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Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
9. Jahrgang,
Mittwoch, 14. Mai 1919.
Fernsprecher 951 und SSL
Nummer 135.
Fernsprecher 951 und 952.
einmütige Ablehnung der Bedingungen.
t. Dia Feinde säen Rache cu®. Aus'
to
Deutschlands VSl.'erbnnd-^orderuna.
Lugano, 13. Mai. (Drahtbericht.) Ein Tunner Matt welbet: Deutschland verfe-flt, daß alle Mächte die das Haager Sh ton*- men unterzeichneten, also auch der Papst, ht die Gesellschaft der Rationen aufge-
Die Antwort der „Vier" ferttggesteltt.
Bern. 13. Mai. (Trcchtberickt.', Aus Paris wird berichtet: Der Rat der Vier antwortete dem Grasen Brockdorff-Rantzau: Die vier Re- gierunasobsrhäupter Wilson, Lloyd George, Elemenceau und Orlando haben Montag beraten und Haven den Tert der Antwortnote sest- gesetzi. die auf die am Sonnabend j>ont Grafen Drockdorff überreichte Note gegeben werden soll. — Londoner Dlättermeldungen zufolge ist der Rat der Vier am Sonntag zu einer qußeror- dentl-chen Sitzung zusanrmengetreteu. um über die Massregeln zu verhandeln, di« zu ergreifen sein würden, wenn Deutschland die Unterschrift des Friedensvertrages verweigert.
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giettfrale Befürchtungen.
Zürich, 13. Mai. (Drahtbericht.) Die dem .Züricher Anzeiger^ aus Bern gedrahtet wird, werden in diplomatischen und voll tischen Kreisen der Bundeshauptstadt angesichts der empörenden Friedensbediuoungrnr neueBerwick- Ittnaen vom neutralen Swndpunkt aus befürchtet und schwere Bedenken gegen die Form des Völkerbundes ausgesprochen. Eine katastrophale Schädigung des neutralen Handels wird befürchtet. — Der Züricher Anzeiger schreibt: Die Friedensbedingun- aen der Alliierten stellen auch eine direkte Erdrosselung der Rentralen dar. Varis schwelm noch im Siegesrausch, dem aber sicherlich ein Katzenjammer folgen Werve, wie ihn btt Welt noch nie erlebt habe. Die für Gerecht «ckeft zu kämpfen vorgegeben haben, hätten jetzt die Fratze unbändigen Hasser ent- büllt. Alles sei in einem B l u t r a u s ch un- lergeganaen. indem auch die Neutralen ersäuft werden sollen. Da- sei die Befürchtung.
Ernüchterung kn Park-?
Basel. 13. Mas. (Drahtberichtzf Zuverläs- stgn Meldungen aus Parts zufolge soll in B a- ris eine gewisse Ernüchterung ein- qetreten fein, auf die einmütige scharfe ableh. nende Haltima aller netttralen Staaken gegenüber dem Friedensvertrag. Die linksstehenden französisch« Feitungen weisen auf die heftige Kritik der neutralen Dresse selbst der sonst ententkfteundftchen. mit ernsten Worten bin und deuten an. datz eine MllderunaamPkatze wäre, damit das Ansehen der alliierten Grossmächte nicht Schaden nehme. Zudem könne sich Deutschland mitleidige Freunde erwerben. Die französische 3enfnr hat bisher nur ganz wenige neutrale Dresskritiken zum Abdruck in den französischen Zeitungen zugelassen.
Uba. Gröber (Zentrum): WaS uns jetzt vor- liegt, lässt von den Wilsvnschen Punkten keine Sjmr mehr erkennen. Das ist ein Wortbruch im vollsten Sinne des Wortes. Die Friedens- bedingunaen, deren Annahme von uns gefordert wird, stellen nicht einen Rechtsfrieden dar, sondern einen Gewaltfrieden, voll Haß. voll von Keimen neuer Gewalttaten und Ungerechtigkei- ten und Quellen neuen PMerftreites und endlosen Kämpfen. Gegen die drohende Gefahr xrb deshalb nicht nur das deutsche Volk, son- iern die ganze Menschheit, soweit sie sich noch -in freies Urteil bewahrt hat, entschiedenen Protest einlegen. (Lebhafter Beifall.)
