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Kasseler Abendzeitung

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Stammet 143.

Fernsprecher 951 utt» 952.

Freitag, 23. Mai 1919.

Fernsprecher 951 und 952.

S. Jahrgang.

Eine Frist von acht Tagen zvgestandea.

Nach Westen sder Wen?

Der Frieden und die politische Orientierung.

Es sind Tage höchster Nervenspannung, in denen setzt daS deutsche Volt lebt. Die deutsche Delegation reicht unentwegt ihre Gegenvor­schläge ein, und soweit man vis jetzt den Ver- iauf des Schicksals übersehe« tarnt, hat es ja tatsächlich den Anschein, als ob man uns einige Milderungen der Härten, die aber auch dann immer noch grausam bleiben. znbMgen will. Indes dürfen wir keinen Augenblick vergessen, daß das KriegSziel der Entente als solches verwÄcklicht werden wird; erhebliche Abän­derungen sind nicht Ku erwarten. Denn dcrS seiße Friedensbuch, das Elenrenceau aus Gier- senhand den Deutschen überreichte, ist si> in sich .berantart', so mit , Sicherung c fr" durchsetz i, »atz wesentliche Abstriche eine völlige Urnmodc- rung bedeuten würden: das ober würde wieder gegen die Kricgsziele verstoßen, deren Hanpt- renden; darin liegt: Englaub will unsere ZLeMonrurrenz von Einst für alle Zeit aus­schalten, hat ich« auch ein geschöstlSches Inter­ne an unserem Weiterleben, sei es zur Ans- nahrne englischer Produkte oder zur Ausfuhr unserer Ferriawaren zum Juselreich. Frank­reichs Streben geht dahin, selbst dieses Vege­tieren zum Nullpunkt znrückzufübren, um jede Korckurreny Deutschlands hintauzuhalten und so seine geschwächte Position im Handel mit England itfto. zu kräftigen. Daher auch der Kunsch nach Saarkdhken und auf dem Umweg Wer Polen nach dem oberschlesischen Bergrevier. SS verlautet setzt schon, daß Paderewski Verträge schloß, die Kohlen deS künftigen ^pok- uischerck Oberschlesiens für zwanzig ^a^rc an »>es«t»«ch zu liefern. Man möchte also un- 'eren Industriestaat wieder in einen ge- iahklossn Agrarstaat wandeln, ibn zurück, 'chrauben auf die Zeit vor dem 70er Kriege.

Ans dieser drohenden «Wandlung- erkläret; äch auch manche innerpolitischen Erscheinungen. Man erkennt unschwer, daß ein« solch völlige Umkehrung der jetzigen Verhältnisse die Ge- jshren in sich birrst, daß die Revolution und die von ihr ittS Leben gerufene Republik in Atome zerfallen könnte. Reben anderen Grün­den würde schon dieser vollauf die Haltung der jetzigen Regierung zur Not­wendigkeit machen, diesen T iktat- und Zer- Üörunasfrieden unter keinen Umständen zu un­terzeichnen. An dieser .demokratischen" Repu­blik aber haben die Unabhängigen schon nach der Struktur ihrer Theorien und nach dein Ziel derer praktischen Auswertung keinerlei sonder­liches Interesse. Sie sind daher für Unter- zerchrrung; nicht nur aus der Er-vagung her­aus, daß ein solcher Frieden doch nicht von langer Dauer sein würde, sondern auch aus dem Gedarcken, daß nach der Unterzeichnung eine mebrheitssozialistische Regie­rung erledigt sein würde. Wer sollte aber dann Nachfolger sein? Run, diese Frage anrd von den Unabhängigen in ihrem Sinne beantwortet und alles deutet daraus hin, daß üe ganz unverhohlen nach dieser letzten Macht- staffel trachten. Wir glauben zwar nicht daran, daß das .feindliche" Proletariat die heißen Wünsche der Unabhängigen auf Beseitigung des Gewaüfriedens erfüllen wird. Abgesehen da­von, daß die Regierungen, die englische sowohl wie die französische, den Sozialisten durch man­cherlei Sozalisierungs-Zusagen den Wind aus dey Segeln nahmen, ist auch in beiden Reichen, eben weil sic ,s i e g r c i & sind, kein guter Bo­den für neuen Umsturz im radikalsten Sinne Smzu kommt, daß dieser DiLatfrieden auch dem Proletariat der gegnerischen Länder nur Vor­teile und größere Verdieustnröalichkeiten brin­gen tarnt. Wie dem aber auch sei, im Zusam­menhang mit den Friedenssragen treibt auch unsere innere und äußere Politik zu wichtigsten Entscheidungen.

