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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 117

Sonntag, 20. April 1919

9. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952.

Fernsprecher 951 und 952.

Aufhebung der Blockade am 25. April?

$te Raffelet Steueren Vlad rieten erscheinen wöchentlich irchimal und zwar e b e n b 5. ter AbonnementrpreiL beträgt manatl 1J5 Mart bet freier Ruflethmg ins e>ou* Bestellungen werden leberjett von der ®efd>6ftsnene oder den Boten entoegengenominen. t rüder ei, Betlag und Redaktion : £»Ia*tOofllraBe 28,36. itfir unverlangt einnefanbte Beiträge fatm die Redaktion eine Verantwortung oder Eewäht in keinem ?alle übernehmen Rttlkzgl Umg des BezugSze des oderAn-vrüche wegen eiwaiaern StotanungSmätz ger Sie erung «uSgefchloffen

Aufhebung der Blockade am 28.Apr:l?

Rotte dam, 19. Avril. (Drahtbericht.) Obwohl '' fce15 6fTonnx war, daß die deut- fd^t Telefri-rti ; für den 25. April nach TttrfS eingeladrn würden. bat ClemenceauS Mittel» lf.ng kn einet Versammlung der verschiedenen aCilerten TcTenationer einen tiefe' E'n» dr u ck gemuckst, da man sich jetzt tun mmen klar darüber ist, aast daS Ende der Bera­tungen beyorsteht. Lei weitem wichtiger Mr die weite" Entwicklung der Las' ist, daß Eng­land sich bereit e-tfärt hat, sich mit der A n n u l. lietung der Blockad« mv» der Aufhe»

JnkertionSpreile: Die flebcng^pattete Zeile für einheimische Geschäfte 30 $fg für au», wärttae Anzeigen 3S Bf. Reklame,eile für einheimische Sefchäsie 7i Df., für auswärtige Seschäkte l Mk Einfache Beilagen werden mit S Mark pro,Tausend berechnet, alle» mit ro*/, Teuiru wS.Zu'chlog. Bei ttebermlttlung > on A-,eigen auf leleph. Mege wirs für durch Hör. fehler hervorgerufene Jrr.ümer ketnerietHaftnng übernommen Mr dierlnfngbme vonNnzeigen an bestimmten Tagen ober Plötzen wird, Zf. keine Dewähr geleistet. Seschü'iSftclle: tlöin.rtr. 5

Besetzt die Entente Schleswig?

Rotterdam. 19. April. (Drahtbericbt.) Die Meldung der .Slaence Havas" über den Be- kchluß des Pariser Viererrates, die Sch leS- wiger Frage durch eine BoftSaVflimnnmg *u regebi, wird nach einer weiteren Pariser Meldung dahin ergänzt, daß während der Ab­stimmung das Land durch alliierte Streitkräfte besetzt und durch eine internationale Rom» Mission verwaltet werden soll.

Sungderschwarzen Liste vom 25. April ab zufrkedenzirgeben, während die Zensur für die Handelskorrespondenz bereits am 18. April sortsäM. Diese beiden Maßnahmen haben eine weit größere Bedeutung für den Wiederaufbau Europas als irgend ein irriedenöablommen, dessen Genehmigung noch nicht seststeht.

