Kasseler Neueste Nachrich
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 114
Mittwoch, 16. April ISIS
Fernsprecher 951 und 952.
S. Jahrgang
Fernsprecher 951 imb 952.
München wieder unter Spartakus-Herrschaft
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ÄneBehtng und Gewalt.
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Gut für sich selbst gesorgt!
Bamberg, 15. April. (Drahlbericht.) Nach Meldung?« aus München (inbircft) haben die KammuniKenfürmehr al» dreivier, tel Millionen Mark öffentliche und private Gelder enteignet. Sm Besitz de» kommunistischen Außenminister» Dr. Lipp wurden bei seiner Einlieferung in die Irrenan. statt graste Mengen Bargeld. Papier und Iuwe. len vorgestmden. — Da» Truppenaufge- 6 »t für München ist über zwanzig tausend Mann stark. Man hofft, damit den letzten Widerstand der Kommunisten *u brechen. In Tölz, südlich von München, sind bewaffnete Spartakisten eingerüSt.
SpartakrSmus in Passau.
Nürnberg. 15. April. (Drahtbericht.) Pas. sau war gestern abend noch in der Gewalt derSpartakisten. Wie auS München ge- meldet wird, liegen heute früh da» BahnhofS- amt und eine Anzahl von den Spartakisten besetzte Regierungsgebäude unter Granatfeuer der NegicrungStruppen. Die Verstärkungen der ReaierungStrllppen treffen frühesten» heut« nachmittag vor München ein.
di« Gemeinde». Bezirks- und Kreis- Wahlen nunmehr bestimmt am 25. Mai in gan, Badern stattfinden sollen.
Die Friedensfrage.
Eis kategorische» „Nein".
DrshtSoricht.)
Berlin. 15. April.
Unsere Lebensmittel.
Die Einfuhr vom Auslande.
(Drahtbericht.)
Weimar. 14. April.
Pari», 1». April. (Drahtbericht.) Der richt über die diplomatische Laos wiederholt und ergänzt dir Angaben über Vie Regelung der Saarfrage dahin, daß Frankreich da» dauernde Eigentmn an den Kohlenbecken er- halten wird und daß die französischen Gesetze dort maßgebend sein werden, Frankreich soll Polizerreckte auSüben. Die Staatshoheit wird aber d?m Völkerbund zustehen. Dieser Anstand soll 15 Jahre dauern, Fall» sie dann den Wunsch äußern, unter der Verwaltung ihre» Heimatland«» zu bleiben, wird Deutschland Frankreich die Bergwerke abkaufen muffen. Von dem genannten DeckungSbettag von 125 Milliarden werden 55 Milliarden Frankreich zufak- len, in Gold. Rohstoffen, Waren oder markt- gängioen Werten in Jahresraten zahlbar, beten Mindestbetrag im Rate festgesetzt werden soll. Schließlich werden die Pensionen der französischen MilrtSrpersonen. die jährlich vier Milliarden Franken erreicben. DeutsöUanb zur Last fallen, In militärischer Hinsicht wird da» rechte Rheinuser neutrkckisiert werden und Deutschland wirb nicht da» Recht haben, dort Truppen und FestunftSweike zu unterhalten. Schließlich ist ans dem rechten Rheinufer die Bildung eine? neuen mMtärischen Abschnitt» in enter Brette von 15 Kilometern zu erwarten. Diese letzte Maßnahme ebenso wie die Besetzung der Rheinbrücken wird nur 15 Iah-e dauern. Die Truppen werden stapelweise ent- sprechend den Zahlunae« »«rückgezogen werde«.
Gegen H« RevolvttonSgerschke.
Bamberg. 15. April. (Drahtbericht) Da? Ministerium der Justiz erläßt eine Veröffentlichung. derzufolge die in den verschiedenen Orte« Batzern», insbesondere in München, eingesetzten Revolutionsgerichte ungesetzlich und ihre UrteilssprSche ungültig sind. Bor der Mitwirkung an slckcheu Gerichten wirt» gewarnt. — DaS MinWerium be» Innere» hat ein Au Schreibe« «lassen, daß -
Der „Vorwärts" bringt an der Spitze feilte» Blatt» eine offenbar inspirierte Auslassung, die gegenüber der in einem Havasbericht veröffentlichten FrievenSbedingunaeu mit einem kategorischen „Wein" antwortet. Da» Blatt schreibt: Wenn die Entente glaubt, daß e» irgend eine deutsche Regierung gibt, die solche fsriedcuSbedingungen itn ter fdrrei bett
wollte so ist sie im Irrtum. Lassen wir sie fordern, wag sie will. ®te muß sehen, wie sie mit den Bewohnern de» Saargebjets fertig wird, die Deutsche sind und deutschbleiben wollen. D i ew,n der En- tente in Vorschlag gebrachten, von u«S z u zahlenden Gelder werden von nn» nie bezahlt werden können, selbst wen» man uns da» letzte zerrissene Tuch unter dem Leibe und den letzten Stiefel vom Fuß zieht. Die Ententemächte können diese Bedingungen durchführen, aber keine deutsche Regierung wird es geben, die erklären kann, daß die» dann ein RechtSfriodcn sei. auf den Europa» dauernde Ruhe gründen könnte
Schwere blutige Kämpfe.
