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Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

S. JahrqanK.

Fernsprecher 951 wib 95L

Sonntag, 30. März 1919.

Fernsprecher 951 und 951

Nummer 100.

Lenin bemüht sich um ein deutsches Moduls

»ttr Debatte fleht die zweite Derrnrna dsS NotetatS. Bi.richterst.zter Abg. Dr. Schmed» bhtn (Htr.) beantragt namens des Staatshaus- tiattsaurfchusseS unveränderte Annahme. Die Bettung des vorläufigen Entwurfes soll sich biS Ende Juni erstrecken. Abg Sei (U. S.)r Tine genaue Prüfung des Etats ist Mts nicht möglich. Wir werden an seiner Verabschiedung nicht Mitwirken Abg. Dr. Rosenfeld (U. S.): Kamens meiner Partei erkläre ich: Die preu- ßchche RepublÄ ist eia Kfassenstaat zu: M^-eu-

Sie Sämiger Frage.

Die Haltung der Entente «och ««geklärt. (Drahtbericht.)

Weimar, 29. März.

Dir Reichsregierung hielt gestern während der Plenarsitzung eine Kabinettssitzung ab. in der sie sich abermals mit bet Kote bet En­te n l c m ä ch te über Danzig befaßte. Die deutsche Antwort ist gestern nmfantati von dem Verirrter der bcittfdjen MaffenstillstandSkom- mission in Span dem Entent everlreter überge - ben worden. Es ist bisher noch nicht bekannt, welchen Eindruck die deutsche Antwort gemacht hat. Bon Seiten der Entente soll nach Ent­gegennahme eine Awischenfrage gestellt werden Dies könnte darauf hindeuten, daß die Entente­mächte die Derbandsunge« ab'nbrechen nicht Willens sind. Das Schweizer Presiebüro mel­det indirekt aus Sonden: Die Friedens onferenz hat sich mit der Frage von Danzig beschäftigt. Die kam zu dem Entschlnst, dast die Stadt auch in Zukunft deutsch bleiben müsse.

«achgrebi-ere Haltung Frankreich«.

Zürich, 29. März. (Drahtbericht). Die »Reue Züricher ZeiMng meldet von der ltalie- «ischen Grenze: Die mildere Fas­sung der Dorfchläge über die Regutte- «mg der deutschen Weftgrenze entspricht laut Gericht eines Mailänder Blattes dem amer-ka- «tsck'eu Ee"enantrag auf die französifaen An- FNüche. Während Frankreich die Annexion veS Saargebiets forderte, befürwortete Amerrki dte Tbesc einer befristeten AuSnützung des eaarlohlcngebiets. Den Wunsch, einer neu- «taten Republik der de'.sischen Rhewkande be­antwortete Amerika m't dem Vorschläge, bi? Ubeinlande Deutschland zu belasten, hnrearn et« Verbot militärischer Garnisonen und Fe- etmre« -u erri^'e« In ähnlichem Sinne be weg! sich eine Wett uni au, Luzmo: Italien,- «chrn Prcssestimme« aus Paris zufolge scheut Ket rer vorgestrigen Erörterung bezüglich der Deutsch-französische« Grenze die englisch-ameri­kanische Forderung durchgedrunge« zu fei«, daß Frankreich gegen Deutschland nicht durch eine neutrale Zone oder einen rheinischen Pus- srrstaat, sondern durch eine "^"arisch- neutrale Zone geschieh« 'st- bie we^er Garnisonen «och irgend welche militärische km-

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»efdiätt« 1 TU Einfache Beilagen werden mit s TRrrt pre laufen» berechn«!, alles MU**. reuerunns-Zulchlag. Bet tt«b«tutlttlime c*n «n|«tgee auf teltpe. Biege wie- für durch r>ie- tebia derraraerateueJrrlüMerleUierielHaftungtdrrnemm-n Für Me«ufna»mt »enÄmeig« OHT Pi»,en wird Steine»ewädr gci.tmr. «efchllnsn.lle:

Lngltsch-franzvfische Be-leitstbiff«.

