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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

tot «artete «exutten Rachrichte etfdtenee n>dd>entnd> kd)»mal mir» zrvar abend», »et SbonncmentepTei» beträgt aumotl ILS Marl bei fielet Znftellmr, tat Han» SefteOongen Serben ieberjttt von bet ®tfd)4fte6tH« ober den Boten entg eg «genommen. D rackeret. Verlag tmb Siebattton. «chlachchokrtrobe Für unverlangt etngefanbte Beiträge kann bie Redaktion eine Berantswtang ober Gewähr in keinem flalle übernehmen Stfidjabtung bei 33ejag»gelbe* ober Ansprüche wegen «waiger nicht erbtumgemägtger Sie etung anSgeschlorten

Nummer 136. Rernfrre»« 951 unb 952. Donnerstag, 15. Mai 1919. Fernsprecher 951 und SSL 9. Jahrgang.

Inserttonspretse; Die fUbengefeaitete Zelle für einheimische Geschäft« 90 »fg. für an*, roärttge Anzeigen 35 Bf. Reklame,eile für einheimische Geschäfte 75 Pf, für antmärtige Geschäfte 1 Mk. Einfache Beilagen »gerben mit 5 Mark pro Taufend berechnet, alle» mit M»/, Teaerung»-Znschlag. Bei Uebermtttiung von Anzeigen auf teleph. »ege nitrb für durch Hör. fehlet hetü orgerukene Irrtümer keinerlei Haftung übernonunen. Für die Aufnahme oonLnzeigen an bestimmten Tagen ober Plätzen wirb gl. keine Gewähr geUtfUt »efchäktsktelle: Köln. Str. S

VroOorff-RmhlM überreicht drei neue Voten.

Randbemerkungen.

Politische Betrachtung«.

Im ungeheuren urü> verzweifelten Stimm- ssewrrr, daS die Bekanntgabe der Fttedensb«- dingungen entfesselt, erinnere man sich der chao­tischen Bestürzung, die sich Deutschland- be­mächtigte, als im November di« erdrückenden WaffenstillstandshedinMngen bekannt wurden. Wir haben den fürchterlichsten Waffenstillstand, von dem behauptet wurde, er werde uns zer­malmen, lebendig überstanden. Demi wir haben jetzt Mai und leben noch immer. Um mich zu übsrzeugen, trete ich ans Fenster; in der Tat: unten auf der Gass- spielen Kinder keine Kriegsstnele mehr, sondern Reifen, Kugelsthie. den und Kreisel und eine Frau holt drüben aus dem Laden ganz weisses, amerikanisches Weizenmehl. Witfons Existenz mag immer zweifelhafter und mystischer werden und die vierzehn Punkte nur noch unter dem Mikrostop feststellbar sein die amerikanischen MehMckc mit dem grossen aufgedruckten ^ndianerkopf sind doch eine greifbare Realität, die nicht weg- zuleugne« ist. Die Botschaften Wilsons harren immer noch ihrer Verwirklichung und Bewäh­rung, aber ein Pfund Mehl und amerikanischer Speck, das sind Tatsachen, denen sich niemand wird entziehen können. Wieder grinst uns die HeuchleruraSke Wilsons aus bedrücktem und be-

Ler Welt zu sammeln, die den uns zugedachten »Frieden* als eine Greueltat verabscheuen. Ein solches Weltgerichk müsste dort Deutschland an. gerufen werden, ein, solches Weltgericht müsste cs geben. Wir dürften ein Gericht nicht scheuen, aber wir wollen ein gerechtes Gericht. Die Kon­ferenz von Versailles war ein Hassgericht, ein rächendes Gericht, und fein Urteil ein Hass- und Racheurteil! Revision! Der rächende, hassende, von Misstrauen, Angst und Gier ge­stachelte Geist hat eine Weltentscheidung aus­gesprochen. Sie ist nicht gültig; sie darf nicht gültig sei«. H. N.

