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Meler Neueste Nachrichtm
Hesfische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
Lj
S. Zahrgana.
Sonnabend, 24. Mai 1919.
Fernsprecher 951 und 952.
Nummer 144
Fernsprecher 951 und SSL
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Überreichung der deutschen Bote am Sonnabend
Der Notenwechsel.
Karden Mrli«h bestnffen werden. DaS soll alles ins Ausland gehen. Aber eS kst noch nicht
Shag vor der Abreise der deutschen Dele-
nt der Frage des internationalen Arbeiterrechtes dar. Die Note wiederholt das Verlangen nach derBersaillerArbei- terkonserenz und fordert zmn Schluß, daß auf dieser neuen Konferenz die Führer aller Ge- werkschasten gehSrt werden. Die zweite Rote dringt einen neuen gründlichen und nmsang- reichen Einspruch gegen die Bestimmungen des FriedenSdertrages und über die Beschlüffe der Beschlagnahme deS dm>ts«ben Privateigentums km Auslande vor. Zum Schluß wird das Ende deS Wirtschaftskrieges auf Grund von Gegenseitigkeiten im Sinne des Völkerbundes gefordert. Nach Nachrichten aus BersaMeS wird die deutsche Note nunmehr am kommenden Sonnabend den AM- ierten durch Graf Brolldorff-Rantzau überreicht.
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Ablehnung an die Sozialistenkonferenz
Versailles. 23. Mai. (Drahtbericht.) Der Friedensausschutz der Berner Sozia- listenkonferenz hat, da er auf einen an den Rat der Vier gerichteten Protest gegen di« Friedensbedingungen für Deutschland keine Antwort erhalten hat, Leon Lounguet und Ramsey Macdonaü» beauftragt, zu Lloyd George zu gehen, um eine gemeinsame Konferenz des Rates der Vier mit dem FriedensauSschuß der Arbeiter zu fordern. Cs wurde daraufhin sofort die Antwort erteilt, daß nach der Meinung der Entente- staatsmänner eine derartige Konferenz keinerlei entscheidende Resultate Haden könne. Die Konferenz wurde deshalb abgelehnt.
Der „revidierte" Dblkerbund.
Basel, 23 Mai. (Drahlbericht). Die »Baseler Nachrichten" melden aus Nowyork: Dir Erklärung des Senators Knor, eiuos der bedeutendsten amerÄonischen Senatoren, daß der revidierte Entwurf des Völkerbund« er- träges schlechter sei als der erste und daß e« seitens der Vereinigten Staaten ein nationaler -Delbstnroro wäre, einem solchen Vertrag zuzu- stirmnen. hat in Washington wie ritte Bombe emgeschlagen. Wie zuverlässig verlautet, werden 55 Senatoren gegen den Völkerbund stimmen und somit auch gegen den Friedensverttzay, wenn er den Völlerkmndvertrag enthält.
We taffeter «eneften Nachricht« erschein« «SchentLch lech «mal x»e gnxxr ebene«. Ser Xbomuotextlp«« betrügt Eoncti. ich» Start bei freier Zustellung in« Hau« ÄefleZhatg« werd« ieberiett Mn der »etchättsstelte ober tan Boten «tgegengraomnun. »redetet, Verlag und Stebatiüm-. Schlachthofstrab- 28/90. Wür uroertangt etngefinbte Beiträge Saat die Rebattton eine 8 er antwort ang ober Gewähr in keinem gatte übernehm«, »üdjatbmg bei Berugtgetde« ober Uni prüche weg« etwaiger nicht «dnungOmäßiger Steuerung ansgeschlofs«
Zwei neue deutsche Roten.
(Drahtbericht.)
BersmlleS. 28. Mai.
.ÄSeemi/ielt lrorden. Di- erste Note stellt rin« Erwiderung auf Oie Antwort der titrtcnie
Günstigere Beurteilung der Lage.
Bafel, 28. Mai. lDvahtbericht). In Infor« tnerten politischen Kreisen der Schweiz hält man die politische Lag« insofern <M etwas günstiger, alS man mit Bestimmtheit damit rechnet, dal der Friedensvertrag noch wettere Milderungen erfährt. Man glaubt, daß Wilson süL abermals für eine Milderung rinsetzen wird, diesmal mit mehr Er- fola. da ihm ein Teil des amerrka-nffchen und englischen Volkes, Italien (?) und die neutralen Länder restlos unterstützen. Dir „Sibert 6" schreibt bereits von bevorstehenden Konzessionen der Entente gegenüber Deutschland.
liefere Versklavens
Bon einem Volkswirt.