Thorn, 29. März- (Drahtbericht). Für die Begleitung der Transporte der Armee Haller von Havre «ach Danzig sind nach Meldungen der Polnischen Preffc mehrere e n g l i s ch e und französische Kriegsschiffe bestimmt. Der Abschluß der Verhandlungen zwischen Po- sen und der Warschauer Regierung über den Neubau bet Dollbahn Wreschen-Tremeflen- Kmno steht bevor. Präsident DrewinSki ist ,u diesem Zwecke von Posen nach Warschau abge- reist. Die Polnische Prefle betont die große polnische Bedeittung dieser Satin, die den eng. sten Anschluß PosenS an Warschau herbeiführen wird. Eine HavaSdepescke meinet: General Nndant erhielt Vollmacht vom Rat der Alliierten zu selbständigen Entschließungen in den Verlxmdlungen mit Deutschland über den Durchmarsch der Polen durch Danzig. Lon­doner Blätter melden aus Havre: Die ersten vier TrichventranSportdampfer mit polnischen Truppen sind DonnerS>aa nach Danzig auSge- laufen. Weiter wird gemeldet: Den polm. scheu Truppensendungen über Danzig würden auch Truppentransporte der alliierten Heere nach Polen folgen. Sowohl amerikanische wie englische Truppen liegen in Brest zur Ueberfüh rmrg e-ach Danzig bereit.

Li« «afiel« «euellen «ocheichien eefcheinen wichentiich fechsmal «*>!»«« 6 *_"?

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DiePreffefreihett" in Ungarn.

Wien, 29. März. (Drahtbericht.) Aus Buda­pest wird gemeldet: Die Räteregierung hat eine restlose Unterdrüung der bürger- l ich en Presse beschlossen. Tas große un­garische ReaierungSblatt .Pesti Hirlap' ,hat zw am men mit andere« bürgerlichen Rettungen ein Erscheinen einstellen müssen. Gleichzeitig teilt die Rätercaierimg mit, daß weitere Ein- stellunaen bevorständen. Ter Chefredakteur des Pester Llovd" wurde seiner Stellung enthoben. Den Journalisten wurde ein Gehalt für drei Monate im voraus austie zahlt. Angeblich sol­len sie von der IiLtc-Regierung angestellt wer­den. Di? ilnlerdrückun-g wird mit .Papter- mangel begrüidet. der aber gar nicht besteht.

Sisficht «nd Umkehr?

Eine mildere Tonart.

Frühjahrs-Offensive der BolschewM?

Rotterdam. 29. März. (Drahtbericht.) Aus Paris wird gemeldet: Es liegen Nachrichten vor. nach denen für das Frühjahr eine g roß e Offensive der Bolschewisten gegen Süd-, SüLost- und West-Europa erfolgen wird. Wie von amtlicher Seite gemeldet toitk hat der Bolschewismus in Rumänien bereits sehr feite Wurzeln gefaßt, sodaß daS Land unmittelbar vor schweren Umwälzungen steht. Bei den Slo- vaken hat bte bolfchewiftifckie Dewogung einen bedrohkichen Umfang angensmmen.

Der Bolschewism«» i* Pofen.

Posen, 29 März. (Drahtbericht.) In Po- s e n breitet sich d»r BolschewiSmu S , und zwar besonders unter den Soldaten, immer mehr aus. In den Straßen sind Plakate und Erlass.» angeschlagen worden, die den Soldaten verbieten, außer Dienst Waffen zu tragen oder sich aut Straßen und öffentlichen Plasten zu- fammenzurotten. Es sind bereits dreihundert Soldaten wegen bolschewistischer Umtriebe in dem Kernwerk der Festung von Pofen festge- sitzt und einige standrechtlich erschossen worden.

Entente-Vor-erettungen.

Rotterdam, 29. März. (Drahtbericht.) Ein Ro tervamer Blatt meldet aus Paris, daß die Pläne des früheren rumänischen Geneoalflabs- chefs Jlwsctt zur Bvkdurrg einer rnmänifch-pot- nkscheu Front den DÄschewiSums bau

Ob die Ereignisse in Budapest dmchgret- sende politische Fclzm haben werden, laßt sich immer noch nicht vo cansfehen. Man kann stich, sagen, ob praktisch bei der Geschichte etwaS herauskommt, oder ob es sühledsgltch umnue dekorative Verbrüderung mrt der rwsitichen Sowjetregiemna handelt. Unllarsind dte militärischen Folgen, denn dte Bolschew-iti Rriß- londs haben es bisher auch immer noch nicht yermixtit, Armeen aus der Erde zu stampfen. Eine Folgeerschtinung hat steilA die veran- irrte Haltung Ungarnsgezemt: Dem Verbund ist der Schreck aauz gehörig in die ©lieber ae- fftfiren Wir wissen ia auch n<och nicht, wie tief Ae Wirkungen dieses vvlrtifchen Erschreckens sind aber eS ist schon viel, daß dte Herren in Paris daS bolfchswistifche Gespenst in greif- barer Nähe g-.-fühtt Wn. .Dm derunyanMm kas nonit doch vieles anders. Dcan

