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WM

den Monat auf ein veerielhundettjähriges Be­stehen zurückblickt.

Handel«- ttttb GetverSsderein.

Hn der März-Versammlung des Han­dels- und Gewrrbe-V er eins W^S der Vorsitzende, Stadtrat Scheel, darauf hm, daß der Handels- und Gewerbeverein im Jahre 1855 zur Zeit des größten Tiefstandes unseres Wirtschaftslebens im vorigen Jahrhundert ge­gründet wurde zwecks Nenbelebung und För­derung von Handel und Gewerbe. Jetzt stehe er ähnlichen, aber viel sc^vierigeren Aufgaben gegenüber, gälte es doch, den Notstand auf ge­werblichem und wirlschastlichem Gebiet zu be­kämpfen. An Gemeinschaft mit der Gewerbe­balle wolle der Vorstand versuchen, die Kräfte des gewerbtätigen Volkes neu M beleben und zu neuer Arbeit am Wiederaufbau unseres wirtschaftlichen Lebens anzuregen, damit der Handels- stnd Gewerbestaud nicht noch tiefer sinke Nm dies Ziel zu erreichen, bedürfte der Verein der Mitarbeit weiter Kreise unserer Mitbürger.

' Mania-Krautz-Abend.

Wenn es ganze Griea-Abendc, Weingartner- Abende. Strauß-Abende gibt, hat Paul M a- nia gedacht, warum sollte es nicht auch einen Mama-Abend geben! So setzte er denn neun- zehn seiner Lieder aufs Programm, sang teil­weise selbst zur Laute und überließ das übrige d>m $16 rtet Heldentenor Fritz Krauß. Was diesen Liedern fehlt, ist Form und Inhalt. Ganz vereinzelt, setzt ein Gedanke an. ganz vor- einzelt verdichtet es sich momentan zur Form; gleich daraus verauirlt es wieder in saftloser Schwammigkeit. Paul Mania scheint noch sehr fting. sehr schasfensfrob. auch nicht ohne Tem­perament. Vielleicht ringt er sich durch. Heute ist es noch vom ersten b's zum neunzehnten Lied formlose Weichlichkeit. Auf den Gesang zur Laute möchte ich nicht näher eingeben. Eine Erlösung bedeutete der strahlende Tenor von Fritz Krauß. Ein Organ, das weich und kernig berührt, und besonders in der Höbe von geradezu sonnigem Glanze ist. Bei diesen Tö­nen wurde man zu poetischen Vergleichen ge­zwungen: es war wie das Sprengen einer übervollen Knospe, wie das Bersten einer heiß- durchreiften Frucht. E. P.

Fwd lieber Fred wie ich mich freue, daß Sie kommen Wie geht es Ihrer. Schwe­ster?" stieß er erregt hervor, und seine.Augen forschten unruhig in des Knaben Antlitz.

Fred sah ihn forschend an

»Elliiwr weint! Sonst ist sie ganz wohl: sie ist auch wieder .rufgesdcmden. Aber sie ist so blaß und traurig: wenn sie allein ist, dann weint sie aber das soll niemand merken."

EMnor wünt?" sagte der Baron tonlos vor sich bin. und sein Gesicht zuckte unruhig. Tann zog er Fred mit sich in sein Zimmer.

Fred faßte sein? Hände, so fest er konnte.

Erst muß ich Ahnen so recht von Herzen danken, Herr Baron, daß Sie meine Schone sirr gerettet bähen. Fetzt weiß ich erst, welche Hel- dcntat S-e vollbracht haben! Wie kühn und unerschrocken Sie Ihr eigenes Leben miss Spiel fitzten, um meine Ellinor zu retten. Nach Ihrer EstzähÄmg war das qar nichts werter, Sie ha­ben Ihr Verdienst unterschlagen."

Heinz Lrndeck schüttelte den. Kopf.

.Machen Die doch kein Aufhebens davon,' lieber Fred. Mein grwzeS Verdienist dabet ist, daß ich gerade in der Räbe war."