Zeiten. Sttavenlos kennen wir bisher nur aus Geschichtsbüchern und Romanen. Alles Reden von Lohnsklaverei dttrch die kapitalistische Wirtschaftsordnung ist ein Kinderspiel gegen das, was unS bevorsteht. Ohne Freude an der Arbeit und ohne Anteil am Arbeitsertrag werden wir nicht als Schuldner, sondern als Sklaven mit unserem eigenen Kapital auf unserem eigenen Boden für die Entente arbeiten. Sticht acht Stunden wird der Arbeitstag währen, sondern zwölf. Und davon werden vier unseren magere« Lebensunterhalt schaffen, vier unsere Steuern bezahlen, vier aber den Herren jenseits des Kanals zusallen.
Wie steht es im Augenblick? Wird die Unterzeichnung des Friedens uns Brot und Wirtschaftsfrieden bringen? Ob wir unterzeichnen oder nicht, ist für unsere jetzige wirtschaftliche Lage gleich. Rach der Unterzeichnung wer- den wir hungeren als Sklaven, ohne Unterzeichnung werden wir als freies Volk. daS feine Ehre rettete, unser H-ungerbrot essen. Lieber frei, als Sklave! Als Schuldner wollen wir arbeiten; der Ertrag der Arbeit soll uns ermöglichen, mrsere Schulden M zahlen und wieder einmal in die Höhe zu kommen, eine bessere Zukunft für kommende Geschlechter zu bauen.
Zwei Aniwortnote« der Entente.
»erfeiIU8. 23. Mai. (Drahtbericht.) Im Augenblick der Abreffe des Grast« Brock- dorff wurden gestern abend %t0 Uhr von der Entente zwei Roten überreicht. Die eine bezieht sich auf den Völkerdnnd und
Ein« Woche zur Prüfung.
Haag, 23. Mai. (Drahtbericht.) Nach einer Reutermeldung aus Paris smd Anzeichen für die Annahme vorhanden, daß die Sntentemini- ster eine Woche zur Prüfung der deut- scheu Gegenvorschläge brauchen werden, sodaß die Unterschrift des Friedensvertrages wohl am 10. Juni erfolgt sein dürfte. — Der deutsch-österreichischen Abordnung in St. Germain wird der Entwurf des Friedensvertrages erst im Laufe der nächsten Woche überreicht.
Ser Putschversuch in der Pfalz.
Gin politisches Nachspiel.
(DrahSericht.)
Mannheim, 23. Mai.
Die Putschversuche in Speier und Landau zugunsten des Anschlusses der Pfalz an Frankreich und ihre Vereitelung haben nun weitere Folge» »ach sich gezogen. Wie die JRtuc Badische LandeSzeitung" meldet, hatten die deutsche» politische» Behörden die vier Hauvtrüdelsführer bei den Putsllwersuchen verhaftet. Run hat aber die französische Militär- gcwakt eingegr if fen und nicht nur die Freilassung dieser Männer erzwun- gen, sondern auch ihrerseits den deutschen SiaatSanwalt. den AmtSgerichtsdirektor und den Gefängnisverwalter, die bei jener Verhaftung mitwirkten. verhaftet. Gleichzeitig wurde Hofvat Maker, der Bürgermeister von Landau
Der Weltkrieg hat an dem Lebensmark unserer Nation, nach der persönlichen wie nach der materiellen Seite hin betrachtet, verheerend ge« chrt. Auf das stärkste zusammengeschmolzen ist :e Zahl jener, die bisher mitschafften, um ^eutichland nach innen und nach außen stark zu machen. Unsere Reihen stnd gelichtet. Und die Usbrigyebli ebenen beklagen den Verlust von Hab und Gut nicht nur, sondern auch von Existenz. Doch all dies Leid erscheint unseren rachsüchtigen Feinden noch nicht reich genug bemessen. Reue Lasten will man uns auferlegen, das Letzte an Kraft, wa» unser VE besitzt, soll ihm nun auch noch genommen oder doch verÄurmert werden. Wie diese Bedingungen auf unser Wirtschaftsleben wirken müßten, und was aus diesen Wirkungen für uns und die Stellung Deutschlands folgt, schildert der Greifswalder Universitätsprofessor Dr. Kähler in einem bemerkenswerten Aufsatz, den wir unseren Le-
der Weden.