Unter Liesen Umständen, die die jetzige mehrhettssozialistische Regierung in arg gefäbr- oeter Position sehen, ist man dort natürlich vorauf bedacht, alles zu tun, um einen Sturz vermeiden: sie will, und damit han­delt sie im Jutereffe deS gesamten Volkes, un- ter kernen Umständen ihre Macht verlieren und sucht daher nach einer Deckung ihrer inneren Politik, die in ihrer Auswirkutig auf die Außenpolink nur darin bestehen könnte, daß sie einen Rückhalt sucht im Proletariat nach Westen oder nach Osten. Der Westen kommt, wie wir kurz andeuteten, kaum in Betracht. Wir könnten zäher den sichernden Anschluß nur nach Osten suchen. Die Tendenz des Frie- densvertarges gebt auf eine Isolierung. Diese aber wäre gegen Westen leichter zu ertragen als gegen Rußland, auf das wir aus wirtschaft­lichen Gründen, wegen seines Reichtums' an Lebensmitteln und Bodenschätzen aller Art, angewiesen sein werden. Tie Hoffnung einer wwisseu Richnma in Deutschland, die in Ber­sin von der .Bosfischen Zeitung^ vertreten wird, und die dabin geht, daß Frankreich gar nicÄ -o schlimm wär»- und daß wir mit Frankreich

eine Annäherungspolitik betreiben müßten, dürfte durch die jetzige Entwicklung der Dinge vollständig zerschlagen sein. Jedenfalls bart keine Politik auf das an sich gewiß unbestreit­bare Vorhandensein einer gewissen versöhn­lichen Richtung in Frankreich irgend welche po­litischen Erwägungen und Handlungen auf» bauen. Die Franzosen fühlen sich als die Sie­ger und wollen diesen Sieg auch gründlich auSkosten. Wir können also nur nach Osten Anschluß suchen. Freilich könnte aus der Grund­lage der s o w j e t i st i s ch e u Bolschewisten keine nähere Fühlungnahme, die sich jetzt zu po­litischer Mion verdichtet hätte, mit Rußland und der deutschen Regierung geboten werden. Seit einiger Zett aber sieht auch der ruf- fische Bolschewismus die Festigkeit seiner Fundamente wanken. Hier müßte von Deutschland eingeietzt werden. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, hat man auch diese Ost-Orientierung in Angriff genommen. Lenin und Trotzki bauen ihren Radikalismus langsam ab. Findet matt sich auf einer mittleren Linie, dann könn­ten wir uns in Rußland die Grundlagen für unsere ZuLunftsexistenz sichern. P. B. S.

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Für eine Unterzeichnung deS Vertrags.

Berlin, 22 Mai. kDrahtbericht.f Zum ersten Male fett dem Bekanntwerven der Frie- densbedttWUngen der Entente tagte Mittwoch unter dem Vorsitz des Mehrheitssozialisten Bro­kat die Vollversammlung der Groß-Ber­liner A.- und >Z.- Räte. Der Friedensver­trag bildete den ersten Punkt der Tagesord­nung. Ruch sehr erregten Debatten wurde ein Antrag der Unabhängigen angenommen, der die Untmzeichwrna des Fr-edensvertrages fordert.

Fnft-Berlangemug.

Um acht Tage verlängert.

(Drahtbericht.)

