnung soll sichvon un­ten her" auf den vorhandenen Verernigungs-' tendenzen der produktiv tätigen Bevölkerung aufbauen. Die Organisation der einzelnen Be- rufsgrwppen und die fachlichen Wirtftsprftsgrup- Pen sollen zu fachlichen Selbftverwal- tungskörpern ausgebaut und zu einem Reichswirtschaftsamt vereinigt werden. Es hat zunächst rein wirffchaftliche Ausgaben. Seine wirtschaftliche VetätiMnq soll auf die Begutachiuna, Anregung und Förderung wirt» fchEKcher Gesetze beschränkt bleiben. Die Aus­gestaltung der Planwirtsckast und der Charakter ehter dem sozialistischen Geiste wie den Notwen­digkeiten der Praris gleichmäßig entsprechenden

Soziakisieruug

Wird ausführlich geschildert. Die Räteorga- nifafioit soll durch besonderes Reichsgesetz noch vor Verabschiedung der Verfassung ins Le­ben gerufen werden. Das Reichswirt- sckasts amt foll streng paritätisch Msammen» gesetzt fein. Es sollen in ihm Vertreter der Unternehmer, der Arbeiter, des Handels und der Verbraucher sitzen. Reben der gemeinwirt- Hchaftlichen Regelung der Kohlen- und, Kali­wirtschaft soll unverzüglich die gemÄnwirt- fchaftttche Regelung der ElektrizitStS- verforgung und des Betriebes der Ge­treidemühlen in die Wege geleitet werden. Die gemrfcht-wirtschästliche Deteikigung des Reiches an den industriellen Unternehmungen ift zu fördern. Die gemei.>wirtühastUche Ver- waltung aller in den Händen des Reiches kio- gsnben oder in seine Hände gel angenden ge» mifthSwirtsHaftlicken Beteiligungen soll eine besondere Rerch»vermögensbank über­nehmen. tee auch einen Reichssouds in Höhe von mehreren Milliarden verwalten soll, der den Zweck hat, die Gütererzeugung insbe- scmdem dusch ErteUrmg 6on ReichSauftrüse«

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