reS Leben. Mit Flickwerk ist nichts mehr ge­tan Der eine Glaube muß unS stark und frei erhalten daß. war so groß gcsft ist. so klein nidxt untergeben kastn, Mc unüberwindliche Zuversicht uns über alles Niedrige und Tritt* kende unserer Taae emdorbeben: daß ein Volk von einer so geschichtlichen Gröze, einer so stille» und starken Gottesfurcht seiner Väter trotz aller Gruben, die man ihm in unerhörter Tücke gegraben, wesenslos nicht zugrunde gehen kann. In diesem Glauben will Ostern uns be­stärken. Die Erscheilmng Christi als des Uedw- winderz deS Todes wird m Grundlage allen Lebens, aller sittlichen Kultur. .Der Tod ist verschlungen *jn den Sieg!" Was Christus für uns getan, d.tzS gibt uns die Kraft zur deut­schen Tat. d. sb. zur freudigen Selbstlosiakeit unseres Tuns, die nichts für sich will, sondern ibr Glück darin siehf. mitzuwirken mit aller Hingabe und allen Kräften an der sittlichen Erneuerung unseres Volkes. So laßt uns Ostern feiern, still und stark in aller Unruhe, allem Kampf der Welt, als das Fest des Sieges und des Lebens in verjüngender Kraft.

Dom Streit der AnMellterr.

Eine Einigung erzielt. (Drahcherichk.l

Berlin, 19. April.

Die Verhandlungen über den Streik der Au- gestellten in der Metallindustrie, die seit vier Uhr «sSrnifwgs «ft RcichswirthhaftSmiuiÜel

Verlust« der RegierunAstruppen.

Nürnberg, 19. April. (Drahtbericht.) Bez Frersing ist es gestern zu einem großen Zusammenstoß zwischen der Roten Garde und Truppen de? zehnten Infanterie-RegimentS bekommen, der für die Regierungstruppen ziem, lich veilustreich war. Es wird von achtzig Toten gesprochen. Die Spartakisten hatten vor her Stadt Schützengräben aufgeworfen und diese mit Maschinengewehren schwer bestückt. Von amtlicher Seite war bisher eine Bestäti- cmng dieser Meldung nicht zu erhalten. Am Donnerstag sind weitere dreitausend Mann wurtte<nbergische Truppen angekommen.

kvslaud-reMWM.

Churchills Befürchtungen.

(Drahrbericht.)

Amsterdam. 19. April.

Nach hier eingetroffenen ongftfchen Dlätter- meldunqrn sagte Churchill in einer Unter lluuS- rede: Wenn wir mit Deutschland Frieden sckckie- ssen. bedeutet das noch nicht, daß wir mit ihm Freundschaft schlteßen. Diese (lleneration wird, nach dem, was sich ereignete, ttiemals rer,zeihen können. Aber der Friede würde doch einen Zu­stand mit sich bringen, in dem gewisse ge­meinsame Interessen anerkannt wer­den. Ich ftlmtLr nicht, daß wir es unS leisten können, diesen Streit mit seinem ganzen Haß- apparat ohne Ende weiterzuführen. ich glaube nicht, daß die Struktur der zivilisierten Welt kräftig genug ist, diesen Druck »nSznlmlten Wir könn-n es t!Ns nickst leisten, oie vrdnunglieden- den Elemente in der Wiren deutschen Demo­kratie in daS bokfckew!/ sck?e Lager ,-,tt treiben. Alle meine Nackstichten Pellten darauf hin. daß Deutschland dem Znsammenbrnch sehr nahe sei. Ave meine militärisckfen Ratgeber betonten, daß das Wichtigste. waS wir tun müssen, ist, Deutsch­land mit Lebensmitteln »nd Rohstof - fen zur Wiede-atkfnahme des Wirtschaftslebens zu versehen. Wenn die Negierung Ebert- Dcheidemann-NvSke stürzt, so weiß nie. rnnttb was an ihre Stelle kommt: wenn Deutschland ih eine

