Einzelbild herunterladen
 

Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 113

Dienstag, 15. April 1919

Fernsprecher 951 und SSL

9. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952.

Sieg her Regierung Hoffmann in Sayern

Die Kasseler Nouef'en Nachrichte» erscheinen wöchentlich sechsmal und zrvar abends. Ter AbonneinentSpreiS beträgt menatl. 1.35 Mark bei tret er Zustellung ins Sait« Bestellungen »? rden jederzeit vsn der Geschäftsstelle oder den Boten entgegengsnommen. 2 ruderet, Berlaq und Redaktion: Schlachtbofklrabe 2f/3ö. ?-ur Mio erlangt eingesandte Beiträge kann die Redaktion eine Berantwörtung ober Gewähr tn keinem stalle übernehmen Nückzahlung de« S«rug«zetder oder Lnlprüche wegen etwaiger Nicht ordnungsmäßiger sie erunx auSge'chlofsen

3t ertionSpreise: Tie stebengespallete Zeile für einheimische Geschäfte 30 Pfg, für ans. wärtiae Anzeigen 05 fgf. Sfeflametetle für einheimische Geschäfte 75 ®f, für auswärtige SesHäfte 1 Ml Einfache Beilagen werden mit 5 Mark vro Tausend berechnet, alle« mit SO»/, Teu-rungc-Zuschlag. Bei Uebermittlnng von Anzeigen quf teleph. Wege wird für durch Hör­fehler heroorgerufene Irrlumer keinerlei Haftung übernommen Wr die Aufnahme vonAnzeigen an beftimmtenNagen oder Plätzen wirdZl.keine Gewähr gelAstet. Geschäftsstelle: Söln.Str. 5

ster in allen Einzelheiten vorbereiteten »nd die den Anschluß an die russische Räterepublik zum Ziele lmtten. Die Pläne sind nicht zur vollen Durchführung gelangt. Die sahen auch den Generalstreik in den säch­sischen Industriestädten vor. der nunmehr als beseitigt angesehen werden darf.

Streik md Arbeitspflicht

Der Streik ein Verbrechen gegen die Republik.

Sie Rational- Versammlung

Tie Kali Wirtschaft.

(Dnchtbericht.)

Streikbewegung in Leipzig.

Leipzig, 14. April. (Drahtbericht.) Di« E isen bahnb eamten auf der preußischen Seite des Leipziger Hauptbahuhofs sind wegen Gehaltssorderunaen in den Streik getre­ten. Der Zugverkehr ist eingestellt, auf der sächsischen Seite dagegen ungestört. Die mehrheitsfozialistifche Parteiversammlung des Judustriedezirkes Chemnitz leimte den Ge­neralstreik und die RÄe-Rwublik ab.

auö deur Blockhaus Handgranaten geworfen wurden, die einige Demonstranten verletzt ha­ben sollen. Begreiflicherweise stieg die Erregung unter der Menge aufs höchste. Sie drang in das Gebäude ein. entwaffnete die Wach­mannschaft und demolierte alles Erreich­bare. Die um diese Zeit von den verschieden- ten Seiten heranrückenden Wachtablöflmgen wurden gleichfalls entwaffnet, die Gewehre zer­schlagen und in die Elbe geworfen. Die Stra­ßenbahnen wurden nach Militärverkonen durch­sucht und ausgehalten. Ein Teil der. Waffen ist offenbar von den Demonstranten zurückgehaltcn worden: denn es entwickelte sich nun

ein regelrechtes Infanteriegefecht, in das auch Maschinengewehre von Zeit zu Zeit eingrisfen. Es wurden von verschiedenen Per­sonen wüst« Reden an di« Menge aerichtet. die zum größten Teil rein politischer Natur waren und darauf hinzndenten schienen, daß es auf Ausrufung der Räterepublik ab«, sehen war. Die im Mockhaus Beschäftigten sind offenbar davongejagt worden. Man trug ver- chiodene Verwundete auf Bahren hinweo. Kriegsminister Neuring, gegen den sich die Wut der Masse vornehmlich richtete und der in den Brandreden der fpartakistischen Hetzer b-- dnders oft genannt wurde, sand ein trau­riges Ende in den Fluten der Elbe.

tungSauSschüsse und Einigungsämter rechtlich bindende Kraft verliehen bat. Das muß ge­schehen und wird sicherlich auch bald geschehen. Dann aber kann es auch nicht länger geduldet werden, daß das Wohl der Gesamtheit durch Streiks gefährdet wird.