Abg. Haustmann (Demokrat): Dieser Friede ist eine neue Form langsamer Folterung eines ganzen Volkes. Er. ist eine Verhöhnung des Völkerrechts, wie sie noch niemals da war. Er entrechtet und entmannt die Souveränität des deutschen Volkes, dem er verbietet. Verträge zu schließen. Wir haben es angesichts der Sachlage vom 5. November in der Tat mit einem Wortbrrrch zu tun. Wir stellen uns mit Entschlossenheit auf den Boden der heutigen Erklärung der Regierung. Der Friedensvertrag ist und bleibt unannehntbar. (Beifall und Händeklatschen.)
Abg. Graf Pvsadvwskq (Deutschnational): Siefer Vertragsentwurf kann nicht das Ergebnis eines Znsammenarbeiiens der englischen itnb franMffchen Fachrefforts fein, denn ich kann den eniglischen und' ftanzSsifchen Mini- steriaWeantten nicht so wenig Kenntnis der volkswirtschaftlichen Dinge zutrauen, daß sie nicht wüssten, datz dieser Vertrag von Dcutfch- tertb nicht erfüllt werden kann. Man will eine ungeheuerliche " Brandschatzung der deutschen GoldbeftLnde vornehmen. Das Grausamste und Mchtsivürdigste aber ist. was man uns auf dem Gebiet der Vokksernahrung zumutet, indem man uns die letzten Reste unserer Viehbestände
Staffelet Proteste.
Kundgebungen gegen den Gewaltfriede«. Im Stadtparlament und im Bürgerbund.
Kassel, 13. Mai.
Dor Eintritt in die Tagesordnung der gestrigen Stadtverordneten-Versammlung erhob sich der sozia'demokratifche Stad^verord- neten-Vorsieher Grzesinski, um auch von dieser Stelle aus Protest zu erheben gegen den unerhörten Gewaltfrieden, den uns die Feinde diktieren wollen. Er entwarf ein trübes Bild nuferer Lage, wie sie sich jetzt ergibt. Bei den ungeheuren eiaeuen Lasten wäre auch ein Frieden auf Grund der 14 Punkte Wilsons, wie ihn die Regierung des Prinzen Max von .Baden anbahnte, auf Generationen hinaus zur ungeheuren Last geworden, aber eS hätte die Hoffnung bestanden, datz wir uns langsam wieder emvorarbeiten. Durch die jetzigen Friedensbe- dingungen wird diese Hoffnung gröblich vernichtet. Die Bedingungen, die jetzt vorliegen, sind das direkte Gegenteil der 14 Wilson-Punkte. Z)as deutsche Volk würde ein Sklavenvolk werden, dem man sogar die Ernährung nimmt un* Deutschland würde zu einer englischen Kolonie. Tas kann sich ein Siebzig -Millionenvolk Ivie das deutsche nicht gefallen lassen. Das kann' kein Friede von Dauer werden. Dieser Friede würde den Frieden der Welt dauernd gefährden. Die Wirkung diekes Friedens richtet sich gegen das deutsche Volk als solches, das eine so grausame Strafe nicht verdient - bat. Für Sozialpolitik und Kultur wird nicht» meh, übrig bleiben, auch nichts mehr für unser, Kriegsbeschädigten. Der Stadtverordnetenvorsteher kam unter lebhafter Zirstimmfmg zu folgendem Schluß: Mit Rübe und Besonnenheit, aber auch mit Einmütigkeit und Entschlossenheit mutz das deutsche Volk jetzt hinter seiner Regierung stehen. Es mutz mit dem Inhalt der Friedensbedingunqen bekannt gemacht und es mutz ihm die Grötze des Verbrechens gezeigt werden, das am deutschen Volke begangen werden soll- Immer und immer wieder mutz in allen Kundgebungen zum Ausdruck kommen, datz ein solcher Frieden unmöglich und undurchführbar ist. liebet die entgültige Annahme oder Ablehnung de? Friedens darf nickt die Regierung allein entscheiden, auch nicht das Parlament, sondern da» ganz, deutsche Volk mutz n erregt werden- Es wird die schwerste Entscheidung fein, die jemals Menschen zu treffen gehabt haben, eine Entscheidung über Leben und Tod der Nation. Ich glaube, namens der Versammlung zum Ausdruck bringen zu können, datz daS deutsche Volk nur mit einem Frieden dejt Gerechtigkeit einverstanden sein kann'
ffinmfitige Ablehnung.
Der Protest der Nationalversammlung.
(Drahlbericht.)
Berlin, 12. Mai.