Seile deutsche Sole«.

Brockdorff-Rantzau überreicht drei Rot«.

(Drahrbericht.)

Versailles, 14. Mm.

Gras Brockdorff-Rantzau empfing ge­stern abend die deutschen Pressevertreter in Ver­sailles und gab ihnen ein: kurze Dar ellung der politisch« Lage. Er «Härte, dass er mit der Rwe des ReichsministerprSstdenten Tcheide- mann in der Sitzung wer deutsch« National­versammlung überein stimme. Er freue sich, mit­teilen zu können, daß auch Scheidemann mit dem bisherig« Borgeheu der deutsch« Delegation

mattem Papier entgeg«. Indessen: Ist eS nicht auch so möglich, dass ein idealistischer Professor den machtpolitischsn PraktSern erleg« ist? Es war« ihrer zu viel, und Wilf« war nur einer. Ihm ward Gewalt angetan, wie uns selbst, nur mit dem Unterschied, daß er zum diplomatisch« Spiel, dem er nicht gewachsen war, nun gute Miene machen muss.

ES gibt Politiker, die den Bolschewismus als Wwchrmirtel gegen dm Entente-Imperia- lrSmuS wärmstens empfahl« 6alten. Es sind die gleichen, die, um den Bolschewismus abzu­wehren, mit dem Imperialismus jenseits der Rheinlinie kokettier« wie es gerade passt. Eine solche Politik ist unwürdig und verderb- 'ich. Wer dm Bolschewismus als di« Entfesse­lung der Hölle verabscheut. hat kein Recht, die Riegel ihrer Tore zu lockern, um sie auf den Feind loszukassen. Immer noch die alte Gift- zaS-Politrk, die sich darüber hinwegsetzt, dass die GaSwell« über «ns hinweggeh« muff«, mn an die Grenz« der Entente zu ge- 'anaen. Wäre der wahrhafte Sozialismus le- »enoig, nimmermehr dürsten die Sozialisten der Entente einen solchen Fried« billigen Aber noch sind sie stumm, stumm wie der Geist Über d« Wassern, der scheinbar diese Welt verlassen hat, stumm wie Wilso-n. Einzelne zunftgemäße Polrttker sollt« sich das grosse .Pachos^ abge­wöhnen. Die große Gebärde und daS tönende Wort wurden noch immer zum Verhängnis. Man lerne aus Bergang«em und zügle das Temperament. Ein scheidendes .Rein!*, den Gegnern hingeworfen, mag ja schön Mngen. Wer wem ist damit geholfen, was erzielt? Nur darauf kommt es an. Soll der Weg zu den Kohlengruben von Zabrze Wer die Leich« v«- hungerter Kinder gehen? Daß der gelockert« Strick um unsere Kehl« sich wieder schließ« wird, kaum dass sie ihr tön«d«S »Rein* bin- «fchmettert hat, steht außer Iweifel. Potttik «st nicht die Kunst, eines heroischen Hunger­todes zu sterben, sondern die Fähigkeit, einen gangbaren Weg zu finden Die Ablehnung des Friedensvertrages ist kein gang­barer Weg. Der führt einzig über Per- Handlungen und Gegenvorschläge: man muß versuchen, das noch Erreichbare durchzusetzen. Volksabstimmung in d« sti: Lügen Gebieten im Ost«, ein Kompromiß bezüglich der Saarkohle, nicht in der Starr», beit liegt das Heil, sondern hier, wo Realien und Tatsachen in Frage steh«, nur im Kompromiß.