Preußen-Zagmg.

LandcSkultur-Behörden.

lDrahtbericht.)

Berlin. 14. April.

Die Sonnabend-Sitzung brachte die erst« Lesung des Gesetzentwurfs.über Landeskultur- Behörden. Landwirtschaftsminister Braun: Die Begründung im einzelnen werde ich im Aus- S geben. Die Vorlage geht an den Sie- rgsausschuß. _ Es folgt ein Antrag auf Ge­währung von besonseren Lebensmittelzulagen an die Schwerarbeiter aus der vom Ausländ zu erwartenden Einfuhr. Aba. Brust (Ztr.) begründet den Antrag seiner Partei mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit, die Berg- und Hüttenarbeiter leistungsfähig zu erhalten. Tas Wohl und Wehe der ganzen Industrie hängt davon ab. Handelsminister Fischbeck: Die Berg­arbeiter werden aus den einzuführendcn Men­gen wöchentliche Zulagen an Speck und Fett erhallen. Diejenigen, welche ein bestimmtes Pensum leisten, außerdem noch eine Sonder- zwlage. Abg. Tegeder (Deutsche Vpt.): Die Einführung der sechsstündigen Schicht ist vor 1921 unmöglich. Abg. Limberis (So.nl: Wir sind für jede Erleichterung, die den Bergarbei­tern gewährt werden kann, wenden uns aber gegen di« verrückte politische Minderheit, die den Streik heraüfbeschworen hat. Abg. Jor­dan (Dem.): Die Verschlechterung der Ernäh- rungsverhältnisse im Streikgebiet ist erst seit dem Waffenstillstand eingetreten, llntersiaats- sekretär Braun: Die Zulagen werden fünfzig Gramnt Fett wöchentlich auf den Kopf betragen, ebenso die Mehrzulagen. 'Abg. Martin (Ztr.) tritt für die Gewährung der Zulagen ailch an die Laub- und Forfrarbeiter und an die ssille >- den Mütter ein. Abg. Obuch (Unabh.l: Wir müssen uns dagegen verwahren, daß man strei­kend« Arbeiter durch Hunger bestraft. Die^An- träge werden angenofnnren. Mit der Eraän-

Einzelheiten über die Tat.

Dresden, 14. April. lDrahtbericht.) Die traurigen Vorkommnisse in Dresden haben sich aus einem harmlosen Vorgang entwickelt. Am Sonnabend mittag demonstrierten die Kranken­pfleger und dir Lazarettinsassen und verlang­ten eine bessere Entlöhnung. Sie sind kürzlich durch eine Entscheidung des Kriegsministeriums auf die Fr i e d e n s l ö h n u n g gesetzt und da­durch hart betroffen worden. Die weitere Ent­wicklung der Demonstration läßt aber mit ziem- licht» Sicherheit vermuten, daß von sparta- k i st i s ch e r und kommunistischer Seite die an sich friedlich en Demostranten zu politi­schen Zwecken mißbraucht wurden.» Es ist nicht unverdächtig, daß plötzlich unter den De­monstranten der bekannte Kommunist Bell­mann aufgetaucht ist. Einzelne Demonstran­ten sagen auch aus. daß sich fremde Ele- mente unter sie gemischt und aufrei-zend ge­wirkt hätten. Ter Demonstrantenzug bewegte sich gegen Mittag vom Tbeatervlatz über die Friedrich-August-Brücke nach dem Neustädter Markt. Eine Abordnung begab sich in das dem Men Kriegsminrsterium gegenüber liegende Blockhaus, um mit dem Minister Neuling zu verhandeln Unter den Delegierten der De­monstranten befand sich der Kommunist F r e n - z e l. Neuring soll erklärt haben, daß er mit diesem nicht verhandeln würde. Das wurde die Ursache zu aufreizenden Reden unter den Harrenden. Die Einzelheiten des weiteren Ver­laufs lassen sich nicht klar erkennen. Die Aus­sagen darüber gehen ausein>ander. Sicher scheint es M sein, daß plötzlich, während im Mini- terium verhandelt wurde.