bolschewistische Anarchie versinft. so gibt es nicht nur keine Entschädi­gung. sondern wir würden auch selbst verarmen. Der Weg zur Butze sieht Dmftfchland offen, wenn es nämlich den Bolschewismus bekämpft mrb ein Bollwerk dagegen bildet, fs ist das der erste Schritt zu seiner Wiedervereinigung mit der zivilisierten Welt. 11 nS drohen noch sehr große Gefahren, sroci mächtige Zweige der Menschheit, die Slaven inrd die Deut­schen, sind in das tiefste Elend gestürzt, und es wäre höchst unerwünscht, tvenn sie einander in diesem Elend fänden. Wenn Deutschland dem Bolschewismus verfiele, so würden die Wirkungen davon bis nach China bemerkbar fein. Die militärische Macht des bo 1. schwestischen Rußlands wird immer stärker und angriftslustiger. ES würde dann zwei Berbände geben, den Bund der besiegten und den D,md der siegreichen Nationen. Der Bund der Besiegten könnte leicht die Rüstungen wieder ausnehmen. Er betonte, daß man mit Deutschland einen gerechten aber stren­gen Frieden schließen werden. Einzelbedin­gungen gab CMrchill jedoch nicht bekannt.

Auf dem Vsrmarfch.

Bamberg, 19. April (Drahtbericht.) Der Dormarsch gegen Münchei, hat unter Leitung eines bekannten bayerische!, GenerakS begon­nen. Ein Anfllär'mg-ftesechl bei Dachau hat Herefts stattgesunden. Gin Vorstoß an einer anderen Stelle soll heute erfolgen. Die Blätter enthalten Aufrufe an das bayerische Volk zmn Kampf gegen den Bolschewismus urtb zahlreiche EraebenhettSkundgebimsten für das Ministerin« Hoffmann au» dem ganzen Lande.

Renbttbung bet Kabinetts.

Braunschweig. 19. Avril. (Trahtbericht) Gestern abend haben zwischen dem General "Reifer und dem LaNd-fagIanSschuß Verhand­lungen stattaefttnden. In einer weiteren Kon­ferenz des Neunerausschmssls und deS Ael'e- sienanSschuffeS mit dem General Merker ein irrte man si< auf eine Neubildung be« 9a« di nettS, daS st ' ans vier Mek -keits'oz'a- listen, einem Demokraten und zwei NnabhSn- mgcn zufammensetzt. DaS vorläufige neue Kabinett wird biS zu dem am 24. April er, folgenden Zusammentritt deS Landtages die RegienutgStreschaste sitzren. -v v'-w -*-s w *" ** -w- *»» -je«'

Franks-amerikanische» Kompromiß.

Amsterdam, 19. April. (Drahtbericht.) AuS Paris wird gemeldet: IM .Echo de Paris" schreibt Marcel H u t t i n, daß die Vorhand- Inngen xwisckfen Frankreich iw'd Ame- r i k a über die Bedingungen des Frievensver- trogeS zu einer Einigung gefübtt haben. Frankreich sind Zugeständnisse ge­macht wovden, die eS v o l 1 st ä n d i g befrie­digen. Andere umgehende Gerüchte entbehren her Begründung. Auch andere Pariser Blätter sagen, daß die durch die Presse gehenden Ge­rüchte, Wilson siehe den französischen An­sprüchen ablehnend gegenüber, falsch sind.

Furchtbarer Terror in München.

Bamberg, 19. April. (Drahtbericht.) Gin- laufenden Nachrichten zufolge herrscht in M ü n. chen ein furchtbarer Terror. Eine ganze Anzahl Bürger und Soldaten wurden erschossen. Die Lebensmittel, die die Negierung Hofft» amt nach München führte, tun die Bevölkerung nicht der Spartakisten we- gen Hunger leiden Zu lassen, wurden von -die­sen beschlagnahmt itrfb für die Rote Garde der- wendet. Der Karfreitag fft in München ruhig verlaufen. Am Hauptbahnhof benschte großer Andrang von Personen, die die wenigen w.eder bestehenden Zugverbiudungen zur Ab- retfe vor allem in das Gebirge benutzen wollten

Gefechts bei Näschen.

Die ersten blutigen Kämpfe.

(Trahtbericht.)

Regensburg, 19. April.