»O nein. nein, mcht feder hätte sein Leben in die Schanz,' geschlagen wir Sie Daß Sie Ins getan, hat selbst Ellinor zugestehen müssen."

Ritter kich-lnd sah L»check In Freds Gesicht.

So selbst sie hat es M gestehen müssen." Fred faßte seine Hände.

MnvrvouLoffow

66) Itemen S>. kourtbs-Matzter.

»Ja, Ellinor, ruhe dich mrs. Und daß du eS nur weißt, ich glaube an die strengste Reckst- ftchkrit und Ehrenhaftigkeit Baron Lindecks. Ick) lasse mich nicht beirren in meiner Zuneigung mu ihm er müßte mir denn selbst einyestehen, daß er ein Schurke ist. Nun Mas wohl, Schwesterchen. Du bist noch nicht wieder im Meichgewicht."

Am anderen Morgen bestand Ellinor darauf, «rfzustehen

Kegen Mittag kam Gitta von Lossow her- Kber, um Näheres über den Unhall zu erfahren.

Fred duldete aber nicht, daß Ellinor darüber sprach, und erzählte Gitta sell'st, was sie wis­sen wollte, und bemerkte dabei sehr Wohl den gehässigen, lauernden! Zug in ihrem Gesicht, als tt begeistert die Heldentat Heinz Lindocks prieS.

Am frühen Nachmittag desselben Tages faß Heinz Limbeck in feinem Arbeitszimmer am Schreibtisch. Vor ihm lagen aller"»! Geschäfts­bücher. Er wollte arbeiten, aber ferne Gedan- tcn flogen immer wieder zu Ellinor Lossow «nüber und zu dem, was aestern am Stein- tomck zwischen ihm und ihr geschehen war.

Gr machte sich die bittersten Vorwurfe über Irtne Hcmdlungsweise.

Gestern abend hätte Fred einen Boten ge­schickt und ihm mitgeteilt, Ellinor bedürfe noch Bet Rübe, sei aber sonst ganz wicht. Dior gen Wflfbe er selbst kommen.

Also hatte Ellinor dem Dnrder doch wohl eidbti gesagt von dem, was zwischen ihnen ge- ßchehen, war. sonst hätte Fred sein Kommen nicht (l»a»jeifft Aber warum?

Er stützt» den Kopf in die Hand und stöhnte tief auf.

Iltrb dann iam wieder die Erinnerung an den einen seligen Augenblick, da Ellinor hin- gebend in seinen Armen gelegen und seinen Kuß fttflgfcttt hatte. Ec fühlte, s« war ebenso Mel­

lich wie er, öber hatte sie vielleicht in halber Bewußtlosigkeit nickst gervußt, wer sie in seinen Arnien hielt? Ihn für den Vater oder Bru- ier gechalten?

Aber nein so küßt Mr Weib nicht Vater und Bruder so lächelt sie diesen nickst zu.

Wem also gatt ihr Kuß, wem ihr Lächeln? Er sprang auf und lief erregt tot Zimmer auf und wieder.

Und dann hörte er sie wieder sagen: Ich basse, ich verabscheue Sie! Ich möchte lieber tot im Stettubruch lüvgen, als Ihnen mein Le­ben danken"

Warum haßte sie Km fo inckrünfftg? 9htr, weil er sie geküßt hatte in der Angst um ihr Leben, in der Wonne, sie gerettet im Arm zu halten? Verachtet, haßt ein Mädchen deshalb einen Mann auch wenn sie ihn nicht liobt?

Er fchiug die Hände vor die Stirn, um nicht mehr denken zu müssen.--

Mit bleichem Gesicht trat er an das Fenster und starrte düster hinaus aus den GtttShof.

Da sah er soeben Fred Lossow durch das große Tor reiten. Wie elektrMert zuckte der Baron zusammen und eilte dem Knaben ent­gegen. Der sprang soeben vorn Pferd, als der Baron auf der Schwelle seines Hauses erschien.

Fred warf sich ihm mit totturMver Herz­lichkeit an tue Brust und sah mtt sein en tief- blauen Angen' leuchtenden Blickes zu ihm em­por. Er drückte Fred fest am sich.