Der Geist, in Wils« verkörpert, hat sich der Gewalt verbündet, in dem ehrlichen Willen, dem Recht zum Triunchh zu verhekf« Der Bankert aber, der diesem Bündnis entspross« ist, trägt die greuliche Fratzeder Gewalt. Ein Wechselbalg ist uns unterschob« worden uns Wilson ist betrogen wie wir selbst. Wäre Wilson der groß« Politiker und Mann der Tat, er hätte di« Konsequenz ziehen müssen, als er den Geist der Gerechtigkeit geschändet sah. Aber ihm genügt, daß die große Fdee fixiert ward in Punkten und Paragraphen; sie durch- zusühren, allen Widerständen zum Trotz, d« Kampf umS Recht fortzusetzen, neue Ströme in das Blutmeer zu leiten, damit die Idee md- lich triumphiere, dazu fehlt ihm die Kraft. Wie- der einmal vollzog sich das typische Geschehen: der Idealismus, der mit der trüben Welt, der ttübsten Wett: der Politik, sich einliess, wurde von ihr vergiftet und verdorb«. Wenn Wil- son sich, müde und angeekelt, aus seinem er­folglosen polittsch« Leben zurüchziehen und seine Memoiren schreiben wird, wird sich eine unendliche Tragödie enthüllen. Deutschland wird neue Vorschläge mach«. Vielleicht geliuat -s, alle gut« und oeistia« ffiTem«te

einverstanden sei Graf Brockvorft-Rantzau ließ dann drei Rgten verlesen, b« heute an die Ent«te zu' Händen Clemenreaus weiter« gegeben werden. Die erste Rote «thält Ein­sprüche gegen die Entschädigungs- forbetnngen im Friedensvertrag und ent­hält zum Schluss die Bekanntgabe des Materials der Kommission Über die Lernntwortlich- k eit am Ä$ ie g e. Die Rote behandelt auch die Gebietsbestimmungen des Frie- dcnSvertrageS. Zur Saarbeckensrage er- tennt dir Rote das Recht Frankreichs auf ma­terielle Entschädigung« in Kohlen an und macht t*n Vorschlag, hierüber mündliche Verhandlungen zu führ«. Die Rote pro­testiert in kräftiger Weise gegen die Wirt- schaftsbestinnwlngen de» Fried«SvertrageS.

Sie unversShnliche Entente.

BersailleS, 14. Mai. (Drahtbericht.) Der durchaus unversöhnliche Standpunkt der Entente, der erkmnen läßt, daß der Friedensvertrag letzt« Endes nichts weiter istaA eine FortsetzungdesWirt- schaftskrieges mtt allen nur denkbar« Mitteln, zeigt sich deutlich in d« Finanz- Verhandlungen über die Beschaffung der Lebensmittel. Da di« Deutschland zur Verfügung stehenden ausländisch« Wertpapiere fast zur Bezahlung der Lebensmittel für die nächsten zwei Monate gasreichen. fordert die Entente zur weiter« Erfüllung der Sendun- g« die Hälfte des deutsch« Goldbestandes.

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Fortlaufende Abänderungsvorschläge . Zürich, 14. Mai. fDrahchericht.) Ein Tunner Matt meldet: Fn amerttanischen Krei­se»! verlautet, die bratsch« Delogiert« werden die Gegett- und Abänderungsvor- schläge nicht sämtlich kurz vor Ablauf des ge- fteltt« Termins, sondern forttaufenb Artikel für Artikel einreichen. An der gleichen Weise wirb der Verband erwidern, ohne jedoch eine Gegenantwort zu gestatt«.

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Erpreffrmgsrnanöver der Entente.

Rotterdam, 14. Mai. (Drahtbericht.) Londoner Blätter melden aus Paris: Der Giumarsch in Deutschland im Falle der Wergerutzg Deuttchlands wird sich »richt nur auf Westdeutschland beschrättl«. Die znll- nlschen Truppen steh« an der Ostgrenze, die sschechisch« Trupp« an der SÜdost- greuze in mobiler Stärke zur Verfügung der Alliiert« bereit. An« Paris wird gemeldet: Marschall F » ch hat bei seiner Abreise in das Hauptquartier sich Bollmacht zur «ündi- gun» deS Waff«stillstandes nritg«onrm«, falls Denttchland den Fried«Svertrag nicht un­terzeichnet. Ein Londoner Blatt meldet aus Paris: Am Falle der Richtanrähme deS Frie- d«svertt»ges durch Deittschland werden die Alliiert« dm Waffenstillstand mit dreitägiger Frist kündigen. Der ent- sprechmde Bc'ällub der Alliiert« ist ist der Sitzung am Montag gefasst «H>rb«.