Die Nervosität der Führer in München zeigt sich nach Berichte». die von dort hier eir.Hclau- fen sind, am besten dadurch, daß Vic ut i l i t ä. rischen Maßnahmen gegen dft Regie, rungstruvpen immer umfassender wer­den. Wie verlautet, haben, Ministerpräsident Hoffmann und Minister für militärische Äuge- len^ntieiten Scbncpenhorft, die vorgestern in Wetntar weilten, mit Vertretern her Ncichs- tegiertttta persönlich über einen eventuell not­wendig werdendem Eingriff des Reiches verhandelt. Die Münchener seycn de» kommenden Kämpfen mit fixier Spannung ent, lieorn. Borläusig hat die Mtte Garde mehrere 15-Zentimeter-Kmwl«n am Wnhnhof aufgesiellt. Mehrere Lastautomobile, mit Trupps toter Gardisten besetzt, fahren in die umliegenden Dörfer, um Lebensmittel zu rcguiricren. Auch in Garmisch-Partenkirchen versuchten sie einen Einfall. Die Bürgerschaft schickte aber die Angreifer mit blutigen Köpfen wieder beim.

In Dachau sind über orsittitfeiß Marut der Ulmer Garnison eilige troffen. Gerüchte wol­len wissen, daß auch hier ein Gefecht bereits stattgefunden hat, wobei, wir c.trlcnici, dir Rote Garde den RegierungSttuviicn vierhrm- dert Mann ab genommen haben sock. Skach Mit­teilungen eines Gewährsmannes tvill dir Re­gierung Hoffmann den entscheidenden Sckllag «rst führen, wenn dreißigtaufend Mattn o-e Stadt ttmschloffen haben. Das dürft: wohl aber noch einige Tage dauern. Daun tzber wird München durch die Nordbayern wohl in einem Ansturm von den Spartakisten gesäubert werden. Bei Kafing kam es zu einchn Nackt grkecht zwischen Patrouillen. In i>er Nacht zum Karfreitag ist cs vor München ,tt einem ersten Zufanmreitstoß zwischen Spartaüsten und vorgeschoberren Regicrungstruppen gc-kommerr. Der den Angriff gegen München leitende baye- rische General hat den Auftrag, sämtlicke Mün­chener Machthaber mit Gewalt in die Hände der Regierung zu bringen und das Standrecht über München zu verhängen. Die Aburteilung der Kommunisten, die mit Waffen in der Hand Widerstand leisten, erfolgt standrechtlich, st oischen Ta-lmu nnd Münckren sind in der Rächt schwere Feld- nvb Steilgeschütze von den Regterungstrtwpen aufgesahren worden.

K<r»!nettSkr!fiS itt England?

Basel, 19. Avril (Drahtbericht.) Pariser BEättec deuten eine bevorstehende englische Kabinettskrise an. Das Parlament sei mit Lloyd George unzufrieden. Die inncr- polttische Lage wird namentlich wegen her Zu­spitzung her Situation in Irland als ernst be­wachtet. Man spricht offen von einem, in aller­nächster Zeit erfolgenden Rrickttitt Lloyd GeoraeS, sowie von der Ernennung Churchills zum englischen Ministerpräsidenten.

*

Entscheidung durch Bolkradstimmnng.

Berlin, 19. April. (Drahibericht.) Nach­richten. die in den letzten Tagen über die Be­schaffenheit der uns zngedachten Friedens- bedingnngen eiugelaufen sind, baden Zweifel aufkonnnen kaffen, ob die Nrrtionalver- fammlitng mit der Re-ner»ng allein imstande sein wird, die Drrantworttmg für die Annahme oder Ablehnung des Friedensverttages zu über, ssehmen, oder ob man die Entscheidung einer Dolksabstimmnna überlassen will. Ein Etttschluß in dieser Rickstung ist noch nicht aefaßt worden, doch sind, nm für alle Mög­lichkeiten gerüstet M sein, Vorarbeiten vor genommen worden, so daß eine Volksabstimmung nach Bekanntwerden der Friedensbedingungett erfolgen kann.