Meinungsverschiedenheiten der Delegierten. (Drahtbericht.)
'Basel, 23. Mai.
Meldungen englischer Blätter aus Paris bestätigen die schweren unüberbrückbaren Mei- nunqSverschiedenheiten innerhalb der amerikanischen Delegatton in Paris. Ein Teil der Delegatton fordert von Wilson rin entschie- den festeres Auftreten mtb eine energischere Vertretung seiner Grundsätze. Leber ein Dutzend der amerikanischen Delegierten stnd iür wesentliche Milderungen des Friedensvertrages eingetreten. Da diese bisher nicht zu- gesagt wurden, haben ste ihren Rücktritt gegeben.
darf in erster Linie der Verbesserung. Au tote- len Zweigen seiner Arbeit wird der Ministet gut tun, irtauen als sachverständige Beiräte hinzuzuziehen. Abg. Negenborn (Deuffchnatl.): %b bitte den Minister, in weitesten Kreisen auf« närertb da hin zu wirken, daß gute Wohlfahrtspflege nicht möglich fft, wenn die FriedenAbedin- gungen der Entente angenommen werden. Wir werden mit aller Kraft an den Aufgaben des neuen Ministeriums Mitarbeiten. Abg. Langer- Oberhairfeu (D. B): Gute Mitarbeiter auf dem Gebiet der Volkswoh ffa hrtspflege wird der Mi- nffter unter den Krankenkassenbeamten finden. Abg. Adolf Hoffmann (U. S.): Ich hatte es für bedenklich, die Lmwndkürjorge gerade dem Zen-
Ablehnung in der GefangeneneFrag«.
Versailles. 23. Mai. (DrahGericht.) Gestern mittag ist der deutschen Abordnung die Antwort auf die deutsche KriegSgefan- genennote überreicht worden. Diese Rote ist wiederum vollständig ablehnend, obschon eS nur eine Frage der MenstUnhkeit ist.
Wamm lehnen wir ab?
Ein Urteil von berufener Seite.
(Drahrbericht.)
Berlin. 23. Mai.
Die Berliner Vertretung der „Associated Press" gab am Dienstag die nachstehende, chr von berufener Seite erteilte Informatton nach Amerika: „Deutschland leh«tesab,die chm vorgelegten Friedensbedingungen zu unterzeichnen, weil ste die wirtschaftliche Vernichtung, die politische Entehrung und die moralische Degradierun g für die ganze deutsche Ration wie für jeden einzelnen Deutschen bedeuten, und zwar nicht nur für das gegenwärtig lebende Geschlecht, sondern selbst noch für unge- bmnne Generationen. Deutschland hat Frieden geschloffen aufGrunddervierzeh« Punkte Wilsons, die sich ganz Amerika zu eigen gemacht hatte, und ganz Amerika wü jeder einzelne Amerikatter ist für die Erfüllung dieses Anspruches haftbar. Es ist nicht Sache des deutschen Volkes, anzugeben, wie feint Rechte aus den vierzehn Punkten und besonders aus der R o t e des Staatssekretärs Lansing vom 5. November in die Wirklichkeit mugesetzt werden sollen. DaS ist vielmehr Sache derer, die die vierzehn Punkte aufgestellt und zur Annahme gebracht und daraufhin Deuffchland veranlasst haben, die Waffen niederzulegen. Wir glauben auch nicht, dass Präsident Wilson, Staatssekretär Lansing und das amerikanische Volk sich auf einen anderen als auf den hier dargelegien deutschen Standpunkt stellen können, wenn sie nicht das tun wollten, was Präsidem Wilson in ferner Botfchaft vom 4. Dezember 1917 wett von sich wies, als er sagte: „Wir wür. den unsere eigene Sache entehren, wenn wir Deutschland anders als gerecht und unparteiisch und mit dem letdenschatt- kichen Verlangen nach Gerechttgkeit gegen alle behandelten, einerlei, wie der Krieg ende. Wir verlange» nichts, waS wir selber zuzugestehen nicht bereit sind." And wir. das deutsche Bott, verlangen amh weiter nichts, als daS, was Präsident Wilson in dieser Erklärung verkündet hat. Amerika muss entweder feine vierzehn Punkte durchsetzen, oder es mutz erklären, dass es dazu nicht imstande ist, oder daß es das nicht will. Auf keinen Fall darf eS die Welt glauben lassen, dass eS die Friedensbedingungen von Versailles als den wahren Ausdruck der vierzehn Puntte WilsonS gelten lassen will. Das ist unsere Forderung, an der wir sesthalteu, tmi wir wüssten nicht, welche Argumente mm dagegen geltend machen könnte.