Die gestrige Natiottolbersaurmlung, die in der Universitätsbibliothek tagte, gestaltete sich zu einem einmütigen Protest gegen den ttnS dro bciticn Gewaltfrieden. Nach den üblichen einleitenden Formalitäten nahm Ministerpräsideir Scheidenrann das Wort: Meine Damen un‘. Herren! Wir haben Gegenvorschläge gemacht und werden noch weitere machen. Wir sehen mit Ihrem Einverständnis unsere heilige Aufgabe darin, zu Verhandlungen zu kommen. Dieser Vertrag ist nach Auffassung der Reichs- regiernng unannehmbar, so unannehmbar, daß ich heute noch nicht zu glauben vermag, die Erde könne solch einen Bruch ertragen, ohne datz
Millionen und aber Millionen Kehlen aus allen Ländern ohne Unterschied der Partei der Ruf erschallt: Weg mit.diesem Mordplan! Da und dort regt sich schon eine Einsicht in die gemeinsamen MenfchHeitSvcrpflich- tungen, in den neutralen Ländern, in Italien, in England, vor allem auch — und das ist uns ein Trost in dieser letzten, furchtbar auflodern- Ven chauvinistischen Gewaltpolitik — im sozialistischen Frankreich werden die- Stimmen laut, an denen die Historiker einst den Stand der Menschheit nach vierjährigem Morden messen werden. Ich danke allen, aus denen ein empörtes Herz und Gewissen spricht. Ich danke vor allem und erwidere die unvergängliche An- hängllchkeir, das ßkelöbnis der Treue, das gerade jetzt aus Wien zu uns herLberschallt. Brüder von Deutsch-Oesterreich, die auch in' der dunkelsten Stunde den Weg zum Gesamtvolk nicht vergessen, wir grüßen Euch, wir danken Euch und wir halten zu Euch. Ach rechne nicht mit den anderen, denen der Käfig noch nicht dicht genug geflochten, noch nicht eng, noch nicht martervoll genug ist, der Käfig, in den das deutsche Tier gesperrt werden soll. Wir kennen unseren Weg; über diese Bedingungen darf er nicht gehen. Es hieße nicht, an Deutschlands Schicksal zweifeln, sondern sein Schicksal opfern. Wenn wir anders denken wollten, sieben Sie uns bei bei der Anbahnung der Verhandlungen. Lassen Sie niemand in der Welt darüber einen Zweifel, dass Sie eins nfrf nns sind, das ganze Volk ein Wächter vor der Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder. Ein einig Volk vermag viel, ganz besonders, wenn es, tote wir heute. nicht nur für uns selbst, sondern für die Gesellschaft der Nationen dagegen protestieren, datz Haß verewigt und Fluch für immer verankert werden. Ihnen, den Mitgliedern der deutschen Nationalversammlung, gilt heute das Wort: Der Menschheit Würde ist in Ahr» Hand gepesten, bewahret sie! Wird dieser Vertrag wirllich unterschrieben, so ists nicht Dettkschlands Leiche allein, die auf dem Schlachtfeld« von Versailles liegen bleibt. Daneben werden als ebenso edle Lerchen liegen da? SelbWestimmungsreM der Völker und die Unabbängirckeit freier Nationen, der Glaube an all die schönen Ideale, unter deren Banner die Entente zu fechten vorgab und vor allem der Glanbe an die Vertragstreue. Die Rede des Ministerpräsidenten war von Anfang bis zu Ende mit äußerst lebhaften Zustimmungen begleitet und vielfach durch stürmischen Beifall unterbrochen. Auch die Tribünen nahmen an diesen Kundgebungen lauten und lebhaften Anteil.
Preußischer Ministerpräsident Hirsch: Am Auftrage der Regierungen sämtlicher deutscher Freistaaten habe ich folgende Erklärung abzugeben: Heute ist es klar, was die Feinde mit unS Vorhaben. Sie wollen uns für alle .steilen aus der Reibe der Kulturstaaten der Welt streichen und wieder wie einst zur völligen Thn- macht verdammen. Sie wollen das arbeftSsreu- btae deutsche Volk zu einem Kne<wvoll macken. Demgegenüber erklären wir. die Vertreter aller deutschen Freistaaten, vor aller Welt: Sieber tot rks Sklave. Dieser FriedenSvertrag ist unan- rebmbar. (Lanaer, lebhafter Beifall.)