Tod Md Sieg.

Eine Osterfestbctrachtung Von

Arthur Brausewetter.

Dal ist das Wunderbare dieser Zett, baß Vieles, was »ns bisher mehr oder minder dumpf wiederklingende Uebcrliefcrung gewe­sen. setzt Erlebnis geworden. Von Golgatha unb seiner Finsternis haben wir mit Schau­ern aelcsen erlebt an Leib unb Seele aber haben wir sie erst in diesen furchtbaren Tagen, da sich auch über uns unb nufer Vaterland die Nacht der Finsternis und des Todes bretete. «Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassens Durch wie viel Herzen, wie viel Gauen unb Städten unseres deutschen Lau­be« mag dieser Ruf aus der Tiefe in dieser Zeit geklungen haben? Aber die Finsternis fn Golgatha weicht. Neu blüht bic Sonne am Himmel empor unb gießt ihr versöhnendes Licht über die weite Gottes wett. Ist das Dunkel Erlebnis, so ist bas Lickt die Sehn­sucht unserer Tage. Nie haben wir wohl so nach Licht gedurstet Wie in dieser Zeit der schwersten Traurigkeit. Denn wir sind Kinder des Lichtes und können nicht unentwegt durch Dunkel und Finsternis wandeln. Deshalb bat das Osterfest in diesem Jahre eine Bedeutung wie nie zuvor. Es will uns out- Wecken Mts der Starre, die Leih und Seele gefangen halt, will die siegende Sonne wieder itüfacbcn lassen über unserem Dunkel, neue Zuversicht, tröstende Freude in unsere Seeftn scheinen lassen. Nach nichts hungern wir setzt ja so kvte nach Freude, und wäre es auch nur ein Tropfen von ihr, nichts tut uns so not als die Pebe Sonne, und wäre es auch trtr ein ffek uer freundlicher Strahl von ihr. Freude und Sonne, das sind die beiden Ostergaben. Be'dc aber vereinen sich zu bet einen: zu betr. aus br-m Tode erblühenden Leben.

.Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?" Diese Fraae verzagter Frauen, in ter Frühe des Ostersonntags aus der tiefsten Küm­mernis des Herzens gesprochen, ist ein Symbol aller Traurigkeit und Sehnsucht geworden, die die Menschen aller Zeit bewegt und erschüttert hat. Zittetzt wiederholt sich alles: alle« ist nur Sombol und Gleichnis. Es gibt eine Antwort aus btese Fragen. Sie heißt: .WaS ht<ft Ihr den Lebendigen bet den Toten?* Ossers age und Osserantwort lösen sich aus. Mr baden den Lebendigen zn lange hei b-n Toten gesucht, haben ibn in einer Trümnierwelt von allerlei toten Dogmen, svitzsindigen Lehren, kaltem Formelkram begraben.. Das war her Fehler und das Verhängnis unterer RePg'vn. Das ist anders geworden. Diese Zeit und die furcht­baren Erlebnisse, die sie mit sich gebracht, bat all dem Toten und Leeren den Kebraus ge­macht Wir spintisieren, wir überlegen und grübeln nicht mehr. An be St-lle der Labre tritt das Leben. Das Leben aber in ferner höchste» Koniegnenx und Bejahung verkörpert in sich die Osierbotschaft. Der Glaube an den Sieg des Lebens, das ist ibr Inhalt und ihre Kraft.