München wieder unter Spartakus.
(Drahtbericht.)
München. 15. April.
München ist wieder in de« HS«, den der Spartakisten. Die Annahme, daß durch den mit aller Ruhe vollzogenen Stur» der Münchener Räteregrerung die Ruhe und Ordnung wieder hergestellt fei, hat sich al» irrig erwiesen. Seit vorgestern abend hat die Regierung keinerlei Röhrichten mehr au» München erhalten, In der Stadt wird noch erbittert gekämpft. Der Verkehr ist willkommen eingestellt. Artillerie und Minenwerfer haben in den Kampf einge- grissen. Befonder» das DahnhofSvier- telhatfchwergelitten. Die Regierung ist fest entschlossen alle Maßnahmen zu ergreife«, nm den Terror in den Städte« München und Augsburg mit fester Hand niederzuhalten. — Stu Bamberg lief gestern neittag die Nachricht ein. daß der Kampf in München eingestellt werd«« ist. Die Spartaki- sie» habe« aber vorläufig noch die Neberhand behalten. Da» gesamte Proletariat «nrde bewaffnet. Da» Korv» de« roten Armee, welche grgße Zugänge erhält, wächst immer mehr. Die bäuerische rote Armee soll fetzt schon einen Umfang von htnt- derttansend Kämpfern haben. Sechzig Verwundete sind bisher in Lazarette« untergebracht worden. Siebria Tote wurde» «Sher gezähtt.
Auf der Dag^ordnung sieht eine sozialdemokratische Interpellation: Ist der Reichs- rrgiernng bekannt, daß die Art, wie die Le- benSmittel auS dem Ausland verteilt werden sollen, sowie die.hohen Preise der Lebens- mittel und sonstigen Maßnahmen in der Ernäh. runggfrage große Beunruhigung in der Bevölkerung hervorgerufcn haben? Wa» ae- denkt dir 3ieichSregierung dagegen zu tun? Aba. Rohle (Dor.): Wir haben zum ReichSernäh- SMinister volle» Vertrauen, wünschen aber ivft auf verschiedene Fragen. Die auSlän- bischen Lebensmittel sollen nur an Städte mit mehr alS 60 000 Einwohnern gehen. Wir der- langen eine Verteilung nach der B edür f- tigkeit. Durch die Streik» der letzten Tage ist «tue wesentliche Verteuerung de» ausländi- Men Fleische» und Fette» emgetteten. Unsere Arbeiter stillten daS al» eine ernstliche Mah- itlntß betrachten und sich von den gewissenlosen Demagogien abwenden. (Allseitige Auiiim-
;ten abwenden. (Allseitige Zustim- „. Bir fordern Festhalten an der Zwangswirtschaft, solange eine KmPpHett an den not- Wendigen Lebensmitteln besieht.
ReuhSernährungsnrinrster Schmidt: Zwei- Mo» ist in der Bevölkerung gegenwärtig manche Unzufriedenheit. Der Dchleichhan- d e I kann in diesen Waren nicht Platz greifen, denn die Waren gehen direkt an die Konrmu- nalverbmtDe. Rur durch Betrug oder Diebstähle könnten di« Waren ht die Kanüle de» Schleichhandels geleitet werden. Ich muß zu meinem Bedauern wahrnehmen, daß in letzter Zett C^Se Leben»mittelmagaztu« in er- heblichem Umfang geplündert wur- den und daß durch diese Vorgänge im Ausland der Eindruck erweckt wird, daß wir überhaupt nicht in der Sage sind, eine geordnete Vertei- lung vorzunehmen. (Hört! Hört!) Diese Vor- gcmge nnndern unfern Kredit und erschweren tnt$ erheblich die Einfuhr. (Hört! Hört!) Beunruhigt bin ich dadurch, daß die Lebensmittel- rranSswrte nur mit starker misttärischer Dedek- knrm< gehen können. (Hört! Hört!) Eine Deun- ruhtWng entsteht weiter dadurch daß durch den Streik der Bankbeamten die Abgabe der tmslmrdischen Wertpapiere verzögert wird und ds-ß der ganze Geldverkehr in -einer großen Stadt in Gefahr kommt. Die Folge ist, wenn wir b:e Finanzierung unserer Einfuhr nicht ermöglichen, daß die getätigten Abschlüsse nicht zur Ausführung kommen und neue große Schwierigkeiten bei der ganzen LebenSmittekverfor- fung entstehen.