55 CYlCy "llen Sie ein« von keiner Bartet abhängige Tageszeitung, die den größten W W Wert auf einen vorzüglichen Nachrichtendienst legt und dem Interesse

der Nstgcmeinheit zu dienen bestrebt ist, lesen, dann versäumen Sie nicht, JB

M die Kasseler Nettesten Nachrichten bei dem Briefträger o^r bei der Postanstalt auch W W für das zweite Viertekjabr (Avril, Mai, Juni) oder auch nur für den Monat Avril W W zu bestellen. Ihren Freunden, denen die Kasseler Neuesten Nachrichten noch nicht |gj y| bekannt sind, werden Sie einen Dienst durch eine entsprechende Empfehlung erweisen.

.Ach ich merke schon, Ellinor hat Ihnen nicht gedankt, wie sie sollte Mer mit ihr dürfen Sie nicht rechten, lieber H-rr Baron. Sie ist wahrhaftig in bezug aus Sie em ganz anderer Mensch als sonst. Mer nun habe ich wenig­stens heoauSgebracht, was Ellinor gegen Sie bat und was sie so sehr auält*

Der Baron zuckte bctroffen zusammen. Samt drückte er Freds Hände fest zwischen den seinen.

»Was ist es. Fres? Ich beschwöre Sie, sagen Sie Mr, was Sie wissen. Ich muß Klarheit Sabow"

Fred zögerte.

.Ick, eigentlich ist das fo etwas tote ein Ber trauten öb euch. Und ich dürfte nicht darül'er sprechen Ader Mr ist. als Misse es für Elli- iwr und auch für S'e gut Hn, wenn alles klar wird Ich glaube nicht daran, was meine Cou­sine Gitta von Ihnen erzählt bat."

Lind eck zog Fred hastig neben sich auf den Diwan und sah ihn erstatmt und forschend an.

Fräulein Gitta von Lossow? WaS könnte sie über mich gesagt haben ?"

Fred umarmte ihn stürmisch und sah ih« strahlend an.

.Da Sie so fragen, weiß ich, daß es' nicht wahr ist. Ich glaube, die Gitta hat ans iräenh tiuem Grunde cfslbgen. Aber ehe ich Ihne« ^e$rkfrten aC?5 ^St' 11016 Frage crg

Heinz Lfttd.-ck ffebeck« vor Erregung.

.Also fragen Sie. Fred."

»Sie dürfen aber nicht böse fein? Sie ii sehr indiskret.' (Fortsetzung felgt)

---- , J'

hier die fugendliche Clatte Jache wieder mH einem Lied, ein paar Bewegungen, einem MM nenspiel dir Leute lachten Tränen, sie seuH- ten vor Lust und forderten Wiederholung «uff Wiederholung, immer unter Häudeflätscheta und Lachen. E. r.

datz die Negierung den reaktionären Sttöntun- gen entschied-n entgeqenwirken muß. Die A.- tt. s.-Rüte haben dem Staat wertvolle Dienste ge­leistet Finanzminister Südekum: Richt alle Räte haben ihren Sckiffd rem gehaltene Es wäre ganz schlimm geworden, wenn nicht dir A.- mrd S.-Räte noch Milliarden geretttt hät­ten. Ich nenne nur ein Wort: Brüssel. Abg. Cassel (Demokrat): Wir müssen unser Staats­wesen auf eine wahre demokratische Grundlage stellen, und dazu ist es nötig, daß bei der Be­setzung der Aernter lediglich die Tüchtigkeit ent­scheidet Der Nnabhängia: Rosenfeld erklärt die Diktatur der Proletariats für die einzige Rer- tuug Deutschlands. Um sieben Uhr vertagt sich das Haus auf Donnerstag, vormittags 11 Uhr.