Abg. Müller-Breslau (Sozialdemokrat): Bei dem jetzigen Friedensentwurf kann von einem Rechtsfrieden ganz und gar nicht gesprochen werden. Dieser Friede ist weiter nichts als die Fortsetzung de? Krieges mit anderen Mitteln. Wir erheben Einspruch eenen jede gewaltsame Lostren uung deutscher Voffsierle vom Körper des Reiches und fordern, dass nufere Unterhändler in Versailles mit allen Mitteln durchsetzen, dass nirgend? ehr Teil deS der ,'chc: Volkes von De'ftfckland losoechenut wird, obne daß Zue Äbkftprmr-ng darüber ftotifirbet. (Lebhafte wie- derbofch vn'ftnrmuna.z Mr boften. dass das in Versailles erreicht wird. F-den anderen Frie- den-f^ertraa würben wir für ein europäisches Unglück halten. Dieser Friedensvertrag ist nn- erttäÄch und unerfüllbar und daher für uwS «nanuebuibar. (Stürmischer Beifall.) Wir lehnen diesen Vertrag ab der uns alles nimmt
dieser Saat werden uns Rächer entstehen. Es toirb1 der Tag kommen, wo Deutschland aus der -Finsternis zu neuem Licht emvorkommt.
Nack Posadowskv sprachen dann noch Frank (Demokrat), Abg. Schnltz-Bromberg, der -den griedensvertrag für Posen als unannehmbar -zeichnet und Dr. Stresemann. der aussührie: Wird dieser Friedensvertra« nicht abgeändert, so wäre das der größte Selbstbetrug, den es je gegeben hat. Wir schliessen uns den bisherigen Rednern an. Die Auslieferung des Kaisers ist juristisch und tatsächlich unmöglich, weil sich das deutsche Voll nicht auf die Dauer ehrlos erweisen kann. Deutschland soll zerstückelt, soll machtlos, rechtlos und ehrlos aus ewige Zeiten fein, soll Fronarbeit für andere Brächte leisten. Dem setzen wir ein entschiedenes »Nein" entgegen. — Haase sagte unter andern:: Die Friedens-bedingungen stehen im schärfften Widerspruch zu den Grundsätzen, die wir stets für den Frieden aufqestellt haben. Wir erheben daher schärfsten Protest und verlangen, daß überall der Wille der Bevölkerung entscheide. Die wirtschaftlichen Forderungen des Verbandes sind unerfüllbar. Die Weltrevolution ist auf dem Marsch. Sie wird den Frie- densvertrag, der uns jetzt aufg-ezwungeu werden soll, annullieren. Nachdem Graf Dohna und S. Qnidde gesprochen haften, nahm Präsident renbach das Schlußwort, indem er sagte: Von dem heuftgen Tage an muß aus diesem Saale eine Welle in das Volk getragen werden, die auch dem Ausland klar macht, daß man das deutsche Volk nicht so behandeln darf. (Beifall.) Fn dieser schweren Sftrnde bitten wir unsere Kinder und Enkel, es uns nicht anzurechnen, daß wir st« der Not und dem Elend überliefern müssen. Wir batten aus daS Völkerbündnis gehofft. Dieser Vertrag ist keine Einleitung dazu Es ist die Verewigung des Krieges, und jetzt wende ich mich an unsere Feinde Und sage: Auch in Zukunft werden deuffche Frauen Kinder gebären und diese Kinder werden die Skla- venletten zerbrechen und die Schmach der- wischen. Für uns gilt, wie in glücklichen Tagen, so auch heute das Wort, daß immer uw der Ausdruck der tiefen Liebe zu unserer Heimat war: Deutschland. Deutschland über alles, über alles in der Welt. (Beifall und Händeklatschen- Zischen bei den Unabhängigen.) Präsident FehreUbach erhält die Ermächtigung, Tag und Tagesordnung der nächsten Sitzung selbständig festzusetzen.
AufklLrunqsavSett der Abgeordnete«.