Defpr«chu«qen Mitte Mei.
, Pari». 15. April. (Dr-ihchersttt.) Rach einem Pariser Blatt sind die «esprechnn- «en mit den deutschen Delegier- ten sür die r. »der 3, Maiwoche voraesehn. t cm«_ceett fvird nameni der Berbvndoten fn ott Präfektur vo» Versailles dem Grasen B r » ckd o r s f de» Tert der oinstdmni« von der Friedenskonferenz anaensnunenor Bediv- gungen zur «mmtnir bringen.
Mit großer Beunruhigung sehe ich die Schiffe au» deutschen Häfen mit Ballast ab. fahren, obwohl wir in der Sage wären, Kali aks Zahlungsmittel auszuführen. Wenn die Bergarbeiter eine bessere Lebensmittelversor- Mug für sich beanspruchen, so sage ich: Niemand hat mir größere Schwierigkeiten bei der Besserung der Lebensmittelversorgung bereitet al? di« Bergarbeiter dttrch ihre Ausstände und (mit erhobener Stimme) wenn in der Be- vökkerung Unruhe vorhanden ist. so müssen diese Uunchen sich an die einzig Schuldigen häl- len. (Beifall und Zustimmung.) Ws» nun die
Dcrteilnng der ausländischen Lebensmittel unl-nngt, so habe ich zunächst angeordnet, daß das Weizenmehl in Hamburg, Altona, Berlin, Dresden. Leipzig und Magdeburg verteilt wer- den soll, weil diese Städte bisher unz'weifelbaft besonder» schwer gelitten haben. Ich halte diese Bevorzugung für noitoeiting auch aus rein volkswirtschaftlichen Gründen, denn e» bandelt sich dabei um Im dustriebezirke, die in erfcr Linie berufen sind, unser Wirkschafts- leben wieder hoch zu bringen. £1» sehr darin auch ein vorzügliche» Mittel zur Bekämpfung der politischen Unruhen, die ihren Untergrund zweifellos zu einem erheblichen Teil ht der nicht ausreichenden LebenSmfttelversorguua haben Im übrigen stell« ich ausdrücklich fest, e$ and zurückgestellt werde«. Auch bte Heinen Städte werden beliefert werde«. Der Herr Interpellant hat sich darüber aufgeregt, daß die Preise zu hoch seien und an- vedemet, daß uu» di- Entente so hohe Preise »uferlege. Dieser Vorwurf ist unbegründet. Die einzig, Schuldigen sind in diesem Fcckle wir selbst, weil nämlich infolge de» Zusammen- drucheS unsere» WirfschastSleben» unsere Valuta fortgesetzt ht ganz erschreckender Weise sinkt. Bei der Verteikung de» Mebl? xabe ich di« Absicht, der Bevölkerung die Möq- "chkeit xn geben, außer dem guten teuren Mehl <3* minder gutes zu billigerem Preis zu kau- .*•. Ich brauche nreb einen Zuschuß von «'*' 000 awnctt Mehl zur Brotbereituxg. Die
Ablieferung von Getreide kft in den letzten Wochen überraschend gut ge- ßosssi. (Hörti Hört!) Die Zwangswirtschaft ist vlfo nicht zufammengebrochen. Arbeiter- und Kohlennmngel hatten zur F-ilge, daß wir kei- een Zucker haben und auch keine Mar-
Ser Wohmlngsmangek- Die gestrige Stadtverorvueten-Berfammlung. Eine fkurchgeSung a« die ReichSregiertmg.
! Kassel, 15. April.