linrs: Ludendorsf ist schuld! Bewegung An ganzen Hause.) Wit werden u-nZ die Herauf- beschwörung neuer pokitischer Ge­fahren durch ritte Handvoll Reakttonärer nicht weiter gefallen lassen. Wir dulden es nicht! Stillschweigen wäre hier Mit­schuld. Uebersehen wäre Verbrechen am eiae- ncn Volk. (Mit erhobener Stimme fortfahrend): Wir werden die Herren zu fassen wissen, die eine derartige Schuld aus der Vergangenheit auf die neue Gegenwart übertragen wollen (Hört! Hört! und Beifall.) Die Anwesenheit des Generals Ludendorff bet den Vorgängen soll nickt leichte» HerzrnS bemerkt werden; kitte Schuld kann aber nur atts seinem Ver­halten während des Krieges beurteilt werden. Er bat bet feilte? Rückkehr aus Schweden das Urteil eines StaatsgerichtshofeS ver­langt. Er soll öS haiberr. (Stürmischer Beifall bei der Mehrheit. Zurufe rechts: Mer einen uw. abhängigen Gerichtshof!) Wir Werden dafür sorgen, daß di »sw GerichMof unpartei isch zu­sammengesetzt wird Im Namen der Reichs- regieruug habe ich zu erklären, daß Wir schnell­stens einen Gesetzentwurf zur Errichtung eines Staatsgerichtshofes dem Hause erbringen werden."

Dann beschließt daS Haus nach einer kurzen Ausemandersetzung zwischen dem Präsidenten und dem Abgeordneten Schulz-Bromberg (Deuckschuatl.), daß eine Besprechung der Regie­rungserklärung nicht erfolgen solle. Tie große politische Debatte wird am Donnerstag der. ersten Lestmg des Notetats cchgehotten werben. Noch Scheidemanns Erklärung ist die Span- mmfl vorüber. TaS Haus wird leerer. Mau fährt in der Beratung der Interpellationen über den Riittelsiand fort. Dabei ist das Wick- ttgste, daß särnttichc bürgerliche Partäen sich für die Beibehaltung der freien IRrtschast im Handwerk crfTären. Danach erledigte das Haus in aller Eile in drei Leftmgen einige klei­nere vckrlagen und die Wahlprüfunq und Vertagte sich hierauf gegen sechs lUfr schon auf Donnerstag nachmittag brti Uhr.

Neues aus Kassel.

Städtischer WshnungrSa«.

Eine Wohnung kostet 20000 Mark!

Aus einer Denkschrift des Magistrats über ixe von ihm gegen den WohnunMnangel zu treffenden Maßnahmen ist ersichtlich, daß im komtmenden Bauiabr 1919 bis 1920 äußer, ften Falles von den hiesigen Baugenossenschaf­ten mit Hilfe der Kasseler Wohnungsflirsorge 760 Wohnungen neu geschaffen werden können. Ferner sind Pläne fertiggeslellt für 214 Woh - ntrnaen und zwar in Siedeftmgen beim Ph'.lih- vinenhof, an der Ecke der Mömbachstraße und oes Heckershäufer Weges und an der Kläran­lage zwischen Franzgraben und Gartenstraße. Für diese Siedelunqrn soll die nächste Stadt- verorbnetenversammlung 2140 000 Mark bewil- I-ften. Insgesamt sind Vorbereitungen zum Bau von rund 1000 Wohnungen getroffen wor­den. die unter den heutigen Verhältnissen..,. SvMill tonen Mark kosten! Die Baukosten für eine Wohnmig sind also aus 20000 Mark zu veranichkaaen. An der Geldbeschafftina wird .sich die Stabt zunächst mit 4 660000 Mark betei­ligen. Davon sind 2160 000 Mark zu verzinsen und zu ttlgen und 2*4 Millionen werden verloren sein. Sie stellen fiädt'sche Baukosten­zuschüsse dar, die nuter der Voraussetzung be- wMat werden, daß Reich und Staat sich an der Deckung des verlorenen Mehra'tfwandes kür KletuwohnunLsbauten zu drei Viertel be- icilkwn.

Kommunale» au« Nordwestend.