WirtschastSnote Deutschlands. Der Fn- halt beider Roten ist nicht bekannt, da sie Graf Brockdorff-Rantzau mit nach Spaa genommen hat. Es heisst hier, daß sie schärfer und herausfordernder im Ton gehalten sein sollen, als das, was wir schon von der Entente erfuhren.
für die Ablösungen deutscher Unternehmungen m Elsass-Lothringen soll Deutschland ferne Bürger selbst entschädigen. Die Kosten der Besat- zmrgstruppen kommen dazu.
Können wir daS zahlen? Man Sber- jchätzt im Ausland unsere Leistungsfähigkeit. Wohl hatten wir vor dem Krieg eine blühende Volkswirtschaft, aber unser Voffsvermögen belief sich auf nicht mehr als vierhundert Milliarden Mark und das jährliche Einkommen schwerlich auf vierzig bis fünfzig Mlliarden Mark. Inzwischen hat der Krieg uns verarmt. Die Kriegsanleihen (IW Milliarden Mark) liegen mit über neun Milliarden Mark Zinsen auf dem verarmten Volkseinkommen. Und dazu tritt eine ungeheure Loft von Steuern für andere Zwecke im Reich, Staat und Gemeinde, vielleicht vierzehn Milliarden Mark, also foviel in entern Fahr, wie früher unsere Eisenbahnen toert waren. Wir können nicht daran denken, nie verlangten Summen aus dem Erttage unserer Volkswirtschaft zu zahlen. Wir müssen dazu ihren Grundstoff angreisen.
Was will England mit diesem Ver- nichtungsfrieden? Die Zerstörung des deutschen Wettbewerbes, durch Zerstörung aller seiner tooKswirtschafiMchen Kräfte: die Zerschlagung seines Wirtschaftsgebietes (Abtretung weiter Landstrecken und der gesamten Kolonien), Verlust lebensnotwendiger Rohstoffgebiete (ein Drittel unserer Steinkohlenförderung. drrivier- tel unserer Eifenerzförderung, die Hälfte unserer Roheisenerzeugung, Verlust des Kali-Welt- monopolS durch Abttetung der Elsässer Kali- gruben) mtd blühender Industrien; Verlust landwirtschaftlicher Uebersckmßgebiete für den Anbau von Getreide, Kartoffeln, Zucker (Posen »Hein 15 Prozent unserer Erzeugung); Unmöglichkeit, der Arbeitslosigkeit durch Reusiedelung auf dem Lande ähzuhelsen: Derfksirvung der Arbeitskraft der gesamten deuffchen Revötte- rnng durch die Aufhebung jeder Arbeitssteudig. 'eit; den Rand deutscher Produkttonsmittel 'Eisenbahnen, Handelsflotte, Kohlen, Vieh. 140000 Milchkühe); die Vernichtung unseres Zahlungswesen? und Kreditsystems dttrch die Lernühttttrg unserer Valuta; die Verhinderung der Kavi'alnetchildung und damit jeden Volks- wirtschaftlichen Fortschrittes für alle Zett.
JstesEngland und feinen Verbündeten .'rnst mit der Durchführnng dieser tat» erhörten Bedingungen? Wer daran zwekfeft, lese die engkisch« Geschichte, die Geschichte seiner Kolonialkriege, seinen Anteil an dem Wirt- schaftSkriea während deS Weltkrieges, die Ver- Handlungen der Pariser Wrtschaftskorrferenz hn Juni 1916. In ihnen wurde der .Krieg nach 5em Kriege* gegen Deutschland beschlossen, der oauernbe Ausschluß des damals noch völlig unbesiegten Deutschlands aus dem Welthandel festgelegt. Englands Dernichtungswille, Frankreichs Rachsucht, RordamerKas nnverhüllter Uebermut sind eine unheilige Dreifaltigkett in »ieient Vernichtungswillen.
