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Kasseler Abendzeitung
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Kesfische Abendzeitung
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v. Zahraang
Freitag, 25. Apri! ISIS
Nummer 120
Fernsprecher 951 und 952.
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Militärischer Vormarsch gegen Wache«.
KolsrMe Rohstoffe.
Deutschland und die koloniale Versorgung.
Von
Dr. Paul Leutwein.
In der öffentlichen Meinung Deutschlands nahm die Frage der Faserstoffe, insbesondere der Baumwoll-Versorgung, bis zum Kriege unstreitig die erste Stelle ein. Schon die Monopolstellung Amerikas auf diesem Gebiete zwang zur Eigenversorgung, und auch die Faserstoff-Produktion unserer Kolonien nahm eine verheißungsvolle Entwicklung. Von den 930000 Tonnen Faserstoffen, darunter 486 000 Tonnen Baumwolle, die Deutschland vor dem Kriege bezog, konnten allerdings die Kolonien 1913 erst einen geringen Bruchteil liefern. Das Bild hätte sich indessen rasch geändert. Ter Krieg hat in seiner langen Tauer uns nicht nur die ungeheure Wichtigkeit der Versorgung mit Faserstoffen für unsere Industrie und Volks- Lekleidung Kar gemacht, sondern er hat auch bewiesen, daß Deutschland und die benachbarten östlichen Länder nicht in der Lage sind, die überseeischen Versorgungsgebiete durch die Entwicklung der Schafzucht, der Flachs- und Hanf- kuktur auch nur entfernt zu ersetzen. Hinsichtlich des Kautschuks, der von der Induflrie und der Heeresverwaltung in ungeheuren Mengen verbraucht wurde, konnte das Gleiche in noch höherem Maße gelte«. Wir haben erkennen müssen, daß auf einen Ersatz durch künstlichen Kautschuk in ausreichender Menge und Güte nicht gerechnet werden kann. Allerdings hat die Kautschukproduktion in den letzten Jahren einen besonderen Aufschwung genommen. Den 110600 Tonnen Welterzeugung im Jahre 1913 stehen 200000 Tonnen 1916 und 260000 Tonnen 1918 gegenüber. Da indes diese Vermehrung fast ganz auf die englischen Malayen- Staaten und Indien entfällt, würde Deutschland ohne Tröpen-Kolomen in seinem Kaut- schukbezug von Cmgiland abbängig werden, das sich hierin eine ähnliche MomOofftellung wie die Vereinigten Staaten in der Baumwoll- erzeugung errungen hat
Erst im Laufe des Krieges kam es dem deutschen Volke zum Bewußtsein, daß noch wichtiger als die oben genannten Produkte die tropischen Pflanzenfette und OeIe sind. Der Fetch-unger des europäischen Marktes war zwar von den Fachleuten schon 1911 festgestellt worden, doch rechnete niemand mit einer möglichen Unterbindung der Bezugsquellen. Dre Abschnürung Deutschlands durch die Hunger- bkockade hat durch die Unterbindung der Hel- früchtezufubr wahrhaft katastrophale Zustände erzeugt. Mit unerbittlicher Brutalität wurde dem deutschen Volke vor Augen geführt, daß fehle Landwirtschaft und feine Volk straft ohne den Bezug der Oelsrüchte dem^unaufhaltsamen Niedergang preisgegeben sind. Nicht alle Oel- früchte sind tropischer Natur; fo Leinsaat, das Deutschland hauptsächlich aus Argentinien bezog. Die Einfuhr dieses Produktes, 1912 auf 330 000 Tonnen angewachsen, stieg 1913 ans 560000 Tonnen. Die wertvollsten Oelsrüchte sind aber doch in den tropischen Kolonialgebieten zuhause, so Palmkerne, Palmöl. Kopra und Erdnuß. Die Einftrhr Deutschlands au Pal m- kernen und K o v r a hatte sich von 1898 bis 1913 rund verzehnfacht. Wenn eS auch England nicht gelungen ist. sich ein Erzeugungsuronopsl für die Oelsrüchte zu verschaffen, so hat es doch den Krieg dazu benutzt, die bisher in Deutschland ansässige Oelmühlenindustrie an sich zu reißen und sich besondere Bezugsvergünstigun- gen der Rohstoffe zu sichern.