Per BürgervereinNordwestend" der das Dahnhofsviertel umfaßt, nahm in seiner HauM- VersaAunAmg Stellung zum Wohnungs- Mangel. Als nicht sozial und zeitqomäiß bezeichnet wurde die Verlegung städtischer Dienststellen ans dem Rathaus in PrivalhSu- ser, so der KriegsunterstützungSkommifsion nach der Gießbergstraße. Die leeren Kasernen eig­neten sich gut für Amtsstellen, die das Rttthatrs nicht mehr belterbergen kann. Die Kasernen gäben auch Dutzende Von Familtenwohnungen ab, Die gärtnerische Anlage derGoeth'e- si raß e fft infolge der Eiuguariterung in den benachbarten Schulen vollkommen zur Miste geworden. Der Vorstand wurde beauftragt, die erforderlichen Schritte zu unternehmen und dahin zu Wicken, daß diese Anlage eine bessere schützende Einfriedigung befommk. wie ys'' den Anlagen in anderen Stadtteilen der Fall ist. Lebhaftem Widerspruch begegnete - das Vorhccken der Straßenbahn, den Taris er­neut zu erhöhen. Mißbilligt wurde auch die ungenügende Teilnahme der Büroeckchaft an der S t a d t w e h r. Besonders die Militär - pflichttgen, dir während des ldricoes in der Heimat blieben, sollten sich zur V'rsüguna stel­len, nicht zuletzt im eigensten Interesse. So hat auch hier die Arbeit begonnen. An weiterer Be­tätigung wird es i« der nächsten Zett nicht mangeln.

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Die Hauptversammlung wählte Kaufmann G. »A B r ck e r wieder zum Vorsttzewden. Den weiteren Vorstand bilden Lehrer Ruppert Kaufmann Julius Zierdt, Mauermeister Wurbs und Kaufmann Fritz Loewe. Der Jabresbä-- trag wurde von 1920 ab auf 2 Mark er­höht. Bemerkt, daß der um das Bahnhoss- vieckcl so verdiente Bürgerverein tot koMmen-

LoTalrrachr^chten vom Trrsre.

--- Die Zeit der Zeitungsnöte. Ter Vo» stand des Vereins deutscker Zeitunasocrl:a«< richtet an die deutschen Zeitutigsleser die ioie «ende. Mitteilung: Wiederum ist die Herste!» lung der Zeitttngen stark verteuert worden, nickt nur durch die Erhöhung der Teuerung-» zulaaen, sondern auch durch eine weitere groß« Preisstäaerung der Rohmaterialien. Die« zwingt erneut der Frage rräherzutrettn. wie da« dadurch gestöcke Verhältnis zwischen Ausgabe» und Einnahmen der Zeitungen wieder ausgs» glichen werden kann. Nach eingehenden Beta» tnugen ist der Vorstand zu der UeberzenounA gekommen, daß dttrckgäng'g eine Erhöhun« der Bezugs- und Anzägenpkeise nicht zu um­gehen ist, um die Verteuerten Herstellungskosten weuigsicns teilweise auszuglcicken. Die Kas­seler Zeitungen haben, wie bekannt, ihre B«- zugSpräse vom 1. April an um nur 15 Pfemritz monatlich erhöbt

-t- Stei-ermaßnahmen gegen dir Tanzmut. Eine aaoze Anzahl kläner Genteinden plant ihre Lusibeckätssteuer zu ändern, nm damit Mgßnaymen gegen das Ueberhandnehmen de« Tanzlusitzackeiten zu tteffen. Der Landrat -M- Li.urkreises Kassel empftebft nun ein* Sieuerordnmig, di- in Niederzwehren in Vor- berätting ist. rWe wir hören, zollen dort die Tanzlustbarkeitcn je nach Höhe des Eintritts­geldes und Größe des Saales ganz erheblich besteuert werden. Auch bei uns in Kassel Wird der neue Haushaltungsplan eine wesenttche' Erhöhung der Lustbarkeitssteuer bringen.