tu»g zu stürzen und die kommunistischen Führet gefangen zu nehmen. Die Aktion in München ist nur mit Münchener Truppen durchgeführt worden. Di« Regierung wird noch längere Zeit in Bamberg bleiben. Auch der Landtag wird hier zusammenqeru. fen. Nachdem auch Augsburg kapitu­liert bat, stehen nur noch H 0 f und Rosen­heim außerhalb des Machtbereichs der Regie­rung Hoffmann, doch sind in Hof keine Trup­pen. dagegen rechnet man mit Widerstand in Rosenh-im. da dort spariakistiscke. gut ausge- , rüstete Truppen stehen. In Hatzburg wurden Svartak'sten aus Schweinfurth, die sich dort d'stgrsetzt batten nacht? ausaeboben. Die Re- g'erung Hoffmann scheint fest ent­schlossen mit aller Energie und Rücksickvs- losi»4eit vorzugeben und sich auf keinerlei K 0 ii p r 0 m i s s e mit radikalen Elementen einzutafle». Heute werden auch RegierungS- irupptn von außerhalb in München einrücken,

1 um di« Ordnung wieder her»''stellen.

Als die deutsche Regierung unter dem Druck deS Generalstreiks in Berlin und Mitt-ldeutfch- ' land mit größter Beschleunigung das Soziali- fiernngSgesetz der Nationalversammlung vor- legte, da wurde der Paragraph 1 des Entwurfs, der die Arbeitspflicht für jeden Deutschen fest­legt, als ein Schönheitsfehler bezeichnet. Tie rechtsstehenden Gegner des Entwurfs sagten, es sei nicht angebracht, eine sozial-ethische Be­trachtung über die Pflicht zur Arbeit in den Rahmen eines Gesetzes zu pressen. Ter sozial- deinolratische Reichs-Wirischafisminister Wiessell und seine Parteifreunde in der Persantmlung legten besonderes Gewicht auf die gesetzliche Feststellung, daß im neuen Deutschland für Drohnen^ kein Platz sei. So beginnt nun das Gesetz mit den Worten: .Feder Deutsche ?at unbeschadet seiner persönlichen Freiheit die ittliche Pflicht, seine geistigen und kör­perlichen Kräfte so zu betätigen, wie es das Wohl der Gesamtheit erfordert/ Tas Gesetz gilt für alle Deutschen, also auch für die deutschen Arbeiter. Soll es mehr als eine sozial-ethische Betrachtung sein, dann ist die Regierung verpflichtet, nun auch die praktischen Folgerungen ans dem von ihr sestgelegten Grundsatz zu ziehen. Bon diesem Gesichtsvunkt -'US betrachtet, kann es keinem Zweifel unter« »fegen, daß die Anwendung des Streiks oder der Aussperrung, der Arbeitsverweigerung. dem Gesetz widerspricht.

Ein Minister-Mord.

Der sächsisch« KriegSminister ermordet.

(Drahtbericht.)

Dresden. 14. April.