Auch die Verarbeitung des wichtigsten tro- viscken Nahrungsmittels. des Reifes, der sowieso vorwiegend aus Britisch-Indien in den Welthandel kommt, hat sich England zu sickern verstand:« und damit die vor dem Kriege blühende deutsche ReisMühlenindustrie erwürgt. Am günstigsten liegen noch die Verhältnisse auf dem Kakao- Markte. Hier setzte schon vor dem Kriege in lebhaftem Wettbewerb aller Erzeu- gungsländer eine große Produktionssteigernng ein, woran auch unser Schutzgebiet Kamern« sich mit Erfolg beteiligte. Im Laufe des Krieges kam es aber durch den Ausfall der Mittelmächte als Bezieher zu einer derartigen Ueber- geu."una, daß im Frühjahr 1918 in den wich» tlosten Prod'-ftions'el'ieien Sao Nwm«, Eold- stiste und Ekuador i»':r 100 090 Tonnen, d. i. etoa MS D0"pe'te des dRft'cken Jahresbe- >arf8 von 1918. lagerten. ES kann angrnom- nen werden, daß mit der endgültigen Aufhebung der Blockade diese» wichtige NabrungS- and Genußmittel trotz unserer sch lecksten Va- ptte in ausreichender Menge und zu nicht un- pinstigen Preisen nach Deuffchland eingeführt vird. ' Im ganzen ergibt sich ftrdesseu aus dem tzesagten eint fo traurige Abhängigkeit vom
Weltmarkt, daß der Besitz von Kolonien zur Lebensfrage für Deutschland wird. Unserem durch die englische Erwürgungspolitik seelisch erlrantien Volke muß ein Ventil geöfs- net, eine neue Entwicklunosrnöglichkeit gegeben werden. Geschieht das nicht, so wird der Bolschewismus fein furchtbares Vernichtnngswerk vollenden und auch das westliche Europa einschließlich der englischen Inseln zu einer unabsehbaren Wüste macken.
Sie ZWS in Sehern.
Beginn der militärischen Mion. lDrahlbericht.f
Bamberg, 24. April.
Die bayerische Regierung gab heute Befehl zum militärischen Barmarsch der Regierungstruypen niri M Nnche n. Der bayerische Landtag wird noch le-n Entschluß des Ael'rstenraies zu einet Vollsitzung zu- sammemreten, sobald die militärischen Op.rn- itonen neaen München zu einen* gewissen Ab- schlnst gelangt sind. Tie bayerffhv Resierung hat die Verschickung von Wertsendungen nach München über hundert Mark verboten.
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Vormarsch schwäbischer Truppen.
Bregenz, 24. April. (Drahtbericht). Das .Vorarlberger Tageblatt"- meldet: Starke wärt tombergische Freiwilligen.Tru'ppen sind in Lindau und Romanshorn eingetroffen. Die Haupt- straßm sind mit Truppen und mit Mafch, cnge- wehren besetzt. Auch die öffentlichen Gob8»r»e sind miLitärisch gut bewackt. Die spartakisirschLN Putsche körmen als endg-Mia niedergffWagen angesehen werden. Die bayerischen Dodensee- daiwvfer befinden sich samt und sonders in den Händen der Regierunastrupp-n.
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Durchsuchung der Banken.
Bamberg, 24. April. (DrvhBericht). Die int Beisein der Eigentümer erfolgte Durchsuchung der SafeS in den Banken hat den Münchener Spartakisten eine weitere Enttäuschung geb nacht. Sie erbeuteten in der Hvpoche'enbau^ nur zweihunderttausend Mar» v ni ht d r DeremSbank nur zwölftausend Mark. In öffentl'chen Aufrufen und Reden wrd zu Plünderungen aufgefordert: Proletarier, tornn ihr Hunger halst, holt euch, was ihr braucht. So liest man auf Anschlägen.
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Einstellung ds» Zugverkehrs.
Augsburg, 24. April. (Drahtbericht). Die am Donnerstag eintretente Einstellung des gesamten bayerischen Person uzugverkchrs für Nah- und Fernbetrieb auf allen bayerischen Linien der bayerilchen Staatseisenbahn auf dem rechten Rheinufer Wird 8—10 Tage dauern.