- Dom Tod in der Fulda gerettet. Vor­gestern abcnd sprang an der Arn-dtstraße ein pmges llstädcken in seWstmördEcker Absicht fit die Fulda. Der Sohn eines Lock wohnenden Gärtnörs, der KriegSb.-schädiäe Ernst Schil­ling,, beobachtete den Vorfall, kräng in ein Boot und rettete unter eigener Lebensgefahr der Kahn drohte mehrfach zu kentern Pas Mädchen Die Bewußtlose Ivurde später nach der Stadtkaseme. gebracht. Damit hat SchMng die dritt» Lebensrettung. doM'rackft.

-r- Festnahme eines Pferdediebs. Dieser Tage tourt« au5 Grebeustnn ein Pferdedieb- stahl gemeSbet. Inzwischen ist das Tier in, Mel- sungen anVihglton worgen, Wei! der erfördev- iicke Ausfubrschein nicht vorlog. Die KriMnäl- Polizei konnte sofort dito reifen und ermittelte tr. einem Schlosser aus Kassel den Pferdedieb. Allem Anschein nach hat er noch Mehrere bet in der letzten Zeit vorgekontmenen isttechedieb« stähle aitr dun Gewissen. ,

--- Tie Mutter soll sich melden! Tie Krimi- nalpMzej rickstet heute bi» Auffordernng an bie) Mutter des Kindes, das wie berichtet am Weinberg ausgesetzt wurde, sich, zur Rücknahme des Kindes im Zimmer 35 des Polizeipräfl- bittm-S j$t mtt!b-n oder das Kind dort (Molen ZU lassen Vielleicht regt sich die Stimme der -lattrr in der in Betracht kommenden Mutter.

4, Turnen. Dvort und Spiel. Eine Den. fffitnmfvna früherer Mitglieder des Spockber- änsPfeil" befckloß di« terlweife Meder- aufnahme der ifporüicken Tättakett.- die bisher ruhen mußte, weil fämtliche' Mitglieder ztm, HeereSoienst eingezogen waren. Die Hälfte der Mitglieder fand den Heldentod. Kasseler Ball spie lve rein 06 1 Mug am Sonntag Kasse« ler Füßballvereiit 2 mit 5:1,

-r- ALcrkei vom Tage. Heute gibt es noch einmal einep H a s e r s l o ck en Aufruf WeA einige Geschälte die Veckmifsvorsckrtften nickt ängedalten h-rhen, ist eS gekommen, daß bide Geschäfte vorzeitig aus'berkauft hatten. Nu» lleiüst nichts anderes übrig, als daß die Lew« iragertben ausnahmsweise in entlegenere Ge­schäfte gehen müssen. Bärn letzten Kerzen» Verkauf bekamen EmvsangWerechtigte 3.30 Gramen-Pakete zum gleichen Preise wie für 600 Grgmtn-Pakete Die GefKAchften hm gut, diese Päkett in den betreffenden Geschäften umzutairschen. In der laufenden Woche kom­men Kerzen (500 Gramm für 2 Warft auf den Mscknitt i der neuen Hcmshalttmgskacke zur Veckeilung. . .

Kaufmännischer Verein.

Professor ellpach m?S Kacksruhe konnte der Reifrschtoierigkeften halber nickt erscheinen, fo griff man denn zu einem verföhnenden Er­satz, dttem fünften Künstlerabeud. Mt den be- stmuten Soltstrn Adolf Lange, Millt Lange«Wipfler und Herta Storm tmserer vielgeschöhten Naiven. Herr Lange fang Lieder von Grieg. Nackmaninow und Brühl, Frau Sang« einige Opernarien von Meyerbeer, Auber und Lieder von Hugo Wolf. Beide Künstler hotten sich hiermit, tote bei den hübsch gesungenen Duetten den stärksten Beifall des übetvollen Hauses. Stürmisch dankte man auch Heita Storm, bie allerlei kleine naive Net. ftgkeiten vortrüg, mit dem eigenen frischen Reiz ihrer Kunst. An Flügel begleitete Hedmig L a uf s, schwiegsam und schön, Q.

' Ärufl?allsche KomSdie«.