Belgiens Protest gegen de» Vertrag.

Rotterdam, 14. Mai. (Drahtbericht.) Rew- Yorker Blätter melden aus London, daß Bel-, gien ein« Protest gegen den F rie-i densvertraa eingebracht hat. Di« Aeuße-l rung« der Blätter vom 11. und 12. Mai stoben I

unter dem Eindruck der Empörung über die Friedensbedingungen, die deren Bekanntwer- den im Lande hervorgerufen hat. Non chauvi­nistischer Sette wird betont, daß Belgien an­statt 2% Milliarden 30 Milliarden erhall« müßte. Die Zuteilung von Deutsch- Ostaftika an England bedroh« die Zukunft des Kongvstaates. Das Referendum über Malmedy sei unerhört, weil Frankreich Elsaß-Lothrinaen unbesehen einstecke. Ter Völkerbund b"be enttäuscht. Aus dieser allgemeinen M st immun g enüwickeü sich Tag für Tag eine wei­tere Protestströmung in Amerika und England.

Belagerungszustand in Lyon.

Genf, 14. Mai. iDrahtbericht.)" In Lyon ist wegen Kundgebungen geg« den Fried«s- verttag der Alliiert« der Belagerungs­zustand verhängt worden Auch in Mar- saille ist ein allgemeines Versammlungsver- bot von den Behörd« erlassen worden.

Die öffentliche Meinung unterbunden.

Frankfurt, 14. Mai. (Drahtbericht.) Aus dem besetzten Gebiet wird gemeldet: Die alli­iert« Befehlshaber haben im ganz« besekten Gebiet alle Versammlungen, die we­gen des Friedensverttages abgehalten werden sollt«, verboten. Gegen die Saalinhaher, dre ihre Räume zu den einberufenen Versamm­lungen hergeben wollten, wurden militärische Zwangsmaßnahmen ergriffen. So in Wies - baden, Mainz. Aachen und Trier.

Auch Portugal wünscht Entschädigung

»em, 14. Mai. (Drahtbericht.) Da, .Ber­ner Tageblatt* meldet aus Paris: Die p o r t u - g-esische Regierung protestierte gegen den Friedensvertrag, der Por tttMl, das schwer im Kriege gelitten habe, fast gairz vergesse. Dar Land habe zwei Milliarden Krlegsausgaben gehabt und seine wirtfchast- ttch« Verluste bezifferten sich auf fünfeinhalb Mrllrarden. Es fordere daher nachträglich eben­falls eine Entschädigung von D eu tsch- laud zur Deckung der Kriegskosten.

Die Schweizer Ausfuhrbestimmungen.

Zürich, 14. Mai. (Drahtbericht.) DieState AurnHer Zeitung* vernimmt aus Bern, daß di« erneut« Schritte des Bundesrates um eine Revrstou der AuSfuhrbestimmun. gen wrederum auf starken Widerstand stieß« Die Opposition ist diesmal von der amerikani­schen Abordnung ans-gegangen, di« bra Stand- daß bis zur Unterzeichnung des DorsnedonS an den gegenwärttg« Ein- fuhrdesttnrimnrg« festtzuhali« sei.

Seftenekch in Bnsailler. Frankreichs Scheingründe geg« d« Anschluss. (Drahtbericht uirsereS Sonder-Berichterstatters.) Bersailles. 13. Mai.