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Einführung von Betriebsräten.
Bamberg, 24. April. (Drahtbericht). Das Ministeri"'m für soziale Fürsorge hat die Ein- sührtmg von Betriebsräten in allen Betrieben, Verwaltungen Büros mit mindestens zehn Personen, einschließlich der staatlichen und militärischen Dctr'ebe verfügt. Die Betriebsräte werden gegenüber dm Arbeiter- und Sokdatenrats-Äusfchüssen erheblich e r w e i - terte Kompetenzen in der Fraa« der ArbestS- und Betriebsordnung, der Lohuver- hältnffse der Arbeiter. Wohlfahttseinrichtungen usw. erl-alten. Dagegen sind sie rpcht berechtigt, in die Betriebsordnungen einzugreifen.
Her kommende Friede«.
Eine Note Fochs.
lDrahtberickst.)
Berlin, 24. April.
T« Tivisionsgencrak Rudant. Vorsitzender der ständigen interalliierten Waffenstill- staudskommission, hat dem Vorsitzenden der deutschen WaffenstillstandSkommfffion die folgende Note übersandt: Der Marschall, Oberbefehlshaber der Alliierten, telegrayhrert am 22. April unter Nr. 2093: Wollen Sie die folgende Antwort der alliierte« und assoziierten Regierungen der deuffchen Regierung übermitteln:
1. Tie deutschen Delegierten können Greifen, wann sie hierzu bereit sind. Tie deutsche Regierung wird gebeten, den Termin ihrer Ab- reise ro schnell wie möglich bekannt zu geben. Ihre Reise im alliierten Gebiet wird so geregelt, daß f:c abeudS in Versailles ankom- men, um ht Rübe sich entrichten zu kLnnen.
2. Die deutschen Delegierten werden jede Bewegungsfreiheit zur Erfüllung ihrer Mission haben. Ebenso haben sie völlige Freiheit für telegraphische und telephonische Berbin- dung mit ihrer Regierung.
3. Die deutschen Delegierte« können schon
jetzt ihre drei Diitgliederkommis-
s i o u e n nach Versailles senden, um die Unterbringung vorzubereiten, (gez.) Nudant.
Freizügigkeit der Delegierte»?
Basel, 24. Aprist (Drahtbericht.) Mailänder Blätter melden: Die deutschen Delegierten auf der Parif er Konferenz werden dorr Spaa ans in einem Sonderzug, der von französischen Sol-aaten geleitet wird, nach Versailles fahren. Dort werden sie von einer militärischen Kommission, die von einem Obersten geführt wird, empfangen und ht geschlossenen Automobilen ht ihre Hotels gefahren. Bis zur Unterzeichnung deS FriedenSverirages werden die deuffchen Delegierten streng überwacht. (?) Sie dürfen nicht ünbegleitet ausgehen und jeder Verkehr mit Journalisten ist verboten.
Dir Abrsise der Delegation.
Berlin, 24. April. (Drahtbericht.) Die A b - reise der deutschen Abordnung in Stärke von etwa siebzig bis achtzig Personen wird am Montag den 28. April erfolgen. Ihr gehören auch die Regiernngsvertteter dos deutschen Volle« an. Die Reise geht über Spaa bonftatten. — Nack einer Meldung aus Loudon ist jetzt eine Ueber-inftimmung geschaffen worden darüber, daß die Ftiedensbedin- gungen der Presse mitgctoilt werden sollen, wenn sie den deutschen Unterhändlern bereits ausgehändigt sein werden.
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Wilso» und die Adria-Frage.