Berlin. 32. Diai-

Der englische Pressedienst teilt mit: Die Frist Air Ueberretchung der deutschen Gegen - vortchläge ist nm acht Tage verlängert worden. Die französischen Zeitungen berei­ten das Publikum darauf vor. daß die von der deutsche« Friedensabordnung zu erwartenden Gegenvorschläge auf eine sachliche Prüfung durch die Entente rechnen föimten und daß infolgedessen mit einer roefent­liefen Verlängerung der Versailler Verhand- lmigen zu rechnen sei. Londoner Blätter mel­den aus Paris: 3n den letzten Tagen hat sich die Auffassung verstärkt, daß die Alliierten mit Deutschland verhandeln wollen. Eine Reuterdepesche vom gestrigen Tage enthält ausschließlich englische Pressestimmen, die sich für ein Eingehen der Alliier­ten auf die deutschen Anträge und einen Meinungsaustausch über die Friedens­bedingungen auSsprechcu.

Gutachten der Entente-Komnriffiouen.

Berlin. 22. Mai. (Drahtbericht.) Wie wir erfahren, haben die in Berlin weilenden En­tentekommissionen sich auf Verlangen ihrer Regierung am Montag in längeren Beratungen gutachtlich über die Deutschland aufzuerlegen- den finanziellen unb wirtschaftlichen Frie- dens-edingimgen geäußert.

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Wie Frankreich sich den Verlauf denkt.

Versailles. 21. Mai. (Drahtbericht unseres Sonderberichterstatters.) Rach der Pariser V reffe würde sich der weitere Verlauf der Ver­handlungen soweit man bisher von Ber- Handlungen sprechen kann so gestalten, daß nach der am Mittwoch erfolgenden Nebergabe des deutschen Gegenvorschlages die Alliierten acht Tage brauchen würden, um diesen Gegen Vorschlag z« prüfen. Rach dieser Prüfung, also am 2tz. Mai würde von den Alliierten ein Ul­timatum gestellt werden, ob die Deutschen mm den Vertrag zurückweisen oder ohne weite­re Diskussion unterzeichnen wollten. Da die Abreise Wilsons auf den 5. Juni festge­setzt zu fein scheint, wurde als Zeitpunkt für dieses Ultimatum wohl der 4. Juni in Bettacht kommen. Getreu ihrer bisherigen von Graf Rantzau in seiner Unterredung am Sonnabend ja hinreichend gekennzeichneten Tak. tik stellen die Franzosen diesen Verlaus der Dinge uiib die deutsche Unterzeichnung als selbstverständlich hi«.

Morgen früh um 7 Uhr sollen hie Wasser von Versailles probeweise für dtt große Schau­stellung der ersten Iuniwoche springen, auch ein kleines Mittel, die Meinung zu verbreiten, als werde alles in Ordnung gehen, ebenso wie die Berichte über die Vorbereitungen int Sptt- aelfaaL Die Enttäuschung in Frankreich wird groß (ein. wen« bis Win der Vertrag nicht

recht gründlich geändert ist. Aber es sei täglich aujs neue scstgestellt, daß an dieser Enttäu­schung nur die französische Regierung und Presse schuld sein werden, d«tz weder die deutsche Regierung, noch die Bevölkerung, noch die Delegation Anlaß zu der Meinung gege­ben haben, der Vertrag könnte. Wie er vor­liegt. von Deutschland unterzeichnet werden. Falts nicht inzwischen die Vernunft durchbricht, könnte diese erste Iuniwoche eine böse Woche auch für Frankreich werden. Rolf Brandt.

M BMerveMnung.

Große Berliner Protest-Sundgebmrgen. (Drahtbericht.)

Berlin, 22. Mai.