Der Leitartikel deSTemps" ist heute der Begrüßung d« österreichisch« Delegatton ge= wtdmet. Er möchtt das peinliche WortDeutsch- Oesterrerch" vermeiden und schlägt vor, von ^Reu-Ödsterreizn sprechen. Mit im- merhnt narver Auszahlung wird auSqeführt

^« Zusammenschluss Oesterreichs mit Deutschtanv es heißt natürlich zu durchstch- ttgen Zwecken immer: mit Berlin ein S cha - de» für bie Welt wäre. Ein Schad« für Italien: bie Macht des gangen Teutfdicn aus btt Alp«grenze drücken. (Merttoü«»« nur, daß die Italiener selbst an­derer Anncht sind.) Ein Unglück für Böh­men: Prag läge zwischen b« beiden Armen einer Zange. El« Unglück für die Iugosla- ven. weil die d«tsche Grenze dann bei Laibach wäre. Ein Unglück für die Rumänen, weil bte Berbindung mtt Ungarn hergeftevt wäre. 6tu UnMck für Oesterreich selbst, da Wien von Bettln geschlag« würde. Za, und zuletzt, natürlich zuletzt würde Frankreich darunter lerden. es wäre der Nachbar eines vergrößerten Deutschlands. Also muss Frankreich das neue Oesterreich schaff«, stütz«, chm »tt einer Anleihe das finanzielle Problem e^lchtern helfen. (Wie sagte doch Präsident WUson :n seiner Botschaft an den Kongreß am 11. Februar 1918:Böller und Länder dürfm nicht Wie Waren oder Schachspielfigur« aus Gebietshoheit nt Gebietshoheit gestossen wer oen, auch nicht in dem hohen, mm für ewig m Verruf getanen Spiel ums Gleichgewicht der Machte.") Der Wille. Oesterreichs ist bekannt, nicht einmal der Schein ist aufrecht zu halt«. W-»r werd« hier in Dersaille? unsere Bluts­bruder, die fetzt nach St Germain komm«, nicht sehen, nicht grüß« dürfen. Aber mir wün­schen ihn« zu ihren Berhandlungen. voll von Fallstricken, Versuchung« und haltlos« Ver­sprechungen. d« Geist der Aufrichttgkett. Kein Re»vrA,ruch, kein Wortbruch, keine Gemalt kann baart» Dntt von Blut ttroneu, Rott Brandt.

Preußen-Tagung.

Besprechung der Fried«Sbedingungen.

(Drahtbericht.)

Berlin, 14. Mat.