Berlin, 13. Mai. (Drahtbericht.) Mit der gestrigen Kundgebung der Rationalversamrn- fttna ist die erste Sitzung in Berlin beendet. Sämtliche Abgeordnete werden Berlin verfassen und sich in ihre Wahlkreise begeben, nm dort in öffentlichen Versammlungen Fühlung mit ihren Wählern zu nehmen, nm sie über die Tragweite der feinb-
3m Bürgerbund. »
Der große Saal de? DereinshauleS war dicht besetzt. Stummes Granen ht den Zügen lauschten die Tankende, die hier auk Veran- laffung des Bürgerbundes zusammen- gekommen waren — nach einleitenden Worten von Direktor Friedrich, der zum Ausdruck krackte, die Regierung werde den rechten Weg nur finden, wenn wir alle hinter ihr stehen — den Ausführungen, die Stadtverordneter Bankier Pfeifker über die unmenschlichen Einzelheiten deS FriedensvertragssS in politischer, wirtschaftlicher, finanzieller und kultureller Beziehung machte- Dann und wann brach auch impulsiv die Entrüstung durch und ein Aufbäumen deS Menschen gegen unerhörte Niedertracht. Saß und Rachegelüste- In die schwierige Materie, die selbst Kreise noch nicht beherrschen, die amtlich damit zu tun haben, tief eingearbeitet, wies er an noch unbekannten Bestimmungen deS Vertrag? nach, wie wir auS bet Welt gestrichen und außerstand gesetzt werden, jemals wieder emporzukommen. Was von unS an Milliarden und Milliardenwerten gefordert wird, können wir niemals bezahlen, und dann bestimmt die Entente laut Vertrag, womit wir bezahlen sollen, mit Werten der Kunst und der Wissenschaft,sodaß deutscheKulturschließlich nur noch in den Museen der Aili e r t e n zu finden ist- Und wenn wir schließ« k,ch wirklich alles bezahlt haben sollten, läßt der Vertrag mach Hintertüren auf, um die Besetzung deutscher Gebiete zu einer entgiltige« zu machen. So wird der Krieg in Per- m a n e n z erklärt- Wilson selbst hat den Weg gewiesen, den wir gehen müssen, als er den Russen in Brcst-Litowsk den Rat gab, den Friede» nicht anzunedmcn. Für das deutsche Volt gibt es nur ein .Niemals!" Unsere Regierung muß das ganze deusche Volk geschloffen Hinte» sich sehen. Nachdem sich der langanhaltend» Beifall gelegt, sprach noch Direktor Friedrich: So machtlos sind rott nicht, um unS alles bieten
neben Friedensdedingungen aufzuklären. Die Mitalieder des FriedensauSschusses dürften jedoch bald wieder nach Berkin zurückkehren. da der Ausschuss anfangs nächster Woche
len. du oct f-uu^ uiguup« uuw,u. muw- nommen werden Anstelle von Genf beantragt waHrschfülSSAvieder msanmumtrste» wird. Deutschland ftwm tis <*<* &e8 SMvchrrnda^.
Die Nationalversammlung selbst dürste noch ein oder zwei Sitzungen ht Berlin abhalten und kehrt dann wieder nach Weimar zurück zur Fortsetzung der Beratungen des Verfaffungs- entwurfS und zur Beratung deS Etats und so- zialpolltischer Vorlagen.
Sum Notenwechsel.
Beurteilung der Antwort Clemeneeaus. (Drckhtbericht unseres Sonderberichterstatters.)
BersallleS. 12. Mai.
Die Beurteilung der Antwort Cremenceaus auf die beiden ersten Roten, denen heute die »eitere über einen Kongress über Arbeiterfragen gefolgt ist, in den französischen Blättern hält sich vollständig an den Satz, daß keinerlei ErSrterung der grundsätzlichen Friedensbedingungen zugelaffen werde, eine Auffaffung. die durchaus bem Geiste Clemenreas entspricht. Auf der andern Seite haben die Alliierte« ht ftirxr Antwort ausdrücklich auf die Grundsätze Wil- sonS. die zum Waffenstillstand führten, hlnge- wiefen, Danach würde die ErSrterung für die Territorialfragen im Geiste der vierzehn Punkte weiter offen bleiben. Bei den pekuniären und völlerrechtlichen Forderungen ist der Weg, ihrs praktische Durchführ- barkett zu erörtern, und die Widersprüche und Nnmöglichkeiten aufzureizen, überhaupt nicht anzuzweifeln. Cs ist möglich — ich halte es für wahrscheinlich —. dass die Allierten auch den letzten Schein, als ob sie sich mit mts über .die Durchführbarkeit verständigen wollten, fallen lassen: ob in diesem Falle die Aufsichten ettva auf Anfban der zerstörten Gebiete Frankreichs größer werden, ist eine Frage, die sich Frankreich selbst beantworten kann. Rolf Brandt.