Eine riesige Menschenmenge hatte sich von fünf Uhr ab zu der Protestkundgebung der so­zialdemokratischen Partei auf dem Wikhelms­platz eingefunden.» erster Redner führte Krüger aus, nur ein Friede, der dem deut­schen VE Entwicklungsfreiheit und Versöh­nung mit den anderen Vössern ermögliche, sei annehnrbar. Danach ergriff Ministerpräsident Scheidemann das Wort und führte aus: Wir hoffen im Interesse der Menschheit, daß wir auf Grund unserer Gegenvorschläge zu einem Frieden der Verständigung kommen. Während unsere Delegierten in Versailles an dieser Verständigung arbeiten, ist für uns die Hauptsache der Protest, und zwar der P r ote st zur Bölkerversohnurrg, und nicht zur VölkerentfremLmng. Wir sind nicht anderer Be­dingungen würdig, wenn wir nicht protestieren und uns alles gefallen Iaffen. Aber nicht nur gegen edw MServergewaltiguns wAMmo» wir, sondern wir demonstrieren auch für eine DMerversohimng. Es ist keine Rede von Re- panchegedanken, und nur für die Völker­versöhnung und für den Völkerbund wer­den wir heute die Stimme erheben. Nur wenn Deutschland in den Völkerbund als gleichberech­tigt ausgenommen wird, ist ein Frieden der Versöhnung möglich. Der Völkerbund ist heute NotweNdMeit und wir bekämpfen nicht die einzelnen Paragraphen, sondern seinen Geist in der vorliegenden Form. Wir sollen Sklaven an­derer Völker fein; dagegen erheben wir Pro­test. Wir haben mrs vervflichtet, wieder gut zu machen; mehr können wir nicht tun. (Beifall.) Die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund ist eine Notwendigkeit. Zum Schluß forderte .der Redner die Versammlung auf, in den Rus: .Es lebe der Völkerbund" einznstimmen. Vom Standpunkte der inter­nationalen Sozialisten aus erklärte Hermann Müller, daß die internationalen Sozialisten mit einem solchen Frieden nicht einverstanden sein könnten. Die Sozialisten aller Länder müß­ten zu dem Schluß kommen, daß ein Friede nach dem Vertrag, wie er jetzt vorliege, unan- nehmbar sei. Durch das Dazwischenfomutett des Demonstrationszuges der Unabhängiaen gerb es eine Unterbrechung. Der Zug der Ün- abhängigen durchquerte den Wrlhclmsvlatz, so­daß es zu ernsten Störungen kam. Er karn vom Lustgarten, wo gleichzeitig eine Kund­gebung der Unabhängigen stattfand, in der ge­gen die harten Bedingungen protestiert und Hochrufe auf einen baldigen Frieden und die Weltrevolutiou ausgebracht wurden.

FSr kommunistische Demonstrationen.

Berlin, 22. Mai. (Drahtbericht.) Die Kom­munisten und die Spartakusgruppe verbreiten nn Anschluß an die gestrige Kundgebung Flng- bkättcr, in denen zu kommunistischen Straßendemonstrationen in der Frie- densfrage für Sonntag aufgefordert wird.

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An die Frauen der ganze« Wett^

Dir Verbündeten kaufmännischen Vereine für weibliche Angestellte, deren Sitz in Kassel ist und bereu Arbeitsaebiet sich über das gange Reich erstreckt, richteten ans ihrer gestern in Kassel abgehaltenen Hcmpwer- ämmlung ein Telegramm an den Inter­nationalen Frauenkonqreß in Bern, in dem sie diesem Kongreß danken für sein hochgemutes Eintreten gegen den Gewaltfrie­den und die Frauen der ganzen Welt aufrufen, dahin ju wirken, daß Hungertod und dauernde Versillavung von deutschen Frauen und Kin­dern abgewehrt wird und die Saat des .Hasses nicht wieder zu furchtbaren Weltkatastrophen reift Weiter erhebt ein Telegramm an die deutsche Nationalversammlung sttnn- mettben Protest gegen den Gewattfrieden. Die weiblichen Angestellten, so heißt es darin, er­klären, daß sie lieber jede- Opfer bringen und jede Last auf sich nehmen wolle«, als unseren Femsen dauernden Frondienst zu leisten. Das Todesurteil Deutschlands darjl ntcht uutertchrieben werde«!

Gegen den Feiedensvorschliig. Ans einer Rede ASquiths.

lDrahtbrrlcht.)

Haag, 22. Mai.

Asquith hat eine Rede in Newcastle vor der liberalen Vereinigung gehalten, wori« er jeden Frieden verwarf, der nach dem Muster des Friedeusvertrages von Brest-LitawSl abgeschlossen sei. Man mürbe sich beschmutzen, wenn man biefe Friebensbedinqungen als Beispiel annehmen würde. Der Krieg sei für England und die Alliierten kein AnMNffskrieg, fmtbem ein Befreiungskrieg gewesen.