Gibt es nickt zu denken, haß von den sämt­lich en von der Rebolnt-on aufgestell'en tunk­ten fein chnsiger einen so flammenden Wider­spruch anSlösie als der die Trennung von Staat und Kirche fordernde? Gerade auch In den einfachsten Kreisen be? Volkes, bie ihn vielleicht gar nicht ri^tm verst nd nen unb in ihm eine völlige Geföhrbung ihrer l'e'gewo--- ben-n Religion und Kirche mutmaßten? Sodaß diese Frage eine gerader,t volkstümlich« Be­deutung crfrl '1t und der Kirche, der sie schaden sollte, tum offenbaren Nutzen wurde. Unb ver­hielt es sich mit dem Religionsunterricht nicht sthnssch? Wegschaffen aus der Scknle ließ « sich durch keine Verfügung der Welt. Und wenn man beute e-nen nW für >hn aeemneten ober geneigftn Lebrer nicht mehr zu ihm zw'ngt. Wenn Sorae actramn ist. daß er innerlich. a"s Warmer Seele er'eift wirb ist bas nicht ein <n(xn frühere Zeiten ftenbig zu beonltenter Fortschritt, wo dieser nur mit der Seele zn ttebenbe Unterricht manchmal m-bertottPa und deshalb äußerlich und mechanisch erteilt wur­de? Welche wichtige Aufgabe stellt unS nufere Zeit? Znrückzukebren zu den bleibenden, d n ewigen Werken be$ Lchens. Eine large Zeit tzindurch ssa'-en wir sie Ein-anfteftefft unb für weftliche Güter verschandelt. Run sind wir unsanft att3 Behaglichkeit und Genuß unseres Daseins geweckt wo-tzen. V'elleickt ist damit bet Drang nach ein-nt höheren, sinnvolleren in uns wach geworden, da? Beri ngen, unser Leben nnd Sterken wieder mit ben C'e- dauken unb Kräften ber Ewigkeit tu erfüllen. | Dann laßt nnS anS Mel gehen! Einen- neuen Bau laßt uns errichten, in dem wieder bfe Freude toobnt unb ber Friede. Aber voi Grund cmS. »DaS Alte ist veraangen, siehe. e$ ist alles nett geworden!* das iS heute bie Lo- iitnß gerade auch in Bezug auf unser wne-

Re Lage in Nrannstzweig.

Die Stadt von RegiernngSttupPen besetzt.

(Drahtberichi.)

Braunschweig. 19). April.

Die Stadt Drauuschweia wurde borgrstern Nacht besetzt, das Schlffss nny die öffentli­chen Gebäude sofort mit Beschlag belegt. Wi­derstand wurde nirgends geleistet. Der frühere Berliner Polizeipräsident Eichhorn hat in «ergangener Nackt in einem Flugzeuge Braun­schweig verlassen Dicses Flttgzeug war jedoch in der Nähe von Holzminden zu einer Not­landung gezwungen, und Eichhorn wurde bei dieser Gelcaenbeit von den um Holzminden verteilten RegieruvaStruppen fe st genom­men. Erpräsideni Merges wurde im Mit­telpunkt der Stadt in einer Bodenkammer durch Regierunastrupven aufgestövert und verhaf­tet. Die frßtteren Volkskommissare und Landtag? , Abgeordnete Oerter und Eckhardt haben sich fteiwillig in die über sie BcrMnnt# Sckiut-haft begeben Gestern vormittag ließ General Merkex durch Fkuazeuae in ber Stadt bekannt macken, daß ber Reicks vrösident über bas Gebiet des ganzen Freistaa­tes Rratmfckyveii, den Belagerungszu­stand verhängt und e<n anberordentliches Kriegsgericht eingesetzt habe. Wer mit Waffen betroffen werde, werde nach KriegSreckt bestraft. Dir Zeitunoen tmterliegen der Bor- xenfttr. Auf h-m Schlaffe, dem Landtag^ge- bände. dem Ministerimn. den Äafem-w usw. weht jetzt an Stelle der roten Fahne die schwarz-weitz-rote und die braunschweigische Flagge. Weitere Regierungstruppen aller Waffengattungen sind gestern mittag zwis >en. 12 und 1 Uhr in Stärke von mehreren tausend Mann in Bmunschwetg einaezogen.