Vor übevvossem Hause man hatte den gro­ßen Statztpacksaal genommen fand gestern dre letzte Abend der musikalischen Komödien statt. In neuer Beatbeitung des genialen Dr. Fischer gab es eine entzückende kleine Ope­rette Offenbachs,Tie Hanni weint Der Hansi lackst", eine Fundgrube reizender -sprühender Melodien. Herbert Neu­stadt entwickelte hier einen kerngesunden Hu­mor, Doris Ohliaer eine erstaunliche Vtelseittgkett und Clatre Jache die übliche Frische ihres SpielS und Gesang.eS. Des Wet­teren gab es zwei Wieverholnngen, Gluck: Die Wabrsagerin" und denRoman in der Waschküche" von Dittersdorf, bei dem tnan eigentlich jeden bedauern möchte, der die­ses köstliche kleine Ding nicht gesehen hat. Wag in diesem großen Stadtparksaal ein Senff-Gsvrgivor einigen Tagen bei aller Ko­mik nur langsam und halb erreichte, erreichte

Preußen-Tkmms.

Heber die Regierungserklärungen. tDrahlbericht.)

Fcrlin, 26. März.

DaS Haus beginnt bis Besprechung der ge­stern abgegebenen Regiertmqserklärungen. Abg. Haas (U. §.): Wir begrüßett mit Freuden die . Ecklärung, daß der beuttoe Einheitsstaat er­strebt werden soL Wir wollen ein einhÄtttches stackeS Preußen. Erfreulich war auch die Er­klärung über das Gernoindewahlrecht. Beson­ders wichtige Aufgaben wird bas neue Wohl- sahrtSministeriunn beim Wiederaufbau zu er- fiillen haben. Abg. Dr. Porsch (Zentrum): Wir brauchen einen gerechten und bauernbett Frie- m. Dazu bedürfen wir einet kräftigen Regie- tltng Das Neformprogramm wirb viele Jahre zur Dirrchsührung mt-Mcitrc Geldmittel benö­tigen. Wenn wir bezüglich dos VerhAtnlsseS des Staates zur Kirche und Schule die GewÄhr haben, und bas schnitt der Fall zu sein, baß in der Schule auch b»r Rc ligionsnnterricht wahlfrei und der Glaube bet Kirche nicht , ge­fährdet ist, und uack> Möglichkeit gefördert wdd, dann können wir zttfanrmenarbetten. Abg. von Kardorsf ($ eutM notigm(): Aus den Einzel- "sftMK'wesen werben "Biele bebettteifbc Kräfte übernommen werden müssen, wenn sie 'nen ge­deihen sollen. Wir treten vochhaltlos aus den Boden ves parlamentarisch^ Systemts. Hoifent- lich hat der bürgerliche Einschlag der Regierung Scharfe genug in sich, um eine allzu schlimme Sozrattsterung zu verhüten Tief vetletzt bat nnS, datz die R.'volittionsregiernng für unser früheres Fürstenhaus kein Wort des Dankes übrig hat. Die Revolutton ist das größte Ver­brechen, das j- am deutschen Volle begangen tntbbe. Auskunft verlangen wir bavüber, wa-s the A- und S.-Räte und was dieser Nevo- kwttonSschwmIdel dem Laude gekostet hat. (Prä- toent Leinert tust den Redner zur Ordnung.) Im Innern wollen Wit den Freihandel wieder haben. Ferner forbem auch wir eine gute innere Kolomsaitivn. die nicht zur Vernichtung größerer Bettiebe führt. M-uifierprastdent Hirsch: Diese provokatorische Siebe machte auf mich geradezu den Eindruck eines Signals der G c genrevolu t ion. Die Rede zeigt,

»*tne« in ernste» Seit.

» Der richtige Esel. Sin Ressender, ber sicht, daß fein Koffer noch auf,-m Bahnsteig steht während sich der Zug bereits tat Bewegung setzt, schreit den Hotelhausbiener qn:Warum haben Sie meine Koffer nicht ht# Abteil ge­tragen, alter Esel!"Selber Ef^!" ruft der. Hausdiener zurück.Ihr Koffer hat mehr Ser- stand als Ste. Sie sitzen näml^Ä im Kilfctsai Zugs"