Rotterdam, 24. April. (Drahtbericht.) Das amorikanffcho Preßbureau in Paris veröffentlicht eine Erklärung de» Vräsiöenten Wil- son zur A d r i a f i a g e. In diefer Erklärung, die Wilson ausdrücklich als eine persönliche Stellungnahme bezeichnet, leg» der Präsident die Gründe dar, die ihn veranlassten, sich der Zuweisung Fiumes an die Italiener zu widersetzen. Er führt aus. daß der F r i e d e, der mit Deuffchland geschlossen werden soll, auf der Grundlage von Recht und Gerechtigkeit aufgebaut werden soll. Dieselbe Grundlage gelte aber auch für die Gebiete, die früher Teile der österreichisch-ungarischen Monarchie waren. Bei Berücksichtigung dieser Grundlage dürfe Fiume nicht als Tor für de« Import und Export Italiens dienen, sondern nur für de« Handel der nördlich und nordöstlich bor< Fiume gelegenen Gebiete, namentlich Ungarn, Böhmen, Rumänien und die füdftavlscheir' Staaten. Die Erklärung erinnert weiterhin daran, daß Fiume in dem Vertrage bon London im Jahre 1915 Kroatien zu gewiesen wurde, während nach demselben Vertrage Italien nur einzelne Punkte an der dalmatinischen Küste erhalten sollte, um diese gegen Ueberfalle von Oefterreich-Ungaru zu schützen. Diese Gefahr aber besteht jetzt nicht mehr. Ml- son erklärt zum Schluß, überzeugt zu fern, daß Italien sich entschließen.wird, einer Regelung der interessierten Frage zuzustimmen, die den dauernden Frieden zu sichern geeignet ist.
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Für mündliche Darhandlungen.
Haag. 24. April. (Drahtbericht.) Die liberale'englische Presse, sowie die englische Arbeiterpresse, Manchester Guardian, Dailv News, Westminster Gazette und das Arbeiterblatt Daily Herald, stehen auf dem Standpunft. daß man Deutschland zubilligen müsse, über die Friedeusbedingunaen zu unterhandeln — Aus London wird gemeldet: Die englische Negierung hat an Italien das Ersuchen gerichtet. aus einige seiner Ansprüche an der asiatischen Küste zu verzichten.
SeittWemSs Belieferung.
Finanzierung bet Lieferungen. (Dnchtbericht,)
Frankfurt, 24. Avril.
Der „Franffurler Zeitung" wird aus dem Haag gemeldet: Mit der Verfrachttmg von dreißigtausend Tonnen Kartoffeln und zweitmffend Tonnen Speck nach dem deutschen nicht besetzten Gebiet ist gestern begrünen worden. Durch die Kommmtalberbitnde t® die Finanzierung von tausend Tonnen Butter und durch dir Reichsstelle von weiteren tausend Tonnen Butter zustande gekommen, die sofort nach Deutschland befördert werden können. Weitere zweitausend Tonnen Speck sind angeboten worden. Auch deren Finanzierung scheint durch private Kredite erledigt zu werden, ebenso wie dir Lieferung von siebentausend Tonne« -Fl e i s ch, für weift; die Finanzierung in Aussicht sieht. Sam liche Wa ren sind von Sachverständigen auf ihre Güte geprüft worden. Zur Verfügung stehen in Hol- laud weiterhin breitzmsendfvn stümpert1 Sonnen Hülfen flüchte, für welch, die Fnwnzie- nrng noch nicht erledigt ist. ■ „ .
Som Lölkrbimd.
Aus dem deutschen Entwurf.
Die deutsche Regierung hat dem Pariser Pölkerbundentwurf vom 14. Februar dieses Jahres eigene Vorschläge gegenüberge- stellt, die sich von diesem in wichtigen Punkten unterscheiden. Während nämlich der Pariser Entwurf, wie es scheint, auch in seiner neuen Fassung die Leitung des Bundes einem bureaukratischen Kollegium überweist, das nach dem Machtprinzip gebildet ist, und auf eine Sicherung der fünf siegreichen Großmächte in ihrer Herrschaftsstellnng hinausläuft, vertritt der deutsche Entwurf den Grundsatz ge- »offen schaftlicher Gleichheit und de- mokratischer ReppLsenAltioregieruug. Er setzt neben die obligatorische Schiedssprechung für das negative Ideal der KriegSverhütung das positive Ideal der internationalen Arbcitsge- memschaft im Dienste des Geistes und materiellen Fortschritts der Menschheit. Nach dem deutschen Entwurf umfaßt der Völkerbimd ohne weiteres alle kriegführenden Staaten, auch solche, die erst während des Krieges entstanden sind, sowie alle neutralen Staaten, die dem Haager WelffchieLsverbaird angehören. Die Organe des Völkerlnmdes sind zunächst der Staatenkongreß und das Weltpar- lament als Gesetzgeber. Der Staatenkongreß wird durch Vertreter aller Regierungen zu gleichen Rechten gebildet. Er ist zugleich das HaupiverwaltungS-organ und erfüllt seine Aufgaben dttrch einen ständigen Ausschuß, den er selber wählt, auch während der Zeiten zwischen den Taguuaspcriodcn. Von den Vorrechten bestimmter Mächte ist in diesem Ausschuß keine Rede. Auch hat er nur beschränkte Funktionen Fiir die Willensbildung im Staa. tenkongrcß ist das Prinzir der q u a I i f t j i e t« ten Majorität eingeführt. Tas Weltpar» Imnent muß bei den wichtigsten Gesetzen und beim Bundeshaushalt zustimmen.