Was folgt daraus für Deutsch- iand? Das atte Deutschland ist zerschlagen, feine Wirtschaftsblüte ist dahin. Das neue
Die Spaaer Zus»«me«kunst.
Berlin, 23. Mai. (Drahtbericht.) Rekchs- niinisterpräsident Scheidemann hat sich, begleitet von den Reichsministern Dernburg, Erzberger und dem Vorsitzenden der Geschäftsstelle für die Friedensverhandlungen, dem Grafen Bernstorff. nach Spaa begeben. Die demsche Delegation wird von Versailles gleichfalls nach Svaa reifen. Dort wird am Freitag die endgültige Redaktion der veut- schen Gegenvorschläge jtztttfinden. Die deutschen Friedensdelegierten Reichsminister des Auswärtigen Gras Brockdorff-Rantzau. Reichssusttzminister Dr. Landsberg, Reichspostminister Giesberts. Präsident Oberbürgermeister Le inert. Professor Dr. Schücking und Dr. Melchior begaben sich ebenfalls nach Spaa. um dort mit Mitgliedern der Reichsregierung die in der Friedensfrage abyitgevende Erklärung zu bespreche und deren endgültige Fassung zu beschüessen. — Weiter wird hierzu gemeldet: Für den Aufenthalt Scheidemanns und der dentscheit Delegation irr Spaa ist eine Dauer von 24 Stunden vorgesehen. £$n Berlin erhält sich hartnäckig das Gerücht, dass die Ministerreise nach Spaa auf Meinungsverschiedenheiten zwischen der Reichsregierung und dem Grasen Brockdors-Rantzau zurückzuführen sei. Vor allem acht die Mitreise des Ministers Erzberger Anlass zu solchen Auslegungen.
'ent nicht vorenthalten möchten.
Was fallen wir zahlen? Diese Frage stellt Kähler an die Spitze feiner Aus- fiihrungen, und er sagt dazu: »Ungeheuerliches wird verlangt: Zunächst zwanzig Milliarden in Gold, dann noch zweimal vterzig Mlliarden
die erchgültig geforderte Summe. Eine ,Kom-
miffion für Wiederherstellung', eine nur au8 - , „ . . ., , „
Feinden znsammenqesetzte Machthaberin Wer satten nach Spaa sind zwei deutsche No- das deutsche Wirtschaftsleben, kann je nach der ten durch französische Kuriere an die Entente ihr ett-aefchsitzten Zahlungsföhigreff des ' •" ■“-----**— “*■ *-*- “—
deutschen Bottes ritte Erhöhung der Wieder- gutmachungSzahlungen jederzeit verlangen. Und für alle Ligukdattonen im feindlichen ÄnSland,
Preußen-Tasiung.
Beratungen zum HanShaltSplazr.
Am RegienmstStffche: Zehnthoff, Fischbeck und andere. — Vizepräsident Frentzel eröffnet die Sitzung um 12 Uhr 15 Minuten. Zur ersten Beratung steht der Nachtrag zum Entwurf des HauSbaltsPlianes für ISIS, der die Ausgaben für das neu zu errichtende Ministerium für Volkswohlfahrt fordert. Abg. Frau Hanna (Sog.): Die sozialdemokratische Partei begrüsst die Errichtung des Ministeriums für Volks- Wohlfahrt. Meine Partei hat den Wunsch, dass auf diesem Gebiet noch mehr Staatsmittel verwendet werden als setther. Die Ausgaben bei neuen Amtes würden in erster Linie der Ge- sundheitspflege zu gelten hohen. Der Gesund- heitsi-ifftand unserer Bevötterung fft jetzt geradezu erschreckend. Minffter Stegerwald: Die Schaffung deS Ministeriums entspricht auch dem Bedürfnis, die Lücken, die der Krieg in unser Volk gerissen hat, nach Möglichkeit im Lauft der Zett zu schließen. Die soziale Hygiene bedarf des gründlichen Ausbaues. In den Städten ist zurzctt eine großzügige Wohnungsreform noch nicht möglich. Dafür muss aber auf dem Lande ritte umfassende Siedelnngsreform einsetzen. Den von der Vorrednerin entwickel- ten Grundsätzen stimme ich vollkommen bei. Abg. Dr. Fassbender (Ztt.): Insbesondere wird es notwendig fein, die Wohlfahrtspflege auf das flache Land ansssudehnen. Auch im Weae