Hier demonstrierten am Sonnabend Kriegs­beschädigte für den Sturz der Regierung und die Ausrufung der Räterepublik. Sie wollten dem Kriegsminister N e u r t n g ihre Forderun­gen unterbreiten, wurden von diesem aber nicht empfangen, angeblich, weil sich ein kommunisti­scher Teilnehmer unter Urnen befand. Darauf drangen die Demonstranten in das Kriegsmini- sterutm ein. holten den Minister nach lebhaften Auseinandersetzungen und Mißhand- lungen heraus und warfen ihn in die Elbe. Danach wurde ein lebhaftes Gewehr- feuer auf den mit dem Tode Ringenden er­öffnet, bis er in den Flute« verschwand.

Weimar. 14. April.

Zunächst wird bet an letzter Stelle auf der Tagesordnung stehende Gesetzentwurf über die Regelung der Kaltwirtschaft beraten. Abg Sachse (Soz.) macht zunächst Mitteilungen über den Ruhrausstand und besprach betrat, bte Ge- etzesvorlage: Das vorliegend« Gesetz bringt filr den Kalibergbau nicht di« vollständige Sozialisierung, wohl aber einen sehr bedeutenden Schrittdazu. Es soll eine alsbaldige GomeinschaftSwirtfcbaft im Kali- dergban eingerichtet werden. Infolge des Ver­lustes der Kalibergwerke in Elsaß-Lothringen und sind Hinblick ans die zu erwartende und nicht Pt unterschätzend« Konkurrenz der Sali» lager m Galizien und Spanien sind die Ver­hältnisse fio vngeklärt, daß wir gut tun Wtzrden. it der Sozralisicrungsfrage des Kalibergbaues

znng wird die Zulage auch Kranken, Schwän­geren und stillenden Müttern, sowie Land- iüti> Forstarbeitern bewilligt. Hierauf wird die Be-, ratung der Anträge Herrmann (Deutsckmatio- nal) betreffend die Anflrebung der geistlichen Schulaufsicht nnb bie Hebung der Volksschule fortgesetzt. Uhg. Kamp (Ztr.) Den Antrag auf. Aufhebung bet geistlichen Schulanfsicht lehnen wir a>b, weil er uns zu einfeitia gehalten ist., Kultusminister Haenisch: Der hefte -Weg zur Sicherung bet religiösen Erziehung wäre es., wenn die Herren endlich der sogialdemckrati- schen Forderung auf Entfernung des Religion^, rmterirchts aus den Schulen zuftimmten. Die Anträge werden einem Ausschuß überwiesen., ES folgen Anträge auf Entfchädrgurrgen der Gemeinden und Einwohner in den besetzten Ge- bi-ckm, auf Erhöhung der dortigen Teuerungs­zulagen und auf Erhöhung der Hinterbliebene n» versorgimg für die in den Pole-ckämpfen ge-' faCenen Bürger- und Banernwehrmitalieder Wohlfahrtsminister Stegerwald teilt mit, daß eine entsprechende Verordnung in Bearbeitung jet. Die Anträge gehen an einen Ausschuß. Ein Antrag der Unabhängigen fordert die Ver­wendung bet Gebäude der Hohenzollernfamilie zu Wohlfahrtszwecken. Der Antrag wird ge­gen die Rechte angenommen. Eine Reihe wei­terer Anträge geht an verschiedene Anschüsse. Es folgt der Antrag der Unabhängigen, den 1. Mai und 9. November zu gesetzlichen Feiet- tageu zu erklären. Abg. Wehl (Unabh.) und Barthel (Soz.) sprechen für den Antrag. Abg. Rippe! (Dentschnational): Der 9. November ist kein Freudentag, sondern der größte Jammer­tag des deutschen Volkes. (Große Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Der Vmtag bezüglich des 1. Mai wird mit 112 gegen 114 Stimmen abgelehnt, dafür stimmen nur die beiden sozial­demokratischen Parteien. Bet der Abstimmung bezüglich deS 9. November ergibt sich Beschlnß- unsLhiqkeit. Nächste Sitzung Dienstag, 16. Mai 1919, 2 Uhr nachmittags. Schluß 6 Uhr.