Die Kasseler Stadiverorbnetewversanunlung ' rollte gestern nachmittag und gestern abend die ' große Frage der großen Wohnungsnot in Kcrs- , sol auf und besprach die Maßnahmen, di« da- i gegen zu ergreifen sind. Bedauerlicherweise hielt man sich dabei nicht an die großen Richtlinien, fortdern verlor sich in Einzelheiten und ' Borträge über Bodenreform, anstatt die Frage selbst an den gegebenen Stellen, in den Kommissionen, so imrchMberaten, daß das Plenum nach parlamentarischem Brauch nur den Schlußstein einzumauern brauchte. Den Anfang marine' oer soziakdemvkratifch« Archiiett V o e p e l, der in eindreiviertelstündiger Rede eine Erläuterung der schon bekamtten Denkschrift de» Magistrats Wer die WohnungSmangel-Maßnah- metl darbot. Dabei gab er der Erwartung Ausdruck, daß bei der bevorstehenden E r f a s - fung der große« Wohnungen — es kommen all« Wohnungen mit über sechs Zimmern in Bett acht — rücksichtslos und ohne Ansehen der Person vorgeqangen wird. Ungläubiges Gelächter und Zwifchenrufe aus bett, Reihen der Freien bürgerlichen Bereinigung gab e», al» der Redner dem Sehnen seiner Freunde Worte lieh, es möge die Zeit kommen, in der man militärische Gebäude nur aus der Geschichte kenne. Interessant war auch die Mit. teilung, die Stadt werde bei den ietzt zu er- richtenden Sauten auf ein uraltes BaumateriaL zurückgreifen: den Lehm! Bedeuten bagegr- gibt es von fachmännischer Seite richt. Schuld an der bestehenden Wohmmgsnot trägt nach dem Redner zum großen Teil die Bodenfrage. In derselben Hand, in der sich die Siedlunas-- ntöaridjferien befinden, müssen auch die Der- kehrsmittel sein. Daraus ergibt sich a<' notwendige Folge die Verstadtlichung der Straßenbahn. Soll diese aber soziaMertz werden, dann muß da» Gleiche auch Lem Grund und Boden befchieden sein.
Entsprechend einem von ihm gestellten An- trag soll sich eine besondere KormnMon mit der. Absendung einer Entschließung an bte Renhsrogrenrng und an die NationalveriiamM- lung beschäfttgen. Danach gehört der Grund und Boden nach ältgermanifchem Recht d«n ganzen Volk und darf kein Mittel zur Bereicherung Einzelner und zur Ausbeutung der Massen sein. Deshalb ist der private GrunWücks- handel allmählich, aber grundsätzlich zu beseitigen. EL muß mit allen Mitteln danach gestrebt werden, den für das Allgemeinwohl erftrder-' lichen Grundbesitz im Weichbild« der Städte, unter Wahrmrg tatsächlicher berechtigter Interessen bei Eigentümer, in den dauernden, unveräußerlichen Besitz der Gemeinde überzufEhren. Das durch Gesetz vom 15. Januar 1919 den Gemeinden verliehene Enteignungsrecht ist prcS- tisch kaum verwendbar, da e» kein« genau um- rtfTenen Bestimmungen Wer die Preisbemes- fung enthält, diese vielmehr, falls keim Erni-, gung erzielt werden kann, einem lanKoirrigen, späteren Gerichtsverfcchre» überläßt. Um der gegenwärtigen W>ckhnungSn»t abzuhelfen und daraus gesunde Zustände zu schaffen, ist zu for- dern, daß jede Eigentümerveränderung von Grundstücken von der Genehmigung der Gemeindebehörden abhängig zu machen ist und daß den Gemeinden da» Recht gewährt wird, Grundstücke zu dauerndem unveräußerlichem Besitz durch Enteignung zu erwerben, und Kwar zu dem Preise, den der Besitzer dafür ge» tablt bat. Auf.ro endungew soweit sie ehrt Wertster gerung des Grundstücke» bewirkt haben (Ein- friedigung, Bepflanzung, Dodenverbefferung, Straßenbau) sind dem Besitzer rn voller Höhe zu bergütett. Dagegen ist die Hinztttecknuna verlorener Zinsen nicht statthaft.