der Entente genehmigt wurden und ausgesMrt werden sollen General Mangin wird Chef der Einheitsfront des rmnünisch-pvlnifchen Heeres Der Plan wird keine Entsendung neuer Ententetruppen nötig machen. Es wer­den nur genügend Werfen. Mnnittsu, Lebens­mittel und Offiziere nötig fein. Die Alltter- tnt wollen in Ungarn den sofortigen Nücktritt der bolschewistischen Re- g i e r u n g erwirken tmd unter dem sthutz von Soldaten die Durchführung der Einberusuna der N aii-onalv er iammlung, die von den Sow­jets gestört worden war, fordern.

Wendung las man doch vieles anders. Man hatte aus der Gegenseite ein Stiftern ausgetnf- tclt, wonach wir mit AnnextonSnachrichten nur je überschwemmt wurden. Diese NackM.chten- flut har in d-m letzten Tagen doch bedeutend nachgelassen und ist zur ®toc geworden. Wah> rend Wilson sich anfchcinend vorher vonden Ding-n treten Srb, verseucht er setzt feftift in das Rad einzugreifen, und feiner Jntttattve dürste in erster Linie die Beschleunigung der F r ied e n S'o er h a nd lun gen ent­springen. Nicht um unserer schönen Angen willen und nicht, um uns aus der UngSwiß'heit itnfcrer Lage zu befreien, beabsichrtgt man die schnellere Fortführung d-S Friedenswerkes, son­dern nur, w-sil mau glaubt, die Sregesernte nicht mehr rechtzeitig unter Dach bringen zu können: denn man weiß jetzt, miß em schweres Gewitter heranfneht

stnsol»! der letzten Ereogntfle ist auch der alte Gegensa tz zwischen Wilso« und El e- menceau wieder deutlicher hervorgetreten. Artzt soll ein Kompromiß zwischen beiden An- schaunngert die Rettung der Wett bedeuten, ßtitt Kompromiß als End-rg-bms der vter Fahre Krieg? Auch darin scheint wenig von der VölkerbeMckung zu stecken, von der man uns immer erzählt hrt. Selbst die Presse, dte Vielgetreue SelferShelferin des Verbandes, stimmt nu« eine neue Tonart an. Der Partser Korrespondent der Londoner .Dailh Erpreß , her sonst ein energischer Gegner deS Wtlson- Programmes war, weist plötzlich auf die Ge­fahren hin, die die Alliiertm taufe«, wenn sie Deutschland ein:« guten Vorwand für seinen Widerstand schaffen, indem sie an der Politik bezüglich Tanzias festigen. Fetzt wird atm »tnmnl der Pufferstaat Polen abgelehnt, «nd Frankreich soll auch bereit fein, den Puf­ferstaat Rheinland abznlehnen, indem rS sich lediglich mit der Entmilitarisierung der Rheinprovinz begnügt. Nach allem Vorange- aang-neit war doch die Meinung von einem Diktatfrieden nicht gar so unger-chtfertigt. Jetzt Di ft :>' g n eine deutsche Fina nzklmrmissi on nach Versailles, trachdem man sich hoffentlich Stier« ^cuo1 bat. daß ein Diktatfrieden technisch eine v «Möglichkeit ist Wir brauchen nicht darum tu bitten, an den Verhandlnn^en teilzunetinten, Sondern ohne unseren guten Mllen, zu verhan­deln, ist ein Fri^densvertrag überhaupt unmög­lich. Wir wollen auch für die kommende Zeit keinen unberechtigten Optimismus hegen, wir wollen auch nicht mH dem Erschrecken über dte ungarischen Vorgänge als mit einem politischen «Mot rechnen; denn das ist schtießlich etwas, iostz auß-rhakb uns-res Wollens liegt. Wenn «tier dein Verbands jetzt ein wenig die Augen ««öffnet werden, so kann eS lat® nur ange- Gehm sein. . N- V.

Haltung bet Esid-Sleven.