Unter den Massen der Sozialdemokraten gibt eS viele, die es für Hellen Wahnwitz halten, daß eine von Sozialdemokraten beherrschte Re­gierung den Arbeitern daS Streikrecht nehmen konnte, das nicht einmal daS alte Regime an- zuürsten wagte. Auch der sozialdemokratische Reichsarbeitsminister Bauer hielt daS für unmöglich und undurchführbar, als vor einigen Monaten an ihn die Frage herantrat, ob nicht durch ein Gesetz nach dem Muster Neuseelands der Streik als ein V e r b r e ch e n g e g e n den -Staat verfolgt werden könnte. Bauer stand immer auf dem rechten Flügel der Sozialdemo­kratie: bet radikale. KautSkv. der als der be­rufenste wissenschaftliche Vertreter der Sozial- dmwkrgtie angesprochen werden kann, ist nicht Bauers Meinung. Kautskp verwirft in seinem Aktionsprogramm den St cif, ge­rade, weil er konsequenter Sozialist ist. Der Paragraph 1 des Sozialisierungsgesetzes hat den Geist des Sozialismus in die neue deutsche Gesetzgebung eingeführt. Er macht die Arbeits­kraft des Reichsbürgers zur Sache des Reiches und spricht das deutlich' aus. Nicht der ein» Seine soll mehr darüber entscheiden. 0b er von ieiner Arbeitskraft Gebrauch machen will, son­dern der Staat als Hüter des Wohls der Ge­samtheit. Auf verschiedenen Gebieten ist dieser Grundsatz schon in gesetzgeberischen Maßnahmen verwirklicht worden. Dem felbfiLnidigen Land­wirt ist beispielsweise durch Gesetz das Streikrecht, sogar das Recht zur passiven Resi­stenz entzogen worden. Wer seinen Besitz an Ackerboden nicht so zrrr Feldbestellung ausnuht, wie es daS Wohl der Gesamtheit erforbert, dem wird das Nutzungsrecht entzogen. Warum soll dieser Grundsatz, der theoretisch jetzt für alle Deutschen gilt, nicht auch praktisch Geltung er­langen ?

Man braucht nur an Post und Eisenbahn, an Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke, an die Nahrungsmittelgetverbe, an Aorzte und Apotbeker zu denken, itm zu ermessen, wie sehr daS Wohl der Gesamtheit davon berührt wird, wenn die ht solchen Berufen Tätigen au5 irgend welchen persönlichen, wirtschaftlichen oder politischen Gründen ihre Arbeit einftellen. In der jetzigen trüben wirtschaftlichen Lage Deutschlands läßt sich aber ganz allgemein der Satz aufstellen, daß das Wohl der Ge­samtheit keinen Streik ertragen kann. Will bte Regierung ihren Grundsätzen treu bleiben, so muß sie also in einem schleu­nigst M erlassenden Gesetz erklären, daß der Streik ein Verbrechen gegen die Republik ist, nicht anders zu bewerten als irgend ein anderer Raub am Nationaleigentum. Nationaleigentum, das ist nach Paragraph 1 des Sozialisterungsgesetzes die Arbeitskraft der Neichsbüraer. Selbstverständlich gilt das vom Streik Gesagte auch für die Absperrungen der Arbeitgeber. Das Streikverbot überliefert kei­neswegs die Arbeiter der WiMür ihrer Arbeit­geber, es räumt nur mit einem Kampfmittel auf, daS veraltet und überflüssig geworden ist, seit­dem an die St.lle des Manchestertums die so­ziale Aufsasfang vom Staat getreten ist. Dem Arbeitneher wird das SelbsthesttmmuvaSrecht über die Lohn- und ArbeitShedinanngen in sei­nem Betrieb immer mehr genommen. DaS do» mokratische Fabrik-Spfwm soll jetzt in Berfas- fang und Gesetzgebung verankert werden.- der Arbeiter soll gleichberschtigt an der Gestaltung des ArbeikSvertrag.es mitwirken. ES ist eine Unterlassungssünde der Regierung, daß sie nicht ' schon längst den Schiedssprüchen der Schlich»