wieder mehr gearbeitet
wird, werden auch die Preise der auASndi- schen SebenSmittsl sinken. Abg. Wurm (U. S.) : Durch die Streiks wird allerdings unser Volks- Vermögen schwer geschädigt, klber bte Schuld daran trägt di« jetzige Wackslpvlittk der Regierung, die den Bergarbeitern erst jetzt da» bewilligt, was ihnen schon vor Wochen hätte be- wilklgt werde« müssen. Wen« unsere Bergwerke und unsere Industrie nicht arbeiten, dann"gehen wir zugru-nde. Deshalb müssen Sie die post- tkve Arbeit fördern tmb die Arbeiter zu ihren Rechten kommen lassen. ErnährungSnttrrffter Schmidt: Wenn e» den Unabhängigen ernst ist mit dem Appell an die Arbeiterschaft, wieder Mr Arbeit zurückznkehren, so mögen sie einen entsprechenden Appell an ihre Vertrauensleute im Ruhegebiet richten. Oberst Waltz: Au» bett Milttärbeständen ist bereit» alle», waS nicht un- bebingt notwendig gebraucht wird, dem ReichS- verwertungsaml zur Verfügung gestellt worden. Danrtt schüeßt die Aussprache. Nächste Sitzung: DtenStag ^10 Uhr. Schluß 7 Uhr.
ntelabe. Ser Mundzuck« der HattShaltmt- geu wird aber nicht zugmisten bei Marmelade- fabriken gekürzt werden. Allgemein kann man von einem Eierwucher nicht sprechen. Die Eierpreife schwanken. Wo der Handel tatsächlich übermäßig hohe Preise nimmt, sollte man ihm die Handelserlaubnis entziehen. Wa» ht meinen Kräften steht, wird geschehen, um die Einfuhr von Lebensmitteln aus dem Ausland zu fördern. In diesem Bemühen kenne ich keinen werttmllern Bundesgenossen als die deutsche Arbeiterschaft. Wenn sie die Erzeugung steigert, ist sie die 'beste Heberin in der Rot.
Abg. Srhlack (Zentrum!): Die hohen Preise der anSländtschen Lebensmittel können gerade von den schlechtg«stellten, kinderreichen Familien nicht bezahlt werden. (Sehr wahr!) Hier muß vom Reich Hilfe geleistet werden. ES ist richtig, daß all« Anklagen gegen die Regierung zdoeck- lo» fntb, ehe nicht unsere Arbeiter und Angestellten wieder zur Arbeit zurücKehren. Abg. VerShosen (Demokrat): Der VerteilungSplan de» Herrn Ministers findet im allgemeinen unsere Zustimmung. Weniger gut liegen die Dinge einsiweilen noch auf tem Gebiet der Preispolitik. Bleibt die Arbeit in der laxen Verfassung wie bisher, so verlieren wir im Ausland jede« Kredit und können nicht mehr kaufen, weil rohr nicht zahlen können. Abg. Arnstadt (Deutschnationak): Zu Angriffen auf die L-md-wirtMaft liegt kein Grund vor. Die Saab» Wirtschaft hat viel geleistet um die Ernährung unseres VoVeS. (Zuruf lmrs: Sie hat «tch Viel verdient!) Die Zwangswirtschaft hat versagt. Mindestens ist eine teilweise Aufhebung t>ei Zlvangswirtschaft möglich. Aba. Dusche (D. Dpt.): Die Regierung muß endlich dafür sm- ge«, daß wieder geeignete Arbeitslose auS der Großstadt auf» Land zur Landarbeit gehen. Wenn ;r. Druischlaud
Nachdem Obermeister Zimmermann mn mildere» Aufttete» gegenüber dem ferne» Erachtens nach nicht auf Rosen gebetteten Hausbesitz, um rasche Bezahlung de» an den Woh- nungsvauten brteiVgten Handwerk» gebeten und verschiedene Vorschläge gemacht hatte, setzte ein Zweikampf zwischen dem Bodenresormer W a l* ’trt und Oberbürgermeister Koch ein. Er- irrer forderte Eiustellmtg attf die Bodeureserm- Dewegung und erklärte, da» DoK fordere unbedingt eine Wohmtugsrefoim. weil es daS Mretöhaus alS Wohnreform verurteile. Wo sind — so fragte er — die praktischen Ergebnisse aller Reden, die während dos Krieges und etzt noch gehatten worden sind? Mit den vom Magistrat vorsekegchm Grundsätzen für die Gewährung von Sau-tnfchüflett glaubte er sick nickt emverstanden erklären zu können, er müsse st« vielmehr al» wttkSseindlich t« des Wortes ckzfinvnstor Sebeutnnq ablehnm. Das Eiaen- ba»» würde trotz billigen Grund rrnd Bodens einfach zur UnuchglMeit werden. Dann stellte er^rsthiedene Ausrageu ait den Mauifttat, die Ovetbürgermeister Koch beantwortete. A!s er agte. es wäre notwendig, schon j»Ä die E i n - gerne,«btt«« twn Riederzwehre«