Als Behörden der Rechtspflege im Weiteren Sinne werden zwei ständige Körperschaften gebildet: der internationale Gerichts- h o f und das VermittelungSamt. Der Gerichtshof entscheidet streitige RechtZsachen, das Ver- mitielungsamt regelt Interessenkouflifte. Bei einem Streit über die Kompetenz bat der Gerichtshof das letzte Wort. Jede Staatendifferenz muß vor eine der beiden Behörden gebracht werden. Nur eines ist den Staaten erlaubt, nämlich, die Streitfragen durch besondere Schiedsgerichte entscheiden zu lassen, soweit es sich nicht um die Auslegung von geschriebenen Rechtssätzon handelt, die die ganze Pökkerbundgemeinschaft angeben. Das Vermit- tclunasam» hat besondere BefUMisse. dringende Streitsragen von amtswegen vor sein Kollegium zu ziehen, damit eine Lösung getroffen wird, ehe die Spannung sich zum Streit entwickelt. Unter den Zwecken des VöfferbundeS ist der wichtigste die Abrüstung Nach dem deuffchen Entwurf ist der Krieg keine legale Form der internationalen Streilerledigung mehr. . Die Abrüstung wird daher auf das Maß beschränkt, das für die innere Sicherheit und die Ausübung des Notwehrreckts erforderlich ist. Zur See darf es, abgesehen vom Küstenschutz, feine bewaffneten Schiffe geben als die Seepoliz->iflotte des Völkerbundes, die unter gemeinsamer Leitung auf die Seestaaten unter seinen Mitgliedern kontingentiert wird. Meerengen und Kanäle werden in weitem Umfange internationalisiert, die See- und Binnenschiffahrt auf dem Boden der Gleichberechtigung geregelt Die Wirffchaftsfteiheit sckließt lebe Art von Wirtschaftskrieg aus, der nicht vom Bunde als Maßnabme der Zwangsvollstreckung besohlen wird. Ausfuhr, Einfuhr und Durchfuhr sind in liberalem Geiste geordnet. Ein Welthandelsrecht wird als Ziel aufgestellt. Für ein internationales Arbeiterrecht ist dem deuffchen Entwurf ein Sonderabkommen beigefügt, das sich in vielen Punkten mit dem neuerdings in Paris veröffentlichten Arbeiterrechtsentwurf zu decken scheint, aber im ganzen noch darüber hinausgebt. In der Kolonialfrage endlich erkennt der deutfche Entwurf das Printip der internationalen Ver- wattungsvrdnung für Tropenkolouren an. Tie Aufsicht des Völkerbundes soll sich in allen nicht mit Selbstverwaltung versehenen Kolonien ht erster Linie auf den Schutz der Eingeborenen, in zweiter auf die Einhaltung des Grundsatzes der offenen Tür erstrecken. Bestimmungen über die Einzelheiten der Zwangsvollstreckung und die Kosten de" 9luvbesverwattung schließen den hoch-bedeutsamen Entwurf.
Z»r Aufhebung der Blockade.
Basel, 24. April. (Drahtbericht.) Ein Londoner Dlaft meldet: Lloyds in London nimmt Versicherungen für Seetransporte nach deuffcke« Häfen vom ersten Mai ab an. — Ei« anderes Blatt meldet: An der Londoner Börse wird die Aufhebung der allgemeinen Blockade nicht vor Ende Mai erwartet. Jm> Märistormm fui£at über die Aufhebung bes