Die Lage in Dresden,

Dresden. 14. April. (Drahtbericht.) STttte früh um sechs Uhr wurde durch Maueransch Hae in Dresden das Standrecht verkündet AnS Leipzig wird gemeldet: Dreitziatau! tnK Mann Reichs- und Lande'truvven sind zur Sicherstellung der öffentliche?, Ordnung nach Dr^ldenunterwegS. Unter den in D-eS- den t rhafteten Teilneb ne en am Konrnnnrij len- »rtfch vom Srnnabend befinden stch sech, ihn Russen. Eine Dre wer Meldung Les' gt- Hier find bei verhafte . .1 Spartakisten PlL ä« cufgefunbett, die die Beseitigung b 'S Krifegsm'visterS mW der enberen Mül-,

RegiernngsLruppen nach Dresden.

Berlin, 14. April. (Drahtbericht). Wie die .Bossifche Zeitung' onS RegierungSkreisen er­fährt, sind die ersten Transporte der Regie- ru n g s t r u p p e n, die auf Wunsch der Sächsi­schen Regierung als Verstärkung nach D r e s - den entsandt wurden, gestern nachmittag be - refts abgegangen. Gleichzeitig ist auch eine be­waffnete Motorbootflotille von vier Booten nach Dresden abgegangen.

KlSrunq in Bayern.

D« Sturz der Räte-Regierung.

(Drahrbericht.)

Nürnberg, 14. Aprfl.

Eine Meldung des 3. Armeekorps aus Mün­chen besagt: Di« Garnison München hat sich geg«ü den Zenrrairai erhoben. Die Garnison errichtet militärische Diktatur und tritt für das Ministerium Hoffmann ein. Ein« Vktfon zur Wiedergewinnrmg der Hauptstadt ist eingelei- tet und verläuft günstig. Nach Meldung des ersten Armeekorps aus München wurde die Räteregierung durch die Garnison gestürzt Eine Wiederherstellung kommt nickt in Frage.

Die letztenTaten" der RLte.

Berlin. 14. April. (Drahtbericht.) Der Sturz der Münchener Räteregie- r u n g erfolgte in der Nacht zum Sonntag. Roch in der dem Sturz vorhergegangenen Nackt hatte eine kommunistisch- Versammlung nach dem Referat Dr. Landauers die Ent­eignung aller Wohnungen und (so beißt es wenig glaubhaft!) die Kommuni- fteriittfl der Frauen einschließlich der Ehefrauen zum Beschluß erhoben In der Nacht znm Sonntag wurde die Besetzung der öffentlichen Gebäude ohne viel Aufhebens durch RegierungStruppen vorgenonnnen. In­zwischen überrumpelten andere Abteilungen die bekannten Kommunitzennester. wobei sechzehn Mitglieder bcS Zentralrates, ferner Erich Mühsam und Lewien festgenommen und nach Mstädt gebracht wurden. Das Ministerium Hoffmann hat dem Militärbefehls. Haber diktatorische Vollmachten erteilt, um die Ordnung in Machen zu stchern. Von den verschiedenen bäuerischen Garnisonen sind Regierungstruppen im An. marsch aus München, um die Hauptstadt 'zu besetzen. Das Ministerium Hoffmann behält vorläufig Bamstera als Regierungssitz bei. um gegen all- Zwischenfälle gesickert zu fein. Die Haltung der Münchener Garnison ist noch sehr unstcher. Der kommunistische Außenminister Lipp wurde in ein Irrenhaus über führt.

*

Die Lage im übrige« Daher«.

Frankfurt. 14. April. (Drahtbericht.) Der »Frankfurter Zeitung' wird ans Bamberg nnterm 13. April gemeldet: Heute früh traf hier die Nachricht ein. daß es nachts regierungs­treuen Truppen geglückt fei, die Räteregie-