Die Stimmung in Amerika.

Haag, 22. Mai. (Drahtbericht). Der Führer der Republikaner ht den Vereinigten Staaten, Denawr L o d g e, hat sich nunmehr gegen den Friedensvorschlagder Entente aus gesprochen. Alle Zeitungen besprechen die Stel­lungnahme und die völlige Isolierung Amerikas. Es besteht die Gefahr, daß Amerika allein mit Deutschland im Krieg Met« Ben dürfte, während dicAMerten ihre wirtschaft­liche Täugkett wieder cmsnehmcn. Lodge be­klagt sich über daS Nichtvorliegen des vollstän­digen Textes des Friebensvertrages mit Deutschland. Die amerikanischen Progresststen treten scharf gegen d en Veritag ans.

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Italien regt einen Protest an.

Zürich, 22. Mai. (Drahtbericht). Dtt «Neu» Züricher Zeitung" meldet aus Nlailanid: Dir iialrenische Bereinigung für den Völkerbund hat $*r interalliierte Zentrakftt'Ä geladen, sofort eine intetatlitefre Zu- sammenkunft der delegierten aller alMev- ten trrtb assoziierten Länder einzubenrfen, um gemeinsam gegen den Friedensvertrag von VerfailleS zu protestieren.

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Kein Jota" nachsugeben!

Bern, 22 Mai (Drahtbericht). Dtt Zem tralagentur berichtet cms Paris: Man erwartet in informierten Kreisen, daß heutt oder mor­gen ber deutsche Gegenvertragsvovschlag von Rrvckdorss überbracht werd». Man schiebt Brockdorff dtt Absicht zu, Zett zu gewinnen, zwsifelr aber nicht daran, daß dtt Deutschen schließlich unterzeichnen werden. Bei den Alliierten steht der Entschluß fest, kein Iota nachzngeben.

Sie Bedingungen für Sesterreich.

Annehmen »der Hungern!

(Drahkbericht.)

Wien, 22. Mai.

DieMittagszeitung" erhält von ihrem Züricher Sonderberichterstatter eine Mitteilung über die Deutsch-Oesterreich varzrckegen- ben FriedenSbedingungen, deren Hanptttil folgende Punkte umfaßt:

1. Berzicht auf den Anschluß an Deutschland und Unterlassung jeder den An­schluß zu einem späteren Zeittmnkt vorbereiten, den Tätigkeit.

2. Prinzipielle Geneigtheit zmn Eintritt in die Donausöderation.

3. Politisch wird DeMsch- Oesterreich neutralisiert.

4. Auferlegung einer sehr beträchtlichen Srieasentschädigung in Gold. Gesamt, übernähme bet Kriegsanleihe von ber ein Pro zentsatz ben Ungarn aufgebürbet werben soll.

5. Anerkennung ber Grenze« Deutsch- Böhmens, Süd-Mährens, beträchtliche Teile Schlesiens, Südtirol, Kärnthen, Steiermark. Bolksabstimmung in Westnngaru. Falls Deutsch- Oesterreich die Bedingungen nicht an- nttnnrt, so würbe mit ber Sperrung bet SebenSmittelzufnhren vorgsganaeu und der deutsch-österreichischen Republik eine finanzielle Last auferlegt Werden, die sie fßt lkMltt Zeit jeder selbständigen Regung uitmög- ich machen würde, dagegen soll von einer Be- tttznng Abstand genommen werden.

Sie Adria- und Fiume-Frage.

Eine entscheidende Krisis.

(Dvcchtbericht.)

Basel, 22. Mai.

. Die Adriasragc und damit das ganz.» ttafienitoe Friedensproblem ist in btt letzte und entscheidende akute Krisis getreten. Sämtliche in Rom anwesenden italie nrjchen Mnister sind vorgestern oben» nach einem noch unbekannten Ort an der ttalienrsch- französischen Grenze abgereist, um mit Orlando und Crespi, welche von Paris kommen, sich zu treffen und die Adriasraae m «ttüfteübe®.