Basel, 29 März. (DrahtSericht.) Das sAd- stavische Pressetiureru meldet aus Laibach: Zur üngarischen Revolution wird von zu- tändiger Seite mitgeteilt, daß die Jugoslaven auf Vorposten stehen, bereit zur energischen Ab­wehr aemeinsOM mrt den Franzosen, vorans- gosetzt, das; i6re gerechten Ansprüche erfüllt wer­den. Die tschecho-flovakische Gesandtschaft in Birdap-st wurde nach einer amtlichen Meldung von einer kommunistischen Besatzung um ti r e t Millionen Kronen Staatsgelder beraubt, ebenso wurden achtzig Beamte ausge­plündert und ans Ungarn Vertrieben. Urtier die Slovakei wurde das Standrecht ver- tiängt. Die südflwische Regierung hat den Handel mit Deittsch-Desterreich und Bulgarien untersagt, ebenso mit Italien.

£ mitt Mb 6barto!tt8.

Bemühungen der russischen Regierung. (Drahchericht.t

Basel. 29. März.

DieBaseler Nachrichten" melden über Pa­ris aus Stockholm: Nach aus Rußland einge- rrosfenen Diitteilungen unternimmt die Re­gierung Lenin Bemühungen, um ein beutsch-russisches Bündnis zustande zu bringen. Zunächst unterstützt Lenin die Spartakusbewemmg, deren Ziel automatisch ein inniges Bündm'S bringen würde. In BorauS- sicht der Möglichkeit deS Scheiterns verhandelt er aber auch mit der Regierung Ebert. Nach Moskauer Nachrichten soll das dentsch-rifssische Bündnis auf dem Wege der DerwirNickzung (?) sein. Ter Genfer Korrespondent eines Londoner Blattes schreibt: Ans vorzüglicher Quelle erfahre ich, daß die russischck Sow­jet-R e g i e ru n g vor einigen Tagen der Berliner Regierung druch eine unab­hängigen sozialistische« Führer Vorschläge machte. Die russische Sowjet-Regierrmg hat der deutschen Regierung versprochen, Deutschland feine früheren Grenzen im Westen und Osten wiederherzustellen, wenn die deutsche Regierung damit einverstanden ist. den deutschen Spar­takisten ernste politische Konzessio­nen zu machen und ein Bündnis mit Rußland cinzugehen.

eigen angenommen

Abg. SchmidihalS (Demokrat) erstattet hier- auf den mündlichen Bericht des ReichShauH- hntts iirib über Verordnungen über die Dicke- rung der Acker- und Gartenbewirtschaftung vam 1 Februar 1919 Die Verordnung räumt dem Reich ein AuMcktsrecht darüber ein. ob die vorhautienen Aecker auch für fandwrrtschaftliche Bestellung auSqenutzt werden Der Ausschuß will das Aufsicktsrecht auch darauf erstrecken, mit welchen Früchten die Aecker bestellt tverden Mit Rücksicht auf die Verhältnisse ht der Ostmark beantragt der Ausschuß, der Ver­ordnung folgende Tfeftimmung hinznzufügenr Sind landwirtschaftliche Betriebe infolge auf­rührerischer oder feindlicher Handlungen ver­waist so hat die untere Verwaltunastiehörd» in deren Verhinderung dir nächst höher« Ver- walmngSbchörde für die Dewirtfchastung der Betriebe im Interesse des abwesenden oder ver­hinderten Nutzunzstierechtigten Sorge m tra­gen. Ein Antrag Arnstadt und Gen. (Deutsch- national) verfangt im Paragraph 2 die Strei­chung der Bcstinkmung, daß dem Landwirt das Nutzungsrecht auch dann entzogen werden soll, wenn er im letzten Wirtschaft stabt die Bestel­lung f» maiigelh-rft ansgesührt hat, d«ß das Grundstück einen unverhättn-iSmäßig geringen Ertrag gebracht hat und zu erwarten ist, daß die neue Bestellung ebenso mangelhaft auSge- -'sthrt wird. Nachdem der Antrag Arnstadt nach kurzer Debatte angenommen worden ist, wird der Ausschußantrag mit dieser Aenderung mit 151 gegen 115 Stimmen angenommen. Das Haus vertagt sich. Nächste Sitzung Sonnabend.

Hrenßstt-TasittNsi.

Zweite Beratung des Not-EtatS. (Drahtbericht.r

Berlin, 28. März.

Zie Kottftitttante.

Eine vorläufige Reichsmarine.

(Drahrbericht.)

Weimar, 28. März.