Die geftiige Tagung brachte die Besprechung der Erklärung des Ministerpräsidenten vom £ Mai bett, bte Friedensbedingungen. Abge. Graef-Fvanksurt a. M., (Soz.): Wir waren auf .harte Friedensbedingungen gefaßt. Unsere einzige Hoffnung war, daß die Feinde uns das Leben lass« würden, schon umi -u d« von ihn« geforderten Entschädigung« zu beton» gen. Aber dieser Friedensentwurf würde uns erwürgen., (Sehr oichttig!) Der Entwurf stehl tut Zeichen unverhüllten Länder» raubs. Der Korridor zum Meer, den die Polen erhalt« sollen, ist mächtig breit ausge­fallen. DaS ist ein Hohn auf das Selbstbestim» mungs recht der Völler. Wir sollen wirtschaft­lich an England und militärisch an Frankreich mig-gliedert werden. Die Forderung von 140600 Milchkühen erinnert an den Kin- vermord von Bethlehem. Rohstoffe tmb Ar- beitsmSglichkeit will man uns nehmen. Dieser Vertrag ist für D«tschland unannehmbar. (Lebhafter Beifall.) Abg. Hergt (deattsch-ntl.) Dem sti'nse des Mmffterprästdenten zur Einig­keit werden wir geschloffen folgen. Der Frie­densentwurf ist unannehmbar, nicht bloß in einzelnen Punkten, sondern im Fundament. (Sohr richtig! rechts.) Abgeordneter Herold (Zentrft: Mr Pwutzen bvdmtet bet Friedens- «twurs geradezu die Hinrichtung. Soll bet Völkerfrieden zur Wahrhaft werden, dann muß er eine andere Grundlage bekommen als diesen Vertrag. Qberschlesten will man keine DollSabstimmutzg gewähr«. Den Oesterrei. chenr vevbiottt man den Anschluß an miä. 'Dir Volker deutscher Zunge verhindett man an einem Zusa-imnenschlutz xu einem National» statt. Wir protestier« gegen diese unerträgli­chen Bedingungen. Wir protestieren auch gegen die Forderung, d« früheren deutschen Kaiser vor rät internationales Gericht zu ziehen. Wir erhoff« von der Selbstachtung der Holländer, daß sie die Auslieferung des Kaisers verwei» gern werden. Wir wollen einig fein in bet ,*s0ckermrg: Rettung des Vaterlan­des! Abg. Dr. v. »raufe (D. Dpt.): Dem Kautsch« Botte wird eine Schlinge um den Hals gelegt und es wird ftenndlich anfaefordert, diese SckKnge auch noch selbst zu- zuzvcihen. (Sehr richtig!) Die Unterzeichnunz dieses unerfüllbaren Verttages ist eine Farce und eine unmoralische Handlung. Der Dov trag isst ungerecht, unsittlich, unmenschlich, bei dattsch« Volles umwittdig und unannehmbar. Abg. Hoffmmm (U. S.): ES ist ein HalSab- schneioervertrag und Wir verutteil« ihn in gleicher Weise wie die Vorredner. Aber wir boff«, daß dos Proletariat aller Länder sich aus seine Pflicht besinnen und ihn wieder hinwagfeig« totrb. Daß die Regierung noch kein Schuildbetarntnis abgelegt hat, wird Deutschland von ber Entente verübelt. Die Re­gierung Ebert-Scheidemann verkörpen nicht bm VolkSwill«. Sie ist die Re-aktion mit so- ziaktstisch« Aushängeschild. Das fühlt mich die (Sniente und daher die unerhört« Frie» d«sbediUMNgen. DaS Recht, gegen die Bru­talitäten des. FriedenSmtwurfes Stellung zu nehm«, hat nur meine Partei. Für em« Mann wie Wilhelm II. haben wir keinen An­lass, auch nur einen Finger zu rühren. Nach SchW der vom Hause schweigend amgehötten RedTertönten andauernde Pfuirufe der Mehr­heit. Abg. von Dannenberg (Hannov.) spricht gegen die Annexion« in dem Friedensentwurf. Abg. Dr. Friedberg (Demott.): Die Behänd- Iimg deS Daargebiets läuft auf schlimnckten Menschenschacher hinaus. (Sehr richtig.) Das unerfreulichste ist ber Vorrang, den bie Entente für ihre Ansprüche gegen untere eigen« inne­ren Last« verlangt, also wir sollen unsere ar­men Leute verhungern lassen, um den Entente- foüderungen gerecht zn werdem Wir sind uns der vorauSsichMch« Folg« der Verweigerung der Unterschrift wohl bewltßt. ES wird die Blockade dann viellsicht noch mehr verschärft, uns noch Schwereres auferiegt werden. Mer das internationale Gewissen wird doch einmal erwachen. Mögen wir in einigen Monat« Hungers sterben. Jedenfalls lieber d« Tod als di« Sklaverei. (Lebhifrer Beifall.) Abg. Frau Ege (Soz.) svrich, sich Mr bie deut­sch«"Härter und Frauen und gegen den Ge­waltfrieden ans. Abg. Frau Heßberger (Ztr.): Am meist« empört mich dir Forderung ber 140000 Milchkühe. Ihre Abkiefemm« wurde den Tod von mehrer« hunderttausend Km - bern bedeuten. Abg. Frau Arendse (u. ©.): Besser ist. ein Geschleckn heranzuziechen. so start im der allgemeinen Menichenliobe, daß Kriege für bie Zukunft unmöglich werden, «pg. Fran Dönhoff (Temokr.): Sir wollen die Erüaltuin»