Auf her Tagesordnung steht die erste Lesung des Gesetzes ans Schaffung einer vorläufi­gen ReichSmarine. Reickswchrminiftel Hodle tinlngt die Vorlage ein. Mit der Auf- iellung einer netten Marine ist der Anfang tiereits gemacht. Wir brauchen Schiffe zur Sidterung der LebensmittchtranAporte zu» Räumung des Meeres von Minen und zum Schatze der Fischerei. Abg. Obersohre« (Deutsch- national); Wir begrüßen die Vorlage, legen aber Wert auf mögltchst scharfe Betonung ihres vorläufigen Charakters. Sie beweist den Mllen der Regierung, sich ein gewisses Ma­ron Seegchtnng nicht nehmen zu lassen. Die Demoraltsälivn in der Marine ist geradezu jurchtbar. Zum Wiederaufbau sind dte guten Kräfte ans dem Osfizierkorps und aus dem techwisch.m Personal notwendig. Statt dessen läßt die Regierung zu. daß Hunderte unsere, besten Seeof/iziere ihren Abschred nehmen. Stier wir vertrauen trotz alledem auf die Zukunft (Beifall.) Abg. Graf zu Dohna (Deutsch« VoWSvarteii: Auch wir werden für das Gesetz stimmen. Die Vorlage ist ein Mbkfatsch des Reichswebraesetzes. Sie trägt wie dieses sehr tark den Charakter des Unfertigen und Provl- ötischen Aber daS gerade ermöglicht es uns allein, ihr unter Rückstellung aller Bedenken ;u- zustimmen. Abg. Brühl (U. S.) gibt d> Er- ilärung ab, daß feine Fraktion die Vorlage ible6 n e . schon deshalb, weil sie dem Reichs, wehrmincher Nosle imterfteHt werden soll Aba. Giebel (Soz.): Eine gut organisierte Reta-s- markn« ist notwendig, um dem deutschen See- Handel wiüder eine' BetätiqungSmöaiichkeit zu geben. Ach frage den Reichswehrminister, ob et nicht beabsichtigt, die Werften zu Produftions- 1 zwecken für ben Friedenstiedarf umzuwandeln. > Eine solche Zusage würde wesentliche Beruhi-. gumg schaffen. (Beifall bei den Soz.) NoSke: Es ist felbstverstÄndllch, daß ein gewisser Ab­bau der Hoerestichrietie eintreten mrrß. Aber wir wollen vermeiden, daß die Arbeiter Hals über Kops entlassen werden und daß Kiel, Ml- helmShaven und Danzig schwere wirtschaftliche Schäden erleiden.. Soweit Artieitsgelegentik-it! beschafft werden kann, werden wir damit auch, die reichteigenen Betriebe versehen. Damit sthtteßt die Besprechung Die Vorlage wird, in erster und zweiter Lesung nn wesentlichen unverändert gegen bte Stimmen der Unabhän-,

lagen beherbergen darf. Run soll die DiSkufston über die sranzösische Grenze zu Ende geführt inib die italienische Grenze festgesetzt werden.

(Segen einen Gewaltfrieden.

Zürich, 29. März. (Drahtbericht). Der Reuen Züricher Zeitung" zufolge meldet der Vertreter des Avanti, der sich zur Zeit m Ber­lin aufhält, seinem Blatte: lieber den Willen des d utschen Volkes einen unehrenh often Gewaltfrieden zurückzuweise«, könne kein Zweifel bestehen. Habe man aber bisher von einem ehrmhaften Untergang ge­brochen, so denke heute nach den Ereignissen in Ungarn, niemand mehr ans Sterben. Man hofft vielmehr, daß sich Die Feuersbrunst weiter auobreftet. Der S'ea der Kommunen im Un­garn erfüllt die Deutschen mit neuen Hoffnungen.

Die Frage der Krleg«en1schadlAung.

Köln, 29. März. (Drahtbericht). I« der Frage der KriegSentschädiguna er- hoftt man, derKölnischen Zeitung" zufol'.e, gute Erfolge von der Zusammenkunft mit den deutschen Finanzleutrn In Versailles mit denen man über die deutsche fi«e«-teDe Lei­stungsfähigkeit beraten nsird. Schon sind viele Franzose« zu dem mnerikanischen und engli- schen Standpunkt bekehrt, daß cs keinen Zweck hat, mehr zn verlangen, als die Zentralstaaten auch bei länoerer StundungSfiist zahlen können. Es heißt, es fei ein amerikani- fches Syndikat in Bildung beari'fen dis alles, was Deutschland zum Katzf antiieiet, als Grund­lage eines allge inen Kr für Deutschland zu verwerte«